{"id":11557,"date":"2012-12-19T16:09:20","date_gmt":"2012-12-19T14:09:20","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=11557"},"modified":"2012-12-19T16:09:20","modified_gmt":"2012-12-19T14:09:20","slug":"i-r-77-09-kein-uebergang-einer-par-6b-ruecklage-auf-einen-neuen-rechtstraeger-bei-abspaltung-einzelner-wirtschaftsgueter-keine-notwendige-beiladung-der-uebernehmenden-kapitalgesellschaft-uebertragun-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-77-09-kein-uebergang-einer-par-6b-ruecklage-auf-einen-neuen-rechtstraeger-bei-abspaltung-einzelner-wirtschaftsgueter-keine-notwendige-beiladung-der-uebernehmenden-kapitalgesellschaft-uebertragun-2\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;77\/09 &#8211; Kein &Uuml;bergang einer &sect; 6b-R&uuml;cklage auf einen neuen Rechtstr&auml;ger bei Abspaltung einzelner Wirtschaftsg&uuml;ter &#8211; Keine notwendige Beiladung der &uuml;bernehmenden Kapitalgesellschaft &#8211; &Uuml;bertragung eines Teilbetriebs &#8211; Wesentliche Betriebsgrundlagen einer immobilienverwaltenden T&auml;tigkeit"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.6.2010, I R 77\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Kein &Uuml;bergang einer &sect; 6b-R&uuml;cklage auf einen neuen Rechtstr&auml;ger bei Abspaltung einzelner Wirtschaftsg&uuml;ter &#8211; Keine notwendige Beiladung der &uuml;bernehmenden Kapitalgesellschaft &#8211; &Uuml;bertragung eines Teilbetriebs &#8211; Wesentliche Betriebsgrundlagen einer immobilienverwaltenden T&auml;tigkeit<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) ist eine GmbH, die urspr&uuml;nglich den Handel mit &#8230;ger&auml;ten betrieb. Im Jahr 2001 verkaufte sie ein zum Anlageverm&ouml;gen geh&ouml;rendes Grundst&uuml;ck und bildete f&uuml;r den Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn eine R&uuml;cklage nach &sect; 6b des Einkommensteuergesetzes i.d.F. des Steuerentlastungsgesetzes 1999\/2000\/2002 vom 24. M&auml;rz 1999 (BGBl I 1999, 402, BStBl I 1999, 304) &#8211;EStG 1997&#8211; i.V.m. &sect; 8 Abs. 1 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG) in H&ouml;he von 3.621.991,69 EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Beschluss vom 26. August 2003 wurde die X-GmbH nach &sect; 123 des Umwandlungsgesetzes 1995 von der Kl&auml;gerin abgespalten. Spaltungsstichtag war der 1. Januar 2003. Die damaligen &quot;Gegenst&auml;nde des Aktiv- und Passivverm&ouml;gens&quot;, darunter auch die &sect; 6b-R&uuml;cklage, wurden zu Buchwerten jeweils zur H&auml;lfte der X-GmbH &quot;&uuml;bertragen&quot;. Es handelte sich um einen Pkw, eine Schreibtischgarnitur mit Stuhl, einen PC, ein Diktier- und Abspielger&auml;t und einen Aktenschrank. Daneben sind m&ouml;glicherweise &#8211;die Feststellungen des Finanzgerichts (FG) sind insoweit unklar&#8211; Forderungen und Bankguthaben auf die X-GmbH &uuml;bergegangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dem Gesellschaftsvertrag ist Gegenstand des abgespaltenen Unternehmens der Erwerb und die Verwaltung eigenen Immobilienverm&ouml;gens. Unternehmensgegenstand der Kl&auml;gerin ist die Verwaltung eigenen Grund- und Immobilienverm&ouml;gens. Die geplante T&auml;tigkeit der Kl&auml;gerin als Immobilienverwaltung war zum Spaltungsstichtag noch in der Vorbereitungsphase. Eigentumswohnungen wurden Mitte 2003 angeschafft, eine Vermietung erfolgte erst im Jahr 2004.