{"id":11144,"date":"2012-12-19T16:15:48","date_gmt":"2012-12-19T14:15:48","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=11143"},"modified":"2012-12-19T16:15:48","modified_gmt":"2012-12-19T14:15:48","slug":"viii-r-50-09-insolvenzverwaltertaetigkeit-als-sonstige-selbstaendige-arbeit-auch-bei-beschaeftigung-qualifizierter-mitarbeiter-gleichbehandlung-freiberuflicher-taetigkeiten-aufgabe-der-rechtsprechung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-50-09-insolvenzverwaltertaetigkeit-als-sonstige-selbstaendige-arbeit-auch-bei-beschaeftigung-qualifizierter-mitarbeiter-gleichbehandlung-freiberuflicher-taetigkeiten-aufgabe-der-rechtsprechung\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;50\/09 &#8211; Insolvenzverwaltert&auml;tigkeit als sonstige selbst&auml;ndige Arbeit auch bei Besch&auml;ftigung qualifizierter Mitarbeiter &#8211; Gleichbehandlung freiberuflicher T&auml;tigkeiten &#8211; Aufgabe der Rechtsprechung zur sog. Vervielf&auml;ltigungstheorie &#8211; Abgrenzung von zul&auml;ssiger Mitarbeiterbesch&auml;ftigung und gebotener h&ouml;chstpers&ouml;nlicher Berufsaus&uuml;bung des Insolvenzverwalters &#8211; Abf&auml;rbewirkung nach &sect; 15 Abs. 3 Nr. 1 EStG &#8211; Bagatellgrenze"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 15.12.2010, VIII R 50\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Insolvenzverwaltert&auml;tigkeit als sonstige selbst&auml;ndige Arbeit auch bei Besch&auml;ftigung qualifizierter Mitarbeiter &#8211; Gleichbehandlung freiberuflicher T&auml;tigkeiten &#8211; Aufgabe der Rechtsprechung zur sog. Vervielf&auml;ltigungstheorie &#8211; Abgrenzung von zul&auml;ssiger Mitarbeiterbesch&auml;ftigung und gebotener h&ouml;chstpers&ouml;nlicher Berufsaus&uuml;bung des Insolvenzverwalters &#8211; Abf&auml;rbewirkung nach &sect; 15 Abs. 3 Nr. 1 EStG &#8211; Bagatellgrenze<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Eink&uuml;nfte aus einer T&auml;tigkeit als Insolvenzverwalter oder aus der Zwangsverwaltung von Liegenschaften sind, auch wenn sie von Rechtsanw&auml;lten erzielt werden, grunds&auml;tzlich den Eink&uuml;nften aus sonstiger selbst&auml;ndiger Arbeit i.S. des &sect; 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG zuzurechnen.<\/p>\n<p>2. Dies gilt auch dann, wenn der Insolvenzverwalter oder Zwangsverwalter die T&auml;tigkeit unter Einsatz vorgebildeter Mitarbeiter aus&uuml;bt, sofern er dabei selbst leitend und eigenverantwortlich t&auml;tig bleibt; insoweit ist &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 S&auml;tze 3 und 4 EStG entsprechend anzuwenden (Aufgabe der Rechtsprechung zur sog. Vervielf&auml;ltigungstheorie).<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine GbR mit in den Streitjahren zwei und in der Folgezeit drei Gesellschaftern. Ihre Gesellschafter sind als Insolvenzverwalter, Zwangsverwalter, Rechtsanwalt und Notar t&auml;tig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin erzielte in den Streitjahren 1998 bis 2002 &uuml;berwiegend Einnahmen aus Insolvenzverwaltung und aus der Zwangsverwaltung von Liegenschaften. Die Einnahmen aus Rechtsanwaltst&auml;tigkeiten stammten zumeist aus Prozessen, die im Rahmen der Insolvenzverfahren zu f&uuml;hren waren. Als sonstige weitere T&auml;tigkeit wurden Kopien von Gerichtsakten im Auftrag von Versicherungen gefertigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund einer Au&szlig;enpr&uuml;fung im Jahr 2002 f&uuml;r die Jahre 1998 bis 2000 ging der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) davon aus, dass die Eink&uuml;nfte der Kl&auml;gerin nicht entsprechend den bisher abgegebenen Feststellungserkl&auml;rungen und den erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; ergangenen Gewinnfeststellungsbescheiden als solche aus selbst&auml;ndiger Arbeit, sondern aus Gewerbebetrieb zu erfassen seien. Diese Auffassung gr&uuml;ndete sich auf folgende Feststellungen:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In den Jahren 1995 bis 2002 &uuml;bernahmen die Gesellschafter der Kl&auml;gerin die Betreuung von j&auml;hrlich insgesamt bis zu 108 Konkurs- und Insolvenzverfahren; dabei entfielen auf die einzelnen Gesellschafter j&auml;hrlich zwischen 3 und 48 neue Verfahren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin besch&auml;ftigte in den Jahren 1995 bis 2002 (ohne Ber&uuml;cksichtigung von Reinigungskr&auml;ften, Boten sowie Auszubildenden) durchschnittlich zwischen 5 und 12 Vollzeit-Mitarbeiter, denen im Wesentlichen Zuarbeiten in Insolvenzverfahren, die Ausstellung von Insolvenz-Bescheinigungen, die Miet&uuml;berwachung in der Zwangsverwaltung, Buchhaltungsaufgaben, Lohnangelegenheiten, B&uuml;roarbeiten und Botendienste &uuml;bertragen wurden. Zu diesen Mitarbeitern geh&ouml;rten neben einem Gro&szlig;- und Au&szlig;enhandelskaufmann, einem Industriekaufmann und zwei Studentinnen vor allem j&auml;hrlich bis zu vier Rechtsanwaltsfachangestellte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Des Weiteren war f&uuml;r die Kl&auml;gerin in den Streitjahren 1998 bis 2002 der sp&auml;ter (am 1. Januar 2003) aufgenommene Gesellschafter als Referendar mit einer genehmigten Nebent&auml;tigkeit von nicht mehr als 8 Stunden pro