{"id":11196,"date":"2012-12-06T17:49:45","date_gmt":"2012-12-06T15:49:45","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=11196"},"modified":"2012-12-06T17:49:45","modified_gmt":"2012-12-06T15:49:45","slug":"i-r-83-09-passivierung-einer-verpflichtung-aus-einer-rueckverkaufsoption","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-83-09-passivierung-einer-verpflichtung-aus-einer-rueckverkaufsoption\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;83\/09 &#8211; Passivierung einer Verpflichtung aus einer R&uuml;ckverkaufsoption"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.11.2010, I R 83\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Passivierung einer Verpflichtung aus einer R&uuml;ckverkaufsoption<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>F&uuml;r die Verpflichtung eines Kraftfahrzeugh&auml;ndlers, verkaufte Kraftfahrzeuge auf Verlangen des K&auml;ufers zur&uuml;ckzukaufen, ist eine Verbindlichkeit in H&ouml;he des daf&uuml;r vereinnahmten &#8211;ggf. zu sch&auml;tzenden&#8211; Entgelts auszuweisen (Anschluss an das BFH-Urteil vom 11. Oktober 2007 IV R 52\/04, BFHE 219, 129, BStBl II 2009, 705) .<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Zwischen den Beteiligten ist die Passivierung einer Verpflichtung aus einer R&uuml;ckverkaufsoption streitig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) ist eine Aktiengesellschaft und Gesamtrechtsnachfolgerin der A-GmbH (GmbH). Die GmbH betrieb im Streitjahr (1998) einen Kraftfahrzeughandel und verkaufte aufgrund von Rahmenvertr&auml;gen Fahrzeuge an verschiedene Autovermietungsgesellschaften.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In den Rahmenvertr&auml;gen, die den Einzel-Kaufvertr&auml;gen zugrunde lagen, verpflichtete sich die GmbH zum sp&auml;teren R&uuml;ckankauf der verkauften Neufahrzeuge zu einem vorab verbindlich festgelegten Preis. Ma&szlig;gebend war ein von der Dauer der Nutzung des jeweiligen Fahrzeugs abh&auml;ngiger Prozentsatz des Listenpreises. Machten die Vertragspartner der GmbH von dem Recht auf R&uuml;ckgabe des jeweiligen Fahrzeugs keinen Gebrauch, war die GmbH in bestimmten F&auml;llen verpflichtet, einen sog. &quot;No-return-Bonus&quot; zu zahlen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Rahmenvertrag zwischen der GmbH und der X-Autovermietung (X) sah vor, dass die GmbH der X beim Erwerb von Fahrzeugen ohne R&uuml;ckkaufverpflichtung einen Rabatt von 22 % auf den Listenpreis gew&auml;hrte. Bei Fahrzeugen mit R&uuml;ckkaufverpflichtung betrug der Rabatt lediglich 18 %. Der von der GmbH zu entrichtende R&uuml;ckkaufpreis wurde je nach Modell mit einem Satz zwischen 67,5 % und 71 % des Listenpreises festgelegt. Diese Preise galten f&uuml;r eine R&uuml;ckgabe nach vier Monaten. Bei einer l&auml;ngeren Haltedauer reduzierte sich der R&uuml;ckkaufpreis um 0,5 % je weiteren Monat. Nach einer Laufzeit von sechs Monaten erlosch die R&uuml;ckkaufverpflichtung. F&uuml;r den Fall, dass X ein Fahrzeug, bei dem Reparaturen f&uuml;r mehr als 2.000 DM erforderlich wurden, selbst verkaufte, war die GmbH verpflichtet, ihr eine Gutschrift von 2 % des Listenpreises zu erteilen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Andere Rahmenvertr&auml;ge enthielten vergleichbare Regelungen, allerdings mit Ausnahme der &quot;No-return-Klausel&quot; und ohne Differenzierung zwischen den