{"id":11599,"date":"2012-12-07T04:21:11","date_gmt":"2012-12-07T02:21:11","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=11599"},"modified":"2012-12-07T04:21:11","modified_gmt":"2012-12-07T02:21:11","slug":"iv-b-15-10-beiladung-bei-zweistufigem-feststellungsverfahren-nachtragsliquidator-ist-vertreter-beiladung-einer-gmbh-trotz-loeschung-aussergerichtliche-kosten-des-beigeladenen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-b-15-10-beiladung-bei-zweistufigem-feststellungsverfahren-nachtragsliquidator-ist-vertreter-beiladung-einer-gmbh-trotz-loeschung-aussergerichtliche-kosten-des-beigeladenen\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;B&nbsp;15\/10 &#8211; Beiladung bei zweistufigem Feststellungsverfahren &#8211; Nachtragsliquidator ist Vertreter &#8211; Beiladung einer GmbH trotz L&ouml;schung &#8211; au&szlig;ergerichtliche Kosten des Beigeladenen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 14.9.2010, IV B 15\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Beiladung bei zweistufigem Feststellungsverfahren &#8211; Nachtragsliquidator ist Vertreter &#8211; Beiladung einer GmbH trotz L&ouml;schung &#8211; au&szlig;ergerichtliche Kosten des Beigeladenen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer zu 1. (Kl&auml;ger) hat vor dem Finanzgericht (FG) Unt&auml;tigkeitsklage gegen den Bescheid des Beklagten und Beschwerdegegners (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Grundlagen f&uuml;r die Einkommensbesteuerung 1998 vom 21. Dezember 2005 f&uuml;r die T-KG erhoben. In diesem Bescheid wird ausgef&uuml;hrt, der Kl&auml;ger habe den Bescheid als Treugeber eines Kommanditanteils erhalten. Die T-KG sei bereits erloschen. In der Einspruchsentscheidung vom 6. November 2009 hat das FA ausgef&uuml;hrt, die A-GmbH sei Kommanditistin der T-KG gewesen und habe ihren Anteil treuh&auml;nderisch f&uuml;r mehrere nat&uuml;rliche Personen, u.a. den Kl&auml;ger sowie den Beigeladenen und Beschwerdef&uuml;hrer zu 2. (Beigeladener), gehalten. Die A-GmbH sei bereits im Handelsregister gel&ouml;scht. Der angegriffene Bescheid vom 21. Dezember 2005 sei ein Bescheid im sog. zweistufigen Feststellungsverfahren. In der ersten Stufe sei der Gewinn aus dem Gewerbebetrieb der T-KG festgestellt und auf die Gesellschafter verteilt worden. In der zweiten Stufe sei der Gewinnanteil des Treuh&auml;nders (A-GmbH) auf die Treugeber verteilt worden. Diese Feststellungen seien zu einem Bescheid verbunden worden, weil es sich um ein offenes Treuhandverh&auml;ltnis gehandelt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat mit Beschluss vom 21. Januar 2010 den Beigeladenen als Nachtragsliquidator der A-GmbH zum Verfahren beigeladen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und der Beigeladene haben hiergegen Beschwerde eingelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Beschwerden zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die gem&auml;&szlig; &sect; 128 der Finanzgerichtsordnung (FGO) statthaften und auch im &Uuml;brigen zul&auml;ssigen Beschwerden sind begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Beigeladene ist nicht notwendig beizuladen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect; 60 Abs. 3 FGO sind Dritte (notwendig) beizuladen, wenn sie an dem streitigen Rechtsverh&auml;ltnis derart beteiligt sind, dass die Entscheidung auch ihnen gegen&uuml;ber nur einheitlich ergehen kann. Dies gilt nicht f&uuml;r Mitberechtigte, die nach &sect; 48 FGO nicht klagebefugt sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Sind an einer Personengesellschaft mehrere Treugeber &uuml;ber einen Treuh&auml;nder beteiligt, so ist die gesonderte und einheitliche Feststellung der Eink&uuml;nfte aus der Gesellschaft grunds&auml;tzlich