{"id":1176,"date":"2012-07-04T00:00:00","date_gmt":"2012-07-03T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=1176"},"modified":"2012-09-14T12:39:49","modified_gmt":"2012-09-14T10:39:49","slug":"iii-b-174-11-kindergeldberechtigung-in-entfuehrungsfaellen-keine-fiktion-einer-haushaltsaufnahme-kindeswohlgefaehrdung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-174-11-kindergeldberechtigung-in-entfuehrungsfaellen-keine-fiktion-einer-haushaltsaufnahme-kindeswohlgefaehrdung\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;174\/11 &#8211; Kindergeldberechtigung in Entf&uuml;hrungsf&auml;llen &#8211; Keine Fiktion einer Haushaltsaufnahme &#8211; Kindeswohlgef&auml;hrdung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 4.7.2012, III B 174\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Kindergeldberechtigung in Entf&uuml;hrungsf&auml;llen &#8211; Keine Fiktion einer Haushaltsaufnahme &#8211; Kindeswohlgef&auml;hrdung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) ist der Vater des 1999 geborenen Kindes S. Die Kindsmutter, eine polnische Staatsangeh&ouml;rige, war mit dem Kl&auml;ger verheiratet. Seit der Trennung der Eheleute im Jahr 2003 lebte S bei seiner Mutter. Die Eltern lie&szlig;en sich im August 2005 scheiden. Seitdem bezieht die Kindsmutter laufend das Kindergeld f&uuml;r S. Sie verweigerte bereits seit der Trennung jeden Umgangskontakt zwischen Vater und Sohn. Dies f&uuml;hrte zu familiengerichtlichen Auseinandersetzungen, die darin gipfelten, dass das zust&auml;ndige Amtsgericht im Sommer 2007 im Wege der einstweiligen Anordnung die alleinige elterliche Sorge dem Kl&auml;ger &uuml;bertrug. Der Mutter wurde aufgegeben, S an den Kl&auml;ger herauszugeben. Hierzu kam es aber nicht mehr, weil diese das Kind nach Polen entf&uuml;hrte. Dort besucht es die Schule und lebt im Haushalt der Kindsmutter. Der Kl&auml;ger bem&uuml;hte sich in der Folgezeit &#8211;unter anderem durch Einschaltung polnischer Gerichte&#8211; vergeblich um die R&uuml;ckf&uuml;hrung seines Sohnes.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem Antrag des Kl&auml;gers, ihm r&uuml;ckwirkend ab November 2007 Kindergeld zu gew&auml;hren, entsprachen weder die Beklagte und Beschwerdegegnerin (Familienkasse) noch das Finanzgericht (FG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig und wird durch Beschluss verworfen (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerdebegr&uuml;ndung gen&uuml;gt nicht den Anforderungen an die Darlegung eines Grundes f&uuml;r die Zulassung der Revision gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. a) Die vom Kl&auml;ger begehrte Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO oder wegen der Erforderlichkeit einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Fortbildung des Rechts (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;1 FGO) setzt voraus, dass der Beschwerdef&uuml;hrer eine hinreichend bestimmte Rechtsfrage herausstellt, deren Kl&auml;rung im Interesse der Allgemeinheit an der Einheitlichkeit der Rechtsprechung und der Fortentwicklung des Rechts erforderlich ist und die im konkreten Streitfall kl&auml;rbar ist. Dazu ist auszuf&uuml;hren, ob und in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchen Gr&uuml;nden die Rechtsfrage umstritten ist. Vor allem sind, sofern zu dem Problemkreis Rechtsprechung und &Auml;u&szlig;erungen im Fachschrifttum vorhanden sind, eine grundlegende Auseinandersetzung damit sowie eine Er&ouml;rterung geboten, warum durch diese Entscheidungen die Rechtsfrage noch nicht als gekl&auml;rt anzusehen ist bzw. weshalb sie ggf. einer weiteren oder erneuten Kl&auml;rung bedarf (z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 22.