{"id":10106,"date":"2012-12-19T16:17:09","date_gmt":"2012-12-19T14:17:09","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=10106"},"modified":"2012-12-19T16:17:09","modified_gmt":"2012-12-19T14:17:09","slug":"xi-r-9-08-vorsteuerabzugsrecht-einer-gmbh-aus-den-bauerrichtungskosten-eines-ihren-gesellschafter-geschaeftsfuehrern-fuer-private-wohnzwecke-ueberlassenen-gebaeudes-zuordnungswahlrecht-bei-gemischtgen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-9-08-vorsteuerabzugsrecht-einer-gmbh-aus-den-bauerrichtungskosten-eines-ihren-gesellschafter-geschaeftsfuehrern-fuer-private-wohnzwecke-ueberlassenen-gebaeudes-zuordnungswahlrecht-bei-gemischtgen\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;9\/08 &#8211; Vorsteuerabzugsrecht einer GmbH aus den Bauerrichtungskosten eines ihren Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrern f&uuml;r private Wohnzwecke &uuml;berlassenen Geb&auml;udes &#8211; Zuordnungswahlrecht bei gemischtgenutztem Grundst&uuml;ck"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.1.2011, XI R 9\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Vorsteuerabzugsrecht einer GmbH aus den Bauerrichtungskosten eines ihren Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrern f&uuml;r private Wohnzwecke &uuml;berlassenen Geb&auml;udes &#8211; Zuordnungswahlrecht bei gemischtgenutztem Grundst&uuml;ck<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Hat eine GmbH in den Jahren 1998 bis 2000 auf ihrem Betriebsgrundst&uuml;ck ein Geb&auml;ude errichtet, das sie teilweise unternehmerisch nutzt und teilweise ihren Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrern unentgeltlich f&uuml;r deren private Wohnzwecke &uuml;berl&auml;sst, kann der GmbH ein Vorsteuerabzugsrecht aus den Bauerrichtungskosten zustehen.<\/p>\n<p>2. Die Vereinbarung einer Nutzungs&uuml;berlassung von Wohnraum im Rahmen eines Mietvertrages oder eines Anstellungsvertrages gilt dagegen umsatzsteuerrechtlich regelm&auml;&szlig;ig als steuerfreie Vermietung und schlie&szlig;t den Vorsteuerabzug aus den entsprechenden Bauerrichtungskosten aus.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) ist eine international t&auml;tige Spedition in der Rechtsform einer GmbH. Sie erwarb 1997 ein Grundst&uuml;ck, das sie f&uuml;r ihre Speditionszwecke nutzt. Auf dem Grundst&uuml;ck befand sich ein Wohngeb&auml;ude, das bis auf die Kellerdecke abgerissen wurde. Anschlie&szlig;end wurde das Wohnhaus neu errichtet und von den miteinander verheirateten Gesch&auml;ftsf&uuml;hrern der Kl&auml;gerin privat genutzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin machte die Vorsteuern aus der Errichtung des Hauses urspr&uuml;nglich nur zu einem geringen Teil in der am 31. M&auml;rz 2000 eingereichten Umsatzsteuerjahreserkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr 1998 geltend. Im April 2000 erging ein unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung stehender Umsatzsteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 1. September 2000 beantragte die Kl&auml;gerin, die Umsatzsteuerfestsetzung f&uuml;r 1998 zu &auml;ndern und Vorsteuern aus der Errichtung des Wohnhauses in H&ouml;he von &#8230; DM anzuerkennen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) lehnte den Antrag ab. Die in der Umsatzsteuerjahreserkl&auml;rung begehrten Vorsteuerbetr&auml;ge erkannte das FA im Nachgang zu einer Betriebspr&uuml;fung nicht an, sondern erlie&szlig; am 7. September 2001 einen ge&auml;nderten Umsatzsteuerbescheid f&uuml;r 1998, in dem keine Vorsteuern aus den Bauerrichtungskosten