{"id":10092,"date":"2012-12-06T17:44:00","date_gmt":"2012-12-06T15:44:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=10092"},"modified":"2012-12-06T17:44:00","modified_gmt":"2012-12-06T15:44:00","slug":"i-b-87-10-beweiserhebung-von-amts-wegen-unmittelbarkeit-der-beweisaufnahme-verlust-des-ruegerechts-vga-durch-unterlassen-einer-forderungseinziehung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-87-10-beweiserhebung-von-amts-wegen-unmittelbarkeit-der-beweisaufnahme-verlust-des-ruegerechts-vga-durch-unterlassen-einer-forderungseinziehung\/","title":{"rendered":"I&nbsp;B&nbsp;87\/10 &#8211; Beweiserhebung von Amts wegen, Unmittelbarkeit der Beweisaufnahme, Verlust des R&uuml;gerechts, vGA durch Unterlassen einer Forderungseinziehung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 11.1.2011, I B 87\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Beweiserhebung von Amts wegen, Unmittelbarkeit der Beweisaufnahme, Verlust des R&uuml;gerechts, vGA durch Unterlassen einer Forderungseinziehung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitpunkt ist, ob das Einkommen der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) im Streitjahr 1999 um verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttungen (vGA) zu erh&ouml;hen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin ist eine GmbH, die im Immobilienbereich t&auml;tig war. Alleinige Gesellschafterin und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin war A. A war au&szlig;erdem zu 40 % an der Grundst&uuml;cksgemeinschaft AB-GbR beteiligt; die anderen 60 % hielt B. Am 10. Dezember 1997 schlossen die Kl&auml;gerin und die AB-GbR einen Bauvertrag, nach dessen Wortlaut sich die Kl&auml;gerin auf der Grundlage einer Baubeschreibung und eines Zahlungsplans gegen einen Festpreis von 1.695.650 DM zzgl. Mehrwertsteuer zur schl&uuml;sselfertigen Sanierung und Modernisierung eines belegenen Mehrfamilienhauses verpflichtete. Die ersten drei Abschlagszahlungen gem&auml;&szlig; Zahlungsplan in H&ouml;he von zusammen 700.000 DM leistete die AB-GbR am 29. Dezember 1997 an die Kl&auml;gerin. Das Grundst&uuml;ck mit dem zu sanierenden Geb&auml;ude (Grundst&uuml;ck 1) erwarb die AB-GbR mit Kaufvertrag vom 30. Dezember 1997 f&uuml;r 200.000 DM; die Sanierung wurde von einer Subunternehmerin der Kl&auml;gerin ausgef&uuml;hrt und im September 1999 abgeschlossen. Das benachbarte Grundst&uuml;ck (Grundst&uuml;ck 2) wurde am 29. Dezember 1997 f&uuml;r 350.000 DM von einer weiteren GbR erworben, an der ebenfalls A und B beteiligt waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die Bauleistungen am Grundst&uuml;ck 1 stellte die Kl&auml;gerin der AB-GbR insgesamt 2.050.000 DM in Rechnung. Gezahlt wurden lediglich 1.857.343,50 DM. Den Rest behielt die AB-GbR laut Rechnungsvermerken wegen M&auml;ngeln ein. Schriftliche Unterlagen zu den M&auml;ngeln existieren nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Juni 1998 bat B die Kl&auml;gerin schriftlich, &quot;uns&quot; freundlicherweise vor&uuml;bergehend 550.000 DM zur Weiterleitung an die Verk&auml;uferin zur Verf&uuml;gung zu stellen, weil &quot;der Kaufpreis jetzt dringend bezahlt werden&quot; m&uuml;sse, &quot;unsere Finanzierung aber noch nicht auszahlungsreif&quot; sei. Die Kl&auml;gerin &uuml;berwies daraufhin am 6. Juli 1998&nbsp;&nbsp;550.000 DM auf ein privates Konto der A. Diese leitete davon am gleichen Tag 150.000 DM f&uuml;r Grundst&uuml;ck 1 und 350.000 DM f&uuml;r Grundst&uuml;ck 2 an die Grundst&uuml;cksverk&auml;uferin weiter; eine weitere Zahlung von 50.000 DM an die Verk&auml;uferin leistete A im Jahr 1999.