{"id":11671,"date":"2012-12-07T04:22:30","date_gmt":"2012-12-07T02:22:30","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=11671"},"modified":"2012-12-07T04:22:30","modified_gmt":"2012-12-07T02:22:30","slug":"i-b-49-10-sog-mindestbesteuerung-bei-endgueltigem-ausschluss-der-verlustverrechnung-ernstlich-zweifelhaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-49-10-sog-mindestbesteuerung-bei-endgueltigem-ausschluss-der-verlustverrechnung-ernstlich-zweifelhaft\/","title":{"rendered":"I&nbsp;B&nbsp;49\/10 &#8211; Sog. Mindestbesteuerung bei endg&uuml;ltigem Ausschluss der Verlustverrechnung ernstlich zweifelhaft"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 26.8.2010, I B 49\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Sog. Mindestbesteuerung bei endg&uuml;ltigem Ausschluss der Verlustverrechnung ernstlich zweifelhaft<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Es ist ernstlich zweifelhaft, ob die sog. Mindestbesteuerung gem&auml;&szlig; &sect; 10d Abs. 2 Satz 1 EStG 2002 n.F. verfassungsrechtlichen Anforderungen auch dann standh&auml;lt, wenn eine Verlustverrechnung in sp&auml;teren Veranlagungszeitr&auml;umen aus rechtlichen Gr&uuml;nden (hier: nach &sect; 8c KStG 2002 n.F.) endg&uuml;ltig ausgeschlossen ist&nbsp;&nbsp; .<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist im Rahmen eines Verfahrens wegen Aussetzung der Vollziehung (AdV) die Rechtm&auml;&szlig;igkeit einer Steuerfestsetzung, bei der im Streitjahr 2007 ein Verlustvortrag, der im Folgejahr von einem weiteren Einfluss auf die Bemessungsgrundlage endg&uuml;ltig ausgeschlossen wurde, nur zu einem Teil bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens einkommensmindernd zum Ansatz kam (sog. Mindestbesteuerung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Antragstellerin und Beschwerdegegnerin (Antragstellerin), eine GmbH, ist Gesamtrechtsnachfolgerin der H-GmbH, f&uuml;r die zum 31. Dezember 2006 ein Verlustvortrag in H&ouml;he von 35.303.643 EUR festgestellt worden war. Der Gesamtbetrag der Eink&uuml;nfte der H-GmbH f&uuml;r das Streitjahr betrug 4.361.627 EUR. Der Antragsgegner und Beschwerdef&uuml;hrer (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte insoweit nach Ma&szlig;gabe des &sect; 8 Abs. 1 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG 2002) i.V.m. &sect; 10d Abs. 2 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG 2002) i.d.F. des Gesetzes zur Umsetzung der Protokollerkl&auml;rung der Bundesregierung zur Vermittlungsempfehlung zum Steuerverg&uuml;nstigungsabbaugesetz vom 22. Dezember 2003 (BGBl I 2003, 2840, BStBl I 2004, 14) &#8211;EStG 2002 n.F.&#8211; eine K&ouml;rperschaftsteuer in H&ouml;he von 331.273 EUR fest. In 2008 kam es zu einem Gesellschafterwechsel bei der H-GmbH und einer Verschmelzung; in der Folge entfiel gem&auml;&szlig; &sect; 8c KStG 2002 i.d.F. des Unternehmensteuerreformgesetzes 2008 vom 14. August 2007 (BGBl I 2007, 1912, BStBl I 2007, 630) &#8211;KStG 2002 n.F.&#8211; bzw. gem&auml;&szlig; &sect; 12 Abs. 3 i.V.m. &sect; 4 Abs. 2 Satz 2 des Umwandlungssteuergesetzes (UmwStG 2006) der verbleibende Verlustabzug zum 31. Dezember 2008 vollst&auml;ndig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat die Vollziehung des Steuerbescheids des Streitjahres wegen ernstlicher Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Festsetzung ausgesetzt (FG N&uuml;rnberg, Beschluss vom 17. M&auml;rz 2010&nbsp;&nbsp;1 V 1379\/2009).