{"id":10094,"date":"2012-12-06T17:42:57","date_gmt":"2012-12-06T15:42:57","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=10094"},"modified":"2012-12-06T17:42:57","modified_gmt":"2012-12-06T15:42:57","slug":"v-r-63-09-ort-der-sonstigen-leistung-bei-uebernahme-von-radioaktiven-strahlenquellen-begriff-arbeiten-an-beweglichen-koerperlichen-gegenstaenden-kennzeichnende-merkmale-des-ingenieurberufs-tauschaehnl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-63-09-ort-der-sonstigen-leistung-bei-uebernahme-von-radioaktiven-strahlenquellen-begriff-arbeiten-an-beweglichen-koerperlichen-gegenstaenden-kennzeichnende-merkmale-des-ingenieurberufs-tauschaehnl\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;63\/09 &#8211; Ort der sonstigen Leistung bei &Uuml;bernahme von radioaktiven Strahlenquellen &#8211; Begriff &quot;Arbeiten an beweglichen k&ouml;rperlichen Gegenst&auml;nden&quot; &#8211; Kennzeichnende Merkmale des Ingenieurberufs &#8211; Tausch&auml;hnlicher Umsatz"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.1.2011, V R 63\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Ort der sonstigen Leistung bei &Uuml;bernahme von radioaktiven Strahlenquellen &#8211; Begriff &quot;Arbeiten an beweglichen k&ouml;rperlichen Gegenst&auml;nden&quot; &#8211; Kennzeichnende Merkmale des Ingenieurberufs &#8211; Tausch&auml;hnlicher Umsatz<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die &Uuml;bernahme von ausgedienten Strahlenquellen durch einen inl&auml;ndischen Unternehmer im Ausland kann im Verh&auml;ltnis zu den in diesem Zusammenhang erbrachten weiteren Leistungen als Hauptleistung anzusehen sein, die gem&auml;&szlig; &sect; 3a Abs. 1 Satz 1 UStG im Inland ausgef&uuml;hrt wird.<\/p>\n<p>2. Bei dem Ausbau und der &Uuml;bernahme von Strahlenquellen handelt es sich nicht um Arbeiten an beweglichen k&ouml;rperlichen Gegenst&auml;nden i.S. von &sect; 3a Abs. 2 Nr. 3 Buchst. c UStG.<\/p>\n<p>3. Der Ausbau und die &Uuml;bernahme von Strahlenquellen als ma&szlig;gebliche Hauptleistung geh&ouml;ren nicht zu den T&auml;tigkeiten, die im Rahmen des Ingenieurberufs haupts&auml;chlich und gew&ouml;hnlich erbracht werden.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist der Ort der von der Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) in den Streitjahren (2003 bis 2005) erbrachten sonstigen Leistungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin ist eine juristische Person in der Rechtsform einer GmbH, ihre Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit besteht u.a. in der &Uuml;bernahme und Verwertung von radioaktiven Strahlenquellen. In den Streitjahren &uuml;bernahm sie &uuml;ber 200 Strahlenquellen von im Ausland ans&auml;ssigen Auftraggebern und bef&ouml;rderte diese ins Inland. Zwischen 10 % und 20 % der Strahlenquellen waren nicht mehr f&uuml;r die weitere Nutzung geeignet und wurden entsorgt, der Rest wurde wieder aufbereitet und befand sich noch im Bestand der Kl&auml;gerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihren Auftraggebern vereinbarte die Kl&auml;gerin in einem einheitlichen Vertrag gegen Zahlung eines Gesamtpreises im Wesentlichen die Erbringung folgender Leistungen:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8211; Einholung von Genehmigungen<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Bereitstellung