{"id":11179,"date":"2012-12-19T16:15:50","date_gmt":"2012-12-19T14:15:50","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=11179"},"modified":"2012-12-19T16:15:50","modified_gmt":"2012-12-19T14:15:50","slug":"ii-r-41-08-begrenzung-des-jahreswerts-von-nutzungen-verzicht-auf-gesonderte-feststellung-des-grundbesitzwerts-fuer-zwecke-des-par-16-bewg-gemischte-schenkung-durch-verzicht-auf-niessbrauch-gegen-ueber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-41-08-begrenzung-des-jahreswerts-von-nutzungen-verzicht-auf-gesonderte-feststellung-des-grundbesitzwerts-fuer-zwecke-des-par-16-bewg-gemischte-schenkung-durch-verzicht-auf-niessbrauch-gegen-ueber\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;41\/08 &#8211; Begrenzung des Jahreswerts von Nutzungen &#8211; Verzicht auf gesonderte Feststellung des Grundbesitzwerts f&uuml;r Zwecke des &sect; 16 BewG &#8211; Gemischte Schenkung durch Verzicht auf Nie&szlig;brauch gegen &Uuml;bernahme einer dauernden Last &#8211; Bindungswirkung eines bestandskr&auml;ftigen Feststellungsbescheids &#8211; Keine Anwendung des &sect; 16 BewG bei Ermittlung des Verkehrswerts von Nutzungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 15.12.2010, II R 41\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Begrenzung des Jahreswerts von Nutzungen &#8211; Verzicht auf gesonderte Feststellung des Grundbesitzwerts f&uuml;r Zwecke des &sect; 16 BewG &#8211; Gemischte Schenkung durch Verzicht auf Nie&szlig;brauch gegen &Uuml;bernahme einer dauernden Last &#8211; Bindungswirkung eines bestandskr&auml;ftigen Feststellungsbescheids &#8211; Keine Anwendung des &sect; 16 BewG bei Ermittlung des Verkehrswerts von Nutzungen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Bei der Berechnung des H&ouml;chstwerts i.S. des &sect; 16 BewG ist bei einem bebauten Grundst&uuml;ck auf die Gesamtregelung des &sect; 146 BewG einschlie&szlig;lich der Mindestwertregelung des &sect; 146 Abs. 6 BewG abzustellen.<\/p>\n<p>2. Eine gesonderte Feststellung des Grundbesitzwerts f&uuml;r Zwecke des &sect; 16 BewG ist entbehrlich, wenn aufgrund eines bereits gesondert festgestellten Grundbesitzwerts eine weitere gesonderte Feststellung f&uuml;r den Stichtag denselben Grundbesitzwert erg&auml;be.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) und ihre beiden Geschwister erhielten von ihrer Mutter aufgrund notarieller Urkunde vom 28. Dezember 2002 zu gleichen Teilen ein vermietetes bebautes Grundst&uuml;ck geschenkt. Die Mutter behielt sich ein lebenslanges, unentgeltliches Nie&szlig;brauchsrecht an dem Grundst&uuml;ck, das eine durchschnittliche Jahreskaltmiete von 88.732 EUR erzielte, vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein von der Kl&auml;gerin zum Nachweis eines geringeren gemeinen Werts vorgelegtes Sachverst&auml;ndigengutachten bewertete das Grundst&uuml;ck unter Ber&uuml;cksichtigung der Nie&szlig;brauchsbelastung von 916.000 EUR mit 850.000 EUR. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) &uuml;bernahm diesen vom FA M im Bescheid vom 22. Oktober 2003 gesondert festgestellten (Bedarfs-)Wert im Schenkungsteuerbescheid vom 21. Januar 2004 und setzte gegen die Kl&auml;gerin die Steuer f&uuml;r den Erwerb des Grundst&uuml;cks auf 17.391 EUR fest. Der Grund und Boden hat laut Feststellungsbescheid vom 22. Oktober 2003 allein als unbebautes Grundst&uuml;ck einen Wert von 1.682.500 EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 15. Juli 2004 verzichtete die 70-j&auml;hrige Mutter der Kl&auml;gerin auf den vorbehaltenen Nie&szlig;brauch gegen eine monatliche Zahlung von 3.000 EUR, die bei einem Mehrbedarf insbesondere wegen Pflegebed&uuml;rftigkeit ab&auml;nderbar war (Wertsicherungsklausel). Das FA sah in dem Nie&szlig;brauchsverzicht eine gemischte Schenkung und setzte mit Bescheid vom 15. Juli 2005 gegen die Kl&auml;gerin die Schenkungsteuer auf 32.619 EUR fest. Dabei &uuml;bernahm es den Verkehrswert des aufgegebenen Nie&szlig;brauchs aus dem Sachverst&auml;ndigengutachten (916.000 EUR). Den Verkehrswert der dauernden Last (323.640 EUR) ermittelte es nach &sect; 14 Abs. 1 des Bewertungsgesetzes in der im Streitjahr geltenden Fassung (BewG). Bei der Berechnung des Steuerwerts des aufgegebenen Nie&szlig;brauchs begrenzte das FA den Jahreswert der Nutzung gem&auml;&szlig; &sect; 16 BewG &#8211;ausgehend vom Mindestwert des Grundst&uuml;cks&#8211; auf 90.456 EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach erfolglosem Einspruch setzte das Finanzgericht (FG) die Steuer auf 30.029 EUR herab. Bei der Berechnung der Bereicherung ging das FG von einem Verkehrswert des aufgegebenen Nie&szlig;brauchs gem&auml;&szlig; &sect; 14 Abs. 1 BewG i.V.m. der Anlage 9 zu &sect; 14 BewG in H&ouml;he von 797.700 EUR (Jahresmiete 88.732 EUR x 8,990) aus, wovon auf die Kl&auml;gerin 265.900 EUR entfielen. Den Verkehrswert der dauernden Last bestimmte das FG ebenfalls nach &sect; 14 Abs. 1 BewG auf 323.640 EUR (Anteil der Kl&auml;gerin: 107.880 EUR). Die Wertsicherungsklausel blieb mangels Pflegebed&uuml;rftigkeit der Mutter unber&uuml;cksichtigt. Das FG bejahte auch den subjektiven Tatbestand der freigebigen Zuwendung, weil der vom FG als Zeugin vernommenen Mutter der Kl&auml;gerin nach deren Angaben das deutliche Missverh&auml;ltnis zwischen den Verkehrswerten des aufgegebenen Nie&szlig;brauchs (797.700 EUR) und der dauernden Last (323.640 EUR) bekannt gewesen sei. Das Urteil ist in Deutsches Steuerrecht\/ Entscheidungsdienst 2009, 1111 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin fehlerhafte Anwendung von &sect; 7 Abs. 1 Nr. 1 des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes (ErbStG), &sect; 11 ErbStG, &sect; 16 BewG und &sect; 138 Abs. 5 Satz 1 BewG. Sie sei durch den Nie&szlig;brauchsverzicht der Mutter bereits objektiv nicht bereichert worden. Zum einen sei der vom FG angesetzte Verkehrswert des aufgegebenen Nie&szlig;brauchs zu hoch. Das FG habe den Jahreswert der Nutzung von 88.732 EUR (Jahreskaltmiete) zu Unrecht nicht nach &sect; 16 BewG begrenzt. F&uuml;r das Eingreifen eines Mindestwerts nach &sect; 146 Abs. 6 BewG best&uuml;nden keine Anhaltspunkte. Au&szlig;erdem sei eine gesonderte Feststellung des Grundbesitzwerts nach &sect; 138 Abs. 5 Satz 1 BewG auf den Zeitpunkt des Nie&szlig;brauchsverzichts zu Unrecht unterblieben. Zum anderen sei der Verkehrswert der Gegenleistung vom FG zu niedrig angesetzt worden, weil es den m&ouml;glichen Mehrbedarf der Mutter infolge Pflegebed&uuml;rftigkeit nicht mit einbezogen habe. Das FG habe ferner den subjektiven Schenkungsteuertatbestand unter Versto&szlig; gegen &sect; 96 Abs. 1 