ber&uuml;cksichtigt wurden. Der gegen den Ablehnungsbescheid gerichtete Einspruch blieb ohne Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin habe einen Anspruch auf den Abzug der geltend gemachten Vorsteuern. Einer Zuordnungsentscheidung habe es nicht bedurft, weil die Kl&auml;gerin als GmbH im Streitfall nur unternehmerisches Verm&ouml;gen habe. Soweit der Bundesfinanzhof (BFH) auch bei juristischen Personen des Privatrechts nichtunternehmerisches Verm&ouml;gen bejahe, handele es sich um andere Fallgestaltungen. Der Vorsteuerabzug sei auch nicht wegen einer umsatzsteuerfreien Vermietung an die Gesellschafter ausgeschlossen, weil diese weder beabsichtigt noch sp&auml;ter realisiert worden sei. Die unentgeltliche Lieferung oder Leistung eines Unternehmens an seine Arbeitnehmer sei ein steuerbarer Umsatz i.S. von &sect; 1 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 Buchst. b des Umsatzsteuergesetzes in der f&uuml;r das Streitjahr geltenden Fassung (UStG). Ertragsteuerrechtlich sei zwar anerkannt, dass die Vereinbarung der unentgeltlichen &Uuml;berlassung einer Wohnung im Rahmen eines Arbeitsverh&auml;ltnisses als Vermietung zu behandeln sei (BFH-Urteil vom 1. September 1998 VIII R 3\/97, BFHE 187, 28, BStBl II 1999, 213). Auch die fr&uuml;here Rechtsprechung des BFH habe dies im Bereich der Umsatzsteuer so gesehen (Urteil vom 30. Juli 1986 V R 99\/76, BFHE 147, 284, BStBl II 1986, 877). Allerdings sei dieser Rechtsprechung sp&auml;testens durch die Entscheidung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) im Fall Seeling (Urteil vom 8. Mai 2003 Rs. C-269\/00 &#8211;Seeling&#8211;, Slg. 2003, I-4101, BStBl II 2004, 378) die Grundlage entzogen worden. Die f&uuml;r den privaten Bedarf erfolgende Verwendung einer Wohnung in einem Geb&auml;ude, das zum Unternehmensverm&ouml;gen geh&ouml;re, erf&uuml;lle n&auml;mlich die Voraussetzungen einer Vermietung nicht. Schlie&szlig;lich sei der Senat von der Richtigkeit der Darlegungen des Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers der Kl&auml;gerin &uuml;berzeugt, wonach mindestens 26,763 % des privaten Wohnhauses origin&auml;ren Zwecken der Kl&auml;gerin diene. Das Urteil des FG ist ver&ouml;ffentlicht in Entscheidungen der Finanzgerichte 2008, 903.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung der hiergegen eingelegten Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen Rechts und macht Verfahrensfehler geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, das FG-Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>hilfsweise, die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des FG-Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Entscheidung des FG, dass der Kl&auml;gerin ein Vorsteuerabzugsrecht aus den gesamten Herstellungskosten des Wohnhauses zustehe, weil das Wohnhaus zu ihrem Unternehmensverm&ouml;gen geh&ouml;re, ist rechtsfehlerhaft. Das FG-Urteil war daher aufzuheben. Der Senat kann aber nicht durcherkennen, weil das FG keine hinreichenden tats&auml;chlichen Feststellungen zu der im Streitjahr beabsichtigten Verwendung des Geb&auml;udes getroffen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect; 15 Abs. 1 Nr. 1 UStG kann ein Unternehmer die in Rechnungen i.S. des &sect; 14 UStG gesondert ausgewiesene Steuer f&uuml;r Lieferungen oder sonstige Leistungen, die von anderen Unternehmern f&uuml;r sein Unternehmen ausgef&uuml;hrt worden sind, als Vorsteuerbetr&auml;ge abziehen. Gem&auml;&szlig; &sect; 15 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 UStG ist der Vorsteuerabzug