{"id":11485,"date":"2012-12-07T04:20:59","date_gmt":"2012-12-07T02:20:59","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=11485"},"modified":"2012-12-07T04:20:59","modified_gmt":"2012-12-07T02:20:59","slug":"ii-r-3-10-einheitlicher-erwerbsgegenstand-bei-erwerb-eines-erbbaurechts-mit-zu-errichtendem-gebaeude","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-3-10-einheitlicher-erwerbsgegenstand-bei-erwerb-eines-erbbaurechts-mit-zu-errichtendem-gebaeude\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;3\/10 &#8211; Einheitlicher Erwerbsgegenstand bei Erwerb eines Erbbaurechts mit zu errichtendem Geb&auml;ude"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.9.2010, II R 3\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Einheitlicher Erwerbsgegenstand bei Erwerb eines Erbbaurechts mit zu errichtendem Geb&auml;ude<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist ein geschlossener Immobilienfonds in der Rechtsform einer GbR. Gr&uuml;ndungsgesellschafterin war u.a. die D.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin erwarb mit Erbbaurechtsvertrag vom 30. Mai 1995 ein Erbbaurecht an einem unbebauten Grundst&uuml;ck. Sie war gem&auml;&szlig; &sect; 2 Abs. 3 des Erbbaurechtsvertrags berechtigt und verpflichtet, auf dem Erbbaugrundst&uuml;ck eine Wohnanlage mit 209 Wohnungen und einer gewerblichen Nutzfl&auml;che von ca. 2 000 qm nach Ma&szlig;gabe einer bereits erteilten Baugenehmigung zu errichten. Der Erbbauzins betrug einmalig 13.220.000 DM.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 4. September 1995 schlossen die Kl&auml;gerin und die D einen &quot;Gesch&auml;ftsbesorgungsvertrag (Treuh&auml;ndervertrag)&quot;, einen &quot;Architekten- und Ingenieurvertrag&quot; sowie einen &quot;Vertrag &uuml;ber die wirtschaftliche und technische Baubetreuung&quot;. Ferner schloss die Kl&auml;gerin mit S am 7. November 1995 einen Bauwerkvertrag. S war mit der Erbbaurechtsgeberin\/Grundst&uuml;ckseigent&uuml;merin personell, wirtschaftlich oder gesellschaftsrechtlich nicht verbunden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) nahm an, es liege hinsichtlich des Erwerbs des Erbbaurechts sowie der Herstellung des Geb&auml;udes ein einheitlicher Erwerbsgegenstand vor, und setzte die Grunderwerbsteuer zuletzt in der Einspruchsentscheidung vom 10. Dezember 2004 auf 793.159,88 EUR fest. Dabei bezog er u.a. die Entgelte aus dem &quot;Gesch&auml;ftsbesorgungsvertrag (Treuh&auml;ndervertrag)&quot;, dem &quot;Architekten- und Ingenieurvertrag&quot;, dem &quot;Vertrag &uuml;ber die wirtschaftliche und technische Baubetreuung&quot; und dem Bauwerkvertrag in die Bemessungsgrundlage mit ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat die Klage abgewiesen. Die D sei als Initiator der Bebauung der Ver&auml;u&szlig;ererseite zuzurechnen und als Gesch&auml;ftsbesorgerin zur Ver&auml;nderung des tats&auml;chlichen Grundst&uuml;ckszustands verpflichtet gewesen. Es habe ein enger sachlicher Zusammenhang zwischen dem Erbbaurechtsvertrag und den Vertr&auml;gen &uuml;ber die Bebauung des Grundst&uuml;cks bestanden. Denn es habe ein von der Ver&auml;u&szlig;ererseite vorbereitetes Geschehen vorgelegen, das die Kl&auml;gerin hingenommen habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung der &sect; 1 Abs. 1 Nr. 1, &sect; 8, &sect; 9 des Grunderwerbsteuergesetzes (GrEStG). Die Ver&auml;u&szlig;ererseite sei nicht zur Ver&auml;nderung des tats&auml;chlichen Grundst&uuml;ckszustands verpflichtet gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;, die Vorentscheidung aufzuheben