{"id":1160,"date":"2012-07-13T00:00:00","date_gmt":"2012-07-12T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=1160"},"modified":"2012-11-12T17:02:52","modified_gmt":"2012-11-12T15:02:52","slug":"ix-b-3-12-nzb-anforderungen-an-die-darlegung-von-zulassungsgruenden-grundsaetzliche-bedeutung-divergenz-verfahrensfehler-sachaufklaerungsruege-unterlassen-eines-hinweises-ueberraschungsentscheidung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-b-3-12-nzb-anforderungen-an-die-darlegung-von-zulassungsgruenden-grundsaetzliche-bedeutung-divergenz-verfahrensfehler-sachaufklaerungsruege-unterlassen-eines-hinweises-ueberraschungsentscheidung\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;B&nbsp;3\/12 &#8211; NZB: Anforderungen an die Darlegung von Zulassungsgr&uuml;nden; grunds&auml;tzliche Bedeutung; Divergenz; Verfahrensfehler: Sachaufkl&auml;rungsr&uuml;ge; Unterlassen eines Hinweises; &Uuml;berraschungsentscheidung"},"content":{"rendered":"<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 13.7.2012, IX B 3\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">NZB: Anforderungen an die Darlegung von Zulassungsgr\u00fcnden; grunds\u00e4tzliche Bedeutung; Divergenz; Verfahrensfehler: Sachaufkl\u00e4rungsr\u00fcge; Unterlassen eines Hinweises; \u00dcberraschungsentscheidung<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Ihre Begr\u00fcndung entspricht zum Teil schon nicht den Darlegungsanforderungen des \u00a7\u00a0116 Abs.\u00a03 Satz 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO); im \u00dcbrigen sind die geltend gemachten Zulassungsgr\u00fcnde nicht gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Der Kl\u00e4ger und Beschwerdef\u00fchrer (Kl\u00e4ger) hat die grunds\u00e4tzliche Bedeutung der Rechtssache nicht hinreichend dargelegt (\u00a7\u00a0116 Abs.\u00a03 Satz 3 FGO). Dazu h\u00e4tten u.a. auch Ausf\u00fchrungen geh\u00f6rt, in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchen Gr\u00fcnden die zahlreichen, vom Kl\u00e4ger aufgeworfenen Rechtsfragen umstritten sind (z.B. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 10.\u00a0Juni 2010 IX\u00a0B\u00a014\/10, BFH\/NV 2010, 1654, m.w.N.). Eine solche Auseinandersetzung findet in der Beschwerdeschrift zu einzelnen Fragen \u00fcberhaupt nicht statt, zu anderen Fragen ersch\u00f6pft sie sich in der Feststellung des Kl\u00e4gers, dass andere Gerichte in (vorgeblich) vergleichbaren Sachverhalten eine andere Rechtsauffassung vertreten h\u00e4tten als das Finanzgericht (FG) in der angefochtenen Entscheidung. Mit dem insoweit vorgebrachten Hinweis, das vorliegende Verfahren sollte nunmehr genutzt werden, um Unstimmigkeiten in der Rechtsprechung klarzustellen, wird die grunds\u00e4tzliche Bedeutung der Rechtssache nicht dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Auch die Erforderlichkeit einer Entscheidung des BFH zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02\u00a0\u00a02.\u00a0Alt. FGO) ist nicht hinreichend i.S. von \u00a7\u00a0116 Abs.\u00a03 Satz 3 FGO dargelegt. Dazu reichen weder eine Divergenz in der W\u00fcrdigung von Tatsachen noch die (vorgebliche) fehlerhafte Umsetzung von Rechtsprechungsgrunds\u00e4tzen auf die Besonderheiten des Einzelfalles noch blo\u00dfe Subsumtionsfehler des FG aus. Dazu muss vielmehr eine die Abweichung erkennbar machende Gegen\u00fcberstellung von Rechtss\u00e4tzen, eine Nicht\u00fcbereinstimmung im Grunds\u00e4tzlichen oder ein offensichtlicher (materieller oder formeller) Rechtsanwendungsfehler des FG von erheblichem Gewicht im Sinne einer willk\u00fcrlichen oder greifbar gesetzwidrigen Entscheidung dargetan werden (vgl. BFH-Beschluss vom 3.\u00a0Februar 2012 IX\u00a0B\u00a0126\/11, BFH\/NV 2012, 741, m.w.N.). Hieran fehlt es im Streitfall, zumal angesichts der Ma\u00dfgeblichkeit der Umst\u00e4nde des Einzelfalles bei der Beurteilung der Eink\u00fcnfteerzielungsabsicht des Steuerpflichtigen eine Abweichung im Grunds\u00e4tzlichen regelm\u00e4\u00dfig nicht gegeben ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. Die Vorentscheidung beruht auch nicht auf einem Verfahrensfehler (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a03 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Der Kl\u00e4ger macht zu Unrecht geltend, das FG habe eine \u00dcberraschungsentscheidung erlassen und dadurch seinen Anspruch auf rechtliches Geh\u00f6r verletzt (Art.\u00a0103 Abs.\u00a01 des Grundgesetzes, \u00a7\u00a096 Abs.\u00a02 FGO und \u00a7\u00a076 Abs.