{"id":10125,"date":"2012-12-06T17:43:02","date_gmt":"2012-12-06T15:43:02","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=10125"},"modified":"2012-12-06T17:43:02","modified_gmt":"2012-12-06T15:43:02","slug":"iii-b-96-09-grundsaetzliche-bedeutung-bei-haushaltsaufnahme-verstoss-gegen-das-gebot-rechtlichen-gehoers-und-die-amtsermittlungspflicht-merkmal-des-oertlich-gebundenen-zusammenlebens-bzw-der-zeitinten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-96-09-grundsaetzliche-bedeutung-bei-haushaltsaufnahme-verstoss-gegen-das-gebot-rechtlichen-gehoers-und-die-amtsermittlungspflicht-merkmal-des-oertlich-gebundenen-zusammenlebens-bzw-der-zeitinten\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;96\/09 &#8211; Grunds&auml;tzliche Bedeutung bei Haushaltsaufnahme &#8211; Versto&szlig; gegen das Gebot rechtlichen Geh&ouml;rs und die Amtsermittlungspflicht &#8211; Merkmal des &ouml;rtlich gebundenen Zusammenlebens bzw. der zeitintensiven Betreuung eines behinderten Kindes in der Familienwohnung als Voraussetzung der Haushaltsaufnahme"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 14.1.2011, III B 96\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Grunds&auml;tzliche Bedeutung bei Haushaltsaufnahme &#8211; Versto&szlig; gegen das Gebot rechtlichen Geh&ouml;rs und die Amtsermittlungspflicht &#8211; Merkmal des &ouml;rtlich gebundenen Zusammenlebens bzw. der zeitintensiven Betreuung eines behinderten Kindes in der Familienwohnung als Voraussetzung der Haushaltsaufnahme<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Das im M&auml;rz 2005 geborene Kind P hat einen Grad der Behinderung von 100 % und erf&uuml;llt die Voraussetzungen der Merkmale G, aG, B, H und RF. P wird seit seiner Geburt dauerbeatmet. Er war zun&auml;chst auf einer medizinischen Intensivstation untergebracht und lebt seit Mai 2006 in einer speziellen Pflegeeinrichtung nach &sect; 72 des Elften Buches Sozialgesetzbuch in der Stadt D. Seine leibliche Mutter gab ihn zwecks Vermittlung in eine Pflegefamilie in die Obhut der Stadt M. Seit April 2005 k&uuml;mmert sich die Ehefrau (E) des Kl&auml;gers und Beschwerdef&uuml;hrers (Kl&auml;ger), beide Ehegatten wohnhaft in C, t&auml;glich mit erheblichem Zeitaufwand um P. Aufgrund einer Bescheinigung des Jugendamtes der Stadt M, nach welcher E den P als Pflegekind betreue, gew&auml;hrte die Beklagte und Beschwerdegegnerin (Familienkasse) dem Kl&auml;ger zun&auml;chst ab April 2005 Kindergeld.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit dem Wechsel von P in die Pflegeeinrichtung stellte die Stadt M die Pflegegeldzahlung f&uuml;r P ein. Der Landschaftsverband, der f&uuml;r die neue Unterbringung von P eine Kostenzusage erteilt hatte, begehrte nun ebenfalls die Zahlung von Kindergeld. Die Kindergeldzahlungen an den Kl&auml;ger waren zun&auml;chst auf seinen Wunsch ab August 2006 eingestellt worden. Mit Bescheid vom 3. Dezember 2007 hob die Familienkasse die Kindergeldfestsetzung ab Juni 2006 auf, weil ein Nachweis &uuml;ber das Fortbestehen des Pflegekindschaftsverh&auml;ltnisses nicht mehr erbracht werden k&ouml;nne. Der Einspruch blieb erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die hiergegen erhobene Klage mit Urteil vom 31. M&auml;rz 2009 ab. In der m&uuml;ndlichen Verhandlung im November 2008 f&uuml;hrte das FG zun&auml;chst aus, es k&ouml;nne im Hinblick auf die Gesamtsituation davon ausgegangen werden, dass P &quot;gewisserma&szlig;en in einer Au&szlig;enstelle des Haushalts der Kl&auml;ger&quot; lebe. Nach entsprechender Empfehlung durch das FG erkl&auml;rte die Familienkasse &#8211;unter Widerrufsvorbehalt&#8211; ihre Bereitschaft, f&uuml;r P ab August 2006 einen entsprechenden Kindergeldbescheid zu erlassen. Diese Erkl&auml;rung widerrief sie sp&auml;ter. Nach Durchf&uuml;hrung einer weiteren m&uuml;ndlichen Verhandlung wies das FG die Klage ab. Die nach &sect; 63 Abs. 1 Nr. 1 i.V.m. &sect; 32 Abs. 1 Nr. 