Woche f&uuml;r Zivilprozesse und gutachterliche Stellungnahmen gegen&uuml;ber den Insolvenzverwaltern besch&auml;ftigt. Nach seiner Zulassung als Rechtsanwalt war er seit Mai 1998 als angestellter Rechtsanwalt f&uuml;r Zivilprozesse mit Spezialisierung auf das Aktienrecht zust&auml;ndig; im Jahr 2000 war er zu 25 %, im Jahr 2001 zu 50 % und im Jahr 2002 zu 70 % im Insolvenzbereich t&auml;tig. Seit Oktober 2002 ist er Fachanwalt f&uuml;r Insolvenzrecht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Daneben waren zur Bearbeitung von Anwaltsmandaten &#8211;aus allgemeinen Verfahrensangelegenheiten im Insolvenzbereich wie Arbeitsgerichtsverfahren&#8211; eine Rechtsanw&auml;ltin f&uuml;r drei Monate im Jahre 1999, ein Rechtsanwalt in der Zeit von Februar 2000 bis Dezember 2001 sowie eine weitere Rechtsanw&auml;ltin seit Dezember 2001 t&auml;tig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die j&auml;hrlichen Aufwendungen der Kl&auml;gerin f&uuml;r die Besch&auml;ftigung von Subunternehmern sowie die Beauftragung von Versteigerern und Verwertern zu Lasten der Masse betrugen zwischen 1995 und 2002 zwischen 4.000 EUR und 35.000 EUR. Ihre Erl&ouml;se in den Jahren 1999 bis 2002 (ohne Anlagenverk&auml;ufe) entfielen zu 82 % bis 89 % auf die Insolvenz- und Zwangsverwaltung, zu 10 % bis 17 % auf Rechtsanwaltst&auml;tigkeiten sowie zu unter 1 % auf sonstige (unstrittig gewerbliche) T&auml;tigkeiten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund der Feststellungen der Au&szlig;enpr&uuml;fung setzte das FA f&uuml;r jedes der Streitjahre den Gewerbesteuermessbetrag mit Bescheiden vom 24. M&auml;rz 2003 (f&uuml;r 1998 und 1999), vom 17. Juli 2003 (f&uuml;r 2000), vom 8. Januar 2004 (f&uuml;r 2001) und vom 9. August 2004 (f&uuml;r 2002) fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die dagegen nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) als unbegr&uuml;ndet ab. Mit der Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, das angefochtene Urteil sowie die angefochtenen Gewerbesteuermessbescheide in Gestalt der Einspruchsentscheidungen aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet; das angefochtene Urteil und die angefochtenen Gewerbesteuermessbescheide in Gestalt der Einspruchsentscheidungen sind aufzuheben (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu Unrecht hat das FG die Eink&uuml;nfte der Kl&auml;gerin aus der Insolvenz- und Zwangsverwaltert&auml;tigkeit ihrer Gesellschafter als solche aus Gewerbebetrieb angesehen und deshalb unter Anwendung des &sect; 15 Abs. 3 Nr. 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) auch hinsichtlich der &uuml;brigen Eink&uuml;nfte der Kl&auml;gerin insgesamt gewerbliche Eink&uuml;nfte angenommen. Entgegen dieser Auffassung sind die Eink&uuml;nfte der Kl&auml;gerin aus Insolvenzverwaltert&auml;tigkeit als solche aus sonstiger selbst&auml;ndiger Arbeit i.S. des &sect; 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG nicht gewerbesteuerpflichtig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die T&auml;tigkeit eines Insolvenz-, Zwangs- und Vergleichsverwalters ist nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) eine verm&ouml;gensverwaltende i.S. des &sect; 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG und keine freiberufliche T&auml;tigkeit i.S. des &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG (BFH-Urteile vom 29. M&auml;rz 1961 IV 404\/60 U, BFHE 73, 100, BStBl III 1961, 306; vom 5. Juli 1973 IV R 127\/69, BFHE 110, 40, BStBl II 1973, 730; vom 11. Mai 1989 IV R 152\/86, BFHE 157, 148, BStBl II 1989, 729).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Dies gilt nach der Rechtsprechung des BFH auch dann, wenn die T&auml;tigkeit &#8211;wie im Streitfall&#8211; durch Rechtsanw&auml;lte ausge&uuml;bt wird, weil sie nicht f&uuml;r einen Rechtsanwalt berufstypisch ist (BFH-Urteil vom 12. Dezember 2001 XI R 56\/00, BFHE 197, 442, BStBl II 2002, 202 mit kritischer Anmerkung Frystatzki, Ertragsteuerberater 2005, 308; Gerling, Festschrift f&uuml;r Greiner, 2005, 41; Verfassungsbeschwerde gem&auml;&szlig; &sect;&sect; 93a, 93b des Gesetzes &uuml;ber das Bundesverfassungsgericht &#8211;BVerfG&#8211; nicht zur Entscheidung angenommen, BVerfG-Beschluss vom 5. M&auml;rz 2003&nbsp;&nbsp;1 BvR 437\/02; BFH-Beschluss vom 14. Juli 2008 VIII B 179\/07, BFH\/NV 2008, 1874; a.A. noch Reichsfinanzhof &#8211;RFH&#8211;, Urteil vom 28. Juli 1938 IV 75\/38, RStBl 1938, 809 zur Erfassung einer Konkursverwaltung durch einen Rechtsanwalt als anwaltstypische T&auml;tigkeit).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auch umsatzsteuerrechtlich hat der BFH die Insolvenzverwaltert&auml;tigkeit nicht der anwaltstypischen Berufsaus&uuml;bung i.S. des &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG zugerechnet, weil sie keine dem Rechtsanwaltsberuf vorbehaltene oder ihn in besonderer Weise charakterisierende T&auml;tigkeit ist (BFH-Urteile vom 3. Oktober 1985 V R 106\/78, BFHE 145, 248, BStBl II 1986, 213 mit Anmerkung H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 1986, 254; vom 2. Oktober 1986 V R 99\/78, BFHE 148, 184, BStBl II 1987, 147).