{"id":11450,"date":"2012-12-07T03:38:30","date_gmt":"2012-12-07T01:38:30","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=11450"},"modified":"2012-12-07T03:38:30","modified_gmt":"2012-12-07T01:38:30","slug":"xi-r-11-09-eugh-vorlage-zu-den-voraussetzungen-einer-steuerfreien-innergemeinschaftlichen-lieferung-nichtverwendung-und-nichtaufzeichnung-einer-umsatzsteuer-identifikationsnummer-im-rahmen-eines-reihe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-11-09-eugh-vorlage-zu-den-voraussetzungen-einer-steuerfreien-innergemeinschaftlichen-lieferung-nichtverwendung-und-nichtaufzeichnung-einer-umsatzsteuer-identifikationsnummer-im-rahmen-eines-reihe\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;11\/09 &#8211; EuGH-Vorlage zu den Voraussetzungen einer steuerfreien innergemeinschaftlichen Lieferung &#8211; Nichtverwendung und Nichtaufzeichnung einer Umsatzsteuer-Identifikationsnummer im Rahmen eines Reihengesch&auml;fts &#8211; Korrespondenzprinzip zwischen innergemeinschaftlicher Lieferung und innergemeinschaftlichem Erwerb &#8211; Rechtssicherheit und Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Entscheidung vom 10.11.2010, XI R 11\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">EuGH-Vorlage zu den Voraussetzungen einer steuerfreien innergemeinschaftlichen Lieferung &#8211; Nichtverwendung und Nichtaufzeichnung einer Umsatzsteuer-Identifikationsnummer im Rahmen eines Reihengesch&auml;fts &#8211; Korrespondenzprinzip zwischen innergemeinschaftlicher Lieferung und innergemeinschaftlichem Erwerb &#8211; Rechtssicherheit und Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Dem EuGH werden folgende Fragen zur Vorabentscheidung vorgelegt:<\/p>\n<p>1. Erlaubt die Richtlinie 77\/388\/EWG den Mitgliedstaaten, eine steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung nur dann anzunehmen, wenn der Steuerpflichtige die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Erwerbers buchm&auml;&szlig;ig nachweist?<\/p>\n<p>2. Ist es f&uuml;r die Antwort auf diese Frage von Bedeutung<\/p>\n<p>&#8211; ob es sich bei dem Erwerber um einen in einem Drittland ans&auml;ssigen Unternehmer handelt, der zwar den Gegenstand der Lieferung im Rahmen eines Reihengesch&auml;fts von einem Mitgliedstaat in einen anderen Mitgliedstaat versendet hat, aber in keinem Mitgliedstaat umsatzsteuerrechtlich registriert ist, und<\/p>\n<p>&#8211; ob der Steuerpflichtige die Abgabe einer Steuererkl&auml;rung &uuml;ber den innergemeinschaftlichen Erwerb durch den Erwerber nachgewiesen hat?<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Sachverhalt<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist umsatzsteuerrechtliche Organtr&auml;gerin einer in Deutschland ans&auml;ssigen GmbH.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die GmbH verkaufte im November 1998 zwei Maschinen (nebst Zubeh&ouml;r) an das US-amerikanische Unternehmen A mit Sitz in M\/USA. A hatte eine Niederlassung in Portugal, war aber in keinem Mitgliedstaat der Union f&uuml;r umsatzsteuerrechtliche Zwecke registriert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem die GmbH die A aufgefordert hatte, ihre Umsatzsteuer-Identifikationsnummer mitzuteilen, antwortete die A, sie habe die Maschinen an ein Unternehmen (Ltd.) in Finnland (weiter) ver&auml;u&szlig;ert und teilte der GmbH die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer dieser Ltd. (FI &#8230;) mit, die die GmbH auf ihre Richtigkeit &uuml;berpr&uuml;fte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Maschinen wurden sodann am 14. Dezember 1998 von einer Spedition, die die A beauftragt hatte, bei der GmbH abgeholt, nach L (Deutschland) verbracht und am 