{"id":11409,"date":"2012-12-07T04:17:41","date_gmt":"2012-12-07T02:17:41","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=11409"},"modified":"2012-12-07T04:17:41","modified_gmt":"2012-12-07T02:17:41","slug":"x-r-33-08-steuerfreiheit-eines-stipendiums-einer-gemeinnuetzigen-eu-ewr-institution-gemeinschaftsrechtskonforme-auslegung-des-par-3-nr-44-estg-kapitalverkehrsfreiheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-33-08-steuerfreiheit-eines-stipendiums-einer-gemeinnuetzigen-eu-ewr-institution-gemeinschaftsrechtskonforme-auslegung-des-par-3-nr-44-estg-kapitalverkehrsfreiheit\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;33\/08 &#8211; Steuerfreiheit eines Stipendiums einer gemeinn&uuml;tzigen EU\/ EWR-Institution &#8211; Gemeinschaftsrechtskonforme Auslegung des &sect; 3 Nr. 44 EStG &#8211; Kapitalverkehrsfreiheit"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 15.9.2010, X R 33\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Steuerfreiheit eines Stipendiums einer gemeinn&uuml;tzigen EU\/ EWR-Institution &#8211; Gemeinschaftsrechtskonforme Auslegung des &sect; 3 Nr. 44 EStG &#8211; Kapitalverkehrsfreiheit<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Eine in der EU oder dem EWR ans&auml;ssige gemeinn&uuml;tzige K&ouml;rperschaft, Personenvereinigung oder Verm&ouml;gensmasse i.S. des &sect; 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG kann unabh&auml;ngig von einer inl&auml;ndischen Steuerpflicht Stipendien vergeben, die nach &sect; 3 Nr. 44 EStG steuerfrei sind.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) ist &Auml;rztin. Im Jahr 2000 bewilligte ihr die E ein Stipendium &uuml;ber 35.000 $ pro Jahr f&uuml;r ein Forschungsprojekt im Bereich der Thromboseforschung. Das Universit&auml;tsklinikum U, bei dem die Kl&auml;gerin angestellt war, gew&auml;hrte der Kl&auml;gerin daraufhin antragsgem&auml;&szlig; vom 15. November 2000 bis zum 14. November 2002 Sonderurlaub unter Wegfall der Verg&uuml;tung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die E zahlte am 1. Juli 2000 und am 1. Juli 2001, dem Streitjahr, jeweils 35.000 $ auf ein Drittmittelkonto der U ein, das die Kl&auml;gerin auf Anforderung der E durch U einrichten lie&szlig;. Verf&uuml;gungsberechtigt &uuml;ber das Drittmittelkonto war eine Sachbearbeiterin der U, der die Kl&auml;gerin Weisungen hinsichtlich der Mittelverwendung erteilen konnte. Die Kl&auml;gerin vereinbarte mit der Sachbearbeiterin der U, dass diese ihr monatlich jeweils 1\/12 von 35.000 $ auszahlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die E ist ein Verein gem&auml;&szlig; dem Gesetz der Franz&ouml;sischen Republik vom 1. Juli 1901 mit Sitz in B (Frankreich). Gem&auml;&szlig; Art. 2 der Statuten ist Zweck der E die Pr&auml;vention, die Erkennung und die Handhabung von Erkrankungen des Herzens und der Blutgef&auml;&szlig;e voranzubringen und das Verst&auml;ndnis der Physiologie und Pathophysiologie des Herzens und des Vaskularsystems zu verbessern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihrer Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr erkl&auml;rte die Kl&auml;gerin die Zahlungen als sonstige Eink&uuml;nfte. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte die Einkommensteuer erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; fest. Gegen diesen Bescheid erhob die Kl&auml;gerin mit Zustimmung des FA Sprungklage. Sie trug vor, das Stipendium der E sei gem&auml;&szlig; &sect; 3 Nr. 44 Satz 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) in der im Streitjahr g&uuml;ltigen Fassung steuerfrei. Eine Beschr&auml;nkung der Steuerfreiheit auf Stipendien von gemeinn&uuml;tzigen Organisationen mit Sitz im Inland sei gemeinschaftsrechtlich unzul&auml;ssig. Sowohl die E als auch die Kl&auml;gerin w&uuml;rden dadurch in der Aus&uuml;bung ihrer gemeinschaftsrechtlichen Grundfreiheiten, namentlich der Niederlassungsfreiheit, der Kapitalverkehrsfreiheit sowie der Freiz&uuml;gigkeit behindert. Der Steuerfreiheit stehe auch nicht entgegen, dass die U das Stipendium ausbezahlt habe. Die Leistungsgew&auml;hrung im Streitfall sei als unmittelbar anzusehen, weil die Kl&auml;gerin durch eine Sachbearbeiterin der U &uuml;ber das Drittmittelkonto habe verf&uuml;gen k&ouml;nnen. Au&szlig;erdem setze &sect; 3 Nr. 44 Satz 2 EStG &#8211;anders als dessen Satz 1&#8211; eine Unmittelbarkeit nicht voraus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat der Klage mit dem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2008, 670 ver&ouml;ffentlichten Urteil stattgegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung des &sect; 3 Nr. 44 EStG. Die Auffassung des FG sei zweifelhaft, wonach die Steuerbefreiung des &sect; 3 Nr. 44 EStG unabh&auml;ngig von einer inl&auml;ndischen Steuerpflicht der E gew&auml;hrt werden m&uuml;sse. Die Stiftung werde im Inland nicht benachteiligt, da es f&uuml;r die franz&ouml;sische Stiftung keinen Unterschied mache, ob sie das Stipendium einem deutschen oder einem franz&ouml;sischen Stipendiaten auszahle. Auch sei zweifelhaft, ob die Kl&auml;gerin als Forscherin eine wirtschaftliche T&auml;tigkeit ausge&uuml;bt habe, die zudem grenz&uuml;berschreitend sein m&uuml;sse. Beide Voraussetzungen l&auml;gen bei der Forschungst&auml;tigkeit der Kl&auml;gerin nicht vor, sie habe weder eine entgeltliche Leistung erbracht noch habe die E oder die Kl&auml;gerin, sondern lediglich das Stipendium die Grenze &uuml;berschritten. Es k&ouml;nne damit allenfalls die Kapitalverkehrsfreiheit betroffen sein. Deren Schutzbereich er&ouml;ffne sich der Kl&auml;gerin nicht, da das Stipendium nicht die Frucht einer wie auch immer gearteten wirtschaftlichen Bet&auml;tigung im europ&auml;ischen Ausland sei. Die vier Freiheiten sollten als reine Wirtschaftsgrundrechte lediglich das Funktionieren des Gemeinsamen Marktes sicherstellen, nicht aber jegliche differenzierende Behandlung verbieten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Feststellung des FG, f&uuml;r die Ungleichbehandlung von aus dem europ&auml;ischen Ausland zuflie&szlig;enden und inl&auml;ndischen Stipendien seien keine Rechtfertigungsgr&uuml;nde ersichtlich, k&ouml;nne man sich nicht anschlie&szlig;en. Ein anerkannter Rechtfertigungsgrund von Ungleichbehandlungen sei die steuerliche Kontrolle. Im Veranlagungsverfahren bed&uuml;rfe das Deklarationsverfahren aus verfassungsrechtlichen Gr&uuml;nden der Erg&auml;nzung durch das Verifikationsprinzip. Diesen Grundsatz habe der Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH) nicht ausdr&uuml;cklich in Frage gestellt, er habe anerkannt, dass die Wirksamkeit der Steueraufsicht ein zwingender Grund des Allgemeinwohls sei, der eine Einschr&auml;nkung der Grundfreiheiten rechtfertigen k&ouml;nne. Der EuGH habe aber andererseits die Mitwirkungspflichten des Steuerpflichtigen und die M&ouml;glichkeiten der Amtshilfe als ausreichende Ma&szlig;nahmen f&uuml;r die Durchf&uuml;hrung der Steueraufsicht angesehen. Die Mitwirkungspflichten des Steuerpflichtigen k&ouml;nnten jedoch die Verifikationspr&uuml;fung nicht ersetzen. Eine Amtshilfe k&ouml;nne allenfalls dann zu einer ausreichenden Verifikation f&uuml;hren, wenn die Finanzbeh&ouml;rden des ersuchten Mitgliedstaats verpflichtet w&auml;ren, auch solche