Verkaufspreisen mit oder ohne Vereinbarung einer R&uuml;ckkaufverpflichtung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihrem Jahresabschluss zum 31. Dezember 1998 passivierte die GmbH eine R&uuml;ckstellung f&uuml;r Ertragsminderungen aus Fahrzeugr&uuml;cknahmeverpflichtungen in H&ouml;he von 2.604.700 DM. Sie bema&szlig; die R&uuml;ckstellung nach der H&ouml;he der erwarteten &quot;No-return&quot;-Zahlungen und dem Marktwert der Fahrzeuge. Tats&auml;chlich musste die GmbH im folgenden Jahr 1999 insgesamt 5 959 Fahrzeuge zur&uuml;cknehmen. Daraus entstand ihr ein Verlust in H&ouml;he von 10.309.188,51 DM, der aus der Differenz zwischen den garantierten Ankaufspreisen und den tats&auml;chlichen Verkaufspreisen der Gebrauchtfahrzeuge resultierte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) versagte die gewinnmindernde Ber&uuml;cksichtigung der R&uuml;ckstellungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach erfolglosem Einspruchsverfahren gab das Finanzgericht (FG) der Klage statt (FG M&uuml;nster, Urteil vom 25. August 2009&nbsp;&nbsp;9 K 4142\/04 K,F, abgedruckt in Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2009, 1918).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA r&uuml;gt mit seiner Revision die Verletzung materiellen Rechts und beantragt, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das dem Verfahren beigetretene Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat sich in der Sache dem FA angeschlossen, jedoch keine Antr&auml;ge gestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und deshalb gem&auml;&szlig; &sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur&uuml;ckzuweisen. Das FG hat zu Recht entschieden, dass die Kl&auml;gerin f&uuml;r ihre Verpflichtungen aus den R&uuml;ckverkaufsoptionen eine Verbindlichkeit in H&ouml;he von 2.604.700 DM zu passivieren hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; &sect; 8 Abs. 1 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes i.V.m. &sect; 4 Abs. 1, &sect; 5 Abs. 1 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG 1997) hatte die GmbH als Rechtsvorg&auml;ngerin der Kl&auml;gerin in ihren Bilanzen das Betriebsverm&ouml;gen anzusetzen, das nach den handelsrechtlichen Grunds&auml;tzen ordnungsm&auml;&szlig;iger Buchf&uuml;hrung (GoB) auszuweisen ist. Die handelsrechtlichen GoB ergeben sich u.a. aus den Bestimmungen des Ersten Abschnitts des Dritten Buchs &quot;Vorschriften f&uuml;r alle Kaufleute&quot; der &sect;&sect; 238 ff. des Handelsgesetzbuchs (HGB). Sie werden f&uuml;r Kapitalgesellschaften erg&auml;nzt durch die Bestimmungen der &sect;&sect; 264 ff. HGB. Dies gilt gem&auml;&szlig; &sect; 7 Satz 1 des Gewerbesteuergesetzes auch f&uuml;r Zwecke der Festsetzung des Gewerbesteuermessbetrags.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zu den handelsrechtlichen GoB geh&ouml;rt die Pflicht des Kaufmanns, in seiner Bilanz f&uuml;r den Schluss eines Gesch&auml;ftsjahres seine Verbindlichkeiten (Schulden) vollst&auml;ndig auszuweisen (&sect; 240 Abs. 2 i.V.m. Abs. 1, &sect; 242 Abs. 1, &sect; 246 Abs. 1 Satz 1 HGB). Verbindlichkeiten folgen aus dem Anspruch des Gl&auml;ubigers auf ein bestimmtes Handeln (&sect; 194 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs) und verk&ouml;rpern eine dem Inhalt und der H&ouml;he nach bestimmte Leistungspflicht, die erzwingbar ist und eine wirtschaftliche