eines Spezialcontainers<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ausbau und Umladung der Strahlenquelle in den Container<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>mit Besitz&uuml;bergang auf die Kl&auml;gerin, in einigen F&auml;llen<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>auch R&uuml;ckbau der Einheit<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Abtransport des Containers aus dem Bestrahlungsraum<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Freimessung (Nachweis, dass der Raum, in dem sich die<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>Strahlenquelle befunden hat, frei von radioaktiven Stoffen<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>ist)<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Transportleistungen (Gefahrguttransport der Strahlenquelle<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>einschlie&szlig;lich Versicherung) im Aus- und Inland.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In Erf&uuml;llung dieser Vereinbarungen holte die Kl&auml;gerin zun&auml;chst beh&ouml;rdliche Transportgenehmigungen ein, organisierte dann einen Spezialcontainer, baute bei dem jeweiligen Auftraggeber die Strahlenquelle &#8211;und ggf. auch die sonstigen im Bestrahlungsraum vorhandenen Ger&auml;tschaften&#8211; aus, brachte diese in den Transportcontainer und schloss mit dem Auftraggeber einen sog. Abgrenzungsvertrag, wonach die von der Strahlenquelle ausgehende Gefahr auf die Kl&auml;gerin &uuml;bergeht. Die Strahlenquellen wurden zun&auml;chst zur Pr&uuml;fung einer Wiederverwendung in das H-Institut nach X\/Inland gebracht und anschlie&szlig;end entweder aufbereitet, entsorgt oder bei der Kl&auml;gerin gelagert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die aus dieser T&auml;tigkeit erzielten Ums&auml;tze behandelte die Kl&auml;gerin als nicht steuerbare Ums&auml;tze. Die im Gemeinschaftsgebiet ans&auml;ssigen Leistungsempf&auml;nger verwendeten gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin keine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Im Ausland wurde die Kl&auml;gerin insoweit nicht zur Umsatzsteuer herangezogen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an eine Umsatzsteuer-Sonderpr&uuml;fung und eine Betriebspr&uuml;fung ging der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) davon aus, dass die im Zusammenhang mit der &Uuml;bernahme der Strahlenquellen im Gemeinschaftsgebiet erzielten Ums&auml;tze steuerbar seien und &auml;nderte daher am 11. Juli 2007 die Umsatzsteuerbescheide der Streitjahre nach &sect; 164 Abs. 2 der Abgabenordnung. Die hiergegen erhobenen Einspr&uuml;che wies das FA als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage hatte keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) war der Auffassung, die den ausl&auml;ndischen Auftraggebern erbrachten Leistungen seien nach &sect; 3a Abs. 1 des Umsatzsteuergesetzes 1999\/2005 (UStG) im Inland ausgef&uuml;hrt und damit steuerbar und steuerpflichtig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin habe gegen&uuml;ber ihren Auftraggebern jeweils eine einheitliche Leistung erbracht. Hauptzweck der von der Kl&auml;gerin erbrachten Leistungen sei &#8211;aus Sicht des Leistungsempf&auml;ngers&#8211; die &Uuml;bertragung der ausgedienten Strahlenquellen auf einen