Pr&uuml;fungen vorzunehmen, die denen der deutschen Au&szlig;enpr&uuml;fung entspr&auml;chen. Eine derartige Verpflichtung sei jedoch zweifelhaft, da die Amtshilfe lediglich in erg&auml;nzenden Beitr&auml;gen zu einem fremden Verfahren bestehe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Unterschied zum Sachverhalt in der Rechtssache Centro di Musicologia Walter Stauffer (EuGH-Urteil vom 14. September 2006 Rs. C-386\/04, Slg. 2006, I-8203) gebe es zwischen dem in Frankreich ans&auml;ssigen Stipendiengeber und Deutschland keine steuerlichen Beziehungen. Dehnte man die in diesem EuGH-Urteil entwickelten Grunds&auml;tze auf ausl&auml;ndische Stipendiengeber aus, m&uuml;ssten die deutschen Finanzbeh&ouml;rden die steuerlichen Verh&auml;ltnisse eines in Deutschland nicht steuerpflichtigen Rechtstr&auml;gers pr&uuml;fen. Sie m&uuml;ssten umf&auml;nglich ermitteln, ob eine ausl&auml;ndische Einrichtung, die in keiner Beziehung zu Deutschland st&uuml;nde, die Voraussetzungen erf&uuml;llt, um nach deutschem Recht als gemeinn&uuml;tzig anerkannt zu werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zudem verlange auch &sect; 3 Nr. 44 Satz 2 EStG die Unmittelbarkeit des Stipendiums.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>unter Aufhebung des angefochtenen Urteils die Klage als unbegr&uuml;ndet abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist unbegr&uuml;ndet und deshalb zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Zutreffend hat das FG entschieden, dass das von der E gezahlte Stipendium bei der Kl&auml;gerin zu steuerfreien Einnahmen gem&auml;&szlig; &sect; 3 Nr. 44 EStG gef&uuml;hrt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Deutschland steht nach dem Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Franz&ouml;sischen Republik zur Vermeidung der Doppelbesteuerungen und &uuml;ber gegenseitige Amts- und Rechtshilfe auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Verm&ouml;gen sowie der Gewerbesteuern und der Grundsteuern vom 21. Juli 1959 (BGBl II 1961, 397) in der Fassung des Revisionsprotokolls vom 9. Juni 1969 (BGBl II 1970, 717) und des Zusatzabkommens vom 28. September 1989 (BGBl II 1990, 770) &#8211;DBA-Frankreich&#8211; das Besteuerungsrecht f&uuml;r die Bez&uuml;ge aus dem Stipendium zu. Dabei kann es dahingestellt bleiben, ob es sich um Eink&uuml;nfte i.S. des Art. 12 (selbst&auml;ndige T&auml;tigkeit) oder um sonstige Eink&uuml;nfte i.S. des Art. 18 DBA-Frankreich handelt; in beiden Vorschriften wird Deutschland das ausschlie&szlig;liche Besteuerungsrecht f&uuml;r die Eink&uuml;nfte zugewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Es kann ebenfalls dahinstehen, ob nach deutschem Recht in dem Bezug des Stipendiums Eink&uuml;nfte aus wiederkehrenden Bez&uuml;gen i.S. des &sect; 22 Nr. 1 Satz 1 EStG oder Eink&uuml;nfte aus selbst&auml;ndiger Arbeit i.S. des &sect; 18 EStG zu sehen sind, da das Stipendium der Kl&auml;gerin, das von der E gezahlt wurde, gem&auml;&szlig; &sect; 3 Nr. 44 EStG nicht der Einkommensteuer unterliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die E konnte trotz fehlender inl&auml;ndischer Steuerpflicht der Kl&auml;gerin ein Stipendium gew&auml;hren, das nach &sect; 3 Nr. 44 EStG bei den Empf&auml;ngern steuerfrei ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach dieser Vorschrift sind Stipendien steuerfrei, die unmittelbar aus &ouml;ffentlichen Mitteln oder von zwischenstaatlichen oder &uuml;berstaatlichen Einrichtungen, denen die Bundesrepublik Deutschland als Mitglied angeh&ouml;rt, zur F&ouml;rderung der Forschung oder zur F&ouml;rderung der wissenschaftlichen oder