{"id":1157,"date":"2012-07-12T00:00:00","date_gmt":"2012-07-11T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=1157"},"modified":"2012-11-12T17:04:42","modified_gmt":"2012-11-12T15:04:42","slug":"i-b-131-11-keine-ueberraschungsentscheidung-bei-schriftsatzfrist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-131-11-keine-ueberraschungsentscheidung-bei-schriftsatzfrist\/","title":{"rendered":"I&nbsp;B&nbsp;131\/11 &#8211; Keine &Uuml;berraschungsentscheidung bei Schriftsatzfrist"},"content":{"rendered":"<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 12.7.2012, I B 131\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine \u00dcberraschungsentscheidung bei Schriftsatzfrist<\/p>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Die Kl\u00e4gerin und Beschwerdef\u00fchrerin (Kl\u00e4gerin), eine GmbH, ver\u00e4u\u00dferte im Streitjahr (2005) 505.155\u00a0Aktien der A-AG zu einem Kurswert von 76,63\u00a0EUR je Aktie. Bei der Ermittlung des Ver\u00e4u\u00dferungsgewinns setzte die Kl\u00e4gerin die Aktien mit Anschaffungskosten von 45,50\u00a0EUR je Aktie an. Sie ging dabei davon aus, dass im Rahmen eines sog. Aktien\u00fcbernahme- und Platzierungsvertrags vom 16.\u00a0Dezember 2002 mit der B-AG zun\u00e4chst noch am 16.\u00a0Dezember 2002 eine Ver\u00e4u\u00dferung von 2.079.760\u00a0Aktien der A-AG an die B-AG zu einem Preis von 45,50\u00a0EUR je Aktie erfolgt war und, nachdem es der B-AG nicht gelungen war, die Aktien innerhalb von vier B\u00f6rsentagen mit einem vereinbarten Paketaufschlag von 20\u00a0% auf den aktuellen B\u00f6rsenkurs am Markt zu platzieren, die Aktien vereinbarungsgem\u00e4\u00df am 20.\u00a0Dezember 2002 von der B-AG zum Preis von wiederum 45,50\u00a0EUR je Aktie an die Kl\u00e4gerin zuz\u00fcglich einer vertraglich vereinbarten Verg\u00fctung von 55.000\u00a0EUR r\u00fcckver\u00e4u\u00dfert worden waren. Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ging dagegen davon aus, dass im Rahmen des Aktien\u00fcbernahme- und Platzierungsvertrags mit der B-AG das wirtschaftliche Eigentum an den Aktien nicht \u00fcbergegangen war. Dementsprechend setzte das FA im Rahmen der Ermittlung des Ver\u00e4u\u00dferungsgewinns f\u00fcr das Streitjahr die Aktien mit dem urspr\u00fcnglichen Buchwert von 22,20\u00a0EUR je Aktie an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die nach erfolglosem Einspruch erhobene Klage blieb ohne Erfolg (Urteil des Finanzgerichts &#8211;FG&#8211; N\u00fcrnberg vom 1.\u00a0M\u00e4rz 2011\u00a0\u00a01\u00a0K\u00a01860\/10). Die Revision wurde vom FG nicht zugelassen. Hiergegen wendet sich die Kl\u00e4gerin mit ihrer Beschwerde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist als unzul\u00e4ssig zu verwerfen. Denn die Kl\u00e4gerin hat keinen der Revisionsgr\u00fcnde i.S. des \u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 der Finanzgerichtsordnung (FGO) in einer den gesetzlichen Anforderungen entsprechenden Weise dargelegt (\u00a7\u00a0116 Abs.\u00a03 Satz\u00a03 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nach \u00a7\u00a0116 Abs.