{"id":11170,"date":"2012-12-06T17:49:47","date_gmt":"2012-12-06T15:49:47","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=11170"},"modified":"2012-12-06T17:49:47","modified_gmt":"2012-12-06T15:49:47","slug":"i-r-68-10-keine-verzinsung-von-an-den-steuerpflichtigen-erstatteten-steuerabzugsbetraegen-keine-verfassungswidrigkeit-des-ausnahmslosen-ausschlusses-der-steuerabzugsbetraege-aus-der-vollverzinsung-des","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-68-10-keine-verzinsung-von-an-den-steuerpflichtigen-erstatteten-steuerabzugsbetraegen-keine-verfassungswidrigkeit-des-ausnahmslosen-ausschlusses-der-steuerabzugsbetraege-aus-der-vollverzinsung-des\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;68\/10 &#8211; Keine Verzinsung von an den Steuerpflichtigen erstatteten Steuerabzugsbetr&auml;gen &#8211; Keine Verfassungswidrigkeit des ausnahmslosen Ausschlusses der Steuerabzugsbetr&auml;ge aus der Vollverzinsung des &sect; 233a AO"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.11.2010, I R 68\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Verzinsung von an den Steuerpflichtigen erstatteten Steuerabzugsbetr&auml;gen &#8211; Keine Verfassungswidrigkeit des ausnahmslosen Ausschlusses der Steuerabzugsbetr&auml;ge aus der Vollverzinsung des &sect; 233a AO<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) war als leitender Angestellter einer inl&auml;ndischen Versicherungsgesellschaft t&auml;tig. Seit Mitte 2001 &uuml;bte er diese T&auml;tigkeit in Irland aus und hatte dort seinen Wohnsitz. Aus im Jahr 1997 zugesagten Aktienoptionen flossen ihm im Jahr 2002 geldwerte Vorteile zu. Der Arbeitgeber unterwarf diese dem Lohnsteuerabzug gem&auml;&szlig; &sect; 39b Abs. 3 Satz 9 i.V.m. &sect; 34 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG 2002).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach einer Lohnsteuerau&szlig;enpr&uuml;fung setzte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) unter Berufung auf &sect; 50 Abs. 1 Satz 3 EStG 2002 mit Nachforderungsbescheid vom 24. Februar 2004 unmittelbar gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger Lohnsteuer in H&ouml;he von 37.804 EUR fest. Der Kl&auml;ger zahlte diesen Betrag am 29. M&auml;rz 2004. Nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhob er Klage. W&auml;hrend dieses Klageverfahrens &auml;nderte der Gesetzgeber &sect; 50 Abs. 1 Satz 3 EStG 2002 dahingehend, dass die Einschr&auml;nkungen hinsichtlich der Anwendbarkeit des &sect; 34 EStG 2002 entfielen, und zwar f&uuml;r Staatsangeh&ouml;rige eines Mitgliedstaates der Europ&auml;ischen Union auf Antrag auch f&uuml;r Veranlagungszeitr&auml;ume vor 2008. Daraufhin hob das FA den Nachforderungsbescheid mit Schreiben vom 20. Juni 2008 auf und erstattete den nachgeforderten Betrag.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragte daraufhin vergeblich, f&uuml;r diesen Betrag Erstattungszinsen gem&auml;&szlig; &sect; 233a der Abgabenordnung (AO) festzusetzen. Die deswegen erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) K&ouml;ln mit in Entscheidungen der Finanzgerichte 2010, 1386 ver&ouml;ffentlichtem Urteil vom 18. M&auml;rz 2010&nbsp;&nbsp;11 K 459\/09 ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger st&uuml;tzt seine Revision auf eine Verletzung materiellen Rechts. Er beantragt, das Urteil des FG aufzuheben und Zinsen gem&auml;&szlig; &sect; 233a AO f&uuml;r den Zeitraum vom 29. M&auml;rz 2004 bis 30. September 2006 in H&ouml;he von 5.670 EUR festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet. Das FG hat zu Recht entschieden, dass die an den Kl&auml;ger erstattete Lohnsteuer nicht gem&auml;&szlig; &sect; 233a AO zu verzinsen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect; 233a Abs. 1 Satz 1 AO ist der Unterschiedsbetrag, der sich nach &sect; 233a Abs. 3 AO u.a. bei der Festsetzung der Einkommensteuer ergibt, zu verzinsen. Dies gilt nach &sect; 233a Abs. 1 Satz 2 AO jedoch nicht bei der Festsetzung von Vorauszahlungen und Steuerabzugsbetr&auml;gen. Der Gesetzgeber hat Vorauszahlungen und Steuerabzugsbetr&auml;ge aus dem sachlichen Anwendungsbereich des &sect; 233a AO ausgenommen, weil eine Verzinsung &quot;in aller Regel ins Leere gehen (w&uuml;rde), da die Steuerfestsetzungen bzw. Steueranmeldungen insoweit zeitnah, d.h. innerhalb der vorgesehenen Karenzzeit von 15 Monaten, erfolgen und nach der Steuerfestsetzung oder Steueranmeldung das geltende Zins- und S&auml;umnisrecht eingreift&quot; (BTDrucks 11\/2157, S. 195). Dar&uuml;ber hinaus w&uuml;rde eine eigenst&auml;ndige Verzinsung dieser Betr&auml;ge eine erhebliche Verkomplizierung der Vollverzinsung mit sich bringen (Heuermann in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect; 233a AO Rz 20). Von der Verzinsung ausgeschlossen sind sowohl erstattete als auch nachgeforderte Vorauszahlungen und Steuerabzugsbetr&auml;ge.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG hat zutreffend angenommen, dass durch einen Lohnsteuer-Nachforderungsbescheid, der gem&auml;&szlig; &sect; 42d Abs. 3 S&auml;tze 1 und 4 EStG 2002 gegen&uuml;ber dem Arbeitnehmer ergeht, Steuerabzugsbetr&auml;ge i.S. von &sect; 233a Abs. 1 Satz 2 AO festgesetzt und im Falle der sp&auml;teren Aufhebung des Lohnsteuer-Nachforderungsbescheids Steuerabzugsbetr&auml;ge erstattet werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Kl&auml;ger, der im Jahr 2002 im Inland weder einen Wohnsitz noch seinen gew&ouml;hnlichen Aufenthalt hatte, unterlag mit seinen Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit, die er im Jahr 2002 aus seiner fr&uuml;heren im Inland ausge&uuml;bten T&auml;tigkeit bezog, gem&auml;&szlig; &sect; 49 Abs. 1 Nr. 4 Buchst. a EStG 2002 der inl&auml;ndischen beschr&auml;nkten Steuerpflicht. Die Einkommensteuer wird bei beschr&auml;nkt steuerpflichtigen Eink&uuml;nften i.S. des &sect; 49 Abs. 1 Nr. 4 Buchst. a EStG 2002 im Wege des Steuerabzugs erhoben (&sect; 39d i.V.m. &sect; 38 EStG 2002). Kommt der Arbeitgeber seiner Pflicht, die Lohnsteuer f&uuml;r Rechnung des Arbeitnehmers bei jeder Lohnzahlung vom Arbeitslohn einzubehalten (&sect; 38 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. &sect; 38 Abs. 3 Satz 1 EStG 2002), nicht nach, haftet er f&uuml;r die Lohnsteuer (&sect; 42d Abs. 1 Nr. 1 EStG 2002). Das FA kann jedoch auch den Arbeitnehmer nach Ma&szlig;gabe des &sect; 42d Abs. 3 S&auml;tze 1 und 4 EStG 2002 durch Nachforderungsbescheid in Anspruch nehmen. Einen solchen Nachforderungsbescheid hat das FA gegen den Kl&auml;ger erlassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FA hat damit einen Steuerabzugsbetrag i.S. des &sect; 233a Abs. 1 Satz 2 AO festgesetzt (gl.A. Heuermann in H&uuml;bschmann\/ Hepp\/Spitaler, &sect; 233a AO Rz 20; Loose in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 233a AO Rz 9; K&ouml;gel in Beermann\/Gosch, &sect; 233a AO Rz 5.17; Koenig in Pahlke\/Koenig, Abgabenordnung, 2. Aufl., &sect; 233a Rz 15).