k&uuml;nstlerischen Ausbildung oder Fortbildung gew&auml;hrt werden. Das gleiche gilt f&uuml;r Stipendien, die zu den in Satz 1 bezeichneten Zwecken von einer Einrichtung, die von einer K&ouml;rperschaft des &ouml;ffentlichen Rechts errichtet ist oder verwaltet wird, oder von einer K&ouml;rperschaft, Personenvereinigung oder Verm&ouml;gensmasse i.S. des &sect; 5 Abs. 1 Nr. 9 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG) gegeben werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Aufgrund des durch das Jahressteuergesetz 2009 (JStG 2009) vom 19. Dezember 2008 (BGBl I 2008, 2794) neu gefassten &sect; 5 Abs. 2 Nr. 2 KStG sind beschr&auml;nkt steuerpflichtige Gesellschaften aus Staaten der Europ&auml;ischen Union und des Europ&auml;ischen Wirtschaftsraums i.S. des &sect; 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG n.F. den inl&auml;ndischen steuerbeg&uuml;nstigten Institutionen gleichgestellt, soweit es sich um Gesellschafen i.S. des Art. 48 des Vertrags zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaft &#8211;EG&#8211; (jetzt Art. 54 des Vertrags &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union &#8211;AEUV&#8211;) handelt und soweit mit dem Ans&auml;ssigkeitsstaat ein Amtshilfeabkommen besteht. Die Neuregelung ist gem&auml;&szlig; &sect; 34 Abs. 5a KStG n.F. auch auf Veranlagungszeitr&auml;ume vor 2009 anzuwenden, um den Anforderungen des Urteils des EuGH &#8211;Centro di Musicologia Walter Stauffer&#8211; in Slg. 2006, I-8203 nachzukommen, wonach es geboten ist, &quot;ausl&auml;ndische steuerbeg&uuml;nstigte K&ouml;rperschaften, die in der EU oder in Teilen des EWR-Raums ans&auml;ssig sind, den inl&auml;ndischen K&ouml;rperschaften gleichzustellen&quot; (vgl. Bericht des Finanzausschusses zum Entwurf eines JStG 2009, BTDrucks 16\/11108, 29).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ob in den Veranlagungszeitr&auml;umen vor 2009 eine steuerbeg&uuml;nstigte ausl&auml;ndische K&ouml;rperschaft vorliegt, richtet sich nicht nach der ebenfalls durch das JStG 2009 erfolgten Neuregelung der Gemeinn&uuml;tzigkeitsvorschriften der &sect;&sect; 51 ff. der Abgabenordnung (AO n.F.), sondern nach den f&uuml;r den betreffenden Veranlagungszeitraum &#8211;im Streitfall 2001&#8211; jeweils geltenden Vorschriften (vgl. BTDrucks 16\/11108, 29).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Das FG hat &#8211;den erkennenden Senat gem&auml;&szlig; &sect; 118 Abs. 2 FGO bindend&#8211; festgestellt, dass die E als rechtsf&auml;higer gemeinn&uuml;tziger Verein (Art. 6 und 10 des Gesetzes vom 1. Juli 1901, Art. 1 der Satzung der E) eine K&ouml;rperschaft i.S. des &sect; 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG i.V.m. &sect; 51 Satz 2 der Abgabenordnung (AO) in der vor dem JStG 2009 g&uuml;ltigen Fassung ist, die mit der F&ouml;rderung von Wissenschaft und Forschung und des &ouml;ffentlichen Gesundheitswesens im Inland und im Ausland selbstlos, ausschlie&szlig;lich und unmittelbar gemeinn&uuml;tzige Zwecke i.S. des &sect; 52 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 Nr. 1 und 2 AO verfolgt. Die E erf&uuml;llt damit insoweit die Voraussetzungen, die an einen gemeinn&uuml;tzigen Stipendiumsgeber gem&auml;&szlig; &sect; 3 Nr. 44 EStG gestellt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Dadurch, dass in &sect; 5 Abs. 2 Nr. 2 KStG n.F. auf die beschr&auml;nkt Steuerpflichtigen i.S. des &sect; 2 Nr. 1 KStG Bezug genommen wird, setzt die Neuregelung im JStG 2009 jedoch das Bestehen einer beschr&auml;nkten Steuerpflicht der EU\/EWR-K&ouml;rperschaft voraus (vgl. dazu kritisch N&ouml;cker in Herrmann\/Heuer\/ Raupach, Jahreskommentierung 2009, &sect; 5 KStG Rz J 08-5; Winheller\/Klein, Deutsche Steuer-Zeitung 2009, 193, 195; siehe auch H&uuml;ttemann, Internationales Steuerrecht &#8211;IStR&#8211; 2010, 118). Diese Voraussetzung erf&uuml;llt die E nicht, da sie keine inl&auml;ndischen Eink&uuml;nfte erzielt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Vorschrift des &sect; 3 Nr. 44 EStG fordert jedoch nicht, dass eine K&ouml;rperschaft, Personenvereinigung oder Verm&ouml;gensmasse gem&auml;&szlig; &sect; 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG tats&auml;chlich im konkreten Fall steuerbefreit sein muss. Es muss sich lediglich um eine K&ouml;rperschaft im Sinne des &sect; 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG handeln. Es reicht bei gemeinschaftsrechtskonformer Auslegung aus, wenn eine K&ouml;rperschaft, w&uuml;rde sie inl&auml;ndische Eink&uuml;nfte erzielen, von der K&ouml;rperschaftsteuer befreit w&auml;re. Eine andere Auslegung, die die Steuerfreiheit eines Stipendiums bei dem Stipendiaten von dem &#8211;zuf&auml;lligen&#8211; Vorhandensein inl&auml;ndischer Eink&uuml;nfte des Stipendiumsgebers abh&auml;ngig machen w&uuml;rde, verstie&szlig;e gegen die Kapitalverkehrsfreiheit des Art. 56 EG (jetzt Art. 63 AEUV).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der EuGH hat in den letzten Jahren verst&auml;rkt die gemeinschaftsrechtlichen Anforderungen herausgearbeitet, die an die steuerliche Behandlung grenz&uuml;berschreitender Gemeinn&uuml;tzigkeit zu stellen sind (vgl. z.B. Urteile &#8211;Centro di Musicologia Walter Stauffer&#8211; in Slg. 2006, I-8203, und vom 18. Dezember 2007 Rs. C-281\/06 &#8211;Jundt&#8211;, Slg. 2007, I-12231, jeweils m.w.N.). Dies gilt insbesondere f&uuml;r die nach der Revisionsbegr&uuml;ndung und -erwiderung ergangene Entscheidung des EuGH vom 27. Januar 2009 Rs. C-318\/07 &#8211;Persche&#8211; (Slg. 2009, I-359).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Rechtsstreit &#8211;Persche&#8211; in Slg. 2009, I-359 hatte zwar die Abzugsf&auml;higkeit von Sachspenden an eine nach dem jeweiligen Ans&auml;ssigkeitsstaat steuerbefreite Organisation zum Inhalt, w&auml;hrend es im Streitfall um die zweckentsprechenden Zahlungen von einer gemeinn&uuml;tzigen Institution geht. Der Sachverhalt unterscheidet sich daher dadurch, dass die in dem anderen EU-Mitgliedstaat ans&auml;ssige gemeinn&uuml;tzige Organisation einmal der Empf&auml;nger und einmal der Zuwendende eines grenz&uuml;berschreitenden Kapitaltransfers ist. Dieser Unterschied ist jedoch f&uuml;r die Pr&uuml;fung der Kapitalverkehrsfreiheit unerheblich, da die Kapitalverkehrsfreiheit ein objekt- oder produktbezogener Tatbestand ist (Ress\/Ukrow, in Grabitz\/Hilf, Das Recht der Europ&auml;ischen Union, Kommentar, Art. 56 Rz 137; so auch Streinz\/Sedlaczek, EUV\/EGV, Art. 56 Rz 16; Lissner, Das Gemeinn&uuml;tzigkeits- und Spendenrecht unter dem Einfluss der Grundfreiheiten, 2009, 96 f.; siehe auch Sch&ouml;n, Europ&auml;ische Kapitalverkehrsfreiheit und nationales Steuerrecht; Ged&auml;chtnisschrift Knobbe-Keuk, 1997, 743, 753).