{"id":11770,"date":"2012-12-07T04:27:06","date_gmt":"2012-12-07T02:27:06","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=11770"},"modified":"2012-12-07T04:27:06","modified_gmt":"2012-12-07T02:27:06","slug":"i-r-36-09-keine-hinzurechnung-des-fiktiven-gewinnanteils-is-des-par-5-abs-1-kaperhstg-af-bei-der-ermittlung-des-gewerbeertrags","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-36-09-keine-hinzurechnung-des-fiktiven-gewinnanteils-is-des-par-5-abs-1-kaperhstg-af-bei-der-ermittlung-des-gewerbeertrags\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;36\/09 &#8211; Keine Hinzurechnung des fiktiven Gewinnanteils i.S. des &sect; 5 Abs. 1 KapErhStG a.F. bei der Ermittlung des Gewerbeertrags"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 19.7.2010, I R 36\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Hinzurechnung des fiktiven Gewinnanteils i.S. des &sect; 5 Abs. 1 KapErhStG a.F. bei der Ermittlung des Gewerbeertrags<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Der fiktive Gewinnanteil i.S. des &sect; 5 Abs. 1 KapErhStG a.F. (R&uuml;ckzahlung von Nennkapital bei dessen Herabsetzung) ist dem Gewinn aus Gewerbebetrieb bei der Ermittlung des Gewerbeertrags gem&auml;&szlig; &sect; 7 GewStG 1991 nicht hinzuzurechnen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin), eine GmbH, war im Streitjahr 1997 zu 1 v.H. an einer anderen GmbH, der K-GmbH, &#8211;vormals einer Aktiengesellschaft&#8211; beteiligt. Diese hat durch Beschluss der Gesellschafter vom 20. Februar 1997 nach vorangegangener Umwandlung von Kapitalr&uuml;cklagen (Altkapital, sog. EK 03) in Nennkapital die Herabsetzung ihres Grundkapitals um 12.000.000 DM beschlossen. Die Herabsetzung erfolgte zum Zwecke der R&uuml;ckzahlung an die Anteilseigner durch Einziehung von Stammaktien. Die darauf entfallenden Einkommen- und K&ouml;rperschaftsteuern der Gesellschafter wurden gem&auml;&szlig; &sect; 5 Abs. 2 Satz 1 und 3 des Gesetzes &uuml;ber steuerrechtliche Ma&szlig;nahmen bei Erh&ouml;hung des Nennkapitals aus Gesellschaftsmitteln (Kapitalerh&ouml;hungssteuergesetz) in der f&uuml;r das Streitjahr geltenden Fassung (KapErhStG a.F.) im Wege der Pauschsteuer von 30 v.H. erhoben und gem&auml;&szlig; &sect; 5 Abs. 2 Satz 2 KapErhStG a.F. von der K-GmbH entrichtet. Bei der Kl&auml;gerin unterlag die anteilige Kapitalr&uuml;ckzahlung von 120.000 DM wegen der Pauschalierung im Ergebnis keiner K&ouml;rperschaftsteuer; sie wurde deshalb von ihr im Rahmen der Einkommensermittlung gewinnneutral behandelt. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) folgte dem, bezog den nach &sect; 5 Abs. 1 Satz 1 KapErhStG a.F. als Gewinnanteil geltenden Betrag aber bei der Ermittlung des Gewerbeertrages mit ein und setzte den einheitlichen Gewerbesteuermessbetrag entsprechend fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die hiergegen gerichtete Klage war erfolgreich. Das Urteil des Finanzgerichts (FG) D&uuml;sseldorf vom 12. M&auml;rz 2009&nbsp;&nbsp;14 K 3600\/06 G ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2009, 1324) ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Seine Revision st&uuml;tzt das FA auf Verletzung materiellen Rechts. Es beantragt, das FG-Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Der Senat entscheidet gem&auml;&szlig; &sect; 126a der Finanzgerichtsordnung (FGO) durch Beschluss. Er h&auml;lt die Revision einstimmig f&uuml;r unbegr&uuml;ndet und eine m&uuml;ndliche Verhandlung nicht f&uuml;r erforderlich. Die Beteiligten sind vorher dar&uuml;ber unterrichtet worden; sie hatten Gelegenheit zur Stellungnahme.