{"id":10107,"date":"2012-12-19T16:17:11","date_gmt":"2012-12-19T14:17:11","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=10107"},"modified":"2012-12-19T16:17:11","modified_gmt":"2012-12-19T14:17:11","slug":"ii-r-30-09-fortbestehen-der-einer-gbr-erteilten-vollmacht-trotz-aufloesung-der-gbr-auslegung-von-vollmachten-anforderungen-an-die-bezeichnung-der-absendenden-dienststelle-nach-par-3-abs-1-satz-2-vwzg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-30-09-fortbestehen-der-einer-gbr-erteilten-vollmacht-trotz-aufloesung-der-gbr-auslegung-von-vollmachten-anforderungen-an-die-bezeichnung-der-absendenden-dienststelle-nach-par-3-abs-1-satz-2-vwzg\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;30\/09 &#8211; Fortbestehen der einer GbR erteilten Vollmacht trotz Aufl&ouml;sung der GbR &#8211; Auslegung von Vollmachten &#8211; Anforderungen an die Bezeichnung der absendenden Dienststelle nach &sect; 3 Abs. 1 Satz 2 VwZG a.F. &#8211; Zweck von Zustellungsvorschriften &#8211; Kostenentscheidung bei mehreren unterschiedlich beteiligten Kl&auml;gern &#8211; Keine R&uuml;ckg&auml;ngigmachung einer wirksamen Bekanntgabe durch R&uuml;cksendung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.1.2011, II R 30\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Fortbestehen der einer GbR erteilten Vollmacht trotz Aufl&ouml;sung der GbR &#8211; Auslegung von Vollmachten &#8211; Anforderungen an die Bezeichnung der absendenden Dienststelle nach &sect; 3 Abs. 1 Satz 2 VwZG a.F. &#8211; Zweck von Zustellungsvorschriften &#8211; Kostenentscheidung bei mehreren unterschiedlich beteiligten Kl&auml;gern &#8211; Keine R&uuml;ckg&auml;ngigmachung einer wirksamen Bekanntgabe durch R&uuml;cksendung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerinnen und Revisionsbeklagten (Kl&auml;gerinnen), die Erbinnen ihres im Januar 2001 verstorbenen Vaters, reichten die vom Beklagten und Revisionskl&auml;ger (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) angeforderte, unter Mitwirkung der Steuerkanzlei B und D erstellte Erbschaftsteuererkl&auml;rung im September 2001 ein. Sie hatten &quot;den Herren Steuerberater A. B und C. D&quot; unter der vom FA f&uuml;r das Verfahren zun&auml;chst vergebenen Steuer-Ermittlungsnummer am 7. Februar 2001 Vollmacht erteilt, sie in allen Steuerangelegenheiten vor den hierf&uuml;r zust&auml;ndigen Beh&ouml;rden und Gerichten zu vertreten, f&uuml;r die Kl&auml;gerinnen verbindliche Erkl&auml;rungen abzugeben, Rechtsbehelfe und Rechtsmittel einzulegen und zur&uuml;ckzunehmen und rechtsverbindliche Unterschriften zu leisten. In den Vollmachten, die &quot;bis auf den Widerruf&quot; gelten sollten und dem FA vorgelegt wurden, hie&szlig; es weiter, Steuerbescheide und alle sonstigen Verwaltungsakte (einschlie&szlig;lich f&ouml;rmlicher Zustellungen) sowie Urteile und gerichtliche Verf&uuml;gungen seien ausschlie&szlig;lich den Bevollm&auml;chtigten bekannt zu geben. Steuerberater B ist der Prozessbevollm&auml;chtigte der Kl&auml;gerinnen im vorliegenden gerichtlichen Verfahren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA erlie&szlig; am 10. Mai 2002 f&uuml;r die Kl&auml;gerinnen unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung gem&auml;&szlig; &sect; 164 Abs. 1 der Abgabenordnung (AO) stehende Erbschaftsteuerbescheide, die f&uuml;r jede Kl&auml;gerin eine eigene Steuernummer ausweisen und die es den bevollm&auml;chtigten Steuerberatern bekannt gab. Die Bescheide wurden nicht angefochten. Der Bitte des FA, n&auml;here Angaben zu den in der Erbschaftsteuererkl&auml;rung erw&auml;hnten Vorschenkungen zu