{"id":11181,"date":"2012-12-19T16:15:53","date_gmt":"2012-12-19T14:15:53","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=11181"},"modified":"2012-12-19T16:15:53","modified_gmt":"2012-12-19T14:15:53","slug":"i-r-58-10-wertveraenderung-einer-kaufpreisforderung-als-teil-des-veraeusserungsgewinns-is-von-par-8b-abs-2-satz-2-kstg-2002-stichtagsbezogene-wertermittlung-zweck-der-in-par-8b-abs-2-kstg-2002-eingera","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-58-10-wertveraenderung-einer-kaufpreisforderung-als-teil-des-veraeusserungsgewinns-is-von-par-8b-abs-2-satz-2-kstg-2002-stichtagsbezogene-wertermittlung-zweck-der-in-par-8b-abs-2-kstg-2002-eingera\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;58\/10 &#8211; Wertver&auml;nderung einer Kaufpreisforderung als Teil des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns i.S. von &sect; 8b Abs. 2 Satz 2 KStG 2002 &#8211; Stichtagsbezogene Wertermittlung &#8211; Zweck der in &sect; 8b Abs. 2 KStG 2002 einger&auml;umten Steuerfreistellung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.12.2010, I R 58\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Wertver&auml;nderung einer Kaufpreisforderung als Teil des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns i.S. von &sect; 8b Abs. 2 Satz 2 KStG 2002 &#8211; Stichtagsbezogene Wertermittlung &#8211; Zweck der in &sect; 8b Abs. 2 KStG 2002 einger&auml;umten Steuerfreistellung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Die Ermittlung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns nach &sect; 8b Abs. 2 Satz 1 und 2 KStG 2002 erfolgt stichtagsbezogen auf den Ver&auml;u&szlig;erungszeitpunkt. Eine nachtr&auml;gliche Wertver&auml;nderung der Kaufpreisforderung aus einem Anteilsverkauf wegen Uneinbringlichkeit wirkt deswegen gewinnmindernd auf den Ver&auml;u&szlig;erungszeitpunkt zur&uuml;ck.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), eine GmbH, ist Gesamtrechtsnachfolgerin einer GmbH &#038; Co. KG, der S-KG. An dieser waren im Streitjahr 2004 die Kl&auml;gerin als Komplement&auml;rin und eine GmbH, die S-GmbH, als Kommanditistin beteiligt. Die Kl&auml;gerin erhielt als Komplement&auml;rin eine Haftungsverg&uuml;tung als Vorweggewinnanteil. Der &uuml;brige Gewinn war der S-GmbH als Kommanditistin in voller H&ouml;he zuzurechnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die S-KG ver&auml;u&szlig;erte im Jahre 2002 Anteile an ihrer mexikanischen Tochtergesellschaft. Sie erzielte hierbei einen Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn von 232.127 EUR. Dieser wurde als nach &sect; 8b Abs. 2 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG 2002) steuerfrei behandelt. Die Kaufpreisforderung wurde mit 511.292 EUR in voller H&ouml;he aktiviert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu dem Bilanzstichtag 30. September 2004 wurde die zu diesem Zeitpunkt noch verbliebene Kaufpreisforderung aus der Ver&auml;u&szlig;erung der Beteiligung wegen drohenden Ausfalls in voller H&ouml;he wertberichtigt. Die S-KG erfasste den restlichen Forderungsbetrag von 382.825 EUR in voller H&ouml;he gewinnmindernd. Diese Restforderung fiel in der Folge aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) vertrat die Ansicht, die Gewinnminderung sei gem&auml;&szlig; &sect; 8b Abs. 3 Satz 3 i.V.m. Abs. 6 KStG 2002 bei der Ermittlung des steuerpflichtigen Einkommens und infolgedessen auch des Gewerbeertrages (&sect; 7 Satz 4 des Gewerbesteuergesetzes &#8211;GewStG 2002&#8211;) nicht zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die