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) festgestellt. Die Beweisaufnahme habe eindeutig ergeben, dass die Mutter mit der Aufhebung des Nie&szlig;brauchs weder bewusst noch gewollt etwas zugewendet habe. Sie sei davon ausgegangen, dass sie auch nach ihrem Nie&szlig;brauchsverzicht &uuml;ber gleichviel Geld verf&uuml;gen k&ouml;nne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Vorentscheidung und den Schenkungsteuerbescheid vom 15. Juli 2005 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 25. Oktober 2005 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 FGO). Das FG hat zutreffend im Verzicht auf den Nie&szlig;brauch gegen die &Uuml;bernahme einer dauernden Last eine steuerpflichtige gemischte Schenkung gesehen und auch die Bereicherung der Kl&auml;gerin richtig bestimmt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Schenkungsteuertatbestand des &sect; 7 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG setzt objektiv eine Verm&ouml;gensverschiebung voraus, d.h. eine Verm&ouml;gensminderung auf der Seite des Zuwendenden und eine Verm&ouml;gensmehrung auf der Seite des Bedachten, und subjektiv den Willen des Zuwendenden zur Freigebigkeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Im Falle der so genannten gemischten Schenkung ist der objektive Tatbestand einer freigebigen Zuwendung erf&uuml;llt, wenn gemessen am Verkehrswert einer h&ouml;herwertigen Leistung eine Gegenleistung von geringerem Wert gegen&uuml;bersteht und die h&ouml;herwertige Leistung neben Elementen der Freigebigkeit auch Elemente eines Austauschvertrages enth&auml;lt, ohne dass sich die h&ouml;herwertige Leistung in zwei selbst&auml;ndige Leistungen aufteilen l&auml;sst (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 19. Dezember 2007 II R 22\/06, BFH\/NV 2008, 962, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Voraussetzungen sind im Streitfall erf&uuml;llt. Der Verkehrswert des aufgegebenen Nie&szlig;brauchs war erheblich h&ouml;her als der Verkehrswert der von der Kl&auml;gerin und ihren Geschwistern &uuml;bernommenen Zahlungen. Dies zeigt sich unabh&auml;ngig von der genauen Berechnung der Verkehrswerte von Leistung und Gegenleistung (dazu nachfolgend 2.) bereits darin, dass die von der Mutter noch als Nie&szlig;braucherin vereinnahmte Miete (j&auml;hrlich 88.732 EUR) deutlich h&ouml;her war als der nach dem Nie&szlig;brauchsverzicht bestehende Versorgungsanspruch (j&auml;hrlich 36.000 EUR).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Da die Jahresmiete die j&auml;hrlichen Versorgungsleistungen um etwa das Zweieinhalbfache &uuml;berstieg, ist ferner davon auszugehen, dass die Mutter der Kl&auml;gerin das auffallend grobe Missverh&auml;ltnis erkannt hat, so dass sie in dem Bewusstsein handelte, f&uuml;r den Nie&szlig;brauchsverzicht keine gleichwertige Gegenleistung zu erhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei einer gemischten Schenkung muss bei einem auffallend groben Missverh&auml;ltnis zwischen den Verkehrswerten von Leistung und Gegenleistung nach der Lebenserfahrung zun&auml;chst davon ausgegangen werden, dass die Vertragsparteien dieses Missverh&auml;ltnis erkannt haben, ohne dass es auf die Kenntnis des genauen Ausma&szlig;es des Wertunterschiedes ankommt (vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichtshofs vom 26. M&auml;rz 1981 IVa ZR 154\/80, Neue Juristische Wochenschrift 1981, 1956). In einem solchen Fall muss derjenige, der behauptet, zumindest dem Zuwendenden sei das auffallend grobe Missverh&auml;ltnis nicht bekannt gewesen, dies durch konkreten Vortrag entkr&auml;ften (vgl. BFH-Urteile vom 10. September 1986 II R 81\/84, BFHE 148, 69, BStBl II 1987, 80; vom 5. Dezember 1990 II R 109\/86, BFHE 163, 223, BStBl II 1991, 181; vom 1. Juli 1992 II R 70\/88, BFHE 168, 380, BStBl II 1992, 921). An einem solchen Vortrag der Kl&auml;gerin fehlt es. Die Beweisw&uuml;rdigung des FG l&auml;sst insoweit keinen Versto&szlig; gegen &sect; 96 Abs. 1 Satz 1 FGO erkennen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das Ausma&szlig; der Bereicherung (&sect; 10 Abs. 1 Satz 1 ErbStG) bestimmt sich bei einer gemischten Schenkung nach dem Verh&auml;ltnis des Verkehrswerts der Bereicherung des Beschenkten zum Verkehrswert der Leistung des Schenkers; die Gegenleistung ist entsprechend ihrem Anteil am Verkehrswert der Leistung des Zuwendenden von deren Steuerwert abzuziehen (BFH-Urteil vom 24. November 2005 II R 11\/04, BFH\/NV 2006, 744, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Verkehrswert des Nie&szlig;brauchsverzichts betr&auml;gt insgesamt 797.700 EUR, wovon auf die Kl&auml;gerin 265.900 EUR entfallen. Der Jahreswert der Nutzung gem&auml;&szlig; &sect; 15 Abs. 3 BewG (Jahreskaltmiete von 88.732 EUR) war nach &sect; 14 Abs. 1 BewG i.V.m. der Anlage 9 zu &sect; 14 BewG entsprechend dem Alter der Mutter (70 Jahre) mit dem Vervielf&auml;ltiger von 8,990 zu multiplizieren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Als Verkehrswert der Leistung des Schenkers und der Gegenleistung des Beschenkten ist jeweils der gemeine Wert i.S. des &sect; 9 BewG anzusetzen (BFH-Urteil in BFH\/NV 2006, 744). Bei seiner Feststellung sind (mit Ausnahme ungew&ouml;hnlicher oder pers&ouml;nlicher Verh&auml;ltnisse) alle Umst&auml;nde zu ber&uuml;cksichtigen, die den Preis beeinflussen k&ouml;nnen (&sect; 9 Abs. 2 BewG; BFH-Urteil in BFH\/NV 2008, 962, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA kann bei der Festsetzung der Schenkungsteuer f&uuml;r eine gemischte Schenkung aus Gr&uuml;nden der Verwaltungsvereinfachung lebensl&auml;ngliche Nutzungen und Leistungen mit dem sich aus &sect; 14 Abs. 1 BewG i.V.m. der Anlage 9 zu &sect; 14 BewG ergebenden Kapitalwert ansetzen, wenn nicht der Steuerpflichtige den Ansatz des Verkehrswerts verlangt. Der Verkehrswert entspricht dem Betrag, der auf der Grundlage der bei Rentenbeginn ma&szlig;gebenden (abgek&uuml;rzten) Sterbetafel des Statistischen Bundesamtes f&uuml;r die Begr&uuml;ndung eines den getroffenen Vereinbarungen entsprechenden Rentenanspruchs zugunsten des Schenkers oder der vertraglich bestimmten Person an ein Lebensversicherungsunternehmen entrichtet werden m&uuml;sste (vgl. BFH-Urteil vom 8. Februar 2006 II R 38\/04, BFHE 213, 102, BStBl II 2006, 475, unter II.3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Bewertung anhand der Anlage 9 zu &sect; 14 BewG nach der allgemeinen Lebenserwartung des Schenkers kommt lediglich dann nicht in Betracht, wenn am Bewertungsstichtag bei objektiver Betrachtung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vorauszusehen ist, dass die Lebenserwartung des Leistungsempf&auml;ngers geringer sein w&uuml;rde als allgemein f&uuml;r Personen gleichen Alters (BFH-Urteil vom 17. Oktober 2001 II R 72\/99, BFHE 196, 296, BStBl II 2002, 25, unter II.4.