machen, entsprachen die Kl&auml;gerinnen zun&auml;chst nicht. Erst nach erneuter Aufforderung teilte Steuerberater B mit Schreiben vom 23. September 2004 Einzelheiten zu den Vorschenkungen mit. In diesem Schreiben wird Steuerberater D als &quot;Kooperationspartner&quot; bezeichnet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA ber&uuml;cksichtigte in den ge&auml;nderten Erbschaftsteuerbescheiden vom 27. Dezember 2005 die Vorschenkungen sowie einen im Jahr 2002 ergangenen Bescheid zur Feststellung des Grundst&uuml;ckswerts eines zum Nachlass geh&ouml;renden Grundst&uuml;cks. Es erh&ouml;hte die festgesetzte Erbschaftsteuer von bisher je &#8230; DM (&#8230; EUR) gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin zu 1. auf &#8230; DM (&#8230; EUR), gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin zu 2. auf &#8230; DM (&#8230; EUR) und gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin zu 3. auf &#8230; DM (&#8230; EUR). Die Bescheide waren an &quot;StB. B und D&quot;, in einem Fall mit dem vorangestellten Zusatz &quot;Herrn&quot;, als Empfangsbevollm&auml;chtigte der Kl&auml;gerinnen adressiert. Die &Uuml;bermittlung der Bescheide erfolgte durch Postzustellungsurkunden. Im Sichtfenster der Bescheidumschl&auml;ge war in der Absenderzeile die &quot;Finanzverwaltung NRW Postfach &#8230;&nbsp;&nbsp;&#8230;&quot; ausgewiesen. Die Umschl&auml;ge selbst trugen das Logo der &quot;Finanzverwaltung NRW&quot; und waren wie auch die Zustellungsurkunden mit einer Gesch&auml;ftsnummer i.S. des &sect; 3 Abs. 1 Satz 2 des Verwaltungszustellungsgesetzes in der seinerzeit geltenden Fassung (VwZG) versehen. Die Gesch&auml;ftsnummern setzten sich aus der jeweiligen Steuernummer, der Bezeichnung (&quot;ErbSt-Bescheid&quot;) und dem Datum des Bescheids sowie dem Zusatz &quot;ESST 11&quot; zusammen. Die ersten drei Ziffern der Steuernummer entsprachen dabei der Kennnummer des FA. Ausweislich der Zustellungsurkunden wurden die Bescheide am 29. Dezember 2005 einer namentlich bezeichneten B&uuml;roangestellten von Steuerberater B &uuml;bergeben. Zugleich erlie&szlig; das FA f&uuml;r die Vorschenkungen gegen&uuml;ber den Kl&auml;gerinnen zu 1. und 3. Schenkungsteuerbescheide.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 6. Januar 2006 sandte Steuerberater B die Sendungen mit der Begr&uuml;ndung an das FA zur&uuml;ck, die Kl&auml;gerinnen w&uuml;rden nicht mehr von der Soziet&auml;t B und D, sondern ausschlie&szlig;lich von ihm betreut, wie sich bereits aus dem Schreiben vom 23. September 2004 ergebe. Die Soziet&auml;t sei bereits seit l&auml;ngerer Zeit nicht mehr t&auml;tig und daher nicht mehr Empfangsbevollm&auml;chtigte. Eine wirksame Bekanntgabe unter der vom FA gew&auml;hlten Adressierung sei daher nicht m&ouml;glich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerinnen erhoben mit Schreiben vom 16. Januar 2006 Einspruch gegen die Steuerfestsetzungen und f&uuml;hrten zur Begr&uuml;ndung aus, es sei Festsetzungsverj&auml;hrung eingetreten. Eine Zustellungsvollmacht f&uuml;r die B und D GbR habe nicht mehr bestanden. Aufgrund des Schreibens des Steuerberaters B vom 23. September 2004 und des Zeitablaufs h&auml;tten sich dem FA Zweifel am Fortbestehen der Vollmacht aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen. Zudem h&auml;tten sich die Vollmachten auf eine andere Steuernummer als die in den Bescheiden genannten Steuernummern bezogen. Die Zustellungen entspr&auml;chen auch nicht den Anforderungen des &sect; 3 VwZG. Insbesondere lie&szlig;en die Sendungen die erlassende Dienststelle nicht erkennen. Die Einspr&uuml;che blieben erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab den zun&auml;chst getrennt erhobenen und in der m&uuml;ndlichen Verhandlung zur gemeinsamen Verhandlung und Entscheidung verbundenen Klagen gegen die Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuerbescheide vom 27. Dezember 2005 durch das in Entscheidungen der Finanzgerichte 2009, 984 ver&ouml;ffentlichte Urteil statt. Es f&uuml;hrte zur Begr&uuml;ndung der Aufhebung der Bescheide aus, die Schenkungsteuerbescheide seien bereits deshalb unwirksam, weil f&uuml;r Steuerberater B keine entsprechende Empfangsvollmacht vorgelegen habe. Im &Uuml;brigen seien alle angefochtenen Bescheide nicht wirksam bekannt gegeben worden, weil die absendende Dienststelle auf den Sendungen entgegen &sect; 3 Abs. 1 Satz 2 VwZG nicht ausreichend bezeichnet gewesen sei. Es gen&uuml;ge nicht, dass sich diese Dienststelle anhand der auf den Sendungen angegebenen Postfachnummer und Postleitzahl ermitteln lasse. Die mit Ende des Jahres 2005 abgelaufene Festsetzungsfrist sei auch nicht gem&auml;&szlig; &sect; 169 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 AO gewahrt. Zwar habe Steuerberater B die Bescheide im Jahr 2006 erhalten. Dies spiele aber wegen des Versto&szlig;es gegen &sect; 3 Abs. 1 Satz 2 VwZG keine Rolle, da das FA nicht alle f&uuml;r den Erlass eines wirksamen Steuerbescheids vorgeschriebenen Voraussetzungen eingehalten habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der auf die Aufhebung der Erbschaftsteuerbescheide durch das FG beschr&auml;nkten Revision r&uuml;gt das FA Verletzung des &sect; 3 Abs. 1 Satz 2 VwZG. Die Bescheide seien noch vor Ablauf der Festsetzungsfrist wirksam bekannt gegeben worden. Der tats&auml;chliche Zugang der Bescheide beim Bevollm&auml;chtigten der Kl&auml;gerinnen sei durch die Postzustellungsurkunden hinreichend nachgewiesen. Die absendende Dienststelle habe sich aufgrund der gemachten Angaben zweifelsfrei ermitteln lassen. Jedenfalls sei die Festsetzungsfrist nach &sect; 169 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 AO gewahrt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend des Revisionsverfahrens erlie&szlig; das FA die ge&auml;nderten Erbschaftsteuerbescheide vom 26. und 27. April 2010, mit denen es die Erbschaftsteuer gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin zu 1. auf &#8230; DM (&#8230; EUR), gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin zu 2. auf &#8230; DM (&#8230; EUR) und gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin zu 3. auf &#8230; DM (&#8230; EUR) herabsetzte. Das FA ber&uuml;cksichtigte dabei die neue Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Berechnung des nach &sect; 14 Abs. 1 Satz 2 des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes anrechenbaren Betrags f&uuml;r Vorerwerbe (BFH-Urteile vom 2. M&auml;rz 2005 II R 43\/03, BFHE 209, 153, BStBl II 2005, 728, und vom 31. Mai 2006 II R 20\/05, BFH\/NV 2006, 2260, und hinsichtlich der Kl&auml;gerin zu 2. zus&auml;tzlich BFH-Urteile vom 8. M&auml;rz 2006 II R 10\/05, BFHE 213, 106, BStBl II 2006, 785; vom 8. M&auml;rz 2006 II R 73\/04 und II R 29\/05, BFH\/NV 2006, 1661 und 1662; vom 19. Dezember 2007 II R 34\/06, BFHE 218, 419, BStBl II 2008, 260, und vom 19. November 2008 II R 22\/07, BFH\/NV 2009, 587).