anschlie&szlig;ende Klage, mit der die Kl&auml;gerin (sinngem&auml;&szlig;) beantragte, die hiernach ge&auml;nderten Bescheide dahin zu &auml;ndern, dass der Gewerbesteuermessbetrag 2004 auf 0 EUR herabgesetzt und der vortragsf&auml;hige Gewerbeverlust auf den 31. Dezember 2004 auf 364.153 EUR festgestellt wird, blieb erfolglos. Das Finanzgericht (FG) D&uuml;sseldorf wies sie durch Urteil vom 2. Juli 2010&nbsp;&nbsp;17 K 4146\/09 G,F als unbegr&uuml;ndet ab; das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2011, 76 abgedruckt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin st&uuml;tzt ihre Revision auf Verletzung materiellen Rechts und beantragt nunmehr, das FG-Urteil sowie die angefochtenen &Auml;nderungsbescheide aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet. Das FG hat zutreffend erkannt, dass die Wertberichtigung der Kaufpreisforderung sich gem&auml;&szlig; &sect; 8b Abs. 2 Satz 1 KStG 2002 nicht auf den steuerpflichtigen Gewinn der S-KG im Streitjahr auswirkt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect; 8b Abs. 2 Satz 1 (i.V.m. &sect; 8 Abs. 1 Satz 1) KStG 2002 bleiben bei der Ermittlung des Einkommens u.a. einer unbeschr&auml;nkt steuerpflichtigen Kapitalgesellschaft (vgl. &sect; 1 Abs. 1 Nr. 1 KStG 2002) &#8211;und damit im Streitfall auch der S-GmbH&#8211; Gewinne aus der Ver&auml;u&szlig;erung eines Anteils an einer K&ouml;rperschaft oder Personenvereinigung, deren Leistungen beim Empf&auml;nger zu Einnahmen i.S. des &sect; 20 Abs. 1 Nr. 1, 2, 9 und 10 Buchst. a des Einkommensteuergesetzes (EStG 2002) geh&ouml;ren, au&szlig;er Ansatz. Das gilt nach &sect; 8b Abs. 6 Satz 1 KStG 2002 auch f&uuml;r Ver&auml;u&szlig;erungsgewinne, die dem Steuerpflichtigen im Rahmen des Gewinnanteils aus einer Mitunternehmerschaft zugerechnet werden. Die Voraussetzungen dieser Vorschriften sind im Streitfall erf&uuml;llt. Bei der S-KG handelte es sich um eine GmbH &#038; Co. KG, also um eine Mitunternehmerschaft (vgl. &sect; 15 Abs. 3 Nr. 2 EStG 2002). Ihrer Gesellschafterin, der S-GmbH, sind infolge des Verkaufs der Beteiligung an der mexikanischen Tochtergesellschaft entsprechende Ver&auml;u&szlig;erungsgewinne zugerechnet worden. Sie blieben deswegen bei der Ermittlung ihrer im Streitjahr erwirtschafteten Gewinne zu Recht unber&uuml;cksichtigt. Dar&uuml;ber besteht unter den Beteiligten ebenso wenig Streit wie dar&uuml;ber, dass sich dies (auch) auf die Ermittlung des Gewerbeertrages auswirkt (&sect; 7 Satz 4 GewStG 2002).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn i.S. von &sect; 8b Abs. 2 Satz 1 KStG 2002 ist nach Satz 2 der Vorschrift der Betrag, um den der Ver&auml;u&szlig;erungspreis oder der an dessen Stelle tretende Wert nach Abzug der Ver&auml;u&szlig;erungskosten den Wert &uuml;bersteigt, der sich nach den Vorschriften &uuml;ber die steuerliche Gewinnermittlung im Zeitpunkt der Ver&auml;u&szlig;erung ergibt (Buchwert). Es entspricht g&auml;ngigem Verst&auml;ndnis, als Ver&auml;u&szlig;erungspreis dabei die Gegenleistung anzusehen, die der Ver&auml;u&szlig;erer vom Erwerber f&uuml;r die Anteils&uuml;bertragung erh&auml;lt. Das ist regelm&auml;&szlig;ig der vereinbarte Kaufpreis mit seinem Nennwert; dieser Betrag ist gem&auml;&szlig; &sect; 8b Abs. 2 KStG 2002 steuerlich au&szlig;er Ansatz zu lassen. Kontrovers diskutiert wird in diesem Zusammenhang, wie sich eine sp&auml;tere Kaufpreisminderung (oder -erh&ouml;hung) oder &#8211;wie im Streitfall&#8211; ein sp&auml;terer Kaufpreisausfall auswirkt: ob diese Wert&auml;nderung der