{"id":11249,"date":"2012-12-06T17:42:55","date_gmt":"2012-12-06T15:42:55","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=11249"},"modified":"2012-12-06T17:42:55","modified_gmt":"2012-12-06T15:42:55","slug":"iv-b-50-10-keine-wiedereinsetzung-bei-unzureichender-nachpruefung-des-ablaufs-der-beschwerdefrist-durch-den-prozessbevollmaechtigten-keine-wiedereinsetzung-bei-verspaetetem-antrag-auf-verlaengerung-de","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-b-50-10-keine-wiedereinsetzung-bei-unzureichender-nachpruefung-des-ablaufs-der-beschwerdefrist-durch-den-prozessbevollmaechtigten-keine-wiedereinsetzung-bei-verspaetetem-antrag-auf-verlaengerung-de\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;B&nbsp;50\/10 &#8211; Keine Wiedereinsetzung bei unzureichender Nachpr&uuml;fung des Ablaufs der Beschwerdefrist durch den Prozessbevollm&auml;chtigten &#8211; Keine Wiedereinsetzung bei versp&auml;tetem Antrag auf Verl&auml;ngerung der Beschwerdebegr&uuml;ndungsfrist"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.12.2010, IV B 50\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Wiedereinsetzung bei unzureichender Nachpr&uuml;fung des Ablaufs der Beschwerdefrist durch den Prozessbevollm&auml;chtigten &#8211; Keine Wiedereinsetzung bei versp&auml;tetem Antrag auf Verl&auml;ngerung der Beschwerdebegr&uuml;ndungsfrist<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Mit Urteil vom 13. April 2010 hat das Finanzgericht (FG) die Klage der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) wegen gesonderter und einheitlicher Feststellung von Grundlagen f&uuml;r die Einkommensbesteuerung 2004 und 2005 und wegen gesonderter Feststellung des vortragsf&auml;higen Gewerbeverlustes auf den 31. Dezember 2004 und auf den 31. Dezember 2005 abgewiesen. Das Urteil ist dem Prozessbevollm&auml;chtigten der Kl&auml;gerin am 17. April 2010 zugestellt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 19. Mai 2010 hat der Prozessbevollm&auml;chtigte per Fax Nichtzulassungsbeschwerde eingelegt. Der Senatsvorsitzende informierte die Kl&auml;gerin mit Verf&uuml;gung vom 26. Mai 2010, welche dem Prozessbevollm&auml;chtigten am 27. Mai 2010 zugestellt worden ist, &uuml;ber die Fristvers&auml;umung und erteilte einen Hinweis auf &sect; 56 der Finanzgerichtsordnung (FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Fax vom 10. Juni 2010 beantragte der Prozessbevollm&auml;chtigte f&uuml;r den Fall der Fristvers&auml;umung Wiedereinsetzung in den vorigen Stand. Es m&ouml;ge sein, dass das Urteil am 17. April 2010, einem Samstag, in den Kanzleibriefkasten eingeworfen worden sei. Samstags sei die Kanzlei jedoch geschlossen. Die Mitarbeiterin habe den Posteingang am Montag, den 19. April 2010, aus dem Briefkasten entnommen und mit dem Eingangsstempel von diesem Tag versehen. Als Fristablauf f&uuml;r die Beschwerde habe sie den 19. Mai 2010 und f&uuml;r die Beschwerdebegr&uuml;ndung den 18. Juni 2010 notiert. Die Mitarbeiterin sei ordnungsgem&auml;&szlig; ausgew&auml;hlt und in der Fristberechnung und Fristeintragung geschult. Ein etwaiges Verschulden der Mitarbeiterin sei der Kl&auml;gerin nicht zuzurechnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unter dem 18. Juni 2010 beantragte der Prozessbevollm&auml;chtigte Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wegen der Vers&auml;umung der Frist zur Begr&uuml;ndung der Nichtzulassungsbeschwerde. Gleichzeitig beantrage er, die Frist zur Begr&uuml;ndung bis zum 17. Juli 2010 zu verl&auml;ngern. Zur Begr&uuml;ndung verwies der Prozessbevollm&auml;chtigte auf das Schreiben vom 10. Juni 2010 und f&uuml;hrte erg&auml;nzend aus, dass die fehlerhaft notierte Frist zur Beschwerdebegr&uuml;ndung leider nicht korrigiert worden sei und deshalb erst heute die Fristverl&auml;ngerung beantragt werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senatsvorsitzende teilte der Kl&auml;gerin mit Verf&uuml;gung vom 25. Juni 2010, dem Prozessbevollm&auml;chtigten zugestellt am 29. Juni 2010 mit, dass