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; &sect; 7 des Gewerbesteuergesetzes (GewStG 1991) ist Gewerbeertrag der nach den Vorschriften des Einkommensteuergesetzes (EStG) oder des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG) zu ermittelnde Gewinn aus dem Gewerbebetrieb, der bei der Ermittlung des Einkommens f&uuml;r den dem Erhebungszeitraum entsprechenden Veranlagungszeitraum zu ber&uuml;cksichtigen ist, vermehrt oder vermindert um die in den &sect;&sect; 8 und 9 GewStG 1991 bezeichneten Betr&auml;ge. Der Gewerbeertrag entspricht somit, abgesehen von den gewerbesteuerlichen Zu- und Abrechnungen, grunds&auml;tzlich dem Gewinn aus Gewerbebetrieb, der der Bemessung der Einkommen- und K&ouml;rperschaftsteuer zugrunde zu legen ist. Zur Bemessungsgrundlage der Einkommen- und K&ouml;rperschaftsteuer und damit auch zum Gewerbeertrag geh&ouml;ren nicht Einnahmen, die entweder unter keine Einkunftsart fallen oder aufgrund besonderer gesetzlicher Vorschriften als steuerfrei behandelt werden (vgl. z.B. Bundesfinanzhof &#8211;BFH&#8211;, Urteil vom 12. Januar 1978 IV R 84\/74, BFHE 124, 204, BStBl II 1978, 267; Senatsurteil vom 8. Mai 1991 I R 33\/90, BFHE 165, 191, BStBl II 1992, 437). Dies gilt nur dann nicht, wenn sich unmittelbar aus dem Gewerbesteuergesetz etwas anderes ergibt oder soweit die steuerbefreiende Vorschrift mit dem besonderen Charakter der Gewerbesteuer als Objektsteuer nicht in Einklang steht (vgl. BFH-Urteile in BFHE 124, 204, BStBl II 1978, 267; vom 24. Oktober 1990 X R 64\/89, BFHE 163, 42, BStBl II 1991, 358; in BFHE 165, 191, BStBl II 1992, 437; vom 3. April 2008 IV R 54\/04, BFHE 220, 495, BStBl II 2008, 742, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Auf dieser Basis ist der in Rede stehende Kapitalr&uuml;ckzahlungsbetrag nicht in die Ermittlung des Gewerbeertrages einzubeziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar gilt die R&uuml;ckzahlung jenes Teils des herabgesetzten Nennkapitals, das von einer Kapitalgesellschaft zuvor innerhalb von f&uuml;nf Jahren unter Verwendung einer R&uuml;cklage erh&ouml;ht worden ist, die aus dem Gewinn eines vor dem 1. Januar 1977 abgelaufenen Wirtschaftsjahrs gebildet worden ist, nach &sect; 5 Abs. 1 Satz 1 KapErhStG a.F. als Gewinnanteil. Als fiktiver Gewinnanteil geht der R&uuml;ckzahlungsbetrag in die steuerliche Einkommensermittlung des Anteilseigners ein (&sect; 4 Abs. 1, &sect; 5 EStG, hier i.V.m. &sect; 8 Abs. 1 KStG). Nach &sect; 5 Abs. 2 Satz 1 und 3 KapErhStG a.F. werden die auf den fiktiven Gewinnanteil entfallenden Steuern vom Einkommen der Gesellschafter jedoch im Wege der Pauschbesteuerung von 30 v.H. erhoben; diese Steuer ist nach &sect; 5 Abs. 2 Satz 2 KapErhStG a.F. von der Kapitalgesellschaft, deren Nennkapital herabgesetzt wird, als Steuerschuldnerin (vgl. Streck, KStG, 7. Aufl., &sect; 5 KapErhStG Rz 10) zu entrichten. Unbeschadet dessen, dass es sich hierbei (nur) um eine pauschalierte Steuererhebungsform handelt, die sich an die Kapitalgesellschaft als Erhebungsschuldner