{"id":11689,"date":"2012-12-19T16:11:17","date_gmt":"2012-12-19T14:11:17","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=11689"},"modified":"2012-12-19T16:11:17","modified_gmt":"2012-12-19T14:11:17","slug":"xi-b-104-09-weder-nichtigkeit-noch-steuererlass-bei-unionsrechtswidriger-festsetzung-der-umsatzsteuer-aus-dem-betrieb-von-gluecksspielautomaten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-b-104-09-weder-nichtigkeit-noch-steuererlass-bei-unionsrechtswidriger-festsetzung-der-umsatzsteuer-aus-dem-betrieb-von-gluecksspielautomaten\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;B&nbsp;104\/09 &#8211; Weder Nichtigkeit noch Steuererlass bei unionsrechtswidriger Festsetzung der Umsatzsteuer aus dem Betrieb von Gl&uuml;cksspielautomaten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 3.8.2010, XI B 104\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Weder Nichtigkeit noch Steuererlass bei unionsrechtswidriger Festsetzung der Umsatzsteuer aus dem Betrieb von Gl&uuml;cksspielautomaten<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) wegen Nichtzulassung der Revision hat keinen Erfolg. Zum Teil sind die geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde nicht den Anforderungen entsprechend dargelegt; im &Uuml;brigen liegt der hinreichend dargelegte und geltend gemachte Zulassungsgrund nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Nichtzulassungsbeschwerde ist erfolglos, soweit sich die Kl&auml;gerin in ihrer Beschwerdeschrift auf eine Verfassungsbeschwerde, die inzwischen vom Bundesverfassungsgericht (BVerfG) nicht zur Entscheidung angenommenen wurde (Beschluss vom 16. Februar 2010&nbsp;&nbsp;1 BvR 2218\/09, nicht ver&ouml;ffentlicht &#8211;n.v.&#8211;) beruft, sich unter Beif&uuml;gung einer Kopie der Beschwerdeschrift in jenem Verfahren auf deren Inhalt bezieht und diesen zum Gegenstand ihres Vorbringens macht. Vor dem Bundesfinanzhof (BFH) m&uuml;ssen sich die Beteiligten durch Prozessbevollm&auml;chtigte vertreten lassen (&sect; 62 Abs. 4 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Dies gilt auch f&uuml;r Prozesshandlungen, durch die ein Verfahren vor dem BFH eingeleitet wird (&sect; 62 Abs. 4 Satz 2 FGO). Der Vertretungszwang bedeutet, dass der jeweilige Prozessbevollm&auml;chtigte die volle Verantwortung f&uuml;r die Einlegung und die Begr&uuml;ndung der Nichtzulassungsbeschwerde &uuml;bernehmen muss. Die Begr&uuml;ndung der Nichtzulassungsbeschwerde muss daher von dem Prozessbevollm&auml;chtigten selbst stammen (vgl. zu &sect; 62a FGO a.F. BFH-Beschluss vom 17. Oktober 2003 XI B 145\/02, BFH\/NV 2004, 348, m.w.N.). Im Streitfall hat der nach &sect; 62 Abs. 4 Satz 3 i.V.m. Abs. 2 Satz 1 FGO zur Vertretung vor dem BFH berechtigte Prozessvertreter der Kl&auml;gerin die Beschwerde, soweit er sich auf den Inhalt einer Beschwerdeschrift in einem anderen Verfahren von einem anderen Prozessbevollm&auml;chtigten bezieht und diesen zum Vortrag seiner Nichtzulassungsbeschwerde macht, nicht selbst begr&uuml;ndet. Daraus wird deutlich, dass sich der Prozessvertreter der Kl&auml;gerin insoweit nicht selbst mit dem Streitstoff befasst, ihn insbesondere nicht im Hinblick auf das Vorliegen und die Darlegung etwaiger Zulassungsgr&uuml;nde &uuml;berpr&uuml;ft hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Kl&auml;gerin hat die von ihr geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO), der Fortbildung des Rechts (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 1 