{"id":11701,"date":"2012-12-07T04:22:34","date_gmt":"2012-12-07T02:22:34","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=11701"},"modified":"2012-12-07T04:22:34","modified_gmt":"2012-12-07T02:22:34","slug":"iii-b-70-09-kein-einfluss-von-ausbildungsdarlehen-auf-die-hoehe-der-einkuenfte-bezuege-des-kindes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-70-09-kein-einfluss-von-ausbildungsdarlehen-auf-die-hoehe-der-einkuenfte-bezuege-des-kindes\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;70\/09 &#8211; Kein Einfluss von Ausbildungsdarlehen auf die H&ouml;he der Eink&uuml;nfte\/Bez&uuml;ge des Kindes"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.8.2010, III B 70\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Kein Einfluss von Ausbildungsdarlehen auf die H&ouml;he der Eink&uuml;nfte\/Bez&uuml;ge des Kindes<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) beantragte Kindergeld f&uuml;r ihren im August 1979 geborenen und im Streitjahr 2003 studierenden Sohn (S). Die Beklagte und Beschwerdegegnerin (Familienkasse) lehnte den Antrag auf Festsetzung von Kindergeld mit der Begr&uuml;ndung ab, dass die Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge des S im Jahr 2003 insgesamt 8.708 EUR betragen h&auml;tten und damit &uuml;ber dem Grenzbetrag von 7.188 EUR l&auml;gen. Mit dem Einspruch machte die Kl&auml;gerin erfolglos geltend, die Familienkasse habe bei der Berechnung der Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge die R&uuml;ckzahlung des von der X gew&auml;hrten F&ouml;rderdarlehens f&uuml;r den Auslandsstudienaufenthalt in H&ouml;he von 2.426 EUR zu Unrecht nicht ber&uuml;cksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage als unbegr&uuml;ndet ab. Entgegen der Ansicht der Kl&auml;gerin k&ouml;nne die Darlehensr&uuml;ckzahlung die Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge des Kindes nicht mindern. Denn Aufnahme und R&uuml;ckzahlung von Darlehen beeinflussten die Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge nicht. Unbeachtlich sei, dass das Darlehen urspr&uuml;nglich zur Finanzierung eines Studiums im Ausland aufgenommen worden sei. Denn die von der X an den ausl&auml;ndischen Veranstalter im Jahr 2001 gezahlten 7.850 US $ seien grunds&auml;tzlich als besondere Ausbildungskosten zu ber&uuml;cksichtigen, nicht aber die von der Kl&auml;gerin geltend gemachten Betr&auml;ge zur Tilgung des Darlehens von der X.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen wendet sich die Kl&auml;gerin mit ihrer Beschwerde, mit der sie die Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung und zur Fortbildung des Rechts begehrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Vielzahl von Sch&uuml;lern und Studenten n&auml;hmen allj&auml;hrlich Austauschangebote wahr, die die X anbiete. Unter den Teilnehmern, die im Wege des Austausches Zeiten im Ausland verbr&auml;chten, bef&auml;nden sich viele Stipendiaten und Teilnehmer, die die anfallenden Kosten nicht auf einmal, nicht sofort und\/oder sogar gar nicht aufbringen k&ouml;nnten und deshalb vom F&ouml;rderkreis der X gef&ouml;rdert w&uuml;rden. Die Beitr&auml;ge, die im Wesentlichen als Darlehen gew&auml;hrt w&uuml;rden, w&uuml;rden also zun&auml;chst aus F&ouml;rdergeldern der X vorgeschossen und an die ausl&auml;ndischen Partner, hier die Universit&auml;t Z, &uuml;berwiesen und sodann an den F&ouml;rderkreis der X zur&uuml;ckgezahlt. Grunds&auml;tzlich bedeutsam sei die Rechtsfrage, ob nur die am Anfang einer solchen Zusatzausbildung von der X bzw. deren F&ouml;rderkreis gezahlten Kosten kindergeldrechtlich von Bedeutung seien oder inwieweit die Darlehensbetr&auml;ge jeweils in den Jahren ihrer R&uuml;ckzahlung kindergeldrechtlich