{"id":11742,"date":"2012-12-19T16:11:34","date_gmt":"2012-12-19T14:11:34","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=11742"},"modified":"2012-12-19T16:11:34","modified_gmt":"2012-12-19T14:11:34","slug":"vi-r-60-09-steuerermaessigung-fuer-handwerkerleistungen-auslegung-des-begriffs-inlaendischer-haushalt-keine-verdoppelung-der-steuerermaessigung-des-par-35a-abs-2-satz-2-estg-bei-ehegatten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-60-09-steuerermaessigung-fuer-handwerkerleistungen-auslegung-des-begriffs-inlaendischer-haushalt-keine-verdoppelung-der-steuerermaessigung-des-par-35a-abs-2-satz-2-estg-bei-ehegatten\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;60\/09 &#8211; Steuererm&auml;&szlig;igung f&uuml;r Handwerkerleistungen &#8211; Auslegung des Begriffs &quot;inl&auml;ndischer Haushalt&quot; &#8211; Keine Verdoppelung der Steuererm&auml;&szlig;igung des &sect; 35a Abs. 2 Satz 2 EStG bei Ehegatten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.7.2010, VI R 60\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Steuererm&auml;&szlig;igung f&uuml;r Handwerkerleistungen &#8211; Auslegung des Begriffs &quot;inl&auml;ndischer Haushalt&quot; &#8211; Keine Verdoppelung der Steuererm&auml;&szlig;igung des &sect; 35a Abs. 2 Satz 2 EStG bei Ehegatten<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Auch im Fall der Zusammenveranlagung von Ehegatten nach &sect; 26b EStG ist die Steuererm&auml;&szlig;igung des &sect; 35a Abs. 2 Satz 2 EStG bei mehreren von den Ehepartnern tats&auml;chlich genutzten Wohnungen auf den H&ouml;chstbetrag von 600 EUR begrenzt.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob ein Ehepaar f&uuml;r Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsma&szlig;nahmen, die in zwei Wohnungen des Ehepaares erbracht wurden, die Steuererm&auml;&szlig;igung f&uuml;r Handwerkerleistungen nach &sect; 35a Abs. 2 Satz 2 des Einkommensteuergesetzes in der im Streitjahr (2006) geltenden Fassung (EStG) f&uuml;r jede Wohnung bis maximal 600 EUR, also insgesamt maximal 1.200 EUR, in Anspruch nehmen kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) sind verheiratet und werden zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Seit 1980 bewohnen sie Einfamilienh&auml;user in H und K. Mit Hauptwohnsitz sind sie in H gemeldet. Im Streitjahr lie&szlig;en sie durch verschiedene Handwerksbetriebe Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsma&szlig;nahmen an den beiden Wohnungen durchf&uuml;hren. F&uuml;r das Einfamilienhaus in H wurden Aufwendungen in H&ouml;he von 4.241,59 EUR, f&uuml;r das Einfamilienhaus in K in H&ouml;he von 2.255,10 EUR nachgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragten in ihrer gemeinsamen Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr eine Steuererm&auml;&szlig;igung f&uuml;r die Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen f&uuml;r Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsleistungen nach &sect; 35a Abs. 2 Satz 2 EStG in H&ouml;he von 600 EUR f&uuml;r die Wohnung in H und in H&ouml;he von 451,02 EUR f&uuml;r die Wohnung in K. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) hat abweichend von der Einkommensteuererkl&auml;rung der Kl&auml;ger Handwerkerleistungen nach &sect; 35a Abs. 2 Satz 2 EStG lediglich in H&ouml;he von 600 EUR zum Abzug zugelassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die nach erfolglosem Einspruch erhobene Klage war erfolgreich. Das Finanzgericht (FG) st&uuml;tzte sein Urteil im Wesentlichen darauf, dass die Steuererm&auml;&szlig;igung nach &sect; 35a Abs. 2 Satz 2 EStG objektbezogen geregelt sei. Der H&ouml;chstbetrag k&ouml;nne daher bei mehreren von den Kl&auml;gern unterhaltenen Haushalten f&uuml;r jeden einzelnen dieser Haushalte in Anspruch genommen werden. Nur bei dieser Auslegung sei gew&auml;hrleistet, dass die Kl&auml;ger nicht wegen ihrer Ehe benachteiligt w&uuml;rden, denn w&auml;ren sie nicht verheiratet, k&ouml;nnte jeder der beiden f&uuml;r seinen Haushalt die Steuererm&auml;&szlig;igung in Anspruch nehmen. &sect; 35a Abs. 3 EStG sei nicht einschl&auml;gig, da darin nur der Fall zweier Alleinstehender mit gemeinsamen Haushalt geregelt sei, nicht jedoch der Fall von Steuerpflichtigen mit zwei Haushalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt das FA eine Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>unter Aufhebung des angefochtenen Urteils die Klage abzuweisen