{"id":11582,"date":"2012-12-07T03:41:26","date_gmt":"2012-12-07T01:41:26","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=11582"},"modified":"2012-12-07T03:41:26","modified_gmt":"2012-12-07T01:41:26","slug":"i-b-82-10-finanzunternehmen-und-eigenhandelsabsicht-objektgesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-82-10-finanzunternehmen-und-eigenhandelsabsicht-objektgesellschaft\/","title":{"rendered":"I&nbsp;B&nbsp;82\/10 &#8211; Finanzunternehmen und Eigenhandelsabsicht (Objektgesellschaft)"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 12.10.2010, I B 82\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Finanzunternehmen und Eigenhandelsabsicht (Objektgesellschaft)<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist im Rahmen eines Verfahrens auf Aussetzung der Vollziehung (AdV) die Rechtm&auml;&szlig;igkeit einer Steuerfestsetzung, bei der im Streitjahr 2006 ein Gewinn aus der Ver&auml;u&szlig;erung einer Beteiligung als steuerpflichtig erfasst wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Alleingesellschafter der im April 2006 errichteten Antragstellerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Antragstellerin), einer GmbH mit dem Unternehmensgegenstand der Verwaltung eigenen Verm&ouml;gens, ist seit dem Anteilserwerb am 9. Juni 2006 X. Die Antragstellerin, die davor als sog. Vorratsgesellschaft ohne eigene Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit diente, erwarb sodann am selben Tag eine Beteiligung an der &#8211;zun&auml;chst (ebenfalls) als Vorratsgesellschaft errichteten und bisher ohne Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit gebliebenen&#8211; Y-GmbH gemeinsam mit einer anderen Gesellschaft (Gesamtkaufpreis 27.500 EUR) im Umfang von 23,7\/25 des Kapitals (von 25.000 EUR); Unternehmensgegenstand dieser GmbH ist der An- und Verkauf sowie die Vermietung und Verwaltung von Wohnbestand. Mit Vertrag vom 30. Juni 2006 ver&auml;u&szlig;erte die Antragstellerin diese Beteiligung an eine Gesellschaft mit Sitz in Luxemburg (Kaufpreis: 7.584.000 EUR). Zuvor war gegen&uuml;ber der Y-GmbH ein notarielles Kaufangebot &uuml;ber umfangreichen Grundbesitz abgegeben worden, zu deren Annahme diese sich im Zuge der Anteils&uuml;bertragung gegen&uuml;ber der Erwerberin verpflichtet hatte. Die Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit der Antragstellerin im weiteren Verlauf des Wirtschaftsjahres beschr&auml;nkte sich auf die Verwaltung des im Zuge der Beteiligungsver&auml;u&szlig;erung erzielten Verm&ouml;gens (Anlage in festverzinsliche Kapitalanlagen).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Antragstellerin ging im Rahmen ihrer Steuererkl&auml;rungen davon aus, dass der aus der Beteiligungsver&auml;u&szlig;erung erzielte Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn (7.556.781 EUR) steuerfrei sei, und ber&uuml;cksichtigte diesen Betrag &#8211;gemindert um nicht abziehbare Ausgaben&#8211; einkommensmindernd. Der Antragsgegner und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte demgegen&uuml;ber die K&ouml;rperschaftsteuer und den Gewerbesteuermessbetrag des Streitjahres unter Hinweis auf &sect; 8b Abs. 7 Satz 2 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG 2002) fest, ohne den Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn von der Steuer freizustellen. Im Einspruchsverfahren kam es durch den gewinnmindernden Ansatz von R&uuml;ckstellungsbetr&auml;gen zu einer Herabsetzung der Festsetzungen (K&ouml;rperschaftsteuer: 1.653.358 EUR; Gewerbesteuermessbetrag: 330.670 EUR). Ein Klageverfahren ist beim Finanzgericht (FG) anh&auml;ngig (FG M&uuml;nchen, Az. 6 K 1932\/09). Das FG hat eine AdV der Steuerbescheide abgelehnt (FG M&uuml;nchen, Beschluss vom 18. Mai 2010&nbsp;&nbsp;6 V 2905\/09).