{"id":11559,"date":"2012-12-07T03:41:27","date_gmt":"2012-12-07T01:41:27","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=11559"},"modified":"2012-12-07T03:41:27","modified_gmt":"2012-12-07T01:41:27","slug":"i-b-1-10-verdeckte-gewinnausschuettung-verstoss-gegen-die-kompetenzordnung-einer-ag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-1-10-verdeckte-gewinnausschuettung-verstoss-gegen-die-kompetenzordnung-einer-ag\/","title":{"rendered":"I&nbsp;B&nbsp;1\/10 &#8211; Verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttung &#8211; Versto&szlig; gegen die Kompetenzordnung einer AG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 12.10.2010, I B 1\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttung &#8211; Versto&szlig; gegen die Kompetenzordnung einer AG<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das Finanzgericht (FG) ist nicht von einem entscheidungserheblichen Rechtssatz des Senatsurteils vom 14. September 1994 I R 6\/94 (BFHE 175, 412, BStBl II 1997, 89) abgewichen (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Wie der Senat in dem genannten Urteil ausgef&uuml;hrt hat, kann der Verzicht einer Kapitalgesellschaft auf eine Forderung gegen ihren Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer eine verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttung i.S. des &sect; 8 Abs. 3 Satz 2 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes sein. Das FG ist von keinem anderen Rechtssatz ausgegangen. Es hat den Sachverhalt dahingehend gew&uuml;rdigt, dass die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) gegen&uuml;ber ihrem Vorstand und deren Lebensgef&auml;hrten, einem Mitglied des Aufsichtsrats, einen Forderungsverzicht ausgesprochen habe. Selbst wenn diese W&uuml;rdigung fehlerhaft sein sollte, rechtfertigte dies nicht die Zulassung der Revision wegen Divergenz; es handelte sich vielmehr um einen blo&szlig;en Rechtsanwendungsfehler, der die Zulassung der Revision grunds&auml;tzlich nicht erm&ouml;glicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es liegt auch keine Divergenz zu einem entscheidungserheblichen Rechtssatz der Urteile des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 4. November 2002 II ZR 224\/00 (Neue Juristische Wochenschrift &#8211;NJW&#8211; 2003, 358), vom 21. Juli 2008 II ZR 39\/07 (Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2008, 1974) und des BGH-Beschlusses vom 2. Juni 2008 II ZR 67\/07 (DStR 2008, 1599) vor. Die Kl&auml;gerin macht geltend, nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BGH f&uuml;hre ein Versto&szlig; gegen die Kompetenzordnung dann nicht zu einem Schadensersatzanspruch gem&auml;&szlig; &sect; 93 Abs. 2 des Aktiengesetzes (AktG), wenn sich der Vorstand dahingehend entlaste, dass der Kompetenzversto&szlig; nicht kausal f&uuml;r den eingetretenen Schaden gewesen sei. Der BGH er&ouml;ffne also dem Vorstand einer AG die M&ouml;glichkeit darzulegen und nachzuweisen, dass der Schaden auch bei rechtm&auml;&szlig;igem Alternativverhalten eingetreten w&auml;re. Demgegen&uuml;ber habe das FG in seiner Entscheidung die Auffassung vertreten, der Einwand pflichtgem&auml;&szlig;en Verhaltens sei unzul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Divergenz ist schon deshalb nicht gegeben, weil dem Streitfall ein mit den angeblich divergierenden Entscheidungen nicht vergleichbarer Sachverhalt zu Grunde liegt und in keinem der Entscheidungen ein Versto&szlig; gegen &sect; 111 Abs. 4 Satz 1 AktG streitgegenst&auml;ndlich war. In dem BGH-Beschluss in DStR 2008, 1599 ging es um einen gesch&auml;ftsf&uuml;hrenden Gesellschafter einer KG, der sich &uuml;ber