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben, soweit sie die Erbschaftsteuerbescheide vom 27. Dezember 2005 in Gestalt der Einspruchsentscheidungen vom 18. Juni 2007 betrifft, und die Klage gegen die Erbschaftsteuerbescheide vom 26. und 27. April 2010 abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerinnen beantragen, die Erbschaftsteuerbescheide vom 26. und 27. April 2010 aufzuheben und die Revision des FA als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie halten an ihrer Auffassung fest, dass die Erbschaftsteuerbescheide vom 27. Dezember 2005 innerhalb der Festsetzungsfrist nicht wirksam bekannt gegeben worden seien. Aus dem Schreiben vom 23. September 2004 habe sich ergeben, dass die Soziet&auml;t nicht mehr bestanden habe und deshalb nicht mehr Empfangsbevollm&auml;chtigte habe sein k&ouml;nnen. Im Dezember 2005 sei die Soziet&auml;t voll beendet gewesen. S&auml;mtliche Mandate seien bereits im Jahr 2002 mit Zustimmung der Mandanten auf die Einzelpraxen der bisherigen Mitglieder der Soziet&auml;t &uuml;bergegangen. Das Erbschaftsteuermandat der Kl&auml;gerinnen habe auf deren Wunsch Steuerberater B &uuml;bernommen. Es liege zudem eine zur Unwirksamkeit der Zustellung liegende Verletzung zwingender Zustellungsvorschriften vor, da die absendende Dienststelle auf der zuzustellenden Sendung nicht ordnungsgem&auml;&szlig; bezeichnet worden sei. Eine Heilung dieses Mangels sei nicht m&ouml;glich gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden begr&uuml;ndet und hat auch in der Sache selbst Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Revision f&uuml;hrt gem&auml;&szlig; &sect; 127 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur Aufhebung der Vorentscheidung, soweit sie die Erbschaftsteuerbescheide vom 27. Dezember 2005 in Gestalt der Einspruchsentscheidungen vom 18. Juni 2007 betrifft, weil sich w&auml;hrend des Revisionsverfahrens der Verfahrensgegenstand, &uuml;ber dessen Rechtm&auml;&szlig;igkeit das FG zu entscheiden hatte, ge&auml;ndert hat. An die Stelle der urspr&uuml;nglichen Erbschaftsteuerbescheide, &uuml;ber die das FG entschieden hat, sind w&auml;hrend des Revisionsverfahrens die &Auml;nderungsbescheide vom 26. bzw. 27. April 2010 getreten, die nach &sect; 121 Satz 1 i.V.m. &sect; 68 Satz 1 FGO Gegenstand des Verfahrens geworden sind. Das angefochtene Urteil ist daher gegenstandslos und aufzuheben (BFH-Urteile vom 17. Januar 2008 VI R 44\/07, BFHE 220, 269; vom 12. Februar 2009 V R 61\/06, BFHE 224, 467, BStBl II 2009, 828, und vom 30. Juni 2010 II R 60\/08, BFHE 230, 78, BStBl II 2010, 897). Da sich aufgrund der &Auml;nderungsbescheide an den zwischen den Beteiligten streitigen Punkten nichts ge&auml;ndert hat, bedarf es keiner Zur&uuml;ckverweisung nach &sect; 127 FGO. Die vom FG getroffenen tats&auml;chlichen Feststellungen bilden nach wie vor die Grundlage f&uuml;r die Entscheidung des BFH; sie fallen durch die Aufhebung des finanzgerichtlichen Urteils nicht weg, weil das finanzgerichtliche Verfahren nicht an einem Verfahrensmangel leidet (BFH-Urteile vom 15. M&auml;rz 2007 II R 5\/04, BFHE 215, 540,&nbsp;&nbsp;BStBl II 2007, 472, und in BFHE 230, 78, BStBl II 2010, 897).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Sache ist spruchreif. Die Klage gegen die Erbschaftsteuerbescheide vom 26. und 27. April 2010 ist unbegr&uuml;ndet. Mit diesen Bescheiden wurde dem Begehren der Kl&auml;gerinnen teilweise gem&auml;&szlig; &sect; 172 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a AO stattgegeben. Eine Aufhebung der Bescheide oder weitere Herabsetzung der Steuer ist nicht geboten. Die Erbschaftsteuerbescheide vom 27. Dezember 2005 waren wirksam und lediglich hinsichtlich der H&ouml;he der festgesetzten Steuern rechtswidrig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der wirksamen Zustellung der Erbschaftsteuerbescheide vom 27. Dezember 2005 an Steuerberater B als Bevollm&auml;chtigten der