in einem zweistufigen Verfahren durchzuf&uuml;hren. In der ersten Stufe des Verfahrens ist der Gewinn oder Verlust der Gesellschaft festzustellen und auf die Gesellschafter aufzuteilen. In einem zweiten Feststellungsbescheid muss der Gewinnanteil des Treuh&auml;nders entsprechend auf die Treugeber aufgeteilt werden. Beide Feststellungen k&ouml;nnen im Fall eines offenen Treuhandverh&auml;ltnisses miteinander verbunden werden. Klagt ein Treugeber-Gesellschafter, kann er nur geltend machen, durch die Verteilung des auf der ersten Stufe festgestellten Gewinns in seinen Rechten verletzt zu sein. Zu einem solchen Rechtsstreit des Treugebers ist der Treuh&auml;nder beizuladen (Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 15. April 2003 IV B 188\/01, BFH\/NV 2003, 1283).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Vorliegend hat das FA einen derartigen Bescheid erlassen. Danach ist Treuh&auml;nder die A-GmbH und Treugeber u.a. der Kl&auml;ger und der Beigeladene.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Das FG h&auml;tte demnach die A-GmbH selbst &#8211;als Treuh&auml;nderin&#8211; und nicht den Beigeladenen als Nachtragsliquidator der A-GmbH beiladen m&uuml;ssen. Ein Nachtragsliquidator ist n&auml;mlich lediglich ein gesetzlicher Vertreter. Der Beiladung der A-GmbH steht nicht entgegen, dass sie bereits gel&ouml;scht worden ist (vgl. BFH-Urteile vom 26. M&auml;rz 1980 I R 111\/79, BFHE 130, 477, BStBl II 1980, 587; vom 10. November 1993 I R 68\/93, BFH\/NV 1994, 798).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Der Beigeladene ist auch nicht als Treugeber notwendig beizuladen. Denn der Kl&auml;ger wendet sich lediglich gegen den Feststellungsbescheid auf der ersten Stufe sowie gegen die f&uuml;r ihn (den Kl&auml;ger) festgestellten Sonderbetriebseinnahmen. Insoweit ist aber der Beigeladene (als Treugeber) nicht klagebefugt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Da demnach die rechtlichen Interessen des Beigeladenen durch den Rechtsstreit des Kl&auml;gers nicht ber&uuml;hrt werden, kommt auch eine einfache Beiladung nach &sect; 60 Abs. 1 Satz 1 FGO nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Einer Entscheidung &uuml;ber die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens bedarf es nicht, weil insoweit Kosten nicht angefallen sind. Die im Beschwerdeverfahren entstandenen au&szlig;ergerichtlichen Kosten des Beigeladenen sind entsprechend &sect;&sect; 139 Abs. 4, 135 Abs. 1 FGO dem FA aufzuerlegen. Es erscheint unbillig, dem Kl&auml;ger, sofern er in der Hauptsache unterliegen sollte, die au&szlig;ergerichtlichen Kosten des Beigeladenen im Beschwerdeverfahren aufzub&uuml;rden. Der Kl&auml;ger hat die Beiladung nicht veranlasst. Sie ist zudem auch auf seine Beschwerde hin aufgehoben worden. Zutreffend erscheint es stattdessen, die dem Beigeladenen im Beschwerdeverfahren entstandenen au&szlig;ergerichtlichen Kosten dem FA aufzuerlegen, da es die Zur&uuml;ckweisung der Beschwerden beantragt hat. Soweit der Kl&auml;ger Beschwerde gegen den Beiladungsbeschluss erhoben hat, geh&ouml;ren die Kosten des &#8211;erfolgreichen&#8211; Rechtsmittelverfahrens zu den Kosten des Klageverfahrens, so dass es insoweit keiner Kostenentscheidung bedarf (vgl. BFH-Beschluss vom 4. Juli 2001 VI B 301\/98, BFHE 195, 50, BStBl II 2001, 729, unter II.7. der Gr&uuml;nde).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 14.9.2010, IV B 15\/10 Beiladung bei zweistufigem Feststellungsverfahren &#8211; Nachtragsliquidator ist Vertreter &#8211; Beiladung einer GmbH trotz L&ouml;schung &#8211; au&szlig;ergerichtliche Kosten des Beigeladenen Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer zu 1. 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