und den Kl&auml;gern die Kosten aufzuerlegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Klageabweisung (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Vorinstanz hat zu Unrecht f&uuml;r die Aufwendungen der Kl&auml;ger eine Steuererm&auml;&szlig;igung nach &sect; 35a Abs. 2 Satz 2 EStG in H&ouml;he von insgesamt 1.051,02 EUR gew&auml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect; 35a Abs. 2 Satz 2 EStG erm&auml;&szlig;igt sich die tarifliche Einkommensteuer, vermindert um die sonstigen Steuererm&auml;&szlig;igungen, f&uuml;r die Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen f&uuml;r Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsma&szlig;nahmen, die in einem inl&auml;ndischen Haushalt des Steuerpflichtigen erbracht werden, mit Ausnahme der nach dem CO2-Geb&auml;udesanierungsprogramm der KfW F&ouml;rderbank gef&ouml;rderten Ma&szlig;nahmen, auf Antrag um 20 %, h&ouml;chstens 600 EUR, der Aufwendungen des Steuerpflichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) &sect; 35a Abs. 2 Satz 2 EStG gilt nach seinem Wortlaut nur f&uuml;r die Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen, &quot;die in einem inl&auml;ndischen Haushalt des Steuerpflichtigen erbracht werden&quot;. Der Begriff &quot;Haushalt&quot;, der auch in &sect; 35a Abs. 1 Satz 1 EStG sowie &sect; 35a Abs. 2 Satz 1 EStG Verwendung findet, ist gesetzlich nicht n&auml;her bestimmt. Nach der Rechtsprechung des Senats (z.B. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 1. Februar 2007 VI R 77\/05, BFHE 216, 526, BStBl II 2007, 760, und VI R 74\/05, BFH\/NV 2007, 900) ist hierunter die Wirtschaftsf&uuml;hrung mehrerer (in einer Familie) zusammenlebender Personen oder einer einzelnen Person zu verstehen. Dabei ist die Wohnung der r&auml;umliche Bereich, in dem sich der Haushalt entfaltet (von Bornhaupt, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect; 9 Rz G 32; BFH-Urteil vom 14. Juni 2007 VI R 60\/05, BFHE 218, 229, BStBl II 2007, 890; BFH-Beschluss vom 25. Februar 2009 VI B 102\/08, www.bundesfinanzhof.de).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall wurden die Handwerkerleistungen in der Wohnung der Kl&auml;ger in H und in der Wohnung in K erbracht und damit unstreitig in einem inl&auml;ndischen Haushalt. Durch die Bezugnahme auf den Haushalt des Steuerpflichtigen wird aber nach Auffassung des erkennenden Senats nur der Ort bestimmt, an dem die jeweilige steuerbeg&uuml;nstigte Leistung zu erbringen ist. Entgegen der Auffassung des FG kann aus der Bezugnahme des Gesetzes auf einen &quot;inl&auml;ndischen Haushalt&quot; nicht geschlossen werden, dass bei mehreren tats&auml;chlich genutzten Wohnungen die Steuererm&auml;&szlig;igung auch mehrfach zu gew&auml;hren ist. Der Wortlaut der Vorschrift gibt daf&uuml;r allein durch die Bezugnahme auf den Ort der Leistungen keinen Anhalt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach &sect; 35a Abs. 2 Satz 2 EStG &quot;erm&auml;&szlig;igt sich die tarifliche Einkommensteuer &#8230; auf Antrag um 20 Prozent, h&ouml;chstens 600 Euro, der Aufwendungen des Steuerpflichtigen&quot;. Nach dem Wortlaut der Vorschrift wird die Steuererm&auml;&szlig;igung damit der H&ouml;he nach begrenzt und zwar unabh&auml;ngig davon, ob die steuerbeg&uuml;nstigten Leistungen in einer oder in mehreren Wohnungen erbracht worden sind. F&uuml;r eine mehrfache Inanspruchnahme der Steuererm&auml;&szlig;igung findet sich wiederum kein Anhalt im Gesetz.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine andere Betrachtung ist auch im Fall der Zusammenveranlagung von Ehegatten nicht geboten. Da im Falle der Zusammenveranlagung von Ehegatten nach &sect; 26b EStG die Eink&uuml;nfte, die die Ehegatten erzielt haben, zusammengerechnet, den Ehegatten gemeinsam zugerechnet und, soweit nichts anders vorgeschrieben ist, die Ehegatten sodann &#8211;z.B. f&uuml;r die Anwendung des &sect; 35a EStG&#8211; gemeinsam als Steuerpflichtiger behandelt werden (BFH-Urteil vom 3. August 2005 XI R 76\/03, BFHE 211, 128, BStBl II 2006, 121, m.w.N.), wird zusammen veranlagten Ehegatten die Steuererm&auml;&szlig;igung des &sect; 35a Abs. 2 Satz 2 EStG nach dem insoweit klaren Wortlaut der Vorschrift nur einmal gew&auml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Weder das Ziel der Regelung des &sect; 35a EStG noch der systematische Zusammenhang der Vorschrift f&uuml;hren nach Auffassung des erkennenden Senats zu einer