17. Dezember 1998 nach Finnland verschifft. Ob A in Finnland einen innergemeinschaftlichen Erwerb erkl&auml;rt hat, ist nicht festgestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&Uuml;ber die Lieferung der Maschinen erteilte die GmbH der A unter Angabe der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer der finnischen Ltd. am 14. Dezember 1998 eine Rechnung ohne Umsatzsteuer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin behandelte diese Lieferung in ihrer Umsatzsteuer-Jahreserkl&auml;rung f&uuml;r 1998 (Streitjahr) als steuerfrei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen sah der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Lieferung als steuerpflichtig an, weil die A als Erwerberin keine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Bestimmungsmitgliedstaats oder eines anderen Mitgliedstaats verwendet habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht wies die Klage mit entsprechender Begr&uuml;ndung ab. Das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2009, 1418 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision macht die Kl&auml;gerin im Wesentlichen geltend: Der Ort des innergemeinschaftlichen Erwerbs sei Finnland, wo sich der Gegenstand am Ende der Bef&ouml;rderung befunden habe. Dort unterliege der Erwerb der Maschinen der Umsatzbesteuerung (Erwerbsbesteuerung). Daf&uuml;r komme es nicht darauf an, in welchem Land die Erwerberin A ihren Sitz habe. Ma&szlig;geblich sei, dass der Erwerb der Maschinen ein in Finnland steuerbarer Vorgang sei. Ein Nachweis, dass eine Erwerbsbesteuerung tats&auml;chlich stattgefunden habe, m&uuml;sse vom liefernden Unternehmer hingegen nicht erbracht werden. Die Verwendung einer Umsatzsteuer-Identifikationsnummer sei keine notwendige Voraussetzung daf&uuml;r, dass die Lieferung der Maschinen in Finnland der Erwerbsbesteuerung unterliege; ihr komme keine materiell-rechtliche Qualit&auml;t zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>unter Aufhebung der Vorentscheidung den Umsatzsteuerbescheid f&uuml;r 1998 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Umsatzsteuer um &#8230; DM herabgesetzt wird,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>hilfsweise, das Verfahren auszusetzen und die Sache dem Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH) zur Vorabentscheidung vorzulegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision zur&uuml;ckzuweisen, hilfsweise, die Sache dem EuGH zur Vorabentscheidung vorzulegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) ist dem Verfahren beigetreten. Es ist der Auffassung, die Steuerfreiheit einer innergemeinschaftlichen Lieferung erfordere, dass der Erwerber im Bestimmungsmitgliedstaat f&uuml;r Umsatzsteuerzwecke erfasst sei, also eine (ihm erteilte) Umsatzsteuer-Identifikationsnummer besitze, die er im Rahmen des Umsatzes verwende. Das sei vorliegend nicht der Fall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hilfsweise regt das BMF an, die Sache dem EuGH zur Auslegung von Art. 28c Teil A Buchst. a Unterabs. 1 der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern (Richtlinie 77\/388\/EWG) vorzulegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Der Senat legt die im Leitsatz bezeichneten Fragen zur Auslegung des Unionsrechts dem EuGH vor und setzt das Verfahren bis zur Entscheidung des EuGH aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die ma&szlig;geblichen Vorschriften und Bestimmungen<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nationales Recht<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Eine &#8211;gem&auml;&szlig; &sect; 4 Nr. 1 Buchst. b des Umsatzsteuergesetzes (UStG) steuerfreie&#8211; innergemeinschaftliche Lieferung liegt nach &sect; 6a Abs. 1 Satz 1 UStG vor, wenn bei einer Lieferung die folgenden Voraussetzungen erf&uuml;llt sind:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>(1) Der Unternehmer oder der Abnehmer hat den Gegenstand der Lieferung in das &uuml;brige Gemeinschaftsgebiet bef&ouml;rdert oder versendet, &nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>(2) der Abnehmer ist &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; a) ein Unternehmer, der den Gegenstand der Lieferung f&uuml;r sein Unternehmen erworben hat, &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; b) eine juristische Person, die nicht Unternehmer ist oder die den Gegenstand der Lieferung nicht f&uuml;r ihr &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;Unternehmen erworben hat oder &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;c) bei der Lieferung eines neuen Fahrzeugs auch jeder andere Erwerber und<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>(3) der Erwerb des Gegenstandes der Lieferung unterliegt beim Abnehmer in einem anderen Mitgliedstaat den Vorschriften der Umsatzbesteuerung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach &sect; 6a Abs. 3 Satz 1 UStG m&uuml;ssen die Voraussetzungen des &sect; 6a Abs. 1 UStG vom Unternehmer nachgewiesen sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dazu ist auf der Grundlage von &sect; 6a Abs. 3 Satz 2 UStG in &sect; 17a Abs. 1 der Umsatzsteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung &#8211;UStDV&#8211; (BGBl I 1993, 600) geregelt worden, dass der Unternehmer bei innergemeinschaftlichen Lieferungen im Geltungsbereich dieser Verordnung durch Belege nachweisen muss, dass er oder der Abnehmer den Gegenstand der Lieferung in das &uuml;brige Gemeinschaftsgebiet bef&ouml;rdert oder versendet hat; dies muss sich aus den Belegen eindeutig und leicht nachpr&uuml;fbar ergeben (sog. Belegnachweis).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ferner bestimmt &sect; 17c Abs. 1 Satz 1 UStDV, dass bei innergemeinschaftlichen Lieferungen der Unternehmer im Geltungsbereich dieser Verordnung die Voraussetzungen der Steuerbefreiung &quot;einschlie&szlig;lich Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Abnehmers&quot; buchm&auml;&szlig;ig nachweisen muss (sog. Buchnachweis). Die Voraussetzungen m&uuml;ssen eindeutig und leicht nachpr&uuml;fbar aus der Buchf&uuml;hrung zu ersehen sein (&sect; 17c Abs. 1 Satz 2 UStDV).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Unionsrecht<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Art. 28c Teil A Buchst. a der Richtlinie 77\/388\/EWG in der durch die Richtlinie 91\/680\/EWG des Rates vom 16. Dezember 1991 (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften L 376, S. 1) ge&auml;nderten Fassung lautet:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>&quot;Unbeschadet sonstiger Gemeinschaftsbestimmungen befreien die Mitgliedstaaten unter den Bedingungen, die sie zur Gew&auml;hrleistung einer korrekten und einfachen Anwendung der nachstehenden Befreiungen sowie zur Verh&uuml;tung von Steuerhinterziehung, Steuerumgehung und Missbrauch festlegen:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>a) die Lieferungen von Gegenst&auml;nden im Sinne des Artikels 5 und des Artikels 28a Absatz 5 Buchstabe a), die durch den Verk&auml;ufer oder durch den Erwerber oder f&uuml;r ihre Rechnung nach Orten au&szlig;erhalb des in Artikel 3 bezeichneten Gebietes, aber innerhalb der Gemeinschaft versandt oder bef&ouml;rdert werden, wenn diese Lieferungen an einen anderen Steuerpflichtigen oder an eine nicht steuerpflichtige juristische Person bewirkt