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt mit der vom FG zugelassenen Beschwerde, den Beschluss des FG aufzuheben und den Antrag auf AdV des K&ouml;rperschaftsteuerbescheides 2007 abzulehnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Antragstellerin beantragt, die Beschwerde zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist nicht begr&uuml;ndet. Die Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Steuerfestsetzung des Streitjahres ist &#8211;wie auch das FG entschieden hat&#8211; insoweit ernstlich zweifelhaft, als bei der Einkommensermittlung nach Ma&szlig;gabe der sog. Mindestbesteuerung ein Verlustabzug nur eingeschr&auml;nkt zugelassen wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect; 69 Abs. 3 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) kann das Gericht der Hauptsache die Vollziehung eines angefochtenen Verwaltungsaktes ganz oder teilweise aussetzen. Die Aussetzung soll &#8211;u.a. und soweit hier einschl&auml;gig&#8211; erfolgen, wenn ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Verwaltungsaktes bestehen (&sect; 69 Abs. 3 Satz 1 i.V.m. Abs. 2 Satz 2 FGO). Ernstliche Zweifel i.S. von &sect; 69 Abs. 2 Satz 2 FGO sind u.a. dann zu bejahen, wenn bei summarischer Pr&uuml;fung des angefochtenen Steuerbescheides neben f&uuml;r seine Rechtm&auml;&szlig;igkeit sprechende Umst&auml;nde gewichtige Gr&uuml;nde zutage treten, die Unentschiedenheit oder Unsicherheit in der Beurteilung von Rechtsfragen bewirken (vgl. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 10. Februar 1967 III B 9\/66, BFHE 87, 447, BStBl III 1967, 182, seitdem st&auml;ndige Rechtsprechung). Dies gilt auch f&uuml;r ernstliche Zweifel an der verfassungsrechtlichen G&uuml;ltigkeit einer dem angefochtenen Verwaltungsakt zugrunde liegenden Norm (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 6. M&auml;rz 2003 XI B 76\/02, BFHE 202, 147, BStBl II 2003, 523, unter II.1. der Gr&uuml;nde, m.w.N.). An die Zweifel hinsichtlich der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des angefochtenen Verwaltungsakts sind, wenn die Verfassungswidrigkeit von Normen geltend gemacht wird, keine strengeren Anforderungen zu stellen als im Fall der Geltendmachung fehlerhafter Rechtsanwendung (BFH-Beschluss vom 10. Februar 1984 III B 40\/83, BFHE 140, 396, BStBl II 1984, 454).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Es bestehen nach dieser Ma&szlig;gabe bei einer wortlautgetreuen Anwendung des &sect; 10d Abs. 2 EStG 2002 n.F. (i.V.m. &sect; 8 Abs. 1 KStG 2002) ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des angefochtenen Steuerbescheides.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Mit dem Gesetz zur Umsetzung der Protokollerkl&auml;rung der Bundesregierung zur Vermittlungsempfehlung zum Steuerverg&uuml;nstigungsabbaugesetz lie&szlig; der Gesetzgeber den innerperiodischen Verlustausgleich im Rahmen von &sect; 2 Abs. 3 EStG 2002 n.F. wieder uneingeschr&auml;nkt zu, w&auml;hrend die Beschr&auml;nkung des &uuml;berperiodischen Verlustabzugs nach &sect; 10d Abs. 2 EStG 2002 n.F. beibehalten und versch&auml;rft wurde: Verluste, die weder im Veranlagungszeitraum ihrer Entstehung noch im Wege des Verlustr&uuml;cktrags ausgeglichen werden konnten, sind ab Veranlagungszeitraum 2004 im Rahmen des Verlustvortrags nur noch begrenzt verrechnungsf&auml;hig. Gem&auml;&szlig; &sect; 10d Abs. 2 Satz 1 EStG 2002 n.F. k&ouml;nnen sie nur noch bis zu einem Gesamtbetrag der Eink&uuml;nfte von 1 Mio. EUR unbeschr&auml;nkt abgezogen werden. Dar&uuml;ber