anderen Besitzer. Denn Besitzer ausgedienter Strahlenquellen seien aufgrund Art. 6 Buchst. e der Richtlinie 2003\/122\/EURATOM zur Kontrolle hochradioaktiver umschlossener Strahlenquellen nach Beendigung der Nutzung zur R&uuml;ckgabe an den Lieferanten bzw. zur Weitergabe an einen anderen zugelassenen Besitzer verpflichtet. In der Weitergabe der Strahlenquellen und ggf. der mit diesen in Kontakt gekommenen Ger&auml;te an einen anderen zugelassenen Besitzer ersch&ouml;pfe sich daher der Zweck, der f&uuml;r die Qualifizierung der Leistung der Kl&auml;gerin heranzuziehen sei. Ob und wo die Kl&auml;gerin die ausgedienten Strahlenquellen und Ger&auml;te entsorge, weiter- oder wiederverwende, spiele f&uuml;r die Auftraggeber keine Rolle. F&uuml;r diese sei nur entscheidend, dass sie mit der Weitergabe der Strahlenquellen an die Kl&auml;gerin ihren atomrechtlichen Verpflichtungen nachgekommen seien. Die hierf&uuml;r notwendigen Teilleistungen (Ausbau der Strahlenquelle, Anmietung eines Spezialcontainers, Einholen der Genehmigungen, Freimessung der R&auml;umlichkeiten, Transport usw.) h&auml;tten f&uuml;r die Auftraggeber keinen eigenen Zweck, sondern stellten lediglich das Mittel dar, um die Hauptleistung &#8211;die &Uuml;bergabe an einen zugelassenen &Uuml;bernehmer&#8211; unter optimalen Bedingungen in Anspruch nehmen zu k&ouml;nnen und teilten damit das Schicksal dieser Hauptleistung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der einheitlichen Leistung handele es sich nicht um Arbeiten an beweglichen k&ouml;rperlichen Gegenst&auml;nden i.S. des &sect; 3a Abs. 2 Nr. 3 Buchst. c Satz 1 UStG. Strahlenquellen und Ger&auml;te seien zwar bewegliche Gegenst&auml;nde, die Weitergabe stelle aber mangels k&ouml;rperlichen Eingriffs in den Gegenstand keine Arbeit an einem beweglichen k&ouml;rperlichen Gegenstand dar. Der Ausbau der Strahlenquelle und der Ger&auml;te falle zwar unter den Begriff &quot;Arbeiten an einem Gegenstand&quot;, er stelle jedoch f&uuml;r den Leistungsempf&auml;nger keinen eigenen Zweck dar, sondern das Mittel, um die Hauptleistung &quot;Weitergabe&quot; in Anspruch nehmen zu k&ouml;nnen. Als &quot;Arbeiten&quot; an einem Gegenstand sei auch nicht die Entsorgung der radioaktiven Strahlenquellen anzusehen. Ma&szlig;gebend f&uuml;r die Beurteilung der Leistungen k&ouml;nne nur sein, welche Leistungen gegen&uuml;ber dem Auftraggeber aus dessen Sicht erbracht w&uuml;rden. Im Streitfall z&auml;hlten dazu weder die Verschrottung noch die Wiederverwertung oder Lagerung der Strahlenquellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch &sect; 3a Abs. 3 i.V.m. Abs. 4 Nr. 3 UStG f&uuml;r Leistungen aus der T&auml;tigkeit als Ingenieur greife im Streitfall nicht ein. Bei den von der Kl&auml;gerin erbrachten Leistungen handele es sich um eine Vielzahl von Leistungen, die einheitlich zu beurteilen seien und deren Hauptleistung in der Weitergabe der Strahlenquellen liege. Diese Hauptleistung sei keine Leistung aus der T&auml;tigkeit eines Ingenieurs.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Urteil ist ver&ouml;ffentlicht in &quot;Entscheidungen der Finanzgerichte&quot; 2010, 1362.