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) In diesem Urteil &#8211;Persche&#8211; in Slg. 2009, I-359 hat der EuGH entschieden, dass der Anwendungsbereich der Kapitalverkehrsfreiheit nicht nur dann betroffen sei, wenn Kapitalbewegungen in Aus&uuml;bung einer wirtschaftlichen T&auml;tigkeit vorgenommen w&uuml;rden, sondern auch bei einem Kapitaltransfer, der aus einer altruistischen Motivation heraus geleistet werde. Zwar werde die &quot;Kapitalverkehrsfreiheit&quot; nicht im EG (jetzt AEUV) definiert; der EuGH erkennt jedoch erneut der Nomenklatur im Anhang der Richtlinie 88\/361\/EWG des Rates vom 24. Juni 1988 zur Durchf&uuml;hrung von Art. 67 des Vertrages &#8211;dieser Artikel wurde durch den Vertrag von Amsterdam aufgehoben&#8211; (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften Nr. L 178\/5) Hinweischarakter zu, wobei die in ihr enthaltene Aufz&auml;hlung gem&auml;&szlig; ihrer Einleitung nicht ersch&ouml;pfend sei (EuGH-Urteil &#8211;Persche&#8211; in Slg. 2009, I-359, Rz 24; vgl. auch u.a. EuGH-Urteile vom 23. Februar 2006 Rs. C-513\/03 &#8211;van Hilten-van der Heijden&#8211;, Slg. 2006, I-1957, Rz 39; &#8211;Centro di Musicologia Walter Stauffer&#8211; in Slg. 2006, I-8203, Rz 22). Schenkungen und Stiftungen sind in der Rubrik XI Anhang I der Richtlinie 88\/361\/EWG (Richtlinie 88\/361\/EWG) unter der &Uuml;berschrift &quot;Kapitalverkehr mit pers&ouml;nlichem Charakter&quot; aufgef&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine altruistische Verm&ouml;gens&uuml;bertragung liegt ebenfalls vor, wenn ein Stipendium zur F&ouml;rderung eines gemeinn&uuml;tzigen Zwecks &#8211;wie im Streitfall der Wissenschaft und Forschung&#8211; vergeben wird. Damit sind Stipendien, selbst wenn sie in der Rubrik XI Anhang I der Richtlinie 88\/361\/EWG nicht genannt sind, durch die Kapitalverkehrsfreiheit gesch&uuml;tzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da an der Grenz&uuml;berschreitung der Stipendiumszahlungen der E von Frankreich nach Deutschland kein Zweifel besteht, ist der Anwendungsbereich der Kapitalverkehrsfreiheit i.S. des Art. 56 EG (jetzt Art. 63 AEUV) im Streitfall betroffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Eine nationale Steuerregelung, die in &sect; 3 Nr. 44 EStG zwischen Stipendien inl&auml;ndischer und in einem anderen Mitgliedstaat ans&auml;ssiger Einrichtungen unterscheidet und damit Stipendien, die von EU\/EWR-Institutionen gezahlt werden, steuerlich schlechter behandelt, stellt eine Beschr&auml;nkung des freien Kapitalverkehrs dar. Diese ist gem&auml;&szlig; Art. 56 EG (jetzt Art. 63 AEUV) grunds&auml;tzlich verboten. Sie kann nur dann als mit den Vertragsbestimmungen &uuml;ber den freien Kapitalverkehr vereinbar angesehen werden, wenn die unterschiedliche Behandlung Situationen betrifft, die nicht objektiv miteinander vergleichbar sind, oder wenn die Beschr&auml;nkung durch einen zwingenden Grund des Allgemeininteresses wie die Notwendigkeit, die Wirksamkeit der steuerlichen Kontrollen zu gew&auml;hrleisten, gerechtfertigt ist (EuGH-Urteil &#8211;Persche&#8211; in Slg. 2009, I-359, Rz 41). Zudem ist die unterschiedliche Behandlung nur dann gerechtfertigt, wenn sie nicht &uuml;ber das hinausgeht, was zum Erreichen des mit der fraglichen Regelung verfolgten Ziels erforderlich ist (vgl. EuGH-Urteile &#8211;Centro di Musicologia Walter Stauffer&#8211; in Slg. 2006, I-8203, Rz 32; vom 18. Dezember 2007 Rs. C-101\/05 &#8211;Skatteverket&#8211;, Slg. 2007, I-11531, Rz 55 und 56, und &#8211;Persche&#8211; in Slg. 2009, I-359, Rz 52 sowie die dort angef&uuml;hrte Rechtsprechung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Erhalt eines Stipendiums von einem EU-ans&auml;ssigen Stipendiumsgeber ohne inl&auml;ndische Eink&uuml;nfte unterscheidet sich f&uuml;r den Stipendiaten nicht von dem Erhalt eines Stipendiums, das ihm entweder eine inl&auml;ndische oder eine EU-ans&auml;ssige Organisation mit inl&auml;ndischen Eink&uuml;nften gew&auml;hrt; es handelt sich um eine objektiv vergleichbare Situation. Von den vom EuGH genannten zwingenden Gr&uuml;nden des Allgemeinwohls k&ouml;nnte jedoch die Wirksamkeit der steuerlichen