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall durfte das FG den Verkehrswert des aufgegebenen Nie&szlig;brauchs anhand der Anlage 9 zu &sect; 14 BewG bestimmen. Entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin hat das FG dabei das Stichtagsprinzip (&sect; 11 ErbStG) beachtet. Es ist insoweit zu Recht von der Berechnung des FA abgewichen, das den Nie&szlig;brauchswert aus dem Sachverst&auml;ndigengutachten zugrunde gelegt hat, obwohl dort der Nie&szlig;brauch auf den Zeitpunkt der &uuml;ber 1 1\/2 Jahre zur&uuml;ckliegenden Grundst&uuml;cksschenkung bewertet wurde. Die Kl&auml;gerin hat keine Berechnung des Verkehrswerts auf der Grundlage der (abgek&uuml;rzten) Sterbetafel des Statistischen Bundesamtes verlangt. Anhaltspunkte f&uuml;r eine k&uuml;rzere Lebenserwartung der Mutter der Kl&auml;gerin bestanden nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect; 16 BewG ist bei der Ermittlung des Verkehrswerts von Nutzungen nicht anzuwenden (R 17 Abs. 5 Satz 3 Halbsatz 2 der Erbschaftsteuer-Richtlinien &#8211;ErbStR&#8211; 2003; Moench in Moench\/ Weinmann, &sect; 7 ErbStG Rz 98; Schuck in Viskorf\/Knobel\/Schuck, Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz, Bewertungsgesetz, 3. Aufl. 2009, &sect; 7 ErbStG Rz 52; Kapp\/Ebeling, &sect; 7 ErbStG, Rz 80.13; Fischer in Fischer\/J&uuml;ptner\/Pahlke\/Wachter, ErbStG Kommentar, 2. Aufl. 2010, &sect; 7 Rz 363; Gebel in Troll\/Gebel\/ J&uuml;licher, ErbStG, &sect; 7 Rz 211). Die Vorschrift enth&auml;lt eine bewertungsrechtliche Sonderregelung zur Ermittlung des Steuerwerts einer Nutzung. Sie ist zur Bestimmung von deren Verkehrswert ungeeignet, da sie auf die Vorschriften des BewG und somit &#8211;bei grundst&uuml;cksbezogenen Nutzungen&#8211; auf die Bedarfsbewertung von Grundst&uuml;cken verweist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Verkehrswert der dauernden Last betr&auml;gt gem&auml;&szlig; &sect; 14 Abs. 1 BewG i.V.m. der Anlage 9 zu &sect; 14 BewG 323.640 EUR (j&auml;hrliche Versorgungsleistungen von 36.000 EUR x 8,990). Auf die Kl&auml;gerin entf&auml;llt hiervon ein Anteil von 107.880 EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Wertsicherungsklausel ber&uuml;cksichtigte das FG zu Recht nicht. Solche Klauseln sind &#8211;auch bei der Verkehrswertermittlung&#8211; erst zu beachten, soweit die &Auml;nderungen der wiederkehrend zu entrichtenden Betr&auml;ge bis zur Steuerfestsetzung oder w&auml;hrend eines Rechtsbehelfsverfahrens eingetreten sind (&sect; 12 Abs. 1 ErbStG i.V.m. &sect;&sect; 6 und 5 Abs. 2 BewG). Sp&auml;tere Erh&ouml;hungen der laufenden Zahlungen f&uuml;hren als r&uuml;ckwirkendes Ereignis nach &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 der Abgabenordnung zu einer entsprechenden &Auml;nderung des Schenkungsteuerbescheids (BFH-Urteil in BFHE 213, 102, BStBl II 2006, 475, m.w.N.). Die H&ouml;he der dauernden Last ist im Streitfall jedoch nicht aufgrund der Wertsicherungsklausel angepasst worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Den Steuerwert des aufgegebenen Nie&szlig;brauchs hat das FG zutreffend mit 