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) gelangte zu der Auffassung, es l&auml;gen zum einen in Bezug auf die teilweise nicht geleistete Verg&uuml;tung f&uuml;r die Bauleistungen und zum anderen hinsichtlich der an A im Juli 1998 &uuml;berwiesenen 550.000 DM vGA vor, weil die Kl&auml;gerin insoweit in ihrer Bilanz zum 31. Dezember 1999 keine Forderungen gegen die AB-GbR &#8211;ein A nahe stehendes Unternehmen&#8211; aktiviert habe; dies sei als stillschweigender Verzicht auf die Forderungen anzusehen. Es rechnete in ertragsteuerlichen &Auml;nderungsbescheiden dem Ertrag der Kl&auml;gerin f&uuml;r das Streitjahr einen Betrag von insgesamt 632.106 DM als vGA hinzu und stellte die Aussch&uuml;ttungsbelastung nach &sect; 27 Abs. 3 Satz 2 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes 1999 her.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die u.a. deswegen erhobene Klage blieb ohne Erfolg. Das Finanzgericht (FG) M&uuml;nchen hat sie mit Urteil vom 26. April 2010&nbsp;&nbsp;7 K 1741\/07 abgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt mit ihrer Beschwerde die Zulassung der Revision gegen das FG-Urteil und begr&uuml;ndet ihr Begehren mit Verfahrensm&auml;ngeln sowie mit Divergenzen zur Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Nichtzulassungsbeschwerde zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Das Verfahren betreffend den Umsatzsteuerbescheid f&uuml;r 1997 wird gem&auml;&szlig; &sect; 121 Satz 1 i.V.m. &sect; 73 Abs. 1 Satz 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) abgetrennt und an den nach dem Gesch&auml;ftsverteilungsplan des BFH f&uuml;r 2011 daf&uuml;r sachlich zust&auml;ndigen V. Senat des BFH abgegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen hat die Nichtzulassungsbeschwerde keinen Erfolg. Die geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde liegen &#8211;soweit sie hinreichend dargetan worden sind&#8211; nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die R&uuml;ge des Verfahrensmangels (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO) der unzureichenden Sachverhaltsaufkl&auml;rung (Versto&szlig; gegen &sect; 76 Abs. 1 FGO) ist unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das FG war auf der Grundlage seiner &#8211;f&uuml;r die Beurteilung von Verfahrensm&auml;ngeln ma&szlig;geblichen&#8211; materiell-rechtlichen Auffassung nicht gehalten, B und den Prozessbevollm&auml;chtigten der Kl&auml;gerin &#8211;Rechtsanwalt (X)&#8211; von Amts wegen als Zeugen zum Inhalt des am 10. Dezember 1997 abgeschlossenen Bauvertrags zu vernehmen. Denn anders als nach Daf&uuml;rhalten der Kl&auml;gerin ist ausweislich der Entscheidungsgr&uuml;nde des angefochtenen Urteils nach Auffassung des FG der Vertragsinhalt nicht widerspr&uuml;chlich, sondern eindeutig und klar. Dass im Zahlungsplan Abschlagszahlungen f&uuml;r die Positionen &quot;Grundst&uuml;ck&quot; und &quot;Grundst&uuml;ck, Planung&quot; vorgesehen waren, hat das FG nicht als Indiz f&uuml;r die Richtigkeit der Behauptung der Kl&auml;gerin gewertet, die Kl&auml;gerin habe sich in dem Vertrag nicht nur zu den Bauleistungen, sondern &#8211;&uuml;ber den Vertragswortlaut hinaus und ohne Beachtung der hierf&uuml;r nach &sect; 313 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs a.F. (BGB) erforderlichen Form der notariellen Beurkundung&#8211; auch zu Erwerb und &Uuml;bereignung der beiden Grundst&uuml;cke an die AB-GbR verpflichtet. Aus der Sicht des FG lag mithin ein in sich folgerichtiges und widerspruchsfreies Vertragswerk vor und bestand deshalb kein Anlass, von Amts wegen in eine Beweisaufnahme einzutreten (vgl. Senatsbeschluss vom 19. Juli 2010 I B 130\/09, BFH\/NV 2010, 2282).