FGO) sowie der Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO) nicht entsprechend den gesetzlichen Anforderungen i.S. des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) St&uuml;tzt sich eine Nichtzulassungsbeschwerde wie im Streitfall auf grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO, setzt eine ordnungsgem&auml;&szlig;e Darlegung dieses Zulassungsgrundes voraus, dass der Beschwerdef&uuml;hrer eine bestimmte f&uuml;r die Entscheidung des Streitfalls erhebliche abstrakte Rechtsfrage herausstellt, der grunds&auml;tzliche Bedeutung zukommen soll. Erforderlich ist hierzu ein konkreter und substantiierter Vortrag, aus welchen Gr&uuml;nden im Einzelnen die Kl&auml;rung der Rechtsfrage durch die angestrebte Revisionsentscheidung im Allgemeininteresse liegt (st&auml;ndige Rechtsprechung; vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 28. April 2010 VI B 167\/09, BFH\/NV 2010, 1351, m.w.N.; Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 116 Rz 32, m.w.N.). Die blo&szlig;e Behauptung, die Rechtssache habe grunds&auml;tzliche Bedeutung, gen&uuml;gt nicht. Hat der BFH bereits fr&uuml;her &uuml;ber die Rechtsfrage entschieden, muss der Beschwerdef&uuml;hrer dar&uuml;ber hinaus begr&uuml;nden, weshalb er gleichwohl eine erneute Entscheidung zu dieser Frage f&uuml;r erforderlich h&auml;lt. Er muss substantiiert vortragen, inwiefern und aus welchen Gr&uuml;nden die h&ouml;chstrichterlich beantwortete Frage weiterhin umstritten ist, insbesondere, welche neuen und gewichtigen, vom BFH noch nicht gepr&uuml;ften Argumente gegen die Rechtsauffassung des BFH in der Rechtsprechung der Finanzgerichte oder in der Literatur vorgebracht worden sind (vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 27. M&auml;rz 2007 I B 72\/06, n.v., juris; vom 3. April 2000 VIII B 99\/99, BFH\/NV 2000, 985; vom 28. Juli 1997 VIII B 68\/96, BFH\/NV 1998, 29; Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 116 Rz 33, m.w.N.). Wenn eine h&ouml;chstrichterliche Entscheidung zu der aufgeworfenen Rechtsfrage nicht vorliegt, gen&uuml;gt dies f&uuml;r sich allein nicht f&uuml;r eine Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung (vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 27. M&auml;rz 2007 I B 72\/06, n.v., juris; vom 26. Mai 2004 III B 89\/03, BFH\/NV 2004, 1221; vom 18. April 2005 II B 98\/04, BFH\/NV 2005, 1310). In jedem Fall muss dargelegt werden, in welchem Umfang und aus welchen Gr&uuml;nden die Beantwortung der Rechtsfrage zweifelhaft und ggf. streitig ist (vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 27. M&auml;rz 2007 I B 72\/06, n.v., juris; vom 26. August 2004 II B 117\/03, BFH\/NV 2004, 1625; vom 7. Oktober 2004 VIII B 76\/04, BFH\/NV 2005, 337; vom 3. November 2004 X B 121\/03, BFH\/NV 2005, 350).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diesen Anforderungen gen&uuml;gt die Beschwerdebegr&uuml;ndung nicht. Die Kl&auml;gerin hat zwar die Rechtsfragen aufgeworfen, ob erstens ein bestandskr&auml;ftiger Umsatzsteuerbescheid, der unstreitig gegen Art. 13 Teil B Buchst. f der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber Umsatzsteuern (Richtlinie 77\/388\/EWG) versto&szlig;e, zur Nichtigkeit der Festsetzung nach &sect; 125 Abs. 1 der Abgabenordnung (AO) f&uuml;hre, und ob zweitens in diesem Fall &#8211;wenn dies nicht die Nichtigkeit zur Folge hat&#8211; die festgesetzte Umsatzsteuer nach &sect; 227 AO zu erlassen sei. Die Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit dieser Rechtsfragen wurde jedoch nicht in der erforderlichen Weise dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der erkennende Senat hat bereits entschieden, dass ein unionsrechtswidriger Bescheid, dessen Rechtswidrigkeit allein auf der unterschiedlichen Auslegung einer Rechtsnorm beruht und der zum Zeitpunkt seines Ergehens der nationalen Rechtsprechung entsprach, nicht nichtig i.S. des &sect; 125 Abs. 1 AO ist (vgl. BFH-Urteil vom 21. M&auml;rz 1996 XI R 36\/95, BFHE 179, 563, BStBl II 1996, 399). Dies trifft im Streitfall zu. Es entsprach der Rechtsprechung des BFH, die Steuerbefreiung gem&auml;&szlig; Art. 13 Teil B Buchst. f der Richtlinie 77\/388\/EWG auf die Ums&auml;tze aus dem Betrieb von Gl&uuml;cksspielautomaten nicht unmittelbar anzuwenden (vgl. BFH-Beschluss vom 6. November 2002 V R 7\/02, BFHE 200, 149, BFHE\/NV 2003, 275).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Beschwerdeschrift geht die Kl&auml;gerin weder auf die in der Literatur vertretenen Meinungen zur Rechtsfolge unionsrechtswidriger Verwaltungsakte (z.B. de Weerth, Deutsches Steuerrecht 2008, 1368; Rozek in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect; 125 AO Rz 45, m.w.N.) ein, noch legt sie dar, weshalb die Frage auf der Grundlage der bereits ergangenen Rechtsprechung nicht zu entscheiden w&auml;re. Es gen&uuml;gt den vorgenannten Anforderungen an die Darlegung des Zulassungsgrundes der grunds&auml;tzlichen Bedeutung nicht, wenn sich die Kl&auml;gerin in ihrer Beschwerdeschrift im Kern auf den Hinweis st&uuml;tzt, eine Entscheidung des BFH zur Frage, ob die vors&auml;tzliche Nichtumsetzung einer europ&auml;ischen Richtlinie durch den deutschen Gesetzgeber zur Nichtigkeit des Steuerbescheids f&uuml;hre, sei bislang nicht vorhanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein Ausnahmefall, in dem auf die Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache verzichtet werden kann, wenn diese offenkundig ist, weil z.B. die streitige Rechtsfrage seit l&auml;ngerer Zeit in der Literatur kontrovers diskutiert wird, f&uuml;r eine Vielzahl von Steuerf&auml;llen bedeutsam und vom BFH noch nicht gekl&auml;rt ist (vgl. Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 116 Rz 32, m.w.N.), ist im Hinblick auf die vorgenannte Rechtsprechung des erkennenden Senats nicht ersichtlich. Gesichtspunkte, die eine erneute Pr&uuml;fung dieser Rechtsprechung erfordern w&uuml;rden, hat die Kl&auml;gerin nicht vorgetragen. Dies gilt auch, soweit sich die Kl&auml;gerin in ihrer Beschwerdeschrift auf die Verpflichtung der Mitgliedstaaten zur Zusammenarbeit (Art. 10 Abs. 1 des Vertrags zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaft; nunmehr Art. 4 Abs. 3 des Vertrags &uuml;ber die Europ&auml;ische Union) in Gestalt des Effektivit&auml;ts- und &Auml;quivalenzprinzips beruft. Der BFH hat hierzu bereits entschieden, dass die Aufhebung eines rechtswidrigen belastenden bestandskr&auml;ftigen Verwaltungsakts nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) nur dann in Betracht kommt, wenn sie durch eine nationale Regelung erm&ouml;glicht wird. Ein bestandskr&auml;ftiger Steuerbescheid ist deshalb nicht &auml;nderbar, wenn das nationale Recht hierf&uuml;r keine Rechtsgrundlage vorsieht (vgl. BFH-Urteil vom 23. November 2006 V R 67\/05, BFHE 216, 357, BStBl II 2007, 436; die gegen dieses Urteil erhobene Verfassungsbeschwerde wurde nicht zur Entscheidung angenommen, BVerfG-Beschluss vom 4. September 2008&nbsp;&nbsp;2 BvR 1321\/07, BFH\/NV 2009, 110).