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) erforderliche Haushaltsaufnahme bestehe aus Merkmalen &ouml;rtlicher (Familienwohnung), materieller und immaterieller Art. Im Streitfall fehle es an der gemeinsamen Familienwohnung, da P seit seiner Geburt ausschlie&szlig;lich in unterschiedlichen medizinischen Pflegeeinrichtungen gelebt habe und eine r&auml;umliche Zuordnung zu dem Haushalt des Kl&auml;gers zu keinem Zeitpunkt stattgefunden habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Beschwerdebegr&uuml;ndung macht der Kl&auml;ger die Zulassungsgr&uuml;nde des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 und Nr. 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) geltend. Die Rechtssache habe grunds&auml;tzliche Bedeutung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO). Die Frage, ob der Begriff der Haushaltsaufnahme auch den Fall erfasse, dass eine Au&szlig;enstelle des Haushalts in der Absicht errichtet werde, die Au&szlig;enstelle mittelfristig mit der Hauptstelle zusammenzuf&uuml;hren, sei noch nicht gekl&auml;rt. Schon die unterschiedlichen &Auml;u&szlig;erungen des FG hierzu zeigten, dass Unklarheiten best&uuml;nden. Leibliche Eltern, welche ihre Kinder in fremde Obhut g&auml;ben und kein Interesse an der Geltendmachung von Kindergeld h&auml;tten, erhielten kein Kindergeld. W&uuml;rde es ihnen gleichwohl bezahlt werden, k&auml;me es zu einer Zweckverfehlung des Familienlastenausgleichs und einem Wertungswiderspruch zu Art. 6 Abs. 2 des Grundgesetzes (GG); Eltern verdienten dort keinen Schutz, wo sie sich ihrer Verantwortung gegen&uuml;ber dem Kind entz&ouml;gen (vgl. Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 29. Juli 1968&nbsp;&nbsp;1 BvL 20\/63, 1 BvL 31\/66, BVerfGE 24, 119). Dagegen st&uuml;nde demjenigen, der das Kind versorge, wegen fehlender Haushaltsaufnahme kein Kindergeld zu; dies w&uuml;rde &#8211;wie sich aus der zitierten Rechtsprechung des BVerfG ergebe&#8211; ebenfalls Art. 6 Abs. 2 GG zuwiderlaufen. Demnach m&uuml;sse im Streitfall eine Haushaltsaufnahme bejaht werden. Dar&uuml;ber hinaus lasse sich aus den angef&uuml;hrten Beispielen ein der Rechtsordnung zugrunde liegendes Prinzip erkennen, das weniger auf &ouml;rtliche als vielmehr auf funktionelle Gesichtspunkte abstelle. Im Streitfall bestehe funktionell ein Haushalt. Jedenfalls sei bei Verneinung einer Haushaltsaufnahme des P ein Verfahren vorzusehen, welches es der die Pflege erbringenden Person gestatte, das Kindergeld zu erhalten. Des Weiteren sei die Revision nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO zuzulassen. Zum einen habe das FG den Anspruch des Kl&auml;gers auf rechtliches Geh&ouml;r verletzt; es habe bei seiner Entscheidung unber&uuml;cksichtigt gelassen, dass P bei weiterem Voranschreiten der Genesung dauerhaft beim Kl&auml;ger untergebracht werden k&ouml;nne und solle, dass P zu keinem Zeitpunkt in einem r&auml;umlichen Obhutsverh&auml;ltnis zu seiner Mutter gestanden und der Kl&auml;ger monatlich mindestens 500 EUR f&uuml;r P aufgewendet habe. Zum anderen liege ein Versto&szlig; gegen die Amtsermittlungspflicht (&sect; 76 Abs. 1 Satz 1 FGO) vor, weil das FG keine Feststellungen dazu getroffen habe, ob P soweit h&auml;tte genesen k&ouml;nnen, dass er in der Wohnung des Kl&auml;gers versorgt werden k&ouml;nnte. Eine entsprechende Beweiserhebung h&auml;tte ergeben, dass dies mittelfristig m&ouml;glich gewesen w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet und wird durch Beschluss zur&uuml;ckgewiesen (&sect; 116 Abs. 5 Satz 1 FGO). Soweit ihre Begr&uuml;ndung den Anforderungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO entspricht, rechtfertigen die vorgebrachten Gr&uuml;nde nicht die Zulassung der Revision.