hinausgehende negative Eink&uuml;nfte aus fr&uuml;heren Veranlagungszeitr&auml;umen sind nur noch in H&ouml;he von 60 % des 1 Mio. EUR &uuml;bersteigenden Gesamtbetrags der Eink&uuml;nfte ausgleichsf&auml;hig. Im Ergebnis werden 40 % des positiven Gesamtbetrags der laufenden Eink&uuml;nfte eines Veranlagungszeitraums unabh&auml;ngig von etwaigen Verlusten in fr&uuml;heren Perioden der Besteuerung unterworfen, soweit sie die Schwelle von 1 Mio. EUR &uuml;berschreiten. Diese Neuerungen im Bereich der Einkommensteuer sind auch bei der Veranlagung der Antragstellerin im Streitjahr zu beachten (&sect; 8 Abs. 1 KStG 2002), was unter den Beteiligten im Grundsatz nicht streitig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Begr&uuml;ndung zum Regierungsentwurf des &sect; 10d Abs. 2 EStG 2002 n.F. (BTDrucks 15\/1518, S. 13) f&uuml;hrt an, dass &quot;der Grund f&uuml;r die Beschr&auml;nkung &#8230; in dem gewaltigen Verlustvortragspotenzial der Unternehmen zu sehen (sei), das diese vor sich herschieben. Um das Steueraufkommen f&uuml;r die &ouml;ffentlichen Haushalte kalkulierbarer zu machen, ist es geboten, den Verlustvortrag zu strecken. Nur so ist auf Dauer eine Verstetigung der Staatseinnahmen gew&auml;hrleistet.&quot; Dar&uuml;ber hinaus wird darauf hingewiesen, dass durch die sog. Mindestbesteuerung &quot;keine Verluste endg&uuml;ltig verloren&quot; gehen w&uuml;rden. Damit ist dem Regierungsentwurf eine ausschlie&szlig;lich fiskalischen Interessen geschuldete Begr&uuml;ndung beigestellt worden (so auch die systematisierende Zuordnung durch Dorenkamp, Systemgerechte Neuordnung der Verlustverrechnung &#8211; Haushaltsvertr&auml;glicher Ausstieg aus der Mindestbesteuerung, in Institut &quot;Finanzen und Steuern&quot; &#8211;FiSt&#8211;, Schrift Nr. 461, 2010, S. 27 ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat sich bereits mehrfach &#8211;wenn auch noch nicht zu &sect; 10d Abs. 2 EStG 2002 n.F.&#8211; zu Einschr&auml;nkungen des Verlustvortrags ge&auml;u&szlig;ert. Danach ist ein uneingeschr&auml;nkter Verlustvortrag verfassungsrechtlich nicht garantiert. Die Beschr&auml;nkung des Verlustvortrags auf bestimmte Einkunftsarten und damit der Ausschluss anderer Einkunftsarten von jeglichem Verlustvortrag war ebenso wenig verfassungsrechtlich zu beanstanden (BVerfG-Beschluss vom 8. M&auml;rz 1978&nbsp;&nbsp;1 BvR 117\/78, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 1978, 293) wie die Beschr&auml;nkung des Verlustvortrags auf bestimmte, durch Betriebsverm&ouml;gensvergleich ermittelte Betriebsverluste (BVerfG-Beschluss in HFR 1978, 293; vgl. auch BVerfG-Beschluss vom 30. Oktober 1980&nbsp;&nbsp;1 BvR 785\/80, HFR 1981, 181). Nach der Rechtsprechung des BVerfG bestanden ferner unter Ber&uuml;cksichtigung des verfassungsrechtlichen Grundsatzes der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsf&auml;higkeit keine verfassungsrechtlichen Bedenken gegen eine Beschr&auml;nkung des Verlustabzugs auf einen einj&auml;hrigen Verlustr&uuml;cktrag und einen f&uuml;nfj&auml;hrigen Verlustvortrag (BVerfG-Beschluss vom 22. Juli 1991&nbsp;&nbsp;1 BvR 313\/88, HFR 1992, 423). Allerdings hat das BVerfG im Beschluss vom 30. September 1998&nbsp;&nbsp;2 BvR 1818\/91 (BVerfGE 99, 88) den v&ouml;lligen Ausschluss der Verlustverrechnung bei laufenden Eink&uuml;nften aus der Vermietung beweglicher Gegenst&auml;nde (&sect; 22 Nr. 3 Satz 3 EStG 1983) f&uuml;r verfassungswidrig erkl&auml;rt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Nach