ber&uuml;cksichtigt und von eventuellem eigenem Einkommen der Kinder abgezogen werden k&ouml;nnten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die angestrebte Entscheidung in der Rechtssache diene auch der Fortbildung des Rechts. Die Trennung zwischen Darlehensaufnahme und Darlehensr&uuml;ckzahlung einerseits unabh&auml;ngig vom Inhalt des Darlehensvertrages, von der Person des Darlehensnehmers und von dessen Sinn und Zweck sowie ohne Ber&uuml;cksichtigung der Zweckgebundenheit einer Darlehensgew&auml;hrung bed&uuml;rfe der Kl&auml;rung und sei bisher noch nicht entschieden worden. Abzustellen sei darauf, wann die dem Grunde nach zu ber&uuml;cksichtigenden Kosten aus dem Verm&ouml;gen des Betroffenen tats&auml;chlich abgeflossen seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet und wird durch Beschluss zur&uuml;ckgewiesen (&sect; 116 Abs. 5 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Rechtsfrage, zu welchem Zeitpunkt bzw. in welchem Kalenderjahr von Dritten durch Darlehen vorfinanzierte Aufwendungen f&uuml;r Ausbildungszwecke bei den Eink&uuml;nften und Bez&uuml;gen des Kindes i.S. des &sect; 32 Abs. 4 Satz 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) zu ber&uuml;cksichtigen sind, ist nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und hat damit keine grunds&auml;tzliche Bedeutung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO). Damit scheidet auch eine Zulassung zur Fortbildung des Rechts (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2&nbsp;&nbsp;1. Alternative FGO) aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung ist f&uuml;r die steuerliche Abziehbarkeit von Ausbildungsdarlehen ma&szlig;gebend, wann die kreditfinanzierten Aufwendungen verausgabt worden sind (Urteil des Bundesfinanzhofs vom 25. September 1992 VI R 90\/90, BFH\/NV 1993, 163). Die Finanzierung des Studiums durch ein Darlehen ist selbst steuerlich neutral. Wegen der grunds&auml;tzlich bestehenden R&uuml;ckzahlungsverpflichtungen werden Darlehen, wie sie z.B. im Rahmen des Bundesausbildungsf&ouml;rderungsgesetzes (BAf&ouml;G) gew&auml;hrt werden, nicht den zur Bestreitung des Unterhalts oder der Berufsausbildung geeigneten Bez&uuml;gen i.S. von &sect; 32 Abs. 4 Satz 2 EStG zugerechnet (Senatsurteil vom 19. April 2007 III R 65\/06, BFHE 218, 70, BStBl II 2008, 756, unter Hinweis auf die Dienstanweisung zur Durchf&uuml;hrung des Familienleistungsausgleichs nach dem X. Abschnitt des Einkommensteuergesetzes &#8211;DA-FamEStG&#8211; 63.4.2.6 Abs. 2 a.F., jetzt DA-FamEStG 2009&nbsp;&nbsp;63.4.2.3.3 Abs. 2). Danach f&uuml;hrt der Erhalt des BAf&ouml;G-Darlehens bei dem Kind weder zu steuerpflichtigen Einnahmen noch zu kindergeldsch&auml;dlichen Bez&uuml;gen, entsprechend kann die R&uuml;ckzahlung des Darlehens auch nicht bei den Eink&uuml;nften bzw. Bez&uuml;gen ber&uuml;cksichtigt werden (vgl. auch FG N&uuml;rnberg, Urteil vom 31. Mai 2006 III 129\/2004, Deutsches Steuerrecht\/Entscheidungsdienst 2007, 89).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Vorfinanzierung spezieller Ausbildungsabschnitte durch die X durch Darlehen mit sp&auml;ter einsetzender Tilgungsverpflichtung wie im Streitfall unterscheidet sich insoweit inhaltlich nicht von den BAf&ouml;G-Darlehen. Daran &auml;ndert auch die Zweckgebundenheit der Darlehen der X nichts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.8.2010, III B 70\/09 Kein Einfluss von Ausbildungsdarlehen auf die H&ouml;he der Eink&uuml;nfte\/Bez&uuml;ge des Kindes Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) beantragte Kindergeld f&uuml;r ihren im August 1979 geborenen und im Streitjahr 2003 studierenden Sohn (S). 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