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Antragstellerin beantragt mit der vom FG zugelassenen Beschwerde sinngem&auml;&szlig;, den Beschluss des FG aufzuheben und die Vollziehung der angefochtenen Bescheide &#8211;auf der Grundlage des Ansatzes eines (um den Betrag des &sect; 8b Abs. 3 KStG 2002 geminderten) steuerfreien Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns&#8211; in H&ouml;he von 1.556.944 EUR (K&ouml;rperschaftsteuer 2006) bzw. 328.550 EUR (Gewerbesteuermessbetrag 2006) auszusetzen bzw. aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Beschwerde zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Die Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Steuerfestsetzungen des Streitjahres, die auf einer Anwendung des &sect; 8b Abs. 7 Satz 2 KStG 2002 beruhen, ist nicht ernstlich zweifelhaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect; 69 Abs. 3 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) kann das Gericht der Hauptsache die Vollziehung eines angefochtenen Verwaltungsaktes ganz oder teilweise aussetzen. Die Aussetzung soll &#8211;u.a. und soweit hier einschl&auml;gig&#8211; erfolgen, wenn ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Verwaltungsaktes bestehen (&sect; 69 Abs. 3 Satz 1 i.V.m. Abs. 2 Satz 2 FGO). Ernstliche Zweifel i.S. von &sect; 69 Abs. 2 Satz 2 FGO sind u.a. dann zu bejahen, wenn bei summarischer Pr&uuml;fung des angefochtenen Steuerbescheides neben f&uuml;r seine Rechtm&auml;&szlig;igkeit sprechende Umst&auml;nde gewichtige Gr&uuml;nde zutage treten, die Unentschiedenheit oder Unsicherheit in der Beurteilung von Rechtsfragen bewirken (vgl. Beschluss des Bundesfinanzhofs vom 10. Februar 1967 III B 9\/66, BFHE 87, 447, BStBl III 1967, 182, seitdem st&auml;ndige Rechtsprechung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Es bestehen nach dieser Ma&szlig;gabe keine ernstlichen Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit der angefochtenen Steuerbescheide, soweit das FA eine Steuerpflicht des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns unter Hinweis auf einen Erwerb der Anteile mit dem Ziel der kurzfristigen Erzielung eines Eigenhandelserfolges aus &sect; 8b Abs. 7 Satz 2 KStG 2002 abgeleitet hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Bei der Ermittlung des Einkommens bleiben nach &sect; 8b Abs. 2 Satz 1 KStG 2002 Gewinne aus der Ver&auml;u&szlig;erung eines Anteils an einer K&ouml;rperschaft oder Personenvereinigung, deren Leistungen beim Empf&auml;nger zu bestimmten Einnahmen i.S. des &sect; 20 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes geh&ouml;ren, au&szlig;er Ansatz. &sect; 8b Abs. 2 KStG 2002 ist allerdings nach &sect; 8b Abs. 7 Satz 1 KStG 2002 (in der im Streitjahr geltenden Fassung vor der &Auml;nderung durch das Gesetz zur Umsetzung der neu gefassten Bankenrichtlinie und der neuen Kreditad&auml;quanzrichtlinie vom 17. November 2006, BGBl I 2006, 2606, BStBl I 2007, 2) nicht auf Anteile anzuwenden, die bei Kredit- und Finanzdienstleistungsinstituten nach &sect; 1 Abs. 12 des Gesetzes &uuml;ber das Kreditwesen in der im Streitjahr g&uuml;ltigen Fassung (KWG a.F.) dem Handelsbuch zuzurechnen sind. Gleiches gilt nach &sect; 8b Abs. 7 Satz 2 KStG 2002 f&uuml;r Anteile, die von Finanzunternehmen im Sinne des Gesetzes &uuml;ber das Kreditwesen mit dem Ziel der kurzfristigen Erzielung