Kl&auml;gerinnen gem&auml;&szlig; &sect; 122 Abs. 5 Satz 2 AO i.V.m. &sect; 8 Abs. 1 Satz 2 VwZG stand nicht entgegen, dass die zwischen den Steuerberatern B und D bestehende Soziet&auml;t in der Rechtsform einer GbR inzwischen aufgel&ouml;st worden war. Diese Aufl&ouml;sung hatte nicht zum Erl&ouml;schen der erteilten Vollmachten vom 7. Februar 2001 gef&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Sind die Vollmachten ihrem Wortlaut entsprechend so zu verstehen, dass sie den Steuerberatern B und D als mehreren Bevollm&auml;chtigten erteilt worden waren, so gen&uuml;gte in entsprechender Anwendung des &sect; 84 der Zivilprozessordnung die Zustellung an einen von ihnen (vgl. Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts vom 31. Juli 1998&nbsp;&nbsp;9 B 776\/98, Neue Juristische Wochenschrift &#8211;NJW&#8211; 1998, 3582, m.w.N.). Die Aufl&ouml;sung der Soziet&auml;t spielt keine Rolle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Sind die Vollmachten hingegen so auszulegen, dass die zwischen den Steuerberatern B und D bestehende Soziet&auml;t als solche bevollm&auml;chtigt war (zur Zul&auml;ssigkeit der Bevollm&auml;chtigung einer Soziet&auml;t in der Rechtsform einer GbR vgl. Beschluss des Bundesgerichtshofs &#8211;BGH&#8211; vom 17. September 2008&nbsp;&nbsp;IV ZR 343\/07, NJW 2009, 440, unter Hinweis auf das BGH-Urteil vom 29. Januar 2001 II ZR 331\/00, BGHZ 146, 341), steht die Aufl&ouml;sung der Soziet&auml;t der Wirksamkeit der Zustellung der Steuerbescheide ebenfalls nicht entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wird eine Soziet&auml;t von Rechtsanw&auml;lten oder Steuerberatern in der Rechtsform einer GbR, der eine Verfahrens- oder Prozessvollmacht erteilt worden war, aufgel&ouml;st, f&uuml;hrt dies nicht zu einem Erl&ouml;schen der Vollmacht. Durch die Aufl&ouml;sung einer GbR tritt abgesehen von dem m&ouml;glichen Wechsel in der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung (&sect; 730 Abs. 2 Satz 2 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs) im Verh&auml;ltnis zu den Gesch&auml;ftspartnern der GbR zun&auml;chst keine &Auml;nderung ein (Urteil des Oberlandesgerichts Hamm vom 24. Juni 1998 8 U 258\/97, Neue Zeitschrift f&uuml;r Gesellschaftsrecht &#8211;NZG&#8211; 1999, 67); die Identit&auml;t der Gesellschaft bleibt auch in der Liquidationsphase bestehen. Die Abwicklungsgesellschaft hat die bereits bestehenden Mandate fortzuf&uuml;hren, bis mit Zustimmung des jeweiligen Mandanten eine anderweitige Regelung (Vertrags&uuml;bernahme durch einen der bisherigen Sozien) getroffen oder das Mandatsverh&auml;ltnis beendet wird (Bormann in Gaier\/Wolf\/G&ouml;cken, Anwaltliches Berufsrecht, Kommentar, &sect; 59a BRAO\/&sect; 32 BORA Rz 164; Henssler in Henssler\/Pr&uuml;tting, Bundesrechtsanwaltsordnung, 3. Aufl., &sect; 32 BORA Rz 6 f.; R&ouml;mermann, NZG 1999, 68).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Aufl&ouml;sung der zwischen den Steuerberatern B und D bestehenden Soziet&auml;t hatte somit auch dann, wenn die Soziet&auml;t als solche bevollm&auml;chtigt gewesen sein sollte, nicht zur Folge, dass die von den Kl&auml;gerinnen erteilten Vollmachten erloschen sind. Die Soziet&auml;t hat vielmehr insoweit im Au&szlig;enverh&auml;ltnis fortbestanden. Jeder der beiden Steuerberater war berechtigt, mit Wirkung f&uuml;r die Abwicklungsgesellschaft und somit f&uuml;r die Kl&auml;gerinnen Zustellungen entgegenzunehmen (Z&ouml;ller\/Vollkommer, ZPO, 28. Aufl., &sect; 84 Rz 1).