werden, der\/die als solcher\/solche in einem anderen Mitgliedstaat als dem des Beginns des Versands oder der Bef&ouml;rderung der Gegenst&auml;nde handelt. &#8230;&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach Art. 28a Abs. 1 Buchst. a der Richtlinie 77\/388\/EWG unterliegt der Mehrwertsteuer (auch) der innergemeinschaftliche Erwerb von Gegenst&auml;nden, der gegen Entgelt im Inland &quot;durch einen Steuerpflichtigen, der als solcher handelt&quot;, bewirkt wird, wenn der Verk&auml;ufer ein Steuerpflichtiger ist und als solcher handelt und f&uuml;r ihn die Steuerbefreiung gem&auml;&szlig; Art. 24 der Richtlinie 77\/388\/EWG nicht gilt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Als innergemeinschaftlicher Erwerb eines Gegenstandes gilt nach Art. 28a Abs. 3 der Richtlinie 77\/388\/EWG die Erlangung der Bef&auml;higung, wie ein Eigent&uuml;mer &uuml;ber einen beweglichen k&ouml;rperlichen Gegenstand zu verf&uuml;gen, welcher durch den Verk&auml;ufer oder durch den Erwerber oder f&uuml;r ihre Rechnung nach einem anderen Mitgliedstaat als dem, in dem sich der Gegenstand zum Zeitpunkt des Beginns der Versendung oder Bef&ouml;rderung befand, an den Erwerber versendet oder bef&ouml;rdert wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Als Ort eines innergemeinschaftlichen Erwerbs von Gegenst&auml;nden gilt nach Art. 28b Teil A Abs. 1 der Richtlinie 77\/388\/EWG der Ort, in dem sich die Gegenst&auml;nde zum Zeitpunkt der Beendigung des Versands oder der Bef&ouml;rderung an den Erwerber befinden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Nach Art. 22 Abs. 1 Buchst. c der Richtlinie 77\/388\/EWG treffen die Mitgliedstaaten die erforderlichen Vorkehrungen, damit die dort n&auml;her bezeichneten Steuerpflichtigen eine eigene Umsatzsteuer-Identifikationsnummer erhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Art. 22 Abs. 3 Buchst. b der Richtlinie 77\/388\/EWG sieht die Angabe der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer in Rechnungen vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Art. 22 Abs. 8 der Richtlinie 77\/388\/EWG k&ouml;nnen die Mitgliedstaaten unter Beachtung der Gleichbehandlung der von Steuerpflichtigen im Inland und zwischen Mitgliedstaaten bewirkten Ums&auml;tze weitere Pflichten vorsehen, die sie als erforderlich erachten, um eine genaue Erhebung der Steuer sicherzustellen und Steuerhinterziehungen zu vermeiden, sofern diese Pflichten im Handelsverkehr zwischen den Mitgliedstaaten nicht zu F&ouml;rmlichkeiten beim Grenz&uuml;bertritt f&uuml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Zur Rechtslage nach nationalem Recht<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Lieferung der Maschinen von der GmbH an die A ist gem&auml;&szlig; &sect; 1 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 UStG in Deutschland steuerbar. Die GmbH hat die Maschinen an die A gem&auml;&szlig; &sect; 3 Abs. 6 S&auml;tze 1, 5 und 6 UStG im Inland (&sect; 1 Abs. 2 Satz 1 UStG) geliefert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten haben ein sog. Reihengesch&auml;ft (&sect; 3 Abs. 6 Satz 5 UStG) vorgenommen. Mehrere Unternehmer (die GmbH, die A und die finnische Ltd.) haben &uuml;ber dieselben Gegenst&auml;nde (Maschinen) Umsatzgesch&auml;fte geschlossen; die Gegenst&auml;nde sind durch Versendung unmittelbar vom ersten Unternehmer an den letzten Abnehmer gelangt. Die beteiligten Unternehmer f&uuml;hrten zwei aufeinander folgende Lieferungen aus (vgl. EuGH-Urteil vom 6. April 2006 Rs. C-245\/04 &#8211;EMAG Handel Eder OHG&#8211;, Slg. 2006, I-3227, BFH\/NV Beilage 2006, 294, Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2006, 342): eine Lieferung zwischen der GmbH und der A und eine Lieferung zwischen der A und der finnischen Ltd.