{"id":11346,"date":"2012-12-07T04:17:48","date_gmt":"2012-12-07T02:17:48","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=11346"},"modified":"2012-12-07T04:17:48","modified_gmt":"2012-12-07T02:17:48","slug":"ii-r-73-09-zurechnung-des-unterschiedsbetrags-nach-par-48a-bewg-bei-intensivnutzung-landwirtschaftlicher-betriebsflaechen-keine-einschraenkende-auslegung-des-par-48a-bewg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-73-09-zurechnung-des-unterschiedsbetrags-nach-par-48a-bewg-bei-intensivnutzung-landwirtschaftlicher-betriebsflaechen-keine-einschraenkende-auslegung-des-par-48a-bewg\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;73\/09 &#8211; Zurechnung des Unterschiedsbetrags nach &sect; 48a BewG bei Intensivnutzung landwirtschaftlicher Betriebsfl&auml;chen &#8211; Keine einschr&auml;nkende Auslegung des &sect; 48a BewG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 6.10.2010, II R 73\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Zurechnung des Unterschiedsbetrags nach &sect; 48a BewG bei Intensivnutzung landwirtschaftlicher Betriebsfl&auml;chen &#8211; Keine einschr&auml;nkende Auslegung des &sect; 48a BewG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Der Einheitswert i.S. des &sect; 48a BewG intensiv genutzter landwirtschaftlicher Betriebsfl&auml;chen ist auch dann nach Ma&szlig;gabe dieser Vorschrift teilweise beim Nutzungsberechtigten zu ber&uuml;cksichtigen, wenn bereits der Eigent&uuml;mer die Fl&auml;chen intensiv genutzt hatte.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) betrieb bis 31. Dezember 1998 auf eigenen Grundst&uuml;cken eine Baumschule. Mit Vertrag vom 23. Dezember 1998 verkaufte er alle Pflanzenbest&auml;nde an eine GmbH, die ihrerseits zum 30. Juni 1999 die Pflanzenbest&auml;nde an den Beigeladenen weiterver&auml;u&szlig;erte. Mit Vertrag vom 23. Dezember 1999 verpachtete der Kl&auml;ger r&uuml;ckwirkend zum 1. Juli 1999 zur Baumschule geh&ouml;rende Fl&auml;chen an den Beigeladenen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bescheid vom 2. Mai 2002 nahm das damals zust&auml;ndige Finanzamt eine Wertfortschreibung auf den 1. Januar 2001 vor. Darin stellte es die Verm&ouml;gensart Land- und Forstwirtschaft fest und ber&uuml;cksichtigte bei der Ermittlung des Einheitswerts zu Lasten des Kl&auml;gers die Nutzung der verpachteten Fl&auml;chen als Baumschule. Es war &#8211;anders als der Kl&auml;ger&#8211; der Meinung, der Mehrwert, der daraus resultierte, dass der P&auml;chter die gepachteten Fl&auml;chen als Baumschule nutzte, sei trotz der Regelung in &sect; 48a des Bewertungsgesetzes (BewG) beim Kl&auml;ger und nicht beim Beigeladenen zu ber&uuml;cksichtigen. &sect; 48a BewG sei nicht anwendbar. Denn ein Mehrwert gegen&uuml;ber einer rein landwirtschaftlichen Nutzung sei nur dann denkbar, wenn intensiv genutzte Fl&auml;chen vor der Verpachtung vom Eigent&uuml;mer landwirtschaftlich und nicht &#8211;wie im Streitfall&#8211; als Baumschulfl&auml;chen genutzt worden seien. Der Einspruch blieb erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage mit dem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2010, 852 ver&ouml;ffentlichten Urteil statt. &sect; 48a BewG lasse nach seinem Wortlaut bereits die blo&szlig;e Bewirtschaftung durch einen anderen Nutzungsberechtigten als den Eigent&uuml;mer als Voraussetzung der differenzierten Wertber&uuml;cksichtigung