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Durch die Rechtsprechung des BFH ist ebenso bereits gekl&auml;rt, dass bestandskr&auml;ftig festgesetzte Steuern nur dann im Billigkeitsverfahren nach &sect; 227 AO zu erlassen sind, wenn die Steuerfestsetzung offensichtlich und eindeutig unrichtig ist und es dem Steuerpflichtigen nicht zuzumuten war, sich hiergegen in dem daf&uuml;r vorgesehenen Festsetzungsverfahren rechtzeitig zu wehren. Der BFH hat in diesem Zusammenhang wiederholt entschieden, dass die Vorgaben in Art. 13 Teil B Buchst. f der Richtlinie 77\/388\/EWG vor Ergehen des EuGH-Urteils vom 17. Februar 2005 Rs. C-453\/02 und C-462\/02, &#8211;Linneweber und Akritidis&#8211; (Slg. 2005, I-1131, BFH\/NV Beilage 2005, 94) nicht eindeutig waren und dass es angesichts mangelnder Erfolgsaussichten nicht unzumutbar war, rechtzeitig gegen eine Umsatzsteuerfestsetzung Einspruch einzulegen (vgl. BFH-Beschluss vom 5. Juni 2009 V B 52\/08, BFH\/NV 2009, 1593, m.w.N.; die gegen diesen Beschluss erhobene Verfassungsbeschwerde wurde nicht zur Entscheidung angenommen, BVerfG-Beschluss vom 16. Februar 2010&nbsp;&nbsp;1 BvR 2218\/09, n.v.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin tr&auml;gt in ihrer Beschwerdeschrift hierzu keinen Gesichtspunkt vor, der eine erneute Pr&uuml;fung dieser Rechtsprechung erforderlich erscheinen l&auml;sst. Mit ihrem Vorbringen, der vorliegende Fall biete erstmalig die Gelegenheit zu beantworten, ob trotz einer nachgewiesenen Kenntnis der zust&auml;ndigen Organe der Gesetzgebung im Jahr 1973 &uuml;ber die Steuerbefreiung von Ums&auml;tzen aus Geldspielautomaten mit Gewinnm&ouml;glichkeit das Tatbestandsmerkmal &quot;offenkundig und eindeutig unrichtig&quot; verneint werden k&ouml;nne, stellt sie im Kern die materielle Rechtm&auml;&szlig;igkeit der angefochtenen Entscheidung in Frage und r&uuml;gt die ihres Erachtens fehlerhafte Rechtsanwendung, also materiell-rechtliche Fehler. Einen Revisionszulassungsgrund begr&uuml;ndet dies jedoch nicht (vgl. BFH-Beschluss vom 5. Juni 2008 IX B 249\/07, BFH\/NV 2008, 1512, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die Kl&auml;gerin legt mit ihrem Hinweis auf bereits anh&auml;ngige Revisionsverfahren, die die aufgeworfenen Rechtsfragen betreffen, die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache nicht dar. Der Hinweis, beim BFH seien in &auml;hnlich gelagerten F&auml;llen bereits Revisionsverfahren anh&auml;ngig, reicht zur Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache nicht aus (vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 21. August 2007 X B 32\/07, BFH\/NV 2007, 2279, m.w.N.; vom 18. M&auml;rz 2005 IX B 193\/04, BFH\/NV 2005, 1342, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Voraussetzungen des Zulassungsgrundes der Erforderlichkeit einer Entscheidung des BFH zur Fortbildung des Rechts i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 1 FGO hat die Kl&auml;gerin ebenfalls nicht dargelegt. Dazu w&auml;ren in gleicher Weise konkrete Ausf&uuml;hrungen zur Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit und Kl&auml;rungsf&auml;higkeit der herausgestellten Rechtsfragen erforderlich gewesen (vgl. BFH-Beschluss vom 27. M&auml;rz 2007 I B 72\/06, n.v., juris, m.w.N.). Gesichtspunkte, die eine erneute Pr&uuml;fung der die aufgeworfenen Rechtsfragen betreffenden Rechtsprechung des BFH zur Rechtsfortbildung erfordern w&uuml;rden, hat die Kl&auml;gerin auch zu diesem Zulassungsgrund