{"id":1170,"date":"2012-07-04T00:00:00","date_gmt":"2012-07-03T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=1170"},"modified":"2020-09-14T12:46:59","modified_gmt":"2020-09-14T10:46:59","slug":"ii-r-15-11-vom-erblasser-herruehrende-steuerschulden-fuer-das-todesjahr-als-nachlassverbindlichkeiten-aufteilung-von-abschlusszahlungen-bei-zusammenveranlagung-von-im-selben-jahr-verstorbenen-ehegatte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-15-11-vom-erblasser-herruehrende-steuerschulden-fuer-das-todesjahr-als-nachlassverbindlichkeiten-aufteilung-von-abschlusszahlungen-bei-zusammenveranlagung-von-im-selben-jahr-verstorbenen-ehegatte\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;15\/11 &#8211; Vom Erblasser herr&uuml;hrende Steuerschulden f&uuml;r das Todesjahr als Nachlassverbindlichkeiten &#8211; Aufteilung von Abschlusszahlungen bei Zusammenveranlagung von im selben Jahr verstorbenen Ehegatten"},"content":{"rendered":"<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Urteil vom 4.7.2012, II R 15\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Vom Erblasser herr\u00fchrende Steuerschulden f\u00fcr das Todesjahr als Nachlassverbindlichkeiten &#8211; Aufteilung von Abschlusszahlungen bei Zusammenveranlagung von im selben Jahr verstorbenen Ehegatten<\/p>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Leits\u00e4tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die auf den Erben entsprechend seiner Erbquote entfallenden Abschlusszahlungen f\u00fcr die vom Erblasser herr\u00fchrende Einkommensteuer des Todesjahres, einschlie\u00dflich Kirchensteuer und Solidarit\u00e4tszuschlag, sind als Nachlassverbindlichkeiten gem\u00e4\u00df \u00a7 10 Abs. 5 Nr. 1 ErbStG abzugsf\u00e4hig (\u00c4nderung der Rechtsprechung).<\/p>\n<p>2. Bei einer Zusammenveranlagung von im selben Jahr verstorbenen Ehegatten sind Abschlusszahlungen f\u00fcr das Todesjahr analog \u00a7 270 AO aufzuteilen und als Nachlassverbindlichkeiten beim jeweiligen Erwerb von Todes wegen abzugsf\u00e4hig.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Die Kl\u00e4gerin und Revisionskl\u00e4gerin (Kl\u00e4gerin) ist neben ihrer Schwester zu 1\/2 Miterbin ihres am 31.\u00a0Dezember 2004 verstorbenen Vaters (V). Ihre Mutter (M) war bereits am 13.\u00a0November 2004 vorverstorben. F\u00fcr 2004 wurden V und M zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. F\u00fcr Einkommensteuer, Kirchensteuer und Solidarit\u00e4tszuschlag f\u00fcr 2004 waren &#8211;nach Anrechnung der von V und M entrichteten Vorauszahlungen, des Zinsabschlags und der Kapitalertragsteuer&#8211; Abschlusszahlungen in H\u00f6he von insgesamt 1.823.885\u00a0EUR zu entrichten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4gerin machte die H\u00e4lfte der Abschlusszahlungen als Nachlassverbindlichkeiten geltend. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) versagte in dem ge\u00e4nderten Steuerbescheid vom 22.\u00a0September 2008 einen Abzug und setzte die Erbschaftsteuer gegen die Kl\u00e4gerin auf 473.936\u00a0EUR fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage blieben ohne Erfolg. Das Finanzgericht (FG) ging davon aus, dass die Einkommensteuer des Todesjahres des Erblassers beim Erben nicht als Nachlassverbindlichkeit abgezogen werden k\u00f6nne, weil sie am ma\u00dfgeblichen Stichtag noch nicht entstanden gewesen sei. Das Urteil des FG ist ver\u00f6ffentlicht in Entscheidungen der Finanzgerichte 2011, 1342.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r\u00fcgt die Kl\u00e4gerin die Verletzung des \u00a7\u00a010 Abs.\u00a05 Nr.\u00a01 des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes (ErbStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>W\u00e4hrend des Revisionsverfahrens hat das FA mit Bescheid vom 5.\u00a0Juni 2012 die Erbschaftsteuer wegen hier nicht streitiger Punkte auf 532.817\u00a0EUR erh\u00f6ht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>In der m\u00fcndlichen Verhandlung hat die Kl\u00e4gerin erkl\u00e4rt, ihre Eltern h\u00e4tten ein <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/berliner-testament\/\">Berliner Testament<\/a> errichtet. Danach h\u00e4tten sich die Eltern gegenseitig zu alleinigen Erben eingesetzt. Die Erbschaft nach ihrer Mutter sei ausgeschlagen worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4gerin beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und den Erbschaftsteuerbescheid vom 5.