eine Verl&auml;ngerung der Beschwerdebegr&uuml;ndungsfrist auf Grund des versp&auml;teten Antrags nicht gew&auml;hrt werden k&ouml;nne. Eine gesonderte Wiedereinsetzung in den vorigen Stand hinsichtlich des versp&auml;teten Antrags sehe das Gesetz nicht vor. In Betracht k&auml;me lediglich ein Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wegen Vers&auml;umung der Beschwerdebegr&uuml;ndungsfrist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit per Fax &uuml;bermitteltem Schriftsatz vom 29. Juli 2010 beantragte die Kl&auml;gerin Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wegen Vers&auml;umung der Beschwerdebegr&uuml;ndungsfrist und machte Ausf&uuml;hrungen zu der Begr&uuml;ndetheit der Nichtzulassungsbeschwerde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Beschwerde ist nicht innerhalb der Frist des &sect; 116 Abs. 2 Satz 1 FGO eingelegt worden. Nach dieser Regelung ist die Beschwerde innerhalb eines Monats nach Zustellung des vollst&auml;ndigen Urteils bei dem Bundesfinanzhof (BFH) einzulegen. Das Urteil ist dem Prozessbevollm&auml;chtigten der Kl&auml;gerin am 17. April 2010 zugestellt worden. Die am 19. Mai 2010 beim BFH eingegangene Beschwerde ist mithin verfristet eingelegt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Kl&auml;gerin kann auch f&uuml;r die Fristvers&auml;umnis keine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (&sect; 56 FGO) gew&auml;hrt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect; 56 Abs. 1 FGO ist jemandem, der ohne Verschulden verhindert war, eine gesetzliche Frist einzuhalten, auf Antrag Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu gew&auml;hren. Verschuldet ist eine Fristvers&auml;umnis, wenn die gebotene und nach den Umst&auml;nden zumutbare Sorgfalt au&szlig;er Acht gelassen wird, wobei bereits einfache Fahrl&auml;ssigkeit die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand ausschlie&szlig;t (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Beschluss vom 25. April 2005 VIII B 42\/02, BFH\/NV 2005, 1821). Das Verschulden ihres Bevollm&auml;chtigten muss sich die Kl&auml;gerin zurechnen lassen (&sect; 155 FGO i.V.m. &sect; 85 Abs. 2 der Zivilprozessordnung &#8211;ZPO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antrag auf Wiedereinsetzung ist binnen Monatsfrist (&sect; 56 Abs. 2 Satz 1 Halbsatz 2 FGO) nach Wegfall des Hindernisses zu stellen. Die Tatsachen zur Begr&uuml;ndung sind bei der Antragstellung oder im Verfahren &uuml;ber den Antrag glaubhaft zu machen (&sect; 56 Abs. 2 Satz 2 FGO). Innerhalb der Antragsfrist ist die vers&auml;umte Rechtshandlung nachzuholen (&sect; 56 Abs. 2 Satz 3 FGO). Diese Voraussetzungen sind im Streitfall nicht erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall beruhte die Vers&auml;umung der Beschwerdefrist auf einem der Kl&auml;gerin gem&auml;&szlig; &sect; 155 FGO i.V.m. &sect; 85 Abs. 2 ZPO zuzurechnenden Verschulden ihres Prozessbevollm&auml;chtigten. Denn es kann bereits nach dessen Vortrag nicht von einer ordnungsgem&auml;&szlig;en Fristenkontrolle ausgegangen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar darf nach st&auml;ndiger Rechtsprechung die routinem&auml;&szlig;ige Berechnung und Kontrolle g&auml;ngiger Fristen zuverl&auml;ssigen B&uuml;rokr&auml;ften &uuml;berlassen werden. Der Prozessbevollm&auml;chtigte ist aber zu einer eigenverantwortlichen Nachpr&uuml;fung des Fristablaufs verpflichtet, wenn es um die Vorbereitung der fristgebundenen Prozesshandlung geht (BFH-Urteil vom 17. Oktober 2007 I R 31\/06, BFH\/NV 2008, 796). Denn dann ist die Nachpr&uuml;fung der Frist keine routinem&auml;&szlig;ige B&uuml;roarbeit mehr, von der er sich im Interesse seiner eigentlichen Aufgaben freimachen darf. Vielmehr handelt es sich nunmehr um die gebotene Pr&uuml;fung einer Zul&auml;ssigkeitsvoraussetzung der beabsichtigten Prozesshandlung, die in den eigenen Verantwortungsbereich des Prozessbevollm&auml;chtigten f&auml;llt (BFH-Beschluss vom 4. Juli 2008 IV R 78\/05, BFH\/NV 2008, 1860). Erfolgt die Zustellung gegen Postzustellungsurkunde, ist der Umschlag mit dem Zustellungsvermerk aufzubewahren und dem Prozessbevollm&auml;chtigten zur Pr&uuml;fung der Frist mit vorzulegen (BFH-Beschluss vom 23. September 1987 V B 71\/87, BFH\/NV 1988, 250). Nicht ausreichend ist die Berechnung der Frist anhand des Eingangsstempels der Kanzlei. Der Prozessbevollm&auml;chtigte muss sich f&uuml;r seine Fristberechnung vielmehr an dem vom Postbediensteten auf der Sendung vermerkten Tag der Zustellung orientieren (BFH-Beschluss in BFH\/NV 2008, 1860).