{"id":11347,"date":"2012-12-06T17:44:07","date_gmt":"2012-12-06T15:44:07","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=11347"},"modified":"2012-12-06T17:44:07","modified_gmt":"2012-12-06T15:44:07","slug":"i-b-83-10-verlustuebernahme-bei-organschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-83-10-verlustuebernahme-bei-organschaft\/","title":{"rendered":"I&nbsp;B&nbsp;83\/10 &#8211; Verlust&uuml;bernahme bei Organschaft"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 22.12.2010, I B 83\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Verlust&uuml;bernahme bei Organschaft<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Es ist nicht ernstlich zweifelhaft, dass die f&uuml;r die ertragsteuerliche Organschaft mit einer GmbH als Organgesellschaft erforderliche Vereinbarung einer Verlust&uuml;bernahme entsprechend den Vorschriften des &sect; 302 AktG zwar nicht die Vereinbarung einer Regelung gem&auml;&szlig; &sect; 302 Abs. 2 AktG, wohl aber die Vereinbarung der Verj&auml;hrungsregelung entsprechend &sect; 302 Abs. 4 AktG voraussetzt (Best&auml;tigung des Senatsbeschlusses vom 28. Juli 2010 I B 27\/10, BFHE 230, 167, BStBl II 2010, 932, berichtigt durch Senatsbeschluss vom 15. September 2010 I B 27\/10, BFHE 230, 208, BStBl II 2010, 935).<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitpunkt ist im Rahmen eines Verfahrens betreffend die Aussetzung der Vollziehung (AdV), ob die f&uuml;r die ertragsteuerliche Organschaft mit einer GmbH als Organgesellschaft notwendige Vereinbarung einer Verlust&uuml;bernahme die Vereinbarung einer Verj&auml;hrungsregelung entsprechend &sect; 302 Abs. 4 des Aktiengesetzes (AktG) erfordert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Antragstellerin und Beschwerdegegnerin (Antragstellerin) ist eine GmbH, die am 30. Oktober 2006 von der V-GmbH als alleiniger Gesellschafterin gegr&uuml;ndet wurde. Am gleichen Tag schlossen die beiden Gesellschaften einen Beherrschungs- und Gewinnabf&uuml;hrungsvertrag (BGV), in dem sich die Antragstellerin zur Abf&uuml;hrung ihres ganzen Gewinns an die V-GmbH verpflichtete. Au&szlig;erdem wurde vereinbart, dass die V-GmbH &quot;entsprechend den Vorschriften des &sect; 302 Abs. 1 und 3 des Aktiengesetzes&quot; verpflichtet sei, jeden w&auml;hrend der Vertragsdauer sonst entstehenden Jahresfehlbetrag auszugleichen, soweit dieser nicht dadurch ausgeglichen werde, dass den anderen Gewinnr&uuml;cklagen Betr&auml;ge entnommen w&uuml;rden, die w&auml;hrend der Vertragsdauer in sie eingestellt worden seien. Der BGV wurde am 22. November 2006 in das Handelsregister eingetragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antragsgegner und Beschwerdef&uuml;hrer (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) vertrat die Auffassung, aufgrund des BGV sei weder ein k&ouml;rperschaftsteuerrechtliches noch ein gewerbesteuerrechtliches Organschaftsverh&auml;ltnis zustande gekommen, weil es in Bezug auf den Verlustausgleichsanspruch der Antragstellerin an der Vereinbarung einer Verj&auml;hrungsregelung entsprechend &sect; 302 Abs. 4 AktG fehle. Er erlie&szlig; daraufhin gegen&uuml;ber der Antragstellerin f&uuml;r das Streitjahr 2006 ge&auml;nderte und f&uuml;r das Streitjahr 2007 erstmalige Bescheide &uuml;ber die Festsetzung von K&ouml;rperschaftsteuern und Gewerbesteuermessbetr&auml;gen. Die Antragstellerin hat gegen die das Streitjahr 2006 betreffenden &Auml;nderungsbescheide und gegen den Gewerbesteuermessbescheid 2007 &#8211;nicht aber gegen den K&ouml;rperschaftsteuerbescheid 2007&#8211; Einspruch erhoben und beim FA die