Kontrollen eine unterschiedliche Behandlung der grenz&uuml;berschreitenden Stipendiumszahlungen rechtfertigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es ist aber zu beachten, dass eine beschr&auml;nkende Ma&szlig;nahme nur dann gerechtfertigt sein kann, wenn sie dem Grundsatz der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit gen&uuml;gt, also geeignet ist, die Erreichung des mit ihr verfolgten Ziels zu gew&auml;hrleisten, und nicht &uuml;ber das dazu Erforderliche hinausgeht. Der EuGH hat in der Rechtssache &#8211;Persche&#8211; in Slg. 2009, I-359, Rz 60 in einer mit dem Streitfall vergleichbaren Konstellation, in der die ausl&auml;ndische Institution in Deutschland ebenfalls nicht steuerpflichtig war, ausdr&uuml;cklich festgestellt, dass sich der Besteuerungsmitgliedstaat f&uuml;r die Rechtfertigung einer nationalen Regelung auf das Erfordernis, die Wirksamkeit der Steueraufsicht zu gew&auml;hrleisten, nicht berufen kann, wenn es dem Steuerpflichtigen v&ouml;llig verwehrt ist, ausreichende Nachweise zu erbringen, anhand derer die Steuerbeh&ouml;rden des Besteuerungsmitgliedstaats eindeutig und genau pr&uuml;fen k&ouml;nnen, ob die entsprechenden Voraussetzungen f&uuml;r die nationale Steuerregelung, die der Steuerpflichtige beansprucht, &#8211;hier das Vorliegen der Voraussetzungen der Gemeinn&uuml;tzigkeit&#8211; tats&auml;chlich vorliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Wirksamkeit der Steuerkontrolle kann damit dann eine Ungleichbehandlung nicht rechtfertigen, wenn die Finanzbeh&ouml;rden des Besteuerungsmitgliedstaats nicht daran gehindert sind, von einem Steuerpflichtigen, der eine bestimmte steuerliche Behandlung fordert, die Vorlage stichhaltiger Belege zu verlangen, und es sich nicht von vornherein ausschlie&szlig;en l&auml;sst, dass der Steuerpflichtige die notwendigen Belege vorlegen kann, um nachzuweisen, dass die Voraussetzungen f&uuml;r die steuerliche Behandlung nach den einschl&auml;gigen Rechtsvorschriften erf&uuml;llt sind und die steuerliche Behandlung dementsprechend gew&auml;hrt werden kann (vgl. auch EuGH-Urteile vom 8. Juli 1999 Rs. C-254\/97 &#8211;Soci&eacute;t&eacute; Baxter u.a.&#8211;, Slg. 1999, I-4809, Rz 20, und vom 10. M&auml;rz 2005 Rs. C-39\/04 &#8211;Laboratoires Fournier SA&#8211;, Slg. 2005, I-2057, Rz 25; in diesem Sinne Urteile vom 3. Oktober 2002 Rs. C-136\/00 &#8211;Danner&#8211;, Slg. 2002, I-8147, Rz 50, und vom 26. Juni 2003 Rs. C-422\/01 &#8211;Skandia und Ramstedt&#8211;, Slg. 2003, I-6817, Rz 43).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Diese Grunds&auml;tze zugrunde gelegt, kann &sect; 3 Nr. 44 Satz 2 EStG nur so ausgelegt werden, dass auch Stipendien von einer gemeinn&uuml;tzigen EU\/EWR-K&ouml;rperschaft, Personenvereinigung oder Verm&ouml;gensmasse i.S. des &sect; 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG ohne inl&auml;ndische Eink&uuml;nfte steuerfrei sind, sofern nachgewiesen werden kann, dass die Gemeinn&uuml;tzigkeitsanforderungen der &sect;&sect; 51 ff. AO erf&uuml;llt sind. Die grunds&auml;tzliche Verweigerung der Steuerfreiheit dieser Stipendien im Unterschied zu Stipendien gemeinn&uuml;tziger inl&auml;ndischer Institutionen oder gemeinn&uuml;tziger EU\/EWR-ans&auml;ssiger Institutionen mit inl&auml;ndischen Eink&uuml;nften ist nicht zu rechtfertigen (so auch Ross in Frotscher, EStG &sect; 3 Nr. 44 Rz 2; v. Proff, IStR 2009, 371, 376; im Ergebnis wohl auch Steiner in Lademann, EStG, &sect; 3 EStG Rz 324).