der Rechtsprechung des BFH (vgl. dazu die Nachweise im Senatsurteil vom 1. Juli 2009 I R 76\/08, BFHE 225, 566 und &#8211;zu der ebenfalls eine Mindestbesteuerung vorsehenden Regelung des &sect; 10a des Gewerbesteuergesetzes [GewStG 2002]&#8211; in dem BFH-Beschluss vom 27. Januar 2006 VIII B 179\/05, BFH\/NV 2006, 1150) bestehen im Hinblick auf Art. 3 Abs. 1 des Grundgesetzes (GG) grunds&auml;tzlich insoweit keine Zweifel an der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit einer Verlustausgleichsbeschr&auml;nkung, als der Verlustausgleich nicht versagt, sondern lediglich zeitlich gestreckt wird. Eine Verlagerung des Verlustausgleichs auf sp&auml;tere Veranlagungszeitr&auml;ume ist im Hinblick darauf nicht zu beanstanden, dass das Grundrecht seine Wirkung grunds&auml;tzlich veranlagungszeitraum&uuml;bergreifend entfaltet. Es gen&uuml;gt, wenn die Verluste &uuml;berhaupt, sei es auch in einem anderen Veranlagungszeitraum, steuerlich ber&uuml;cksichtigt werden. Insbesondere erstarkt die bei ihrer Entstehung gegebene blo&szlig;e M&ouml;glichkeit, die Verluste sp&auml;ter ausgleichen zu k&ouml;nnen, nicht zu einer grundrechtlich gesch&uuml;tzten Verm&ouml;gensposition (Art. 14 Abs. 1 GG &#8211; dies relativierend Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 17. Dezember 2007 GrS 2\/04, BFHE 220, 129, BStBl II 2008, 608, zu D.II.2.). Immerhin hat der BFH in seinem Beschluss vom 29. April 2005 XI B 127\/04 (BFHE 209, 379, BStBl II 2005, 609), in dem eine Beschr&auml;nkung des Verlustvortrags, wenn der Vortrag zeitlich &uuml;ber mehrere Veranlagungszeitr&auml;ume gestreckt wird, grunds&auml;tzlich gebilligt wurde, ausgef&uuml;hrt, dass damit nicht zugleich &uuml;ber die Konstellation entschieden sei, dass &quot;negative Eink&uuml;nfte aus tats&auml;chlichen oder rechtlichen Gr&uuml;nden&quot; in einem solchen System &quot;nicht mehr vorgetragen werden k&ouml;nnen&quot;. Dar&uuml;ber hinaus hat der XI. Senat des BFH in seinem Vorlagebeschluss an das BVerfG vom 6. September 2006 XI R 26\/04 (BFHE 214, 430, BStBl II 2007, 167) hervorgehoben, dass die sog. Mindeststeuer durchaus den Schutzbereich des Art. 3 Abs. 1 GG ber&uuml;hre; auch wenn in mehreren summarischen Verfahren nach &sect; 69 Abs. 2 und 3 FGO wegen der die Veranlagungszeitr&auml;ume &uuml;bergreifenden Wirkung des Art. 3 Abs. 1 GG die Norm als verfassungsgem&auml;&szlig; angesehen worden sei, sei nicht zu verkennen, dass die Begrenzung des vertikalen Verlustausgleichs (im dortigen Streitfall durch &sect; 2 Abs. 3 EStG 2002) trotz der Streckung der Verlustverrechnung nicht nur bei einer kleinen Zahl von Steuerpflichtigen mit gleicher wirtschaftlicher Leistungsf&auml;higkeit zu nennenswerten Belastungsunterschieden f&uuml;hren k&ouml;nne. Auch bestehe naturgem&auml;&szlig; keine Gewissheit, die Verluste in Zukunft verrechnen zu k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) In der Literatur wird die sog. Mindestbesteuerung teilweise f&uuml;r verfassungskonform gehalten (z.B. Lambrecht in Kirchhof, EStG, 9. Aufl., &sect; 10d Rz 4; Schlenker in Bl&uuml;mich, EStG\/KStG\/ GewStG, &sect; 10d EStG Rz 6; Schneider\/Krammer in Littmann\/Bitz\/ Pust, Das Einkommensteuerrecht, &sect; 10d Rz 6; M&uuml;ller-Gatermann, Die Wirtschaftspr&uuml;fung &#8211;WPg&#8211; 2004, 467, 468): Die im Einzelfall eintretende Einschr&auml;nkung des objektiven Nettoprinzips habe der Gesetzgeber ohne Versto&szlig; gegen das allgemeine Willk&uuml;rverbot in vertretbarer Weise