{"id":11634,"date":"2012-12-07T04:22:33","date_gmt":"2012-12-07T02:22:33","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=11634"},"modified":"2012-12-07T04:22:33","modified_gmt":"2012-12-07T02:22:33","slug":"iii-r-47-09-anspruch-auf-kindergeld-bei-einer-aufenthaltserlaubnis-nach-par-34-abs-3-aufenthg-verfassungsgemaesse-neuregelung-der-kindergeldberechtigung-von-auslaendern-antrag-nach-par-139-abs-3-satz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-47-09-anspruch-auf-kindergeld-bei-einer-aufenthaltserlaubnis-nach-par-34-abs-3-aufenthg-verfassungsgemaesse-neuregelung-der-kindergeldberechtigung-von-auslaendern-antrag-nach-par-139-abs-3-satz\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;47\/09 &#8211; Anspruch auf Kindergeld bei einer Aufenthaltserlaubnis nach &sect; 34 Abs. 3 AufenthG &#8211; Verfassungsgem&auml;&szlig;e Neuregelung der Kindergeldberechtigung von Ausl&auml;ndern &#8211; Antrag nach &sect; 139 Abs. 3 Satz 3 FGO im Revisionsverfahren unzul&auml;ssig"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.8.2010, III R 47\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Anspruch auf Kindergeld bei einer Aufenthaltserlaubnis nach &sect; 34 Abs. 3 AufenthG &#8211; Verfassungsgem&auml;&szlig;e Neuregelung der Kindergeldberechtigung von Ausl&auml;ndern &#8211; Antrag nach &sect; 139 Abs. 3 Satz 3 FGO im Revisionsverfahren unzul&auml;ssig<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Ein Ausl&auml;nder mit einer Aufenthaltserlaubnis nach &sect; 34 Abs. 3 AufenthG hat nur dann Anspruch auf Kindergeld, wenn die Aus&uuml;bung einer Erwerbst&auml;tigkeit in dem Aufenthaltstitel ausdr&uuml;cklich erlaubt wird.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die aus der Ukraine stammende Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) reiste im Jahr 2004 im Wege des Kindernachzugs in die Bundesrepublik Deutschland (Bundesrepublik) ein. Ihr war nach der am 25. Mai 2004 erteilten Aufenthaltserlaubnis eine selbst&auml;ndige oder vergleichbare unselbst&auml;ndige Erwerbst&auml;tigkeit nicht gestattet, eine arbeitsgenehmigungspflichtige Erwerbst&auml;tigkeit nur gem&auml;&szlig; g&uuml;ltiger Arbeitsgenehmigung. Seit dem 8. September 2006 war die Kl&auml;gerin im Besitz einer Aufenthaltserlaubnis nach &sect; 34 Abs. 3 des Aufenthaltsgesetzes i.d.F. vom 30. Juli 2004 &#8211;AufenthG&#8211; (BGBl I 2004, 1950); eine selbst&auml;ndige Erwerbst&auml;tigkeit war ihr nicht gestattet, eine Besch&auml;ftigung nur mit Erlaubnis der Ausl&auml;nderbeh&ouml;rde. Am 7. August 2007 wurde die Besch&auml;ftigung uneingeschr&auml;nkt erlaubt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bescheid vom 2. M&auml;rz 2007 lehnte die Beklagte und Revisionsbeklagte (Familienkasse) den Antrag der Kl&auml;gerin auf Kindergeld f&uuml;r ihren im Oktober 2006 geborenen Sohn ab. Den Einspruch wies sie mit der Begr&uuml;ndung zur&uuml;ck, dass ein Anspruch auf Kindergeld nach &sect; 62 Abs. 2 Nr. 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) nur bestehe, wenn die Aufenthaltserlaubnis zu einer Erwerbst&auml;tigkeit berechtige. Bei einer Aufenthaltserlaubnis nach &sect; 34 Abs. 3 AufenthG, also in F&auml;llen des Familiennachzugs, m&uuml;sse eine Besch&auml;ftigung durch die Ausl&auml;nderbeh&ouml;rde aber ausdr&uuml;cklich genehmigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Klage berief sich die Kl&auml;gerin auf die Materialien im Gesetzgebungsverfahren zur Neuregelung der Kindergeldberechtigung von Ausl&auml;ndern. Danach habe der Bundesrat vorgeschlagen, den Kreis der Berechtigten um die Inhaber eines Aufenthaltstitels nach &sect;&sect; 32 bis 34 AufenthG zu erweitern, weil diese Aufenthaltstitel von jungen Migranten regelm&auml;&szlig;ig nicht mit einem Erwerbst&auml;tigkeitsvermerk versehen w&uuml;rden, ihnen aber &#8211;dem Zweck des Gesetzesentwurfs entsprechend&#8211; ein voraussichtlich dauerhafter Aufenthalt nicht abgesprochen werden k&ouml;nne (BTDrucks 16\/1368, S. 12).