{"id":10146,"date":"2012-12-06T17:43:00","date_gmt":"2012-12-06T15:43:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=10146"},"modified":"2012-12-06T17:43:00","modified_gmt":"2012-12-06T15:43:00","slug":"v-b-65-10-darlegung-der-grundsaetzlichen-bedeutung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-65-10-darlegung-der-grundsaetzlichen-bedeutung\/","title":{"rendered":"V&nbsp;B&nbsp;65\/10 &#8211; Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 13.1.2011, V B 65\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vom Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) auf grunds&auml;tzliche Bedeutung und Verfahrensfehler i.S. von &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 und Nr. 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) gest&uuml;tzte Beschwerde hat keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Revision ist nicht im Hinblick auf die vom Kl&auml;ger geltend gemachte grunds&auml;tzliche Bedeutung zu Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. j der Sechsten Richtlinie des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern 77\/388\/EWG (Richtlinie 77\/388\/EWG) zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Kl&auml;ger h&auml;lt es f&uuml;r kl&auml;rungsbed&uuml;rftig, ob es &quot;die Erteilung des Unterrichts als &#8218;Privatlehrer&#8216; im Sinne des Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. j der Richtlinie 77\/388\/EWG [erfordert], dass der Lehrer f&uuml;r eigene Rechnung und in eigener Verantwortung handelt und ob es [gen&uuml;gt], dass die Auftraggeber bei geringer Nachfrage berechtigt sind, ohne Zahlungsverpflichtung Vortr&auml;ge und Seminare abzusagen, um die T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers als solche eines &#8218;Privatlehrers&#8216; zu qualifizieren &#8230;?&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach dem zu Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. j der Richtlinie 77\/388\/EWG ergangenen Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) vom 28. Januar 2010 C-473\/08, Eulitz (BFH\/NV 2010, 583 Rdnrn. 21 bis 23 und 32) bezieht sich die in dieser Bestimmung vorgesehene Steuerbefreiung entgegen ihrer deutschen Sprachfassung nicht auf den &quot;von Privatlehrern erteilten Schul- und Hochschulunterricht&quot;, sondern entsprechend den anderen Sprachfassungen der Richtlinie auf &quot;Unterrichtseinheiten, die von Unterrichtenden erteilt werden und sich auf Schul- und Hochschulunterricht beziehen&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wie der EuGH weiter entschieden hat, geh&ouml;rt hierzu im Wesentlichen die Vermittlung von Kenntnissen und F&auml;higkeiten durch den Unterrichtenden an Sch&uuml;ler oder Studierende im Rahmen einer Ausbildung im Hinblick auf die Aus&uuml;bung einer Berufst&auml;tigkeit (EuGH-Urteil Eulitz in BFH\/NV 2010, 583 Rdnr. 32). Dabei ist nicht zwischen dem Unterricht, der Sch&uuml;lern oder Studierenden erteilt wird, die an einer erstmaligen Schul- oder Hochschulausbildung teilnehmen, und dem Unterricht zu unterscheiden, der Personen erteilt wird, die bereits &uuml;ber einen Schul- oder Hochschulabschluss verf&uuml;gen und die aufgrund dieses Abschlusses ihre Berufsausbildung betreiben (EuGH-Urteil Eulitz in BFH\/NV 2010, 583 Rdnr. 35).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die vom Kl&auml;ger aufgeworfenen Fragen sind auf der Grundlage der tats&auml;chlichen Feststellungen des Finanzgerichts (FG), an die der Senat gem&auml;&szlig; &sect; 118 Abs. 2 FGO mangels zul&auml;ssiger und begr&uuml;ndeter Verfahrensr&uuml;gen gebunden ist, nicht entscheidungserheblich und damit nicht kl&auml;rungsf&auml;hig (vgl. z.B. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 6. April 2009 XI B 61\/08, nicht ver&ouml;ffentlicht &#8211;n.v.&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Denn nach den f&uuml;r den Senat in einem Revisionsverfahren bindenden Feststellungen des FG war nicht festzustellen, dass der Kl&auml;ger mit Ausnahme der als steuerfrei anerkannten Lehrg&auml;nge weitere Vortrags- oder Unterrichtsleistungen erbracht hat, die der Vermittlung von Kenntnissen und F&auml;higkeiten im Rahmen einer Ausbildung gedient h&auml;tten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Fallen die durch den Kl&auml;ger erbrachten Leistungen bereits nach ihrem Leistungsgegenstand nicht unter Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. j der Richtlinie 77\/388\/EWG, ist aber nicht kl&auml;rungsf&auml;hig, welche Anforderungen der Unternehmer in eigener Person zu erf&uuml;llen hat, um die