anderen Auslegung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das Ziel der gesetzlichen Regelung, die Schwarzarbeit in den Privathaushalten zu bek&auml;mpfen (vgl. BTDrucks 15\/91, 19), zwingt nicht dazu, die Steuererm&auml;&szlig;igung ohne betragsm&auml;&szlig;ige Begrenzung f&uuml;r jede Wohnung eines Steuerpflichtigen zu gew&auml;hren. Der Gesetzgeber ist nicht gehalten, bei steuerlichen Lenkungsnormen diese ohne jede Beschr&auml;nkung auszugestalten. Aus der weitgehenden Gestaltungsfreiheit des Steuergesetzgebers folgt, dass es grunds&auml;tzlich in dessen Ermessen steht, ob und ggf. in welcher Form und in welchem Umfang steuerliche Erleichterungen gew&auml;hrt werden sollen (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 29. Januar 2009 VI R 44\/08, BFHE 224, 261, BStBl II 2009, 411, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der systematische Zusammenhang des &sect; 35a Abs. 2 Satz 2 EStG mit den Regelungen in &sect; 26a Abs. 2 Satz 4 und &sect; 35a Abs. 3 EStG best&auml;tigt nach Auffassung des erkennenden Senats dieses Auslegungsergebnis. Da im Falle der Zusammenveranlagung von Ehegatten nach &sect; 26b EStG die Steuererm&auml;&szlig;igung &#8211;unabh&auml;ngig von der Zahl der tats&auml;chlich genutzten Wohnungen&#8211; nur einmal gew&auml;hrt wird, regelt &sect; 26a Abs. 2 Satz 4 EStG flankierend, dass im Fall der getrennten Veranlagung von Ehegatten eine Aufteilung der Steuererm&auml;&szlig;igung zu erfolgen hat. &sect; 35a Abs. 3 EStG sieht das gleiche Ergebnis f&uuml;r Alleinstehende vor, die gemeinsam in einem Haushalt leben. Beide Regelungen w&auml;ren nicht erforderlich, wenn man der Auffassung des FG folgen w&uuml;rde und einem Steuerpflichtigen &#8211;im Streitfall den zusammen veranlagten Ehegatten&#8211; den H&ouml;chstbetrag von 600 EUR f&uuml;r jede tats&auml;chlich genutzte Wohnung gew&auml;hren w&uuml;rde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Eine Verdoppelung bzw. Vervielf&auml;ltigung der Steuererm&auml;&szlig;igung im Wege der verfassungskonformen Auslegung des &sect; 35a Abs. 2 Satz 2 EStG bei Ehegatten ist nicht geboten. Insbesondere ist keine Benachteiligung der ehelichen Lebensgemeinschaft durch die Begrenzung der Steuererm&auml;&szlig;igung auf 600 EUR auch bei mehreren tats&auml;chlich genutzten Wohnungen zu beklagen. Denn auch Alleinstehende, die gemeinsam in zwei Wohnungen wirtschaften, k&ouml;nnen die H&ouml;chstbetr&auml;ge des &sect; 35a EStG ebenfalls nur einmal in Anspruch nehmen (&sect; 35a Abs. 3 EStG). Damit ist allein die gemeinsame Wirtschaftsf&uuml;hrung am Ort oder den Orten der Leistungserbringung i.S. des &sect; 35a Abs. 2 Satz 2 EStG, nicht aber der Familienstand entscheidend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Vorinstanz hat ein abweichendes Rechtsverst&auml;ndnis vertreten. Ihr Urteil war aufzuheben. Die Sache ist spruchreif. Die Klage gegen den Einkommensteuerbescheid des Streitjahres war abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.7.2010, VI R 60\/09 Steuererm&auml;&szlig;igung f&uuml;r Handwerkerleistungen &#8211; Auslegung des Begriffs &quot;inl&auml;ndischer Haushalt&quot; &#8211; Keine Verdoppelung der Steuererm&auml;&szlig;igung des &sect; 35a Abs. 2 Satz 2 EStG bei Ehegatten Leits&auml;tze Auch im Fall der Zusammenveranlagung von Ehegatten nach &sect; 26b EStG ist die Steuererm&auml;&szlig;igung des &sect; 35a Abs. 2 Satz 2 EStG bei &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-60-09-steuerermaessigung-fuer-handwerkerleistungen-auslegung-des-begriffs-inlaendischer-haushalt-keine-verdoppelung-der-steuerermaessigung-des-par-35a-abs-2-satz-2-estg-bei-ehegatten\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;60\/09 &#8211; Steuererm&auml;&szlig;igung f&uuml;r Handwerkerleistungen &#8211; Auslegung des Begriffs &quot;inl&auml;ndischer Haushalt&quot; &#8211; Keine Verdoppelung der Steuererm&auml;&szlig;igung des &sect; 35a Abs. 2 Satz 2 EStG bei Ehegatten<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-11742","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11742","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11742"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11742\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11742"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11742"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11742"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}