\u00a03 Satz\u00a03 FGO muss in der Beschwerdebegr\u00fcndung das Vorliegen der in \u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 FGO ausdr\u00fccklich genannten Tatbestandsmerkmale schl\u00fcssig und substantiiert erl\u00e4utert werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Soweit die Kl\u00e4gerin in der Beschwerde im Wesentlichen anf\u00fchrt, die Annahme des FG, der streitgegenst\u00e4ndliche Aktien\u00fcbernahme- und Platzierungsvertrag sei als einheitlicher Kaufvertrag anzusehen, der unter einer aufl\u00f6senden Bedingung gestanden habe, stelle eine &#8222;unzul\u00e4ssige \u00dcberraschungsentscheidung&#8220; dar, kann dem Vorbringen der Kl\u00e4gerin nicht schl\u00fcssig eine Verletzung des Anspruchs auf Gew\u00e4hrung rechtlichen Geh\u00f6rs und damit ein Verfahrensmangel i.S. von \u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a03 FGO entnommen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Eine \u00dcberraschungsentscheidung (Art.\u00a0103 Abs.\u00a01 des Grundgesetzes; \u00a7\u00a096 Abs.\u00a02 FGO) liegt nur vor, wenn das FG sein Urteil auf einen bis dahin nicht er\u00f6rterten rechtlichen oder tats\u00e4chlichen Gesichtspunkt st\u00fctzt und damit dem Rechtsstreit eine Wendung gibt, mit der auch ein gewissenhafter und kundiger Prozessbeteiligter selbst unter Ber\u00fccksichtigung der Vielzahl vertretbarer Auffassungen nach dem bisherigen Verlauf der Verhandlung nicht rechnen musste. Das Gebot, rechtliches Geh\u00f6r zu gew\u00e4hren, verpflichtet das Gericht andererseits aber nicht, den Beteiligten die f\u00fcr die Entscheidung ma\u00dfgeblichen Gesichtspunkte anzudeuten und sie mit ihnen umfassend zu er\u00f6rtern (z.B. Senatsbeschluss vom 1.\u00a0Dezember 2011 I\u00a0B\u00a080\/11, BFH\/NV 2012, 954; Beschl\u00fcsse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 17.\u00a0M\u00e4rz 2008 IX\u00a0B\u00a0258\/07, BFH\/NV 2008, 1180, m.w.N.; vom 29.\u00a0Januar 2010 IX\u00a0S\u00a03\/10 [PKH], BFH\/NV 2010, 921).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Nach dieser Ma\u00dfgabe ist eine sog. \u00dcberraschungsentscheidung nicht schl\u00fcssig vorgetragen worden. Dem Vortrag der Kl\u00e4gerin selbst ist zu entnehmen, dass im Verlauf der m\u00fcndlichen Verhandlung vor dem FG nicht nur die Frage angesprochen wurde, ob es im Rahmen des streitgegenst\u00e4ndlichen Aktien\u00fcbernahme- und Platzierungsvertrags zu einem \u00dcbergang des wirtschaftlichen Eigentums auf die B-AG gekommen ist, sondern auch, ob es sich dabei um einen einheitlichen Kaufvertrag gehandelt hat, der unter einer aufl\u00f6senden Bedingung stand. Zus\u00e4tzlich wurde der Kl\u00e4gerin eine Schriftsatzfrist von 14\u00a0Tagen einger\u00e4umt, um ihr die M\u00f6glichkeit zu geben, zu dem Aspekt der &#8222;aufl\u00f6senden Bedingung&#8220; Stellung zu nehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Dies macht hinreichend deutlich, dass die Er\u00f6rterung beim FG auch den Aspekt der &#8222;aufl\u00f6senden Bedingung&#8220; umfasste und dieser damit zum Gegenstand der m\u00fcndlichen Verhandlung gemacht wurde. Das FG musste &#8211;entgegen der Auffassung in der Beschwerdeschrift&#8211; die Argumente f\u00fcr eine &#8222;aufl\u00f6sende Bedingung&#8220; nicht offenlegen. Denn der Grundsatz des rechtlichen Geh\u00f6rs verpflichtet das FG nicht, die Rechtslage mit den Beteiligten umfassend zu er\u00f6rtern oder ihnen mitzuteilen, welche Umst\u00e4nde und \u00dcberlegungen seine Entscheidung voraussichtlich tragen werden. Das gilt vor allem im Verh\u00e4ltnis zu einem Beteiligten, der &#8211;wie im Streitfall die Kl\u00e4gerin&#8211; im gerichtlichen Verfahren von einem rechtskundigen Berater vertreten wird. Auch der Hinweis der Kl\u00e4gerin, das FG habe seine Entscheidung auf die Annahme einer &#8222;aufl\u00f6senden Bedingung&#8220; gest\u00fctzt, nachdem im Vorfeld der m\u00fcndlichen Verhandlung \u00fcber sechs\u00a0Jahre allein die Frage des &#8222;wirtschaftlichen Eigentums&#8220; im Vordergrund gestanden habe, bleibt insoweit unbeachtlich (vgl. hierzu Senatsbeschluss vom 28.