Kaufpreisforderung eine (r&uuml;ckwirkende) Verminderung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns i.S. von &sect; 8b Abs. 2 Satz 2 KStG 2002 ausl&ouml;st (so Bundesministerium der Finanzen, Schreiben vom 13. M&auml;rz 2008, BStBl I 2008, 506; D&ouml;tsch\/Pung in D&ouml;tsch\/Jost\/Pung\/Witt, Die K&ouml;rperschaftsteuer, &sect; 8b KStG Rz 61 ff.; Gosch, KStG, 2. Aufl., &sect; 8b KStG Rz 195a; Frotscher in Frotscher\/Maas, KStG, GewStG, UmwStG, &sect; 8b KStG Rz 43c; Rengers in Bl&uuml;mich, EStG, KStG, GewStG, &sect; 8b KStG, Rz 243; Bahns, Die Unternehmensbesteuerung &#8211;Ubg&#8211; 2008, 762, 766; Hauswirth in Lademann, KStG, &sect; 8b Rz 95) oder aber ein (sp&auml;terer) laufender, nicht von &sect; 8b Abs. 3 KStG 2002 erfasster Verlust (so D&uuml;ll\/Kn&ouml;dler, Deutsches Steuerrecht 2008, 1665, 1668) ist. Der Senat h&auml;lt mit der Vorinstanz die erstere Auffassung f&uuml;r richtig. Ver&auml;u&szlig;erungspreis i.S. von &sect; 8b Abs. 2 Satz 2 KStG 2002 ist jener Betrag, den der Ver&auml;u&szlig;erer im Ergebnis tats&auml;chlich vereinnahmt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Gro&szlig;e Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) hat (durch Beschluss vom 19. Juli 1993 GrS 2\/92, BFHE 172, 66, BStBl II 1993, 897) f&uuml;r die entsprechende Regelungslage bei einer Betriebsver&auml;u&szlig;erung nach &sect; 16 EStG entschieden, sp&auml;ter eintretende Ver&auml;nderungen beim urspr&uuml;nglich vereinbarten Ver&auml;u&szlig;erungspreis seien so lange und so weit materiell-rechtlich auf den Zeitpunkt der Ver&auml;u&szlig;erung zur&uuml;ckzubeziehen, als der Erwerber seine Verpflichtung zur Zahlung des Kaufpreises noch nicht erf&uuml;llt habe. Dabei sei es unerheblich, welche Gr&uuml;nde f&uuml;r die Minderung oder Erh&ouml;hung des Erl&ouml;ses ma&szlig;gebend gewesen seien. Nur auf diese Weise lasse sich eine sachgerechte (Einmal-)Besteuerung sicherstellen. Zu diesem Zweck sei &sect; 16 Abs. 2 EStG (ebenso wie die parallele Vorschrift des &sect; 17 Abs. 2 EStG f&uuml;r die Ver&auml;u&szlig;erung von Anteilen an Kapitalgesellschaften, die im Privatverm&ouml;gen gehalten werden) nach der Regelungskonzeption stichtagsbezogen ausgestaltet. Das rechtfertige es, sp&auml;tere Wertver&auml;nderungen des Kaufpreises spezialgesetzlich auf den Ver&auml;u&szlig;erungsstichtag zur&uuml;ckwirken zu lassen und nur den tats&auml;chlich vereinnahmten Kaufpreis zu erfassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diese Argumentation des Gro&szlig;en Senats des BFH trifft nicht nur f&uuml;r die dort zu beurteilende Situation des &sect; 16 (sowie des &sect; 17) EStG zu. Sie ist gleicherma&szlig;en f&uuml;r &sect; 8b Abs. 2 Satz 2 KStG 2002 einschl&auml;gig: Zwar rechtfertigt sich dieses Regelungsverst&auml;ndnis des &sect; 16 EStG und des &sect; 17 EStG erkl&auml;rterma&szlig;en eingeschr&auml;nkt vor dem Hintergrund, dass nur auf diese Weise eine sachgerechte Besteuerung nach Ma&szlig;gabe der genannten Vorschriften sichergestellt werden kann. Denn die besagten Vorschriften sichern den angeordneten Besteuerungszugriff nur bezogen auf den eigentlichen Ver&auml;u&szlig;erungsvorgang; nach Ver&auml;u&szlig;erung des Betriebs bzw. der Gesellschaftsanteile entf&auml;llt f&uuml;r den Ver&auml;u&szlig;ernden eine Versteuerungspflicht. Deswegen ist es sachgerecht, sp&auml;tere Wertver&auml;nderungen des Kaufpreises auf den Ver&auml;u&szlig;erungszeitpunkt zur&uuml;ckwirken zu lassen. Bei laufend veranlagten Steuern verh&auml;lt es sich hingegen anders; hier k&ouml;nnen