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) war der Auffassung, die Abspaltung sei nicht zu Buchwerten erfolgt, da auf die X-GmbH kein Teilbetrieb &uuml;bertragen worden sei und auch das der Kl&auml;gerin verbliebene Verm&ouml;gen nicht zu einem Teilbetrieb geh&ouml;rt habe (&sect; 15 Abs. 1 des Umwandlungssteuergesetzes &#8211;UmwStG 2002&#8211;). Deshalb m&uuml;sse der der X-GmbH zugewiesene Teil der R&uuml;cklage zum 31. Dezember 2002 bei der Kl&auml;gerin gewinnerh&ouml;hend aufgel&ouml;st werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen die dementsprechend ge&auml;nderten Steuerbescheide f&uuml;r 2002 erhob die Kl&auml;gerin Klage, der das Hessische FG mit Urteil vom 14. Juli 2009&nbsp;&nbsp;4 K 1552-1555\/07 stattgab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt das FA eine Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Unrecht angenommen, auf die X-GmbH sei die H&auml;lfte der &sect; 6b-R&uuml;cklage &uuml;bergegangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die X-GmbH war entgegen der Ansicht der Kl&auml;gerin nicht notwendig zum Verfahren beizuladen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect; 60 Abs. 3 Satz 1 FGO sind Dritte zum finanzgerichtlichen Verfahren notwendig beizuladen, wenn diese an dem streitigen Rechtsverh&auml;ltnis derart beteiligt sind, dass die gerichtliche Entscheidung auch ihnen gegen&uuml;ber nur einheitlich ergehen kann. Das ist der Fall, wenn die Entscheidung nach Ma&szlig;gabe des materiellen Steuerrechts notwendigerweise und unmittelbar Rechte oder Rechtsbeziehungen des Dritten gestaltet, best&auml;tigt, ver&auml;ndert oder zum Erl&ouml;schen bringt (z.B. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 19. April 1988 VII R 56\/87, BFHE 153, 472, BStBl II 1988, 789). Die notwendige Beiladung soll sicherstellen, dass eine Sachentscheidung, die die Rechte eines Dritten in der vorbezeichneten Weise betrifft und aus diesem Grunde auch ihm gegen&uuml;ber nur einheitlich ergehen kann, nicht ohne Beteiligung dieses Dritten erlassen wird (z.B. BFH-Urteil vom 12. Januar 2001 VI R 49\/98, BFHE 194, 6, BStBl II 2001, 246).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Voraussetzungen einer notwendigen Beiladung i.S. von &sect; 60 Abs. 3 FGO liegen danach im Streitfall nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar ist die X-GmbH gem&auml;&szlig; &sect; 15 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. &sect;&sect; 12, 4 Abs. 1 UmwStG 2002 verpflichtet, die auf sie &uuml;bergegangenen Wirtschaftsg&uuml;ter mit den in der steuerlichen Schlussbilanz der Kl&auml;gerin enthaltenen Werten zu &uuml;bernehmen, falls das auf die X-GmbH &uuml;bertragene Verm&ouml;gen als Teilbetrieb zu beurteilen sein sollte. Die Entscheidung hier&uuml;ber ist aber erst im K&ouml;rperschaftsteuerbescheid der X-GmbH zu treffen. Der hier vorliegende Rechtsstreit kann daher nicht unmittelbar gestaltend in die Rechte der X-GmbH eingreifen; vielmehr bedarf es gegen&uuml;ber der X-GmbH eines weiteren Steuerbescheides (vgl. BFH-Beschluss vom 16. M&auml;rz 1999 VIII B 90\/98, BFH\/NV 1999, 1232). Eine Beiladung gem&auml;&szlig; &sect; 174 Abs. 5 der Abgabenordnung hat das FA nicht beantragt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Kl&auml;gerin hatte im Jahr 2001 f&uuml;r den Gewinn, den sie aus der Ver&auml;u&szlig;erung ihres zum Anlageverm&ouml;gen geh&ouml;renden Grundst&uuml;cks erzielt hatte, eine R&uuml;cklage nach &sect; 6b Abs. 3 EStG 1997 i.V.m. &sect; 