Belastung darstellt (vgl. Senatsurteile vom 16. Mai 2007 I R 36\/06, BFH\/NV 2007, 2252 und vom 25. Oktober 2006 I R 6\/05, BFHE 215, 242, BStBl II 2007, 384, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach den nicht mit zul&auml;ssigen und begr&uuml;ndeten Verfahrensr&uuml;gen angefochtenen und damit f&uuml;r den erkennenden Senat bindenden Feststellungen des FG (&sect; 118 Abs. 2 FGO) r&auml;umte die GmbH beim Verkauf eines Fahrzeugs ihrem Vertragspartner eine R&uuml;ckverkaufsoption ein, aufgrund derer der Vertragspartner zeitlich befristet den R&uuml;ckerwerb des zuvor verkauften Fahrzeugs von der GmbH verlangen konnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Einr&auml;umung einer Option ist nach der Rechtsprechung des Senats eine wirtschaftlich und rechtlich selbst&auml;ndige Leistung zu sehen, die losgel&ouml;st von dem nachfolgenden (R&uuml;ck-)&Uuml;bertragungsgesch&auml;ft zu beurteilen ist (vgl. Senatsurteil vom 18. Dezember 2002 I R 17\/02, BFHE 201, 234, BStBl II 2004, 126). Aus diesem Grund kann &#8211;entgegen dem BMF-Schreiben (Nichtanwendungserlass) vom 12. August 2009 (BStBl I 2009, 890)&#8211; ein wirtschaftlicher Vorteil in Form des Anspruchs auf &Uuml;bertragung des betroffenen Wirtschaftsguts nicht mit der wirtschaftlichen Belastung aus der Option &quot;saldiert&quot; werden. Das vom Optionsverk&auml;ufer f&uuml;r die erzwingbare Erf&uuml;llung seiner Verpflichtung bezogene Entgelt dient vielmehr der Entsch&auml;digung f&uuml;r die Bindung und die Risiken, die er durch die Begebung des Optionsrechts eingeht. Die Verpflichtung des Optionsverk&auml;ufers als &quot;Stillhalter&quot;, die Aus&uuml;bung der Option zu dulden und sich zur Erf&uuml;llung der Abnahmepflicht bereitzuhalten, entf&auml;llt erst mit der Aus&uuml;bung oder dem Verfall der Option. Zuvor hat er seine auf der Option beruhende Verpflichtung nicht erf&uuml;llt. Der Ausweis einer entsprechenden Verbindlichkeit dem Grunde nach wird demzufolge von dem Gebot vollst&auml;ndiger Bilanzierung gefordert und unterliegt weder einer passiven Rechnungsabgrenzung noch dem Verbot der Bilanzierung schwebender Gesch&auml;fte. Dies entspricht der auch von der Finanzverwaltung anerkannten Gesetzesauslegung des Senats zur Bilanzierung von Optionsrechten im Bereich des Wertpapierhandels (Senatsurteil in BFHE 201, 234, BStBl II 2004, 126; BMF-Schreiben vom 12. Januar 2004, BStBl I 2004, 192; ebenso Hahne, Betriebs-Berater &#8211;BB&#8211; 2005, 819; Buciek, Deutsche Steuer-Zeitung 2003, 354; Christiansen, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2003, 554; Gosch, Die Steuerliche Betriebspr&uuml;fung 2003, 189; Hoffmann, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2003, 681; Weber-Grellet, Finanz-Rundschau &#8211;FR&#8211; 2003, 514; Wehrheim\/Krause, BB 2003, 1552).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach diesen Bilanzierungsgrunds&auml;tzen ist auch f&uuml;r die Verpflichtung aus einer Option, zuvor verkaufte Fahrzeuge nach Ablauf einer bestimmten Zeit zu einem verbindlich festgelegten Preis zur&uuml;ckzukaufen, eine Verbindlichkeit in H&ouml;he des daf&uuml;r vereinnahmten Entgelts auszuweisen und erst bei Aus&uuml;bung oder Verfall der Option auszubuchen (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 11. Oktober 2007 IV R 52\/04, BFHE 219, 129, BStBl II 2009, 705; ebenso