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision macht die Kl&auml;gerin im Wesentlichen geltend:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei den von ihr erbrachten Leistungen handele es sich um Arbeiten an beweglichen Gegenst&auml;nden. Dazu z&auml;hle auch die Entsorgung, die Verschrottung oder die Vernichtung beweglicher Gegenst&auml;nde. Der Abbau der Strahleneinrichtung (mit anschlie&szlig;endem Recycling bzw. Entsorgung) stelle den intensivsten k&ouml;rperlichen Eingriff in die Strahlenvorrichtung dar, sodass auch nach der Begriffsbestimmung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union &#8211;EuGH&#8211; (Urteil vom 6. M&auml;rz 1997 C-167\/95, Linthorst, Slg. 1997, I-1195) Arbeiten an beweglichen Gegenst&auml;nden vorl&auml;gen. Die Strahlenquelle selbst einschlie&szlig;lich der sie umgebenden Betriebsvorrichtung w&uuml;rden &#8211;wie bei der Verschrottung&#8211; vollst&auml;ndig demontiert und die Voraussetzungen f&uuml;r den Einbau einer anderen Bestrahlungsvorrichtung vorbereitet. Der Ausbau der Strahlenquelle einschlie&szlig;lich Demontage der Einheit bildete das pr&auml;gende Leistungselement.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit keine Arbeiten an beweglichen Sachen vorliegen sollten, handele es sich jedenfalls um Leistungen aus der T&auml;tigkeit als Ingenieur i.S. von &sect; 3a Abs. 3 i.V.m. Abs. 4 Nr. 3 UStG. Im Zusammenhang mit der Begutachtung und dem Ausbau der Strahlenquelle seien nur Ingenieure und unter deren Aufsicht ingenieurm&auml;&szlig;ig vorgebildete Personen eingesetzt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>unter Aufhebung des Urteils des S&auml;chsischen FG vom 11. November 2009 die Umsatzsteuerbescheide 2003 bis 2005 vom 11. Juli 2007 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 12. Juni 2008 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Umsatzsteuer f&uuml;r 2003 um 252.241,76 EUR, f&uuml;r 2004 um 155.174,32 EUR und f&uuml;r 2005 um 69.857,76 EUR herabgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt sinngem&auml;&szlig;,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es verweist auf die Einspruchsentscheidung vom 11. Juli 2007 und tr&auml;gt erg&auml;nzend vor: Es liege eine einheitliche, komplexe sonstige Leistung im Sinne des EuGH-Urteils vom 25. Januar 2001 C-429\/97, Kommission\/Frankreich (Slg. 2001, I-00637) vor, deren Ortsbestimmung sich nach &sect; 3a Abs. 1 UStG richte. Das Wesen der komplexen Leistung &quot;Abholung der Strahlenquelle&quot; liege nicht in der Arbeit an beweglichen Gegenst&auml;nden oder in einer Begutachtung dieser Gegenst&auml;nde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Recht entschieden, dass die sonstigen Leistungen steuerbar sind, da die Kl&auml;gerin ihr Unternehmen von einem Ort im Inland (L) aus betreibt (&sect; 3a Abs. 1 UStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect; 1 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 UStG unterliegen der Umsatzsteuer Lieferungen und sonstige Leistungen, die ein Unternehmer im Inland gegen Entgelt im Rahmen seines Unternehmens ausf&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die von der Kl&auml;gerin gegen&uuml;ber ihren Auftraggebern erbrachten Leistungen sind vom FG zu Recht als einheitliche Leistung beurteilt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der Rechtsprechung des EuGH, der sich der Bundesfinanzhof (BFH) angeschlossen hat, ist jeder Umsatz in der Regel als eigene, selbst&auml;ndige Leistung zu betrachten; allerdings