und nicht an den Anteilseigner als Steuerschuldner richtet, hat das f&uuml;r den Anteilseigner dennoch zur Folge, dass der fiktive Gewinnanteil i.S. des &sect; 5 Abs. 1 KapErhStG a.F. (in sachlicher Hinsicht) steuerfrei bleibt; sein Bilanzgewinn ist in entsprechendem Umfang au&szlig;erbilanziell zu korrigieren (ebenso z.B. Frotscher in Frotscher\/Maas, KStG, UmwStG, &sect; 41 KStG aF Rz 43 [60. Lief., in der Druckausgabe aussortiert]; Broer in Bl&uuml;mich, EStG\/KStG\/ GewStG, &sect; 5 KapErhStG Rz 13; D&ouml;tsch in D&ouml;tsch\/Jost\/Pung\/Witt, Die K&ouml;rperschaftsteuer, &sect; 41 KStG aF Rz 37b; F. Wassermeyer in Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect; 20 Rz D 31; Antweiler in Ernst &#038; Young, KStG, &sect; 41 KStG aF Rz 92 f.; Leing&auml;rtner, Steuer und Wirtschaft 1968, 333, 342; Streck, a.a.O., &sect; 5 KapErhStG Rz 9 a.E.; Brezing in Herrmann\/Heuer\/Raupach, EStG und KStG, &sect; 5 KapErhStG Rz 25 [Lief. 144, aussortiert]).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Geht der R&uuml;ckzahlungsbetrag damit aber im Ergebnis nicht in die Bemessungsgrundlage f&uuml;r die Einkommensteuer oder K&ouml;rperschaftsteuer des Anteilseigners ein, erstreckt sich dies gem&auml;&szlig; &sect; 7 GewStG 1991 auch auf die Ermittlung des Gewerbeertrages. Die Kapitalr&uuml;ckzahlung bleibt mithin auch f&uuml;r diese unber&uuml;cksichtigt. Dass &sect; 5 Abs. 2 Satz 1 KapErhStG a.F. die Steuererhebung im Wege der Pauschbesteuerung unmittelbar nur f&uuml;r die auf die fiktiven Gewinnanteile nach &sect; 5 Abs. 1 Satz 1 KapErhStG a.F. entfallenden Steuern vom Einkommen anordnet und die Gewerbesteuer jedenfalls nicht ausdr&uuml;cklich einbezieht, &auml;ndert an diesem Ergebnis ebenso wenig wie der Umstand, dass die Einkommenskorrektur au&szlig;erbilanziell erfolgt (s. dazu &auml;hnlich im Hinblick auf &sect; 12 Abs. 1 Satz 2 des Gesetzes &uuml;ber die Besteuerung bei Auslandsbeziehungen &#8211;Au&szlig;ensteuergesetz a.F.&#8211; Senatsurteil vom 21. Dezember 2005 I R 4\/05, BFHE 212, 226, BStBl II 2006, 555). Sollte beabsichtigt gewesen sein, die in Rede stehende Steuerbefreiung des Anteilseigners nicht auf die Gewerbesteuer durchschlagen zu lassen, h&auml;tte dies im Gesetz mittels eines gegenl&auml;ufigen Regelungsbefehls (wie beispielsweise f&uuml;r die Situation einer Gewinnfiktion bei der sog. Tonnagebesteuerung nach &sect; 5a EStG 2002 i.V.m. &sect; 7 Satz 3 GewStG 2002, s. dazu auch BFH-Urteil vom 6. Juli 2005 VIII R 72\/02, BFHE 221, 235, oder auch der gleicherma&szlig;en pauschalen Gewinnermittlung nach &sect; 8 Abs. 1 Satz 2 KStG 2002 i.V.m. &sect; 7 Satz 3 GewStG 2002 f&uuml;r Werbesendungen &ouml;ffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten) besonders angeordnet werden m&uuml;ssen; allein durch den Charakter der Gewerbesteuer als sog. Objektsteuer kann dies nicht bewirkt werden. Im Einzelnen kann insofern auf die zutreffenden und ersch&ouml;pfenden Ausf&uuml;hrungen der Vorinstanz verwiesen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 19.7.2010, I R 36\/09 Keine Hinzurechnung des fiktiven Gewinnanteils i.S. des &sect; 5 Abs. 1 KapErhStG a.F. bei der Ermittlung des Gewerbeertrags Leits&auml;tze Der fiktive Gewinnanteil i.S. des &sect; 5 Abs. 1 KapErhStG a.F. 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