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Mit der R&uuml;ge, das FG habe ihre Beweisantr&auml;ge auf Vernehmung von B und von X &uuml;bergangen, kann die Kl&auml;gerin nicht geh&ouml;rt werden, weil sie ihr R&uuml;gerecht verloren hat. Ausweislich des Sitzungsprotokolls hat der Kl&auml;gervertreter in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vom 26. April 2010 zwar den von der Berichterstatterin vorgetragenen Sachverhalt erg&auml;nzt und dazu die Ausf&uuml;hrungen in seinem Schriftsatz vom 20. April 2010 m&uuml;ndlich dargelegt. Aus dem Sitzungsprotokoll ist indes nicht ersichtlich, dass der Kl&auml;gervertreter Beweisantr&auml;ge gestellt oder ger&uuml;gt h&auml;tte, dass der Termin ohne Ladung und Vernehmung der in dem genannten Schriftsatz benannten Zeugen stattfinde. Die Behauptung in der Beschwerdebegr&uuml;ndung, der Kl&auml;gervertreter habe in der m&uuml;ndlichen Verhandlung die Beweisantr&auml;ge aus dem Schriftsatz vom 20. April 2010 wiederholt, findet im Sitzungsprotokoll (zu dessen Beweiskraft: &sect; 94 FGO i.V.m. &sect; 165 der Zivilprozessordnung &#8211;ZPO&#8211;), keine St&uuml;tze. Mithin ist davon auszugehen, dass die in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG rechtskundig vertretene Kl&auml;gerin r&uuml;gelos zur Sache verhandelt und damit durch Unterlassen ihr R&uuml;gerecht verloren hat (&sect; 155 FGO i.V.m. &sect; 295 ZPO; vgl. Senatsbeschluss in BFH\/NV 2010, 2282, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Aus dem Vorstehenden folgt zugleich, dass die Nichtzulassungsbeschwerde auch nicht mit Erfolg auf den Verfahrensfehler der Verletzung des Grundsatzes der Unmittelbarkeit der Beweisaufnahme (&sect; 81 Abs. 1 Satz 1 FGO) gest&uuml;tzt werden kann. Denn auch insoweit hat die Kl&auml;gerin r&uuml;gelos zur Sache verhandelt und dadurch ihr R&uuml;gerecht verloren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin sieht den Versto&szlig; gegen den Grundsatz der Unmittelbarkeit der Beweisaufnahme darin, dass das FG die schriftliche Zeugenaussage des B gegen&uuml;ber dem FA Z vom 30. November 2007 gew&uuml;rdigt hat, ohne den Zeugen selbst zu vernehmen. Ob diese Beurteilung zutrifft, kann offenbleiben. Denn auch bei der Regel des &sect; 81 Abs. 1 Satz 1 FGO handelt es sich um einen Verfahrengrundsatz, auf den die Prozessbeteiligten verzichten k&ouml;nnen (Senatsbeschluss vom 27. Juli 2009 I B 219\/08, BFH\/NV 2010, 45, m.w.N.). Und in dem zuvor beschriebenen Verzicht auf die Vernehmung des B durch r&uuml;geloses Verhandeln liegt zugleich der Verzicht der Kl&auml;gerin auf den Grundsatz der Unmittelbarkeit der Beweisaufnahme. Denn nachdem B nicht als Zeuge zur m&uuml;ndlichen Verhandlung geladen worden und dort auch nicht erschienen war, musste der Kl&auml;gervertreter damit rechnen, dass das FG den Prozessstoff &#8211;zu dem auch die vom FA mit Schriftsatz vom 1. M&auml;rz 2010 zur Akte gereichte schriftliche Zeugenaussage des B geh&ouml;rt&#8211; w&uuml;rdigen w&uuml;rde, ohne B pers&ouml;nlich anzuh&ouml;ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die R&uuml;ge, bei dem angefochtenen Urteil handele es sich um ein &Uuml;berraschungsurteil (Versto&szlig; gegen den Grundsatz der Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs, &sect; 96 Abs. 2 FGO), weil der Kl&auml;gervertreter damit gerechnet habe, das FG werde ihn vor Erlass eines Urteils noch als Zeugen vernehmen, ist unbegr&uuml;ndet. Ausweislich des Sitzungsprotokolls hat der Vorsitzende Richter des FG die m&uuml;ndliche Verhandlung geschlossen, nachdem die Antr&auml;ge gestellt und die Beteiligten das Wort zu weiteren Ausf&uuml;hrungen nicht mehr gew&uuml;nscht hatten. Aufgrund welcher Umst&auml;nde der Kl&auml;gervertreter Grund zu der Annahme gehabt haben soll, das FG werde die m&uuml;ndliche Verhandlung wieder er&ouml;ffnen und in eine Beweisaufnahme eintreten, ist nicht zu ersehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Nicht schl&uuml;ssig dargelegt hat die