darf eine wirtschaftlich einheitliche Dienstleistung im Interesse eines funktionierenden Mehrwertsteuersystems nicht k&uuml;nstlich aufgespalten werden. Eine einheitliche Leistung liegt insbesondere dann vor, wenn ein oder mehrere Teile die Hauptleistung, ein oder mehrere andere Teile dagegen Nebenleistungen sind, die das steuerliche Schicksal der Hauptleistung teilen. Eine Leistung ist als Nebenleistung zu einer Hauptleistung anzusehen, wenn sie f&uuml;r den Leistungsempf&auml;nger keinen eigenen Zweck erf&uuml;llt, sondern das Mittel darstellt, um die Hauptleistung des Leistenden unter optimalen Bedingungen in Anspruch zu nehmen (vgl. EuGH-Urteile vom 25. Februar 1999 C-349\/96, Card Protection Plan (CPP), Slg. 1999, I-973 Rdnrn. 29, 30; vom 27. Oktober 2005 C-41\/04, Levob, Slg. 2005, I-9433, BFH\/NV Beilage 2006, 38 Rdnrn. 19 bis 22; BFH-Urteile vom 15. Oktober 2009 XI R 52\/06, BFHE 227, 231, BStBl II 2010, 869; vom 13. Juli 2006 V R 24\/02, BFHE 213, 430, BStBl II 2006, 935, unter II.2.c aa).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die nach dieser Rechtsprechung erforderliche Gesamtbetrachtung, ob aus Sicht des Durchschnittsverbrauchers eine einheitliche Leistung vorliegt (vgl. EuGH-Urteil Levob in Slg. 2005, I-9433, BFH\/NV Beilage 2006, 38 Rdnr. 19, m.w.N.), ist im Wesentlichen das Ergebnis einer tats&auml;chlichen W&uuml;rdigung durch das FG, die den BFH grunds&auml;tzlich gem&auml;&szlig; &sect; 118 Abs. 2 FGO bindet (z.B. BFH-Urteile vom 17. April 2008 V R 39\/05, BFH\/NV 2008, 1712, unter II.2.d; vom 24. Januar 2008 V R 12\/05, BFHE 221, 310, BStBl II 2009, 60, unter II.2.b; vom 6. September 2007 V R 14\/06, BFH\/NV 2008, 624, unter II.2. und 3.; vom 6. Dezember 2007 V R 66\/05, BFHE 221, 60, BStBl II 2008, 638, unter II.3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ausgehend hiervon ist die W&uuml;rdigung des FG, dass die &Uuml;bertragung der ausgedienten Strahlenquellen auf die Kl&auml;gerin aus der ma&szlig;geblichen Sicht des Durchschnittsverbrauchers den Hauptzweck der kl&auml;gerischen Leistungen darstellt und die in diesem Zusammenhang erbrachten weiteren Leistungen als Nebenleistungen anzusehen sind, revisionsrechtlich nicht zu beanstanden:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das FG ist von den dargelegten Abgrenzungsgrunds&auml;tzen des EuGH und des BFH ausgegangen und dabei zu dem Ergebnis gelangt, es liege eine aus Haupt- und Nebenleistung zusammengesetzte einheitliche Leistung vor, weil der Ausbau der Strahlenquelle, die Anmietung eines Spezialcontainers, das Einholen der erforderlichen Genehmigungen, die Freimessung der R&auml;umlichkeiten, der Transport und die &uuml;brigen Teilleistungen keinen eigenen Zweck erf&uuml;llen, sondern aus Sicht der Leistungsempf&auml;nger lediglich das Mittel darstellten, um die Hauptleistung unter optimalen Bedingungen in Anspruch nehmen zu k&ouml;nnen. Das FG hat hierzu weiter ausgef&uuml;hrt, dass die jeweiligen Besitzer ausgedienter Strahlenquellen aufgrund Art. 6 Buchst. e) der Richtlinie 2003\/122\/EURATOM zur Kontrolle hochradioaktiver umschlossener Strahlenquellen nach Beendigung der Nutzung zur Weitergabe der Strahlenquellen an einen anderen zugelassenen Besitzer verpflichtet seien. In der Abgabe der Strahlenquellen und ggf. der mit diesen in Kontakt gekommenen Ger&auml;te an einen zugelassenen Besitzer ersch&ouml;pfe sich der f&uuml;r die Qualifizierung der Leistung der Kl&auml;gerin ma&szlig;gebende Zweck. Ob und wo die Kl&auml;gerin die ausgedienten Strahlenquellen und Ger&auml;te entsorge, ob sie diese weiter- oder wiederverwende, spiele f&uuml;r die Auftraggeber keine Rolle. F&uuml;r diese sei nur entscheidend, dass sie mit der Weitergabe der Strahlenquellen ihren atomrechtlichen Verpflichtungen nachkomme.