ausgestaltet, da sich Beschr&auml;nkungen des Verlustvortrags in betragsm&auml;&szlig;iger oder zeitlicher Hinsicht jedenfalls im Grundsatz als verfassungskonform erwiesen h&auml;tten. Dem wird von anderer Seite entgegengehalten, die durch die &quot;Deckelung&quot; des Abzugsbetrages bewirkte zeitliche Streckung des Verlustvortrages sei schon &quot;als solche&quot; verfassungswidrig (s. z.B. R&ouml;der, Das System der Verlustverrechnung im deutschen Steuerrecht, 2010, S. 263 ff., 355 ff.; M&ouml;nikes, Die Verlustverrechnungsbeschr&auml;nkungen des Einkommensteuergesetzes im Lichte der Verfassung, 2006, S. 223 ff.; Lang in Tipke\/Lang, Steuerrecht, 20. Aufl., &sect; 9 Rz 66; Lang\/ Englisch, Steuer und Wirtschaft &#8211;StuW&#8211; 2005, 3, 21 ff.; Lindauer, Betriebs-Berater &#8211;BB&#8211; 2004, 2720, 2723 f.; Raupach in Lehner [Hrsg.], Verluste im nationalen und Internationalen Steuerrecht, 2004, S. 53, 60 f.; Eckhoff in von Groll [Hrsg.], Verluste im Steuerrecht, Ver&ouml;ffentlichungen der Deutschen Steuerjuristischen Gesellschaft &#8211;DStJG&#8211; Bd. 28 [2005], S. 11, 34; Kaminski in Korn, EStG, &sect; 10d Rz 84.28). Andere Literaturstimmen nehmen einen Verfassungsversto&szlig; der sog. Mindestbesteuerung nur in den F&auml;llen an, in denen ein Verlust nicht nur zeitlich gestreckt, sondern von einer Wirkung auf die Ermittlung des Einkommens endg&uuml;ltig ausgeschlossen wird (&quot;Definitiveffekte&quot;, s. z.B. Hallerbach in Herrmann\/Heuer\/ Raupach, EStG\/KStG, &sect; 10d EStG Rz 13; Wendt, DStJG, Band 28, S. 41, 74 ff.; Fischer, Finanz-Rundschau &#8211;FR&#8211; 2007, 281, 283 ff.; wohl auch Herzig\/Wagner, WPg 2004, 53, 63 f.; Kempf\/Vogel in L&uuml;dicke\/Kempf\/Brink [Hrsg.], Verluste im Steuerrecht, 2010, S. 81), wobei insoweit auch eine verfassungskonforme Reduktion des Wortlauts des &sect; 10d Abs. 2 Satz 1 EStG 2002 n.F. f&uuml;r m&ouml;glich gehalten wird (z.B. Wendt, DStJG, Band 28, S. 41, 78; Fischer, FR 2007, 281, 285 f.). Solche Effekte k&ouml;nnen im Unternehmensbereich insbesondere auftreten bei der Liquidation k&ouml;rperschaftsteuerpflichtiger Unternehmen, soweit es sich um zeitlich begrenzt bestehende Projektgesellschaften handelt, aber auch etwa bei bestimmten Unternehmensgegenst&auml;nden (z.B. bei langfristiger Fertigung) und in Sanierungsf&auml;llen (s. Lang\/Englisch, StuW 2005, 3, 21 ff.; s.a. Dorenkamp, FiSt Nr. 461, S. 33 f.; Orth, FR 2005, 515, 530; Herzig\/Wagner, Wpg 2004, 53, 58 ff.; Lindauer, BB 2004, 2720, 2722 f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der erkennende Senat hat in seinem Urteil vom 11. Februar 1998 I R 81\/97 (BFHE 185, 393, BStBl II 1998, 485) hervorgehoben, dass die Abzugsf&auml;higkeit von Verlusten nicht in ihrem Kernbereich betroffen und g&auml;nzlich ausgeschlossen sein d&uuml;rfe (s.a. Senatsurteil vom 5. Juni 2002 I R 115\/00, BFH\/NV 2002, 1549). Diesem Ma&szlig;stab wird &sect; 10d Abs. 2 EStG 2002 n.F. &#8211;bei der im Verfahren auf Gew&auml;hrung von AdV gebotenen summarischen Pr&uuml;fung der Sach- und Rechtslage&#8211; dann nicht gerecht, wenn ein sog. Definitiveffekt eintritt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Grundkonzeption der zeitlichen Streckung des Verlustvortrages d&uuml;rfte auch angesichts des Zins- bzw. Liquidit&auml;tsnachteils den verfassungsrechtlichen Anforderungen noch entsprechen. Insoweit entnimmt der Senat der neueren Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts eine Unterscheidung zwischen tempor&auml;ren