797.700 EUR (Anteil der Kl&auml;gerin: 265.900 EUR) berechnet, indem es &#8211;insoweit &uuml;bereinstimmend mit der Verkehrswertermittlung&#8211; den Jahreswert der Nutzung mit dem Vervielf&auml;ltiger nach Anlage 9 zu &sect; 14 BewG multiplizierte. Der dabei nach &sect; 15 Abs. 3 BewG anzusetzende Jahreswert der Nutzung von 88.732 EUR (Jahreskaltmiete) war nicht nach &sect; 16 BewG zu begrenzen, weil der H&ouml;chstwert dar&uuml;ber lag (90.456 EUR). Bei dessen Berechnung durfte das FG den Mindestwert des Grundst&uuml;cks nach &sect; 146 Abs. 6 BewG ohne Nie&szlig;brauchsbelastung (1.682.500 EUR) zugrunde legen, ohne dass gem&auml;&szlig; &sect; 138 Abs. 5 Satz 1 BewG eine gesonderte Feststellung des Grundbesitzwerts auf den Zeitpunkt des Nie&szlig;brauchsverzichts erforderlich war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) &sect; 16 BewG enth&auml;lt eine Sondervorschrift f&uuml;r die Ermittlung des Kapitalwerts wiederkehrender Nutzungen eines Wirtschaftsguts. Danach kann der Jahreswert solcher Nutzungen nicht h&ouml;her angesetzt werden als mit dem Wert, der sich f&uuml;r das genutzte Wirtschaftsgut nach den Vorschriften des BewG geteilt durch 18,6 ergibt. Mit der Einf&uuml;hrung des &sect; 16 BewG hat der Gesetzgeber die &Uuml;berlegungen des Reichsfinanzhofs aufgegriffen, dass der Wert des Nutzungsrechts an einem Wirtschaftsgut nicht gr&ouml;&szlig;er sein k&ouml;nne als der Wert des genutzten Wirtschaftsguts selbst, weil das Eigentum an einem Wirtschaftsgut das Recht auf seine Nutzung mit einschlie&szlig;e und der Wert des Nutzungsrechts als Teilrecht nicht gr&ouml;&szlig;er sein k&ouml;nne als das Eigentum selbst (vgl. zur Historie: Eisele in R&ouml;ssler\/Troll, BewG, &sect; 16 Rz 1; Viskorf in Viskorf\/Knobel\/Schuck, a.a.O., &sect; 16 BewG Rz 3). Dies erreicht &sect; 16 BewG durch den Divisor 18,6, da der Jahreswert eines lebensl&auml;nglich einger&auml;umten Nutzungsrechts an einem Wirtschaftsgut nach der Anlage 9 zu &sect; 14 BewG maximal mit dem Faktor 18,239 multipliziert werden kann bzw. bei zeitlich beschr&auml;nkten Nutzungen nach der Anlage 9a zu &sect; 13 BewG erst bei einer Laufzeit &uuml;ber 101 Jahre der Faktor 18,6 erreicht wird und auch bei einer l&auml;ngeren Laufzeit nicht mehr steigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Das FG durfte den &#8211;auch im angefochtenen Schenkungsteuerbescheid vom 15. Juli 2005 genannten&#8211; Mindestwert des Grundst&uuml;cks von 1.682.500 DM (als unbebautes Grundst&uuml;ck) heranziehen. Denn &sect; 16 BewG verweist (&quot;nach den Vorschriften des Bewertungsgesetzes&quot;) f&uuml;r die Ermittlung des Werts bebauter Grundst&uuml;cke nicht nur auf das Ertragswertverfahren (&sect; 146 Abs. 2 BewG), sondern auf den gesamten &sect; 146 BewG und damit auch auf den &#8211;im Streitfall h&ouml;heren&#8211; Mindestwert des Grundst&uuml;cks (&sect; 146 Abs. 6 BewG). Das ist auch sachgerecht. &sect; 16 BewG soll den Jahreswert bezogen auf den steuerlichen Wert eines Wirtschaftsguts begrenzen. Das kann auch der Mindestwert sein, wenn das Ertragswertverfahren nach &sect; 146 Abs. 2 BewG den steuerlichen Wert nicht zutreffend abbildet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Von diesem Mindestwert war die Nie&szlig;brauchsbelastung nicht abzuziehen (vgl. BFH-Urteil vom 