Steuerfreiheit nach dieser Bestimmung in Anspruch zu nehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Beschwerde hat auch insoweit keinen Erfolg, als der Kl&auml;ger die grunds&auml;tzliche Bedeutung weiter darauf st&uuml;tzt, dass kl&auml;rungsbed&uuml;rftig sei, ob &quot;es bei dem Tatbestandsmerkmal einer &#8218;Einrichtung mit sozialem Charakter&#8216; im Sinne des Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. h der Richtlinie 77\/388\/EWG noch der f&ouml;rmlichen anderweitigen Anerkennung [bedarf], wenn die Kosten der Leistungen als freiberuflicher Dozent und Fachberater im vollen Umfang vom Jugendamt, Landesjugendamt oder anerkannten gemeinn&uuml;tzigen Tr&auml;gern der freien Jugendhilfe getragen und honoriert werden &#8230;&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Liegt zu der im Beschwerdeverfahren herausgestellten Rechtsfrage bereits h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung vor, geh&ouml;rt zu der erforderlichen Darlegung der Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit (&sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO) auch eine fundierte Stellungnahme dazu, weshalb diese Rechtsprechung noch nicht zu einer hinreichenden Kl&auml;rung gef&uuml;hrt habe oder aufgrund welcher neuen Entwicklung sie nunmehr erneut in Frage gestellt werden m&uuml;sse (BFH-Beschl&uuml;sse vom 19. Oktober 2007 II B 107\/06, BFH\/NV 2008, 573; vom 14. April 2009 II B 92\/08, n.v.). Daher h&auml;tte die Beschwerde den Begr&uuml;ndungserfordernissen nur gen&uuml;gt, wenn sich der Kl&auml;ger mit der zu dieser Bestimmung ergangenen Rechtsprechung des EuGH (Urteil vom 26. Mai 2005 Rs. C-498\/03, Kingscrest Associates Ltd. und Montecello Ltd., BFH\/NV Beilage 2005, 310) und der des Senats (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 8. November 2007 V R 2\/06, BFHE 219, 428, BStBl II 2008, 634) auseinandergesetzt h&auml;tte, was aber unterblieben ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Soweit der Kl&auml;ger meint, das FG sei zu einer Vorlage an den EuGH verpflichtet gewesen, &uuml;bersieht er, dass Gerichte, deren Entscheidungen mit Rechtsmitteln des innerstaatlichen Rechts angefochten werden k&ouml;nnen, nach dem im Zeitpunkt des Urteils des FG anzuwendenden Art. 234 des Vertrages zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaft (EG) zwar berechtigt, aber nicht verpflichtet sind, eine Vorabentscheidung des EuGH einzuholen. Das FG ist danach auch dann nicht verpflichtet, eine solche Vorabentscheidung einzuholen, wenn es die Revision gegen sein Urteil nicht zul&auml;sst (BFH-Beschl&uuml;sse vom 9. Januar 1996 VII B 169\/95, BFH\/NV 1996, 652; vom 14. M&auml;rz 2008 V B 137\/06, BFH\/NV 2008, 1213, und vom 14. April 2009 II B 92\/08, n.v.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die R&uuml;ge, das FG habe eine &Uuml;berraschungsentscheidung getroffen und damit den Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r (Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes, &sect; 96 Abs. 2 FGO) verletzt, ist nicht schl&uuml;ssig dargelegt. Der Kl&auml;ger h&auml;tte insoweit ausf&uuml;hren m&uuml;ssen, was er bei ausreichender Gew&auml;hrung des rechtlichen Geh&ouml;rs noch vorgetragen h&auml;tte und dass dieser Vortrag zu einer anderen Entscheidung h&auml;tte f&uuml;hren k&ouml;nnen (z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 30. Mai 2007 VI B 119\/06, BFH\/NV 2007, 1697; vom 19. Januar 2010 IV B 136\/08, BFH\/NV 2010, 918).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Derartige Ausf&uuml;hrungen enth&auml;lt die Beschwerdebegr&uuml;ndung nicht. Das FG hat das Vorliegen der Voraussetzungen der Steuerbefreiung nach Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. j der Richtlinie 77\/388\/EWG auch mit der Begr&uuml;ndung verneint, der Kl&auml;ger habe nicht substantiiert dargelegt, dass und ggf. welche der Leistungen im Sinne dieser Vorschrift er ausgef&uuml;hrt haben will. Inwiefern die Beachtung des Schriftsatzes vom 19. Mai 2010 zu einem anderen Ergebnis h&auml;tte f&uuml;hren k&ouml;nnen, hat der Kl&auml;ger nicht dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 13.1.2011, V B 65\/10 Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die vom Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) auf grunds&auml;tzliche Bedeutung und Verfahrensfehler i.S. von &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 und Nr. 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) gest&uuml;tzte Beschwerde hat keinen Erfolg. 2&nbsp; 1. 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