{"id":10024,"date":"2012-12-06T17:37:22","date_gmt":"2012-12-06T15:37:22","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=10024"},"modified":"2012-12-06T17:37:22","modified_gmt":"2012-12-06T15:37:22","slug":"x-b-137-10-pruefung-eines-verstosses-gegen-das-doppelbesteuerungsverbot-bei-der-rentenbesteuerung-auf-der-grundlage-des-nominalwertprinzips","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-137-10-pruefung-eines-verstosses-gegen-das-doppelbesteuerungsverbot-bei-der-rentenbesteuerung-auf-der-grundlage-des-nominalwertprinzips\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;137\/10 &#8211; Pr&uuml;fung eines Versto&szlig;es gegen das Doppelbesteuerungsverbot bei der Rentenbesteuerung auf der Grundlage des Nominalwertprinzips"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 9.3.2011, X B 137\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Pr&uuml;fung eines Versto&szlig;es gegen das Doppelbesteuerungsverbot bei der Rentenbesteuerung auf der Grundlage des Nominalwertprinzips<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Der Zulassungsgrund der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;), auf den die Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) ihre Beschwerde st&uuml;tzen wollen, ist nicht gegeben. Eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) ist auch nicht zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erforderlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die von den Kl&auml;gern sinngem&auml;&szlig; aufgeworfene Rechtsfrage, ob bei der Pr&uuml;fung eines Versto&szlig;es gegen das Verbot der Doppelbesteuerung bei der Berechnung der jeweiligen Steuerentlastung der Rentenversicherungsbeitr&auml;ge bzw. der Steuerbelastung der Renteneink&uuml;nfte das Nominalwertprinzip zugrunde gelegt werden k&ouml;nne oder vielmehr die zwischenzeitlich eingetretenen Wertver&auml;nderungen der Beitragszahlungen ber&uuml;cksichtigt werden m&uuml;ssten, ist bereits gekl&auml;rt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In seinem Beschluss vom 6. M&auml;rz 2002&nbsp;&nbsp;2 BvL 17\/99 (BVerfGE 105, 73, BStBl II 2002, 618) hat das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) verlangt, dass die Besteuerung von Vorsorgeaufwendungen f&uuml;r die Alterssicherung und die Besteuerung von Bez&uuml;gen aus dem Ergebnis der Vorsorgeaufwendungen so aufeinander abzustimmen seien, dass eine doppelte Besteuerung vermieden werde. Zur Frage der Anwendbarkeit des Nominalwertprinzips hat das BVerfG nicht Stellung genommen und die &quot;doppelte Besteuerung&quot; weder begrifflich noch rechnerisch konkretisiert. Im Urteil vom 19. Januar 2010 X R 53\/08 (BFHE 228, 223, unter B.II.5.b) hat der beschlie&szlig;ende Senat darauf verwiesen, dass das Nominalwertprinzip ein tragendes Ordnungsprinzip der geltenden W&auml;hrungsordnung und Wirtschaftspolitik darstelle, und innerhalb der Ertragsteuersenate des BFH Einigkeit dar&uuml;ber bestehe, dass dem Einkommensteuergesetz das Nominalwertprinzip zugrunde liege. Auch nach Auffassung des Schrifttums (so Kirchhof, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect; 2 Rz A 500) stelle das Nominalwertprinzip jedenfalls solange im Interesse der Rechtssicherheit und der Abstimmung des Einkommensteuerrechts auf das &uuml;brige Wirtschaftsrecht eine vertretbare Typisierung dar, solange die Ergebnisse nicht schlechthin unertr&auml;glich seien. Demgem&auml;&szlig; seien die Sachverst&auml;ndigenkommission zur Neuordnung der steuerrechtlichen Behandlung von Altersvorsorgeaufwendungen und Altersbez&uuml;gen (Schriftenreihe des Bundesministeriums der Finanzen, Bd. 74, S. 51) und ihr folgend der Gesetzgeber bei der rechnerischen &Uuml;berpr&uuml;fung, ob eine &quot;doppelte Besteuerung&quot; vorliege, entsprechend der steuerlichen Grundsystematik vom Nominalwertprinzip ausgegangen und h&auml;tten keine Barwertberechnung vorgenommen (BTDrucks 15\/2150, S. 23). Auch der Verband der Deutschen Rentenversicherungstr&auml;ger habe in seiner Stellungnahme anl&auml;sslich der Anh&ouml;rung des Finanzausschusses des Deutschen Bundestags am 28. Januar 2004 an die Berechnungen der Sachverst&auml;ndigenkommission angekn&uuml;pft und damit ebenfalls die Anwendbarkeit des Nominalwertprinzips bei der vorzunehmenden Vergleichsrechnung zur Ermittlung der Doppelbesteuerung bejaht. Der beschlie&szlig;ende Senat kam im Urteil in BFHE 228, 223 zu dem Ergebnis, dass es vor dem Hintergrund der Inflationsentwicklung der letzten Jahrzehnte hinnehmbar sei, dass bei Anwendung des Nominalwertprinzips alle Wertsteigerungen der