23. Juli 1980 II R 62\/77, BFHE 131, 394, BStBl II 1980, 748, unter II.2.). Nach dem eindeutigen Wortlaut des &sect; 16 BewG ist von dem Wert des genutzten Wirtschaftsguts auszugehen, der sich nach den Vorschriften des BewG ergibt. Bei allen in &sect; 146 BewG vorgesehenen Werten f&uuml;r bebaute Grundst&uuml;cke &#8211;Ertragswert, Mindestwert oder Gutachtenwert&#8211; bleiben aber Nutzungsrechte unber&uuml;cksichtigt (BFH-Urteile vom 8. Oktober 2003 II R 27\/02, BFHE 204, 306, BStBl II 2004, 179; vom 11. Juni 2008 II R 71\/05, BFHE 222, 57, BStBl II 2009, 132). Der Abzug der Belastung durch einen Nie&szlig;brauch w&uuml;rde zudem dem Zweck des &sect; 16 BewG widersprechen, nach dem das Nutzungsrecht an einem Wirtschaftsgut nicht h&ouml;her bewertet werden darf als das Eigentum an dem Wirtschaftsgut. Dieser Vergleich stellt dem Wert des Nutzungsrechts gerade den Wert des unbelasteten Eigentums gegen&uuml;ber.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Dem Ansatz des ungek&uuml;rzten Mindestwerts stand auch der bestandskr&auml;ftige Feststellungsbescheid vom 22. Oktober 2003 nicht entgegen. Zwar stellt dieser einen &#8211;geringeren&#8211; Grundbesitzwert einschlie&szlig;lich Nie&szlig;brauchsbelastung (850.000 EUR) fest, dies jedoch auf den Zeitpunkt der Grundst&uuml;ckszuwendung am 28. Dezember 2002. Er bindet das FA nur bei der Besteuerung dieses Erwerbs, nicht aber bei der Besteuerung des Nie&szlig;brauchsverzichts am 15. Juli 2004, bei dem es sich um einen neuen Steuerfall handelt (Lindberg in Kreutziger\/Lindner\/ Schaffner, Bewertungsgesetz, 2002, &sect; 138 Rz 30, in der 2. Auflage, 2009, nicht mehr enthalten; zur Neuregelung in &sect; 151 BewG, aber auch f&uuml;r &sect; 138 BewG g&uuml;ltig: Halaczinsky in R&ouml;ssler\/Troll, BewG, &sect; 151 Rz 45).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Das FA brauchte schlie&szlig;lich keine gesonderte Feststellung des Grundbesitzwerts auf den 15. Juli 2004 nach &sect; 138 Abs. 5 Satz 1 BewG (in der Fassung des Jahressteuergesetzes &#8211;JStG&#8211; 1997 vom 20. Dezember 1996, BGBl I 1996, 2049; seit 1. Januar 2007 ge&auml;ndert und &uuml;bernommen in &sect; 151 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BewG durch das JStG 2007 vom 13. Dezember 2006, BGBl I 2006, 2878) durchzuf&uuml;hren, weil es den ma&szlig;geblichen Mindestwert (1.682.500 EUR) bereits ermittelt hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect; 138 Abs. 5 Satz 1 BewG sind die Grundbesitzwerte gesondert festzustellen, wenn sie f&uuml;r die Erbschaftsteuer erforderlich, d.h. f&uuml;r die Veranlagung zur Erbschaft- und Schenkungsteuer von Bedeutung sind (BFH-Beschluss vom 2. Dezember 2003 II B 76\/03, BFHE 203, 507, BStBl II 2004, 204). Das war im Streitfall aufgrund der hier vorliegenden besonderen Umst&auml;nde nicht der Fall. Das FA M hatte den Mindestwert bereits im Feststellungsbescheid f&uuml;r den Grundst&uuml;ckserwerb berechnet. Dieser blieb bis zum Nie&szlig;brauchsverzicht wegen der Fortf&uuml;hrung der Bodenrichtwerte unver&auml;ndert (vgl. &sect; 138 Abs. 4 BewG). Das FA konnte auch davon ausgehen, dass kein niedrigerer gemeiner Wert ermittelt worden w&auml;re. Das von der Kl&auml;gerin f&uuml;r die Besteuerung des Grundst&uuml;ckserwerbs vorgelegte Gutachten gab einen h&ouml;heren Wert