ausreichen. Einer einschr&auml;nkenden Auslegung stehe der eindeutige, dem Gesetzeszweck entsprechende Wortlaut entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das inzwischen zust&auml;ndig gewordene Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Verletzung von &sect; 48a BewG. Er verweist auf den Erlass des Ministeriums der Finanzen Rheinland-Pfalz vom 5. Oktober 1972 S 3127 A\/4 06 (BewG-Kartei RP &sect; 48a BewG Intensiv genutzte Fl&auml;chen Karte 3). Danach sei kein Fall des &sect; 48a BewG gegeben, wenn die Pachtfl&auml;chen bereits vor der Verpachtung vom Eigent&uuml;mer selbst intensiv bewirtschaftet worden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beigeladene hat sich im Revisionsverfahren nicht ge&auml;u&szlig;ert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist unbegr&uuml;ndet und war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Recht entschieden, dass bei der Feststellung des Einheitswerts &sect; 48a Satz 1 BewG anzuwenden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der Feststellung des Einheitswerts des Betriebs des Kl&auml;gers ist der Unterschiedsbetrag zwischen dem f&uuml;r die landwirtschaftliche Nutzung ma&szlig;gebenden Vergleichswert und dem Vergleichswert, der durch die Nutzung als Baumschule bedingt ist, gem&auml;&szlig; &sect; 48a BewG nicht zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Werden Betriebsfl&auml;chen durch einen anderen Nutzungsberechtigten als den Eigent&uuml;mer bewirtschaftet und f&uuml;r eine der in &sect; 48a Satz 1 BewG genannten intensiven Nutzungen verwendet, ist der Unterschiedsbetrag zwischen dem f&uuml;r landwirtschaftliche Nutzung ma&szlig;gebenden Vergleichswert und dem h&ouml;heren Vergleichswert, der durch diese Nutzungen bedingt ist, nicht bei der Feststellung des Einheitswerts des Eigent&uuml;mers zu ber&uuml;cksichtigen, sondern nach &sect; 48a BewG beim Nutzungsberechtigten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Weitere Voraussetzungen m&uuml;ssen nach dem klaren Wortlaut des &sect; 48a Satz 1 BewG nicht erf&uuml;llt sein. Insbesondere wird die Aufteilung des Einheitswerts nicht davon abh&auml;ngig gemacht, dass erst der Nutzungsberechtigte mit der intensiven Nutzung begonnen hat (a.A. Eisele in R&ouml;ssler\/Troll, BewG, &sect; 48a Rz 5; Stephany in Kreutziger\/Schaffner\/Stephany, BewG, 2. Aufl., &sect; 48a Rz 6). Das Bestehen einer derartigen Voraussetzung kann der Vorschrift auch nicht durch Auslegung entnommen werden. Dem steht ihr eindeutiger Wortlaut entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Anwendungsbereich des &sect; 48a BewG kann auch nicht durch teleologische Reduktion auf den Fall beschr&auml;nkt werden, dass der Eigent&uuml;mer die Betriebsfl&auml;che selbst lediglich landwirtschaftlich genutzt hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Divergieren Gesetzeswortlaut und -zweck, ist der Wortlaut der Vorschrift ihrem Zweck entsprechend einzuschr&auml;nken (sog. teleologische Reduktion oder Restriktion), sofern sich das Gesetz &#8211;gemessen an seinem Zweck&#8211; als planwidrig zu weitgehend erweist (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 4. Dezember 2001 III R 47\/00, BFHE 197, 233, BStBl II 2002, 195, unter II.3., m.w.N.). Gegen&uuml;ber einer vom Wortlaut der Rechtsnorm abweichenden Auslegung ist aber besondere Zur&uuml;ckhaltung geboten; sie kann nur