nicht vorgetragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Wird als Zulassungsgrund &#8211;wie im Streitfall&#8211; nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO geltend gemacht, die Einheitlichkeit der Rechtsprechung erfordere eine Entscheidung des BFH, muss mit der Begr&uuml;ndung der Nichtzulassungsbeschwerde dargelegt werden, inwiefern &uuml;ber eine entscheidungserhebliche Rechtsfrage unterschiedliche Auffassungen bei den Gerichten bestehen oder das angefochtene Urteil willk&uuml;rlich und deshalb geeignet ist, das Vertrauen in die Rechtsprechung zu besch&auml;digen (vgl. Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 116 Rz 40, 45). Ausf&uuml;hrungen dazu, dass das Finanzgericht (FG) in einer Rechtsfrage von der Rechtsprechung des BFH oder eines anderen Gerichts abgewichen ist, sind der Beschwerdeschrift nicht zu entnehmen. Weder hat die Kl&auml;gerin dargelegt, in welcher abstrakt zu formulierenden Rechtsfrage ihrer Ansicht nach eine solche Abweichung vorliegen soll, noch hat sie Entscheidungen des BFH oder eines anderen Gerichts hierzu benannt. Ebenso wenig macht sie geltend, das angefochtene Urteil sei willk&uuml;rlich. Der Hinweis auf bereits anh&auml;ngige Revisionsverfahren in vergleichbaren F&auml;llen, auf die sich die Kl&auml;gerin st&uuml;tzt, gen&uuml;gt nicht zur Darlegung des Revisionsgrundes der Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung. Anh&auml;ngige Revisionsverfahren in gleichgelagerten F&auml;llen allein machen eine Entscheidung des BFH im Streitfall nicht erforderlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Revision ist nicht wegen eines Versto&szlig;es gegen den Anspruch der Kl&auml;gerin auf rechtliches Geh&ouml;r zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wird die Zulassung der Revision auf die Versagung des rechtlichen Geh&ouml;rs i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3, &sect; 119 Nr. 3 FGO gest&uuml;tzt, ist substantiiert darzulegen, zu welchen Sach- oder Rechtsfragen sich der Beteiligte vor dem FG nicht &auml;u&szlig;ern konnte oder welches Vorbringen das FG bei seiner Entscheidung nicht zur Kenntnis genommen hat (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 22. April 2008 X B 154\/07, BFH\/NV 2008, 1361, m.w.N.; vom 5. August 2004 II B 159\/02, BFH\/NV 2004, 1665, m.w.N.; Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 119 Rz 14, m.w.N.). Im Streitfall begr&uuml;ndet die Kl&auml;gerin ihre Nichtzulassungsbeschwerde in diesem Punkt damit, das FG habe ihren Vortrag, ob ein Verwaltungsakt, der nur aufgrund einer vors&auml;tzlichen Nichtumsetzung einer europ&auml;ischen Richtlinie zu Stande gekommen sei, an einem besonders schwerwiegenden Fehler leide und dies bei verst&auml;ndiger W&uuml;rdigung aller in Betracht kommenden Umst&auml;nde offenkundig sei, zwar im Tatbestand der angefochtenen Entscheidung erw&auml;hnt, jedoch in den Entscheidungsgr&uuml;nden nicht aufgegriffen. Dort finde sich nicht ein einziges Wort dazu, weshalb trotz der im Verfahren durch Urkunden nachgewiesenen Kenntnis der zust&auml;ndigen Organe der Gesetzgebung seit 1973, die vors&auml;tzliche Nichtumsetzung der Steuerbefreiung, die zu der vorliegenden falschen Besteuerung gef&uuml;hrt habe, nicht zur Nichtigkeit nach &sect; 125 Abs. 1 AO f&uuml;hre.