\u00a0Juni 2012 dahin zu \u00e4ndern, dass die von ihr zu tragenden Zahlungen der Einkommensteuer, der Kirchensteuer sowie des Solidarit\u00e4tszuschlags f\u00fcr V und M f\u00fcr 2004 in H\u00f6he von 911.942,50\u00a0EUR als zus\u00e4tzliche Nachlassverbindlichkeiten ber\u00fccksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr\u00fcndet. Sie f\u00fchrt bereits aus verfahrensrechtlichen Gr\u00fcnden zur Aufhebung der Vorentscheidung. Da w\u00e4hrend des Revisionsverfahrens ein \u00c4nderungsbescheid ergangen ist, ist das Urteil des FG gegenstandslos geworden (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 17.\u00a0Januar 2008 VI\u00a0R\u00a044\/07, BFHE 220, 269, BStBl II 2011, 21).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Sache ist zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur\u00fcckzuverweisen (\u00a7\u00a0126 Abs.\u00a03 Satz\u00a01 Nr.\u00a02 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die vom FG getroffenen Feststellungen reichen nicht aus, um den von der Kl\u00e4gerin begehrten Abzug der Nachlassverbindlichkeiten beurteilen zu k\u00f6nnen. Die anteilig auf die Kl\u00e4gerin als Miterbin entfallenden Abschlusszahlungen f\u00fcr Einkommensteuer, Kirchensteuer und Solidarit\u00e4tszuschlag f\u00fcr 2004 sind, soweit sie V betreffen, entgegen der Auffassung des FG als Nachlassverbindlichkeiten abzugsf\u00e4hig. Soweit die Abschlusszahlungen M betreffen, sind sie als Nachlassverbindlichkeiten abzugsf\u00e4hig, wenn V Alleinerbe der vorverstorbenen M war. Ist dagegen V wegen einer Ausschlagung der Erbschaft nicht Alleinerbe der M geworden, scheidet ein Abzug der M betreffenden Abschlusszahlungen als Nachlassverbindlichkeiten bei dem hier der Besteuerung zugrunde liegenden Erwerb von Todes wegen nach V aus. Das FG hat &#8211;aus seiner Sicht zu Recht&#8211; noch keine Feststellungen dazu getroffen, ob V Alleinerbe der M war oder ob die Erbschaft ausgeschlagen wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a010 Abs.\u00a05 Nr.\u00a01 ErbStG sind von dem Erwerb des Erben die vom Erblasser herr\u00fchrenden Schulden, soweit sie nicht mit einem zum Erwerb geh\u00f6renden Gewerbebetrieb oder Anteil an einem Gewerbebetrieb in wirtschaftlichem Zusammenhang stehen und bereits nach \u00a7\u00a012 Abs.\u00a05 und 6 ErbStG ber\u00fccksichtigt worden sind, als Nachlassverbindlichkeiten abzugsf\u00e4hig. Nachlassverbindlichkeiten in diesem Sinne sind auch die vom Erblasser herr\u00fchrenden pers\u00f6nlichen Steuerschulden, die gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a01922 Abs.\u00a01 des B\u00fcrgerlichen Gesetzbuchs (BGB), \u00a7\u00a045 Abs.\u00a01 der Abgabenordnung (AO) auf den Erben \u00fcbergegangen sind (st\u00e4ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteil vom 17.\u00a0Februar 2010 II\u00a0R\u00a023\/09, BFHE 229, 363, BStBl II 2010, 641, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nach \u00a7\u00a01922 Abs.\u00a01 BGB geht mit dem Tod einer Person (Erbfall) deren Verm\u00f6gen als Ganzes auf den oder die Erben \u00fcber. Gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a01967 BGB haften die Erben f\u00fcr die Nachlassverbindlichkeiten. Das hierin f\u00fcr den Erbfall statuierte Prinzip der Gesamtrechtsnachfolge beschr\u00e4nkt sich nicht auf den Bereich des Zivilrechts, sondern erstreckt sich auch auf das Steuerrecht (vgl. Beschluss des Gro\u00dfen Senats des BFH vom 17.