8 Abs. 1 KStG gebildet. In H&ouml;he dieser R&uuml;cklage konnte sie innerhalb des Reinvestitionszeitraums von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten bestimmter, im Gesetz genannter Ersatzwirtschaftsg&uuml;ter im Wirtschaftsjahr ihrer Anschaffung oder Herstellung unter Ber&uuml;cksichtigung der Einschr&auml;nkungen des &sect; 6b Abs. 1 Satz 2 bis 4 EStG 1997 einen Betrag abziehen. Nach dem eindeutigen Gesetzeswortlaut m&uuml;ssen Ver&auml;u&szlig;ernder und Reinvestierender identisch sein. Nur dann, wenn das Gesetz ausdr&uuml;cklich den &Uuml;bergang der &sect; 6b-R&uuml;cklage auf ein anderes Rechtssubjekt anordnet, in F&auml;llen der Gesamtrechtsnachfolge oder bei der unentgeltlichen &Uuml;bertragung eines Betriebs oder Teilbetriebs (&sect; 6 Abs. 3 EStG 1997), geht die R&uuml;cklage auf den Rechtsnachfolger &uuml;ber.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall k&ouml;nnte die &sect; 6b-R&uuml;cklage nur gem&auml;&szlig; &sect; 15 Abs. 1 Satz 1 UmwStG 2002 i.V.m. &sect; 12 Abs. 3 Satz 1 UmwStG 2002 auf die X-GmbH (teilweise) &uuml;bergegangen sein. Die Voraussetzungen dieser Vorschriften sind indessen nicht erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Geht Verm&ouml;gen einer K&ouml;rperschaft durch Aufspaltung oder Abspaltung oder durch Teil&uuml;bertragung auf andere K&ouml;rperschaften &uuml;ber, gelten die &sect;&sect; 11 bis 13 UmwStG 2002 vorbehaltlich des &sect; 16 UmwStG 2002 entsprechend, wenn auf die &Uuml;bernehmerinnen ein Teilbetrieb &uuml;bertragen wird (&sect; 15 Abs. 1 Satz 1 UmwStG 2002). Im Falle der Abspaltung oder Teil&uuml;bertragung muss das der &uuml;bertragenden K&ouml;rperschaft verbleibende Verm&ouml;gen ebenfalls zu einem Teilbetrieb geh&ouml;ren (&sect; 15 Abs. 1 Satz 2 UmwStG 2002). Wird ein Teilbetrieb &uuml;bertragen, tritt die &uuml;bernehmende K&ouml;rperschaft in die steuerliche Rechtsstellung der &uuml;bertragenden K&ouml;rperschaft ein, und zwar auch hinsichtlich der den steuerlichen Gewinn mindernden R&uuml;cklagen (&sect; 12 Abs. 3 Satz 1 UmwStG 2002). Daraus folgt, dass eine &sect; 6b-R&uuml;cklage insoweit auf die &uuml;bernehmende K&ouml;rperschaft &uuml;bergeht, als bei der &uuml;bertragenden Gesellschaft eine R&uuml;cklage nach &sect; 6b EStG 1997 f&uuml;r ein ver&auml;u&szlig;ertes Wirtschaftsgut gebildet wurde, das dem &uuml;bertragenen Teilbetrieb zuzurechnen war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Im Streitfall scheitert der (anteilige) &Uuml;bergang der &sect; 6b-R&uuml;cklage schon daran, dass auf die X-GmbH kein Teilbetrieb &uuml;bertragen wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung des BFH ist unter einem Teilbetrieb ein organisch geschlossener, mit einer gewissen Selbst&auml;ndigkeit ausgestatteter Teil des Gesamtbetriebs zu verstehen, der f&uuml;r sich allein funktions- bzw. lebensf&auml;hig ist (Senatsurteil vom 7. April 2010 I R 96\/08, BFH\/NV 2010, 1749, BFHE 229, 179; BFH-Urteil vom 4. Juli 2007 X R 49\/06, BFHE 218, 316, BStBl II 2007, 772; BFH-Beschluss vom 18. Oktober 1999 GrS 2\/98, BFHE 189, 465, BStBl II 2000, 123). Ein Teilbetrieb wird nur &uuml;bertragen, wenn die T&auml;tigkeit endg&uuml;ltig eingestellt wird und s&auml;mtliche zum Teilbetrieb geh&ouml;renden wesentlichen Betriebsgrundlagen auf den Erwerber &uuml;bergehen (BFH-Urteile vom 20. Januar 2005 IV R 14\/03, BFHE 209, 95, BStBl II 2005, 395; in BFHE 218, 316, BStBl II 2007, 772). Dabei ist grunds&auml;tzlich auf die Situation aus der Sicht des &Uuml;bertragenden zum Zeitpunkt der &Uuml;bertragung abzustellen (BFH-Beschl&uuml;sse in BFHE 189, 465, BStBl II 2000, 123, unter B.V.2. Buchst. a; vom 15. Oktober 2008 X B 170\/07, BFH\/NV 2009, 167; BFH-Urteil vom 15. M&auml;rz 2007 III R 53\/06, BFH\/NV 2007, 1661).