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ob die Lieferung der GmbH an die A nach nationalem Recht als innergemeinschaftliche Lieferung steuerfrei ist, h&auml;ngt auch davon ab, ob im Streitfall die Voraussetzung des &sect; 6a Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 UStG erf&uuml;llt ist, dass der Erwerb der Maschinen beim Abnehmer in einem anderen Mitgliedstaat (Finnland) &quot;den Vorschriften der Umsatzbesteuerung&quot; unterlag.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dieses Tatbestandmerkmal k&ouml;nnte gem&auml;&szlig; der vom FA und vom BMF vertretenen Auffassung voraussetzen, dass der Abnehmer bei einer innergemeinschaftlichen Lieferung eine ihm erteilte Umsatzsteuer-Identifikationsnummer verwendet, damit die Finanzbeh&ouml;rden des Bestimmungsmitgliedstaats den Vorgang der Umsatzbesteuerung unterwerfen k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Steuerbefreiung k&ouml;nnte nach nationalem Recht auch daran scheitern, dass die Kl&auml;gerin entgegen &sect; 17c Abs. 1 Satz 1 UStDV die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer der A nicht aufgezeichnet hat. Das konnte sie auch nicht, weil A nicht unter einer Umsatzsteuer-Identifikationsnummer aufgetreten ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar ist nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) im Anschluss an das EuGH-Urteil vom 27. September 2007 Rs. C-146\/05 &#8211;Coll&egrave;e&#8211; (Slg. 2007, I-7861, BFH\/NV Beilage 2008, 34, UR 2007, 813) die Steuerbefreiung nach &sect; 4 Nr. 1 Buchst. b i.V.m. &sect; 6a Abs. 1 UStG zu gew&auml;hren, wenn trotz der Nichterf&uuml;llung der formellen Nachweispflichten nach &sect;&sect; 17a, 17c UStDV aufgrund der objektiven Beweislage feststeht, dass die Voraussetzungen des &sect; 6a Abs. 1 UStG vorliegen (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 6. Dezember 2007 V R 59\/03, BFHE 219, 469, BStBl II 2009, 57; BFH-Beschluss vom 29. Juli 2009 XI B 24\/09, BFHE 226, 449, unter II.3., m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es ist aber aus den nachfolgenden Gr&uuml;nden fraglich, ob diese Rechtsprechung uneingeschr&auml;nkt auf die Nichtverwendung und Nichtaufzeichnung einer Umsatzsteuer-Identifikationsnummer anzuwenden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Zur Anrufung des EuGH<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Wortlaut von Art. 28c Teil A Buchst. a der Richtlinie 77\/388\/EWG verlangt f&uuml;r eine Steuerfreiheit einer innergemeinschaftlichen Lieferung nicht, dass der Erwerber dabei unter einer ihm erteilten Umsatzsteuer-Identifikationsnummer handelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zudem hat der EuGH festgestellt, &quot;dass neben den Voraussetzungen in Bezug auf die Eigenschaft der Steuerpflichtigen, die &Uuml;bertragung der Befugnis, wie ein Eigent&uuml;mer &uuml;ber den Gegenstand zu verf&uuml;gen, und die physische Verbringung der Gegenst&auml;nde von einem Mitgliedstaat in einen anderen keine weitere Voraussetzung f&uuml;r die Einstufung eines Umsatzes als innergemeinschaftliche Lieferung oder innergemeinschaftlicher Erwerb von Gegenst&auml;nden aufgestellt werden kann&quot; (vgl. EuGH-Urteil vom 27. September 2007 Rs. C-409\/04 &#8211;Teleos u.a.&#8211;, Slg. 2007, I-7797, BFH\/NV Beilage 2008, 25, UR 2007, 774, Rz 70). Diese Voraussetzungen sind mithin abschlie&szlig;end.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Allerdings k&ouml;nnte die in Art. 28c Teil A Buchst. a Unterabs. 