und den Grunderwerbsteuerbescheid vom 28. August 1997 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 10. Dezember 2004 dahin zu &auml;ndern, dass die Grunderwerbsteuer auf 135.185,58 EUR (264.400 DM) festgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beigeladene hat keinen eigenen Sachantrag gestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Herabsetzung der festgesetzten Steuer in dem von der Kl&auml;gerin beantragten Umfang (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG hat zu Unrecht angenommen, dass das von der Kl&auml;gerin erworbene Erbbaurecht einschlie&szlig;lich des von ihr errichteten Geb&auml;udes ein grunderwerbsteuerrechtlich einheitlicher Erwerbsgegenstand ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect; 1 Abs. 1 Nr. 1 i.V.m. &sect; 2 Abs. 2 Nr. 1 GrEStG unterliegt die Verpflichtung zur Bestellung eines Erbbaurechts an einem inl&auml;ndischen Grundst&uuml;ck der Grunderwerbsteuer. Bemessungsgrundlage ist gem&auml;&szlig; &sect; 8 Abs. 1 GrEStG die Gegenleistung. Dazu geh&ouml;ren alle Leistungen des Erwerbers, die dieser nach den vertraglichen Vereinbarungen gew&auml;hrt, um das Grundst&uuml;ck (Erbbaurecht) zu erwerben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Entscheidend f&uuml;r den Umfang der Bemessungsgrundlage ist, in welchem tats&auml;chlichen Zustand das Grundst&uuml;ck zum Gegenstand des Erwerbsvorgangs gemacht wurde. Ob ein bei Abschluss des Grundst&uuml;ckskaufvertrags (Erbbaurechtsvertrag) tats&auml;chlich unbebautes Grundst&uuml;ck in bebautem Zustand Gegenstand des Erwerbsvorgangs ist, kann sich (auch) aus einer Mehrheit von Vertr&auml;gen ergeben, wenn zwischen ihnen ein rechtlicher oder ein so enger sachlicher Zusammenhang besteht, dass der Erwerber bei objektiver Betrachtungsweise ein bebautes Grundst&uuml;ck erh&auml;lt. Dies setzt voraus, dass nach den getroffenen Vereinbarungen entweder der Grundst&uuml;cksver&auml;u&szlig;erer (Besteller des Erbbaurechts) selbst oder ein mit ihm zusammenwirkender Dritter dem Erwerber gegen&uuml;ber verpflichtet ist, den tats&auml;chlichen Grundst&uuml;ckszustand zu ver&auml;ndern, d.h. das Grundst&uuml;ck zuk&uuml;nftig in einen bebauten Zustand zu versetzen. Dazu ist neben dem Abschluss des Grundst&uuml;ckskaufvertrags (Erbbaurechtsvertrag) auch der Abschluss eines Bauvertrags mit der Ver&auml;u&szlig;ererseite erforderlich; diese muss zivilrechtlich zur &Uuml;bereignung und Bebauung verpflichtet sein (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 2. M&auml;rz 2006 II R 39\/04, BFH\/NV 2006, 1880, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Im Streitfall hat sich weder die Bestellerin des Erbbaurechts noch D gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin verpflichtet, das Geb&auml;ude auf dem Grundst&uuml;ck zu errichten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach dem Inhalt des Erbbaurechtsvertrags vom 30. Mai 1995 schuldete nicht die Erbbaurechtsgeberin\/Eigent&uuml;merin die Bebauung des Grundst&uuml;cks. Vielmehr war nach &sect; 2 Abs. 3 dieses Vertrags die Kl&auml;gerin selbst zur Errichtung des Geb&auml;udes verpflichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Eine Verpflichtung der Ver&auml;u&szlig;ererseite zur Errichtung des Geb&auml;udes ergibt sich auch nicht aus den zwischen der Kl&auml;gerin und D abgeschlossenen Vertr&auml;gen vom 4. September 1995. Abgesehen davon, dass D als Gesellschafterin der Kl&auml;gerin der Erwerberseite und nicht der Bestellerin des Erbbaurechts zuzurechnen ist, war D der Kl&auml;gerin gegen&uuml;ber auch