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage mit Urteil vom 8. Juni 2009&nbsp;&nbsp;5 K 1541\/07 (Kg) ab. Es entschied, eine Aufenthaltserlaubnis nach &sect; 34 Abs. 3 AufenthG berechtige nur dann zum Bezug von Kindergeld, wenn die Aus&uuml;bung der Erwerbst&auml;tigkeit ausdr&uuml;cklich erlaubt sei. Die der Kl&auml;gerin im Streitzeitraum Oktober 2006 bis M&auml;rz 2007 erteilte Aufenthaltserlaubnis habe eine selbst&auml;ndige T&auml;tigkeit aber ausdr&uuml;cklich nicht und die Aufnahme einer Besch&auml;ftigung nur mit Erlaubnis der Ausl&auml;nderbeh&ouml;rde gestattet. Dem Vorschlag des Bundesrates, den Kreis der Berechtigten um die Inhaber einer Aufenthaltserlaubnis nach &sect;&sect; 32, 33, 34 AufenthG zu erweitern, sei der Gesetzgeber bei der Neufassung des &sect; 62 Abs. 2 EStG ausweislich des Wortlauts der Norm nicht gefolgt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung der Revision tr&auml;gt die Kl&auml;gerin vor, aus dem Aufenthaltstitel ergebe sich nicht eindeutig, ob ihr die Erwerbst&auml;tigkeit gestattet sei. Die eingeschr&auml;nkte Erlaubnis &#8211;&quot;Besch&auml;ftigung nur mit Erlaubnis der Ausl&auml;nderbeh&ouml;rde gestattet&quot;&#8211; sei verfassungskonform als Erlaubnis der Erwerbst&auml;tigkeit auszulegen. Im Gesetzgebungsverfahren sei der Gesetzgeber dem Vorschlag des Bundesrates auf Erweiterung der einen Kindergeldanspruch begr&uuml;ndenden Aufenthaltstitel nicht gefolgt, weil er mit Verweis auf &sect;&sect; 8, 9 der Besch&auml;ftigungsverfahrensverordnung i.d.F. vom 22. November 2004 &#8211;BeschVerfV&#8211; (BGBl I 2004, 2934) angenommen habe, es seien kaum Konstellationen denkbar, in denen jugendliche Eltern mit einer Bleibeperspektive vom Bezug der Familienleistungen ausgeschlossen w&uuml;rden (BTDrucks 16\/1368, S. 14). Dabei habe er jedoch &uuml;bersehen, dass jugendliche Migranten, die sich noch in einer schulischen Ausbildung bef&auml;nden oder nach Beendigung der schulischen Ausbildung noch keine Arbeitsstelle oder Berufsausbildung gefunden h&auml;tten, nicht von &sect; 8 BeschVerfV erfasst w&uuml;rden. Die Ausgrenzung dieser Personengruppe widerspreche dem in Art. 6 Abs. 1 des Grundgesetzes (GG) verankerten besonderen Schutz der Familie und der in Art. 6 Abs. 4 GG normierten besonderen F&uuml;rsorge des Staates gegen&uuml;ber jungen M&uuml;ttern. Sollte auch eine analoge Anwendung des &sect; 62 Abs. 2 Nr. 2 EStG nicht in Betracht kommen, stelle der Ausschluss der Kl&auml;gerin aus dem Bezug von Kindergeld eine Ungleichbehandlung i.S. des Art. 3 Abs. 1 GG dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, das angefochtene Urteil, den Ablehnungsbescheid vom 2. M&auml;rz 2007 sowie die Einspruchsentscheidung vom 9. Juli 2007 aufzuheben und die Familienkasse zu verpflichten, von Oktober 2006 bis M&auml;rz 2007 Kindergeld in H&ouml;he von 154 EUR monatlich zu gew&auml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse beantragt, die Revision der Kl&auml;gerin zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und wird zur&uuml;ckgewiesen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Kl&auml;gerin hat f&uuml;r den streitigen Zeitraum keinen Anspruch auf Kindergeld.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Neuregelung der Kindergeldberechtigung von Ausl&auml;ndern in &sect; 62 Abs. 2 EStG ist mit Wirkung vom 1. Januar 2006 in Kraft getreten und erfasst gem&auml;&szlig; &sect; 52 Abs. 61a Satz 2 EStG alle Sachverhalte, bei denen das Kindergeld noch nicht bestandskr&auml;ftig festgesetzt worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Neuregelung ist verfassungsgem&auml;&szlig;. Die verfassungsrechtlichen Zweifel des Bundessozialgerichts an der wortgleichen Regelung der Berechtigung von Ausl&auml;ndern zur Inanspruchnahme von Erziehungsgeld nach &sect; 1 Abs. 6 des Gesetzes zum Erziehungsgeld und zur Elternzeit (BErzGG) kommen im steuerrechtlichen Kindergeld nicht zum Tragen, da das Kindergeld, anders als das Erziehungsgeld (s. &sect; 8 Abs. 1 Satz 1 BErzGG), als Einkommen auf Sozialleistungen angerechnet wird (Senatsurteil vom 28. April 2010 III R 1\/08, BFHE 229, 262, BFH\/NV 2010, 1540, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ein nicht freiz&uuml;gigkeitsberechtigter Ausl&auml;nder mit einer Aufenthaltserlaubnis erh&auml;lt nach &sect; 62 Abs. 2 Nr. 2 EStG Kindergeld nur, wenn die Aufenthaltserlaubnis zur Aus&uuml;bung einer Erwerbst&auml;tigkeit berechtigt oder berechtigt hat, es sei denn, es handelt sich um eine &#8211;im Streitfall nicht vorliegende&#8211; Aufenthaltserlaubnis i.S. des &sect; 62 Abs. 2 Nr. 2 Buchst. a bis c EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kl&auml;gerin war weder im streitigen Zeitraum noch davor im Besitz einer Aufenthaltserlaubnis, die zur Aus&uuml;bung einer Erwerbst&auml;tigkeit berechtigte (&sect; 62 Abs. 2 Nr. 2 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ein Aufenthaltstitel berechtigt zur Aus&uuml;bung einer Erwerbst&auml;tigkeit, sofern es nach dem AufenthG bestimmt ist oder der Aufenthaltstitel die Aus&uuml;bung der Erwerbst&auml;tigkeit ausdr&uuml;cklich erlaubt (&sect; 4 Abs. 2 Satz 1 AufenthG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Eine Aufenthaltserlaubnis nach &sect; 34 Abs. 3 AufenthG, wie sie die Kl&auml;gerin besa&szlig;, berechtigt nicht kraft Gesetzes zur Aus&uuml;bung einer Erwerbst&auml;tigkeit. Auch erlaubten ihr weder die am 25. Mai 2004 erteilte Aufenthaltserlaubnis noch diejenige vom 8. September 2006 die Aus&uuml;bung einer Erwerbst&auml;tigkeit ausdr&uuml;cklich. Im Gegenteil war eine selbst&auml;ndige Erwerbst&auml;tigkeit gerade nicht gestattet, eine Besch&auml;ftigung nur mit Erlaubnis der Ausl&auml;nderbeh&ouml;rde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Unerheblich ist, ob die Kl&auml;gerin Anspruch auf einen Aufenthaltstitel hatte, der zur Aus&uuml;bung einer Erwerbst&auml;tigkeit berechtigt h&auml;tte. F&uuml;r den Bezug von Kindergeld kommt es allein auf den tats&auml;chlichen &quot;Besitz&quot; aufenthaltsrechtlicher Titel an und nicht darauf, ob ein Ausl&auml;nder einen Anspruch auf einen Titel hat, der zum Bezug von Kindergeld berechtigt (Senatsurteil in BFHE 229, 262, BFH\/NV 2010, 1540).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Auch die Voraussetzungen f&uuml;r eine entsprechende Anwendung des &sect; 62 Abs. 2 Nr. 2 EStG liegen entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine Analogie setzt eine planwidrige Regelungsl&uuml;cke voraus. Eine solche Regelungsl&uuml;cke liegt vor, wenn eine Regelung gemessen an ihrem Zweck unvollst&auml;ndig, d.h. erg&auml;nzungsbed&uuml;rftig ist und wenn ihre Erg&auml;nzung nicht einer vom Gesetzgeber beabsichtigten Beschr&auml;nkung auf bestimmte Tatbest&auml;nde widerspricht (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Senatsurteil vom 2. Juni 2005 III R 86\/03, BFHE 210, 137, BStBl II 2005, 756).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) &sect; 62 Abs. 2 Nr. 2 EStG enth&auml;lt keine zu einer Analogie berechtigende ungewollte Regelungsl&uuml;cke hinsichtlich der Voraussetzungen f&uuml;r den Kindergeldanspruch von jungen Migranten, die im Wege des Kindernachzugs in die Bundesrepublik eingereist sind. Der Vorschlag des Bundesrates, bei Aufenthaltserlaubnissen nach den &sect;&sect; 32, 33, 34 AufenthG (F&auml;lle des Kindernachzugs oder der Geburt im Bundesgebiet) den Anspruch auf Kindergeld nicht an die Berechtigung zu einer Erwerbst&auml;tigkeit zu kn&uuml;pfen (BTDrucks 16\/1368, S. 12), ist nicht Gesetz geworden. Ausl&auml;nder, die nicht &uuml;ber eine in &sect; 62 Abs. 2 Nr. 2 Buchst. a bis c EStG aufgef&uuml;hrte Aufenthaltserlaubnis verf&uuml;gen, sollen nur