{"id":11142,"date":"2012-12-06T17:44:46","date_gmt":"2012-12-06T15:44:46","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=11142"},"modified":"2012-12-06T17:44:46","modified_gmt":"2012-12-06T15:44:46","slug":"vi-r-57-08-beitraege-des-arbeitgebers-is-des-par-3-nr-63-estg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-57-08-beitraege-des-arbeitgebers-is-des-par-3-nr-63-estg\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;57\/08 &#8211; Beitr&auml;ge des Arbeitgebers i.S. des &sect; 3 Nr. 63 EStG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.12.2010, VI R 57\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Beitr&auml;ge des Arbeitgebers i.S. des &sect; 3 Nr. 63 EStG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Finanzierungsanteile der Arbeitnehmer, die in dem Gesamtversicherungsbeitrag des Arbeitgebers an eine Pensionskasse enthalten sind, sind als Arbeitgeberbeitr&auml;ge nach &sect; 3 Nr. 63 EStG steuerfrei.<\/p>\n<p>2. F&uuml;r die Qualifizierung einer Zahlung als Beitrag des Arbeitgebers i.S. des &sect; 3 Nr. 63 EStG ist die versicherungsvertragliche Au&szlig;enverpflichtung ma&szlig;geblich. Es kommt dagegen nicht darauf an, wer die Versicherungsbeitr&auml;ge finanziert, d.h. wer durch sie wirtschaftlich belastet wird.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob Finanzierungsanteile von Arbeitnehmern, die in dem Gesamtversicherungsbeitrag des Arbeitgebers an eine Pensionskasse enthalten sind, als Arbeitgeberbeitr&auml;ge nach &sect; 3 Nr. 63 des Einkommensteuergesetzes (EStG) steuerfrei sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist Arbeitnehmerin der Beigeladenen, der &#8230; Eine Zusatzvereinbarung zum Personal&uuml;berleitungstarifvertrag enth&auml;lt die Regelung, dass mit Wirkung ab 1. Januar 2005 die zus&auml;tzliche Altersversorgung &uuml;ber die Zusatzversorgungskasse &#8230; (ZVK) sichergestellt wird. Die Beigeladene hat in Umsetzung dieser Regelung mit der ZVK am 23. Dezember 2004 einen Gruppenversicherungsvertrag abgeschlossen. Versicherungsnehmer ist nach dem Vertrag die Beigeladene. Die Versicherungen der Arbeitnehmer werden im Kapitaldeckungsverfahren durchgef&uuml;hrt. Nach &sect; 4 des Gruppenversicherungsvertrages tragen die Arbeitnehmer vom Beitrag der Arbeitgeber vorbehaltlich einer entsprechenden tarifvertraglichen Regelung 1,41 % des zusatzversorgungspflichtigen Entgelts, die Zusatzvereinbarung zum Personal&uuml;berleitungstarifvertrag setzt den Beitrag der Arbeitnehmer ab 1. Januar 2006 auf 0,9 % des Bruttoeinkommens fest. Nach den Vorschriften der Satzung der ZVK haben die Versorgungsberechtigten bei Eintritt des Versicherungsfalls einen Anspruch auf die Leistungen, wenn ein Leistungsantrag gestellt wurde und die von der Kasse geforderten Unterlagen beigef&uuml;gt waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der am 26. Oktober 2006 beim Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) eingegangenen Lohnsteuer-Anmeldung f&uuml;r Oktober 2006 meldete die Beigeladene auch die Lohnsteuer der Kl&auml;gerin an. Als Bemessungsgrundlage diente der Bruttoarbeitslohn einschlie&szlig;lich der Eigenbeteiligung der Arbeitnehmer am Beitrag zur ZVK.