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der von der Kl&auml;gerin geltend gemachte Verfahrensmangel in Gestalt der Verletzung des rechtlichen Geh&ouml;rs liegt im Streitfall nicht vor. Das rechtliche Geh&ouml;r ist erst dann verletzt, wenn sich aus den besonderen Umst&auml;nden des Einzelfalls deutlich ergibt, dass das Gericht ein tats&auml;chliches Vorbringen entweder &uuml;berhaupt nicht zur Kenntnis genommen oder bei seiner Entscheidung ersichtlich nicht in Erw&auml;gung gezogen hat. Die richterliche Pflicht geht jedoch nicht soweit, dass sich das Gericht mit jedem Vorbringen in den Entscheidungsgr&uuml;nden ausdr&uuml;cklich befassen m&uuml;sste, da davon auszugehen ist, dass das Gericht das Vorbringen der Beteiligten auch zur Kenntnis genommen hat. Es darf das Vorbringen au&szlig;er Acht lassen, das nach seiner Auffassung unerheblich oder unsubstantiiert ist (vgl. BFH-Beschluss in BFH\/NV 2008, 1361, m.w.N.). Das FG f&uuml;hrt in den Entscheidungsgr&uuml;nden der angefochtenen Entscheidung aus, dass die nicht ordnungsgem&auml;&szlig;e Umsetzung des Art. 13 Teil B Buchst. f der Richtlinie 77\/388\/EWG allenfalls zur Gemeinschaftsrechtswidrigkeit der Umsatzsteuerfestsetzung, nicht aber zu deren Nichtigkeit f&uuml;hre (FG-Urteil Seite 6), und der von der Kl&auml;gerin angef&uuml;hrte &quot;qualifizierte Versto&szlig; gegen das Gemeinschaftsrecht&quot; keine Voraussetzung f&uuml;r die unmittelbare Wirkung einer Richtlinienvorschrift, sondern f&uuml;r einen gemeinschaftsrechtlichen Entsch&auml;digungsanspruch sei (FG-Urteil Seite 7). Das FG hat somit entgegen der Ansicht der Kl&auml;gerin deren tats&auml;chliches Vorbringen im finanzgerichtlichen Verfahren nicht nur zur Kenntnis genommen, sondern bei seiner Entscheidung ersichtlich auch in Erw&auml;gung gezogen. Ein Versto&szlig; gegen den Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r liegt nicht deshalb vor, weil das FG der Beurteilung der Sach- und Rechtslage durch die Kl&auml;gerin nicht gefolgt ist. Das Gericht ist nach Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes nicht dazu verpflichtet, sich den Ausf&uuml;hrungen eines Beteiligten in tats&auml;chlicher oder rechtlicher Hinsicht anzuschlie&szlig;en (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschluss in BFH\/NV 2009, 1593, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 3.8.2010, XI B 104\/09 Weder Nichtigkeit noch Steuererlass bei unionsrechtswidriger Festsetzung der Umsatzsteuer aus dem Betrieb von Gl&uuml;cksspielautomaten Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) wegen Nichtzulassung der Revision hat keinen Erfolg. Zum Teil sind die geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde nicht den Anforderungen entsprechend dargelegt; im &Uuml;brigen liegt der hinreichend dargelegte &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-b-104-09-weder-nichtigkeit-noch-steuererlass-bei-unionsrechtswidriger-festsetzung-der-umsatzsteuer-aus-dem-betrieb-von-gluecksspielautomaten\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;B&nbsp;104\/09 &#8211; Weder Nichtigkeit noch Steuererlass bei unionsrechtswidriger Festsetzung der Umsatzsteuer aus dem Betrieb von Gl&uuml;cksspielautomaten<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-11689","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11689","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11689"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11689\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11689"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11689"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11689"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}