eines Eigenhandelserfolges erworben werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das FG d&uuml;rfte zutreffend entschieden haben, dass die Antragstellerin ein Finanzunternehmen i.S. von &sect; 8b Abs. 7 Satz 2 KStG 2002 i.V.m. &sect; 1 Abs. 3 Satz 1 KWG a.F. ist. Erfasst sind danach u.a. solche Unternehmen, die weder Kreditinstitute noch Finanzdienstleistungsinstitute sind und deren Hauptt&auml;tigkeit u.a. darin besteht, Beteiligungen zu erwerben. Das ist bei Holding- und Beteiligungsgesellschaften der Fall. &sect; 1 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 KWG a.F. erfordert nicht, dass das Unternehmen seinen Beteiligungsbesitz fortw&auml;hrend am Markt &quot;umschl&auml;gt&quot; und dass es sich bei jenem Beteiligungsbesitz um seiner Art nach &quot;typischerweise&quot; handelbaren Aktienbesitz handelt. Beteiligung in diesem Sinne ist jede beabsichtigte &Uuml;berlassung von Verm&ouml;genswerten; auf die Dauerhaftigkeit kommt es nicht an (Senatsurteil vom 14. Januar 2009 I R 36\/08, BFHE 224, 242, BStBl II 2009, 671).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die T&auml;tigkeit der Antragstellerin zielte im Erwerbszeitpunkt der Beteiligung an der Y-GmbH nach der Einsch&auml;tzung des FG darauf ab, jedenfalls eine Beteiligung zu erwerben, kurzfristig zu halten und sodann zu verkaufen, anschlie&szlig;end darin, den Erl&ouml;s zu verwalten; dieser Einsch&auml;tzung, die durch die Art der tats&auml;chlich im Streitjahr ausge&uuml;bten T&auml;tigkeit der Antragstellerin best&auml;tigt wird (die Antragstellerin hat im Streitjahr weder andere T&auml;tigkeiten ausge&uuml;bt noch andere Ertr&auml;ge als Beteiligungsertr&auml;ge erzielt), ist bei der gebotenen summarischen Pr&uuml;fung der Sachlage zu folgen. Die Antragstellerin hat im Streitjahr ausschlie&szlig;lich eine finanzunternehmerische T&auml;tigkeit (&quot;Erwerb von Beteiligungen&quot; i.S. des &sect; 1 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 KWG a.F.) ausge&uuml;bt (wobei insoweit auch die Durchf&uuml;hrung eines Gesch&auml;fts ausreicht, s. z.B. FG Hamburg, Beschluss vom 17. August 2009&nbsp;&nbsp;5 K 275\/09, juris; Gosch, KStG, 2. Aufl., &sect; 8b Rz 565; D&ouml;tsch\/Pung in D&ouml;tsch\/Jost\/Pung\/Witt, Die K&ouml;rperschaftsteuer, &sect; 8b Rz 270; Lohmann\/Windh&ouml;fel, Der Betrieb 2009, 1043, 1045; wohl abweichend [KWG-T&auml;tigkeitskatalog der Arten der finanzunternehmerischen T&auml;tigkeiten als Bezugspunkt] Bindl, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2006, 1817, 1818; insgesamt ablehnend Brauer\/Pyszka, GmbH-Rundschau &#8211;GmbHR&#8211; 2002, 1116, 1118). Daher kommt es auf Kriterien zur Qualifizierung als &quot;Hauptt&auml;tigkeit&quot; i.S. des &sect; 1 Abs. 3 Satz 1 KWG a.F. bei mehreren unterschiedlichen zugleich ausge&uuml;bten &#8211;auch nichtfinanzunternehmerischen&#8211; T&auml;tigkeitsbereichen (s. zu den ma&szlig;gebenden Kriterien z.B. Gosch, a.a.O., &sect; 8b Rz 565 ff.; D&ouml;tsch\/ Pung in D&ouml;tsch\/Jost\/Pung\/Witt, a.a.O., &sect; 8b Rz 270; Rengers in Bl&uuml;mich, EStG\/KStG\/GewStG, &sect; 8b KStG Rz 443; Jacob\/Scheifele, Internationales Steuerrecht &#8211;IStR&#8211; 2009, 304, 306 f., je m.w.N.) nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Das FG d&uuml;rfte auch zu Recht angenommen haben, dass die Antragstellerin die Anteile an der Y-GmbH mit dem Ziel der kurzfristigen Erzielung eines Eigenhandelserfolges erworben hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Wie der Senat in seinem Urteil in BFHE 224, 242, BStBl II 2009, 671 im