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) An dieser Beurteilung ist insbesondere deshalb festzuhalten, weil sich die T&auml;tigkeit als Insolvenzverwalter in den letzten Jahrzehnten zu einem verfassungsrechtlich gesch&uuml;tzten &#8211;eigenst&auml;ndigen&#8211; Beruf entwickelt hat (BVerfG-Beschluss vom 3. August 2004&nbsp;&nbsp;1 BvR 1086\/01, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2004, 1670, unter B.III.2.a bb (2); siehe dazu auch Berufsgrunds&auml;tze der Insolvenzverwalter, &sect; 1 (2), ver&ouml;ffentlicht vom Verband Insolvenzverwalter Deutschlands e.V. &#8211;VID&#8211; unter www.vid.de), bei dessen Aus&uuml;bung die kaufm&auml;nnisch-praktische Bet&auml;tigung, wenn auch unter Verwertung besonderer Wirtschafts- und Rechtskenntnisse, &uuml;berwiegt (vgl. BFH-Urteile in BFHE 73, 100, BStBl III 1961, 306 und in BFHE 197, 442, BStBl II 2002, 202; Uhlenbruck, Insolvenzordnung, 12. Aufl., &sect; 56 Rz 18). Die T&auml;tigkeit des Insolvenzverwalters wird nicht nur von Rechtsanw&auml;lten, sondern auch von Angeh&ouml;rigen anderer freier Berufe wie etwa Steuerberatern ausge&uuml;bt (vgl. FG D&uuml;sseldorf, Urteil vom 18. November 2009&nbsp;&nbsp;7 K 3041\/07 G,F, Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2010, 495). Sie kann aber auch von anderen geeigneten Personen ausge&uuml;bt werden. Denn zum Insolvenzverwalter ist nach &sect; 56 Abs. 1 der Insolvenzordnung (InsO) eine f&uuml;r den jeweiligen Einzelfall geeignete, insbesondere gesch&auml;ftskundige und von den Gl&auml;ubigern und dem Schuldner unabh&auml;ngige nat&uuml;rliche Person zu bestellen, die vom Insolvenzgericht aus dem Kreis aller zur &Uuml;bernahme von Insolvenzverwaltungen bereiten Personen auszuw&auml;hlen ist. Auch die Bestellung des Zwangsverwalters durch das Vollstreckungsgericht gem&auml;&szlig; &sect;&sect; 150 ff. des Gesetzes &uuml;ber die Zwangsversteigerung und die Zwangsverwaltung vom 20. Mai 1898 (RGBl 1898, 369, 713) ist nicht auf bestimmte Berufsgruppen beschr&auml;nkt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die Zuordnung der T&auml;tigkeiten des Insolvenz- und des Zwangsverwalters zur sonstigen selbst&auml;ndigen Arbeit i.S. des &sect; 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG und nicht zur rechtsanwaltstypischen T&auml;tigkeit ist ferner deshalb geboten, weil es andernfalls zu einer nicht begr&uuml;ndbaren Ungleichbehandlung zwischen hauptberuflichen Insolvenz- und Zwangsverwaltern aus dem Kreis der freien Berufe i.S. von &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG einerseits und solchen k&auml;me, die nicht diesen Berufen angeh&ouml;ren (ebenso BFH-Urteile vom 15. Juni 2010 VIII R 10\/09, BFHE 230, 47, BStBl II 2010, 906, und vom 15. Juni 2010 VIII R 14\/09, BFHE 230, 54, BStBl II 2010, 909 zur Zuordnung der T&auml;tigkeit von Berufsbetreuern zu den Eink&uuml;nften i.S. des &sect; 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG; gl.A. die herrschende Auffassung im Schrifttum: Kanzler, Finanzrundschau &#8211;FR&#8211; 1994, 114; Durchlaub, Zeitschrift f&uuml;r das gesamte Insolvenzrecht &#8211;ZInsO&#8211; 2002, 319; Gosch, Steuerliche Betriebspr&uuml;fung 2002, 86; Grashoff, DStR 2002, 355; Hutter, Neue Wirtschaftsbriefe Fach 3, S. 11971; Kempermann, FR 2002, 391; Maus, ZInsO 2002, 251; Schmittmann, Steuern und Bilanzen 2002, 384; Strahl, Betriebsberater &#8211;BB&#8211; 2002, 603; Welsch, Deutsche Zeitschrift f&uuml;r Wirtschafts- und Insolvenzrecht &#8211;DZWIR&#8211; 2002, 114).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die danach &#8211;selbst bei Aus&uuml;bung durch Rechtsanw&auml;lte&#8211; den Eink&uuml;nften aus sonstiger selbst&auml;ndiger Arbeit i.S. des &sect; 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG zuzurechnende Insolvenzverwaltert&auml;tigkeit ist entgegen der Auffassung des FA nicht wegen der Beteiligung qualifizierter Mitarbeiter an der Abwicklung der einzelnen Insolvenzverfahren als gewerbliche T&auml;tigkeit i.S. des &sect; 15 Abs. 1 EStG zu beurteilen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Allerdings hat der BFH in seiner bisherigen Rechtsprechung im Anwendungsbereich des &sect; 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG an der sog. Vervielf&auml;ltigungstheorie festgehalten. Sie liegt der vom RFH f&uuml;r alle Berufe i.S. des &sect; 18 EStG entwickelten Rechtsauffassung zugrunde, nach der auch die sonstige selbst&auml;ndige Arbeit i.S. des &sect; 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG grunds&auml;tzlich pers&ouml;nlich &#8211;d.h. ohne die Mithilfe fachlich vorgebildeter Hilfskr&auml;fte&#8211; ausge&uuml;bt werden muss (BFH-Urteile vom 13. Mai 1966 VI 63\/64, BFHE 86, 305, BStBl III 1966, 489 mit zustimmender Anmerkung Gollub, Anmerkungen zur Steuerrechtsprechung in Karteiform, Einkommensteuergesetz bis 1974, &sect; 18, Rechtsspruch 388; vom 25. November 1970 I R 123\/69, BFHE 101, 215, BStBl II 1971, 239; vom 11. August 1994 IV R 126\/91, BFHE 175, 284, BStBl II 1994, 936; in BFHE 197, 442, BStBl II 2002, 202: Umkehrschluss aus &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 EStG; gl.A. Bl&uuml;mich\/Hutter, &sect; 18 EStG Rz 108; Schmidt\/Wacker, EStG, 29. Aufl., &sect; 18 Rz 23; Kanzler, FR 1994, 114; FG K&ouml;ln, Urteil vom 13. August 2008&nbsp;&nbsp;4 K 3303\/06, EFG 2009, 669, rechtskr&auml;ftig).