\u00a02 FGO). Eine solche \u00dcberraschungsentscheidung liegt vor, wenn das FG sein Urteil auf einen bis dahin nicht er\u00f6rterten rechtlichen oder tats\u00e4chlichen Gesichtspunkt st\u00fctzt und damit dem Rechtsstreit eine Wendung gibt, mit der auch ein gewissenhafter und kundiger Prozessbeteiligter selbst unter Ber\u00fccksichtigung der Vielzahl vertretbarer Rechtsauffassungen nach dem bisherigen Verlauf der Verhandlung nicht rechnen musste (BFH-Beschluss vom 2.\u00a0April 2002 X\u00a0B\u00a056\/01, BFH\/NV 2002, 947). Das Gebot, rechtliches Geh\u00f6r zu gew\u00e4hren, verpflichtet das Gericht indes nicht, die f\u00fcr die Entscheidung ma\u00dfgeblichen Gesichtspunkte mit den Beteiligten umfassend zu er\u00f6rtern und ihnen die einzelnen f\u00fcr die Entscheidung ma\u00dfgebenden Gesichtspunkte im Voraus anzudeuten (BFH-Beschluss vom 25.\u00a0Mai 2000 VI\u00a0B\u00a0100\/00, BFH\/NV 2000, 1235). Danach liegt im Streitfall keine \u00dcberraschungsentscheidung vor. Die Frage der H\u00f6he einer &#8222;\u00dcberschussquote&#8220; der Gesellschaft ist vom FG nicht erst im Endurteil in das Verfahren eingebracht worden, sondern war &#8211;wie der Kl\u00e4ger in der Beschwerdebegr\u00fcndung selbst vorbringt&#8211; auch vorher schon Gegenstand der Er\u00f6rterung gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Das FG war auch nicht gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a076 Abs.\u00a01 FGO verpflichtet, den Sachverhalt mit Blick auf die Frage der \u00dcberschussquote der Gesellschaft weiter aufzukl\u00e4ren. Denn der Differenzbetrag in H\u00f6he von 22.820\u00a0DM zwischen der vom Au\u00dfenpr\u00fcfer errechneten &#8222;\u00dcberschussquote&#8220; und der vom FG zugrunde gelegten Quote war nach der Rechtsauffassung des FG, von der bei der Pr\u00fcfung von Verfahrensfehlern stets auszugehen ist, nicht entscheidungserheblich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Der Kl\u00e4ger r\u00fcgt ferner zu Unrecht, das FG habe gebotene Hinweise unterlassen und deshalb seine Entscheidung i.S. des \u00a7\u00a076 Abs.\u00a02 FGO verfahrensfehlerhaft aufgrund eines unvollst\u00e4ndigen Sachverhaltes getroffen. Bei im Klageverfahren steuerlich beratenen und durch einen fach- und sachkundigen Prozessbevollm\u00e4chtigten vertretenen Beteiligten stellt das Unterlassen eines (nach ihrer Ansicht notwendigen) Hinweises gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a076 Abs.\u00a02 FGO regelm\u00e4\u00dfig keinen Verfahrensmangel dar (vgl. BFH-Beschluss vom 24.\u00a0Juli 2006 IX\u00a0B\u00a048\/06, BFH\/NV 2006, 2269, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>d) Zuletzt ist es aus Rechtsgr\u00fcnden auch nicht zu beanstanden, dass das FG von der beantragten Vernehmung des Zeugen X abgesehen hat. Abgesehen davon, dass das FG die mit der Zeugenaussage unter Beweis gestellten Tatsachen zu Gunsten des Kl\u00e4gers als wahr unterstellt hat, kam es nach der materiell-rechtlichen Auffassung des FG auf die Zeugenvernehmung auch nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 13.7.2012, IX B 3\/12 NZB: Anforderungen an die Darlegung von Zulassungsgr\u00fcnden; grunds\u00e4tzliche Bedeutung; Divergenz; Verfahrensfehler: Sachaufkl\u00e4rungsr\u00fcge; Unterlassen eines Hinweises; \u00dcberraschungsentscheidung Gr\u00fcnde 1 Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Ihre Begr\u00fcndung entspricht zum Teil schon nicht den Darlegungsanforderungen des \u00a7\u00a0116 Abs.\u00a03 Satz 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO); im \u00dcbrigen sind die geltend gemachten Zulassungsgr\u00fcnde nicht &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-b-3-12-nzb-anforderungen-an-die-darlegung-von-zulassungsgruenden-grundsaetzliche-bedeutung-divergenz-verfahrensfehler-sachaufklaerungsruege-unterlassen-eines-hinweises-ueberraschungsentscheidung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;B&nbsp;3\/12 &#8211; NZB: Anforderungen an die Darlegung von Zulassungsgr&uuml;nden; grunds&auml;tzliche Bedeutung; Divergenz; Verfahrensfehler: Sachaufkl&auml;rungsr&uuml;ge; Unterlassen eines Hinweises; &Uuml;berraschungsentscheidung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[1268,1269],"class_list":["post-1160","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online","tag-sachaufklarungsruge","tag-uberraschungsentscheidung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1160","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1160"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1160\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1160"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1160"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1160"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}