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wandte sich die Kl&auml;gerin mit der Begr&uuml;ndung, dass der Finanzierungsanteil der Arbeitnehmer nicht lohnsteuerpflichtig sei, sondern dem Anwendungsbereich des &sect; 3 Nr. 63 EStG unterfalle. Nach erfolglosem Vorverfahren erhob die Kl&auml;gerin Klage vor dem Finanzgericht (FG). Das FG wies die Klage mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2009, 269 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden ab, da es sich bei den Arbeitnehmereigenbeitr&auml;gen zur Zusatzversorgung wirtschaftlich betrachtet um eigene Beitr&auml;ge der Arbeitnehmer und damit nicht um Beitr&auml;ge des Arbeitgebers i.S. von &sect; 3 Nr. 63 EStG handele.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die unzutreffende Anwendung von &sect; 3 Nr. 63 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>das Urteil des Schleswig-Holsteinischen FG vom 5. November 2008&nbsp;&nbsp;2 K 5\/07 aufzuheben und festzustellen, dass die Lohnsteuer-Anmeldung der Beigeladenen vom 26. Oktober 2006 und die dazu ergangene Einspruchsentscheidung vom 21. Dezember 2006 insoweit rechtswidrig sind, als nach ihnen &quot;Lohnsteuer von der der Kl&auml;gerin getragenen Arbeitnehmereigenbeteiligung an den Arbeitgeberbeitr&auml;gen in der kapitalgedeckten Zusatzversorgung enthalten ist&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Bundesministerium der Finanzen hat mit Schriftsatz vom 2. Juni 2009 den Beitritt zum Verfahren erkl&auml;rt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl&auml;gerin ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils und zur Stattgabe der Klage. Der Senat kann in der Sache selbst entscheiden (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG hat die Zul&auml;ssigkeit der Klage zu Recht bejaht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin konnte die Lohnsteuer-Anmeldung der Beigeladenen aus eigenem Recht anfechten (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 20. Juli 2005 VI R 165\/01, BFHE 209, 571, BStBl II 2005, 890; zustimmend Heuermann, Die steuerliche Betriebspr&uuml;fung 2005, 307). Zutreffend ist das FG auch von einer Erledigung der Hauptsache mit Ergehen des Einkommensteuerbescheides der Kl&auml;gerin f&uuml;r das Jahr 2006 ausgegangen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 209, 571, BStBl II 2005, 890). Die Kl&auml;gerin hat allerdings ein berechtigtes Interesse an der Feststellung der Rechtswidrigkeit der Lohnsteuer-Anmeldung gem&auml;&szlig; &sect; 100 Abs. 1 Satz 4 FGO. Denn die zu entscheidende Rechtsfrage ist f&uuml;r die folgenden Lohnsteuer-Anmeldungen bis zur Beendigung des Dienstverh&auml;ltnisses der Kl&auml;gerin von Bedeutung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG hat jedoch zu Unrecht festgestellt, dass die Lohnsteuer-Anmeldung der Beigeladenen f&uuml;r Oktober 2006 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 21. Dezember 2006 rechtm&auml;&szlig;ig ist. Der Finanzierungsanteil der Kl&auml;gerin am Gesamtbeitrag der Beigeladenen zur ZVK ist nach &sect; 3 Nr. 63 EStG steuerfrei, die Beigeladene war daher nicht verpflichtet, auf den Finanzierungsanteil der Kl&auml;gerin in H&ouml;he von 0,9 % des Bruttoeinkommens Lohnsteuer bei jeder Lohnzahlung vom Arbeitslohn einzubehalten (&sect; 38 Abs. 3 Satz 1 EStG) und an das FA abzuf&uuml;hren (&sect; 41a Abs. 1 Satz 1 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zu den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit geh&ouml;ren gem&auml;&szlig; &sect; 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG u.a. Geh&auml;lter, L&ouml;hne, Gratifikationen, Tantiemen