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gerechtfertigt worden ist diese Rechtsprechung damit, dass die Vervielf&auml;ltigungstheorie zwar aufgrund der Neufassung des &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG durch das Steuer&auml;nderungsgesetz 1960 (St&Auml;ndG 1960) vom 30. Juli 1960 (BGBl I 1960, 616, BStBl I 1960, 514) auf Angeh&ouml;rige der freien Berufe nicht mehr anzuwenden sei, dass sie jedoch f&uuml;r die sonstige selbst&auml;ndige Arbeit i.S. des &sect; 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG weiterhin Bedeutung habe. Der Grund daf&uuml;r liege darin, dass die in &sect; 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG erfassten T&auml;tigkeiten ihrer Natur nach einer kaufm&auml;nnischen Besch&auml;ftigung n&auml;her st&uuml;nden als die in &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG genannten freien Berufe (so die BFH-Entscheidung in BFHE 175, 284, BStBl II 1994, 936, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) An dieser Rechtsprechung h&auml;lt der Senat, auf den die alleinige Zust&auml;ndigkeit f&uuml;r die Eink&uuml;nfte aus selbst&auml;ndiger Arbeit &uuml;bergegangen ist, nach erneuter Pr&uuml;fung nicht mehr fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Weder der urspr&uuml;nglichen Fassung des Gesetzes (EStG 1934) noch derjenigen durch das St&Auml;ndG 1960 l&auml;sst sich entnehmen, dass der Gesetzgeber die Zul&auml;ssigkeit des Einsatzes fachlich vorgebildeter Mitarbeiter f&uuml;r Berufe i.S. von &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 und Nr. 3 EStG in einer nach Art der T&auml;tigkeit unterschiedlichen Weise beurteilt sehen wollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Vielmehr ist die vom RFH auf der Grundlage des EStG 1934 entwickelte Vervielf&auml;ltigungstheorie zur grunds&auml;tzlichen Unvereinbarkeit qualifizierten Mitarbeitereinsatzes mit dem &quot;Wesen&quot; des freien Berufs (RFH-Urteile vom 8. M&auml;rz 1939 VI 568\/38, RStBl 1939, 577; vom 3. Februar 1943 VI 264\/42, RStBl 1943, 434) in st&auml;ndiger Rechtsprechung &#8211;auch des BFH&#8211; gleicherma&szlig;en auf Berufe i.S. des &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 wie auf Nr. 3 EStG angewandt worden (vgl. insbesondere zu Hausverwaltern als Verm&ouml;gensverwalter i.S. des &sect; 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG BFH-Urteile vom 1. Dezember 1955 IV 395\/54 U, BFHE 62, 120, BStBl III 1956, 45; vom 13. Mai 1966 VI 63\/64, BFHE 86, 305, BStBl III 1966, 489). Folgerichtig hat die Rechtsprechung deshalb ihre (hohen) Anforderungen an die h&ouml;chstpers&ouml;nliche Aus&uuml;bung der freiberuflichen T&auml;tigkeiten auf der Grundlage des EStG 1934 unterschiedslos f&uuml;r jedwede Berufst&auml;tigkeit i.S. des &sect; 18 Abs. 1 EStG formuliert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Diese grunds&auml;tzliche Gleichbehandlung freiberuflicher T&auml;tigkeiten nach Ma&szlig;gabe der st&auml;ndigen Rechtsprechung zu &sect; 18 Abs. 1 EStG 1934 hat der Gesetzgeber auch mit dem St&Auml;ndG 1960 nicht aufgegeben. Vielmehr hat er der Vervielf&auml;ltigungstheorie insgesamt mit der Regelung in &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 S&auml;tze 3 und 4 EStG zur zul&auml;ssigen Besch&auml;ftigung von Mitarbeitern die Grundlage entzogen. Ein Auffassungswandel des Gesetzgebers hin zu einer beabsichtigten Ungleichbehandlung der Berufe i.S. des &sect; 18 Abs. 1 EStG kann weder dem systematischen Standort dieser Regelung in &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG allein (so aber die BFH-Entscheidung in BFHE 175, 284, BStBl II 1994, 936, m.w.N.) noch der Entstehungsgeschichte der Vorschrift im &Uuml;brigen entnommen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Daf&uuml;r spricht zun&auml;chst die Entstehungsgeschichte des St&Auml;ndG 1960.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table cellpadding=\"1\" cellspacing=\"2\" border=\"0\" class=\"Rsp\">\n<tr>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\">Anlass f&uuml;r die Neuregelung waren die als unbefriedigend empfundenen Grenzen der Vervielf&auml;ltigungstheorie (vgl. BRDrucks 174\/58), ohne dass der Gesetzgeber ausweislich der Gesetzesmaterialien einen unterschiedlichen Handlungsbedarf f&uuml;r den Einsatz von Mitarbeitern im Bereich des &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG einerseits und der Nrn. 2 und 3 der Regelung andererseits gesehen hat. Daf&uuml;r spricht, dass die (Neu-)Regelung in &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 S&auml;tze 3 und 4 EStG allein durch die Pr&uuml;fbitte des Bundesrates an die Bundesregierung &#8211;ohne Beschr&auml;nkung auf Teile der Eink&uuml;nfte aus selbst&auml;ndiger Arbeit&#8211; veranlasst wurde,<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\"><\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">&nbsp;ob und inwieweit im Rahmen des damals geltenden Rechts das Vervielf&auml;ltigungsverfahren durch ein anderes Abgrenzungsverfahren ersetzt werden k&ouml;nne (BRDrucks 174\/58).