u.a. ausgeschlossen f&uuml;r Lieferungen und sonstige Leistungen, die der Unternehmer zur Ausf&uuml;hrung steuerfreier Ums&auml;tze verwendet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect; 15 UStG beruht auf Art. 17 Abs. 2 der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften &uuml;ber die Umsatzsteuern (Richtlinie 77\/388\/EWG). Danach ist der Steuerpflichtige befugt, die von ihm geschuldete Steuer abzuziehen, soweit die Gegenst&auml;nde und Dienstleistungen f&uuml;r Zwecke seiner besteuerten Ums&auml;tze verwendet werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Errichtet ein Unternehmer ein Geb&auml;ude, das zu Zwecken seines Unternehmens und zu seinen privaten Wohnzwecken genutzt werden soll, hat er die Wahl, ob der privat genutzte Teil &quot;f&uuml;r die Anwendung der Sechsten Richtlinie zu seinem Unternehmen geh&ouml;ren soll oder nicht&quot; (vgl. EuGH-Urteil in Slg. 2003, I-4101, BStBl II 2004, 378, Rz 40, m.w.N.). Entscheidet er sich f&uuml;r die Zuordnung des Gegenstandes zum Unternehmen, sind die Vorsteuerbetr&auml;ge aus den Herstellungskosten grunds&auml;tzlich sofort und vollst&auml;ndig abziehbar (Rz 41 des Urteils). Dieses Recht auf den sofortigen Abzug der vollst&auml;ndigen Vorsteuerbetr&auml;ge korrespondiert mit der Verpflichtung, die Mehrwertsteuer auf den Betrag der Ausgaben f&uuml;r die Verwendung des Gegenstandes gem&auml;&szlig; Art. 6 Abs. 2 Buchst. a der Richtlinie 77\/388\/EWG zu zahlen (Rz 43 des Urteils).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dem EuGH-Urteil vom 12. Februar 2009 Rs. C-515\/07 &#8211;VNLTO&#8211; (Slg. 2009, I-839, BFH\/NV 2009, 682) kann das Zuordnungswahlrecht bei einer gemischten Verwendung eines Gegenstandes nicht nur f&uuml;r nat&uuml;rliche Personen, sondern auch f&uuml;r juristische Personen des Privatrechts bestehen. Der EuGH hat aber klargestellt, dass nicht bereits jede teilweise Verwendung zu &quot;nichtwirtschaftlichen&quot; (in der deutschen Terminologie: nichtunternehmerischen) Zwecken das Zuordnungswahlrecht und das Recht auf einen vollst&auml;ndigen Vorsteuerabzug ausl&ouml;st. Erforderlich ist vielmehr, dass der gemischtgenutzte Gegenstand insoweit f&uuml;r den privaten Bedarf des Steuerpflichtigen, f&uuml;r den Bedarf seines Personals oder f&uuml;r unternehmensfremde Zwecke i.S. des Art. 6 Abs. 2 Buchst. a der Richtlinie 77\/388\/EWG verwendet wird (vgl. Rz 32 des Urteils). Denn nur in diesen F&auml;llen ist das Erfordernis erf&uuml;llt, dass das &#8211;durch eine Zuordnungsentscheidung entstandene&#8211; Recht auf einen vollst&auml;ndigen Vorsteuerabzug mit der (sp&auml;teren) Verpflichtung zur (teilweisen) Versteuerung einer unentgeltlichen Wertabgabe korrespondiert. Dabei geht der EuGH davon aus, dass der Begriff &quot;unternehmensfremde Zwecke&quot; i.S. des Art. 6 Abs. 2 Buchst. a der Richtlinie 77\/388\/EWG enger ist als der Begriff der Verwendung f&uuml;r &quot;nichtwirtschaftliche&quot; bzw. &quot;nichtunternehmerische&quot; Zwecke (vgl. dazu Hundt-E&szlig;wein, Der Umsatz-Steuer-Berater 2010, 83, 87; Sterzinger, Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2010, 125, 129). Er hat bei der VNLTO, deren Mitglieder im Agrarsektor t&auml;tige Unternehmen sind, die Wahrnehmung der Interessen der Mitglieder nicht als &quot;unternehmensfremd&quot; betrachtet, da dies den Hauptzweck der Vereinigung darstelle (vgl. Rz 39 des Urteils).