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach den Feststellungen des FG hatte die Kl&auml;gerin zum Zeitpunkt der Abspaltung ihre urspr&uuml;ngliche Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit &#8211;den Handel mit &#8230;ger&auml;ten&#8211; eingestellt. Neuer Unternehmensgegenstand sollte nunmehr der Erwerb und die Verwaltung eigenen Grundbesitzes sein. Diese T&auml;tigkeit befand sich noch in der Vorbereitungsphase. Zum &Uuml;bertragungsstichtag hatte sie noch kein Grundverm&ouml;gen angeschafft. Eine von dieser T&auml;tigkeit gesonderte wirtschaftliche T&auml;tigkeit &uuml;bte sie nicht aus. Die angestrebte immobilienverwaltende T&auml;tigkeit war auch nicht in organisatorisch oder funktional verselbst&auml;ndigte Bereiche geschieden. Vielmehr &uuml;bte die Kl&auml;gerin eine einheitliche T&auml;tigkeit mit dem Ziel aus, eigenen Grundbesitz zu erwerben und zu verwalten. Ein f&uuml;r sich funktions- bzw. lebensf&auml;higer Teilbetrieb, der auf die X-GmbH h&auml;tte &uuml;bertragen werden k&ouml;nnen, lag daher nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die &uuml;bertragenen Wirtschaftsg&uuml;ter bildeten bei der Kl&auml;gerin auch keinen Teilbetrieb im Aufbau, der ebenfalls zu Buchwerten auf die X-GmbH h&auml;tte &uuml;bertragen werden k&ouml;nnen (Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen &#8211;BMF&#8211; vom 25. M&auml;rz 1998, BStBl I 1998, 268, Tz. 15.10). Ein im Aufbau befindlicher Teilbetrieb liegt erst dann vor, wenn die wesentlichen Betriebsgrundlagen bereits vorhanden sind und bei zielgerechter Weiterverfolgung des Aufbauplans ein selbst&auml;ndig lebensf&auml;higer Organismus zu erwarten ist (BFH-Urteil vom 1. Februar 1989 VIII R 33\/85, BFHE 156, 158, BStBl II 1989, 458). Wesentliche Betriebsgrundlagen einer immobilienverwaltenden T&auml;tigkeit sind Nutzungsrechte an Grundst&uuml;cken und Grundverm&ouml;gen. Solche waren bei der Kl&auml;gerin nicht vorhanden und wurden dementsprechend auch nicht der X-GmbH &uuml;bereignet. Bei den auf die X-GmbH &uuml;bertragenen Gegenst&auml;nden &#8211;wie Schreibtischgarnitur, PC, Aktenschrank und Diktierger&auml;t&#8211; handelt es sich um beliebig austauschbare Wirtschaftsg&uuml;ter, die keine wesentlichen Betriebsgrundlagen darstellen (Schumacher in R&ouml;dder\/Herlinghaus\/ van Lishaut, Umwandlungssteuergesetz, &sect; 15 Rz 143). Sie lassen eine k&uuml;nftige Selbst&auml;ndigkeit gegen&uuml;ber dem Gesamtbetrieb der Kl&auml;gerin nicht erkennen (Herlinghaus, ebenda, &sect; 20 Rz 69) und k&ouml;nnen daher auch nicht einer funktionell zu trennenden Untereinheit des Unternehmens zugeordnet werden. Da &#8211;wie unter II.4.a ausgef&uuml;hrt&#8211; bereits beim &uuml;bertragenden Rechtstr&auml;ger zum Zeitpunkt der &Uuml;bertragung ein Teilbetrieb vorliegen muss, ist unerheblich, dass die X-GmbH unmittelbar nach der Abspaltung eine Grundst&uuml;cksbeteiligung erworben und hierzu m&ouml;glicherweise Geldmittel eingesetzt hat, die ihr von der Kl&auml;gerin &uuml;bertragen worden waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf die Frage, ob eine