in Betracht kommen, wenn die auf den Wortlaut abgestellte Auslegung zu einem sinnwidrigen Ergebnis f&uuml;hren w&uuml;rde (vgl. BFH-Urteil vom 7. April 1992 VIII R 79\/88, BFHE 168, 111, BStBl II 1992, 786). Dies ist hier nicht der Fall. Es ist nicht sinnwidrig, wenn &sect; 48a BewG ohne weitere Differenzierungen in allen vom Wortlaut der Vorschrift genannten F&auml;llen angewandt wird. Vielmehr ist dies auch aus Gr&uuml;nden der Rechtssicherheit und eines einfachen Gesetzesvollzugs sinnvoll. Denn nach der vom FA vertretenen Auffassung w&auml;ren, worauf das FG zu Recht hinweist, im Einzelfall schwer abzugrenzende Differenzierungen vorzunehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus der Entstehungsgeschichte des &sect; 48a BewG l&auml;sst sich ebenfalls kein anderes Ergebnis ableiten. Wie der BFH im Urteil vom 17. Juli 1970 III R 70\/67 (BFHE 100, 47, BStBl II 1970, 736) f&uuml;r die Rechtslage vor dem 1. Januar 1964 entschieden hat, stellt in F&auml;llen, in denen land- und forstwirtschaftlicher Grund und Boden etwa durch Saatzucht oder Gartenbau intensiv bewirtschaftet wird, die kapitalisierte Ertragssteigerung durch die intensive Bewirtschaftung nach der Verkehrsauffassung keine eigene wirtschaftliche Einheit dar, und zwar weder wenn der Eigent&uuml;mer selbst noch wenn ein P&auml;chter die Bewirtschaftung vornimmt. F&uuml;r die kapitalisierte Ertragssteigerung k&ouml;nne daher entgegen der Auffassung der Finanzverwaltung kein gesonderter Einheitswert festgestellt werden. Eine andere Beurteilung setze einen ausdr&uuml;cklichen gesetzlichen Auftrag voraus. Aufgrund des Gesetzentwurfs der Bundesregierung vom 27. Februar 1971 (BTDrucks VI\/1888) wurde daraufhin durch das Bewertungs&auml;nderungsgesetz 1971 vom 27. Juli 1971 (BGBl I 1971, 1157) &sect; 48a BewG mit Wirkung ab 1. Januar 1964 eingef&uuml;gt. Es handelt sich dabei um den im BFH-Urteil in BFHE 100, 47, BStBl II 1970, 736 geforderten ausdr&uuml;cklichen gesetzlichen Auftrag f&uuml;r den Ansatz eines gesonderten Einheitswerts f&uuml;r die kapitalisierte Ertragssteigerung aufgrund der Intensivwirtschaft, und zwar f&uuml;r den Fall, dass der Grund und Boden nicht vom Eigent&uuml;mer, sondern von einem Nutzungsberechtigten bewirtschaftet wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ebenso wenig ergibt sich aus der Gesetzesbegr&uuml;ndung (BTDrucks VI\/1888, S. 6), dass &sect; 48a BewG in dem vom FA vertretenen Sinn auszulegen ist. Danach wollte der Gesetzgeber mit der Schaffung des &sect; 48a BewG Ungerechtigkeiten und zivilrechtliche Streitigkeiten zwischen Eigent&uuml;mer und einem anderen Nutzungsberechtigten vermeiden und einen Beitrag zur Verwaltungsvereinfachung leisten. Die Gesetzesbegr&uuml;ndung gibt damit nur den Anlass f&uuml;r die Einf&uuml;hrung der Vorschrift wieder. Sie befasst sich jedoch nicht mit dem Fall, dass bereits der Eigent&uuml;mer den Grund und Boden f&uuml;r eine der in &sect; 48a Satz 1 BewG genannten Nutzungsarten verwendet hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der Senat teilt ferner nicht die Auffassung des FG Baden-W&uuml;rttemberg im Urteil vom 4. September 2003&nbsp;&nbsp;8 K 149\/99 (EFG 2004, 626), wonach &sect; 48a BewG nur dann anwendbar sein soll, wenn der andere Nutzungsberechtigte den Eigent&uuml;mer auf Dauer von der Ertragsf&auml;higkeit der in &sect; 48a Satz 1 BewG bezeichneten Nutzungen