die in der Gesellschaft intern zu beachtende Kompetenzordnung hinweggesetzt und ohne vorherigen Gesellschafterbeschluss Grundst&uuml;cke ver&auml;u&szlig;ert hatte. Das BGH-Urteil in DStR 2008, 1974 betraf einen GmbH-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer, der sich zun&auml;chst ohne Gesellschafterbeschluss ein h&ouml;heres als das vereinbarte Gesch&auml;ftsf&uuml;hrergehalt ausgezahlt hatte, und im BGH-Urteil in NJW 2003, 358 hatte eine GmbH einen Schadensersatzanspruch gegen ihre fr&uuml;here Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin wegen mangelnder Erf&uuml;llung ihrer Aufgaben geltend gemacht. Demgegen&uuml;ber hat im Streitfall nach den Feststellungen des FG der Vorstand der Kl&auml;gerin ihrem Lebensgef&auml;hrten, der zugleich Mitglied des Aufsichtsrats war, das neue Gesch&auml;ftsfeld &quot;Wertpapiere&quot; unter Versto&szlig; gegen &sect; 111 Abs. 4 Satz 1 AktG &uuml;bertragen. F&uuml;hren einzelne Gesch&auml;fte eines Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers einer GmbH oder Vorstands einer AG unter Verletzung gesellschaftsinterner oder gesetzlicher Kompetenzordnungen zu einem Schaden der Kapitalgesellschaft, ist der Nachweis m&ouml;glich, dass bei Einhaltung der Kompetenzvorschriften gleichwohl der Schaden entstanden w&auml;re. Es ist aber nicht erkennbar, wie in F&auml;llen, in denen ein gesamter Gesch&auml;ftsbereich eigenst&auml;ndig unter Verletzung des &sect; 111 Abs. 4 Satz 1 AktG von einem Aufsichtsrat geleitet wird, bewiesen werden soll, dass ohne den Rechtsversto&szlig; ein Schaden nicht eingetreten w&auml;re. Denn hierzu w&auml;re der Nachweis erforderlich, dass in diesem Gesch&auml;ftsbereich, w&auml;re er unter der Verantwortung des Vorstands (&sect; 76 Abs. 1 AktG) geleitet worden, genau dieselben Gesch&auml;fte zu denselben Bedingungen eingegangen und abgewickelt worden w&auml;ren. Dies ist in aller Regel nicht denkbar und von der Kl&auml;gerin auch nicht n&auml;her dargetan worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die von der Kl&auml;gerin aufgeworfene Rechtsfrage, ob der Begriff der &quot;Ma&szlig;nahmen der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung&quot; i.S. des &sect; 111 Abs. 4 Satz 1 AktG jedwede tats&auml;chliche oder rechtsgesch&auml;ftliche T&auml;tigkeit des Vorstands i.S. des &sect; 77 Abs. 1 AktG umfasst, ist nicht von grunds&auml;tzlicher Bedeutung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO), da sie im Streitfall nicht gekl&auml;rt werden k&ouml;nnte. Die Wertpapiergesch&auml;fte umfassten nach den Feststellungen des FG 16 % bis 30 % der gesamten Erl&ouml;se und etwa 29 % bis 82 % des Materialaufwands. Der Lebensgef&auml;hrte des Vorstands war ohne Beschr&auml;nkungen hinsichtlich Art, Umfang und H&ouml;he bevollm&auml;chtigt, Wertpapiergesch&auml;fte vorzunehmen und die Gesch&auml;fte auf eigene Initiative auszuf&uuml;hren. Angesichts dessen besteht f&uuml;r den Streitfall kein Zweifel, dass der Vorstand der Kl&auml;gerin die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung eines erheblichen Teils der Gesch&auml;fte der Kl&auml;gerin auf einen Aufsichtsrat &uuml;bertragen und damit gegen &sect; 111 Abs. 4 Satz 1 AktG versto&szlig;en hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 12.10.2010, I B 1\/10 Verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttung &#8211; Versto&szlig; gegen die Kompetenzordnung einer AG Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. 2&nbsp; 1. Das Finanzgericht (FG) ist nicht von einem entscheidungserheblichen Rechtssatz des Senatsurteils vom 14. 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