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) War die Soziet&auml;t beim Erlass der Erbschaftsteuerbescheide vom 27. Dezember 2005 nicht nur aufgel&ouml;st, sondern bereits vollbeendet, wie die Kl&auml;gerinnen im Revisionsverfahren vorgetragen haben, das FG aber nicht festgestellt hat, so &auml;ndert dies nichts an der Wirksamkeit der Bekanntgabe der Bescheide. Diese Bescheide waren nicht an die Soziet&auml;t B und D, sondern an &quot;StB. B und D&quot;, in einem Fall mit dem vorangestellten Zusatz &quot;Herrn&quot;, adressiert. Wie bereits ausgef&uuml;hrt, gen&uuml;gte die Bekanntgabe an Steuerberater B als einen dieser Steuerberater den gesetzlichen Anforderungen (oben II.2.a aa), zumal dieser das Erbschaftsteuermandat der Kl&auml;gerinnen &uuml;bernommen hatte, wie sich aus dem Schreiben vom 6. Januar 2006 an das FA und den Ausf&uuml;hrungen der Kl&auml;gerinnen im Revisionsverfahren ergibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Vollmachten sind auch nicht durch Zeitablauf erloschen. Sie waren nicht befristet, sondern galten nach ihrem Wortlaut &quot;bis auf den Widerruf&quot;. Ihnen l&auml;sst sich nicht entnehmen, dass sie lediglich f&uuml;r Erbschaftsteuerbescheide gelten sollten, die alsbald nach Abgabe der Erbschaftsteuererkl&auml;rung ergehen. Sie sollten vielmehr auch f&uuml;r Rechtsbehelfe und Rechtsmittel und somit langfristig gelten. Dass die Kl&auml;gerinnen die Vollmachten widerrufen h&auml;tten, hat das FG nicht festgestellt und bringen die Kl&auml;gerinnen auch nicht vor. Ein Widerruf der Vollmachten w&auml;re zudem dem FA gegen&uuml;ber gem&auml;&szlig; &sect; 80 Abs. 1 Satz 4 AO erst mit Zugang bei diesem wirksam geworden. Im Schreiben vom 23. September 2004 kann kein Widerruf der Vollmachten durch die Kl&auml;gerinnen gesehen werden. Aus dem Schreiben ging vielmehr hervor, dass jedenfalls Steuerberater B weiterhin f&uuml;r die Kl&auml;gerinnen als Bevollm&auml;chtigter handeln wollte und sollte. Zudem ergibt sich das Fortbestehen der Bevollm&auml;chtigung von Steuerberater B aus dessen Schreiben vom 6. Januar 2006 an das FA und den Ausf&uuml;hrungen der Kl&auml;gerinnen im Revisionsverfahren zur im Jahr 2002 erfolgten &Uuml;bernahme ihres Erbschaftsteuermandats durch Steuerberater B.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Ebenfalls ohne Bedeutung ist, dass die Erbschaftsteuerbescheide nicht unter der Steuernummer ergangen sind, die auf den Vollmachten angegeben war. Die Vollmachten stellen verfahrensrechtliche Willenserkl&auml;rungen dar, deren Inhalt durch Auslegung unter Beachtung des &quot;Empf&auml;ngerhorizonts&quot; zu ermitteln ist (BFH-Urteil vom 19. Oktober 1994 II R 131\/91, BFH\/NV 1995, 475). Diese Auslegung ergibt, dass die Steuerberater B und D hinsichtlich der Festsetzung von Erbschaftsteuer gegen die Kl&auml;gerinnen in Bezug auf den Nachlass ihres Vaters bevollm&auml;chtigt wurden, und zwar auch zur Empfangnahme der zu erwartenden Erbschaftsteuerbescheide. Eine Auslegung der Vollmachten dahingehend, dass sie nur f&uuml;r den Fall gelten sollten, dass die Steuerbescheide unter der in den Vollmachten angegebenen Steuernummer ergehen, scheidet aus. Eine solche Auslegung w&auml;re mit Sinn und Zweck der Vollmachten nicht vereinbar. Es entsprach vielmehr den berechtigten Interessen der Kl&auml;gerinnen an einer sachgerechten Beratung und Vertretung, dass die Vollmachten f&uuml;r das Erbschaftsteuerverfahren gelten sollten, und zwar auch f&uuml;r den Fall, dass, wie zu erwarten war, die Steuerbescheide nicht unter der zun&auml;chst vergebenen einheitlichen Steuer-Ermittlungsnummer, sondern unter Angabe von eigenen Steuernummern f&uuml;r jede der Kl&auml;gerinnen ergehen w&uuml;rden. Die unter