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Prozessbevollm&auml;chtigte durfte sich daher nicht auf den von seiner Kanzleimitarbeiterin auf der Vorentscheidung angebrachten Eingangsstempel verlassen, sondern musste, was ohne Weiteres und ohne besonderen Zeitaufwand m&ouml;glich gewesen w&auml;re, pr&uuml;fen, ob das dort angegebene Datum mit dem von dem Postbediensteten auf dem Zustellungsumschlag eingetragenen Zustellungsdatum &uuml;bereinstimmt. Dieser Umschlag d&uuml;rfte sich in der ihm vorgelegten Handakte befunden haben oder h&auml;tte sich, wie dargelegt, zumindest bei ordnungsgem&auml;&szlig;er B&uuml;roorganisation dort befinden m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Beschwerde ist des Weiteren auch deshalb unzul&auml;ssig, weil die Beschwerdebegr&uuml;ndung nicht innerhalb der Frist von zwei Monaten nach Zustellung des vollst&auml;ndigen Urteils eingegangen ist (vgl. &sect; 116 Abs. 3 Satz 1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das FG-Urteil ist, wie bereits ausgef&uuml;hrt, dem Prozessbevollm&auml;chtigten der Kl&auml;gerin am 17. April 2010 zugestellt worden. Die Beschwerdebegr&uuml;ndung h&auml;tte somit bis zum Ablauf des 17. Juni 2010 beim BFH eingehen m&uuml;ssen, soweit nicht zuvor ein wirksamer Antrag auf Verl&auml;ngerung der Begr&uuml;ndungsfrist gestellt worden ist. Letzteres war nicht der Fall, da der Antrag auf Verl&auml;ngerung der Begr&uuml;ndungsfrist erst am 18. Juni 2010 und mithin versp&auml;tet beim BFH eingegangen ist. Wiedereinsetzung in den vorigen Stand kommt nicht in Betracht, denn die Frist zur Stellung des Antrags auf Verl&auml;ngerung der Beschwerdebegr&uuml;ndungsfrist ist keine gesetzliche Frist i.S. des &sect; 56 Abs. 1 FGO (BFH-Beschluss vom 5. Juli 2002 XI B 165\/01, BFH\/NV 2002, 1480, m.w.N.). Die erst am 29. Juli 2010 beim BFH eingegangene Beschwerdebegr&uuml;ndung ist mithin nicht fristgerecht eingegangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Kl&auml;gerin kann f&uuml;r die Vers&auml;umnis der Begr&uuml;ndungsfrist keine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (&sect; 56 FGO) gew&auml;hrt werden, da die Fristvers&auml;umung auf einem der Kl&auml;gerin gem&auml;&szlig; &sect; 155 FGO i.V.m. &sect; 85 Abs. 2 ZPO zuzurechnenden Verschulden ihres Prozessbevollm&auml;chtigten beruht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Prozessbevollm&auml;chtigte hat sich dahin eingelassen, dass die fehlerhaft notierte Frist zur Beschwerdebegr&uuml;ndung leider nicht korrigiert worden sei. Da der Prozessbevollm&auml;chtigte, wie oben unter 2.b dargelegt, die Zul&auml;ssigkeitsvoraussetzungen des Rechtsmittels, hier die Einhaltung der Begr&uuml;ndungsfrist, in eigener Verantwortung &uuml;berpr&uuml;fen muss, beruht die unterlassene Korrektur dieser fehlerhaft notierten Frist auf seinem Verschulden. Dieses wiegt umso schwerer, als eine &Auml;nderung unterblieb, obwohl dem Prozessbevollm&auml;chtigten die Fehlerhaftigkeit der Fristberechnung vor Ablauf der Begr&uuml;ndungsfrist bekannt geworden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.12.2010, IV B 50\/10 Keine Wiedereinsetzung bei unzureichender Nachpr&uuml;fung des Ablaufs der Beschwerdefrist durch den Prozessbevollm&auml;chtigten &#8211; Keine Wiedereinsetzung bei versp&auml;tetem Antrag auf Verl&auml;ngerung der Beschwerdebegr&uuml;ndungsfrist Tatbestand 1&nbsp; I. Mit Urteil vom 13. 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