die sp&auml;teren Wertver&auml;nderungen regelm&auml;&szlig;ig ohne weiteres in jenem Veranlagungs- oder Erhebungszeitraum steuerwirksam werden, in welchem sie eintreten. Dessen ungeachtet ist es dem Gesetzgeber aber auch hier unbenommen, aus steuerrechtlichen Gr&uuml;nden &#8211;abweichend von der handelsbilanziellen Lage&#8211; eine stichtagsbezogene Wertermittlung zu bestimmen. Eine solche Rechtslage ist insbesondere bei Steuertatbest&auml;nden gegeben, die an einen einmaligen Vorgang ankn&uuml;pfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das ist bei &sect; 8b Abs. 2 KStG 2002 der Fall: Das Gesetz geht typisierend von der Vorstellung aus, bei dem Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn handele es sich um thesaurierte (komprimierte) Gewinne (vgl. Gosch, a.a.O., &sect; 8b Rz 150). Unter dieser Annahme zielt die in &sect; 8b Abs. 2 KStG 2002 einger&auml;umte Steuerfreistellung darauf ab, die vorangegangene (k&ouml;rperschaft-)steuerliche Vorbelastung beim Anteilseigner zu neutralisieren. Das aber gelingt nur, wenn man den Ver&auml;u&szlig;erungsvorgang &#8211;&auml;hnlich wie bei &sect; 16 Abs. 2 und &sect; 17 Abs. 2 EStG&#8211; als isolierten, einmaligen Vorgang begreift und diesen Vorgang von der laufenden Besteuerung des Anteilseigners abgrenzt (Gewinnermittlung &quot;aufgrund eines eigenen, in sich geschlossenen Regimes&quot;, vgl. D&ouml;tsch\/ Pung in D&ouml;tsch\/Jost\/Pung\/Witt, a.a.O., &sect; 8b KStG Rz 62; vgl. auch Bahns, Ubg 2008, 762, 766 f.). Es geht auch hier darum, im Rahmen der Gewinnermittlung nur das tats&auml;chlich vom Ver&auml;u&szlig;erer Vereinnahmte von der Besteuerung auszunehmen. Dem Ver&auml;u&szlig;erungsvorgang nachfolgende Wertver&auml;nderungen der noch ausstehenden Gegenleistung &#8211;nicht aber bezogen auf Wertver&auml;nderungen am Gegenstand der Gegenleistung, nachdem diese erbracht worden ist&#8211; wirken deswegen auf den Ver&auml;u&szlig;erungszeitpunkt, in dem der Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn zu ermitteln ist, zur&uuml;ck. &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 der Abgabenordnung erm&ouml;glicht es, diese R&uuml;ckwirkung f&uuml;r die Steuerfestsetzung des Ver&auml;u&szlig;erungsjahres verfahrensrechtlich umzusetzen, falls sich das &#8211;infolge der auf den an sich nach wie vor steuerfreien Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn zu berechnenden sog. Schachtelstrafe des &sect; 8b Abs. 3 Satz 1 KStG 2002&#8211; als erforderlich herausstellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Dass dieses Ergebnis den gesetzgeberischen Willen am besten umsetzt, erweist sich an zwei weiteren Aspekten, die das FG zutreffend herangezogen hat:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es ist dies zum einen der systematische Gleichklang mit &sect; 3 Nr. 40 Satz 1 Buchst. a, &sect; 3c Abs. 2 EStG 2002, der eingreift, wenn die Beteiligung nicht von einer Kapitalgesellschaft, sondern von einer nat&uuml;rlichen Person gehalten wird. Dieser Gleichklang l&auml;sst sich zwar nicht immer stringent herbeif&uuml;hren (s. z.B. &#8211;betreffend die Einbeziehung von Anteilsbezugsrechten&#8211; Senatsurteil vom 23. Januar 2008 I R 101\/06, BFHE 220, 352, BStBl II 2008, 719, in Abgrenzung von dem BFH-Urteil vom 27. Oktober 2005 IX R 15\/05, BFHE 211, 273, BStBl II 2006, 171); er ist jedoch im Auge zu behalten, wenn die tatbestandlichen Voraussetzungen dies &#8211;wie hier&#8211; erm&ouml;glichen: &sect; 3 Nr. 40 Satz 1 Buchst. a EStG 2002 befreit 50 v.H. (jetzt 40 v.H.) der