{"id":11283,"date":"2012-12-07T04:21:09","date_gmt":"2012-12-07T02:21:09","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=11283"},"modified":"2012-12-07T04:21:09","modified_gmt":"2012-12-07T02:21:09","slug":"vi-b-100-10-beibehaltung-eines-inlaendischen-wohnsitzes-trotz-mehrjaehriger-auslandstaetigkeit-schluessige-divergenzruege-verfahrensmaengel-is-des-par-115-abs-2-nr-3-fgo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-b-100-10-beibehaltung-eines-inlaendischen-wohnsitzes-trotz-mehrjaehriger-auslandstaetigkeit-schluessige-divergenzruege-verfahrensmaengel-is-des-par-115-abs-2-nr-3-fgo\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;B&nbsp;100\/10 &#8211; Beibehaltung eines inl&auml;ndischen Wohnsitzes trotz mehrj&auml;hriger Auslandst&auml;tigkeit &#8211; schl&uuml;ssige Divergenzr&uuml;ge &#8211; Verfahrensm&auml;ngel i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 30.11.2010, VI B 100\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Beibehaltung eines inl&auml;ndischen Wohnsitzes trotz mehrj&auml;hriger Auslandst&auml;tigkeit &#8211; schl&uuml;ssige Divergenzr&uuml;ge &#8211; Verfahrensm&auml;ngel i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) hat in der Sache keinen Erfolg, denn sie ist unbegr&uuml;ndet. Weder kommt der Rechtssache grunds&auml;tzliche Bedeutung zu (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) noch ist eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Fortbildung des Rechts oder Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erforderlich (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO). Dar&uuml;ber hinaus liegt auch kein Verfahrensmangel (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO) vor, auf dem die Entscheidung des Finanzgerichts (FG) beruhen kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Darlegung des Zulassungsgrundes der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO) verlangt substantiierte Ausf&uuml;hrungen zur Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit einer hinreichend bestimmten Rechtsfrage, die im konkreten Streitfall voraussichtlich auch kl&auml;rbar ist und deren Beurteilung von der Kl&auml;rung einer zweifelhaften oder umstrittenen Rechtslage abh&auml;ngig ist (BFH-Beschluss vom 25. August 2006 VIII B 13\/06, BFH\/NV 2006, 2122). Da es nicht Aufgabe des Revisionsgerichts ist, Rechtsfragen abstrakt zu kl&auml;ren, muss die zu kl&auml;rende Rechtsfrage dabei f&uuml;r die Entscheidung des Rechtsstreits rechtserheblich sein (vgl. z.B. Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7. Aufl., &sect; 115 Rz 30). Hat ein Finanzgericht sein Urteil kumulativ auf mehrere, jeweils tragende Gr&uuml;nde gest&uuml;tzt, so muss hinsichtlich jeder Begr&uuml;ndung ein Zulassungsgrund i.S. von &sect; 115 Abs. 2 FGO geltend gemacht werden und auch vorliegen (BFH-Beschluss vom 10. Mai 2005 VIII B 121\/04, BFH\/NV 2005, 1776, m.w.N.). Dies trifft im Streitfall nicht zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger halten nachfolgende Fragestellung f&uuml;r grunds&auml;tzlich bedeutsam und kl&auml;rungsbed&uuml;rftig:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;Kann bei einem ehemals unbeschr&auml;nkt Steuerpflichtigen, der sich auf das zwischenzeitliche Fehlen eines inl&auml;ndischen Wohnsitzes schon vor Beginn des streitgegenst&auml;ndlichen Veranlagungszeitraums unter Hinweis auf Umst&auml;nde, die das Fehlen eines inl&auml;ndischen Wohnsitzes jedenfalls denkbar erscheinen lassen beruft, das Vorhandensein eines inl&auml;ndischen Wohnsitzes im streitgegenst&auml;ndlichen Veranlagungszeitraum unterstellt werden?