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es ist im vorliegenden Rechtsstreit unstreitig, dass die E mit der F&ouml;rderung von Wissenschaft und Forschung und des &ouml;ffentlichen Gesundheitswesens im Inland und im Ausland selbstlos, ausschlie&szlig;lich und unmittelbar gemeinn&uuml;tzige Zwecke i.S. des &sect; 52 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 Nr. 1 und 2 AO verfolgt und auch die weiteren Voraussetzungen der &sect;&sect; 51 ff. AO erf&uuml;llt. Damit ist es dem FA verwehrt, die Steuerbefreiung der von der E gew&auml;hrten Stipendien mit der Begr&uuml;ndung zu verweigern, die Gemeinn&uuml;tzigkeit der E sei schwer &uuml;berpr&uuml;fbar bzw. nicht nachgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Steuerfreiheit des Stipendiums scheitert nicht daran, dass die E der Kl&auml;gerin das Stipendium &uuml;ber die U ausgezahlt hat. Dabei kann im Streitfall dahinstehen, ob im Falle des &sect; 3 Nr. 44 Satz 2 EStG ebenso wie bei Stipendien, die gem&auml;&szlig; &sect; 3 Nr. 44 Satz 1 EStG gew&auml;hrt werden, eine unmittelbare Gew&auml;hrung des Stipendiums erforderlich ist. Die im Streitfall gew&auml;hlte konkrete Abwicklung kann bereits als eine unmittelbare Stipendiumsgew&auml;hrung angesehen werden. Das Drittmittelkonto der U diente lediglich der Abwicklung der Auszahlung des der Kl&auml;gerin zustehenden Stipendiums. Die Modalit&auml;ten der Zahlungen waren im Einvernehmen mit ihr festgelegt worden und konnten nicht ohne ihre Zustimmung ge&auml;ndert werden. Die Kl&auml;gerin besa&szlig; damit bereits eine solche Verf&uuml;gungsm&ouml;glichkeit &uuml;ber die Mittel des Stipendiums, dass sie als &quot;unmittelbar gew&auml;hrt&quot; anzusehen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Auch die Voraussetzungen des &sect; 3 Nr. 44 Satz 3 EStG liegen vor. In dem Er&ouml;rterungstermin vor dem FG am 5. Dezember 2007 wurde &uuml;bereinstimmend festgestellt, die Vergabe des Stipendiums sei nach den Richtlinien der E erfolgt, die H&ouml;he des Stipendiums habe im Streitfall nicht den f&uuml;r die Erf&uuml;llung der Forschungsaufgabe sowie f&uuml;r die Bestreitung des Lebensunterhalts der Kl&auml;gerin erforderlichen Betrag &uuml;berschritten und die Kl&auml;gerin habe sich nicht zu einer bestimmten Gegenleistung verpflichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 15.9.2010, X R 33\/08 Steuerfreiheit eines Stipendiums einer gemeinn&uuml;tzigen EU\/ EWR-Institution &#8211; Gemeinschaftsrechtskonforme Auslegung des &sect; 3 Nr. 44 EStG &#8211; Kapitalverkehrsfreiheit Leits&auml;tze Eine in der EU oder dem EWR ans&auml;ssige gemeinn&uuml;tzige K&ouml;rperschaft, Personenvereinigung oder Verm&ouml;gensmasse i.S. des &sect; 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG kann unabh&auml;ngig von einer inl&auml;ndischen Steuerpflicht Stipendien &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-33-08-steuerfreiheit-eines-stipendiums-einer-gemeinnuetzigen-eu-ewr-institution-gemeinschaftsrechtskonforme-auslegung-des-par-3-nr-44-estg-kapitalverkehrsfreiheit\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;R&nbsp;33\/08 &#8211; Steuerfreiheit eines Stipendiums einer gemeinn&uuml;tzigen EU\/ EWR-Institution &#8211; Gemeinschaftsrechtskonforme Auslegung des &sect; 3 Nr. 44 EStG &#8211; Kapitalverkehrsfreiheit<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-11409","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11409","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11409"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11409\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11409"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11409"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11409"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}