{"id":11613,"date":"2012-12-07T04:21:02","date_gmt":"2012-12-07T02:21:02","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=11613"},"modified":"2012-12-07T04:21:02","modified_gmt":"2012-12-07T02:21:02","slug":"v-r-55-09-versagung-des-vorsteuerabzugs-bei-unzutreffender-angabe-der-steuernummer-rueckwirkung-der-berichtigung-einer-fehlerhaften-rechnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-55-09-versagung-des-vorsteuerabzugs-bei-unzutreffender-angabe-der-steuernummer-rueckwirkung-der-berichtigung-einer-fehlerhaften-rechnung\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;55\/09 &#8211; Versagung des Vorsteuerabzugs bei unzutreffender Angabe der Steuernummer &#8211; R&uuml;ckwirkung der Berichtigung einer fehlerhaften Rechnung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 2.9.2010, V R 55\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Versagung des Vorsteuerabzugs bei unzutreffender Angabe der Steuernummer &#8211; R&uuml;ckwirkung der Berichtigung einer fehlerhaften Rechnung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Enth&auml;lt die Rechnung entgegen &sect; 14 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 UStG nur eine Zahlenkombination und Buchstabenkombination, bei der es sich nicht um die dem leistenden Unternehmer erteilte Steuernummer handelt, ist der Leistungsempf&auml;nger nach &sect; 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 2 UStG &#8211;vorbehaltlich einer Rechnungsberichtigung&#8211; nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) bezog Reinigungsleistungen von der Firma S. S erteilte &uuml;ber ihre Leistungen Rechnungen mit gesondertem Steuerausweis, obwohl sie nicht &uuml;ber eine Steuernummer verf&uuml;gte. Als Steuernummer enthielten die Rechnungen die Angabe &quot;75\/180 Wv&quot;, eine Kennzeichnung, die das Finanzamt B unter der Angabe &quot;SteuerNr.\/Aktenzeichen&quot; im Schriftverkehr mit S zur Erteilung einer Steuernummer verwendet hatte. Die Rechnungen der S enthielten weiter den Zusatz &quot;Finanzamt B&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;(FA&#8211;) erkannte den von der Kl&auml;gerin aus den Rechnungen der S geltend gemachten Vorsteuerabzug nicht an und setzte die Umsatzsteuer f&uuml;r das Streitjahr 2006 entsprechend h&ouml;her fest. Das FA wies den Einspruch zur&uuml;ck, weil die Rechnungen keine Steuernummer enthielten und auch nach Vertrauensschutzgrunds&auml;tzen der Vorsteuerabzug nicht zu gew&auml;hren sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Demgegen&uuml;ber gab das Finanzgericht (FG) der Klage statt. Zwar setze der Vorsteuerabzug eine ordnungsgem&auml;&szlig;e Rechnung voraus, wof&uuml;r die Steuernummer des Leistenden anzugeben sei. Selbst wenn die Kennzeichnung &quot;75\/180 Wv&quot; keine &quot;Steuernummer&quot; sei, stehe der Kl&auml;gerin im Hinblick auf den Grundsatz der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit der Vorsteuerabzug aus den Rechnungen der S zu, da dies f&uuml;r die Kl&auml;gerin nicht erkennbar gewesen sei und das Finanzamt B selbst diese Kennzeichnung im Schriftverkehr mit der Leistenden, S, verwendet habe. Die Kl&auml;gerin sei nicht verpflichtet gewesen, Ausk&uuml;nfte bei der Finanzverwaltung einzuholen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Urteil des FG ist in &quot;Entscheidungen der Finanzgerichte&quot; (EFG) 2009, 798 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt das FA Verletzung materiellen Rechts. Die Steuernummer sei zwingend in der Rechnung anzugeben. Das FG habe eine ihm nicht zustehende Billigkeitsentscheidung getroffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der Zeichenfolge &quot;75\/180 Wv&quot; handele es sich um eine Steuernummer, da sie geeignet und dazu bestimmt sei, den Steuerpflichtigen zu identifizieren. Das FA habe durch die Verwendung dieser Zeichenfolge einen Vertrauenstatbestand gesetzt. Das FA k&ouml;nne sich auf das Fehlen einer Steuernummer zumindest nicht berufen, da ein widerspr&uuml;chliches Verhalten vorliege. Da das Finanzamt B dem leistenden Unternehmer keine andere Steuernummer erteilt habe, k&ouml;nne sich die Finanzverwaltung gegen&uuml;ber ihr, der Leistungsempf&auml;ngerin, nicht darauf berufen, dass es sich bei der Zeichenfolge nicht um eine Steuernummer handele. Es sei ihr, der Kl&auml;gerin, nicht zuzumuten, sich mit Detailfragen des Aufbaus von Steuernummern besch&auml;ftigen