&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Fragestellung der Kl&auml;ger zielt damit im Ergebnis darauf ab, dass eine tats&auml;chliche Nutzung der Wohnung in der Person des Kl&auml;gers bereits vor Beginn des streitgegenst&auml;ndlichen Veranlagungszeitraums nicht mehr vorlag und deshalb von einem Beibehalten der Wohnung in der Person des Kl&auml;gers in den nachfolgenden Jahren nicht mehr ausgegangen werden kann. Dabei lassen die Kl&auml;ger jedoch unber&uuml;cksichtigt, dass das FG seine Entscheidung auch darauf gest&uuml;tzt hat, dass eine objektive jederzeitige Nutzungsm&ouml;glichkeit der Wohnung im Streitfall durch die Kl&auml;gerin vermittelt wird, die den sog. Familienwohnsitz weiterhin genutzt hat. Die von den Kl&auml;gern aufgeworfene Rechtsfrage ist daher f&uuml;r die Entscheidung des Rechtsstreits nicht rechtserheblich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Eine Entscheidung des BFH zur Fortbildung des Rechts i.S. von &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2&nbsp;&nbsp;1. Alternative FGO ist insbesondere in F&auml;llen erforderlich, in denen &uuml;ber bisher ungekl&auml;rte Rechtsfragen zu entscheiden ist, so beispielsweise, wenn der Einzelfall Veranlassung gibt, Grunds&auml;tze f&uuml;r die Auslegung von Gesetzesbestimmungen des materiellen oder des Verfahrensrechts aufzustellen oder Gesetzesl&uuml;cken rechtssch&ouml;pferisch auszuf&uuml;llen. Erforderlich ist eine Entscheidung des BFH nur dann, wenn die Rechtsfortbildung &uuml;ber den Einzelfall hinaus im allgemeinen Interesse liegt und wenn die Frage nach dem &quot;ob&quot; und ggf. &quot;wie&quot; der Rechtsfortbildung kl&auml;rungsbed&uuml;rftig ist. Es gelten insoweit die zur Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO h&ouml;chstrichterlich entwickelten strengen Darlegungsanforderungen. Daran fehlt es im Streitfall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit die Kl&auml;ger die Frage aufwerfen, ob die Grunds&auml;tze der durch den Familienwohnsitz vermittelten tats&auml;chlichen Nutzungsm&ouml;glichkeit einer Wohnung auch f&uuml;r langj&auml;hrige transkontinentale F&auml;lle angewandt werden k&ouml;nnen, ist diese Rechtsfrage nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig. Sie ist nach Auffassung des erkennenden Senats offensichtlich so zu beantworten, wie es das FG getan hat. So ist nach Auffassung des erkennenden Senats der bisherigen Rechtsprechung des BFH nicht zu entnehmen, dass die Vermutung daf&uuml;r, dass nicht dauernd getrennt lebende Ehegatten ihren Wohnsitz (auch) dort haben, wo sich ihre Familie befindet, davon abh&auml;ngig ist, welche Entfernung zwischen den Ehegatten besteht. Es ist insoweit auch darauf hinzuweisen, dass die vorhandene Rechtsprechung und Literatur in der Beurteilung dieser Rechtsfrage &uuml;bereinstimmen (vgl. hierzu Buciek in Beermann\/Gosch, AO &sect; 8 Rz 31, m.w.N. aus der Rechtsprechung; Birk in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler &#8211;HHSp&#8211;, &sect; 8 AO Rz 36). Entsprechende gewichtige Einwendungen in der Literatur wurden jedenfalls von den Kl&auml;gern nicht vorgetragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach den Feststellungen des FG ist die Vermutung, dass der Familienwohnsitz auch dann bestehen geblieben ist, als der Kl&auml;ger nach Asien gezogen ist, im Urteilsfall nicht widerlegt worden. Soweit die Kl&auml;ger von einer Widerlegung dieser Vermutung ausgehen, indem sie von einer &quot;faktischen Residenzpflicht&quot; des Kl&auml;gers in