\u00a0Januar 2004 I\u00a0B\u00a05\/03, BFH\/NV 2004, 799, m.w.N.). Da das FG den Aspekt der &#8222;aufl\u00f6senden Bedingung&#8220; auch nicht etwa ausdr\u00fccklich als unerheblich bezeichnet oder in anderer Weise eindeutig zu erkennen gegeben hat, dass es seiner Ansicht nach auf ihn nicht ankomme, ist ein Versto\u00df gegen den Grundsatz des rechtlichen Geh\u00f6rs nicht erkennbar. Ob die Kl\u00e4gerin den von ihr nunmehr geltend gemachten Mangel in der m\u00fcndlichen Verhandlung ausreichend ger\u00fcgt hat, kann angesichts dessen offenbleiben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>cc) Dasselbe gilt schlie\u00dflich f\u00fcr die R\u00fcge der Kl\u00e4gerin, das FG habe nach Eingang des nachgereichten Schriftsatzes nicht die m\u00fcndliche Verhandlung wieder er\u00f6ffnet. Denn die Kl\u00e4gerin hat nicht angegeben, was sie in einem weiteren Schriftsatz oder in einer weiteren m\u00fcndlichen Verhandlung &#8211;\u00fcber den von ihr nachgereichten Schriftsatz hinaus&#8211; zus\u00e4tzlich vorgetragen h\u00e4tte und inwieweit dieser Vortrag zu einer f\u00fcr sie g\u00fcnstigeren Entscheidung des FG h\u00e4tte f\u00fchren k\u00f6nnen. Substantiierte Ausf\u00fchrungen dazu geh\u00f6ren indes zu einer ordnungsgem\u00e4\u00dfen R\u00fcge der Verletzung des Rechts auf Geh\u00f6r (Senatsbeschluss vom 21.\u00a0Juli 2004 I\u00a0B\u00a0186\/03, BFH\/NV 2005, 40; BFH-Beschl\u00fcsse vom 4.\u00a0November 2008 VII\u00a0B\u00a054\/08, BFH\/NV 2009, 423; vom 29.\u00a0Januar 2010 IX\u00a0B\u00a0157\/09, BFH\/NV 2010, 920). Die in der Beschwerdebegr\u00fcndung enthaltene Aussage, die Kl\u00e4gerin h\u00e4tte sich mit den Argumenten des FG dann erstmals konkret auseinandersetzen k\u00f6nnen, reicht insoweit nicht aus. Eine substantiierte Auseinandersetzung mit der Argumentation des FG ist der Beschwerdebegr\u00fcndung nicht zu entnehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Soweit die Kl\u00e4gerin in der Beschwerde weiter ausf\u00fchrt, das Vertrauen in die Rechtsprechung sei gest\u00f6rt und m\u00fcsse durch eine h\u00f6chstrichterliche Entscheidung wiederhergestellt werden, kann dem Vorbringen der Kl\u00e4gerin der Zulassungsgrund der Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02\u00a0\u00a02.\u00a0Alternative FGO) nicht schl\u00fcssig entnommen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Dazu w\u00e4re es erforderlich gewesen, einen das FG-Urteil tragenden abstrakten Rechtssatz einem ebensolchen Rechtssatz aus einem anderen Gerichtsurteil in der Weise gegen\u00fcberzustellen, dass die Abweichung erkennbar wird (Senatsbeschluss vom 31.\u00a0Januar 2007 I\u00a0B\u00a044\/06, BFH\/NV 2007, 1191; Gr\u00e4ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a0116 Rz\u00a042, m.w.N.). Dem werden die Darlegungen der Kl\u00e4gerin nicht gerecht. Aus den Ausf\u00fchrungen der Kl\u00e4gerin ist bereits nicht zu entnehmen, dass den genannten Entscheidungen abweichende Rechtss\u00e4tze zugrunde liegen. Zudem wird nicht herausgearbeitet, dass es sich um vergleichbare Sachverhalte handelt. Die Ausf\u00fchrungen der Kl\u00e4gerin beschr\u00e4nken sich vielmehr im Ergebnis darauf, eine fehlerhafte Rechtsanwendung im Einzelfall geltend zu machen. Einw\u00e4nde gegen die Richtigkeit des angefochtenen Urteils k\u00f6nnen jedoch nur im Rahmen einer Revisionsbegr\u00fcndung relevant sein. Das prozessuale Rechtsinstitut der Nichtzulassungsbeschwerde dient nicht dazu, allgemein die Richtigkeit finanzgerichtlicher Urteile zu gew\u00e4hrleisten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Auch ein besonders schwerwiegender Fehler des FG bei der Auslegung revisiblen Rechts, der ausnahmsweise die Zulassung der Revision erm\u00f6glichen w\u00fcrde (BFH-Beschluss vom 13.