verm&ouml;gensverwaltende T&auml;tigkeit, die nur kraft Rechtsform gewerblich gepr&auml;gt ist, &uuml;berhaupt als selbstst&auml;ndiger Teilbetrieb i.S. des &sect; 15 UmwStG 2002 beurteilt werden kann (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 20. Januar 2005 IV R 14\/03, BFHE 209, 95, BStBl II 2005, 395, zu &sect; 16 EStG), kommt es danach nicht mehr an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die &sect; 6b-R&uuml;cklage ist mangels Abspaltung eines Teilbetriebs nicht (anteilig) auf die X-GmbH &uuml;bergegangen, sondern bei der Kl&auml;gerin verblieben. Die auf die X-GmbH &uuml;bertragenen Wirtschaftsg&uuml;ter sind als Sachaussch&uuml;ttung an die Gesellschafter der Kl&auml;gerin zu beurteilen (Senatsurteil in BFH\/NV 2010, 1749; BMF-Schreiben in BStBl I 1998, 268, Tz. 15.11). Diese Sachaussch&uuml;ttung l&ouml;st keine Pflicht aus, die &sect; 6b-R&uuml;cklage (anteilig) aufzul&ouml;sen. Die R&uuml;cklage konnte vielmehr bis zum Ablauf des Reinvestitionszeitraums des &sect; 6b Abs. 3 EStG 1997 bei der Kl&auml;gerin fortgef&uuml;hrt werden. Eine nach &sect; 6b Abs. 3 EStG 1997 gebildete R&uuml;cklage kann allerdings in jedem Wirtschaftsjahr des Reinvestitionszeitraums freiwillig aufgel&ouml;st werden (BFH-Urteil vom 17. September 1987 IV R 8\/86, BFHE 151, 139, BStBl II 1988, 55).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Feststellungen des FG lassen nicht erkennen, ob die Kl&auml;gerin in ihrer Handelsbilanz des Streitjahres die &sect; 6b-R&uuml;cklage nur noch zur H&auml;lfte ausgewiesen hat (zur Aus&uuml;bung des Wahlrechts nach &sect; 6b EStG 1997 in der Handelsbilanz vgl. BFH-Urteil vom 30. M&auml;rz 1989 IV R 72\/88, BFHE 156, 211, BStBl II 1989, 560, m.w.N.). W&auml;re dies der Fall, h&auml;tte sie die R&uuml;cklage insoweit aufgel&ouml;st und die Steuerfestsetzung des FA w&auml;re rechtm&auml;&szlig;ig. Dem steht nicht entgegen, dass die Kl&auml;gerin der Auffassung war, die &sect; 6b-R&uuml;cklage sei auf die X-GmbH &uuml;bergegangen (vgl. BFH-Beschluss vom 20. Dezember 2005 IV B 68\/04, BFH\/NV 2006, 732). Deshalb k&ouml;nnte sie die Bilanz allein aus diesem Grund nicht &auml;ndern, denn die Bilanz w&auml;re nicht fehlerhaft i.S. des &sect; 4 Abs. 2 Satz 1 EStG 1997. Eine &Auml;nderung k&auml;me nur nach Ma&szlig;gabe des &sect; 4 Abs. 2 Satz 2 EStG 1997 in Betracht (BFH-Urteile vom 18. August 2005 IV R 37\/04, BFHE 211, 155, BStBl II 2006, 165; vom 25. Januar 2006 IV R 14\/04, BFHE 212, 231, BStBl II 2006, 418), dessen Voraussetzungen im Streitfall nicht vorliegen. Wurde die R&uuml;cklage dagegen in der Handelsbilanz des Streitjahres von der Kl&auml;gerin noch in vollem Umfang ausgewiesen, hat die Kl&auml;gerin ihr Wahlrecht f&uuml;r das Streitjahr dahingehend ausge&uuml;bt, die R&uuml;cklage beizubehalten; der Klage ist dann zu entsprechen. Die Sache ist an das FG zur&uuml;ckzuverweisen, damit die entsprechenden Feststellungen nachgeholt werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.6.2010, I R 77\/09 Kein &Uuml;bergang einer &sect; 6b-R&uuml;cklage auf einen neuen Rechtstr&auml;ger bei Abspaltung einzelner Wirtschaftsg&uuml;ter &#8211; Keine notwendige Beiladung der &uuml;bernehmenden Kapitalgesellschaft &#8211; &Uuml;bertragung eines Teilbetriebs &#8211; Wesentliche Betriebsgrundlagen einer immobilienverwaltenden T&auml;tigkeit Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. 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