\u00a0Dezember 2007 GrS\u00a02\/04, BFHE 220, 129, BStBl II 2008, 608, unter D.I.). So ordnet \u00a7\u00a045 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 AO an, dass bei der Gesamtrechtsnachfolge &#8222;die Forderungen und Schulden aus dem Steuerschuldverh\u00e4ltnis auf den Rechtsnachfolger \u00fcber(gehen)&#8220;. Ungeachtet des restriktiv gehaltenen Wortlauts des \u00a7\u00a045 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 AO leitet der BFH in st\u00e4ndiger Rechtsprechung aus dieser Bestimmung her, dass der Erbe als Gesamtrechtsnachfolger grunds\u00e4tzlich in einem umfassenden Sinne sowohl in materieller als auch in verfahrensrechtlicher Hinsicht in die abgabenrechtliche Stellung des Erblassers eintritt (vgl. BFH-Beschluss in BFHE 220, 129, BStBl II 2008, 608, unter D.I.1., m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Zu den abzugsf\u00e4higen Nachlassverbindlichkeiten i.S. des \u00a7\u00a010 Abs.\u00a05 Nr.\u00a01 ErbStG geh\u00f6ren nicht nur die Steuerschulden, die zum Zeitpunkt des Erbfalls bereits rechtlich entstanden waren, sondern auch die Steuerverbindlichkeiten, die der Erblasser als Steuerpflichtiger durch die Verwirklichung von Steuertatbest\u00e4nden begr\u00fcndet hat und die mit dem Ablauf des Todesjahres entstehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Der Abzug von Nachlassverbindlichkeiten nach \u00a7\u00a010 Abs.\u00a05 Nr.\u00a01 ErbStG setzt ebenso wie die Erbenhaftung nach \u00a7\u00a01967 Abs.\u00a02 BGB voraus, dass Schulden vom Erblasser herr\u00fchren. Aus dem Begriff &#8222;herr\u00fchren&#8220; ergibt sich, dass die Verbindlichkeiten zum Zeitpunkt des Erbfalls noch nicht voll wirksam entstanden sein m\u00fcssen. Zivilrechtlich gehen mit dem Erbfall auch &#8222;verhaltene&#8220;, noch werdende und schwebende Rechtsbeziehungen des Erblassers auf den Erben \u00fcber (st\u00e4ndige Rechtsprechung, vgl. Urteil des Bundesgerichtshofs &#8211;BGH&#8211; vom 7.\u00a0Juni 1991 V\u00a0ZR\u00a0214\/89, Neue Juristische Wochenschrift &#8211;NJW&#8211; 1991, 2558, m.w.N.). Deshalb sind Erblasserschulden i.S. des \u00a7\u00a01967 Abs.\u00a02 BGB auch die erst in der Person des Erben entstehenden Verbindlichkeiten, die als solche schon dem Erblasser entstanden w\u00e4ren, wenn er nicht vor Eintritt der zu ihrer Entstehung n\u00f6tigen weiteren Voraussetzung verstorben w\u00e4re (vgl. BGH-Urteil in NJW 1991, 2558).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Diese zivilrechtlichen Grunds\u00e4tze sind auch f\u00fcr die Beurteilung der Nachlassverbindlichkeiten i.S. des \u00a7\u00a010 Abs.\u00a05 Nr.\u00a01 ErbStG zu beachten (vgl. BFH-Urteil vom 5.\u00a0Juli 1978 II\u00a0R\u00a064\/73, BFHE 126, 55, BStBl II 1979, 23; Weinmann in Moench\/Weinmann, \u00a7\u00a010 ErbStG Rz\u00a051). Der Abzug der vom Erblasser herr\u00fchrenden Schulden setzt nicht zwingend voraus, dass beim Tod des Erblassers, also zum ma\u00dfgeblichen Zeitpunkt der Steuerentstehung (\u00a7\u00a09 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 ErbStG), eine rechtliche Verpflichtung bestanden haben muss (vgl. BFH-Urteile vom 18.\u00a0November 1963 II\u00a0166\/61, H\u00f6chstrichterliche Finanzrechtsprechung 1964, 83, und in BFHE 126, 55, BStBl II 1979, 23). Bei einem Erwerb von Todes wegen wirken sich auch Steuerschulden aus der Veranlagung des Erblassers f\u00fcr das Todesjahr bereicherungsmindernd aus, obwohl sie beim Erbfall noch nicht rechtlich entstanden waren. Denn der Erbe hat diese Steuerschulden zu tragen. Entscheidend f\u00fcr den Abzug der Steuerschulden als Nachlassverbindlichkeiten ist, dass der Erblasser in eigener Person und nicht etwa der Erbe als Gesamtrechtsnachfolger steuerrelevante Tatbest\u00e4nde verwirklicht hat und deshalb &#8222;f\u00fcr den Erblasser&#8220; als Steuerpflichtigen eine Steuer entsteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Das f\u00fcr das Erbschaftsteuerrecht ma\u00dfgebliche Stichtagsprinzip (\u00a7\u00a09 und \u00a7\u00a011 ErbStG) steht dem Abzug dieser Steuerverbindlichkeiten nicht entgegen. Bereits zum Zeitpunkt der Steuerentstehung, also beim Tod des Erblassers steht fest, dass die Belastung kraft Gesetzes mit Ablauf des Todesjahres eintreten wird (nachfolgend unter II.2.e). Dabei ist unsch\u00e4dlich, dass zum Zeitpunkt des Erbfalls die Belastung durch Steuerverbindlichkeiten der H\u00f6he nach nicht genau feststeht, weil noch m\u00f6gliche Wahlrechte ausge\u00fcbt werden oder besondere steuerrelevante Ereignisse eintreten k\u00f6nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>d) Soweit aus den haupts\u00e4chlich zum Erfordernis einer wirtschaftlichen Belastung ergangenen Entscheidungen des BFH entnommen werden k\u00f6nnte bzw. kann, dass der Abzug von Nachlassverbindlichkeiten nach \u00a7\u00a010 Abs.