Bl&uuml;mich\/Buciek, &sect; 5 EStG Rz 1057; Herzig\/Joisten, Die Unternehmensbesteuerung 2010, 472; Kolbe, Buchf&uuml;hrung, Bilanz und Kostenrechnung 2010, 159; Bergemann, BB 2008, 496; Jebens, Der Betrieb 2008, 833; Prinz, Steuern und Bilanzen 2008, 188; kritisch Hoffmann, DStR 2008, 240; Naujok, FR 2008, 517). Dieser Rechtsprechung zur Einr&auml;umung von R&uuml;ckverkaufsoptionsrechten im Kraftfahrzeughandel schlie&szlig;t sich der erkennende Senat an, so dass die GmbH zum Bilanzstichtag dem Grunde nach eine Verbindlichkeit aus ihren Verpflichtungen aus den Optionsrechten ausweisen musste.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Pflicht zur Passivierung kann nicht entgegengehalten werden, die Einr&auml;umung der R&uuml;ckverkaufsoption stelle einen unselbst&auml;ndigen Teil des urspr&uuml;nglichen Fahrzeugkaufs dar, der eine Bilanzierung ausschlie&szlig;e. Die Einr&auml;umung einer R&uuml;ckverkaufsoption &#8211;als &Uuml;bertragung eines eigenen Wirtschaftsguts&#8211; war nicht zwangsl&auml;ufig mit einem Neuwagenverkauf verbunden. Sie wurde, wie der Vertrag mit X zeigt, gesondert verg&uuml;tet und setzte die GmbH, &uuml;ber etwaige Gew&auml;hrleistungsanspr&uuml;che hinaus, dem Risiko nicht vorhersehbarer Wertminderungen aus. Dies rechtfertigt die gesonderte Passivierung der auf der Option beruhenden Verbindlichkeit der GmbH, mit der Folge, dass die entgeltliche Einr&auml;umung der Option ergebnisneutral ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Gegen die Passivierung einer Verbindlichkeit k&ouml;nnen das FA und das BMF auch nicht mit Erfolg einwenden, die im BFH-Urteil in BFHE 219, 129, BStBl II 2009, 705 aufgestellten Grunds&auml;tze st&uuml;nden nicht im Einklang mit dem Senatsurteil vom 15. Oktober 1997 I R 16\/97 (BFHE 184, 439, BStBl II 1998, 249) und dem BFH-Urteil vom 25. Juli 2000 VIII R 35\/97 (BFHE 193, 93, BStBl II 2001, 566), wonach eine R&uuml;ckstellung f&uuml;r drohende Verluste aus schwebenden Gesch&auml;ften auszuweisen sei (vgl. Nichtanwendungserlass des BMF in BStBl I 2009, 890). Das folgt schon daraus, dass den beiden BFH-Urteilen nicht entnommen werden kann, ob in den dort zu beurteilenden Sachverhalten den Neuwagenk&auml;ufern &uuml;berhaupt Optionen zum R&uuml;ckverkauf einger&auml;umt worden waren oder ob der sp&auml;tere R&uuml;ckkauf nicht jeweils verbindlich vereinbart worden war. Beide Urteile befassen sich ausschlie&szlig;lich mit dem Ansatz von Drohverlustr&uuml;ckstellungen f&uuml;r die Verpflichtungen der Neuwagenverk&auml;ufer aus den &quot;schwebenden&quot; R&uuml;ckkaufgesch&auml;ften. Diese sind zivilrechtlich und wirtschaftlich von den hier streitgegenst&auml;ndlichen sog. Stillhalterpflichten der GmbH aus der Einr&auml;umung der R&uuml;ckverkaufsoptionen zu unterscheiden. Zwar mag es zutreffen, dass sich die Vertragsparteien bei der Bemessung der Preise f&uuml;r die Einr&auml;umung der R&uuml;ckverkaufsoptionen in erster Linie an den zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses prognostizierten k&uuml;nftigen Verlusten des Neuwagenverk&auml;ufers bei sp&auml;teren Wiederverk&auml;ufen der zur&uuml;ckzukaufenden Fahrzeuge orientiert haben. Dieser Umstand f&uuml;hrt indes nicht dazu, dass die zu passivierenden Verpflichtungen aus der Einr&auml;umung der R&uuml;ckverkaufsoptionen den Charakter von Drohverlustr&uuml;ckstellungen angenommen haben, die nach &sect; 5 Abs. 4a Satz 1 EStG 1997 im Streitjahr nicht h&auml;tten passiviert werden d&uuml;rfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen bestand f&uuml;r den BFH in den beiden Vergleichsurteilen kein besonderer Anlass f&uuml;r eine trennscharfe Unterscheidung zwischen Verbindlichkeiten und Drohverlustr&uuml;ckstellungen. Denn in den dortigen Streitjahren existierte noch kein steuerliches Passivierungsverbot f&uuml;r Drohverlustr&uuml;ckstellungen, so dass sich die Einordnung auf die Ergebnisse nicht ausgewirkt h&auml;tte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Der Umstand, dass im Streitfall die Aus&uuml;bung des Optionsrechts durch den Neuwagenk&auml;ufer bei Vertragsschluss noch ungewiss war, steht zum einen der Annahme entgegen, wirtschaftlich handele es sich um eine (verdeckte) Nutzungs&uuml;berlassung (so aber Hoffmann, DStR 2008, 240; Hoffmann\/L&uuml;denbach, NWB Kommentar Bilanzierung, 2. Aufl., &sect; 252 HGB Rz 131 ff., 146 ff.). Denn zivilrechtlich und wirtschaftlich ist das Eigentum an den Fahrzeugen &uuml;bergegangen. Er rechtfertigt zum anderen die unterschiedliche steuerbilanzielle Beurteilung im Vergleich zu einem vorab fest vereinbartem R&uuml;ckkauf, da nur f&uuml;r die aus der Einr&auml;umung der R&uuml;ckverkaufsoption resultierende Verpflichtung eine Verbindlichkeit zu passivieren ist. Davon unabh&auml;ngig w&auml;re die Frage zu beantworten, ob aus dem sp&auml;teren R&uuml;ckkauf f&uuml;r die GmbH ein Verlust droht. Ungeachtet des im Streitjahr bereits anwendbaren &sect; 5 Abs. 4a EStG 1997 bedarf dies aufgrund der Bindung an das Klagebegehren nach &sect; 96 Abs. 1 Satz 2 FGO keiner Entscheidung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Bewertung der Verbindlichkeit hat gem&auml;&szlig; &sect; 6 Abs. 1 Nr. 3 i.V.m. Nr. 2 EStG 1997 mit den Anschaffungskosten oder einem h&ouml;heren Teilwert zu erfolgen. Steht die Entstehung einer Verbindlichkeit in urs&auml;chlichem Zusammenhang mit dem Zufluss eines Ertrags, wird der den Anschaffungs&quot;kosten&quot; entsprechende Wert durch den Anschaffungs&quot;ertrag&quot;, also die vereinnahmten Optionspr&auml;mien, bestimmt (vgl. Senatsurteil in BFHE 201, 234, BStBl II 2004, 126). Zu diesem Zweck hat das FG gesch&auml;tzt, dass nach den Verh&auml;ltnissen des Streitfalls 4 % des Listenpreises aus den Neuwagenverk&auml;ufen an Gro&szlig;kunden auf die Option entfielen und bei einer durchschnittlichen Laufzeit von sechs Monaten je Vertrag etwa die H&auml;lfte der Vertr&auml;ge zum Jahresende noch nicht abgewickelt war. Zugleich hat das FG festgestellt, dass ihm weitere Sachverhaltsaufkl&auml;rungen nicht zur Verf&uuml;gung st&uuml;nden, ohne dass dies einer der Beteiligten zu vertreten h&auml;tte. Daher sch&auml;tzte das FG die auszuweisende Verbindlichkeit in H&ouml;he von 2.604.700 DM. Das ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sch&auml;tzungen von Besteuerungsgrundlagen geh&ouml;ren zu den tats&auml;chlichen Feststellungen des FG. Vorausgesetzt, die Erkenntnisse des FG sind verfahrensfehlerfrei zustande gekommen und versto&szlig;en nicht gegen Denkgesetze oder gegen allgemeine Erfahrungss&auml;tze, ist das Revisionsgericht hieran gebunden (&sect; 118 Abs. 2 FGO). Das gilt unabh&auml;ngig davon, ob sich aus den vorhandenen Sch&auml;tzungsgrundlagen gleicherma&szlig;en andere Betr&auml;ge h&auml;tten ableiten