{"id":1163,"date":"2012-07-16T00:00:00","date_gmt":"2012-07-15T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=1163"},"modified":"2012-11-12T16:59:39","modified_gmt":"2012-11-12T14:59:39","slug":"ix-b-67-12-recht-auf-akteneinsicht-nur-in-die-dem-gericht-vorliegenden-akten-nichterheben-eines-angebotenen-zeugenbeweises-keine-revisionszulassung-bei-blosser-ruege-materiell-rechtlicher-fehler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-b-67-12-recht-auf-akteneinsicht-nur-in-die-dem-gericht-vorliegenden-akten-nichterheben-eines-angebotenen-zeugenbeweises-keine-revisionszulassung-bei-blosser-ruege-materiell-rechtlicher-fehler\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;B&nbsp;67\/12 &#8211; Recht auf Akteneinsicht nur in die dem Gericht vorliegenden Akten &#8211; Nichterheben eines angebotenen Zeugenbeweises &#8211; Keine Revisionszulassung bei blo&szlig;er R&uuml;ge materiell-rechtlicher Fehler"},"content":{"rendered":"<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 16.7.2012, IX B 67\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Recht auf Akteneinsicht nur in die dem Gericht vorliegenden Akten &#8211; Nichterheben eines angebotenen Zeugenbeweises &#8211; Keine Revisionszulassung bei blo\u00dfer R\u00fcge materiell-rechtlicher Fehler<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde hat keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Die R\u00fcge des Kl\u00e4gers und Beschwerdef\u00fchrers (Kl\u00e4ger), das Finanzgericht (FG) habe seinen Anspruch auf rechtliches Geh\u00f6r durch Verweigerung der Akteneinsicht (\u00a7\u00a078 Abs.\u00a01 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) verletzt, greift nicht durch. Ein Versto\u00df gegen \u00a7\u00a078 Abs.\u00a01 FGO liegt nur dann vor, wenn dem Kl\u00e4ger Akteneinsicht ausdr\u00fccklich verwehrt wurde. Dies macht der Kl\u00e4ger selbst nicht geltend; vielmehr hat er sein Recht auf Akteneinsicht lediglich nicht wahrgenommen, weil er der Auffassung war, die Akten seien &#8222;nicht vollst\u00e4ndig&#8220;. Dem Beschwerdevorbringen l\u00e4sst sich auch nicht entnehmen, dass es dem Kl\u00e4ger nicht m\u00f6glich gewesen sei, sich Akteneinsicht zu verschaffen. Entgegen der Rechtsauffassung des Kl\u00e4gers begr\u00fcndet der Geh\u00f6rsanspruch auch keinen Anspruch auf Einsichtnahme in Akten, die dem Gericht von der Finanzbeh\u00f6rde nicht zur Verf\u00fcgung gestellt worden sind und ihm folglich nicht vorliegen; vielmehr besteht lediglich das Recht der Beteiligten, in die dem Gericht vorliegenden Gerichtsakten &#8211;einschlie\u00dflich der beigezogenen Akten&#8211; Einsicht zu nehmen (vgl. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 30.\u00a0Januar 2007 VII\u00a0B\u00a03\/06, BFH\/NV 2007, 1324).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Aus Rechtsgr\u00fcnden ist es auch nicht zu beanstanden, dass das FG von der beantragten Vernehmung der benannten Zeugen abgesehen hat; denn nach der materiell-rechtlichen Auffassung des FG kam es auf die Zeugenvernehmungen nicht an. Vielmehr h\u00e4tte das Klagebegehren nach Auffassung des FG auch dann keinen Erfolg gehabt, wenn die mit den Zeugenaussagen unter Beweis gestellten Tatsachen zu Gunsten des Kl\u00e4gers als wahr unterstellt worden w\u00e4ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. Dar\u00fcber hinaus hat der Kl\u00e4ger &#8211;wie der Beklagte und Beschwerdegegner in der Beschwerdeerwiderung zutreffend geltend macht&#8211; das Vorliegen der Zulassungsgr\u00fcnde einer grunds\u00e4tzlichen Bedeutung der Rechtssache (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 FGO) sowie der Erforderlichkeit einer Entscheidung des BFH zur Fortbildung des Rechts (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02\u00a0\u00a01.\u00a0Alternative FGO) lediglich behauptet, ohne deren Voraussetzungen im Einzelnen zu bezeichnen (s. dazu allg. Gr\u00e4ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a0116 Rz\u00a025\u00a0f.). So hat der Kl\u00e4ger weder eine in Rechtsprechung und\/oder Schrifttum umstrittene abstrakte Rechtsfrage, die \u00fcber die materiell-rechtliche Beurteilung des Streitfalles hinaus im allgemeinen Interesse einer h\u00f6chstrichterlichen Kl\u00e4rung bedarf, herausgestellt noch dargelegt, aus welchen Gr\u00fcnden eine Entscheidung des BFH zur Fortbildung des Rechts im Streitfall erforderlich ist (s. hierzu Gr\u00e4ber\/Ruban, a.a.O., \u00a7\u00a0116 Rz\u00a032\u00a0f., 38). Der Kl\u00e4ger wendet sich vielmehr nach dem sachlichen Gehalt seines Beschwerdevorbringens &#8211;wonach in den Gr\u00fcnden der angefochtenen Entscheidung neueste Tendenzen in der h\u00f6chstrichterlichen Rechtsprechung nicht gew\u00fcrdigt worden seien&#8211; nur gegen die Entscheidung des FG an sich und setzt seine eigene Rechtsauffassung an die Stelle des FG; mit der darin liegenden R\u00fcge einer fehlerhaften Rechtsanwendung kann der Kl\u00e4ger im Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren nicht geh\u00f6rt werden (z.B. BFH-Beschluss vom 4.\u00a0Juni 2003 IX\u00a0B\u00a029\/03, BFH\/NV 2003, 1212).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 16.7.2012, IX B 67\/12 Recht auf Akteneinsicht nur in die dem Gericht vorliegenden Akten &#8211; Nichterheben eines angebotenen Zeugenbeweises &#8211; Keine Revisionszulassung bei blo\u00dfer R\u00fcge materiell-rechtlicher Fehler Gr\u00fcnde 1 Die Beschwerde hat keinen Erfolg. 2 1. 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