{"id":11520,"date":"2012-12-07T04:21:13","date_gmt":"2012-12-07T02:21:13","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=11520"},"modified":"2012-12-07T04:21:13","modified_gmt":"2012-12-07T02:21:13","slug":"vii-b-63-10-ermaessigter-umsatzsteuersatz-fuer-originalerzeugnisse-der-bildhauerkunst-beteiligung-des-kuenstlers-bei-der-herstellung-von-nachbildungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-63-10-ermaessigter-umsatzsteuersatz-fuer-originalerzeugnisse-der-bildhauerkunst-beteiligung-des-kuenstlers-bei-der-herstellung-von-nachbildungen\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;63\/10 &#8211; Erm&auml;&szlig;igter Umsatzsteuersatz f&uuml;r Originalerzeugnisse der Bildhauerkunst &#8211; Beteiligung des K&uuml;nstlers bei der Herstellung von Nachbildungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 9.9.2010, VII B 63\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Erm&auml;&szlig;igter Umsatzsteuersatz f&uuml;r Originalerzeugnisse der Bildhauerkunst &#8211; Beteiligung des K&uuml;nstlers bei der Herstellung von Nachbildungen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) ver&auml;u&szlig;erte 2008 Bronzeskulpturen verschiedener K&uuml;nstler. Die Skulpturen wurden in limitierten Auflagen unterschiedlichen Umfangs mittels von den K&uuml;nstlern geschaffener Gussvorlagen in Werkst&auml;tten, mit denen der jeweilige K&uuml;nstler zusammenarbeitete, gegossen, nummeriert und von den K&uuml;nstlern signiert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend der Kl&auml;ger f&uuml;r die Lieferungen der Skulpturen den erm&auml;&szlig;igten Umsatzsteuersatz berechnete, war der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt) im Anschluss an eine Au&szlig;enpr&uuml;fung der Auffassung, dass es sich nicht um Originalerzeugnisse der Bildhauerkunst gehandelt habe, und setzte die Umsatzsteuervorauszahlungen f&uuml;r das zweite und dritte Kalendervierteljahr 2008, sp&auml;ter die Umsatzsteuer 2008, unter Zugrundelegung des Regelsteuersatzes neu fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die hiergegen nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage hatte nur zum Teil Erfolg. Das Finanzgericht (FG) urteilte, dass es sich bei einigen der ver&auml;u&szlig;erten Skulpturen, obwohl in einer Auflage von 250 bis 480 Exemplaren hergestellt, gleichwohl um Originalerzeugnisse der Bildhauerkunst i.S. des &sect; 12 Abs. 2 Nr. 1 des Umsatzsteuergesetzes i.V.m. Nr. 53 Buchst. c der Anlage Nr. 2 zu dieser Vorschrift und der Pos. 9703 des Zolltarifs handele. Bei zwei Skulpturen, die in Auflagen von jeweils 1.000 Exemplaren hergestellt worden seien, sei dies jedoch nicht der Fall, da sich der Originalcharakter dieser Werke aufgrund der hohen Auflage derart verfl&uuml;chtigt habe, dass nicht mehr von einer pers&ouml;nlichen Sch&ouml;pfung des jeweiligen K&uuml;nstlers gesprochen werden k&ouml;nne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Nichtzulassungsbeschwerde des Kl&auml;gers, welche er auf die Zulassungsgr&uuml;nde der Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung sowie des Verfahrensmangels (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 und 3 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) st&uuml;tzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde hat keinen Erfolg, weil die geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde z.T. nicht schl&uuml;ssig dargelegt sind, wie es &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO verlangt, jedenfalls aber nicht vorliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Anders als die Beschwerde meint, weicht das angefochtene FG-Urteil nicht von dem Urteil des beschlie&szlig;enden Senats vom 8. Januar 2003 VII R 11\/02 (BFHE 201, 352) ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit jenem Urteil hat der Senat entschieden, dass auch mehrere von demselben Bildwerk angefertigte Nachbildungen Originalerzeugnisse eines K&uuml;nstlers sein