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Revision ist nicht nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO zuzulassen, weil der Kl&auml;ger die Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit der von ihm herausgestellten Rechtsfrage schon nicht hinreichend dargelegt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Begriff der Haushaltsaufnahme i.S. des &sect; 32 Abs. 1 Nr. 2 EStG ist durch die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) gekl&auml;rt. Er entspricht im Wesentlichen dem gleichlautenden Begriff in &sect; 64 Abs. 2 Satz 1 EStG (zu normspezifischen Besonderheiten des &sect; 64 EStG vgl. BFH-Urteil vom 14. Dezember 2004 VIII R 106\/03, BFHE 208, 220, BStBl II 2008, 762). Danach liegt eine Haushaltsaufnahme vor, wenn das Kind in die Familiengemeinschaft mit einem dort begr&uuml;ndeten Betreuungs- und Erziehungsverh&auml;ltnis aufgenommen worden ist (Senatsbeschluss vom 24. Oktober 2006 III S 3\/06 (PKH), BFH\/NV 2007, 238). Neben dem &ouml;rtlich gebundenen Zusammenleben m&uuml;ssen Voraussetzungen materieller Art (Versorgung, Unterhaltsgew&auml;hrung) und immaterieller Art (F&uuml;rsorge, Betreuung) erf&uuml;llt sein (BFH-Urteil vom 20. Juni 2001 VI R 224\/98, BFHE 195, 564, BStBl II 2001, 713). Diese drei Merkmale k&ouml;nnen zwar je nach Einzelfall unterschiedlich ausgepr&auml;gt (Senatsbeschluss vom 18. Februar 2008 III B 69\/07, BFH\/NV 2008, 948), m&uuml;ssen aber alle gegeben sein (D&uuml;rr in Frotscher, EStG, 6. Aufl., Freiburg 1998 ff., &sect; 32 Rz 31). Das &ouml;rtliche Merkmal der Haushaltsaufnahme bezieht sich auf die gemeinsame Familienwohnung als ortsbezogener Mittelpunkt der gemeinschaftlichen Lebensinteressen (Senatsbeschluss vom 16. April 2008 III B 36\/07, BFH\/NV 2008, 1326). Nach der Rechtsprechung des BFH kann ein behindertes Kind trotz dauernder Heimunterbringung weiterhin zum Haushalt der (Pflege-)Eltern geh&ouml;ren, wenn es dort in einem zeitlich bedeutsamen Umfang betreut wird (zu den Voraussetzungen im Einzelnen vgl. BFH-Urteile vom 14. November 2001 X R 24\/99, BFHE 197, 296, BStBl II 2002, 244; vom 26. August 2003 VIII R 91\/98, BFH\/NV 2004, 324).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG ist bei seiner Entscheidung von den vorstehend genannten Rechtsgrunds&auml;tzen ausgegangen. Eine erneute Pr&uuml;fung dieser Grunds&auml;tze w&uuml;rde voraussetzen, dass der Kl&auml;ger gewichtige neue rechtliche Gesichtspunkte in der Rechtsprechung der FG oder in der Literatur vorgetragen h&auml;tte, die der BFH noch nicht gepr&uuml;ft hat, oder dass er selbst derartige Gesichtspunkte erstmals vorgebracht h&auml;tte (Senatsbeschluss vom 28. Januar 2010 III B 33\/09, BFH\/NV 2010, 829). Hieran fehlt es in der Beschwerdebegr&uuml;ndung. Der Kl&auml;ger f&uuml;hrt weder Fundstellen aus Literatur noch Rechtsprechung der FG an, die sich mit der Fragestellung auseinandersetzen, ob eine Haushaltsaufnahme auch durch Errichtung einer Au&szlig;enstelle erfolgen k&ouml;nne. Die angef&uuml;hrten Urteile des FG D&uuml;sseldorf (vom 15. Dezember 1999&nbsp;&nbsp;9 K 5749\/98 Kg, Entscheidungen der Finanzgerichte 2000, 225) und FG Hamburg (vom 20. Juni 2001 I 707\/99, Deutsches Steuerrecht\/Entscheidungsdienst 2001, 1280) besch&auml;ftigen sich mit einer anderen