&nbsp;Oktober 2003 III&nbsp;B&nbsp;14\/03, BFH\/NV 2004, 224; vom 15.&nbsp;Oktober 2008 II&nbsp;B&nbsp;74\/08, BFH\/NV 2009, 125, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diesen Vorgaben gen&uuml;gen die Ausf&uuml;hrungen in der Beschwerdeschrift nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Soweit der Kl&auml;ger es f&uuml;r kl&auml;rungsbed&uuml;rftig h&auml;lt, &quot;wann die Sonderkonstellation der Kindesentf&uuml;hrung eine Anwendung der Grunds&auml;tze zur Auslegung des Begriffs der Haushaltsaufnahme nach &sect;&nbsp;64 EStG einschr&auml;nkt&quot;, fehlt es an der Auseinandersetzung mit der reichhaltigen Rechtsprechung und Literatur zur Frage der Kindergeldberechtigung in &quot;Entf&uuml;hrungsf&auml;llen&quot; und bei Sorgerechtsverst&ouml;&szlig;en (hierzu BFH-Urteile vom 19.&nbsp;M&auml;rz 2002 VIII&nbsp;R&nbsp;62\/00, BFH\/NV 2002, 1146; vom 19.&nbsp;M&auml;rz 2002 VIII&nbsp;R&nbsp;52\/01, BFH\/NV 2002, 1148; vom 30.&nbsp;Oktober 2002 VIII&nbsp;R&nbsp;86\/00, BFH\/NV 2003, 464; vom 25.&nbsp;Juni 2009 III&nbsp;R&nbsp;2\/07, BFHE 225, 438, BStBl II 2009, 968; Urteil des FG D&uuml;sseldorf vom 27.&nbsp;August 2004&nbsp;&nbsp;18&nbsp;K&nbsp;7715\/00&nbsp;Kg, Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2005, 124; aus der Literatur z.B. Bl&uuml;mich\/Treiber, &sect;&nbsp;64 EStG Rz&nbsp;21). Mit dieser Rechtsprechung, der sich entnehmen l&auml;sst, dass im Falle einer Entf&uuml;hrung des Kindes dessen inl&auml;ndischer Wohnsitz und dessen Zugeh&ouml;rigkeit zum Haushalt des betroffenen Elternteils nicht &quot;automatisch&quot; zum &quot;Entf&uuml;hrungszeitpunkt&quot; endet, wenn Letzterer umgehend rechtliche Schritte f&uuml;r die R&uuml;ckf&uuml;hrung des Kindes einleitet, h&auml;tte sich der Kl&auml;ger n&auml;her befassen m&uuml;ssen. Die Beschwerde vermeidet mit dieser Unterlassung die gebotene Stellungnahme dazu, ob die Rechtsfrage der Kindergeldberechtigung in &quot;Entf&uuml;hrungsf&auml;llen&quot; nicht bereits als hinreichend gekl&auml;rt anzusehen ist und folglich von einer &#8211;vor&uuml;bergehend&#8211; fortbestehenden Haushaltszugeh&ouml;rigkeit ohnehin nicht ausgegangen werden kann, wenn das Kind, wie im Streitfall, vor der Entf&uuml;hrung gar nicht im Haushalt des betroffenen Elternteils gelebt hat. Die widerrechtliche Weigerung des &quot;entf&uuml;hrenden&quot; Elternteils, das Kind herauszugeben, kann rechtlich nicht so behandelt werden, als sei es tats&auml;chlich zur Aufnahme des Kindes in den Haushalt des betroffenen Elternteils gekommen. Mit der Fortwirkung eines bestehenden Obhutsverh&auml;ltnisses h&auml;tte dies nichts mehr zu tun. Vielmehr handelte es sich um die Fiktion einer tats&auml;chlich nie erfolgten Haushaltsaufnahme.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Auch soweit vom Kl&auml;ger sinngem&auml;&szlig; die Rechtsfrage aufgeworfen wird, ob ein Elternteil, der das Kind unter Aufgabe der inl&auml;ndischen Wohnung in das EU-Ausland entf&uuml;hrt und dort zusammen mit dem Kind einen neuen Wohnsitz begr&uuml;ndet, durch Haushaltsaufnahme eine vorrangige Kindergeldberechtigung i.S. des &sect;&nbsp;64 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes erlangen kann, fehlt es an der substantiierten Darlegung der Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit. Das FG hat in der angegriffenen Entscheidung ausdr&uuml;cklich auf die Verordnung (EWG) Nr.