\u00a0Oktober 2003 IV\u00a0B\u00a085\/02, BFHE 203, 404, BStBl II 2004, 25), ist von der Kl\u00e4gerin nicht schl\u00fcssig dargelegt worden. In diesem Sinne greifbar gesetzwidrig ist eine Entscheidung dann, wenn sie objektiv willk\u00fcrlich erscheint oder auf sachfremden Erw\u00e4gungen beruht und unter keinem denkbaren Gesichtspunkt rechtlich vertretbar ist (BFH-Beschluss vom 30.\u00a0August 2001 IV\u00a0B\u00a079, 80\/01, BFHE 196, 30, BStBl II 2001, 837; Senatsbeschluss vom 1.\u00a0Juli 2009 I\u00a0B\u00a0231\/08, juris; Lange, Deutsche Steuerzeitung 2002, 782, 784).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit ihrem Vorbringen, dem FG seien erhebliche Fehler bei der Auslegung des Aktien\u00fcbernahme- und Platzierungsvertrags vom 16.\u00a0Dezember 2002 unterlaufen, indem es einen nach dem Wortlaut und dem Willen der Vertragsparteien eindeutigen Vertrag unzutreffend ausgelegt und umgedeutet habe, kann die Kl\u00e4gerin im Verfahren der Nichtzulassungsbeschwerde wiederum nicht geh\u00f6rt werden. Damit sind keine objektiven Kriterien dargelegt worden, die den Schluss zulie\u00dfen, das FG habe sich nicht eingehend mit der Rechtslage auseinandergesetzt und seine Auffassung entbehre jedes sachlichen Grundes (BFH-Beschluss in BFHE 196, 30, BStBl II 2001, 837). Die Kl\u00e4gerin setzt sich vielmehr mit der ma\u00dfgeblichen Argumentation des FG (automatischer R\u00fcck\u00fcbertrag ohne Aus\u00fcbung eines Gestaltungsrechts, kein Risiko aus fallenden Kursen f\u00fcr die Bank, Vereinbarung einer Verwaltungsgeb\u00fchr) \u00fcberhaupt nicht auseinander. Im Kern richten sich damit die Einwendungen der Kl\u00e4gerin &#8211;nach Art einer Revisionsbegr\u00fcndung&#8211; gegen die Schlussfolgerungen bzw. die Beweisw\u00fcrdigung des FG. Derartige Angriffe sind revisionsrechtlich grunds\u00e4tzlich dem materiellen Recht zuzuordnen (st\u00e4ndige Rechtsprechung, Gr\u00e4ber\/Ruban, a.a.O., \u00a7\u00a0115 Rz\u00a082, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Wenn die Kl\u00e4gerin sinngem\u00e4\u00df die Rechtsfrage formuliert, es sei zu kl\u00e4ren, ob ein FG einen zivilrechtlich eindeutigen Vertrag, der zwei Kaufvertr\u00e4ge enth\u00e4lt, falsch und willk\u00fcrlich dahingehend auslegen darf, dass eine &#8222;aufl\u00f6sende Bedingung&#8220; angenommen wird, ist es der Kl\u00e4gerin nicht gelungen, eine f\u00fcr die Entscheidung des Streitfalls abstrakte Rechtsfrage herauszustellen, der grunds\u00e4tzliche Bedeutung i.S. von \u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 FGO zukommen soll (Gr\u00e4ber\/Ruban, a.a.O., \u00a7\u00a0116 Rz\u00a032, m.w.N. zur Rechtsprechung). Den Ausf\u00fchrungen der Kl\u00e4gerin ist nicht zu entnehmen, welche Bedeutung diese Rechtsfrage f\u00fcr die Allgemeinheit haben soll. Denn die von der Vorinstanz vorgenommene Auslegung des Aktien\u00fcbernahme- und Platzierungsvertrags vom 16.\u00a0Dezember 2002 tr\u00e4gt den besonderen tats\u00e4chlichen Gegebenheiten des Streitfalls Rechnung. Diese Gegebenheiten sind nicht verallgemeinerungsf\u00e4hig und die aufgeworfene Rechtsfrage ist deswegen nicht kl\u00e4rungsbed\u00fcrftig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 12.7.2012, I B 131\/11 Keine \u00dcberraschungsentscheidung bei Schriftsatzfrist Tatbestand 1 I. 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