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. In dem Urteil &quot;Seeling&quot; (Slg. 2003, I-4101, BStBl II 2004, 378) hat der EuGH entschieden, dass entgegen der Auffassung der deutschen Regierung die Nutzung der Wohnr&auml;ume durch den Unternehmer keine steuerfreie Vermietung i.S. des Art. 13 Teil B Buchst. b der Richtlinie 77\/388\/EWG ist. Bei der privaten Nutzung der Wohnung durch den Steuerpflichtigen liege keine Vermietung vor, weil es nicht nur an der Zahlung eines Mietzinses, sondern auch an wirklichen Vereinbarungen &uuml;ber die Dauer des Nutzungsrechts und &uuml;ber das Recht, die Wohnung in Besitz zu nehmen und andere von ihr auszuschlie&szlig;en, fehle (Rz 51 und 52).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die bei einer nat&uuml;rlichen Person als Unternehmer bestehende Rechtslage bez&uuml;glich der Nutzung von Wohnr&auml;umen in einem Geb&auml;ude des Unternehmers unterscheidet sich von derjenigen im Fall der Nutzung von Wohnr&auml;umen durch die Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer GmbH in einem Geb&auml;ude, das der GmbH geh&ouml;rt. Denn w&auml;hrend der Einzelunternehmer mit sich selbst keine Vertr&auml;ge schlie&szlig;en kann, ist dies bei einer GmbH und ihren Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrern anders.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die GmbH als juristische Person kann<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8211; mit ihren Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrern einen Mietvertrag abschlie&szlig;en, durch den ihnen Wohnraum gegen Zahlung eines Entgelts &uuml;berlassen wird,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8211; mit ihren Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrern einen Anstellungsvertrag abschlie&szlig;en und darin vereinbaren, dass die &Uuml;berlassung des Wohnraums &#8211;als sog. Sachbezug&#8211; einen Teil der Verg&uuml;tung f&uuml;r ihre T&auml;tigkeit bildet, also ein Tausch vorliegt, oder<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8211; den Wohnraum ihren Gesellschaftern in deren Eigenschaft als Anteilseigner unentgeltlich &uuml;berlassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Liegt ein ausdr&uuml;cklich vereinbarter Mietvertrag einer GmbH mit ihren Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrern vor (vgl. f&uuml;r den umgekehrten Fall einer Vermietung durch den Gesellschafter an die Gesellschaft EuGH-Urteil vom 27. Januar 2000 Rs. C-23\/98 &#8211;J. Heerma&#8211;, Slg. 2000, I-419, UR 2000, 121), handelt es sich um eine steuerfreie Vermietung i.S. von &sect; 4 Nr. 12 Buchst. a UStG, die einen Ausschluss des Vorsteuerabzugs nach &sect; 15 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 UStG zur Folge hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auch die Vereinbarung einer Nutzungs&uuml;berlassung im Rahmen eines Anstellungsvertrages f&uuml;hrt in der Regel zu einer Vermietung i.S. des &sect; 4 Nr. 12 Buchst. a UStG. Denn eine als Vermietung anzusehende Nutzungs&uuml;berlassung kann auch in einem sonstigen Vertrag geregelt werden (vgl. z.B. EuGH-Urteil vom 12. Februar 1998 Rs. C-346\/95 &#8211;Blasi&#8211;, Slg. 1998, I-481, UR 1998, 189, Rz 25). Dabei ist es entgegen der Ansicht der Kl&auml;gerin nicht erforderlich, dass die Nutzungs&uuml;berlassung dem Vertrag &quot;das Gepr&auml;ge&quot; gibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wird die &Uuml;berlassung einer Wohnung eines Arbeitgebers an seinen Arbeitnehmer in einem Anstellungsvertrag geregelt, ist sie entgegen der Auffassung des FG in der Regel nicht unentgeltlich. Der Wohnraum wird vielmehr regelm&auml;&szlig;ig als Gegenleistung f&uuml;r die Arbeitsleistung des Arbeitnehmers zur Verf&uuml;gung gestellt (vgl. BFH-Urteile in BFHE 147, 284, BStBl II 1986, 877, und vom 7. Oktober 1987 V R 2\/79, BFHE 151, 228, BStBl II 1988, 88).