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Diese W&uuml;rdigung des FG l&auml;sst Rechtsfehler nicht erkennen, sie verst&ouml;&szlig;t insbesondere nicht gegen Denkgesetze oder allgemeine Erfahrungss&auml;tze (vgl. &sect; 118 Abs. 2 FGO; BFH-Urteile vom 6. M&auml;rz 2007 IX R 38\/05, BFH\/NV 2007, 1281, unter II.2.c; vom 4. Dezember 2001 IX R 70\/98, BFH\/NV 2002, 635, unter II.2., m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Auch wenn &#8211;entgegen der W&uuml;rdigung des FG&#8211; keines der von der Kl&auml;gerin erbrachten Leistungselemente dominierte und damit der einheitlichen Leistung als Hauptleistung das Gepr&auml;ge g&auml;be, w&uuml;rde sich der Ort der sonstigen Leistung nach &sect; 3a Abs. 1 UStG bestimmen. Denn in diesem Fall w&auml;re von einer komplexen sonstigen Leistung im Sinne des EuGH-Urteils Kommission\/ Frankreich in Slg. 2001, I-00637 auszugehen. Danach bestimmt sich der Ort der Leistung f&uuml;r verschiedene Dienstleistungen auf dem Gebiet der Abfallbehandlung &#8211;wie das Einsammeln, das Sortieren, die Bef&ouml;rderung, die Lagerung, die Bearbeitung, die Wiederverwertung und die eigentliche Beseitigung&#8211; gem&auml;&szlig; Art. 9 Abs. 1 der Sechsten Richtlinie des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern 77\/388\/EWG (Richtlinie 77\/388\/EWG) nach dem Ort, an dem das Hauptunternehmen den Sitz seiner wirtschaftlichen T&auml;tigkeit hat (EuGH-Urteil Kommission\/ Frankreich in Slg. 2001, I-00637 Rdnr. 49).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Eine von &sect; 3a Abs. 1 UStG abweichende Ortsbestimmung nach &sect; 3a Abs. 2 Nr. 3 Buchst. c UStG oder &sect; 3a Abs. 3 i.V.m. Abs. 4 Nr. 3 UStG hat das FG zu Recht abgelehnt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect; 3a Abs. 2 Nr. 3 Buchst. c Satz 1 UStG werden Arbeiten an beweglichen k&ouml;rperlichen Gegenst&auml;nden und die Begutachtung dieser Gegenst&auml;nde dort ausgef&uuml;hrt, wo der Unternehmer jeweils ausschlie&szlig;lich oder zum wesentlichen Teil t&auml;tig wird. Unionsrechtliche Grundlage dieser Vorschrift ist Art. 9 Abs. 2 Buchst. c vierter Gedankenstrich der Richtlinie 77\/388\/EWG. Danach befindet sich der Ort der Arbeiten an beweglichen k&ouml;rperlichen Gegenst&auml;nden dort, wo diese Dienstleistungen tats&auml;chlich bewirkt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die in &sect; 3a Abs. 2 UStG verwendeten Begriffe &quot;Arbeiten an beweglichen k&ouml;rperlichen Gegenst&auml;nden&quot; sind unionsrechtlich auszulegen. Nach der EuGH-Entscheidung Linthorst in Slg. 1997, I-1195 wird mit &quot;Arbeiten an beweglichen k&ouml;rperlichen Gegenst&auml;nden&quot; im Allgemeinen ein Eingriff in bewegliche k&ouml;rperliche Gegenst&auml;nde bezeichnet, der grunds&auml;tzlich nicht wissenschaftlicher oder intellektueller Natur ist. Dazu geh&ouml;ren insbesondere Reparatur- und Wartungsarbeiten an Maschinen und sonstigen beweglichen Sachen (vgl. Birkenfeld in Umsatzsteuer-Handbuch, &sect; 74 UStG Rz 633; Leonard in Bunjes\/Geist, UStG, 9. Aufl., &sect; 3a Rz 22).