ausschlie&szlig;en kann. Bei dieser Auslegung des &sect; 48a BewG bliebe kaum noch ein Anwendungsbereich der Vorschrift &uuml;brig. Denn sowohl schuldrechtliche als auch dingliche Nutzungsrechte bestehen regelm&auml;&szlig;ig nicht auf Dauer, sondern sind befristet, k&uuml;ndbar oder sie erl&ouml;schen mit dem Tod des Berechtigten (vgl. &sect; 1061 Satz 1 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs &#8211;BGB&#8211; f&uuml;r den Nie&szlig;brauch, &sect; 1090 Abs. 2 i.V.m. &sect; 1061 Satz 1 BGB f&uuml;r die beschr&auml;nkte pers&ouml;nliche Dienstbarkeit). Nach der Beendigung des Nutzungsrechts kann der Eigent&uuml;mer den Grund und Boden wieder selbst nutzen, und zwar auch f&uuml;r eine der in &sect; 48a BewG genannten Nutzungsarten. Der BFH hat demgem&auml;&szlig; bereits im Urteil in BFHE 100, 47, BStBl II 1970, 736 ausgef&uuml;hrt, dass der P&auml;chter von land- und forstwirtschaftlichem Grund und Boden den Eigent&uuml;mer nicht dauernd von der Einwirkung auf den verpachteten Grundbesitz ausschlie&szlig;en kann, wenn der Pachtvertrag nicht ausnahmsweise ein anderes Rechtsgesch&auml;ft verdeckt oder es um die Ausbeutung mineralf&uuml;hrender Grundst&uuml;cke durch den P&auml;chter geht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine einschr&auml;nkende Auslegung des &sect; 48a BewG, wie sie das FG Baden-W&uuml;rttemberg vorgenommen hat, ist auch nicht aus verfassungsrechtlichen Gr&uuml;nden geboten. Der Gesetzgeber &uuml;berschreitet den ihm zukommenden Gestaltungsspielraum (vgl. hierzu BFH-Beschluss vom 4. Februar 2002 VII B 63\/01, BFH\/NV 2002, 815, m.w.N.) nicht, wenn er bei den in &sect; 48a Satz 1 BewG genannten Nutzungsarten die Belastung mit einheitswertabh&auml;ngigen Steuern und Abgaben auf den Eigent&uuml;mer und den Nutzungsberechtigten verteilt. Es ist Sache des Eigent&uuml;mers und des Nutzungsberechtigten, diese Regelung bei der Ausgestaltung des Nutzungsrechts zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 6.10.2010, II R 73\/09 Zurechnung des Unterschiedsbetrags nach &sect; 48a BewG bei Intensivnutzung landwirtschaftlicher Betriebsfl&auml;chen &#8211; Keine einschr&auml;nkende Auslegung des &sect; 48a BewG Leits&auml;tze Der Einheitswert i.S. des &sect; 48a BewG intensiv genutzter landwirtschaftlicher Betriebsfl&auml;chen ist auch dann nach Ma&szlig;gabe dieser Vorschrift teilweise beim Nutzungsberechtigten zu ber&uuml;cksichtigen, wenn bereits der Eigent&uuml;mer die &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-73-09-zurechnung-des-unterschiedsbetrags-nach-par-48a-bewg-bei-intensivnutzung-landwirtschaftlicher-betriebsflaechen-keine-einschraenkende-auslegung-des-par-48a-bewg\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;73\/09 &#8211; Zurechnung des Unterschiedsbetrags nach &sect; 48a BewG bei Intensivnutzung landwirtschaftlicher Betriebsfl&auml;chen &#8211; Keine einschr&auml;nkende Auslegung des &sect; 48a BewG<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-11346","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11346","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11346"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11346\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11346"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11346"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11346"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}