und endg&uuml;ltigen Steuereffekten (s. den BVerfG-Beschluss vom 12. Mai 2009&nbsp;&nbsp;2 BvL 1\/00, BVerfGE 123, 111; s.a. das BFH-Urteil vom 25. Februar 2010 IV R 37\/07, BFHE 229, 122, BStBl II 2010, 784). Wenn sich danach der ma&szlig;gebliche Zeitpunkt der einkommensteuerrechtlichen Ber&uuml;cksichtigung eines gewinnmindernden Aufwands, also das Wann, nicht das Ob der Besteuerung, nicht mit Hilfe des Ma&szlig;stabs wirtschaftlicher Leistungsf&auml;higkeit oder des objektiven Nettoprinzips bestimmen l&auml;sst, d&uuml;rfte eine &quot;Verluststreckung&quot; verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden sein. Dabei wird es auch innerhalb der gesetzgeberischen Typisierungsbefugnis (z.B. BVerfG-Beschluss vom 17. November 2009 1 BvR 2192\/05, BGBl I 2010, 326) liegen, dass die zeitliche Streckung des Verlustvortrags das Risiko f&uuml;r den einkommenswirksamen Abzug des Verlustes erh&ouml;ht, da &quot;naturgem&auml;&szlig; keine Gewissheit besteht, die Verluste in Zukunft verrechnen zu k&ouml;nnen&quot; (Senatsurteil in BFHE 225, 566; BFH-Beschluss in BFHE 214, 430, BStBl II 2007, 167). Diesem Ergebnis d&uuml;rfte auch die Existenz verschiedener gesetzlicher Regelungen (&quot;abstrakt&quot;) nicht entgegenstehen, die als Rechtsfolge eine &quot;Vernichtung&quot; von Verlustvortr&auml;gen in bestimmten Fallsituationen vorsehen (z.B. im Zuge einer Anteils&uuml;bertragung: &sect; 8c KStG 2002 n.F.); eher d&uuml;rfte (umgekehrt) die Existenz der sog. Mindestbesteuerung dazu geeignet sein, den belastenden Effekt jener Regelungen aufzuzeigen (z.B. Hey, BB 2007, 1303, 1306). Dies gilt sinnentsprechend z.B. auch f&uuml;r die Situation der Beendigung der pers&ouml;nlichen Steuerpflicht angesichts der fehlenden M&ouml;glichkeit der &quot;Verlustvererbung&quot; (BFH-Beschluss in BFHE 220, 129, BStBl II 2008, 608).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diese Grenze zum Kernbereich der Gew&auml;hrleistung eines Verlustausgleichs k&ouml;nnte aber &uuml;berschritten sein, wenn auf der Grundlage eines inneren Sachzusammenhangs bzw. einer Ursachenidentit&auml;t der sog. Mindestbesteuerung (&quot;konkret&quot;) die Wirkung zukommt, den Verlustabzug g&auml;nzlich auszuschlie&szlig;en.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In diesem Zusammenhang hat das FG M&uuml;nchen in seinem (AdV-)Beschluss vom 31. Juli 2008&nbsp;&nbsp;8 V 1588\/08 (Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2008, 1736) bei der Anwendung des &sect; 10a GewStG 2002 auf eine &quot;&Uuml;berma&szlig;besteuerung&quot; und einen Versto&szlig; gegen Art. 3 Abs. 1 GG erkannt, soweit durch einen Gesellschafterwechsel bei einer Personengesellschaft zwar einerseits ein au&szlig;erordentlicher Gewerbeertrag i.S. des &sect; 7 Satz 2 Nr. 2 GewStG 2002 besteuert, andererseits der zum 31. Dezember des Vorjahres festgestellte vortragsf&auml;hige Gewerbeverlust nur eingeschr&auml;nkt zum Ausgleich zugelassen wurde; der Steuerpflichtige werde auf die M&ouml;glichkeit des sp&auml;teren Verlustausgleichs verwiesen, obgleich feststehe, dass dieser infolge der Ver&auml;u&szlig;erung des Mitunternehmeranteils nicht mehr in Betracht komme. Die Finanzverwaltung zieht aus diesem Beschluss keine weitergehenden Folgerungen (s. Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen &#8211;BMF&#8211; vom 5. Januar 2009, Der Betrieb 2009, 877). Auch sie verzichtet in Sanierungsf&auml;llen aber &#8211;allerdings antragsgebunden und aus Billigkeits-, nicht aus Rechtsgr&uuml;nden (ebenso FG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 15. Juni 2010&nbsp;&nbsp;6 K 6216\/06 B, nicht ver&ouml;ffentlicht)&#8211; bis zur H&ouml;he des (durch den Erlass von Schulden veranlassten) Sanierungsgewinns auf die Beschr&auml;nkung der Verlustverrechnung durch die sog. Mindestbesteuerung (BMF-Schreiben vom 27. M&auml;rz 2003, BStBl I 2003, 240 Tz. 8; zur Rechtsverbindlichkeit dieses Schreibens bei unternehmensbezogenen Sanierungen s. BFH-Urteil vom 14. Juli 2010 X R 34\/08, BFHE 229, 502).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Es ist nicht von vornherein auszuschlie&szlig;en, dass dieser Fallgruppe (s. zu b) gleichzustellen ist, wenn eine Verlustverrechnung aufgrund der Eigenheiten der Einkunftserzielung (z.B. zeitlich begrenzt t&auml;tige Objektgesellschaften) oder eines anderen &quot;tats&auml;chlichen oder rechtlichen Grundes&quot; (s. insoweit BFH-Beschluss in BFHE 209, 379, BStBl II 2005, 609) zum endg&uuml;ltigen Ausschluss der Verlustnutzungsm&ouml;glichkeit f&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) F&uuml;r die zuletzt genannte Situation ist dabei die Pr&uuml;fung nicht isoliert auf &sect; 10d Abs. 2 EStG 2002 n.F. zu beziehen, vielmehr kann diese Wirkung auch auf einer im konkreten Streitfall verwirklichten Verbindung mit anderen Rechtsvorschriften beruhen. In diesem Zusammenhang wird man es jedenfalls nach summarischer Pr&uuml;fung nicht als entscheidungserheblich ansehen m&uuml;ssen, dass eine solche Rechtsfolge auf dem eigenst&auml;ndigen Willen des Steuerpflichtigen beruht (im Streitfall: Umstrukturierung; so aber offenbar FG M&uuml;nchen, Urteil vom 4. August 2010&nbsp;&nbsp;1 K 608\/07, nicht ver&ouml;ffentlicht); man wird allerdings Regelungen auszuschlie&szlig;en haben, die der Missbrauchsvermeidung dienen. Letzteres ist bei der im Streitfall einschl&auml;gigen Regelung des &sect; 8c Abs. 1 KStG 2002 n.F. (jedenfalls vor der f&uuml;r sch&auml;dliche Beteiligungserwerbe nach dem 31. Dezember 2009 vollzogenen Einf&uuml;gung der S&auml;tze 6 und 7 durch das Wachstumsbeschleunigungsgesetz vom 22. Dezember 2009, BGBl I 2009, 3950, BStBl I 2010, 2) allerdings (und abweichend von der Vorg&auml;ngerregelung des &sect; 8 Abs. 4 KStG 2002 a.F., vgl. Senatsurteil vom 27. August 2008 I R 78\/01, BFHE 222, 568) nicht ohne weiteres anzunehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Insoweit geht es in der Sache um die M&ouml;glichkeit einer verfassungskonformen Auslegung des &sect; 10d Abs. 2 Satz 1 EStG 2002 n.F. im Streitjahr (z.B. Wendt, DStJG, Band 28, S. 41, 78; Fischer, FR 2007, 281, 285 f.; ablehnend z.B. R&ouml;der, a.a.O., S. 357; Lang\/Englisch, StuW 2005, 3, 14; Hallerbach in Herrmann\/Heuer\/Raupach, a.a.O., &sect; 10d EStG Rz 13), die aufgrund der im Folgejahr eintretenden Rechtsfolge der &quot;Verlustvernichtung&quot; erforderlich wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dieser m&ouml;glichen Auslegung steht das gesetzgeberische Konzept der &quot;Verluststreckung&quot; nicht entgegen. Denn es ist nicht ersichtlich, dass der Gesetzgeber bei der Ausgestaltung der sog. Mindestbesteuerung deren &uuml;berschie&szlig;ende Wirkung in einer Vielzahl von Fallsituationen (z.B. bei einer nachfolgenden Anteils&uuml;bertragung) bewusst in Kauf genommen hat (zweifelnd W&uuml;llenkemper, EFG 2008, 1738, 1739). Die Rechtfertigung eines solchen Eingriffs d&uuml;rfte allein unter dem Gesichtspunkt einer &quot;Verstetigung der Steuereinnahmen&quot; &#8211;als