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Voraussetzungen des &sect; 3a Abs. 2 UStG liegen &#8211;entgegen der Ansicht der Kl&auml;gerin&#8211; nicht vor. Denn nach den vom FG in Bezug genommenen Vereinbarungen der Kl&auml;gerin mit den Leistungsempf&auml;ngern geh&ouml;ren weder die Entsorgung noch die Vernichtung der ausgedienten Strahlenquellen zu den von ihr geschuldeten Leistungen. Mit k&ouml;rperlichen Einwirkungen auf bewegliche Sachen verbunden ist lediglich der Ausbau der jeweiligen Strahlenquelle. Insoweit handelt es sich jedoch um eine Nebenleistung, die auch hinsichtlich der Ortsbestimmung das Schicksal der Hauptleistung teilt. Diese besteht in der &Uuml;bernahme von Strahlungsquellen und ist, wie das FG zu Recht entschieden hat, kein k&ouml;rperlicher Eingriff in den Gegenstand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Leistungen der Kl&auml;gerin fallen auch nicht unter &sect; 3a Abs. 3 i.V.m. Abs. 4 Nr. 3 UStG. Danach werden u.a. die sonstigen Leistungen aus der T&auml;tigkeit als Ingenieur, sofern deren Empf&auml;nger ein Unternehmer ist, dort ausgef&uuml;hrt, wo der Empf&auml;nger sein Unternehmen betreibt. Diese Norm dient der Umsetzung von Art. 9 Abs. 2 Buchst. e dritter Gedankenstrich der Richtlinie 77\/388\/EWG. Abweichend von der Grundregel des Leistungsortes f&uuml;r sonstige Leistungen in Abs. 1 gilt danach als Ort der Leistungen von Beratern, Ingenieuren, Studienb&uuml;ros, Anw&auml;lten, Buchpr&uuml;fern und sonstigen &auml;hnlichen Leistungen der Ort, an dem der Empf&auml;nger den Sitz seiner wirtschaftlichen T&auml;tigkeit oder eine feste Niederlassung hat, f&uuml;r welche die Dienstleistung erbracht worden ist, oder in Ermangelung eines solchen Sitzes oder einer solchen Niederlassung sein Wohnort oder sein &uuml;blicher Aufenthaltsort.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Art. 9 Abs. 2 Buchst. e dritter Gedankenstrich der Richtlinie 77\/388\/EWG bezieht sich nach der Rechtsprechung des EuGH nicht auf Berufe wie Anwalt, Berater, Buchpr&uuml;fer oder Ingenieur, sondern auf Leistungen. Der Unionsgesetzgeber habe nicht alle freiberuflichen T&auml;tigkeiten, sondern nur die haupts&auml;chlich und gew&ouml;hnlich zu diesem Beruf geh&ouml;renden Leistungen erfassen wollen. Entscheidend sei deshalb, ob die betreffenden Leistungen zu den Leistungen geh&ouml;ren, die haupts&auml;chlich und gew&ouml;hnlich im Rahmen der in Art. 9 Abs. 2 Buchst. e dritter Gedankenstrich der Richtlinie 77\/388\/EWG angef&uuml;hrten Berufe erbracht werden (EuGH-Urteile vom 7. Oktober 2010 C-222\/09, Kronospan, BFH\/NV 2010, 2377 Rdnr. 19; vom 16. September 1997 C-145\/96, Hoffmann, Slg. 1997, I-4857 Rdnrn. 16 und 17; EuGH-Urteil Levob in Slg. 2005, I-9433, BFH\/NV Beilage 2006, 38 Rdnr. 37). Diese Grunds&auml;tze sind auch bei der Auslegung des &sect; 3a Abs. 3 und Abs. 4 Nr. 3 UStG zu ber&uuml;cksichtigen (vgl. BFH-Urteil vom 5. Juni 2003 V R 25\/02, BFHE 202, 191, BStBl II 2003, 734, unter II.2.b a.E.