AdV der Bescheide beantragt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Ablehnung der AdV-Antr&auml;ge durch das FA hat die Antragstellerin bei dem Finanzgericht (FG) des Landes Sachsen-Anhalt die AdV dieser Bescheide und au&szlig;erdem noch die AdV des ge&auml;nderten K&ouml;rperschaftsteuerbescheids f&uuml;r 2007 und des Umsatzsteuerbescheids f&uuml;r 2007 beantragt. Das FG hat mit Beschluss vom 22. April 2010&nbsp;&nbsp;3 V 173\/10 die AdV gew&auml;hrt, soweit nicht der K&ouml;rperschaftsteuerbescheid f&uuml;r 2007 betroffen war. In Bezug auf diesen Bescheid hat das FG den AdV-Antrag als unzul&auml;ssig abgelehnt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen den FG-Beschluss hat das FA die &#8211;vom FG zugelassene&#8211; Beschwerde zun&auml;chst hinsichtlich der AdV des K&ouml;rperschaftsteuerbescheids und des Gewerbesteuermessbescheids f&uuml;r 2006 sowie hinsichtlich des Gewerbesteuermessbescheids f&uuml;r 2007 &#8211;nicht aber hinsichtlich des Umsatzsteuerbescheids f&uuml;r 2007&#8211; erhoben. Der Beschwerde wurde nicht abgeholfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem das FA zun&auml;chst (sinngem&auml;&szlig;) beantragt hatte, den FG-Beschluss in Bezug auf die Bescheide &uuml;ber die K&ouml;rperschaftsteuer 2006 sowie die Gewerbesteuermessbetr&auml;ge 2006 und 2007 aufzuheben und die entsprechenden AdV-Antr&auml;ge abzulehnen, hat es mit Schriftsatz vom 1. November 2010 erkl&auml;rt, die Antr&auml;ge hinsichtlich der Bescheide zur K&ouml;rperschaftsteuer 2006 und zum Gewerbesteuermessbetrag 2006 w&uuml;rden nicht aufrechterhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Antragstellerin hat sich im Beschwerdeverfahren nicht ge&auml;u&szlig;ert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. 1. Der Senat wertet die Erkl&auml;rung des FA, die Antr&auml;ge zur K&ouml;rperschaftsteuer 2006 und zum Gewerbesteuermessbetrag 2006 w&uuml;rden nicht aufrechterhalten, als R&uuml;cknahme der Beschwerde, soweit diese urspr&uuml;nglich auch gegen die AdV der &Auml;nderungsbescheide zur K&ouml;rperschaftsteuer 2006 und zum Gewerbesteuermessbetrag 2006 gerichtet war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die sonach noch anh&auml;ngige, den Gewerbesteuermessbescheid f&uuml;r 2007 betreffende Beschwerde ist begr&uuml;ndet. Der Antrag auf AdV dieses Bescheids ist abzulehnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect; 69 Abs. 3 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) kann das Gericht der Hauptsache die Vollziehung eines angefochtenen Verwaltungsaktes ganz oder teilweise aussetzen. Die Aussetzung soll &#8211;u.a. und soweit hier einschl&auml;gig&#8211; erfolgen, wenn ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Verwaltungsaktes bestehen (&sect; 69 Abs. 3 Satz 1 i.V.m. Abs. 2 Satz 2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ernstliche Zweifel i.S. von &sect; 69 Abs. 2 Satz 2 FGO sind u.a. dann zu bejahen, wenn bei summarischer Pr&uuml;fung des angefochtenen Steuerbescheides neben f&uuml;r seine Rechtm&auml;&szlig;igkeit sprechende Umst&auml;nde gewichtige Gr&uuml;nde zutage treten, die Unentschiedenheit oder Unsicherheit in der Beurteilung von Rechtsfragen bewirken (vgl. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 10. Februar 1967 III B 9\/66, BFHE 87, 447, BStBl III 1967, 182, seitdem st&auml;ndige Rechtsprechung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Derartige ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des angefochtenen Bescheids bestehen im Streitfall nicht. Nach summarischer Pr&uuml;fung hat entgegen der Auffassung des FG der BGV keine k&ouml;rperschaftsteuerrechtliche Organschaft i.S. von &sect; 14 i.V.m. &sect; 17 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG 2002) und damit auch keine gewerbesteuerrechtliche Organschaft nach Ma&szlig;gabe des &sect; 2 Abs. 2 Satz 2 des Gewerbesteuergesetzes (GewStG 2002) zwischen der Antragstellerin und der V-GmbH begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Ist eine Kapitalgesellschaft Organgesellschaft i.S. der &sect;&sect; 14, 17 oder 18 KStG 2002, so gilt sie gem&auml;&szlig; &sect; 2 Abs. 2 Satz 2 GewStG 2002 gewerbesteuerrechtlich als Betriebsst&auml;tte des Organtr&auml;gers (gewerbesteuerrechtliche Organschaft). Eine Kapitalgesellschaft mit Sitz im Inland ist dann Organgesellschaft nach den genannten k&ouml;rperschaftsteuerrechtlichen Vorschriften, wenn sie sich verpflichtet, ihren ganzen Gewinn an ein anderes Unternehmen i.S. des &sect; 14 KStG 2002 &#8211;den Organtr&auml;ger&#8211; abzuf&uuml;hren. Handelt es sich bei der Organgesellschaft um eine andere als die in &sect; 14 Abs. 1 Satz 1 KStG 2002 bezeichnete Kapitalgesellschaft mit Gesch&auml;ftsleitung und Sitz im Inland &#8211;und damit auch eine inl&auml;ndische GmbH&#8211;, verlangt &sect; 17 Satz 2 Nr. 2 KStG 2002 als weitere Voraussetzung f&uuml;r die Anerkennung der Organschaft u.a., dass eine Verlust&uuml;bernahme entsprechend den Vorschriften des &sect; 302 AktG vereinbart wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach st&auml;ndiger Spruchpraxis des BFH (vgl. zuletzt Senatsurteil vom 3. M&auml;rz 2010 I R 68\/09, BFH\/NV 2010, 1132, m.w.N., die dagegen erhobene Verfassungsbeschwerde wurde vom Bundesverfassungsgericht &#8211;BVerfG&#8211; nicht zur Entscheidung angenommen, s. BVerfG-Beschluss vom 31. August 2010&nbsp;&nbsp;2 BvR 998\/10) muss der Ergebnisabf&uuml;hrungsvertrag eine dem &sect; 302 AktG entsprechende Vereinbarung enthalten. Das Regelungserfordernis erstreckt sich auf &sect; 302 Abs. 1 und Abs. 3 AktG (vgl. Senatsurteile vom 17. Dezember 1980 I R 220\/78, BFHE 132, 285, BStBl II 1981, 383; vom 29. M&auml;rz 2000 I R 43\/99, BFH\/NV 2000, 1250; vom 22. Februar 2006 I R 74\/05, BFH\/NV 2006, 1513) und nach der Einf&uuml;gung des &sect; 302 Abs. 4 AktG durch das Gesetz zur Anpassung von Verj&auml;hrungsvorschriften an das Gesetz zur Modernisierung des Schuldrechts mit Wirkung vom 15. Dezember 2004 auch auf diesen. Der Senat hat Letzteres &#8211;ebenfalls nach summarischer Pr&uuml;fung in einem AdV-Verfahren&#8211; bereits in seinem Beschluss vom 28. Juli 2010 I B 27\/10 (BFHE 230, 167, BStBl II 2010, 932), berichtigt durch Senatsbeschluss vom 15. September 2010 (BFHE 230, 208, BStBl II 2010, 935), entschieden; daran ist festzuhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat sein gegenteiliges Ergebnis in dem angefochtenen Beschluss &#8211;der zeitlich vor dem zitierten Senatsbeschluss ergangen ist&#8211; damit begr&uuml;ndet, zur steuerlichen Anerkennung eines Gewinnabf&uuml;hrungsvertrags in der Zeit vor der Einf&uuml;gung des &sect; 302 Abs. 4 AktG sei eine ausdr&uuml;ckliche Vereinbarung in Bezug auf die Verj&auml;hrung des Verlustausgleichsanspruchs nicht erforderlich gewesen und es bestehe kein sachlicher Grund daf&uuml;r, dies nach der Schaffung des &sect; 302 Abs. 4 AktG anders zu sehen. Der Senat h&auml;lt diese Argumentation nicht f&uuml;r stichhaltig. Denn vor Schaffung des &sect; 302 Abs. 4 AktG galten f&uuml;r die Verj&auml;hrung des Verlustausgleichsanspruchs nach &sect; 302 Abs. 1 AktG die allgemeinen Verj&auml;hrungsregeln