\u00a05 Nr.\u00a01 ErbStG &#8222;nur&#8220; bei einer zum Zeitpunkt des Erbfalls bestehenden rechtlichen Verpflichtung m\u00f6glich ist, h\u00e4lt der Senat daran jedenfalls f\u00fcr die kraft Gesetzes aufgrund einer Tatbestandsverwirklichung des Erblassers entstehenden Steueranspr\u00fcche nicht mehr fest (vgl. hierzu BFH-Urteile vom 24.\u00a0M\u00e4rz 1999 II\u00a0R\u00a034\/97, BFH\/NV 1999, 1339; vom 15.\u00a0Januar 2003 II\u00a0R\u00a023\/01, BFHE 200, 413, BStBl II 2003, 267; vom 14.\u00a0Dezember 2004 II\u00a0R\u00a035\/03, BFH\/NV 2005, 1093; vom 14.\u00a0November 2007 II\u00a0R\u00a03\/06, BFH\/NV 2008, 574; in BFHE 229, 363, BStBl II 2010, 641; BFH-Beschluss vom 15.\u00a0Mai 2009 II\u00a0B\u00a0155\/08, BFH\/NV 2009, 1441; differenzierend BFH-Urteil vom 27.\u00a0Juni 2007 II\u00a0R\u00a030\/05, BFHE 217, 190, BStBl II 2007, 651, unter II.3.a). Es verbleibt jedoch dabei, dass der Abzug einer Steuerschuld als Nachlassverbindlichkeit nach \u00a7\u00a010 Abs.\u00a05 Nr.\u00a01 ErbStG &#8211;abweichend vom Zivilrecht&#8211; zus\u00e4tzlich voraussetzt, dass sie eine wirtschaftliche Belastung darstellt (vgl. BFH-Urteil vom 2.\u00a0M\u00e4rz 2011 II\u00a0R\u00a05\/09, BFH\/NV 2011, 1147, unter III.7.c\u00a0aa\u00a0aaa).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>18<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>e) Nach diesen Grunds\u00e4tzen ist die auf den Erben entsprechend seiner Erbquote entfallende Abschlusszahlung f\u00fcr die vom Erblasser herr\u00fchrende Einkommensteuer des Todesjahres als Nachlassverbindlichkeit gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a010 Abs.\u00a05 Nr.\u00a01 ErbStG abzugsf\u00e4hig (vgl. Kapp\/Ebeling, \u00a7\u00a010 ErbStG Rz\u00a082; Gebel in Troll\/Gebel\/J\u00fclicher, ErbStG, \u00a7\u00a010 Rz\u00a0119, 140; Meincke, Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz, Kommentar, 16.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a010 Rz\u00a032, unter a und c; K\u00e4mper\/Milatz, Zeitschrift f\u00fcr Erbrecht und Verm\u00f6gensnachfolge &#8211;ZEV&#8211; 2011, 70; Billig, Umsatzsteuer- und Verkehrsteuer-Recht 2012, 61; a.A. Weinmann, a.a.O., \u00a7\u00a010 ErbStG Rz\u00a054; J\u00fcptner in Fischer\/J\u00fcptner\/Pahlke\/ Wachter, ErbStG, 4.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a010 Rz\u00a0134; Wilms\/Jochum, Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz, \u00a7\u00a010 Rz\u00a0121; Hartmann, Der Erbschaft-Steuer-Berater 2007, 170, unter 3.c; Gleichlautender L\u00e4ndererlass vom 18.\u00a0Januar 2010, ZEV 2010, 107; R\u00a0E\u00a010.8 Abs.\u00a03 Satz\u00a02 der Erbschaftsteuer-Richtlinien 2011, BStBl I Sonder-Nr.\u00a01\/2011, 2, 23\u00a0f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>19<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Stirbt ein Steuerpflichtiger vor Ablauf des Kalenderjahres, ist zum Zeitpunkt des Erbfalls zwar noch keine Einkommensteuer f\u00fcr das Todesjahr entstanden. Der Steuerpflichtige hat aber bis zu seinem Ableben selbst Steuertatbest\u00e4nde verwirklicht und damit das sp\u00e4tere Entstehen der Steuerverbindlichkeiten begr\u00fcndet. Mit seinem Ableben tritt der Erbe in die Rechtsstellung des Verstorbenen (Erblasser) ein; der durch den Erblasser (Steuerpflichtiger) begr\u00fcndete, mit Ablauf des Todesjahres entstehende Anspruch aus dem Steuerschuldverh\u00e4ltnis geht auf den Erben \u00fcber.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>20<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Anspr\u00fcche aus dem Steuerschuldverh\u00e4ltnis entstehen, sobald der Tatbestand verwirklicht ist, an den das Gesetz die Leistungspflicht kn\u00fcpft (\u00a7\u00a038 AO). Die Einkommensteuer ist eine Jahressteuer (\u00a7\u00a02 Abs.\u00a07 Satz\u00a01 des Einkommensteuergesetzes in der f\u00fcr 2004 ma\u00dfgeblichen Fassung &#8211;EStG&#8211;), die nach \u00a7\u00a036 Abs.