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies gilt auch bei der im Anstellungsvertrag vereinbarten &Uuml;berlassung einer Wohnung durch eine GmbH an ihren Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer. Insoweit kann f&uuml;r die Nutzungs&uuml;berlassung einer Wohnung grunds&auml;tzlich nichts Anderes gelten als f&uuml;r die &Uuml;berlassung eines PKW zur privaten Nutzung. Hier entspricht es sowohl der Rechtsprechung des I. Senats des BFH (vgl. Urteil vom 17. Juli 2008 I R 83\/07, BFH\/NV 2009, 417) als auch derjenigen des VI. Senats (vgl. Urteil vom 23. April 2009 VI R 81\/06, BFHE 225, 33, BFH\/NV 2009, 1313, unter II.3.), dass bei einer Regelung der Nutzung im Anstellungsvertrag in der Regel Sachlohn anzusetzen und damit keine unentgeltliche Leistung anzunehmen ist. Im Einklang damit ist nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats in der &Uuml;berlassung von Fahrzeugen zur privaten Nutzung an Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer im Rahmen eines Anstellungsverh&auml;ltnisses eine entgeltliche unternehmerische Nutzung zu sehen (Urteil vom 1. April 2009 XI R 26\/08, BFH\/NV 2009, 1155).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies stimmt mit der Rechtsprechung des EuGH &uuml;berein, wonach die &Uuml;berlassung von Einkaufsgutscheinen durch einen Unternehmer an seine Bediensteten eine entgeltliche Leistung darstellt (Urteil vom 29. Juli 2010 Rs. C-40\/09 &#8211;Astra Zeneca UK Ltd.&#8211;, BFH\/NV 2010, 1762, UR 2010, 734).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die Annahme einer entgeltlichen Vermietung i.S. von Art. 13 Teil B Buchst. b der Richtlinie 77\/388\/EWG ist es nicht zwingend, dass die Nutzung von vornherein auf eine bestimmte Dauer festgelegt ist (vgl. EuGH-Urteil vom 18. November 2004 Rs. C-284\/03 &#8211;Temco&#8211;, Slg. 2004, I-11237, BFH\/NV Beilage 2005, 86, Rz 22, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Etwas Anderes kann gelten, wenn eine GmbH dem Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer den Wohnraum &uuml;berl&auml;sst, ohne dies in einem Anstellungs- oder Mietvertrag zu regeln. Dann ist es m&ouml;glich, dass die Nutzungs&uuml;berlassung ihre Ursache nicht im Anstellungsverh&auml;ltnis, sondern im Gesellschaftsverh&auml;ltnis hat und dass die GmbH den Wohnraum ihrem Gesellschafter in seiner Eigenschaft als Anteilseigner unentgeltlich &uuml;berlassen wollte. Soweit der BFH bei der &Uuml;berlassung eines PKW an einen Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer zur privaten Nutzung auch bei Fehlen ausdr&uuml;cklicher Absprachen Arbeitslohn angenommen hat (vgl. dazu Urteil vom 10. Juni 1999 V R 87\/98, BFHE 189, 196, BStBl II 1999, 580), ist zu bedenken, dass die &Uuml;berlassung von Wohnraum auch bei einem Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer nicht als &uuml;bliche Verg&uuml;tungsleistung angesehen werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die unentgeltliche Nutzung eines einer GmbH geh&ouml;renden Wohnhauses durch ihre Gesellschafter in deren Eigenschaft als Anteilseigner betrifft den nichtunternehmerischen Bereich der GmbH, da sie damit nicht eine auf die Erzielung von Einnahmen gerichtete T&auml;tigkeit aus&uuml;bt. Wird ein der GmbH geh&ouml;rendes Wohnhaus ausschlie&szlig;lich unentgeltlich durch die Gesellschafter zu deren privaten Wohnzwecken genutzt, ist es nicht f&uuml;r