&nbsp;1408\/71 des Rates vom 14.&nbsp;Juni 1971 zur Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selbst&auml;ndige sowie deren Familienangeh&ouml;rige, die innerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern (VO Nr.&nbsp;1408\/71), sowie die hierzu ergangene Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (Urteil vom 26.&nbsp;November 2009 C-363\/08, Slanina, Slg. 2009, I-11111) abgestellt und ausf&uuml;hrlich begr&uuml;ndet, weshalb der Kindsmutter im Streitfall der Kindergeldanspruch auch f&uuml;r die Zeit nach der Entf&uuml;hrung zusteht. Weder damit noch mit der sonstigen zu diesem Problemkreis ergangenen Rechtsprechung (vgl. z.B. Urteil des FG Rheinland-Pfalz vom 23.&nbsp;M&auml;rz 2011&nbsp;&nbsp;2&nbsp;K&nbsp;2248\/10, EFG 2011, 1323; BFH-Beschluss vom 14.&nbsp;November 2008 III&nbsp;B&nbsp;17\/08, BFH\/NV 2009, 380) hat sich der Kl&auml;ger n&auml;her befasst. Allein mit dem Aufwerfen einer Rechtsfrage oder dem Vorbringen, das FG habe eine Rechtsfrage unzutreffend beurteilt, oder der Behauptung, eine h&ouml;chstrichterliche Aussage zu einer bestimmten Rechtsfrage liege noch nicht vor (hierzu z.B. BFH-Beschluss vom 5.&nbsp;Dezember 2007 VIII&nbsp;B&nbsp;79\/07, BFH\/NV 2008, 732), kann die Zulassung der Revision wegen rechtsgrunds&auml;tzlicher Bedeutung nicht erreicht werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Der Kl&auml;ger h&auml;lt es au&szlig;erdem f&uuml;r kl&auml;rungsbed&uuml;rftig, &quot;ob eine gerichtliche Entscheidung auf Herausgabe des Kindes an den anderen, allein erziehungsberechtigten Elternteil zum Ende der Haushaltsaufnahme&quot; &#8211;beim bisher sorgeberechtigten Elternteil&#8211; &quot;f&uuml;hrt, wenn das Gericht seine Entscheidung mit der Gef&auml;hrdung des Kindeswohls begr&uuml;ndet&quot;. Zu dieser Frage hat sich die Rechtsprechung ebenfalls bereits ge&auml;u&szlig;ert. Danach sind f&uuml;r die Beurteilung der Haushaltsaufnahme die tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnisse ma&szlig;geblich. Formale Gesichtspunkte, wie etwa die vom Familiengericht getroffene Sorgerechtsregelung, k&ouml;nnen bei der Beurteilung, in welchem Haushalt das Kind aufgenommen ist, allenfalls unterst&uuml;tzend herangezogen werden (BFH-Urteil in BFHE 225, 438, BStBl II 2009, 968). Das Argument der Kindeswohlgef&auml;hrdung, auf das die Beschwerde abhebt, begr&uuml;ndet keinen neuerlichen Kl&auml;rungsbedarf. Die oberste Richtschnur f&uuml;r die elterliche Sorge bildet das Kindeswohl (vgl. nur &sect;&sect;&nbsp;1626 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 und 1684 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs; Erman\/Michalski\/D&ouml;ll, BGB, 13.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;1626 Rz&nbsp;3). Bei der gerichtlichen Regelung der elterlichen Sorge steht das Kindeswohl oder &#8211;negativ gewendet&#8211; dessen m&ouml;gliche Gef&auml;hrdung demnach stets im Mittelpunkt der rechtlichen Beurteilung. Der Aspekt der Kindeswohlgef&auml;hrdung geh&ouml;rt somit zum Sorge- und Umgangsrecht, dessen Bedeutung f&uuml;r die Frage der Haushaltsaufnahme aber bereits gekl&auml;rt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Darlegung, &quot;dass das Finanzgericht den Sachverhalt nicht hinreichend ermittelt, seiner Entscheidung einen unzutreffenden Sachverhalt zugrunde gelegt und den Sachverhalt unzutreffend gew&uuml;rdigt&quot; habe, vermag den Erfolg der Beschwerde nicht zu begr&uuml;nden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die