{"id":11418,"date":"2012-12-07T04:17:42","date_gmt":"2012-12-07T02:17:42","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=11418"},"modified":"2012-12-07T04:17:42","modified_gmt":"2012-12-07T02:17:42","slug":"v-r-2-09-berichtigung-des-urteilstenors-bei-aehnlicher-offenbarer-unrichtigkeit-kostenentscheidung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-2-09-berichtigung-des-urteilstenors-bei-aehnlicher-offenbarer-unrichtigkeit-kostenentscheidung\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;2\/09 &#8211; Berichtigung des Urteilstenors bei &quot;&auml;hnlicher offenbarer Unrichtigkeit&quot; &#8211; Kostenentscheidung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 20.9.2010, V R 2\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Berichtigung des Urteilstenors bei &quot;&auml;hnlicher offenbarer Unrichtigkeit&quot; &#8211; Kostenentscheidung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Mit Urteil vom 11. Februar 2010 V R 2\/09 hat der Senat entschieden, dass die Zahlung der Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) in H&ouml;he von 605.000 EUR an die Beigeladene zu einer Minderung der Bemessungsgrundlage f&uuml;r den 1987 erfolgten Verkauf eines Grundst&uuml;cks an die Beigeladene f&uuml;hrt. Im Tenor hat der Senat den bezifferten Antrag der Kl&auml;gerin auf Herabsetzung der Steuer auf &#8230; EUR &uuml;bernommen in der irrt&uuml;mlichen Annahme, die Kl&auml;gerin habe den zutreffenden Steuersatz f&uuml;r die Berichtigung der Bemessungsgrundlage f&uuml;r den 1987 ausgef&uuml;hrten Umsatz (14 %) und nicht &#8211;wie geschehen&#8211; einen Steuersatz von 15 % zugrunde gelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) beantragt eine Berichtigung des Urteils dahingehend, dass die Umsatzsteuer auf &#8230; EUR festgesetzt wird. Da der Verkauf des Grundst&uuml;cks in 1987 erfolgte, sei die Umsatzsteuer aus dem Bruttobetrag von 605.000 EUR mit dem damals geltenden Steuersatz von 14 % herauszurechnen. Die Beigeladene tritt dem Antrag bei. Nach Auffassung der Kl&auml;gerin liegen die Voraussetzungen des &sect; 107 der Finanzgerichtsordnung (FGO) nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Der Antrag des FA auf Urteilsberichtigung ist begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect; 107 Abs. 1 FGO sind Schreibfehler, Rechenfehler und &auml;hnliche offenbare Unrichtigkeiten im Urteil jederzeit vom Gericht zu berichtigen. Als Berichtigungsgegenstand erfasst &sect; 107 FGO alle Bestandteile des Urteils. &quot;&Auml;hnliche&quot; offenbare Unrichtigkeiten i.S. des &sect; 107 FGO sind Erkl&auml;rungsm&auml;ngel, die zu dem Erkl&auml;rungswillen des Gerichts erkennbar im Widerspruch stehen; sie sind &quot;offenbar&quot;, wenn sie augenf&auml;llig auf der Hand liegen, durchschaubar und eindeutig sind (vgl. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 22. Juli 2005 V B 84\/02, V K 1\/05, BFH\/NV 2005, 2218).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Grunds&auml;tzen liegen im Streitfall die Voraussetzungen f&uuml;r eine Berichtigung des Urteilstenors vor. Die Minderung der Bemessungsgrundlage wurde in offenbar unrichtiger Weise mit 15 % statt 14 % ber&uuml;cksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die zur &Auml;nderung der Bemessungsgrundlage f&uuml;hrende Zahlung von 605.000 EUR erfolgte zwar im Streitjahr 2004, der steuerpflichtige Verkauf des Grundst&uuml;cks geschah jedoch bereits im Jahre 1987. Der Regelsteuersatz des &sect; 12 Abs. 1 des Umsatzsteuergesetzes betrug seinerzeit 14 %. Es liegt auf der Hand, dass sich die &quot;Berichtigung&quot; der Bemessungsgrundlage nach dem materiellen Umsatzsteuerrecht des Zeitpunkts richtete, in dem der Umsatz get&auml;tigt wurde (1987) und daher mit 14 % zu