Betriebsverm&ouml;gensmehrungen oder Einnahmen aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Anteilen an K&ouml;rperschaften von der Einkommensteuer; &sect; 3c Abs. 2 EStG 2002 nimmt Betriebsverm&ouml;gensminderungen, Betriebsausgaben und Ver&auml;u&szlig;erungskosten, die mit den Betriebsverm&ouml;gensmehrungen oder Einnahmen i.S. von &sect; 3 Nr. 40 EStG 2002 im Zusammenhang stehen, vom Abzug aus. Will man diese einkommensteuerrechtlichen Regelungen nicht auf einen sp&auml;teren Ausfall der Kaufpreisforderung anwenden, erg&auml;be sich eine sachlich nicht gerechtfertigte Ungleichbehandlung je nach Art der Gewinnermittlung. Au&szlig;erdem erg&auml;be sich eine ungerechtfertigte unterschiedliche Behandlung nach &sect; 3 Nr. 40 Satz 1 Buchst. a und nach &sect; 3 Nr. 40 Satz 1 Buchst. b und c EStG 2002.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zum anderen verweist das FG ebenfalls zutreffend auf die sog. Schachtelstrafe des &sect; 8b Abs. 3 Satz 1 KStG 2002. Danach gelten 5 v.H. des steuerbefreiten Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns als nichtabziehbar. Ber&uuml;cksichtigt man eine sp&auml;tere Preisherabsetzung bei der Berechnung dieses Gewinns nicht, errechnet sich ein zu hoher Nichtabzugsposten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Konsequenz dieser Betrachtungsweise ist es, dass bei einem sp&auml;teren Ausfall der Kaufpreisforderung die dadurch ausgel&ouml;ste Wertminderung der Forderung auf die Ermittlung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns und damit auf den Umfang der Steuerfreistellung nach &sect; 8b Abs. 2 KStG 2002 durchschl&auml;gt. Zugleich wird in dem betreffenden Veranlagungszeitraum, in dem der Forderungsausfall feststeht, korrespondierend kein abzugsf&auml;higer Aufwand erfasst, ohne dass es insoweit noch auf die &#8211;ebenfalls streitige&#8211; Frage ank&auml;me, ob der Forderungsausfall auch von der Abzugsausschlussregelung in &sect; 8b Abs. 3 Satz 2 KStG 2002 erfasst w&uuml;rde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.12.2010, I R 58\/10 Wertver&auml;nderung einer Kaufpreisforderung als Teil des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns i.S. von &sect; 8b Abs. 2 Satz 2 KStG 2002 &#8211; Stichtagsbezogene Wertermittlung &#8211; Zweck der in &sect; 8b Abs. 2 KStG 2002 einger&auml;umten Steuerfreistellung Leits&auml;tze Die Ermittlung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns nach &sect; 8b Abs. 2 Satz 1 und 2 KStG 2002 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-58-10-wertveraenderung-einer-kaufpreisforderung-als-teil-des-veraeusserungsgewinns-is-von-par-8b-abs-2-satz-2-kstg-2002-stichtagsbezogene-wertermittlung-zweck-der-in-par-8b-abs-2-kstg-2002-eingera\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;58\/10 &#8211; Wertver&auml;nderung einer Kaufpreisforderung als Teil des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns i.S. von &sect; 8b Abs. 2 Satz 2 KStG 2002 &#8211; Stichtagsbezogene Wertermittlung &#8211; Zweck der in &sect; 8b Abs. 2 KStG 2002 einger&auml;umten Steuerfreistellung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-11181","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11181","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11181"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11181\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11181"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11181"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11181"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}