\u00a01 EStG mit Ablauf des Veranlagungszeitraums entsteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>21<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Sie wird nach Ablauf des Kalenderjahres (Veranlagungszeitraum) nach dem Einkommen veranlagt, das der Steuerpflichtige in diesem Veranlagungszeitraum bezogen hat, soweit nicht nach \u00a7\u00a046 EStG eine Veranlagung unterbleibt (\u00a7\u00a025 Abs.\u00a01 EStG). Stirbt der Steuerpflichtige vor Ablauf des Kalenderjahres und endet damit seine pers\u00f6nliche Steuerpflicht, wird der Veranlagung f\u00fcr das Todesjahr (Kalenderjahr) ein abgek\u00fcrzter Ermittlungszeitraum zugrunde gelegt. Die Veranlagung ist auf das bis zum Tod des Steuerpflichtigen erzielte Einkommen zu beschr\u00e4nken (vgl. BFH-Beschluss in BFHE 220, 129, BStBl II 2008, 608, unter D.III.1.). Im Hinblick darauf, dass das Einkommen des Erblassers erfasst und damit an die Verwirklichung des Steuertatbestands durch den Erblasser angekn\u00fcpft wird, ist die Einkommensteuer des Todesjahres unmittelbar in der Person des Erblassers (Steuerpflichtiger) begr\u00fcndet. Eine etwaige Einkommensteuerschuld f\u00fcr das Todesjahr des Erblassers bleibt trotz des \u00dcbergangs auf den Erben eine vom Erblasser herr\u00fchrende Steuerschuld. Insoweit ist unerheblich, dass der Einkommensteuerbescheid f\u00fcr den Erblasser gegen\u00fcber dem Erben als Gesamtrechtsnachfolger ergeht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>22<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Soweit der Erbe selbst einkommensteuerrelevante Tatbest\u00e4nde verwirklicht, wie z.B. beim Zufluss nachtr\u00e4glicher Einnahmen aus einer ehemaligen T\u00e4tigkeit des Erblassers nach \u00a7\u00a024 Nr.\u00a02 EStG (vgl. BFH-Urteil vom 24.\u00a0Januar 1996 X\u00a0R\u00a014\/94, BFHE 179, 406, BStBl II 1996, 287, unter 3.), sind die darauf entfallenden Einkommensteuerzahlungen des Erben keine Nachlassverbindlichkeiten nach \u00a7\u00a010 Abs.\u00a05 Nr.\u00a01 ErbStG. Obwohl der Erblasser die Grundlage f\u00fcr den Zufluss von Einnahmen gesetzt hat, wird der Steuertatbestand in diesen F\u00e4llen erst mit dem Zufluss der Einnahmen durch den Erben als Steuerpflichtigen verwirklicht (vgl. BFH-Urteil in BFHE 179, 406, BStBl II 1996, 287).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>23<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>cc) Eine bereits am Todestag des Erblassers bestehende rechtliche Verpflichtung als Voraussetzung f\u00fcr den Abzug von Steuerschulden als Nachlassverbindlichkeiten i.S. des \u00a7\u00a010 Abs.\u00a05 Nr.\u00a01 ErbStG kann auch nicht daraus hergeleitet werden, dass nur rechtlich entstandene Steuererstattungsanspr\u00fcche zum Erwerb i.S. des \u00a7\u00a010 Abs.\u00a01 ErbStG z\u00e4hlen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>24<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nach der Rechtsprechung des BFH fallen Einkommensteuererstattungsanspr\u00fcche, die das Todesjahr des Erblassers betreffen, jedenfalls bei einer Zusammenveranlagung mit dem \u00fcberlebenden Ehegatten nicht in den steuerpflichtigen Erwerb nach \u00a7\u00a010 Abs.\u00a01 ErbStG, weil sie erst mit Ablauf des Todesjahres entstehen (vgl. BFH-Urteil vom 16.\u00a0Januar 2008 II\u00a0R\u00a030\/06, BFHE 220, 518, BStBl II 2008, 626). F\u00fcr Erwerbe ab dem 1.\u00a0Januar 2009 gilt zudem \u00a7\u00a010 Abs.\u00a01 Satz\u00a03 ErbStG (i.d.F. des Erbschaftsteuerreformgesetzes vom 24.\u00a0Dezember 2008, BGBl I 2008, 3018, BStBl I 2009, 140). Danach sind Steuererstattungsanspr\u00fcche des Erblassers zu ber\u00fccksichtigen, wenn sie rechtlich entstanden sind (\u00a7\u00a037 Abs.\u00a02 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>25<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das Ankn\u00fcpfen an unterschiedliche Voraussetzungen f\u00fcr den Abzug von Steuerschulden als Nachlassverbindlichkeiten einerseits und f\u00fcr den Ansatz von Steuererstattungsanspr\u00fcchen als Erwerb andererseits beruht auf den unterschiedlichen Regelungen in \u00a7\u00a010 Abs.