zu m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist begr&uuml;ndet. Das Urteil des FG ist aufzuheben und die Klage abzuweisen (&sect; 126 Abs. 3 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Rechnungen der S berechtigen nicht zum Vorsteuerabzug, da sie nicht die Steuernummer des Leistenden enthalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect; 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 2 des Umsatzsteuergesetzes 2005 (UStG) setzt der Vorsteuerabzug voraus, dass der Unternehmer eine nach den &sect;&sect; 14, 14a UStG ausgestellte Rechnung besitzt. Dies erfordert, dass die dem Unternehmer erteilte Rechnung den Anforderungen des &sect; 14 Abs. 4 UStG entspricht. Diese Vorschriften beruhen auf Art. 18 Abs. 1 Buchst. a und Art. 22 Abs. 3 Buchst. b der Sechsten Richtlinie des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern 77\/388\/EWG (Richtlinie 77\/388\/EWG). Nach Art. 18 Abs. 1 Buchst. a der Richtlinie 77\/388\/EWG muss der Steuerpflichtige, um das Recht auf Vorsteuerabzug aus&uuml;ben zu k&ouml;nnen, eine nach Art. 22 Abs. 3 dieser Richtlinie ausgestellte Rechnung besitzen. Nach Art. 22 Abs. 3 Buchst. b dritter Gedankenstrich der Richtlinie 77\/388\/EWG hat die Rechnung die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer zu enthalten, unter der der Steuerpflichtige die Lieferung von Gegenst&auml;nden oder Dienstleistungen bewirkt hat. Nach Art. 22 Abs. 9 Buchst. e der Richtlinie 77\/388\/EWG kann in der Rechnung statt der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer auch eine Steuerregisternummer angegeben werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Vorsteuerabzug setzt nach &sect; 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 2 UStG die Ordnungsm&auml;&szlig;igkeit der Rechnung voraus und verlangt daher u.a., dass die Rechnung gem&auml;&szlig; &sect; 14 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 UStG entweder eine dem leistenden Unternehmer erteilte Steuernummer oder dessen Umsatzsteuer-Identifikationsnummer enth&auml;lt (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 23. September 2009 II R 66\/07, BFHE 227, 212, BStBl II 2010, 712, unter II.1.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Fehlen die f&uuml;r den Vorsteuerabzug nach &sect; 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG erforderlichen Rechnungsangaben oder sind sie unzutreffend, besteht nach Satz 2 dieser Vorschrift f&uuml;r den Leistungsempf&auml;nger kein Anspruch auf Vorsteuerabzug (Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union &#8211;EuGH&#8211; vom 15. Juli 2010 C-368\/09, Pannon G&eacute;p, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2010, 1475 RandNr. 43 sowie BFH-Urteile vom 27. Juli 2000 V R 55\/99, BFHE 193, 156, BStBl II 2001, 426; vom 8. Oktober 2008 V R 59\/07, BFHE 222, 189, BStBl II 2009, 218; vom 17. Dezember 2008 XI R 62\/07, BFHE 223, 535, BStBl II 2009, 432; vom 30. April 2009 V R 15\/07, BFHE 225, 254, BStBl II 2009, 744; in BFHE 227, 212, BStBl II 2010, 712, unter II.1.). Etwas anderes gilt nur f&uuml;r den &#8211;hier nicht vorliegenden Fall&#8211; der lediglich betragsm&auml;&szlig;ig unzutreffenden Rechnung (BFH-Urteil vom 19. November 2009 V R 41\/08, BFHE 227, 521, BFH\/NV 2010, 562, Leitsatz 1).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Das Urteil des FG entspricht nicht den vorstehenden Grunds&auml;tzen und war daher aufzuheben. Die Sache ist spruchreif und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Steuernummer ist die dem Steuerpflichtigen zur verwaltungstechnischen Erfassung und der Durchf&uuml;hrung des Besteuerungsverfahrens erteilte und mitgeteilte Nummer (vgl. &sect; 8 der Buchungsordnung der Finanz&auml;mter, BStBl I 1993, 562). Bei der Rechnungsangabe &quot;75\/180 Wv&quot; handelte es sich weder um eine der Firma S erteilte Steuernummer noch um eine diesem Unternehmer erteilte Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, sondern um ein aus einer Zahlen- und Buchstabenkombination bestehendes Aktenzeichen, welches das Finanzamt B im Schriftverkehr &uuml;ber die Erteilung einer Steuernummer gegen&uuml;ber S verwendet hatte. Die Kl&auml;gerin war daher nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt (BFH-Urteil in BFHE 227, 212, BStBl II 2010, 712, unter II.1.