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Aus&uuml;bung des Ingenieurberufs ist nach der EuGH-Rechtsprechung dadurch gekennzeichnet, Kenntnisse und bestehende Prozesse auf konkrete Probleme anzuwenden sowie neue Kenntnisse zu erwerben und neue Prozesse zur L&ouml;sung dieser und neuer Probleme zu entwickeln (EuGH-Urteil Kronospan in BFH\/NV 2010, 2377 Rdnr. 19). Dies ist insbesondere der Fall, wenn auf der Grundlage natur- und technikwissenschaftlicher Erkenntnisse und unter Ber&uuml;cksichtigung wirtschaftlicher Belange technische Werke geplant, konstruiert, oder ihre Fertigung &uuml;berwacht wird oder aufgrund dieser Kenntnisse konkrete Probleme gel&ouml;st oder entwickelt werden (vgl. z.B. auch BFH-Urteile vom 17. Januar 2007 XI R 5\/06, BFHE 216, 334, BStBl II 2007, 519; vom 4. Mai 2004 XI R 9\/03, BFHE 206, 233, BStBl II 2004, 989; vom 9. Februar 2006 IV R 27\/05, BFH\/NV 2006, 1270 zu den charakteristischen Merkmalen des Ingenieurberufs).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Das FG hat im Ergebnis zu Recht entschieden, dass die einheitliche Leistung der Kl&auml;gerin nicht unter &sect; 3a Abs. 3 i.V.m. Abs. 4 Nr. 3 UStG f&auml;llt. Die im Streitfall ma&szlig;gebliche Hauptleistung der Kl&auml;gerin, die &Uuml;bernahme der Strahlenquellen, geh&ouml;rt nicht zu den T&auml;tigkeiten, die im Rahmen des Ingenieurberufs haupts&auml;chlich und gew&ouml;hnlich erbracht werden. Es ist daher nicht entscheidungserheblich, ob einzelne Teilleistungen typischerweise auch von Ingenieuren ausgef&uuml;hrt werden. Auch wenn f&uuml;r den Ausbau der Strahlenquellen natur- und technikwissenschaftliche Erkenntnisse erforderlich sein k&ouml;nnen und Arbeiten an Strahlenquellen gem&auml;&szlig; den atomrechtlichen Vorschriften nur von Ingenieuren bzw. unter deren Aufsicht von ingenieurm&auml;&szlig;ig vorgebildeten Fachpersonen ausgef&uuml;hrt werden d&uuml;rfen, hat das FG zu Recht ausgef&uuml;hrt, dass der Ausbau f&uuml;r den Leistungsempf&auml;nger keinen eigenen Zweck, sondern nur das Mittel darstellt, um die Hauptleistung in Anspruch nehmen zu k&ouml;nnen. Andere Arbeiten an Strahlenquellen fallen erst nach der &Uuml;bernahme der Strahlenquellen und deren Bef&ouml;rderung ins Inland im Rahmen einer etwaigen Entsorgung bzw. Wiederverwertung an und geh&ouml;ren somit &#8211;wie bereits ausgef&uuml;hrt wurde&#8211; nicht zu den von der Kl&auml;gerin geschuldeten Leistungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Nach den Verh&auml;ltnissen des Streitfalls ist nicht dar&uuml;ber zu entscheiden, ob im Hinblick auf die der Kl&auml;gerin zur weiteren Verwendung &uuml;berlassenen Strahlenquellen eine Lieferung der Leistungsempf&auml;nger an die Kl&auml;gerin vorliegt. Dies w&uuml;rde zu einem tausch&auml;hnlichen Umsatz und damit ggf. zu einer Erh&ouml;hung der Bemessungsgrundlage f&uuml;r die erbrachten Leistungen f&uuml;hren. Im Hinblick auf das auch im Revisionsverfahren geltende Verb&ouml;serungsverbot (&sect; 121 Satz 1 i.V.m. &sect; 96 Abs. 1 Satz 2 FGO) ist es dem BFH jedoch versagt, &uuml;ber das erstinstanzliche Klagebegehren hinauszugehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.1.2011, V R 63\/09 Ort der sonstigen Leistung bei &Uuml;bernahme von radioaktiven Strahlenquellen &#8211; Begriff &quot;Arbeiten an beweglichen k&ouml;rperlichen Gegenst&auml;nden&quot; &#8211; Kennzeichnende Merkmale des Ingenieurberufs &#8211; Tausch&auml;hnlicher Umsatz Leits&auml;tze 1. 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