\u00a01 und Abs.\u00a05 Nr.\u00a01 ErbStG. Denn f\u00fcr den Abzug von Schulden als Nachlassverbindlichkeiten kommt es nach \u00a7\u00a010 Abs.\u00a05 Nr.\u00a01 ErbStG nur darauf an, dass sie vom Erblasser &#8222;herr\u00fchren&#8220;. F\u00fcr eine einschr\u00e4nkende Auslegung des Begriffs &#8222;herr\u00fchren&#8220; im Sinne von &#8222;rechtlich entstanden&#8220; ist ein zwingender Grund nicht ersichtlich. Eine solche Auslegung w\u00fcrde auch dem im Erbschaftsteuerrecht geltenden Bereicherungsprinzip zuwiderlaufen, weil der Erbe in H\u00f6he der entstehenden und von ihm zu begleichenden Steuerschulden f\u00fcr das Todesjahr des Erblassers nicht bereichert ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>26<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>dd) Hat der Erblasser den Steuertatbestand verwirklicht, ist als Nachlassverbindlichkeit die Einkommensteuer-Abschlusszahlung i.S. des \u00a7\u00a036 Abs.\u00a04 Satz\u00a01 EStG, also diejenige Einkommensteuer abzugsf\u00e4hig, die sich nach Anrechnung der vom Erblasser entrichteten Einkommensteuer-Vorauszahlungen und der durch Steuerabzug erhobenen anrechenbaren Einkommensteuer (vgl. \u00a7\u00a036 Abs.\u00a02 EStG) ergibt. Es kommt dabei allein auf die materielle Rechtslage und nicht auf die Steuerfestsetzungen an (vgl. BFH-Urteil in BFHE 220, 518, BStBl II 2008, 626).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>27<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>f) Zu den vom Erblasser herr\u00fchrenden Schulden geh\u00f6ren diejenigen Steuerverbindlichkeiten, die durch ihn selbst begr\u00fcndet wurden. Das sind Steuerverbindlichkeiten, die entstehen, weil der Erblasser den Steuertatbestand verwirklicht hat. Bei einer Zusammenveranlagung von Ehegatten zur Einkommensteuer f\u00fcr das Todesjahr eines oder beider Ehegatten sind Steuerverbindlichkeiten grunds\u00e4tzlich auf die Ehegatten aufzuteilen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>28<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Werden Ehegatten zusammen zur Einkommensteuer veranlagt, werden die Eink\u00fcnfte, die die Ehegatten erzielt haben, zusammengerechnet, den Ehegatten gemeinsam zugerechnet und, soweit nichts anderes vorgeschrieben ist, die Ehegatten sodann gemeinsam als Steuerpflichtiger behandelt (\u00a7\u00a026b EStG). Aufgrund dieser Zusammenveranlagung sind die Ehegatten Gesamtschuldner der Einkommensteuer (\u00a7\u00a044 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 AO). Soweit nichts anderes bestimmt ist, schuldet jeder Gesamtschuldner die gesamte Leistung (\u00a7\u00a044 Abs.\u00a01 Satz\u00a02 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>29<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Stirbt einer der Ehegatten und ergibt sich aufgrund der Zusammenveranlagung der Ehegatten f\u00fcr das Todesjahr eine Abschlusszahlung, ist die vom verstorbenen Ehegatten als Erblasser herr\u00fchrende Einkommensteuerschuld analog \u00a7\u00a0270 AO (in der f\u00fcr 2004 ma\u00dfgeblichen Fassung) zu ermitteln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>30<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Gesamtschuldner k\u00f6nnen f\u00fcr das Vollstreckungsverfahren so gestellt werden, als seien sie Einzelschuldner (\u00a7\u00a0268 AO). Hierzu wird nach Ma\u00dfgabe der \u00a7\u00a7\u00a0269\u00a0ff. AO die Gesamtschuld auf die einzelnen Steuerschuldner aufgeteilt. Zur Bestimmung des Aufteilungsma\u00dfstabs sind grunds\u00e4tzlich fiktive getrennte Veranlagungen durchzuf\u00fchren; das Verh\u00e4ltnis der sich daraus ergebenden Steuerbetr\u00e4ge ergibt den Aufteilungsschl\u00fcssel f\u00fcr die r\u00fcckst\u00e4ndige Steuer (\u00a7\u00a0270 AO in der f\u00fcr 2004 ma\u00dfgeblichen Fassung). Dadurch wird erreicht, dass jeder der Gesamtschuldner nur noch mit dem Steuerbetrag in Anspruch genommen wird, der seinem Anteil am zusammen veranlagten Einkommen entspricht (vgl. BFH-Urteil vom 17.\u00a0Januar 2008 VI\u00a0R\u00a045\/04, BFHE 220, 204, BStBl II 2008, 418; BFH-Beschluss vom 3.\u00a0November 2010 X\u00a0S\u00a028\/10, BFH\/NV 2011, 203).