lassen. Gegen die im FG-Verfahren unstreitige Bewertung der Verbindlichkeit, der ein entsprechendes Er&ouml;rterungsschreiben des Berichterstatters vorausging und der das FA ausdr&uuml;cklich zustimmte, haben weder das FA noch das BMF zul&auml;ssige und begr&uuml;ndete Revisionsr&uuml;gen erhoben. Die blo&szlig;e Behauptung, die Verbindlichkeit sei mit null zu bewerten und die Kl&auml;gerin trage f&uuml;r einen h&ouml;heren Wert die Feststellungslast, reicht jedenfalls im Revisionsverfahren nicht aus, das Sch&auml;tzungsergebnis des FG in Frage zu stellen. Auch liegt seitens des FG weder ein Versto&szlig; gegen Denkgesetze noch gegen allgemeine Erfahrungss&auml;tze vor. Wie der Vertrag mit X zeigt, konnte nach den Verh&auml;ltnissen im Streitfall die Option mit 4 % des Listenpreises bewertet werden. Anhaltspunkte f&uuml;r eine Scheinvereinbarung oder einen Gestaltungsmissbrauch liegen nicht vor (vgl. zur Ankn&uuml;pfung an die von den Vertragsparteien vereinbarte Preisaufteilung Senatsbeschluss vom 21. August 2007 I B 26\/07, BFH\/NV 2007, 2354, m.w.N.). Zu Recht unterstellt das FG im Einklang mit den Grunds&auml;tzen der Rechtsprechung des BFH, dass &#8211;soweit die Rahmenvertr&auml;ge keine ausdr&uuml;cklichen Angaben &uuml;ber die Bewertung der R&uuml;ckverkaufsoptionen enthielten&#8211; sich die Mietwagenunternehmen die Einr&auml;umung der f&uuml;r sie vorteilhaften Option etwas h&auml;tten kosten lassen und die GmbH nicht etwa unentgeltlich zu der Optionseinr&auml;umung bereit gewesen w&auml;re (vgl. BFH-Urteil in BFHE 219, 129, BStBl II 2009, 705 mit Hinweis auf BFH-Urteil vom 14. Juni 1973 II R 37\/72, BFHE 110, 142, BStBl II 1973, 802). Auch insoweit war daher der Gesamtkaufpreis in einen Teilbetrag f&uuml;r den Ankauf des Neuwagens und in einen Teilbetrag f&uuml;r die Einr&auml;umung der R&uuml;ckverkaufsoption aufzuteilen. Schlie&szlig;lich h&auml;ngt die Bewertung aufgrund der Eigenst&auml;ndigkeit der Optionseinr&auml;umung gegen&uuml;ber dem nachfolgenden R&uuml;ckverkauf nicht von der Frage ab, ob die Konditionen des sp&auml;teren R&uuml;ckerwerbs f&uuml;r die GmbH g&uuml;nstig waren oder nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.11.2010, I R 83\/09 Passivierung einer Verpflichtung aus einer R&uuml;ckverkaufsoption Leits&auml;tze F&uuml;r die Verpflichtung eines Kraftfahrzeugh&auml;ndlers, verkaufte Kraftfahrzeuge auf Verlangen des K&auml;ufers zur&uuml;ckzukaufen, ist eine Verbindlichkeit in H&ouml;he des daf&uuml;r vereinnahmten &#8211;ggf. zu sch&auml;tzenden&#8211; Entgelts auszuweisen (Anschluss an das BFH-Urteil vom 11. Oktober 2007 IV R 52\/04, BFHE 219, 129, BStBl II &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-83-09-passivierung-einer-verpflichtung-aus-einer-rueckverkaufsoption\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;83\/09 &#8211; Passivierung einer Verpflichtung aus einer R&uuml;ckverkaufsoption<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-11196","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11196","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11196"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11196\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11196"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11196"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11196"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}