Zwecke der besteuerten Ums&auml;tze der GmbH angeschafft worden. Da in diesem Fall auch keine sog. gemischte Nutzung vorliegt, kann auch kein Zuordnungswahlrecht bestehen. Ein Vorsteuerabzug ist von vornherein ausgeschlossen, weil die Voraussetzungen von &sect; 15 Abs. 1 UStG nicht erf&uuml;llt sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Soll hingegen das Wohngeb&auml;ude teilweise auch f&uuml;r unternehmerische Zwecke genutzt werden, ist damit eine gemischte Nutzung beabsichtigt. Denn die privaten Wohnzwecke der Gesellschafter einer GmbH sind unternehmensfremde Zwecke i.S. des Art. 6 Abs. 2 Buchst. a der Richtlinie 77\/388\/EWG (vgl. oben unter II.2.). Der GmbH steht das Wahlrecht zu, das gesamte Geb&auml;ude ihrem unternehmerischen Bereich zuzuordnen und einen vollst&auml;ndigen Vorsteuerabzug geltend zu machen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Umstand, dass einer juristischen Person als Unternehmer bei der Anschaffung eines gemischt, d.h. auch f&uuml;r unternehmensfremde Zwecke genutzten Gegenstandes ebenso ein Zuordnungswahlrecht zusteht wie einer nat&uuml;rlichen Person, bedeutet, dass auch bei einer juristischen Person eine Entscheidung, den Gegenstand insgesamt ihrem unternehmerischen Bereich zuordnen zu wollen, erforderlich ist. Es gelten deshalb die gleichen Grunds&auml;tze wie bei nat&uuml;rlichen Personen. Das bedeutet, dass eine durch Beweisanzeichen gest&uuml;tzte Zuordnungsentscheidung zum unternehmerischen Bereich vorliegen muss (vgl. dazu z.B. BFH-Urteil vom 31. Januar 2002 V R 61\/96, BFHE 197, 372, BStBl II 2003, 813, unter II.2.b, m.w.N.) und dass diese Entscheidung bereits bei der Anschaffung oder Herstellung des Gegenstandes zu treffen ist (vgl. BFH-Urteile vom 11. April 2008 V R 10\/07, BFHE 221, 456, BStBl II 2009, 741, unter II.3.c, m.w.N., und vom 17. Dezember 2008 XI R 64\/06, BFH\/NV 2009, 798).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Da die Vorentscheidung von anderen Voraussetzungen ausgegangen ist, ist sie aufzuheben. Die Sache ist nicht spruchreif, da die bisherigen tats&auml;chlichen Feststellungen des FG dem Senat keine abschlie&szlig;ende Entscheidung dar&uuml;ber erlauben, wie die Kl&auml;gerin das Geb&auml;ude nutzen und wie sie die Nutzung durch ihre Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer zu deren privaten Wohnzwecken regeln und ob sie das Geb&auml;ude ggf. ihrem unternehmerischen Bereich zuordnen wollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat nicht festgestellt, auf welche Weise die Kl&auml;gerin im Zeitpunkt des Leistungsbezugs die sp&auml;tere Nutzung des Geb&auml;udes handhaben wollte. Bei der Nutzungsabsicht handelt es sich um eine innere Tatsache, deren Vorhandensein durch Hilfstatsachen indiziert sein muss. Ein gewichtiges Indiz f&uuml;r eine behauptete Nutzungsabsicht im Zeitpunkt des Leistungsbezugs kann die sp&auml;tere tats&auml;chliche Nutzung sein. Den bisherigen tats&auml;chlichen Feststellungen des FG ist nicht zu entnehmen, ob und ggf. mit welchem Inhalt sp&auml;ter Vereinbarungen zwischen der Kl&auml;gerin und ihren Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrern &uuml;ber die Nutzung des Geb&auml;udes getroffen wurden. Das FG hat &#8211;von seinem Rechtsstandpunkt aus zu Recht&#8211; auch keine Feststellung dar&uuml;ber getroffen, ob die Kl&auml;gerin f&uuml;r den Fall der gemischten Nutzung den zu Wohnzwecken ihrer Gesellschafter genutzten Teil des Geb&auml;udes ihrem unternehmerischen Bereich zuordnen wollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit das FG es