1 der Richtlinie 77\/388\/EWG aufgestellte Bedingung, dass der Erwerber ein &quot;Steuerpflichtiger&quot; ist, &quot;der als solcher in einem anderen Mitgliedstaat &#8230; handelt&quot;, f&uuml;r eine Steuerfreiheit einer innergemeinschaftlichen Lieferung voraussetzen, dass der Erwerber eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer besitzt und diese bei dem Erwerb auch tats&auml;chlich verwendet und dass der die Steuerbefreiung begehrende Unternehmer die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer in der Buchf&uuml;hrung nachpr&uuml;fbar aufgezeichnet hat. Jedenfalls k&ouml;nnte das Unionsrecht die Mitgliedstaaten zu einer entsprechenden Regelung durch den Einleitungssatz des Art. 28c Teil A der Richtlinie 77\/388\/EWG, wonach die Befreiung unter den Bedingungen gew&auml;hrt wird, die die Mitgliedstaaten &quot;zur Gew&auml;hrleistung einer korrekten und einfachen Anwendung der nachstehenden Befreiungen sowie zur Verh&uuml;tung von Steuerhinterziehung, Steuerumgehung und Missbrauch festlegen&quot;, oder durch Art. 22 Abs. 8 der Richtlinie 77\/388\/EWG erm&auml;chtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Daf&uuml;r k&ouml;nnte sprechen, dass Art. 28c Teil A der Richtlinie 77\/388\/EWG seine Grundlage in der Mehrwertsteuer&uuml;bergangsregelung f&uuml;r den innergemeinschaftlichen Handel findet, in deren Rahmen die Besteuerung des Handels zwischen den Mitgliedstaaten auf dem Grundsatz beruht, dass die Steuereinnahmen dem Mitgliedstaat zustehen, in dem der Endverbrauch erfolgt. Auf diese Weise kann durch die Befreiung einer innergemeinschaftlichen Lieferung im Mitgliedstaat des Beginns der innergemeinschaftlichen Versendung oder Bef&ouml;rderung von Gegenst&auml;nden, welcher ein innergemeinschaftlicher Erwerb entspricht, der im Mitgliedstaat der Beendigung dieser Versendung oder Bef&ouml;rderung besteuert wird, die Doppelbesteuerung und damit eine Verletzung des dem gemeinsamen Mehrwertsteuersystems innewohnenden Grundsatzes der steuerlichen Neutralit&auml;t vermieden werden (vgl. EuGH-Urteil &#8211;Coll&egrave;e&#8211; in Slg. 2007, I-7861, BFH\/NV Beilage 2008, 34, UR 2007, 813, Rz 22 und 23).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Im Hinblick auf dieses Korrespondenzprinzip zwischen einer steuerfreien innergemeinschaftlichen Lieferung und einem steuerbaren und steuerpflichtigen innergemeinschaftlichen Erwerb (vgl. dazu z.B. EuGH-Urteile &#8211;EMAG Handel Eder OHG&#8211; in Slg. 2006, I-3227, BFH\/NV Beilage 2006, 294, UR 2006, 342, Rz 26 ff.; &#8211;Teleos u.a.&#8211; in Slg. 2007, I-7797, BFH\/NV Beilage 2008, 25, UR 2007, 774, Rz 21 ff., 24; vom 22. April 2010 Rs. C-536\/08 und C-539\/08 &#8211;X und Facet&#8211;, BFH\/NV 2010, 1225, UR 2010, 418, Rz 30) k&ouml;nnte unter Ber&uuml;cksichtigung des Effektivit&auml;tsgrundsatzes Voraussetzung f&uuml;r die Befreiung der innergemeinschaftlichen Lieferung jedenfalls die M&ouml;glichkeit der Verifizierung der Erwerbsbesteuerung beim Empf&auml;nger anhand der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Daf&uuml;r k&ouml;nnte m&ouml;glicherweise auch die Aussage des EuGH angef&uuml;hrt werden, im Rahmen der &Uuml;bergangsregelung f&uuml;r den innergemeinschaftlichen Erwerb und die innergemeinschaftliche Lieferung sei es zur Sicherstellung einer ordnungsgem&auml;&szlig;en Erhebung der Mehrwertsteuer erforderlich, &quot;dass die zust&auml;ndigen Finanzbeh&ouml;rden unabh&auml;ngig voneinander pr&uuml;fen, ob die Voraussetzungen f&uuml;r den innergemeinschaftlichen Erwerb und die Befreiung der entsprechenden Lieferung erf&uuml;llt sind&quot; (vgl. EuGH-Urteil &#8211;Teleos u.a.