Kl&auml;gerin, dass eine Revisionszulassung gem&auml;&szlig; &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erforderlich ist, weil das FG-Urteil von der BFH-Rechtsprechung abweicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Soweit die Kl&auml;gerin geltend macht, das FG habe entgegen der BFH-Rechtsprechung die Beweislast f&uuml;r das (Nicht-)Vorliegen einer vGA der Kl&auml;gerin auferlegt, ist solches dem FG-Urteil nicht zu entnehmen. Die daf&uuml;r von der Kl&auml;gerin herangezogene Formulierung im FG-Urteil, die Darstellung der Kl&auml;gerin k&ouml;nne &quot;nicht &uuml;berzeugen&quot;, bezieht sich auf die von der Kl&auml;gerin behauptete Abweichung des zivilrechtlich tats&auml;chlich Vereinbarten vom klaren Vertragswortlaut und hat nichts mit der grunds&auml;tzlichen Beweislastverteilung in Bezug auf die Voraussetzungen der vGA zu tun.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nicht nachvollziehbar ist die von der Kl&auml;gerin behauptete Divergenz zum BFH-Urteil vom 18. April 2002 III R 43\/00 (BFHE 199, 140, BStBl II 2003, 149), weil das FG eine vGA in einem blo&szlig;en Buchungsfehler gesehen habe. Anders als in der Beschwerdebegr&uuml;ndung dargestellt, hat das FG die Annahme der vGA nicht damit begr&uuml;ndet, dass die Kl&auml;gerin die im Dezember 1997 erhaltenen Anzahlungen des B in H&ouml;he von 700.000 DM nicht als umsatzsteuerpflichtig verbucht und behandelt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Unzutreffend gibt die Kl&auml;gerin das FG-Urteil auch insoweit wieder, als es angeblich einen die vGA begr&uuml;ndenden Verzicht der Kl&auml;gerin darin gesehen habe, dass die Forderung gegen die AB-GbR nicht aktiviert worden sei, weshalb eine Abweichung von den Senatsurteilen vom 18. Dezember 1996 I R 26\/95 (BFHE 182, 190) und vom 24. M&auml;rz 1998 I R 93\/96 (BFHE 186, 61) vorliege. Bei der zitierten Passage aus dem FG-Urteil (Urteilsumdruck S. 7 oben) handelt es sich jedoch lediglich um die Wiedergabe des Betriebspr&uuml;fungsberichts im Urteilstatbestand und nicht um die eigene Begr&uuml;ndung des FG. Nach Auffassung des FG ist die vGA in Form der verhinderten Verm&ouml;gensmehrung nicht in der unterlassenen Aktivierung, sondern in der unterlassenen Einziehung (Realisierung) der Forderung durch die Kl&auml;gerin zu sehen (Urteilsumdruck S. 12 oben, S. 13 unten). Mit dieser Begr&uuml;ndung befasst sich die Beschwerdebegr&uuml;ndung indes nicht. Soweit die Kl&auml;gerin auf die Senatsurteile in BFHE 182, 190 und in BFHE 186, 61 verweist, denen zufolge der blo&szlig;en Nichtgeltendmachung einer Forderung gegen den Gesellschafter nicht die Erf&uuml;llungswirkung eines Verzichts (&sect; 397 BGB) zukommt, l&auml;sst sie unbeachtet, dass das FG nicht von einem Verzicht auf die Forderung ausgegangen ist und dass nach der Senatsrechtsprechung eine Gewinnminderung in Form der verhinderten Verm&ouml;gensmehrung auch darin liegen kann, dass die Kapitalgesellschaft es aus Gr&uuml;nden, die im Gesellschaftsverh&auml;ltnis liegen, unterl&auml;sst, eine Forderung gegen ihren Gesellschafter einzuklagen und ggf. zu vollstrecken (vgl. Senatsurteil vom 14. September 1994 I R 6\/94, BFHE 175, 412, BStBl II 1997, 89; Gosch, K&ouml;rperschaftsteuergesetz, 2. Aufl., &sect; 8 Rz 780).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Soweit die Kl&auml;gerin wiederholt die Beweisw&uuml;rdigung des FG kritisiert, legt sie damit keinen Zulassungsgrund i.S. des &sect; 115 Abs. 2 FGO dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 11.1.2011, I B 87\/10 Beweiserhebung von Amts wegen, Unmittelbarkeit der Beweisaufnahme, Verlust des R&uuml;gerechts, vGA durch Unterlassen einer Forderungseinziehung Tatbestand 1&nbsp; I. 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