Auspr&auml;gung des allgemeinen Fiskalzwecks jeder Steuer (R&ouml;der, a.a.O., S. 274)&#8211; nicht ausreichend sein (s. zum &quot;Ziel der Einnahmenvermehrung&quot; BVerfG-Beschluss vom 6. Juli 2010&nbsp;&nbsp;2 BvL 13\/09, Deutsches Steuerrecht 2010, 1563; s.a. R&ouml;der, a.a.O., S. 269 ff., 273 ff., 278 f., 356; Lang\/Englisch, StuW 2005, 3, 10 f.; M&ouml;nikes, a.a.O., S. 226 ff.; Fischer, FR 2007, 281, 285). Auch ein Versto&szlig; gegen das Prinzip der Abschnittsbesteuerung d&uuml;rfte in dieser Restriktion des Regelungswortlauts entgegen der Ansicht des FA nicht liegen, da &#8211;was die Existenz des Verlustvor- und -r&uuml;cktrags (&sect; 10d EStG 2002 n.F.) anzeigt&#8211; die ertragsteuerliche Leistungsf&auml;higkeit des Steuerpflichtigen insoweit durchaus abschnitts&uuml;bergreifend ermittelt wird. Verfahrensrechtlich lie&szlig;e sich dieses Auslegungsergebnis durch die Beif&uuml;gung eines Vorl&auml;ufigkeitsvermerks i.S. des &sect; 165 Abs. 1 Satz 1 der Abgabenordnung (AO) in den F&auml;llen einer Besteuerung auf der Grundlage der sog. Mindestbesteuerung absichern. Denkbar w&auml;re es auch, in der verlustabzugssch&auml;dlichen Ver&auml;u&szlig;erung von Anteilen an einer Kapitalgesellschaft ein auf den Veranlagungszeitraum des Eingreifens der Mindestbesteuerung r&uuml;ckwirkendes Ereignis i.S. des &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO zu sehen (so Kempf\/Vogel in L&uuml;dicke\/Kempf\/Brink, a.a.O., S. 81).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Das FG hat daher im angefochtenen Beschluss zu Recht wegen ernstlicher Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Steuerfestsetzung eine AdV f&uuml;r das Streitjahr angeordnet. Dies gilt ungeachtet der M&ouml;glichkeit, den belastenden Eingriff im konkreten Fall auf das Jahr des endg&uuml;ltigen Ausschlusses des Verlustvortrags (das Folgejahr) zu beziehen und damit ausschlie&szlig;lich der &#8211;nach einer h&auml;ufig in der Literatur vertretenen Ansicht (stellvertretend Roser in Gosch, KStG, 2. Aufl., &sect; 8c Rz 26, m.w.N.) durchaus ebenfalls mit verfassungsrechtlichen Zweifeln behafteten&#8211; Rechtswirkung des &sect; 8c KStG 2002 n.F. zuzuordnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 26.8.2010, I B 49\/10 Sog. Mindestbesteuerung bei endg&uuml;ltigem Ausschluss der Verlustverrechnung ernstlich zweifelhaft Leits&auml;tze Es ist ernstlich zweifelhaft, ob die sog. Mindestbesteuerung gem&auml;&szlig; &sect; 10d Abs. 2 Satz 1 EStG 2002 n.F. verfassungsrechtlichen Anforderungen auch dann standh&auml;lt, wenn eine Verlustverrechnung in sp&auml;teren Veranlagungszeitr&auml;umen aus rechtlichen Gr&uuml;nden (hier: nach &sect; 8c KStG 2002 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-49-10-sog-mindestbesteuerung-bei-endgueltigem-ausschluss-der-verlustverrechnung-ernstlich-zweifelhaft\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;B&nbsp;49\/10 &#8211; Sog. Mindestbesteuerung bei endg&uuml;ltigem Ausschluss der Verlustverrechnung ernstlich zweifelhaft<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-11671","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11671","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11671"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11671\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11671"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11671"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11671"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}