Einzelnen ausgef&uuml;hrt hat, fallen unter die Regelung des &sect; 8b Abs. 7 Satz 2 KStG 2002 s&auml;mtliche Anteile an einer K&ouml;rperschaft oder Personenvereinigung, demnach auch GmbH-Anteile. Hierf&uuml;r spricht zum einen der Gesetzeswortlaut, der keinen Verweis auf die einschl&auml;gigen Regelungen des Kreditwesengesetzes enth&auml;lt, sondern einschr&auml;nkungslos &quot;Anteile&quot; betrifft. Zum anderen sind gem&auml;&szlig; &sect; 8b Abs. 7 Satz 2 i.V.m. Satz 1 KStG 2002 die Abs&auml;tze 1 bis 6 des &sect; 8b KStG 2002 nicht anwendbar, was nahelegt und verdeutlicht, dass damit jegliche Anteile an Kapitalgesellschaften i.S. von &sect; 8b Abs. 2 KStG 2002 und damit auch GmbH-Anteile sowie Anteile an ausl&auml;ndischen Kapitalgesellschaften erfasst sind (zustimmend z.B. Gosch, a.a.O., &sect; 8b Rz 577, 161; Rengers in Bl&uuml;mich, a.a.O., &sect; 8b KStG Rz 450; Jacob\/Scheifele, IStR 2009, 304, 305; s. auch Senatsbeschluss vom 15. Juni 2009 I B 46\/09, BFH\/NV 2009, 1843).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Es ist weiterhin nicht ernstlich zweifelhaft, dass die Antragstellerin die Anteile an der Y-GmbH mit dem Ziel des kurzfristigen Eigenhandelserfolgs erworben hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Der Begriff der Eigenhandelsabsicht setzt eine Handelsabsicht mit dem Zweck des kurzfristigen Wiederverkaufs aus dem eigenen Bestand voraus, die darauf abzielt, bestehende oder erwartete Unterschiede zwischen Kauf- und Verkaufspreis zu nutzen und dadurch einen Eigenhandelserfolg zu erzielen. Im &Uuml;brigen bestehen keine Einschr&auml;nkungen: Weder bedarf es des Handels im Rahmen eines organisierten, staatlich geregelten und &uuml;berwachten Marktes noch erfordert &sect; 8b Abs. 7 KStG 2002 das Vorliegen eines Eigenhandels als Finanzdienstleistung f&uuml;r Dritte i.S. von &sect; 1 Abs. 1a Nr. 4 KWG a.F. Vielmehr umfasst der Begriff des Eigenhandelserfolges den Erfolg aus jeglichem &quot;Umschlag&quot; von Anteilen i.S. von &sect; 8b Abs. 1 KStG 2002 auf eigene Rechnung (Senatsurteil in BFHE 224, 242, BStBl II 2009, 671).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Die Antragstellerin hat die Anteile an der Y-GmbH in einem engen zeitlichen Zusammenhang mit dem Erwerb der Anteile weiterver&auml;u&szlig;ert. Es d&uuml;rfte im Streitfall auch nicht an einem &quot;Umschlag&quot; von Anteilen auf eigene Rechnung fehlen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Senatsurteil vom 3. Mai 2006 I R 100\/05 (BFHE 214, 90, BStBl II 2007, 60) hat der Senat entschieden, dass es im Falle einer Errichtung von (Vorrats-)Gesellschaften durch eine Gesellschaft f&uuml;r diese Gesellschaft an einem tatbestandlichen Erwerb von Anteilen fehlt. Denn ein Erwerb von Anteilen i.S. des &sect; 8b Abs. 7 Satz 2 KStG 2002 sei in erster Linie ein solcher, der auf einen Ver&auml;u&szlig;erungsvorgang (&Uuml;bertragungsakt von einem Dritten) zur&uuml;ckzuf&uuml;hren sei (zustimmend z.B. Gosch, a.a.O., &sect; 8b Rz 586).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall ist unstreitig, dass die Antragstellerin die Anteile an der Y-GmbH &quot;abgeleitet&quot; erworben hat. Es ist auch nicht ernstlich zweifelhaft, dass im Streitfall von einem &quot;Wiederverkauf zur Nutzung von Preis- und Kursunterschieden&quot; (&sect; 1 Abs. 12 Satz 1 Nr. 1 KWG a.F., s. Brauer\/Pyszka, GmbHR 2002, 1116, 1117) gesprochen werden kann, obgleich die Antragstellerin letztlich mit der Y-GmbH als Vorratsgesellschaft nur eine &quot;leere H&uuml;lle&quot; (keine Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit) erworben, sie