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ebenso zeigt die Begr&uuml;ndung zum Entwurf des St&Auml;ndG 1960 &#8211;BTDrucks III\/1811, S. 12&#8211; (nur) den Willen des Gesetzgebers, mit dem St&Auml;ndG 1960 diese Bitte &#8211;ohne ausdr&uuml;ckliche Beschr&auml;nkung auf Teile des Anwendungsbereichs des &sect; 18 EStG&#8211; aufgreifen zu wollen. Dementsprechend spricht er ausdr&uuml;cklich von der &quot;neuen Abgrenzung&quot; und macht keinerlei Aussagen zur Anwendbarkeit oder Unanwendbarkeit der Neuregelung im Anwendungsbereich des &sect; 18 Abs. 1 Nrn. 2 und 3 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Auch der Zweck der durch das St&Auml;ndG 1960 geschaffenen Regelung in &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 S&auml;tze 3 und 4 EStG spricht f&uuml;r ihre Geltung in Bezug auf alle Tatbest&auml;nde des &sect; 18 EStG. Die Regelung sollte der Tatsache Rechnung tragen, dass die Vervielf&auml;ltigungstheorie aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung und des damit verbundenen Zwangs zur Spezialisierung &uuml;berholt war (Bl&uuml;mich\/Hutter, &sect; 18 EStG Rz 55). Dieses Argument gilt indes in gleicher Weise f&uuml;r die in &sect; 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG genannten Berufsgruppen und insbesondere f&uuml;r die T&auml;tigkeit des Insolvenzverwalters, die sich, wie dargelegt, heute zu einem eigenst&auml;ndigen Beruf verselbst&auml;ndigt hat (siehe oben unter II.1.c).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Ferner spricht der aus dem Wortlaut des &sect; 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG (&quot;aus sonstiger selbst&auml;ndiger Arbeit&quot;) erkennbare begrenzte Zweck dieser Norm, lediglich den Kreis der gewerbesteuerfreien T&auml;tigkeiten gegen&uuml;ber den Regelungen in den Nrn. 1 und 2 zu erweitern, ebenfalls dagegen, die Mitarbeit fachlich vorgebildeter Hilfskr&auml;fte im Anwendungsbereich der Nr. 3 anders als im Anwendungsbereich der Nr. 1 zu beurteilen. Entsprechendes gilt f&uuml;r die Regelung in Nr. 2 sowie die Erweiterung des &sect; 18 Abs. 1 EStG um die Nr. 4 durch das Gesetz zur F&ouml;rderung von Wagniskapital vom 30. Juli 2004 (BGBl I 2004, 2013), bei der die Problematik eines Einsatzes von Hilfskr&auml;ften ersichtlich weder im Gesetzestext noch in den Gesetzesmaterialien angesprochen worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Auf dieser Grundlage kann allein aus der Stellung der Regelungen der S&auml;tze 3 und 4 in &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG nicht im Umkehrschluss auf die Unzul&auml;ssigkeit des Einsatzes qualifizierter Mitarbeiter bei sonstiger selbst&auml;ndiger Arbeit i.S. des &sect; 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG geschlossen werden. Ein solcher Umkehrschluss k&auml;me nur in Betracht, wenn sachliche Gr&uuml;nde f&uuml;r eine solche Unterscheidung best&uuml;nden. Ein sachlich begr&uuml;ndbares Differenzierungsmerkmal f&uuml;r eine Ungleichbehandlung zwischen einem zul&auml;ssigerweise nach &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 EStG Mitarbeiter besch&auml;ftigenden Rechtsanwalt und einem Insolvenzverwalter oder Zwangsverwalter ist jedoch nicht ersichtlich (vgl. Stahlschmidt, BB 2002, 1727, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r eine solche Differenzierung allein auf die kaufm&auml;nnische Pr&auml;gung der Insolvenzverwaltert&auml;tigkeit abzustellen (so noch BFH-Urteil in BFHE 175, 284, BStBl II 1994, 936; Gollub, a.a.O., &sect; 18, Rechtsspruch 388) ber&uuml;cksichtigt schon nicht hinreichend, dass der Gesetzgeber selbst diese T&auml;tigkeit &#8211;trotz ihrer kaufm&auml;nnischen Pr&auml;gung&#8211; ausdr&uuml;cklich nicht den gewerblichen, sondern den Eink&uuml;nften nach Ma&szlig;gabe des &sect; 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG zugeordnet hat. Insoweit wird zu Recht darauf hingewiesen, dass manche freien Berufe i.S. von &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG ebenfalls trotz kaufm&auml;nnischer Ausrichtung, wie z.B. beratende Volks- und Betriebswirte, uneingeschr&auml;nkt nach Ma&szlig;gabe der Regelung in &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 EStG qualifizierte Personen besch&auml;ftigen d&uuml;rfen, ohne den Charakter freiberuflicher T&auml;tigkeit zu gef&auml;hrden (Stahlschmidt, BB 2002, 1727).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das in der bisherigen Rechtsprechung angef&uuml;hrte Argument, die in &sect; 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG erfassten T&auml;tigkeiten st&uuml;nden ihrer Natur nach einer kaufm&auml;nnischen Besch&auml;ftigung n&auml;her als die in &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG genannten freien Berufe (so die BFH-Entscheidung in BFHE 175, 284, BStBl II 1994, 936, m.w.N.), spricht bei n&auml;herer Betrachtung sogar gegen den bisher von der Rechtsprechung gezogenen Umkehrschluss und f&uuml;r eine entsprechende Anwendung der Regelung des &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 S&auml;tze 3 und 4 EStG auch in den F&auml;llen des &sect; 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG. Grunds&auml;tzlich ist es n&auml;mlich f&uuml;r alle Einkunftsarten des EStG unerheblich, ob der Steuerpflichtige