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>31<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Ebenso ist zu verfahren, wenn die Zusammenveranlagung von Ehegatten f\u00fcr das Jahr, in dem einer der Ehegatten verstorben ist, zu einer Einkommensteuer-Abschlusszahlung (vgl. \u00a7\u00a036 Abs.\u00a04 Satz\u00a01 EStG) f\u00fchrt und zu kl\u00e4ren ist, inwieweit diese zu den Nachlassverbindlichkeiten geh\u00f6rt. Soweit die Abschlusszahlung nach einer Aufteilung analog \u00a7\u00a0270 AO (in der f\u00fcr 2004 ma\u00dfgeblichen Fassung) auf den Verstorbenen (Erblasser) entf\u00e4llt, ist sie beim Erwerb des Erben als eine vom Erblasser herr\u00fchrende Nachlassverbindlichkeit abzugsf\u00e4hig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>32<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>cc) Entsprechendes gilt, wenn zusammen veranlagte Ehegatten im selben Jahr versterben und die Veranlagung zur Einkommensteuer f\u00fcr das Todesjahr zu einer Abschlusszahlung f\u00fchrt. Die Abschlusszahlung ist analog \u00a7\u00a0270 AO (in der f\u00fcr 2004 ma\u00dfgeblichen Fassung) auf die Ehegatten aufzuteilen und als Nachlassverbindlichkeit beim jeweiligen Erwerb von Todes wegen abzugsf\u00e4hig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>33<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Ist jedoch bei einem Ableben der Ehegatten im selben Jahr der zweitverstorbene Ehegatte Alleinerbe des zuerst verstorbenen Ehegatten gewesen, ist beim Erwerb der Erben des zweitverstorbenen Ehegatten die gesamte Abschlusszahlung aus der Zusammenveranlagung der verstorbenen Ehegatten f\u00fcr das Todesjahr als Nachlassverbindlichkeit abzugsf\u00e4hig. Soweit die Abschlusszahlung auf den zweitverstorbenen Ehegatten entf\u00e4llt, ist sie eine von diesem als Erblasser herr\u00fchrende Steuerverbindlichkeit, weil er den Steuertatbestand verwirklicht hat. Soweit die Abschlusszahlung auf den zuerst verstorbenen Ehegatten entf\u00e4llt, handelt es sich um eine Steuerschuld, die zivil- und steuerrechtlich mit dem Ableben des zuerst verstorbenen Ehegatten als schwebende Rechtsbeziehung auf den zun\u00e4chst \u00fcberlebenden Ehegatten und bei dessen Ableben auf seine Erben \u00fcbergegangen ist. Diese Steuerschuld, die auf einer Verwirklichung des Steuertatbestands durch den zuerst verstorbenen Ehegatten beruht, ist erbschaftsteuerrechtlich als eine vom zweitverstorbenen Ehegatten herr\u00fchrende Nachlassverbindlichkeit abzugsf\u00e4hig, weil sie bereits den Erwerb des zweitverstorbenen Ehegatten minderte und bei seinem Ableben mangels entsprechender Tilgung als schwebende, mit Ablauf des Jahres entstehende Belastung weiterbestand. Sie mindert deshalb auch die Bereicherung der Erben des zweitverstorbenen Ehegatten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>34<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>g) Nach diesen Grunds\u00e4tzen ist auch zu entscheiden, ob Abschlusszahlungen, die auf den mit Ablauf des Kalenderjahres entstehenden Solidarit\u00e4tszuschlag (vgl. \u00a7\u00a01 Abs.\u00a02 des Solidarit\u00e4tszuschlaggesetzes) sowie f\u00fcr die ebenfalls an das Einkommen ankn\u00fcpfende, nach Landesrecht festzusetzende Kirchensteuer entfallen (vgl. \u00a7\u00a051a Abs.\u00a01 EStG), als Nachlassverbindlichkeiten abzugsf\u00e4hig sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>35<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. Die abzugsf\u00e4higen Nachlassverbindlichkeiten sind mit ihrem nach \u00a7\u00a012 ErbStG zu ermittelnden Wert abzuziehen (\u00a7\u00a010 Abs.\u00a01 Satz\u00a02 ErbStG). Schulden sind mit dem Nennwert anzusetzen, wenn nicht besondere Umst\u00e4nde einen h\u00f6heren oder geringeren Wert begr\u00fcnden (\u00a7\u00a012 Abs.\u00a01 ErbStG i.V.m. \u00a7\u00a012 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 des Bewertungsgesetzes &#8211;BewG&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>36<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>F\u00fcr Steuerverbindlichkeiten, die mit Ablauf des Todesjahres des Erblassers entstehen, verbleibt es beim Ansatz mit dem Nennwert, obwohl die zu einer Abschlusszahlung f\u00fchrende Festsetzung erst nach dem Stichtag f\u00fcr die Entstehung der Erbschaftsteuer erfolgt. Besondere Umst\u00e4nde, die eine Abweichung vom Nennwert rechtfertigen k\u00f6nnten, sind nicht ersichtlich. Eine Abzinsung nach \u00a7\u00a012 Abs.