ber&uuml;cksichtigen war (vgl. z.B. Birkenfeld, Umsatzsteuer-Handbuch, &sect; 207 Rz 211; Stadie in Rau\/D&uuml;rrw&auml;chter, Umsatzsteuergesetz, &sect; 17 Rz 76; Schlosser-Zeuner in Bunjes\/Geist, Umsatzsteuergesetz, 9. Aufl., &sect; 17 Rz 55; Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 11. August 2006, BStBl I 2006, 477 Rz 26). Dementsprechend bestand auch &uuml;ber die H&ouml;he des anzuwendenden Steuersatzes zwischen den Beteiligten kein Streit. Die von der Kl&auml;gerin vermisste Diskrepanz zwischen erkl&auml;rtem und gewolltem Urteilsinhalt liegt darin, dass der Senat der Klage auf Berichtigung der Bemessungsgrundlage entsprechen wollte und dabei offensichtlich unzutreffend davon ausging, dass dies mit der von der Kl&auml;gerin beantragten Herabsetzung der Umsatzsteuer 2004 auf &#8230; EUR erfolgt sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Aus dem Bruttobetrag von 605.000 EUR ist die zu berichtigende Umsatzsteuer somit nicht mit 15 % (78.913 EUR), sondern mit 74.298 EUR herauszurechnen. Zuz&uuml;glich unstrittiger Vorsteuern von &#8230; EUR ergibt sich damit eine Herabsetzung der Umsatzsteuer 2004 auf &#8230; EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Berichtigung der Umsatzsteuerfestsetzung f&uuml;hrt zu einer Folge&auml;nderung hinsichtlich der Kostenentscheidung. Diese beruht nunmehr auf &sect; 136 Abs. 1 Satz 1 FGO. Da die Kl&auml;gerin eine Herabsetzung der Umsatzsteuer 2004 auf &#8230; EUR beantragt hatte, ist sie in H&ouml;he von 4.614 EUR unterlegen. Bei einem Streitwert von 78.913 EUR und einer Unterliegensquote von ca. 6 % ist die Kl&auml;gerin nicht i.S. von &sect; 136 Abs. 1 Satz 3 FGO &quot;nur zu einem geringen Teil&quot; unterlegen. Die Urteilsformel kann auch hinsichtlich der Kosten berichtigt werden (z.B. BFH-Beschluss vom 29. Mai 2009 XI R 31\/06, juris).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Der Tenor des Urteils wird daher mit der Ma&szlig;gabe berichtigt, dass<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Umsatzsteuer 2004 unter Ab&auml;nderung des Umsatzsteuerbescheids vom 22. Dezember 2005 auf &#8230; EUR festgesetzt wird und<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Kosten des Verfahrens der Beklagte zu 94 % und die Kl&auml;gerin zu 6 % zu tragen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenfreiheit der Entscheidung ergibt sich aus ihrer Zugeh&ouml;rigkeit zur abgeschlossenen Instanz (BFH-Beschluss vom 12. Februar 1987 VIII S 14\/86, BFH\/NV 1987, 786).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 20.9.2010, V R 2\/09 Berichtigung des Urteilstenors bei &quot;&auml;hnlicher offenbarer Unrichtigkeit&quot; &#8211; Kostenentscheidung Tatbestand 1&nbsp; I. Mit Urteil vom 11. Februar 2010 V R 2\/09 hat der Senat entschieden, dass die Zahlung der Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) in H&ouml;he von 605.000 EUR an die Beigeladene zu einer Minderung der Bemessungsgrundlage f&uuml;r den &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-2-09-berichtigung-des-urteilstenors-bei-aehnlicher-offenbarer-unrichtigkeit-kostenentscheidung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;2\/09 &#8211; Berichtigung des Urteilstenors bei &quot;&auml;hnlicher offenbarer Unrichtigkeit&quot; &#8211; Kostenentscheidung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-11418","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11418","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11418"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11418\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11418"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11418"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11418"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}