die Eink&uuml;nfte durch pers&ouml;nliche T&auml;tigkeit oder durch den Einsatz von Mitarbeitern erzielt. Lediglich f&uuml;r die freien Berufe, die typischerweise durch eine besondere Ausbildung, eine besondere Qualifikation und ein besonderes Vertrauensverh&auml;ltnis zum Auftraggeber herausgehoben sind, hat die urspr&uuml;nglich vom RFH begr&uuml;ndete Rechtsprechung den Einsatz von Mitarbeitern durch die Vervielf&auml;ltigungstheorie eng begrenzt. Wenn der Gesetzgeber des St&Auml;ndG 1960 diese Begrenzung f&uuml;r die freien Berufe als &uuml;berholt angesehen und durch die offenere Regelung des &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 S&auml;tze 3 und 4 EStG ersetzt hat, so muss diese Erleichterung erst recht f&uuml;r die weniger herausgehobenen und eher kaufm&auml;nnisch gepr&auml;gten T&auml;tigkeiten i.S. von &sect; 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG gelten. Denn Anlass f&uuml;r die Entwicklung der Vervielf&auml;ltigungstheorie war der herausgehobene Status der freien Berufe, der den T&auml;tigkeiten i.S. von &sect; 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG gerade nicht zukommt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Die danach gebotene entsprechende Anwendung des &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 S&auml;tze 3 und 4 EStG f&uuml;r T&auml;tigkeiten i.S. von &sect; 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG entspricht auch dem Gebot verfassungskonformer Auslegung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Denn ein nach dem Ma&szlig;stab des Art. 3 Abs. 1 des Grundgesetzes sachlich begr&uuml;ndetes Differenzierungsmerkmal f&uuml;r eine Ungleichbehandlung zwischen einem Freiberufler, der nach &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 S&auml;tze 3 und 4 EStG qualifizierte Mitarbeiter steuerunsch&auml;dlich besch&auml;ftigen kann, und einem Insolvenzverwalter oder anderen Verm&ouml;gensverwalter i.S. von &sect; 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG ist nicht ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die somit auch f&uuml;r Insolvenzverwalter und Zwangsverwalter als Verm&ouml;gensverwalter i.S. des &sect; 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG zul&auml;ssige Mitarbeit fachlich Vorgebildeter setzt allerdings voraus, dass der Berufstr&auml;ger trotz solcher Mitarbeiter weiterhin seinen Beruf leitend und eigenverantwortlich i.S. des &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 EStG aus&uuml;bt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Diesem Erfordernis entspricht eine Berufsaus&uuml;bung nur, wenn sie &uuml;ber die Festlegung der Grundz&uuml;ge der Organisation und der dienstlichen Aufsicht hinaus durch Planung, &Uuml;berwachung und Kompetenz zur Entscheidung in Zweifelsf&auml;llen gekennzeichnet ist (BFH-Urteile vom 29. Juli 1965 IV 61\/65 U, BFHE 83, 154, BStBl III 1965, 557; vom 5. Juni 1997 IV R 43\/96, BFHE 183, 424, BStBl II 1997, 681) und die Teilnahme des Berufstr&auml;gers an der praktischen Arbeit in ausreichendem Ma&szlig;e gew&auml;hrleistet (BFH-Urteil vom 11. September 1968 I R 173\/66, BFHE 93, 468, BStBl II 1968, 820; BFH-Beschluss vom 7. Oktober 1987 X B 54\/87, BFHE 151, 147, BStBl II 1988, 17; BFH-Urteil vom 30. September 1999 V R 56\/97, BFHE 189, 569; BFH-Beschluss vom 31. August 2005 IV B 205\/03, BFH\/NV 2006, 48, m.w.N).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nur unter diesen Voraussetzungen tr&auml;gt die Arbeitsleistung &#8211;selbst wenn der Berufstr&auml;ger ausnahmsweise in einzelnen Routinef&auml;llen nicht mitarbeitet&#8211; den erforderlichen &quot;Stempel der Pers&ouml;nlichkeit&quot; des Steuerpflichtigen (BFH-Urteile vom 1. Februar 1990 IV R 140\/88, BFHE 159, 535, BStBl II 1990, 507; vom 21. M&auml;rz 1995 XI R 85\/93, BFHE 177, 377, BStBl II 1995, 732; vom 14. M&auml;rz 2007 XI R 59\/05, BFH\/NV 2007, 1319).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ob diese Voraussetzungen unter Ber&uuml;cksichtigung der jeweiligen Arbeitsorganisaton einer Insolvenzverwalter- oder Zwangsverwalterpraxis wie auch der Zahl der betreuten Verfahren und der Zahl qualifizierter Mitarbeiter vorliegen, ist eine Frage der Tatsachenfeststellung und -w&uuml;rdigung, die den Finanzgerichten als Tatsacheninstanz obliegt. Diese W&uuml;rdigung ist jeweils nach den tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnissen des Einzelfalls und den Besonderheiten des jeweiligen Berufs vorzunehmen (BFH-Entscheidung vom 7. Mai 1997 V B 112\/96, BFH\/NV 1997, 800).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Ma&szlig;st&auml;be f&uuml;r die W&uuml;rdigung der vom FA und dem FG festzustellenden Tatsachen zur Mitarbeiterbeteiligung werden dabei insbesondere bei Aus&uuml;bung der Insolvenzverwaltert&auml;tigkeit im Wesentlichen dadurch bestimmt, was nach den Regelungen der InsO zu den h&ouml;chstpers&ouml;nlich auszuf&uuml;hrenden Aufgaben eines Insolvenzverwalters geh&ouml;rt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Dabei er&ouml;ffnet das Leitbild der Insolvenzverwaltung als kaufm&auml;nnisch-praktische T&auml;tigkeit unter Verwertung besonderer Wirtschafts- und Rechtskenntnisse (vgl. BFH-Urteil in BFHE 73, 100, BStBl III 1961, 306) einen umso gr&ouml;&szlig;eren Spielraum f&uuml;r die Besch&auml;ftigung von Mitarbeitern, je mehr es um einfachere kaufm&auml;nnisch-praktische T&auml;tigkeiten geht. Je mehr die Insolvenzverwaltert&auml;tigkeit dagegen Grundentscheidungen in der Durchf&uuml;hrung des Insolvenzverfahrens betrifft und damit eher besondere Wirtschafts- und Rechtskenntnisse erforderlich macht, spricht dies f&uuml;r die Notwendigkeit h&ouml;chstpers&ouml;nlicher T&auml;tigkeit des Berufstr&auml;gers.