Renten &#8211;unabh&auml;ngig davon, ob inflations- oder rentenpolitisch bedingt&#8211; besteuert werden k&ouml;nnten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Eine Zulassung der Revision kommt auch nicht wegen Divergenz des finanzgerichtlichen Urteils zu den Entscheidungen des BVerfG vom 26. M&auml;rz 1980&nbsp;&nbsp;1 BvR 121, 122\/76 (BVerfGE 54, 11, BStBl II 1980, 545) und in BVerfGE 105, 73, BStBl II 2002, 618 in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Es kann dahinstehen, ob die Kl&auml;ger die behauptete Abweichung durch das Gegen&uuml;berstellen einander widersprechender Rechtss&auml;tze aus der Entscheidung der Vorinstanz einerseits und einer &#8211;mit Aktenzeichen und Fundstelle zutreffend bezeichneten&#8211; Divergenzentscheidung (hier: BVerfG-Beschluss in BVerfGE 54, 11, BStBl II 1980, 545) andererseits deutlich gemacht haben. Die behauptete Abweichung liegt jedenfalls nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die von den Kl&auml;gern unter V.2.a der Beschwerdebegr&uuml;ndungsschrift zitierten &Auml;u&szlig;erungen des BVerfG beziehen sich auf die unterschiedliche Besteuerung von Pensionen und Renten, die sachlich gerechtfertigt sei, weil die Versicherten der gesetzlichen Rentenversicherung Beitr&auml;ge f&uuml;r ihre Altersversorgung entrichteten, w&auml;hrend dies bei Empf&auml;ngern von beamtenrechtlichen Versorgungsbez&uuml;gen nicht der Fall sei. Mit dem von den Kl&auml;gern angef&uuml;hrten Passus ist das BVerfG der Auffassung der Beschwerdef&uuml;hrer entgegengetreten, der aus Arbeitnehmerbeitr&auml;gen beruhende Anteil der Rente der gesetzlichen Rentenversicherung betrage weniger als 10 %. Eine Abkehr vom Nominalwertprinzip bei der Frage der Doppelbesteuerung kann hieraus nicht abgeleitet werden. Gleiches gilt f&uuml;r das weitere Zitat aus dem Beschluss des BVerfG in BVerfGE 54, 11, BStBl II 1980, 545 unter V.2.b der Beschwerdebegr&uuml;ndungsschrift. Da nach Auffassung des BVerfG der selbstfinanzierte Anteil des Rentenrechts nicht durch Vergleich des Gesamtwerts dieses Rechts bei Anlaufen der Rente mit dem nominellen Gesamtwert der Beitr&auml;ge in diesem Zeitpunkt zu ermitteln sei, k&ouml;nne die Existenz eines selbstfinanzierten Anteils nicht g&auml;nzlich in Abrede gestellt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Eine Abweichung des Urteils des Finanzgerichts vom Beschluss des BVerfG in BVerfGE 105, 73, BStBl II 2002, 618 scheidet schon deshalb aus, weil das BVerfG in dieser Entscheidung zur Frage der Anwendbarkeit des Nominalwertprinzips nicht Stellung genommen und die &quot;doppelte Besteuerung&quot; weder begrifflich noch rechnerisch konkretisiert hat (vgl. oben unter 1.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Zum Vorbringen der Kl&auml;ger, im Zeitpunkt der freiwilligen Zahlung der Rentenversicherungsbeitr&auml;ge aus versteuertem Einkommen sei nicht mit einer 50%igen Versteuerung der sp&auml;teren Renteneink&uuml;nfte zu rechnen gewesen, verweist der beschlie&szlig;ende Senat auf das Urteil vom 4. Februar 2010 X R 58\/08 (BFHE 228, 326). Danach ist die Ausgestaltung der &Uuml;bergangsregelung in &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. aa S&auml;tze 3 und 4 des Einkommensteuergesetzes verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 9.3.2011, X B 137\/10 Pr&uuml;fung eines Versto&szlig;es gegen das Doppelbesteuerungsverbot bei der Rentenbesteuerung auf der Grundlage des Nominalwertprinzips Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Der Zulassungsgrund der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;), auf den die Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) ihre Beschwerde st&uuml;tzen wollen, &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-137-10-pruefung-eines-verstosses-gegen-das-doppelbesteuerungsverbot-bei-der-rentenbesteuerung-auf-der-grundlage-des-nominalwertprinzips\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;B&nbsp;137\/10 &#8211; Pr&uuml;fung eines Versto&szlig;es gegen das Doppelbesteuerungsverbot bei der Rentenbesteuerung auf der Grundlage des Nominalwertprinzips<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-10024","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10024","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10024"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10024\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10024"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10024"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10024"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}