Angabe von eigenen Steuernummern f&uuml;r jede der Kl&auml;gerinnen erfolgte Bekanntgabe der urspr&uuml;nglichen Erbschaftsteuerbescheide an die Steuerberater B und D war demgem&auml;&szlig; auch nicht beanstandet worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die Bescheide vom 27. Dezember 2005 sind auch nicht deshalb unwirksam oder rechtswidrig, weil auf den Bescheidumschl&auml;gen das FA nicht namentlich bezeichnet war. Die Zustellung ist vielmehr am 29. Dezember 2005 gem&auml;&szlig; &sect; 11 Abs. 3 VwZG durch &Uuml;bergabe an die Angestellte von Steuerberater B wirksam erfolgt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Bei der Zustellung durch die Post mit Zustellungsurkunde ist nach &sect; 3 Abs. 1 Satz 2 VwZG die Sendung mit der Anschrift des Empf&auml;ngers und mit der Bezeichnung der absendenden Dienststelle, einer Gesch&auml;ftsnummer und einem Vordruck f&uuml;r die Zustellungsurkunde zu versehen. F&uuml;r den Nachweis einer wirksamen Zustellung ist dabei neben der Anschrift des Empf&auml;ngers in erster Linie die Angabe der Gesch&auml;ftsnummer entscheidend. Da eine Postzustellungsurkunde nicht die &Uuml;bergabe des &#8211;in einem verschlossenen Umschlag bef&ouml;rderten&#8211; Schriftst&uuml;cks selbst, sondern nur die &Uuml;bergabe einer mit einer Gesch&auml;ftsnummer bezeichneten Sendung bezeugt, stellt die Angabe der Gesch&auml;ftsnummer auf der Sendung und auf der Postzustellungsurkunde die einzige urkundliche Beziehung zwischen dieser und dem zuzustellenden Schriftst&uuml;ck her. Um die N&auml;mlichkeit und den unver&auml;nderten Inhalt der Postsendung zu gew&auml;hrleisten, muss die Gesch&auml;ftsnummer infolgedessen die Identifizierung der zugestellten Sendung erm&ouml;glichen (BFH-Urteil vom 13. Oktober 2005 IV R 44\/03, BFHE 211, 9, BStBl II 2006, 214, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Erm&ouml;glicht die Gesch&auml;ftsnummer die Identifizierung der zugestellten Sendung, ist die namentliche Bezeichnung der absendenden Dienststelle entbehrlich. F&uuml;r die nach &sect; 3 Abs. 1 Satz 2 VwZG erforderliche Bezeichnung der absendenden Dienststelle reicht es dann vielmehr aus, wenn diese Dienststelle aufgrund der auf dem Bescheidumschlag und gegebenenfalls in einem Sichtfenster des Umschlags gemachten Angaben eindeutig identifiziert werden kann. Der Zweck der Zustellungsvorschriften wird auch in einem solchen Fall erreicht. Diese sind nicht Selbstzweck, sondern dienen dazu, die Tatsache des Zugangs eines Schriftst&uuml;cks und dessen Zeitpunkt sicher nachweisen zu k&ouml;nnen und dem Adressaten der Zustellung eine zuverl&auml;ssige Kenntnis von dem zuzustellenden Schriftst&uuml;ck zu vermitteln (BFH-Urteil vom 25. Januar 1994 VIII R 45\/92, BFHE 173, 213, BStBl II 1994, 603; BGH-Urteil vom 21. M&auml;rz 2001 VIII ZR 244\/00, NJW 2001, 1946, unter II.2.b bb). Um dieses Ziel zu erreichen, gen&uuml;gt es, wenn die zugestellte Sendung identifiziert werden kann und die absendende Dienststelle zwar nicht namentlich genannt wird, sich aber aus den auf der Sendung gemachten Angaben eindeutig ersehen l&auml;sst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) So verh&auml;lt es sich im Streitfall. Die auf den Bescheidumschl&auml;gen angegebenen Gesch&auml;ftsnummern bezeichneten die darin enthaltenen Bescheide anhand der Steuernummern sowie der Art und des Datums der Bescheide klar und eindeutig. Die absendende Dienststelle ergab sich aus den ersten drei Ziffern der Steuernummern, die der Kennnummer des FA entsprachen, und war aufgrund der zus&auml;tzlichen Absenderangaben (Finanzverwaltung NRW, Postfach und Postleitzahl) problemlos identifizierbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Die R&uuml;cksendung der Bescheide an das FA f&uuml;hrte nicht dazu, dass die bereits wirksam gewordene Zustellung wieder unwirksam wurde. Wurde ein Steuerbescheid wirksam bekannt gegeben, kann der Empf&auml;nger die Bekanntgabe nicht nachtr&auml;glich ungeschehen machen (vgl. Schwarz in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect; 7 VwZG Rz 10).