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Mit Blick auf dieses Leitbild ist zu beurteilen, inwieweit typische Insolvenzverwaltert&auml;tigkeiten (vgl. dazu FG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 21. Juni 2007&nbsp;&nbsp;4 K 2063\/05, EFG 2007, 1523) durch den jeweils bestellten Insolvenzverwalter h&ouml;chstpers&ouml;nlich vorzunehmen sind oder im Rahmen eigenverantwortlicher und leitender T&auml;tigkeit des Insolvenzverwalters auf Mitarbeiter &uuml;bertragen werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Dabei tr&auml;gt schon die insolvenzrechtliche Verg&uuml;tungsordnung vom 19. August 1998 (BGBl I 1998, 2205) dem Umstand Rechnung, dass es f&uuml;r einen Insolvenzverwalter regelm&auml;&szlig;ig faktisch unm&ouml;glich ist, alle kaufm&auml;nnischen Einzelakte pers&ouml;nlich auszu&uuml;ben (vgl. Smid, DZWIR 2002, 265). Deshalb sieht sie ausdr&uuml;cklich die &Uuml;bertragung einzelner Gesch&auml;fte auf Dritte vor, indem sie den Verg&uuml;tungsanspruch danach differenziert, ob und inwieweit der Insolvenzverwalter in Aus&uuml;bung seines Amtes selbst handelt (Verrichtungen vornimmt) oder ob und inwieweit er sich dabei Dritter bedient (Smid, DZWIR 2002, 265). Die danach berufstypische &Uuml;bertragbarkeit etwa der Verwertung der Masse auf Dritte weist aus, dass der Kernbereich der T&auml;tigkeit des Insolvenzverwalters im Wesentlichen durch die Organisation der Verfahrensabwicklung im Ganzen gekennzeichnet ist und eine &Uuml;bertragung von Einzelgesch&auml;ften bei der Verwertung der Masse und bei der sonstigen Abwicklung unter Genehmigungsvorbehalt des Insolvenzverwalters nicht ausgeschlossen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Danach ist f&uuml;r die Abgrenzung von zul&auml;ssiger Mitarbeiterbesch&auml;ftigung und gebotener h&ouml;chstpers&ouml;nlicher Berufsaus&uuml;bung des Insolvenzverwalters entscheidend, ob Organisation und Abwicklung des Insolvenzverfahrens insgesamt den &quot;Stempel der Pers&ouml;nlichkeit&quot; desjenigen tragen, dem nach &sect; 56 InsO das Amt des Insolvenzverwalters vom Insolvenzgericht &uuml;bertragen worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies erfordert, dass die Entscheidungen &uuml;ber das &quot;Ob&quot; bestimmter Einzelakte im Rahmen des Insolvenzverfahrens wie z.B. die F&uuml;hrung eines Anfechtungsprozesses oder die Aufnahme eines nach &sect; 240 der Zivilprozessordnung unterbrochenen Prozesses, die Entscheidung &uuml;ber die K&uuml;ndigung und Entlassung von Arbeitnehmern sowie die Entscheidung &uuml;ber die Art der Verwertung der Masse durch den Insolvenzverwalter pers&ouml;nlich zu treffen sind. Auch die zentralen Aufgaben des Insolvenzverwalters wie die Berichtspflicht gegen&uuml;ber dem Insolvenzgericht, der Gl&auml;ubigerversammlung und dem Gl&auml;ubigerausschuss (&sect;&sect; 58 Abs. 1 Satz 2, 69, 79, 152, 156 InsO), seine Pflicht zur Erstellung eines Insolvenzplans nach &sect; 218 InsO auf entsprechenden Beschluss der Gl&auml;ubigerversammlung (&sect; 157 InsO) wie auch die Schlussrechnungslegung (&sect; 66 InsO) muss er unbeschadet etwaiger Zulieferungs- und Hilfsarbeiten seiner Mitarbeiter im Wesentlichen selbst vornehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hat er Entscheidungen dieser Art (h&ouml;chstpers&ouml;nlich) getroffen, bleibt seine T&auml;tigkeit auch dann eine solche i.S. des &sect; 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG, wenn er das &quot;Wie&quot;, n&auml;mlich die kaufm&auml;nnisch-technische Umsetzung dieser Entscheidung wie z.B. die anwaltliche Durchf&uuml;hrung eines Prozesses, die K&uuml;ndigung bzw. Abwicklung der Entlassung von Arbeitnehmern oder die Verwertung der Masse durch Versteigerung auf Dritte &uuml;bertr&auml;gt. Denn der Gesetzgeber hat in der InsO f&uuml;r diese kaufm&auml;nnisch-technischen Abwicklungsma&szlig;nahmen, anders als f&uuml;r die Berichtspflichten nach den &sect;&sect; 58 Abs. 1 Satz 2, 156 InsO, keine h&ouml;chstpers&ouml;nliche Wahrnehmung durch den Insolvenzverwalter vorgeschrieben (vgl. zu diesen Abwicklungsma&szlig;nahmen auch FG Rheinland-Pfalz, Urteil in EFG 2007, 1523). Sie k&ouml;nnen mithin entsprechend &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 EStG qualifizierten Hilfspersonen &uuml;bertragen werden (vgl. Smid, DZWIR 2002, 265; Schmid, DZWIR 2002, 316).