&#8211; in Slg. 2007, I-7797, BFH\/NV Beilage 2008, 25, UR 2007, 774, Rz 71). Denn diese Pr&uuml;fung kann die f&uuml;r den innergemeinschaftlichen Erwerb im Bestimmungsland zust&auml;ndige Finanzbeh&ouml;rde nur dann vornehmen, wenn sie von dem fraglichen Umsatz &uuml;berhaupt erf&auml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch durch die Regelung in Art. 28b Teil A Abs. 2 Unterabs. 1 der Richtlinie 77\/388\/EWG, wonach als Ort des innergemeinschaftlichen Erwerbs das Gebiet des Mitgliedstaats gilt, der dem Erwerber die von ihm f&uuml;r diesen Erwerb verwendete Umsatzsteuer-Identifikationsnummer erteilt hat, wenn der Erwerber nicht nachweist, dass dieser Erwerb nach Ma&szlig;gabe der Regelung in Abs. 1 dieses Artikels besteuert worden ist, soll sichergestellt werden, dass Mehrwertsteuer auf den fraglichen Erwerb erhoben wird (vgl. EuGH-Urteil &#8211;X und Facet&#8211; in BFH\/NV 2010, 1225, UR 2010, 418, Rz 33).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Allerdings m&uuml;ssen die Mitgliedstaaten bei der Aus&uuml;bung ihrer ihnen durch den Einleitungssatz des Art. 28c Teil A der Richtlinie 77\/388\/EWG und durch Art. 22 Abs. 8 der Richtlinie 77\/388\/EWG einger&auml;umten Befugnisse die allgemeinen Rechtsgrunds&auml;tze beachten, zu denen u.a. die Grunds&auml;tze der Rechtssicherheit und der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit geh&ouml;ren (vgl. EuGH-Urteile vom 27. September 2007 Rs. C-184\/05 &#8211;Twoh International&#8211;, Slg. 2007, I-7897, BFH\/NV Beilage 2008, 39, UR 2007, 782, Rz 25; &#8211;Teleos u.a.&#8211; in Slg. 2007, I-7797, BFH\/NV Beilage 2008, 25, UR 2007, 774, Rz 45 ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>52<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Hinblick darauf k&ouml;nnte es von Bedeutung sein, dass es sich im Streitfall bei dem Erwerber um einen in einem Drittland ans&auml;ssigen Unternehmer handelt, der zwar den Gegenstand der Lieferung im Rahmen eines Reihengesch&auml;fts von einem Mitgliedstaat in einen anderen Mitgliedstaat versendet hat, aber in keinem Mitgliedstaat umsatzsteuerrechtlich registriert ist, und dass die GmbH die Abgabe einer Steuererkl&auml;rung &uuml;ber den innergemeinschaftlichen Erwerb durch den Erwerber nicht nachgewiesen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>53<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Die Kl&auml;rung dieser entscheidungserheblichen Fragen durch Auslegung der Richtlinie 77\/388\/EWG ist dem EuGH vorbehalten; nur so kann eine von Mitgliedstaat zu Mitgliedstaat unterschiedliche Anwendung des Mehrwertsteuersystems verhindert werden (vgl. EuGH-Urteil vom 27. November 2003 Rs. C-497\/01 &#8211;Zita Modes&#8211;, Slg. 2003, I-14393, BFH\/NV Beilage 2004, 128, Rz 32).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>54<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Rechtsgrundlage f&uuml;r die Anrufung des EuGH ist Art. 267 Abs. 3 des Vertrages &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>55<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Aussetzung des Verfahrens beruht auf &sect; 121 Satz 1 i.V.m. &sect; 74 der Finanzgerichtsordnung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Entscheidung vom 10.11.2010, XI R 11\/09 EuGH-Vorlage zu den Voraussetzungen einer steuerfreien innergemeinschaftlichen Lieferung &#8211; Nichtverwendung und Nichtaufzeichnung einer Umsatzsteuer-Identifikationsnummer im Rahmen eines Reihengesch&auml;fts &#8211; Korrespondenzprinzip zwischen innergemeinschaftlicher Lieferung und innergemeinschaftlichem Erwerb &#8211; Rechtssicherheit und Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit Leits&auml;tze Dem EuGH werden folgende Fragen zur Vorabentscheidung vorgelegt: 1. 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