k&ouml;nnen, insbesondere wenn diese Nachbildungen nummeriert und signiert und vom K&uuml;nstler nachtr&auml;glich bearbeitet werden. Danach kann die Anzahl der in einer Auflage hergestellten Skulpturen zwar ein Anhaltspunkt f&uuml;r den fehlenden Originalcharakter eines Werks sein; allein entscheidend ist die Anzahl der Nachbildungen jedoch nicht, wenn es auch in Betracht kommt, dass ab einem gewissen Umfang der Auflage in einem Reproduktionsverfahren hergestellter Skulpturen sich der Originalcharakter eines Werks verfl&uuml;chtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat diese Rechtss&auml;tze seiner Entscheidung zugrunde gelegt und keine hiervon abweichenden Rechtss&auml;tze aufgestellt. Es hat in Anbetracht der Beteiligung der K&uuml;nstler an der Herstellung der Nachbildungen einige der vom Kl&auml;ger gelieferten Skulpturen als Originalerzeugnisse der Bildhauerkunst angesehen, jedoch bei Auflagen der Skulpturen von 1.000 St&uuml;ck gemeint, dass sich der Originalcharakter der Werke in Anbetracht der hohen Auflage derart verfl&uuml;chtigt habe, dass er den Werken nur dann noch zugesprochen werden k&ouml;nnte, wenn der K&uuml;nstler in weitergehendem Umfang, als im Streitfall festgestellt worden sei, unmittelbar an der Herstellung der Skulpturen beteiligt gewesen w&auml;re und die Werke sich deshalb noch als seine individuellen Sch&ouml;pfungen darstellten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Auffassung steht im Einklang mit dem Urteil in BFHE 201, 352, da das FG den Originalcharakter der Skulpturen nicht allein wegen der hohen Anzahl der hergestellten Exemplare verneint hat, sondern die Anzahl der Nachbildungen in einen Zusammenhang mit der Beteiligung des K&uuml;nstlers bei der Herstellung der Nachbildungen gestellt und die im Streitfall festgestellte Beteiligung des K&uuml;nstlers als nicht ausreichend angesehen hat, um von einem Originalerzeugnis der Bildhauerkunst zu sprechen. Dies stimmt mit der Rechtsprechung des beschlie&szlig;enden Senats &uuml;berein, der in dem vorstehend angef&uuml;hrten Urteil davon gesprochen hat, dass sich bei einer steigenden Auflage der Reproduktionen der Originalcharakter eines Werks &quot;verfl&uuml;chtige&quot;, also nicht etwa beim &Uuml;berschreiten einer bestimmten Zahl der Reproduktionen stets zu verneinen sei, sondern dass vielmehr der Beitrag des K&uuml;nstlers, welcher den Werken ihren Originalcharakter verleihe, mit steigender Zahl der Nachbildungen an Bedeutung verliere.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Erforderlich ist danach eine Gesamtw&uuml;rdigung der Umst&auml;nde des Einzelfalls, die das FG im Streitfall vorgenommen hat und deren (nach Ansicht der Beschwerde) unzutreffendes Ergebnis die Zulassung der Revision zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung nicht rechtfertigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der ger&uuml;gte Verfahrensmangel ist nicht schl&uuml;ssig dargelegt. Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass das FG die mit der Klagebegr&uuml;ndung geschilderte (nach Ansicht der Beschwerde) aufw&auml;ndige Verfahrensweise bei der Herstellung der Skulpturen unber&uuml;cksichtigt gelassen hat, sind weder dargelegt noch ersichtlich. Die Beschwerde wendet sich lediglich gegen die tats&auml;chliche W&uuml;rdigung des FG, das die Ansicht vertreten hat, dass ein Originalerzeugnis der Bildhauerkunst bei einer derart hohen Auflage der Nachbildungen eine weitergehende unmittelbare Beteiligung des K&uuml;nstlers an der Herstellung der Reproduktionen erfordere.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 9.9.2010, VII B 63\/10 Erm&auml;&szlig;igter Umsatzsteuersatz f&uuml;r Originalerzeugnisse der Bildhauerkunst &#8211; Beteiligung des K&uuml;nstlers bei der Herstellung von Nachbildungen Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) ver&auml;u&szlig;erte 2008 Bronzeskulpturen verschiedener K&uuml;nstler. 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