R&uuml;ge, der Sachverhalt sei unzutreffend gew&uuml;rdigt worden, ist revisionsrechtlich nach st&auml;ndiger Rechtsprechung dem materiellen Recht zuzuordnen (Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;115 Rz&nbsp;77 und 83, m.w.N.). Daher kann mit dieser R&uuml;ge die Zulassung der Revision gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO nicht erreicht werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Eine schl&uuml;ssige R&uuml;ge, das FG habe gegen seine Verpflichtung zur Sachverhaltsaufkl&auml;rung &#8211;auch ohne entsprechenden Beweisantritt seitens des Beschwerdef&uuml;hrers&#8211; versto&szlig;en (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO), erfordert die Darlegung, zu welchen konkreten Tatsachen weitere Ermittlungen geboten waren, welche Beweise zu welchem Beweisthema das FG von Amts wegen h&auml;tte erheben m&uuml;ssen, aus welchen Gr&uuml;nden sich ihm die Notwendigkeit einer weiteren Sachverhaltsaufkl&auml;rung oder einer Beweiserhebung auch ohne Antrag h&auml;tte aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen, welche entscheidungserheblichen Tatsachen sich bei einer weiteren Sachaufkl&auml;rung oder Beweisaufnahme voraussichtlich ergeben h&auml;tten und inwiefern die unterlassene Ermittlungsma&szlig;nahme oder Beweiserhebung auf der Grundlage des materiell-rechtlichen Standpunkts des FG zu einer anderen Entscheidung h&auml;tte f&uuml;hren k&ouml;nnen (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 19.&nbsp;Januar 2005 VII&nbsp;B&nbsp;61\/04, BFH\/NV 2005, 921; vom 10.&nbsp;April 2006 X&nbsp;B&nbsp;209\/05, BFH\/NV 2006, 1461, und vom 21.&nbsp;November 2008 IV&nbsp;B&nbsp;150\/07, BFH\/NV 2009, 358; Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect;&nbsp;120 Rz&nbsp;69, 70, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>An einem solchen Vorbringen fehlt es. Au&szlig;erdem hat der fachkundig vertretene Kl&auml;ger auf die m&uuml;ndliche Verhandlung verzichtet. Damit hat er zu erkennen gegeben, dass er eine der weiteren Sachaufkl&auml;rung dienende Er&ouml;rterung des Sachverhalts oder eine Beweisaufnahme, die jeweils eine m&uuml;ndliche Verhandlung voraussetzen, nicht f&uuml;r erforderlich h&auml;lt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 4.7.2012, III B 174\/11 Kindergeldberechtigung in Entf&uuml;hrungsf&auml;llen &#8211; Keine Fiktion einer Haushaltsaufnahme &#8211; Kindeswohlgef&auml;hrdung Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) ist der Vater des 1999 geborenen Kindes S. Die Kindsmutter, eine polnische Staatsangeh&ouml;rige, war mit dem Kl&auml;ger verheiratet. Seit der Trennung der Eheleute im Jahr 2003 lebte S bei seiner &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-174-11-kindergeldberechtigung-in-entfuehrungsfaellen-keine-fiktion-einer-haushaltsaufnahme-kindeswohlgefaehrdung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;B&nbsp;174\/11 &#8211; Kindergeldberechtigung in Entf&uuml;hrungsf&auml;llen &#8211; Keine Fiktion einer Haushaltsaufnahme &#8211; Kindeswohlgef&auml;hrdung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-1176","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1176","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1176"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1176\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1176"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1176"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1176"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}