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Steuerabzugsbetrag ist derjenige Betrag, der nach dem Gesetz vom Steuerabzugsverpflichteten f&uuml;r fremde Rechnung einzubehalten und an das FA abzuf&uuml;hren ist. Hat der Arbeitgeber den Steuerabzug nicht entsprechend den gesetzlichen Vorgaben in &sect; 39d i.V.m. &sect; 38 EStG 2002 vorgenommen und macht das FA den Anspruch gegen&uuml;ber dem Arbeitnehmer durch Nachforderungsbescheid gem&auml;&szlig; &sect; 42d Abs. 3 S&auml;tze 2 und 4 EStG 2002 geltend, &auml;ndert sich der Charakter der Lohnsteuer als Abzugssteuer nicht. Es handelt sich ebenso wenig wie das Erstattungsverfahren nach &sect; 50 Abs. 5 Satz 2 Nr. 3 EStG 2002 (vgl. Senatsbeschluss vom 18. September 2007 I R 15\/05, BFHE 219, 1, BStBl II 2008, 332) um eine Veranlagung zur Einkommensteuer, sondern um ein verl&auml;ngertes Steuerabzugsverfahren. Denn Ma&szlig;stab ist allein die vom Arbeitgeber vorschriftswidrig nicht einbehaltene Lohnsteuer. Dieser nicht einbehaltene Steuerabzugsbetrag und nicht die bei einer Einkommensteuerveranlagung tats&auml;chlich festzusetzende Einkommensteuer wird nachgefordert. Dementsprechend wird die beim Arbeitnehmer nacherhobene Lohnsteuer bei einer Veranlagung zur Einkommensteuer nur gem&auml;&szlig; &sect; 36 Abs. 2 Satz 2 Nr. 2 EStG 2002 angerechnet. Bei beschr&auml;nkt Einkommensteuerpflichtigen &#8211;wie dem Kl&auml;ger&#8211; hat die nachgeforderte Lohnsteuer ebenso wie die vom Arbeitgeber einbehaltene Lohnsteuer abgeltende Wirkung (&sect; 50 Abs. 5 Satz 1 EStG 2002).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die vom Kl&auml;ger bef&uuml;rwortete Auslegung des &sect; 233a AO dahingehend, dass unter Steuerabzugsbetr&auml;gen nur solche Betr&auml;ge zu verstehen sind, die der Abf&uuml;hrungsverpflichtete selbst an das FA gef&uuml;hrt hat, ist nicht sachgerecht. Sie widerspricht dem Willen des Gesetzgebers. Aus der Gesetzesbegr&uuml;ndung ergibt sich eindeutig, dass gegen&uuml;ber dem Steuerschuldner nachgeforderte Abzugssteuern unverzinst bleiben sollen (BTDrucks 11\/2157, S. 195). Auch die vom Steuerschuldner nachgeforderte Abzugssteuer ist demnach als &quot;Steuerabzugsbetrag&quot; i.S. des &sect; 233a AO zu verstehen. Dies mag zwar darin begr&uuml;ndet sein, dass die Unterlassung des Lohnsteuerabzugs regelm&auml;&szlig;ig nicht in den Verantwortungsbereich des Arbeitnehmers f&auml;llt und es dem Gesetzgeber daher nicht angezeigt schien, in diesen F&auml;llen eine Verzinsung anzuordnen. Der Gesetzgeber hat den Ausschluss der Vorauszahlungen und der Steuerabzugsbetr&auml;ge von der Verzinsung aber in Kenntnis dessen, dass Steuerabzugsbetr&auml;ge auch an den Steuerpflichtigen erstattet werden k&ouml;nnen, bewusst ausnahmslos angeordnet; eine zwischen Erstattung und Nachforderung von Steuerabzugsbetr&auml;gen differenzierende Auslegung des Begriffs &quot;Steuerabzugsbetrag&quot; in &sect; 233a Abs. 1 Satz 2 AO ist daher mangels einer Gesetzesl&uuml;cke nicht m&ouml;glich. Wie der Bundesfinanzhof (BFH) wiederholt entschieden hat, besteht kein Anspruch auf Verzinsung s&auml;mtlicher Steuererstattungsbetr&auml;ge. Verzinsungsl&uuml;cken sind vielmehr hinzunehmen (BFH-Urteile vom 23. Februar 2006 III R 66\/03, BFHE 212, 386, BStBl II 2006, 741; vom 20. April 2006 III R 64\/04, BFHE 212, 416, BStBl II 2007, 240; Senatsurteil vom 26. April 2006 I R 122\/04, BFHE 212, 426, BStBl II 2006, 737; Senatsbeschluss in BFHE 219, 1, BStBl II 2008, 332; best&auml;tigt durch Beschluss des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 3. September 2009&nbsp;&nbsp;1 BvR 1098\/08, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 2010, 66).