Asien ausgehen, wenden sie sich im Ergebnis gegen die sachliche Richtigkeit des Urteils in Bezug auf die dort getroffene tats&auml;chliche W&uuml;rdigung. Derartige Einw&auml;nde er&ouml;ffnen die Revision allerdings regelm&auml;&szlig;ig nicht (BFH-Beschluss vom 12. Juli 2004 V B 236\/03, BFH\/NV 2004, 1660, m.w.N.). Die tatrichterliche W&uuml;rdigung ist einer revisionsrechtlichen &Uuml;berpr&uuml;fung entzogen (&sect; 118 Abs. 2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Zur schl&uuml;ssigen Darlegung einer Divergenzr&uuml;ge i.S. von &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2&nbsp;&nbsp;2. Alternative FGO geh&ouml;rt u.a. eine hinreichend genaue Bezeichnung der vermeintlichen Divergenzentscheidung sowie die Gegen&uuml;berstellung tragender, abstrakter Rechtss&auml;tze aus dem angefochtenen Urteil des FG einerseits und aus den behaupteten Divergenzentscheidungen andererseits, um eine Abweichung erkennbar zu machen. F&uuml;r eine schl&uuml;ssige Divergenzr&uuml;ge ist &uuml;berdies weiterhin auszuf&uuml;hren, dass es sich im Streitfall um einen vergleichbaren Sachverhalt und um eine identische Rechtsfrage handelt (BFH-Beschluss vom 17. Januar 2006 VIII B 172\/05, BFH\/NV 2006, 799, unter 2.a und b der Gr&uuml;nde, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diesen Anforderungen wird das Vorbringen der Kl&auml;ger nicht gerecht. Im Ergebnis beschr&auml;nken sich die Ausf&uuml;hrungen der Kl&auml;ger auf die Behauptung, das FG habe sachlich unrichtig entschieden, indem es das Innehaben einer Wohnung allein mit der rechtlichen Verf&uuml;gungsmacht als Miteigent&uuml;mer begr&uuml;ndet habe. Damit haben die Kl&auml;ger jedoch keine Abweichung zu einer Divergenzentscheidung des BFH dargelegt. Das FG hat &#8211;entgegen den Ausf&uuml;hrungen der Kl&auml;ger&#8211; nicht aus der blo&szlig;en Miteigent&uuml;merstellung an der Wohnung auf das Innehaben der Wohnung i.S. des &sect; 8 der Abgabenordnung (AO) geschlossen. Es ist vielmehr in einer W&uuml;rdigung der objektiv erkennbaren Umst&auml;nde des Einzelfalls zu dem Ergebnis gelangt, dass die (widerlegbare) Vermutung, dass der nicht dauernd getrennt lebende Ehegatte seinen Wohnsitz dort hat, wo sich seine Familie befindet, von den Kl&auml;gern nicht widerlegt worden ist. Diese tatrichterliche W&uuml;rdigung ist einer revisionsrechtlichen &Uuml;berpr&uuml;fung entzogen. Einw&auml;nde gegen die Anwendung materiellen Rechts f&uuml;hren grunds&auml;tzlich nicht zur Zulassung der Revision.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Etwas anderes kann nur dann gelten, wenn das finanzgerichtliche Urteil einen Rechtsfehler von erheblichem Gewicht enth&auml;lt, der geeignet ist, das Vertrauen der Allgemeinheit in die Rechtsprechung zu besch&auml;digen. Das ist insbesondere der Fall, wenn die Auslegung und Anwendung des revisiblen Rechts durch das FG objektiv willk&uuml;rlich oder greifbar gesetzeswidrig ist (z.B. BFH-Beschluss vom 5. Juli 2005 VI B 150\/04, BFH\/NV 2005, 2025; vgl. auch Lange in HHSp, &sect; 115 FGO Rz 200 ff.; Seer in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 115 FGO Rz 63 ff. und 75 ff.; jeweils m.w.N.). Dies ist im Streitfall jedoch nicht erkennbar. Das FG hat vielmehr zutreffend die Rechtsgrunds&auml;tze der von den Kl&auml;gern in der Beschwerdeschrift angegebenen Entscheidungen des BFH zu &sect; 8 AO auf den entschiedenen Streitfall &uuml;bertragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Verfahrensm&auml;ngel i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO sind nur Verst&ouml;&szlig;e