nicht zur Errichtung des Geb&auml;udes verpflichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach dem &quot;Gesch&auml;ftsbesorgungsvertrag (Treuh&auml;ndervertrag)&quot; vom 4. September 1995 war D nicht zur Herstellung des Geb&auml;udes, sondern nur verpflichtet, Baubetreuungsleistungen zu erbringen (vgl. zum Baubetreuungsvertrag M&uuml;nchKommBGB\/Heermann, 5. Aufl., &sect; 675 Rz 94 ff.). Sie sollte gem&auml;&szlig; &sect; 4 Nr. 1 des Vertrags lediglich im Namen und f&uuml;r Rechnung der Kl&auml;gerin u.a. die Geb&auml;ude errichten und zur Finanzierung Fremdmittel aufnehmen. Dementsprechend war D verpflichtet, Angebote f&uuml;r die Durchf&uuml;hrung und Finanzierung der Bauvorhaben vorzulegen (&sect; 3 Nr. 1 Satz 2 des Vertrags) und ferner beauftragt und bevollm&auml;chtigt, nach Ma&szlig;gabe der Beschl&uuml;sse der Gesellschafterversammlung die geeigneten Bau-, Finanzierungs- und Dienstleistungsvertr&auml;ge abzuschlie&szlig;en. Dementsprechend hat die Kl&auml;gerin der D die Baubetreuung und nicht die Herstellung des Geb&auml;udes verg&uuml;tet. Denn die Verg&uuml;tung der D betrug f&uuml;r die Bauerrichtungsphase gem&auml;&szlig; &sect; 10 des Vertrags 1.900.000 DM und war damit wesentlich niedriger als die Herstellungskosten des Geb&auml;udes. Schlie&szlig;lich ist D bei Abschluss des Bauwerkvertrags vom 7. November 1995 lediglich als Gesch&auml;ftsbesorger der Kl&auml;gerin aufgetreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ebenso wenig war D aufgrund des &quot;Architekten- und Ingenieurvertrags&quot; vom 4. September 1995 oder des &quot;Vertrags &uuml;ber die wirtschaftliche und technische Baubetreuung&quot; zur Errichtung des Geb&auml;udes verpflichtet. Die nach &sect; 3 des &quot;Architekten- und Ingenieurvertrags&quot; sowie nach &sect; 3 Buchst. a des &quot;Vertrags &uuml;ber die wirtschaftliche und technische Baubetreuung&quot; geschuldeten Leistungen dienten zwar der Herstellung des Geb&auml;udes auf dem mit dem Erbbaurecht der Kl&auml;gerin belasteten Grundst&uuml;ck, verpflichteten die D aber nicht zur Errichtung des Geb&auml;udes. Deren Leistungspflichten beschr&auml;nkten sich vielmehr auf die Bauplanung und die kaufm&auml;nnische und technische Baubetreuung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Soweit das FG zur Begr&uuml;ndung seiner Entscheidung auf die BFH-Urteile vom 28. Oktober 1998 II R 36\/96 (BFH\/NV 1999, 667) sowie vom 4. September 1996 II R 62\/94 (BFH\/NV 1997, 308) verweist, ergibt sich daraus kein anderes Ergebnis. Diese Entscheidungen sind n&auml;mlich zu der Frage ergangen, unter welchen Voraussetzungen ein einheitliches Angebot der Ver&auml;u&szlig;ererseite vorliegt und wann ein objektiv enger sachlicher Zusammenhang zwischen dem Grundst&uuml;ckskaufvertrag und dem Bauvertrag besteht. Auf die Frage, ob das Grundst&uuml;ck (Erbbaurecht) sowie Dienstleistungen von der Ver&auml;u&szlig;ererseite einheitlich angeboten wurden, kommt es jedoch beim Fehlen einer Herstellungsverpflichtung der Ver&auml;u&szlig;ererseite ebenso wenig an wie darauf, ob die Vertr&auml;ge in einem objektiven engen sachlichen Zusammenhang stehen und der Erwerber bei Abschluss des Grundst&uuml;ckskaufvertrags hinsichtlich der konkreten Bebauung des Grundst&uuml;cks rechtlich oder auch nur wirtschaftlich gebunden war (vgl. BFH-Urteil vom 27. Oktober 2004 II R 12\/03, BFHE 208, 51, BStBl II 2005, 220, unter II.1.a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Errichtung des Geb&auml;udes auf dem Erbbaugrundst&uuml;ck stellt keine Gegenleistung der Kl&auml;gerin f&uuml;r