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ee) Auf dieser Grundlage kann allein aus der Anzahl der f&uuml;r einen Insolvenzverwalter t&auml;tigen Hilfspersonen nicht abgeleitet werden, inwieweit der Insolvenzverwalter seine Aufgaben selbst&auml;ndig und h&ouml;chstpers&ouml;nlich wahrnimmt. Deshalb kann nicht allein wegen der Besch&auml;ftigung von mehr als einem (gleich) qualifizierten Mitarbeiter die gewerbliche Qualifizierung der Eink&uuml;nfte des Insolvenzverwalters gefolgert werden (Mitlehner, Neue Zeitschrift f&uuml;r das Recht der Insolvenz und Sanierung 2002, 190; Leibner, DZWIR 2002, 273; Stahlschmidt, BB 2002, 1727). Dies gilt umso mehr, als die Insolvenzverwaltert&auml;tigkeit als kaufm&auml;nnisch-praktische Aufgabe (BFH-Urteil in BFHE 73, 100, BStBl III 1961, 306) weniger durch einen &quot;pers&ouml;nlichen Dienst am Kunden&quot; als vielmehr durch eine Vielzahl von Einzelgesch&auml;ften und einen dadurch bedingten hohen Mitarbeitereinsatz gepr&auml;gt wird (vgl. zu diesem Unterscheidungskriterium BFH-Entscheidungen in BFH\/NV 1997, 800; in BFHE 183, 424, BStBl II 1997, 681; in BFH\/NV 1998, 224; in BFHE 189, 569; vom 30. August 2007 XI B 1\/07, BFH\/NV 2007, 2280; vom 21. Januar 1999 XI B 126\/96, BFH\/NV 1999, 822 &#8211; jeweils zum Pflegedienst).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Deshalb hat ein Insolvenzverwalter die erforderlichen h&ouml;chstpers&ouml;nlichen Organisations- und Entscheidungsleistungen im Regelfall selbst bei einer Mehrzahl besch&auml;ftigter qualifizierter Personen erbracht, wenn er &uuml;ber das &quot;Ob&quot; der einzelnen Abwicklungsma&szlig;nahmen in jedem der von ihm betreuten Verfahren entschieden hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Nach diesen Grunds&auml;tzen ist nach Ma&szlig;gabe der tats&auml;chlichen Feststellungen des FG die im Streitfall ausge&uuml;bte Insolvenzverwaltert&auml;tigkeit ebenso wie die Zwangsverwaltert&auml;tigkeit als (sonstige) selbst&auml;ndige Arbeit i.S. von &sect; 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG zu beurteilen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die gegenteilige Auffassung des FG gr&uuml;ndet sich allein auf die Feststellung, dass Gegenstand der T&auml;tigkeit der angestellten Rechtsanw&auml;lte und sonstigen Hilfspersonen nicht nur vorbereitende und mechanische, sondern auch Fachwissen erfordernde qualifizierte Arbeiten waren und die Gesellschafter der Kl&auml;gerin damit von aufwendigen T&auml;tigkeiten ihrer Insolvenzf&auml;lle entlastet wurden. Eine solche Entlastung &uuml;berschreitet indessen nur dann die durch &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 EStG gezogenen Grenzen, wenn Entscheidungen &uuml;ber Art und Umfang von T&auml;tigkeiten betroffen sind, die vom Insolvenzverwalter h&ouml;chstpers&ouml;nlich wahrzunehmen sind (Entscheidungen &uuml;ber das &quot;Ob&quot; bestimmter Abwicklungsma&szlig;nahmen entsprechend den Ausf&uuml;hrungen unter II.3.c dd) und deren &Uuml;berlassung an Mitarbeiter mithin nicht mehr dem Gebot leitender und eigenverantwortlicher Berufsaus&uuml;bung i.S. des &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 EStG entspricht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>52<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine solche Aufgabenverschiebung der Gesellschafter hin zu den angestellten Mitarbeitern hat das FG nicht festgestellt; sie ist auch den Akten im &Uuml;brigen nicht zu entnehmen. Insbesondere kann nicht allein aus der H&ouml;he der Erl&ouml;se aus der Insolvenzverwaltert&auml;tigkeit auf eine solche Aufgabenverschiebung geschlossen werden. Vielmehr ist aufgrund der bereits im Verfahren vor dem FG wie auch in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem erkennenden Senat unstreitig gebliebenen Struktur der Insolvenzfallbearbeitung mit einem Gesellschafter sowie einem angestellten Anwalt und einer weiteren Angestellten je Insolvenzfall sowie angesichts der j&auml;hrlich zwischen 3 und 48 F&auml;llen zu bearbeitenden Zahl kein Ansatz f&uuml;r die Annahme zu sehen, die Gesellschafter h&auml;tten ihre jeweilige T&auml;tigkeit nicht eigenverantwortlich und leitend i.S. des &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 EStG ausge&uuml;bt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>53<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dieses Ergebnis wird auch nicht durch die unstreitig erzielten gewerblichen Eink&uuml;nfte der Kl&auml;gerin beeintr&auml;chtigt, weil der Anteil dieser Eink&uuml;nfte weniger als 1 % betrug und damit nach Ma&szlig;gabe der Rechtsprechung innerhalb der Bagatellgrenze von unter 1,25 % bleibt, die eine Anwendung der Abf&auml;rbewirkung nach &sect; 15 Abs. 3 Nr. 1 EStG ausschlie&szlig;t (vgl. dazu BFH-Urteile vom 11. August 1999 XI R 12\/98, BFHE 189, 419, BStBl II 2000, 229; vom 28. Oktober 2008 VIII R 73\/06, BFHE 223, 218, BStBl II 2009, 647).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 15.12.2010, VIII R 50\/09 Insolvenzverwaltert&auml;tigkeit als sonstige selbst&auml;ndige Arbeit auch bei Besch&auml;ftigung qualifizierter Mitarbeiter &#8211; Gleichbehandlung freiberuflicher T&auml;tigkeiten &#8211; Aufgabe der Rechtsprechung zur sog. Vervielf&auml;ltigungstheorie &#8211; Abgrenzung von zul&auml;ssiger Mitarbeiterbesch&auml;ftigung und gebotener h&ouml;chstpers&ouml;nlicher Berufsaus&uuml;bung des Insolvenzverwalters &#8211; Abf&auml;rbewirkung nach &sect; 15 Abs. 3 Nr. 1 EStG &#8211; Bagatellgrenze Leits&auml;tze 1. 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