des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs, w&auml;hrend es sich bei der zehnj&auml;hrigen Frist des &sect; 302 Abs. 4 AktG um eine spezifische Verj&auml;hrungsregelung f&uuml;r den Verlustausgleichsanspruch handelt, die zweifelsohne Bestandteil der den Verlustausgleichsanspruch nach Abschluss eines Gewinnabf&uuml;hrungsvertrags betreffenden &quot;Vorschriften des &sect; 302 AktG&quot; ist und die deshalb gem&auml;&szlig; &sect; 17 Satz 2 Nr. 2 KStG 2002 zur Begr&uuml;ndung einer ertragsteuerlichen Organschaft mit einer GmbH als Organgesellschaft der Aufnahme in den Ergebnisabf&uuml;hrungsvertrag bedarf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit sich das FG des Weiteren darauf bezieht, dass die Rechtsprechung nicht auch die Aufnahme einer Regelung entsprechend &sect; 302 Abs. 2 AktG in den Gewinnabf&uuml;hrungsvertrag verlangt, besteht der wesentliche Unterschied darin, dass &sect; 302 Abs. 2 AktG sich nicht auf die Verlust&uuml;bernahme nach Abschluss eines Gewinnabf&uuml;hrungsvertrags, sondern auf jene nach Abschluss eines &#8211;f&uuml;r die ertragsteuerliche Organschaft nicht relevanten&#8211; Betriebspacht- oder -&uuml;berlassungsvertrags (&sect; 292 Abs. 1 Nr. 3 AktG) bezieht. Die Bestimmung des &sect; 302 Abs. 4 AktG betrifft demgegen&uuml;ber auch den Verlustausgleichsanspruch aufgrund eines Gewinnabf&uuml;hrungsvertrags und ist deshalb von der Bezugnahme auf &sect; 302 AktG umfasst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Im Streitfall haben die Vertragsparteien des &#8211;nach Inkrafttreten des &sect; 302 Abs. 4 AktG abgeschlossenen&#8211; BGV die Geltung nur der Abs. 1 und 3, nicht aber auch des Abs. 4 des &sect; 302 AktG vereinbart, so dass dadurch ein ertragsteuerliches Organschaftsverh&auml;ltnis zwischen der Antragstellerin und der V-GmbH nicht zustande gekommen ist. Mithin galt die Antragstellerin nicht gem&auml;&szlig; &sect; 2 Abs. 2 Satz 2 GewStG 2002 gewerbesteuerrechtlich als Betriebsst&auml;tte der V-GmbH und durfte das FA ihr gegen&uuml;ber den angefochtenen Gewerbesteuermessbescheid erlassen. Weitere Gr&uuml;nde, die ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Bescheids begr&uuml;nden k&ouml;nnten, hat die Antragstellerin nicht geltend gemacht und sind auch sonst f&uuml;r den Senat nicht ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der FG-Beschluss beruht auf einer anderen Beurteilung. Er ist deshalb aufzuheben; der AdV-Antrag ist abzulehnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 22.12.2010, I B 83\/10 Verlust&uuml;bernahme bei Organschaft Leits&auml;tze Es ist nicht ernstlich zweifelhaft, dass die f&uuml;r die ertragsteuerliche Organschaft mit einer GmbH als Organgesellschaft erforderliche Vereinbarung einer Verlust&uuml;bernahme entsprechend den Vorschriften des &sect; 302 AktG zwar nicht die Vereinbarung einer Regelung gem&auml;&szlig; &sect; 302 Abs. 2 AktG, wohl aber die Vereinbarung der &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-83-10-verlustuebernahme-bei-organschaft\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;B&nbsp;83\/10 &#8211; Verlust&uuml;bernahme bei Organschaft<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-11347","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11347","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11347"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11347\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11347"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11347"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11347"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}