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der ausnahmslose Ausschluss der Steuerabzugsbetr&auml;ge aus der Vollverzinsung des &sect; 233a AO verst&ouml;&szlig;t nicht gegen Art. 3 Abs. 1 des Grundgesetzes. Der Gesetzgeber hielt sich vielmehr im Rahmen seines ihm im Steuerrecht er&ouml;ffneten Gestaltungs- und Pauschalierungsspielraums (BVerfG-Beschluss in HFR 2010, 66). &sect; 233a AO will einen Ausgleich f&uuml;r Liquidit&auml;tsvorteile herstellen, die dem Grundsatz der Gleichm&auml;&szlig;igkeit der Besteuerung widersprechen (Senatsurteil in BFHE 212, 426, BStBl II 2006, 737; Senatsbeschluss in BFHE 219, 1, BStBl II 2008, 332). Dies rechtfertigt es, den sachlichen Anwendungsbereich auf Veranlagungssteuern zu beschr&auml;nken. Der Gesetzgeber ist nicht verpflichtet, eine Verzinsung von Steuerabzugsbetr&auml;gen f&uuml;r die F&auml;lle anzuordnen, in denen es doch zu einem Liquidit&auml;tsvorteil &#8211;sei es des FA, sei es des Steuerpflichtigen&#8211; kommt. Er kann sich vielmehr am Regelfall orientieren, bei dem zeitnah an den Steuerabzug eine Veranlagung zur Einkommensteuer oder K&ouml;rperschaftsteuer folgt (vgl. BVerfG-Beschl&uuml;sse vom 10. April 1997&nbsp;&nbsp;2 BvL 77\/92, BVerfGE 96, 1, BStBl II 1997, 518; vom 9. Dezember 2008&nbsp;&nbsp;2 BvL 1, 2\/07, 1, 2\/08, BVerfGE 122, 210, BFH\/NV 2009, 338). Zwar kommt es bei beschr&auml;nkt Einkommensteuerpflichtigen, die Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit bezogen haben, h&auml;ufig nicht zu einer Veranlagung, weil die Einkommensteuer durch den Lohnsteuerabzug als abgegolten gilt (&sect; 50 Abs. 5 Satz 1 EStG 2002). Beschr&auml;nkt Einkommensteuerpflichtige aus einem Mitgliedstaat der Europ&auml;ischen Union k&ouml;nnen jedoch gem&auml;&szlig; &sect; 50 Abs. 5 Satz 2 Nr. 2 i.V.m. &sect; 46 Abs. 2 Nr. 8 EStG 2002 ebenfalls die Veranlagung zur Einkommensteuer w&auml;hlen und damit eine Verzinsung von zu Unrecht nacherhobenen Abzugssteuern erreichen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.11.2010, I R 68\/10 Keine Verzinsung von an den Steuerpflichtigen erstatteten Steuerabzugsbetr&auml;gen &#8211; Keine Verfassungswidrigkeit des ausnahmslosen Ausschlusses der Steuerabzugsbetr&auml;ge aus der Vollverzinsung des &sect; 233a AO Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) war als leitender Angestellter einer inl&auml;ndischen Versicherungsgesellschaft t&auml;tig. Seit Mitte 2001 &uuml;bte er diese T&auml;tigkeit in Irland &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-68-10-keine-verzinsung-von-an-den-steuerpflichtigen-erstatteten-steuerabzugsbetraegen-keine-verfassungswidrigkeit-des-ausnahmslosen-ausschlusses-der-steuerabzugsbetraege-aus-der-vollverzinsung-des\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;68\/10 &#8211; Keine Verzinsung von an den Steuerpflichtigen erstatteten Steuerabzugsbetr&auml;gen &#8211; Keine Verfassungswidrigkeit des ausnahmslosen Ausschlusses der Steuerabzugsbetr&auml;ge aus der Vollverzinsung des &sect; 233a AO<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-11170","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11170","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11170"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11170\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11170"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11170"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11170"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}