{"id":11773,"date":"2012-12-07T04:25:53","date_gmt":"2012-12-07T02:25:53","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=11773"},"modified":"2012-12-07T04:25:53","modified_gmt":"2012-12-07T02:25:53","slug":"iii-b-94-09-kindergeld-weiterleitung-keine-beruecksichtigung-zivilrechtlicher-vereinbarungen-zwischen-ehegatten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-94-09-kindergeld-weiterleitung-keine-beruecksichtigung-zivilrechtlicher-vereinbarungen-zwischen-ehegatten\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;94\/09 &#8211; Kindergeld &#8211; Weiterleitung &#8211; Keine Ber&uuml;cksichtigung zivilrechtlicher Vereinbarungen zwischen Ehegatten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 12.8.2010, III B 94\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Kindergeld &#8211; Weiterleitung &#8211; Keine Ber&uuml;cksichtigung zivilrechtlicher Vereinbarungen zwischen Ehegatten<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet und durch Beschluss zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 116 Abs. 5 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Rechtssache hat keine grunds&auml;tzliche Bedeutung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO). Dieser Zulassungsgrund ist nur gegeben, wenn die f&uuml;r bedeutsam gehaltene Rechtsfrage im Allgemeininteresse kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und im Streitfall kl&auml;rbar ist. An der Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit fehlt es, wenn die Rechtsfrage anhand der gesetzlichen Grundlagen und der bereits vorliegenden Rechtsprechung beantwortet werden kann und keine neuen Gesichtspunkte erkennbar sind, die eine erneute Pr&uuml;fung und Entscheidung der Rechtsfrage durch den Bundesfinanzhof (BFH) geboten erscheinen lassen (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Beschluss vom 29. April 2010 VI B 153\/09, BFH\/NV 2010, 1442, m.w.N.). So verh&auml;lt es sich hier.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect; 64 Abs. 1, Abs. 2 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG), der entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) unver&auml;ndert gilt, wird bei mehreren Berechtigten das Kindergeld nach dem sog. Obhutsprinzip demjenigen gezahlt, der das Kind in seinen Haushalt aufgenommen hat. Wer Kindergeld beantragt oder erh&auml;lt, hat einen Haushaltswechsel des Kindes gem&auml;&szlig; &sect; 68 Abs. 1 Satz 1 EStG unverz&uuml;glich der zust&auml;ndigen Familienkasse mitzuteilen (BFH-Beschluss vom 19. Mai 1999 VI B 259\/98, BFH\/NV 1999, 1331). Vom Zeitpunkt der &Auml;nderung der Verh&auml;ltnisse an ist die Kindergeldfestsetzung aufzuheben (&sect; 70 Abs. 2 EStG) mit der Folge, dass das ohne rechtlichen Grund gezahlte Kindergeld nach &sect; 37 Abs. 2 der Abgabenordnung vom Leistungsempf&auml;nger zu erstatten ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es ist h&ouml;chstrichterlich gekl&auml;rt, dass sich der Erstattungsschuldner gegen&uuml;ber dem R&uuml;ckforderungsanspruch der Familienkasse nicht darauf berufen kann, er habe das Kindergeld an den vorrangig Berechtigten weitergeleitet. Denn eine Weiterleitung schlie&szlig;t die R&uuml;ckforderung nicht von Gesetzes wegen aus (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Urteile vom 14. Mai 2002 VIII R 64\/00, BFH\/NV 2002, 1425; vom 9. Dezember 2002 VIII R 80\/01, BFH\/NV 2003, 606; vom 11. M&auml;rz 2003 VIII R 77\/01, BFH\/NV 2004, 14; vom 16. M&auml;rz 2004 VIII R 48\/03, BFH\/NV 2004, 1218). Zwar kann die Weiterleitung von der Familienkasse aus Vereinfachungsgr&uuml;nden als Erf&uuml;llung des R&uuml;ckforderungsanspruchs im verk&uuml;rzten Zahlungswege ber&uuml;cksichtigt werden, soweit der vorrangig Berechtigte erkl&auml;rt, dass er seinen Anspruch auf Auszahlung von Kindergeld als erf&uuml;llt anerkennt. Es ist jedoch nicht Aufgabe der Familienkasse, Unterhaltsvereinbarungen bzw. -zahlungen unter verschiedenen Kindergeldberechtigten (Ehegatten) zu ber&uuml;cksichtigen, zu &uuml;berpr&uuml;fen und zivilrechtlich zu beurteilen. Danach ist es f&uuml;r die Entscheidung &uuml;ber das Bestehen des Erstattungsanspruchs ohne Belang, ob der nachrangig Berechtigte, im Streitfall die Kl&auml;gerin, einen Betrag in H&ouml;he des Kindergeldes an den vorrangig Berechtigten gezahlt hat. Bei Wechsel der Anspruchsberechtigung ist es vielmehr Sache der Kindergeldberechtigten, ihre privatrechtlichen Vereinbarungen der Gesetzeslage anzupassen oder bei versp&auml;teter Anpassung m&ouml;gliche &Uuml;berzahlungen auf privatrechtlichem Wege auszugleichen (BFH-Urteil in BFH\/NV 2004, 14).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revision ist auch nicht zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung zuzulassen (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alt. 2 FGO). Im Streitfall fehlt es bereits an der nach &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO erforderlichen hinreichend genauen Bezeichnung der vermeintlichen Divergenzentscheidungen (vgl. BFH-Beschluss vom 28. Juni 2007 V B 95\/06, BFH\/NV 2007, 2122).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Au&szlig;erdem kann eine Divergenz nur gegeben sein, wenn das Finanzgericht bei einem gleichen oder vergleichbaren Sachverhalt in einer entscheidungserheblichen Rechtsfrage von der Rechtsauffassung eines anderen Gerichts abweicht. Der Vortrag der Kl&auml;gerin, in allen anderen Prozessordnungen bestehe die M&ouml;glichkeit, dass ein Schuldner die Erf&uuml;llung seiner Leistungen beweisen k&ouml;nne durch Vorlage eindeutiger Zahlungsbelege, zivilrechtlicher Entscheidungen und Angaben des Gl&auml;ubigers in zivilrechtlichen Verfahren, betrifft nicht die hier erhebliche Rechtsfrage, ob sich der Erstattungsgl&auml;ubiger Zahlungen des Erstattungsschuldners an den vorrangig Berechtigten entgegenhalten lassen muss.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 12.8.2010, III B 94\/09 Kindergeld &#8211; Weiterleitung &#8211; Keine Ber&uuml;cksichtigung zivilrechtlicher Vereinbarungen zwischen Ehegatten Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet und durch Beschluss zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 116 Abs. 5 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). 2&nbsp; 1. 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