und andere Bez&uuml;ge und Vorteile, die f&uuml;r eine Besch&auml;ftigung im &ouml;ffentlichen oder privaten Dienst gew&auml;hrt werden. Arbeitslohn ist jeder gew&auml;hrte Vorteil, der durch das individuelle Arbeitsverh&auml;ltnis veranlasst ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Zum Arbeitslohn k&ouml;nnen auch Ausgaben geh&ouml;ren, die ein Arbeitgeber leistet, um einen Arbeitnehmer oder diesem nahestehende Personen f&uuml;r den Fall der Krankheit, des Unfalls, der Invalidit&auml;t, des Alters oder des Todes abzusichern (Zukunftssicherung). Die Arbeitslohnqualit&auml;t von Zukunftssicherungsleistungen, bei denen die Leistung des Arbeitgebers an einen Dritten (Versicherer) erfolgt, h&auml;ngt davon ab, ob sich der Vorgang &#8211;wirtschaftlich betrachtet&#8211; so darstellt, als ob der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer Mittel zur Verf&uuml;gung gestellt und der Arbeitnehmer sie zum Zweck seiner Zukunftssicherung verwendet hat. Davon ist auszugehen, wenn dem Arbeitnehmer gegen die Versorgungseinrichtung, an die der Arbeitgeber die Beitr&auml;ge geleistet hat, ein unentziehbarer Rechtsanspruch auf die Leistung zusteht (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Urteile vom 30. Mai 2001 VI R 159\/99, BFHE 195, 364, BStBl II 2001, 815; vom 14. September 2005 VI R 148\/98, BFHE 210, 443, BStBl II 2006, 532; vom 12. April 2007 VI R 55\/05, BFHE 217, 558, BStBl II 2007, 619; vom 5. Juli 2007 VI R 47\/02, BFH\/NV 2007, 1876; vom 15. November 2007 VI R 30\/04, BFH\/NV 2008, 550; vom 11. Dezember 2008 VI R 9\/05, BFHE 224, 70, BStBl II 2009, 385; vom 7. Mai 2009 VI R 8\/07, BFHE 225, 68, BStBl II 2010, 194; jeweils m.w.N.). Erlangt der Arbeitnehmer einen eigenen Rechtsanspruch gegen den Versicherer, so flie&szlig;t im Zeitpunkt der Beitragszahlung des Arbeitgebers Arbeitslohn zu. Der Lohnzufluss liegt dabei in den gegenw&auml;rtigen Beitr&auml;gen des Arbeitgebers, mit denen dieser den Versicherungsschutz des Arbeitnehmers finanziert (vgl. z.B. BFH-Urteile in BFH\/NV 2007, 1876, und in BFHE 224, 70, BStBl II 2009, 385). Beitr&auml;ge zur Zukunftssicherung der Arbeitnehmer, die vom Arbeitgeber nur abgef&uuml;hrt, aber aus bereits individuell versteuertem Nettoeinkommen des Arbeitnehmers geleistet werden, haben dagegen keine Arbeitslohnqualit&auml;t (BFH-Urteil in BFHE 217, 558, BStBl II 2007, 619).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach &sect; 3 Nr. 63 Satz 1 EStG sind eigentlich als steuerpflichtiger Arbeitslohn zu erfassende Beitr&auml;ge des Arbeitgebers aus dem ersten Dienstverh&auml;ltnis an einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder f&uuml;r eine Direktversicherung zum Aufbau einer kapitalgedeckten betrieblichen Altersversorgung, bei der eine Auszahlung der zugesagten Alters-, Invalidit&auml;ts- oder Hinterbliebenenversorgungsleistungen in Form einer Rente oder eines Auszahlungsplans vorgesehen ist, soweit die Beitr&auml;ge im Kalenderjahr 4 % der Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung nicht &uuml;bersteigen, steuerfrei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unter den Begriff &quot;Beitr&auml;ge des Arbeitgebers&quot; fallen dabei alle Beitr&auml;ge, die vom Arbeitgeber als Versicherungsnehmer selbst geschuldet und an die Versorgungseinrichtung geleistet werden. Dies ergibt sich bereits aus der allgemeinen Wortbedeutung des Begriffs des &quot;Beitrags&quot;, dem aufgrund der Bezugnahme des Gesetzes auf die genannten Versorgungseinrichtungen eine spezifisch zivilrechtliche\/versicherungsrechtliche Bedeutung zukommt. Im Versicherungswesen ist danach der Beitrag als die Summe anzusehen, die der Versicherungsnehmer entrichtet, um Versicherungsleistungen zu erhalten (vgl. hierzu auch &sect; 1 des Versicherungsvertragsgesetzes). Eigene Beitr&auml;ge des Arbeitnehmers sind dagegen jedenfalls dann anzunehmen, wenn aufgrund der vertraglichen Vereinbarungen mit der Versorgungseinrichtung eine origin&auml;re Beitragspflicht des Arbeitnehmers besteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Bei Anwendung dieser Grunds&auml;tze auf den Streitfall hat das FG zun&auml;chst rechtsfehlerfrei entschieden, dass der Kl&auml;gerin der strittige Bestandteil des tariflich geschuldeten Arbeitslohns, der auf ihre Eigenbeteiligung an der Zusatzaltersversorgung entfiel, als Arbeitslohn zugeflossen ist. Entgegen der Ansicht des FG liegen jedoch die Voraussetzungen des &sect; 3 Nr. 63 EStG f&uuml;r eine Steuerfreiheit vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach den Feststellungen des FG hat die Kl&auml;gerin nach der Satzung der ZVK als Versorgungsberechtigte bei Eintritt des Versicherungsfalls einen Anspruch auf die Leistungen. Weiter ist gegen&uuml;ber der Versicherungsgesellschaft ausschlie&szlig;lich die Beigeladene und nicht die Kl&auml;gerin verpflichtet. Der Finanzierungsanteil der Kl&auml;gerin wird zwar im Gruppenversicherungsvertrag als &quot;Eigenanteil des Pflichtversicherten&quot; und in der Zusatzvereinbarung zum Personal&uuml;berleitungstarifvertrag als Beitrag &quot;f&uuml;r den Arbeitnehmer&quot; bezeichnet. Dies dient allerdings lediglich der Berechnung des Gesamtbeitrags. Denn als Versicherungsnehmer und als Beitragsschuldner f&uuml;r den Gesamtbeitrag ist ausschlie&szlig;lich die Beigeladene als Arbeitgeberin bestimmt. Eine andere Auslegung l&auml;sst bereits der eindeutige Wortlaut der vertraglichen Vereinbarungen nicht zu. Die vertraglichen Pflichten, insbesondere die Zahlungsverpflichtungen, treffen ausschlie&szlig;lich die Beigeladene und qualifizieren die an den Versicherer geleisteten Zahlungen als ihre &#8211;auch aus dem Finanzierungsanteil der Kl&auml;gerin bestehenden&#8211; Versicherungsbeitr&auml;ge.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Entgegen der Auffassung des FG steht dieser Auslegung nicht die Entscheidung des Senats in BFHE 217, 558, BStBl II 2007, 619 entgegen. Der BFH ging in dieser Entscheidung davon aus, dass die Beitr&auml;ge zur Zukunftssicherung der Arbeitnehmer zwar vom Arbeitgeber abgef&uuml;hrt wurden, aber aus bereits individuell versteuertem Nettoeinkommen stammten. Dann kann die Beitragszahlung nicht nochmals Arbeitslohn darstellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Da das FG von anderen Rechtsgrunds&auml;tzen ausgegangen ist, war das vorinstanzliche Urteil aufzuheben. Die Sache ist spruchreif und der Klage stattzugeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.12.2010, VI R 57\/08 Beitr&auml;ge des Arbeitgebers i.S. des &sect; 3 Nr. 63 EStG Leits&auml;tze 1. Finanzierungsanteile der Arbeitnehmer, die in dem Gesamtversicherungsbeitrag des Arbeitgebers an eine Pensionskasse enthalten sind, sind als Arbeitgeberbeitr&auml;ge nach &sect; 3 Nr. 63 EStG steuerfrei. 2. 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