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht f&uuml;r die Kosten des finanzgerichtlichen Verfahrens und f&uuml;r die bis zum Erlass der &Auml;nderungsbescheide vom 26. und 27. April 2010 angefallenen Kosten des Revisionsverfahrens auf &sect; 136 Abs. 1 Satz 1 FGO und f&uuml;r die &uuml;brigen Kosten des Revisionsverfahrens auf &sect; 135 Abs. 1 FGO. Trotz erheblicher Verschiedenheit der Beteiligung der Kl&auml;gerinnen am Streitwert bedarf es keiner Kostenentscheidung nach &sect; 135 Abs. 5 Satz 2 FGO. Die Kl&auml;gerinnen haften zwar gesamtschuldnerisch f&uuml;r die auf sie entfallenden Gerichtskosten (&sect; 32 Abs. 1 Satz 1 des Gerichtskostengesetzes &#8211;GKG&#8211;). Da die Kl&auml;gerinnen nur durch Teile des Streitgegenstandes betroffen sind, n&auml;mlich durch die jeweils gegen sie ergangenen Steuerbescheide, beschr&auml;nkt sich aber die gesamtschuldnerische Haftung nach &sect; 32 Abs. 1 Satz 2 GKG f&uuml;r die einzelnen Kl&auml;gerinnen jeweils auf den Betrag, der entstanden w&auml;re, wenn die Klageverfahren nicht verbunden worden w&auml;ren, ohne dass dies in der Entscheidungsformel ausgesprochen werden muss. Die bis zur Verbindung angefallenen Gerichtsgeb&uuml;hren sind getrennt nach den Streitwerten der bis dahin anh&auml;ngigen einzelnen Verfahren zu bemessen (BFH-Beschl&uuml;sse vom 8. August 1968 V B 29-32\/68, BFHE 93, 266, BStBl II 1968, 778, und vom 26. Mai 2000 XI E 1\/00, BFH\/NV 2001, 43).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.1.2011, II R 30\/09 Fortbestehen der einer GbR erteilten Vollmacht trotz Aufl&ouml;sung der GbR &#8211; Auslegung von Vollmachten &#8211; Anforderungen an die Bezeichnung der absendenden Dienststelle nach &sect; 3 Abs. 1 Satz 2 VwZG a.F. &#8211; Zweck von Zustellungsvorschriften &#8211; Kostenentscheidung bei mehreren unterschiedlich beteiligten Kl&auml;gern &#8211; Keine R&uuml;ckg&auml;ngigmachung einer wirksamen Bekanntgabe &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-30-09-fortbestehen-der-einer-gbr-erteilten-vollmacht-trotz-aufloesung-der-gbr-auslegung-von-vollmachten-anforderungen-an-die-bezeichnung-der-absendenden-dienststelle-nach-par-3-abs-1-satz-2-vwzg\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;30\/09 &#8211; Fortbestehen der einer GbR erteilten Vollmacht trotz Aufl&ouml;sung der GbR &#8211; Auslegung von Vollmachten &#8211; Anforderungen an die Bezeichnung der absendenden Dienststelle nach &sect; 3 Abs. 1 Satz 2 VwZG a.F. &#8211; Zweck von Zustellungsvorschriften &#8211; Kostenentscheidung bei mehreren unterschiedlich beteiligten Kl&auml;gern &#8211; Keine R&uuml;ckg&auml;ngigmachung einer wirksamen Bekanntgabe durch R&uuml;cksendung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-10107","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10107","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10107"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10107\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10107"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10107"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10107"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}