dann Anspruch auf Kindergeld haben, wenn die Aufenthaltserlaubnis ausdr&uuml;cklich zur Aus&uuml;bung einer Erwerbst&auml;tigkeit berechtigt oder berechtigt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Gesetzesl&uuml;cke ist auch nicht deshalb anzunehmen, weil in der Gegen&auml;u&szlig;erung der Bundesregierung zu dem Vorschlag des Bundesrates unter Hinweis auf &sect;&sect; 8, 9 BeschVerfV ausgef&uuml;hrt wurde, es seien kaum Konstellationen denkbar, bei denen Kinder mit Aufenthaltserlaubnissen i.S. der &sect;&sect; 32 bis 34 AufenthG vom Bezug von Familienleistungen ausgeschlossen w&uuml;rden (vgl. BTDrucks 16\/1368, S. 14), dabei aber &#8211;wie die Kl&auml;gerin meint&#8211; &uuml;bersehen worden sei, dass jugendliche Migranten, die sich noch in einer schulischen Ausbildung bef&auml;nden oder nach Beendigung der schulischen Ausbildung noch keine Arbeitsstelle oder Berufsausbildung gefunden h&auml;tten, nicht von &sect; 8 BeschVerfV erfasst w&uuml;rden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect; 8 BeschVerfV bestimmt nur, dass bei Ausl&auml;ndern, die vor Vollendung des 18. Lebensjahres eingereist sind und eine Aufenthaltserlaubnis besitzen, unter &#8211;hier offensichtlich nicht vorliegenden&#8211; Voraussetzungen die Zustimmung zur Aus&uuml;bung einer Besch&auml;ftigung ohne Pr&uuml;fung nach &sect; 39 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 AufenthG (keine nachteiligen Wirkungen auf den Arbeitsmarkt, keine bevorrechtigten Arbeitnehmer) erteilt werden kann. Auch wenn die Kl&auml;gerin nicht die Voraussetzungen des &sect; 8 BeschVerfV erf&uuml;llt, ist die Zustimmung zur Aus&uuml;bung einer Besch&auml;ftigung daher nicht ausgeschlossen. Die Kl&auml;gerin hat eine Erlaubnis zur Aus&uuml;bung einer Erwerbst&auml;tigkeit nach den Feststellungen des FG auch gar nicht beantragt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Der Antrag, die Zuziehung des Bevollm&auml;chtigten f&uuml;r das Vorverfahren f&uuml;r notwendig zu erkl&auml;ren (&sect; 139 Abs. 3 Satz 3 FGO), ist im Revisionsverfahren unzul&auml;ssig. Die Entscheidung nach &sect; 139 Abs. 3 Satz 3 FGO geh&ouml;rt sachlich zum Kostenfestsetzungsverfahren; zust&auml;ndig ist deshalb das Gericht des ersten Rechtszuges, im Streitfall das FG (Urteil des Bundesfinanzhofs vom 14. Mai 2009 IV R 47\/07, BFHE 225, 116, BStBl II 2009, 900).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.8.2010, III R 47\/09 Anspruch auf Kindergeld bei einer Aufenthaltserlaubnis nach &sect; 34 Abs. 3 AufenthG &#8211; Verfassungsgem&auml;&szlig;e Neuregelung der Kindergeldberechtigung von Ausl&auml;ndern &#8211; Antrag nach &sect; 139 Abs. 3 Satz 3 FGO im Revisionsverfahren unzul&auml;ssig Leits&auml;tze Ein Ausl&auml;nder mit einer Aufenthaltserlaubnis nach &sect; 34 Abs. 3 AufenthG hat nur dann Anspruch &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-47-09-anspruch-auf-kindergeld-bei-einer-aufenthaltserlaubnis-nach-par-34-abs-3-aufenthg-verfassungsgemaesse-neuregelung-der-kindergeldberechtigung-von-auslaendern-antrag-nach-par-139-abs-3-satz\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;R&nbsp;47\/09 &#8211; Anspruch auf Kindergeld bei einer Aufenthaltserlaubnis nach &sect; 34 Abs. 3 AufenthG &#8211; Verfassungsgem&auml;&szlig;e Neuregelung der Kindergeldberechtigung von Ausl&auml;ndern &#8211; Antrag nach &sect; 139 Abs. 3 Satz 3 FGO im Revisionsverfahren unzul&auml;ssig<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-11634","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11634","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11634"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11634\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11634"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11634"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11634"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}