{"id":11396,"date":"2012-12-07T04:21:04","date_gmt":"2012-12-07T02:21:04","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=11396"},"modified":"2012-12-07T04:21:04","modified_gmt":"2012-12-07T02:21:04","slug":"iv-r-31-08-verstoss-gegen-die-grundordnung-des-verfahrens-wegen-fehlender-aussetzung-des-klageverfahrens-betreffend-die-einkommensteuer-bis-zum-abschluss-des-feststellungsverfahrens-notwendigkeit-de-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-31-08-verstoss-gegen-die-grundordnung-des-verfahrens-wegen-fehlender-aussetzung-des-klageverfahrens-betreffend-die-einkommensteuer-bis-zum-abschluss-des-feststellungsverfahrens-notwendigkeit-de-2\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;31\/08 &#8211; Versto&szlig; gegen die Grundordnung des Verfahrens wegen fehlender Aussetzung des Klageverfahrens betreffend die Einkommensteuer bis zum Abschluss des Feststellungsverfahrens &#8211; Notwendigkeit der Feststellung der Eink&uuml;nfte bei mehreren Beteiligten und streitiger H&ouml;he eines Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.9.2010, IV R 31\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Versto&szlig; gegen die Grundordnung des Verfahrens wegen fehlender Aussetzung des Klageverfahrens betreffend die Einkommensteuer bis zum Abschluss des Feststellungsverfahrens &#8211; Notwendigkeit der Feststellung der Eink&uuml;nfte bei mehreren Beteiligten und streitiger H&ouml;he eines Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob bei der Ermittlung des Gewinns aus der Ver&auml;u&szlig;erung einer Milchreferenzmenge (im Weiteren Milchlieferrechte) dem Ver&auml;u&szlig;erungserl&ouml;s im Hinblick auf einen Teileinzug der Milchlieferrechte zu Gunsten der Landesreserve gem&auml;&szlig; &sect; 12 Abs. 2 Satz 1 der Zusatzabgabenverordnung in der Fassung der Zweiten Verordnung zur &Auml;nderung der Zusatzabgabenverordnung vom 14. Januar 2004 (BGBl I 2004, 89; Neubezeichnung mit der Dritten Verordnung zur &Auml;nderung der Zusatzabgabenverordnung vom 26. M&auml;rz 2004, BGBl I 2004, 462, ab dem 1. April 2004: Milchabgabenverordnung &#8211;MilchAbgV&#8211;, im Weiteren daher MilchAbgV) ein anteilig (um 33 %) gek&uuml;rzter Buchwert gegen&uuml;berzustellen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) und seine Ehefrau, die zusammen zur Einkommensteuer veranlagt wurden, erzielten im Streitjahr (2004) u.a. Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft. Den Gewinn ermittelten sie f&uuml;r das vom 1. Mai 2004 bis 30. April 2005 laufende Wirtschaftsjahr gem&auml;&szlig; &sect; 4 Abs. 3 des Einkommensteuergesetzes (EStG) und rechneten diesen jeweils h&auml;lftig zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem Kl&auml;ger wurden im Jahr 1984&nbsp;&nbsp;204 200 kg Milchlieferrechte zugeteilt, die nach K&uuml;rzungen nach der Milch-Garantiemengen-Verordnung um 8,52 % noch 186 802 kg betrugen. Das gesamte Milchlieferrecht des Kl&auml;gers bezog sich ausschlie&szlig;lich auf nach &sect; 55 Abs. 1 EStG bewertete Fl&auml;chen. Der von dem Buchwert f&uuml;r Grund und Boden hierf&uuml;r abgespaltene Buchwert betrug (unstreitig) 169.183 DM. Mit Vereinbarung vom 20. Juli 1999 verpachtete der Kl&auml;ger im Wege der fl&auml;chenlosen Referenzmengen&uuml;bertragung 50 000 kg der ihm zustehenden Milchlieferrechte. Mit einvernehmlicher Pachtvertragsaufl&ouml;sung vom 13. April 2004 beendeten die Vertragsparteien den Pachtvertrag vorzeitig. Das Amt f&uuml;r l&auml;ndliche R&auml;ume &#8230; bescheinigte dem Kl&auml;ger daraufhin u.a., dass die schriftliche Pachtvereinbarung mit Ablauf des 31. M&auml;rz 2004 geendet (Ziff. 3 der Verf&uuml;gung) und die Referenzmenge des abgebenden Betriebes sich mit Ablauf des 31. M&auml;rz 2004 gem&auml;&szlig; &sect; 12 Abs. 2 MilchAbgV um 50 000 kg vermindert habe (Ziff. 4 der Verf&uuml;gung) sowie der Abzug zu Gunsten der Reserve des Landes 16 500 kg und die auf den Kl&auml;ger &uuml;bergehende Referenzmenge 33 500 kg betrage (Ziff. 5 und 6 der Verf&uuml;gung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&Uuml;ber die Verkaufsstelle f&uuml;r Milchquoten der Landwirtschaftskammer (Milchb&ouml;rse) ver&auml;u&szlig;erte der Kl&auml;ger sodann am 1. Juli 2004 die auf ihn &uuml;bergegangenen Milchlieferrechte (33 500 kg) zu einem Preis von 17.213,01 EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Gewinnermittlung f&uuml;r das Wirtschaftsjahr 2004\/05 wiesen der Kl&auml;ger und seine Ehefrau keinen Gewinn aus der Ver&auml;u&szlig;erung der Milchlieferrechte aus. Sie stellten dem um die Ver&auml;u&szlig;erungskosten auf 17.188,01 EUR geminderten Ver&auml;u&szlig;erungserl&ouml;s den anteilig auf 50 000 kg entfallenden Buchwert der Milchlieferrechte in H&ouml;he von 23.154 EUR gegen&uuml;ber. Einen Verlust ber&uuml;cksichtigten sie auf Grund der Verlustausschlussklausel nach &sect; 55 Abs. 6 EStG ebenfalls nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) veranlagte den Kl&auml;ger und seine Ehefrau zun&auml;chst mit Einkommensteuerbescheid 2004 vom 12. Juli 2005 erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig;. Dieser Bescheid erging unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 26. August 2005 erlie&szlig; das FA einen nach &sect; 164 Abs. 2 der Abgabenordnung (AO) ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2004. Nunmehr vertrat es die Auffassung, dass bei der Ver&auml;u&szlig;erung der Milchlieferrechte der Buchwert, soweit er auf die zu Gunsten der Landesreserve eingezogenen 16 500 kg entfalle, nicht gewinnmindernd zu ber&uuml;cksichtigen sei. Diese Milchlieferrechte seien vielmehr unter Beachtung der Verlustausschlussklausel des &sect; 55 Abs. 6 EStG gewinnneutral auszubuchen. Unter Zugrundelegung eines sodann anteilig auf die verkaufte Menge entfallenden Buchwerts in H&ouml;he von 15.437,44 EUR und des von dem Kl&auml;ger angesetzten Verkaufserl&ouml;ses von 17.188,01 EUR erg&auml;be sich ein Gewinn aus der Ver&auml;u&szlig;erung der streitgegenst&auml;ndlichen Milchlieferrechte in H&ouml;he von gerundet 1.750,00 EUR. Dieser wurde entsprechend anteilig f&uuml;r die in das Jahr 2004 fallenden Monate des Wirtschaftsjahres 2004\/05 den Eink&uuml;nften aus Land- und Forstwirtschaft des Kl&auml;gers und seiner Ehefrau im Streitjahr hinzugerechnet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den Einspruch, der ausschlie&szlig;lich vom Kl&auml;ger eingelegt worden ist, wies das FA als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen hatten der Kl&auml;ger und seine Ehefrau Klage erhoben. Auf einen Hinweis des Finanzgerichts (FG) hat die Ehefrau ihre Klage zur&uuml;ckgenommen. Das FG hat das Verfahren insoweit abgetrennt und eingestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vom Kl&auml;ger erhobene Klage hatte in der Sache keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Urteilsgr&uuml;nde sind in Entscheidungen der Finanzgerichte 2008, 1715 abgedruckt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der dagegen eingelegten Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt sinngem&auml;&szlig;,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Vorentscheidung und den Einkommensteuerbescheid 2004 vom 26. August 2005 in der Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 2. Oktober 2006 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung nimmt es im Wesentlichen Bezug auf die Ausf&uuml;hrungen der Vorentscheidung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des Kl&auml;gers ist begr&uuml;ndet. Das angefochtene Urteil war aufzuheben und die Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zur&uuml;ckzuverweisen (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Es liegt ein Versto&szlig; gegen die Grundordnung des Verfahrens vor, da das FG das Verfahren &uuml;ber die Rechtm&auml;&szlig;igkeit des angefochtenen Einkommensteuerbescheids nicht gem&auml;&szlig; &sect; 74 FGO ausgesetzt hat, bis &uuml;ber die Feststellung der Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft gesondert und einheitlich entschieden worden ist. Dieser Verfahrensfehler ist von Amts wegen zu ber&uuml;cksichtigen (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 14. Februar 2008 IV R 44\/05, BFH\/NV 2008, 1156, unter II.1. der Gr&uuml;nde, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Einkommensteuerpflichtige Eink&uuml;nfte sind grunds&auml;tzlich dann nach &sect; 179 Abs. 2 Satz 2, &sect; 180 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a AO gesondert und einheitlich festzustellen, wenn an den Eink&uuml;nften mehrere Personen beteiligt und die Eink&uuml;nfte diesen Personen steuerlich zuzurechnen sind. Das FG muss in einem solchen Fall das Klageverfahren gegen die Einkommensteuerbescheide aussetzen, bis das FA entweder eine gesonderte und einheitliche Feststellung durchgef&uuml;hrt oder, soweit es sich um einen Fall von geringer Bedeutung (&sect; 180 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 AO) handelt, einen negativen Feststellungsbescheid gem&auml;&szlig; &sect; 180 Abs. 3 Satz 2 AO erlassen hat (BFH-Urteil in BFH\/NV 2008, 1156, unter II.1.a der Gr&uuml;nde).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach den Feststellungen des FG haben der Kl&auml;ger und seine Ehefrau im Streitjahr gemeinschaftlich Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft erzielt. Die Eink&uuml;nfte wurden ihnen ausweislich des angefochtenen Einkommensteuerbescheids jeweils zur H&auml;lfte zugerechnet. Der Kl&auml;ger und seine Ehefrau haben die Eink&uuml;nfte deshalb ersichtlich im Rahmen einer zumindest konkludent vereinbarten Mitunternehmerschaft i.S. von &sect; 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, &sect; 13 Abs. 7 EStG erzielt. Die Gewinne aus Land- und Forstwirtschaft sind in diesem Fall gesondert und einheitlich festzustellen (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 2008, 1156, unter II.1.b der Gr&uuml;nde, m.w.N.). Das gilt grunds&auml;tzlich auch dann, wenn das f&uuml;r dieses Verfahren zust&auml;ndige FA gleichzeitig auch f&uuml;r die Festsetzung der Einkommensteuer aller an den Eink&uuml;nften beteiligten Steuerpflichtigen, hier der Eheleute, zust&auml;ndig ist (BFH-Urteil in BFH\/NV 2008, 1156, unter II.1.c der Gr&uuml;nde, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Das FG muss das gegen die Einkommensteuerbescheide gerichtete Verfahren auch dann nach &sect; 74 FGO bis zum Abschluss eines Feststellungsverfahrens aussetzen, wenn der Erlass eines Negativbescheides gem&auml;&szlig; &sect; 180 Abs. 3 Satz 2 AO wegen geringer Bedeutung des Falls m&ouml;glich erscheint. Eine Ausnahme von diesem Grundsatz f&uuml;r einen Fall von offensichtlich geringer Bedeutung kommt vorliegend schon deshalb nicht in Betracht, weil die H&ouml;he der Eink&uuml;nfte nicht feststeht; denn sie h&auml;ngt von einer zwischen den Verfahrensbeteiligten streitigen Rechtsfrage, der zutreffenden Ermittlung des Gewinns aus der Ver&auml;u&szlig;erung eines betrieblich genutzten Wirtschaftsguts, ab (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 2008, 1156, unter II.1.e der Gr&uuml;nde, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das angefochtene Urteil ist aufzuheben, weil es der Vorgreiflichkeit des Feststellungsverfahrens nicht Rechnung tr&auml;gt. Die Sache geht an das FG zur&uuml;ck, das das Verfahren nach &sect; 74 FGO aussetzen und den Abschluss des Feststellungsverfahrens abwarten muss.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.9.2010, IV R 31\/08 Versto&szlig; gegen die Grundordnung des Verfahrens wegen fehlender Aussetzung des Klageverfahrens betreffend die Einkommensteuer bis zum Abschluss des Feststellungsverfahrens &#8211; Notwendigkeit der Feststellung der Eink&uuml;nfte bei mehreren Beteiligten und streitiger H&ouml;he eines Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns Tatbestand 1&nbsp; I. 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