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Im Streitfall kann offen bleiben, ob der Berichtigung einer fehlerhaften Rechnung R&uuml;ckwirkung auf den Zeitpunkt der Rechnungserteilung zukommt (EuGH-Urteil Pannon G&eacute;p in DStR 2010, 1475 RandNr. 44 f.). Denn aufgrund der f&uuml;r den Senat bindenden Feststellung des FG (&sect; 118 Abs. 2 FGO) ist davon auszugehen, dass zumindest bis zum Schluss der letzten m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG keine nachtr&auml;gliche Berichtigung der fehlerhaften Rechnungsangabe erfolgt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Ohne Erfolg beruft sich die Kl&auml;gerin darauf, ihr sei der Vorsteuerabzug unter Ber&uuml;cksichtigung der Grunds&auml;tze des Vertrauensschutzes zu gew&auml;hren. Hier&uuml;ber ist nicht im Verfahren &uuml;ber die Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Steuerbescheides zu entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Liegen die Voraussetzungen f&uuml;r den Vorsteuerabzug wegen unzutreffender Rechnungsangaben nicht vor, kommt unter Ber&uuml;cksichtigung des Grundsatzes des Vertrauensschutzes ein Vorsteuerabzug im Billigkeitsverfahren (&sect;&sect; 163, 227 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211;) in Betracht. Macht der Steuerpflichtige im Festsetzungsverfahren geltend, ihm sei der Vorsteuerabzug trotz Nichtvorliegens der materiell-rechtlichen Voraussetzungen zu gew&auml;hren, ist allerdings die Entscheidung &uuml;ber die Billigkeitsma&szlig;nahme nach &sect; 163 Satz 3 AO regelm&auml;&szlig;ig mit der Steuerfestsetzung zu verbinden (BFH-Urteil vom 30. April 2009 V R 15\/07, BFHE 225, 254, BStBl II 2009, 744). Im vorliegenden Verfahren gegen die Steuerfestsetzung kann der Senat dar&uuml;ber jedoch nicht entscheiden. Im &Uuml;brigen ist die in den Rechnungen enthaltene Angabe &quot;75\/180 Wv&quot; ungeeignet, einen Vertrauenstatbestand in die Erteilung einer dem leistenden Unternehmer erteilten Steuernummer zu begr&uuml;nden, da diese Zeichenfolge &#8211;durch Vergleich mit der eigenen Steuernummer ohne weiteres erkennbar&#8211; weder in ihrem Umfang noch nach ihrem Aufbau den in der Bundesrepublik Deutschland gebr&auml;uchlichen Steuernummern &auml;hnelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>7. Die Kl&auml;gerin kann ihren Anspruch auf Vorsteuerabzug schlie&szlig;lich auch nicht darauf st&uuml;tzen, dass eine Versagung des Vorsteuerabzugs durch das FA zu einem widerspr&uuml;chlichen Verhalten der Finanzverwaltung f&uuml;hren w&uuml;rde. Zwar ben&ouml;tigte S zum Ausstellen von zum Vorsteuerabzug berechtigenden Rechnungen eine Steuernummer. F&uuml;r die Auffassung der Kl&auml;gerin, die Nichterteilung einer Steuernummer f&uuml;r den leistenden Unternehmer begr&uuml;nde jedoch einen Anspruch auf Vorsteuerabzug des Leistungsempf&auml;ngers, fehlt ein rechtlicher Ankn&uuml;pfungspunkt. Vielmehr kann und muss der leistende Unternehmer seinen gesetzlichen Anspruch auf Erteilung einer Steuernummer gegen&uuml;ber dem FA ggf. gerichtlich durchsetzen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 227, 212, BStBl II 2010, 712, Leitsatz).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 2.9.2010, V R 55\/09 Versagung des Vorsteuerabzugs bei unzutreffender Angabe der Steuernummer &#8211; R&uuml;ckwirkung der Berichtigung einer fehlerhaften Rechnung Leits&auml;tze Enth&auml;lt die Rechnung entgegen &sect; 14 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 UStG nur eine Zahlenkombination und Buchstabenkombination, bei der es sich nicht um die dem leistenden Unternehmer erteilte Steuernummer handelt, ist &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-55-09-versagung-des-vorsteuerabzugs-bei-unzutreffender-angabe-der-steuernummer-rueckwirkung-der-berichtigung-einer-fehlerhaften-rechnung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;55\/09 &#8211; Versagung des Vorsteuerabzugs bei unzutreffender Angabe der Steuernummer &#8211; R&uuml;ckwirkung der Berichtigung einer fehlerhaften Rechnung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-11613","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11613","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11613"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11613\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11613"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11613"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11613"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}