als unstreitig angesehen hat, dass das Geb&auml;ude teilweise unternehmerisch genutzt worden sei (Seite 5 des Urteils), hat das FA zu Recht einen Verfahrensfehler ger&uuml;gt. Das Urteil verst&ouml;&szlig;t insoweit gegen den klaren Inhalt der Akten, da das FA in der Einspruchsentscheidung nicht von einer teilweisen unternehmerischen Nutzung ausgegangen ist und es in seinen Schrifts&auml;tzen vom 1. M&auml;rz 2005 und vom 2. August 2007 erkl&auml;rt hat, dass eine teilweise betriebliche Nutzung nicht nachgewiesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu der Entscheidung des FG, eine unternehmerische Nutzung sei zu einem Anteil von mindestens 26,763 % des Geb&auml;udes nachgewiesen, ist f&uuml;r den zweiten Rechtsgang zu bemerken, dass ihr ein zu niedriges Beweisma&szlig; zugrunde liegt. Denn das FG hat seine Entscheidung lediglich auf die Aussage des Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers der Kl&auml;gerin unter Ber&uuml;cksichtigung der Baupl&auml;ne gest&uuml;tzt. Bei der Aussage des Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers handelt es sich nicht um eine Zeugenaussage, sondern um einen Beteiligtenvortrag, der in einem Steuerprozess nur als &quot;letztes Beweismittel&quot; zur Aufkl&auml;rung des Sachverhalts gilt (vgl. BFH-Beschluss vom 17. Juni 2009 XI B 6\/09, nicht ver&ouml;ffentlicht, juris; BFH-Urteil vom 2. Juli 1998 IV R 39\/97, BFHE 186, 299, BStBl II 1999, 28, unter 5.b; Gr&auml;ber\/Stapperfend, Finanzgerichtsordnung, 7. Aufl., &sect; 76 Rz 26, m.w.N.). Angesichts des Umstandes, dass die Kl&auml;gerin dem Betriebspr&uuml;fer den Zugang zu dem Geb&auml;ude und damit die M&ouml;glichkeit, die tats&auml;chliche Nutzung festzustellen, verweigert hat, reicht ein blo&szlig;er Vortrag des Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers als Nachweis f&uuml;r das Vorhandensein einer origin&auml;r unternehmerischen Nutzung nicht aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.1.2011, XI R 9\/08 Vorsteuerabzugsrecht einer GmbH aus den Bauerrichtungskosten eines ihren Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrern f&uuml;r private Wohnzwecke &uuml;berlassenen Geb&auml;udes &#8211; Zuordnungswahlrecht bei gemischtgenutztem Grundst&uuml;ck Leits&auml;tze 1. Hat eine GmbH in den Jahren 1998 bis 2000 auf ihrem Betriebsgrundst&uuml;ck ein Geb&auml;ude errichtet, das sie teilweise unternehmerisch nutzt und teilweise ihren Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrern unentgeltlich f&uuml;r deren &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-9-08-vorsteuerabzugsrecht-einer-gmbh-aus-den-bauerrichtungskosten-eines-ihren-gesellschafter-geschaeftsfuehrern-fuer-private-wohnzwecke-ueberlassenen-gebaeudes-zuordnungswahlrecht-bei-gemischtgen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;R&nbsp;9\/08 &#8211; Vorsteuerabzugsrecht einer GmbH aus den Bauerrichtungskosten eines ihren Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrern f&uuml;r private Wohnzwecke &uuml;berlassenen Geb&auml;udes &#8211; Zuordnungswahlrecht bei gemischtgenutztem Grundst&uuml;ck<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-10106","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10106","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10106"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10106\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10106"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10106"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10106"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}