\u00a03 BewG scheidet ebenfalls aus, weil es an einem von vornherein bestimmten Zeitpunkt f\u00fcr den Eintritt der F\u00e4lligkeit der Einkommensteuer, der Kirchensteuer und des Solidarit\u00e4tszuschlags fehlt und somit die Berechnungs- oder Sch\u00e4tzungsgrundlagen f\u00fcr eine Abzinsung fehlen (vgl. BFH-Urteile vom 17.\u00a0Januar 1996 II\u00a0R\u00a04\/93, BFH\/NV 1996, 649, unter II.3.b; in BFHE 220, 518, BStBl II 2008, 626, betr. Einkommensteuererstattungsanspr\u00fcche). Einkommensteuernachforderungen sind im \u00dcbrigen nur innerhalb des in \u00a7\u00a0233a Abs.\u00a02 AO bestimmten Zeitraums unverzinslich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>37<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>4. Danach mindern im Streitfall die anteilig auf die Kl\u00e4gerin entfallenden Abschlusszahlungen f\u00fcr Einkommensteuer, Kirchensteuer und Solidarit\u00e4tszuschlag f\u00fcr 2004, soweit sie V betreffen, als Nachlassverbindlichkeiten den Erwerb der Kl\u00e4gerin. Die Sache ist jedoch nicht spruchreif. Aufgrund der vom FG getroffenen tats\u00e4chlichen Feststellungen kann nicht beurteilt werden, ob die Abschlusszahlungen, soweit sie M betreffen, ebenfalls als Nachlassverbindlichkeiten vom Erwerb der Kl\u00e4gerin aufgrund des Ablebens des V abgezogen werden k\u00f6nnen. Der von der Kl\u00e4gerin begehrte Abzug der h\u00e4lftigen Abschlusszahlungen in H\u00f6he von 911.942,50\u00a0EUR ist nur dann zu gew\u00e4hren, wenn V Alleinerbe der M war. Ist dagegen die Erbschaft des V nach M ausgeschlagen worden, wie die Kl\u00e4gerin in der m\u00fcndlichen Verhandlung vor dem BFH vorgetragen hat, sind die Abschlusszahlungen nur insoweit abzugsf\u00e4hig, als sie auf V entfallen. Das FG wird daher noch festzustellen haben, ob V Alleinerbe war und die Erbschaft ausgeschlagen wurde. Im Fall der Ausschlagung ist weiter festzustellen, inwieweit die Abschlusszahlungen entsprechend \u00a7\u00a0270 AO (in der f\u00fcr 2004 ma\u00dfgeblichen) Fassung auf V entfallen; in diesem Fall sind die auf M entfallenden Abschlusszahlungen nicht als Nachlassverbindlichkeiten vom Erwerb der Kl\u00e4gerin abzuziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 4.7.2012, II R 15\/11 Vom Erblasser herr\u00fchrende Steuerschulden f\u00fcr das Todesjahr als Nachlassverbindlichkeiten &#8211; Aufteilung von Abschlusszahlungen bei Zusammenveranlagung von im selben Jahr verstorbenen Ehegatten Leits\u00e4tze 1. Die auf den Erben entsprechend seiner Erbquote entfallenden Abschlusszahlungen f\u00fcr die vom Erblasser herr\u00fchrende Einkommensteuer des Todesjahres, einschlie\u00dflich Kirchensteuer und Solidarit\u00e4tszuschlag, sind als Nachlassverbindlichkeiten gem\u00e4\u00df &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-15-11-vom-erblasser-herruehrende-steuerschulden-fuer-das-todesjahr-als-nachlassverbindlichkeiten-aufteilung-von-abschlusszahlungen-bei-zusammenveranlagung-von-im-selben-jahr-verstorbenen-ehegatte\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;15\/11 &#8211; Vom Erblasser herr&uuml;hrende Steuerschulden f&uuml;r das Todesjahr als Nachlassverbindlichkeiten &#8211; Aufteilung von Abschlusszahlungen bei Zusammenveranlagung von im selben Jahr verstorbenen Ehegatten<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[1566],"class_list":["post-1170","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online","tag-steuerschulden-als-nachlassverbindlichkeiten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1170","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1170"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1170\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1170"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1170"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1170"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}