gegen das Gerichtsverfahrensrecht, die das FG bei der Handhabung seines Verfahrens begeht und die zur Folge haben, dass eine ordnungsgem&auml;&szlig;e Grundlage f&uuml;r die Entscheidung im Urteil fehlt (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 17. Oktober 2006 X S 5\/06 (PKH), BFH\/NV 2007, 94; vom 9. Januar 2006 XI B 25\/05, BFH\/NV 2006, 1106; vgl. auch Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 115 Rz 76 und 82; Seer in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect; 115 FGO Rz 108; jeweils m.w.N.). Das FG hat im Streitfall nicht gegen die Sachaufkl&auml;rungspflicht nach &sect; 76 Abs. 1 Satz 1 FGO versto&szlig;en.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect; 76 Abs. 1 Satz 1 FGO hat das FG den Sachverhalt von Amts wegen zu erforschen und gem&auml;&szlig; &sect; 81 Abs. 1 Satz 2 FGO die erforderlichen Beweise zu erheben. Dabei hat es den entscheidungserheblichen Sachverhalt so vollst&auml;ndig wie m&ouml;glich und bis zur Grenze des Zumutbaren, d.h. unter Ausnutzung aller verf&uuml;gbaren Beweismittel aufzukl&auml;ren. Von den Verfahrensbeteiligten angebotene Beweise muss das FG grunds&auml;tzlich erheben, wenn es einen Verfahrensmangel vermeiden will (vgl. auch BFH-Beschluss vom 21. Dezember 2005 I B 249\/04, BFH\/NV 2006, 780). Auf die beantragte Beweiserhebung kann es im Regelfall nur verzichten, wenn das Beweismittel f&uuml;r die zu treffende Entscheidung unerheblich ist, wenn die in Frage stehende Tatsache zugunsten des Beweisf&uuml;hrenden als wahr unterstellt werden kann, wenn das Beweismittel unerreichbar ist oder wenn das Beweismittel unzul&auml;ssig oder absolut untauglich ist (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Senatsentscheidungen vom 13. November 2007 VI B 100\/07, BFH\/NV 2008, 219; vom 1. Februar 2007 VI B 124\/06, BFH\/NV 2007, 956; vom 16. November 2005 VI R 71\/99, BFH\/NV 2006, 753; jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Verst&ouml;&szlig;e gegen das Verfahrensrecht f&uuml;hren allerdings nicht zur Zulassung der Revision, wenn der Beschwerdef&uuml;hrer das R&uuml;gerecht verloren hat (vgl. &sect; 295 der Zivilprozessordnung i.V.m. &sect; 155 FGO; zu den Anforderungen einer solchen R&uuml;ge BFH-Beschluss vom 9. Februar 2006 VIII B 52\/05, BFH\/NV 2006, 1155). Die R&uuml;ge, das FG habe einen Beweisantrag &uuml;bergangen, geh&ouml;rt zu den verzichtbaren Verfahrensr&uuml;gen. Das R&uuml;gerecht geht nicht nur durch eine ausdr&uuml;ckliche oder konkludente Verzichtserkl&auml;rung gegen&uuml;ber dem FG verloren, sondern auch durch das blo&szlig;e Unterlassen einer rechtzeitigen R&uuml;ge. &Uuml;bergeht das FG einen Beweisantrag, so muss der R&uuml;geberechtigte den Verfahrensmangel in der n&auml;chsten m&uuml;ndlichen Verhandlung r&uuml;gen. Verhandelt er ohne Verfahrensr&uuml;ge zur Sache, obwohl er den Mangel kannte oder kennen musste, so verliert er nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH sein R&uuml;gerecht (Seer in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect; 115 FGO Rz 92, m.w.N.). So verh&auml;lt es sich im Streitfall. Ausweislich des Sitzungsprotokolls vom 24. Februar 2010 haben die sachkundig vertretenen Kl&auml;ger fehlende Zeugenbeweise weder ger&uuml;gt noch dargelegt, warum sie entschuldbar an einer entsprechenden R&uuml;ge gehindert waren. Eine schl&uuml;ssige R&uuml;ge eines Versto&szlig;es gegen die Sachaufkl&auml;rungspflicht (&sect; 76 FGO) ist daher vorliegend nicht erfolgt, da nicht dargelegt wurde, welche konkreten Ermittlungen sich dem FG h&auml;tten aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen und weshalb die Kl&auml;ger, obwohl sie in der m&uuml;ndlichen Verhandlung fachkundig vertreten waren, nicht von sich aus entsprechende Beweisantr&auml;ge gestellt haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Zu Unrecht r&uuml;gen die Kl&auml;ger weiterhin, das angefochtene Urteil sei eine &Uuml;berraschungsentscheidung, weil es unter Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r (Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes, &sect; 96 Abs. 2 FGO) ergangen sei. Das FG h&auml;tte auf weiterhin bestehende Zweifel an der Widerlegung der Vermutung, dass der Kl&auml;ger seinen Wohnsitz dort habe, wo sich seine Familie befinde, hinweisen m&uuml;ssen. Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH liegt eine &Uuml;berraschungsentscheidung und damit ein Versto&szlig; gegen den Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r vor, wenn das Gericht seine Entscheidung auf einen bis dahin nicht er&ouml;rterten rechtlichen oder tats&auml;chlichen Gesichtspunkt st&uuml;tzt und damit dem Rechtsstreit eine Wendung gibt, mit der auch ein gewissenhafter und kundiger Prozessbeteiligter selbst unter Ber&uuml;cksichtigung der Vielzahl vertretbarer Rechtsauffassungen nach dem bisherigen Verlauf des Verfahrens nicht rechnen musste (BFH-Beschluss vom 7. Dezember 2005 I B 90\/05, BFH\/NV 2006, 601, m.w.N.). Die von den Kl&auml;gern erhobene Geh&ouml;rsr&uuml;ge rechtfertigt danach die Zulassung der Revision nicht, da das FG mit Schriftsatz vom 20. April 2009 ausdr&uuml;cklich auf die rechtliche Problematik des Familienwohnsitzes hingewiesen hat. Der Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r und die richterliche Hinweispflicht des &sect; 76 Abs. 2 FGO verlangen dagegen &#8211;entgegen dem Vorbringen der Kl&auml;ger in der Beschwerdeschrift&#8211; nicht, dass das Gericht die ma&szlig;gebenden Rechtsfragen mit den Beteiligten umfassend er&ouml;rtert oder sogar die einzelnen f&uuml;r die Entscheidung erheblichen (rechtlichen oder tats&auml;chlichen) Gesichtspunkte im Voraus andeutet (BFH-Beschl&uuml;sse in BFH\/NV 2006, 601; vom 7. Februar 2007 X B 105\/06, BFH\/NV 2007, 962).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 30.11.2010, VI B 100\/10 Beibehaltung eines inl&auml;ndischen Wohnsitzes trotz mehrj&auml;hriger Auslandst&auml;tigkeit &#8211; schl&uuml;ssige Divergenzr&uuml;ge &#8211; Verfahrensm&auml;ngel i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) hat in der Sache keinen Erfolg, denn sie ist unbegr&uuml;ndet. Weder kommt der Rechtssache grunds&auml;tzliche Bedeutung zu (&sect; &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-b-100-10-beibehaltung-eines-inlaendischen-wohnsitzes-trotz-mehrjaehriger-auslandstaetigkeit-schluessige-divergenzruege-verfahrensmaengel-is-des-par-115-abs-2-nr-3-fgo\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;B&nbsp;100\/10 &#8211; Beibehaltung eines inl&auml;ndischen Wohnsitzes trotz mehrj&auml;hriger Auslandst&auml;tigkeit &#8211; schl&uuml;ssige Divergenzr&uuml;ge &#8211; Verfahrensm&auml;ngel i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-11283","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11283","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11283"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11283\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11283"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11283"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11283"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}