mit dem notariellen Kaufangebot &quot;ausgestattet&quot; und alsdann zeitnah ver&auml;u&szlig;ert hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In diesem Zusammenhang hat der Senat, worauf das FG zutreffend hingewiesen hat, in seinem Urteil in BFHE 224, 242, BStBl II 2009, 671 entschieden, dass die Absicht, einen kurzfristigen Eigenhandelserfolg i.S. von &sect; 8b Abs. 7 Satz 2 KStG 2002 zu erzielen, (nur) auf den Zeitpunkt des Anteilserwerbs bezogen werden kann. Sp&auml;tere Ma&szlig;nahmen des Erwerbers, um den Wert der Anteile bis zum Weiterverkauf zu beeinflussen, st&uuml;nden einer solchen Absicht nicht entgegen. Das gelte auch f&uuml;r die im dortigen Streitfall vorliegende Situation, in der die Erwerberin (und sp&auml;tere Ver&auml;u&szlig;erin) die Anteile an der GmbH nach deren Erwerb durch &quot;Entschuldung&quot; erst in den &quot;werthaltigen&quot; Zustand versetzt hat, um sie anschlie&szlig;end ver&auml;u&szlig;ern zu k&ouml;nnen (s. auch Frotscher in Frotscher\/Maas, KStG\/GewStG\/UmwStG, &sect; 8b KStG Rz 111b zu einer &quot;Herstellung der Ver&auml;u&szlig;erbarkeit&quot; der Anteile durch Sanierung der Kapitalgesellschaft).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diesem Ansatz entspricht es, dass das FG im Streitfall lediglich auf die rechtliche Identit&auml;t der Anteile abgestellt hat; dem Umstand, dass sich der Wertunterschied nur mit der &quot;Ausstattung&quot; der Anteile (verbindliches Grundst&uuml;cks-Kaufangebot) erkl&auml;ren l&auml;sst, ist dann keine Bedeutung beizumessen. F&uuml;r die Annahme eines Wiederverkaufs zur Nutzung von Preis- und Kursunterschieden der Anteile ist es gleicherma&szlig;en unerheblich, ob die Anteile &quot;wirtschaftlich identisch&quot; sind; damit kommt es nicht darauf an, dass der Verkaufspreis veranlasst durch eine wesentliche &Auml;nderung des Gesch&auml;ftsbetriebs im Ergebnis nur den Wert der &quot;Ausstattung&quot; widerspiegelt (anderer Ansicht L&ouml;ffler\/ Tietjen, DStR 2010, 586, 588; Brauer\/Pyszka, GmbHR 2002, 1116, 1117; wie hier aber wohl Rengers in Bl&uuml;mich, a.a.O., &sect; 8b KStG Rz 451 a.E.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das FG hat daher im angefochtenen Beschluss zu Recht eine AdV f&uuml;r die Steuerfestsetzungen des Streitjahres abgelehnt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 12.10.2010, I B 82\/10 Finanzunternehmen und Eigenhandelsabsicht (Objektgesellschaft) Tatbestand 1&nbsp; I. Streitig ist im Rahmen eines Verfahrens auf Aussetzung der Vollziehung (AdV) die Rechtm&auml;&szlig;igkeit einer Steuerfestsetzung, bei der im Streitjahr 2006 ein Gewinn aus der Ver&auml;u&szlig;erung einer Beteiligung als steuerpflichtig erfasst wurde. 2&nbsp; Alleingesellschafter der im April 2006 errichteten Antragstellerin und Beschwerdef&uuml;hrerin &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-82-10-finanzunternehmen-und-eigenhandelsabsicht-objektgesellschaft\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;B&nbsp;82\/10 &#8211; Finanzunternehmen und Eigenhandelsabsicht (Objektgesellschaft)<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-11582","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11582","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11582"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11582\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11582"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11582"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11582"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}