Rechtsfrage, n&auml;mlich der Fragestellung, ob Haushaltsaufnahmen durch Heimunterbringungen beendet oder unterbrochen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit der Kl&auml;ger Verfassungsverst&ouml;&szlig;e geltend macht, fehlt es an einer substantiierten, an den Vorgaben des GG sowie der dazu ergangenen Rechtsprechung des BVerfG und des BFH orientierten inhaltlichen Auseinandersetzung (vgl. Senatsbeschluss vom 31. Januar 2005 III B 59\/04, BFH\/NV 2005, 1081). In der Beschwerdebegr&uuml;ndung fehlen fundierte Ausf&uuml;hrungen dazu, wie sich aus den genannten Verfassungsnormen unter Ber&uuml;cksichtigung der zitierten Rechtsprechung des BVerfG eine Kindergeldberechtigung der Pflegeperson ergeben kann. Entgegen der Ansicht des Kl&auml;gers l&auml;sst sich das &ouml;rtliche Merkmal auch nicht durch eine funktionelle Betrachtung des Haushaltsbegriffs ersetzen. Das Erfordernis des &ouml;rtlich gebundenen Zusammenlebens ist wesentliches Kriterium daf&uuml;r, dass die Pflegeeltern tats&auml;chlich kindsbezogene Belastungen tragen und ihre finanzielle Leistungsf&auml;higkeit im Vergleich zu Kinderlosen gemindert ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ebenso scheidet eine Zulassung nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO aus. Die behaupteten Verst&ouml;&szlig;e gegen das Gebot rechtlichen Geh&ouml;rs (&sect; 96 Abs. 2 FGO, Art. 103 Abs. 1 GG) und die Amtsermittlungspflicht (&sect; 76 Abs. 1 FGO) liegen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der Pr&uuml;fung, ob ein Verfahrensfehler vorliegt, ist auf den materiellen Rechtsstandpunkt des FG abzustellen (z.B. BFH-Beschluss vom 4. April 2003 V B 145\/02, BFH\/NV 2003, 1096). Das FG ist in seinem Urteil &#8211;in &Uuml;bereinstimmung mit oben genannter Rechtsprechung des BFH (vgl. II.1.a)&#8211; davon ausgegangen, P sei nicht in den Haushalt des Kl&auml;gers und der E aufgenommen, weil er zu keinem Zeitpunkt in der Familienwohnung des Kl&auml;gers und der E betreut worden sei. Danach war f&uuml;r die Entscheidung des FG weder der Vortrag des Kl&auml;gers entscheidungserheblich, es sei beabsichtigt, P bei weiterem Fortschreiten seiner Genesung dauerhaft beim Kl&auml;ger unterzubringen, noch sein Vortrag, P habe zu keinem Zeitpunkt in einem r&auml;umlichen Obhutsverh&auml;ltnis zu seiner leiblichen Mutter gestanden sowie er und E wendeten monatlich mindestens 500 EUR f&uuml;r P auf. Aus der ma&szlig;geblichen Sicht des FG kam es danach auch nicht darauf an, ob P soweit h&auml;tte genesen k&ouml;nnen, dass er in der Wohnung des Kl&auml;gers versorgt werden k&ouml;nnte. Daher war das FG auch nicht verpflichtet, hierzu, gegebenenfalls durch Einholung eines Sachverst&auml;ndigengutachtens, weitere Feststellungen zu treffen. Abgesehen davon fehlt es insoweit auch an Ausf&uuml;hrungen dazu, weshalb es dem &#8211;anwaltlich vertretenen&#8211; Kl&auml;ger nicht m&ouml;glich gewesen sein sollte, in der m&uuml;ndlichen Verhandlung selbst auf die seiner Ansicht nach erforderliche weitere Sachverhaltsaufkl&auml;rung gerichtete Beweisantr&auml;ge zu stellen (z.B. Senatsbeschluss vom 25. Februar 2005 III B 109\/04, BFH\/NV 2005, 1086, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 14.1.2011, III B 96\/09 Grunds&auml;tzliche Bedeutung bei Haushaltsaufnahme &#8211; Versto&szlig; gegen das Gebot rechtlichen Geh&ouml;rs und die Amtsermittlungspflicht &#8211; Merkmal des &ouml;rtlich gebundenen Zusammenlebens bzw. der zeitintensiven Betreuung eines behinderten Kindes in der Familienwohnung als Voraussetzung der Haushaltsaufnahme Tatbestand 1&nbsp; I. 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