die Bestellung des Erbbaurechts dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach dem BFH-Urteil vom 23. Oktober 2002 II R 81\/00 (BFHE 200, 416, BStBl II 2003, 199) kommen die Verwendungen auf das Erbbaugrundst&uuml;ck regelm&auml;&szlig;ig dem Erbbauberechtigten dauerhaft zugute, wenn sich der Erbbauberechtigte in einem Erbbaurechtsbestellungsvertrag zur Errichtung eines bestimmten Geb&auml;udes auf dem Erbbaugrundst&uuml;ck sowie zu dessen ordnungsgem&auml;&szlig;er Unterhaltung &uuml;ber die Gesamtlaufzeit des Erbbaurechts verpflichtet und er bei Erl&ouml;schen des Erbbaurechts vom Grundst&uuml;ckseigent&uuml;mer eine Entsch&auml;digung f&uuml;r das Geb&auml;ude in H&ouml;he des Verkehrswerts erh&auml;lt. In der Geb&auml;udeherstellungsverpflichtung liegt deshalb regelm&auml;&szlig;ig keine Gegenleistung f&uuml;r die Bestellung des Erbbaurechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Danach war die Errichtung des Geb&auml;udes auf dem Erbbaugrundst&uuml;ck keine Gegenleistung der Kl&auml;gerin f&uuml;r die Bestellung des Erbbaurechts. Die Errichtung des Geb&auml;udes kam der Kl&auml;gerin zugute. Denn diese hat gem&auml;&szlig; &sect; 10 des Erbbaurechtsvertrags bei Erl&ouml;schen des Erbbaurechts einen Anspruch auf Entsch&auml;digung in H&ouml;he des Verkehrswerts der baulichen Anlagen im Zeitpunkt des Erl&ouml;schens des Erbbaurechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Da das FG von einer anderen Ansicht ausgegangen ist, war die Vorentscheidung aufzuheben. Auf die von der Kl&auml;gerin erhobenen Verfahrensr&uuml;gen braucht danach nicht eingegangen zu werden (BFH-Urteil vom 1. Juli 2008 II R 71\/06, BFHE 222, 63, BStBl II 2008, 874, unter II.2.b dd).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Sache ist spruchreif. Der Grunderwerbsteuerbescheid vom 28. August 1997 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 10. Dezember 2004 ist rechtswidrig und verletzt die Kl&auml;gerin in ihren Rechten, soweit das FA in die Bemessungsgrundlage auch die Herstellungskosten des Geb&auml;udes einbezogen hat. Der angefochtene Bescheid ist gem&auml;&szlig; &sect; 100 Abs. 2 Satz 1 FGO dahin zu &auml;ndern, dass die Grunderwerbsteuer unter Zugrundelegung einer Bemessungsgrundlage von 13.220.000 DM (6.759.278,66 EUR) auf 264.400 DM (135.185,58 EUR) festgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.9.2010, II R 3\/10 Einheitlicher Erwerbsgegenstand bei Erwerb eines Erbbaurechts mit zu errichtendem Geb&auml;ude Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist ein geschlossener Immobilienfonds in der Rechtsform einer GbR. Gr&uuml;ndungsgesellschafterin war u.a. die D. 2&nbsp; Die Kl&auml;gerin erwarb mit Erbbaurechtsvertrag vom 30. Mai 1995 ein Erbbaurecht an einem unbebauten Grundst&uuml;ck. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-3-10-einheitlicher-erwerbsgegenstand-bei-erwerb-eines-erbbaurechts-mit-zu-errichtendem-gebaeude\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;3\/10 &#8211; Einheitlicher Erwerbsgegenstand bei Erwerb eines Erbbaurechts mit zu errichtendem Geb&auml;ude<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-11485","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11485","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11485"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11485\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11485"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11485"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11485"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}