an (1.765.000 EUR). Anhaltspunkte f&uuml;r einen zwischenzeitlichen Wertverlust bestanden nicht und wurden auch von der Kl&auml;gerin nicht geltend gemacht, obwohl das FA den Mindestwert auch im streitgegenst&auml;ndlichen Steuerbescheid bei der Berechnung des H&ouml;chstwerts nach &sect; 16 BewG angesetzt hat. Eine gesonderte Feststellung auf den Stichtag h&auml;tte daher denselben Grundbesitzwert ergeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat hat daher nicht zu entscheiden, ob bei der Ermittlung des Kapitalwerts von Nutzungen wegen der Begrenzung des Jahreswerts in &sect; 16 BewG stets eine gesonderte Feststellung des Werts des genutzten Wirtschaftsguts erforderlich ist (bejahend: Esskandari in G&uuml;rsching\/Stenger, Bewertungsrecht, &sect; 16 BewG Rz 36; Christoffel in G&uuml;rsching\/Stenger, Bewertungsrecht, &sect; 151 BewG Rz 15, 22; Halaczinsky in R&ouml;ssler\/Troll, BewG, &sect; 151 Rz 36; Maier\/Ohletz in Wilms\/Jochum, Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz, &sect; 151 BewG Rz 50; Eisele, in R&ouml;ssler\/Troll, BewG, &sect; 16 Rz 5; ders., Deutsches Steuerrecht 2004, 851, 853; ebenso bejahend f&uuml;r Besteuerungszeitpunkte nach dem 31. Dezember 2006 unter Aufgabe der fr&uuml;heren Verwaltungsauffassung in R 124 Abs. 8 Satz 2 ErbStR 2003: gleichlautende Erlasse der obersten Finanzbeh&ouml;rden der L&auml;nder vom 2. April 2007, BStBl I 2007, 314 Tz 73 Abs. 2 Nr. 4 Satz 2; verneinend f&uuml;r &sect; 138 Abs. 5 Satz 1 BewG: FG D&uuml;sseldorf, Beschluss vom 10. Januar 2005&nbsp;&nbsp;4 V 5361\/04 A (Erb), Entscheidungen der Finanzgerichte 2005, 1211).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 15.12.2010, II R 41\/08 Begrenzung des Jahreswerts von Nutzungen &#8211; Verzicht auf gesonderte Feststellung des Grundbesitzwerts f&uuml;r Zwecke des &sect; 16 BewG &#8211; Gemischte Schenkung durch Verzicht auf Nie&szlig;brauch gegen &Uuml;bernahme einer dauernden Last &#8211; Bindungswirkung eines bestandskr&auml;ftigen Feststellungsbescheids &#8211; Keine Anwendung des &sect; 16 BewG bei Ermittlung des Verkehrswerts von Nutzungen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-41-08-begrenzung-des-jahreswerts-von-nutzungen-verzicht-auf-gesonderte-feststellung-des-grundbesitzwerts-fuer-zwecke-des-par-16-bewg-gemischte-schenkung-durch-verzicht-auf-niessbrauch-gegen-ueber\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;41\/08 &#8211; Begrenzung des Jahreswerts von Nutzungen &#8211; Verzicht auf gesonderte Feststellung des Grundbesitzwerts f&uuml;r Zwecke des &sect; 16 BewG &#8211; Gemischte Schenkung durch Verzicht auf Nie&szlig;brauch gegen &Uuml;bernahme einer dauernden Last &#8211; Bindungswirkung eines bestandskr&auml;ftigen Feststellungsbescheids &#8211; Keine Anwendung des &sect; 16 BewG bei Ermittlung des Verkehrswerts von Nutzungen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-11179","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11179","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11179"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11179\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11179"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11179"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11179"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}