{"id":11779,"date":"2012-12-07T04:27:13","date_gmt":"2012-12-07T02:27:13","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=11779"},"modified":"2012-12-07T04:27:13","modified_gmt":"2012-12-07T02:27:13","slug":"vii-b-276-09-energiesteuerrechtlicher-begriff-des-hauptbehaelters-nicht-klaerungsbeduerftig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-276-09-energiesteuerrechtlicher-begriff-des-hauptbehaelters-nicht-klaerungsbeduerftig\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;276\/09 &#8211; Energiesteuerrechtlicher Begriff des Hauptbeh&auml;lters nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 26.7.2010, VII B 276\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Energiesteuerrechtlicher Begriff des Hauptbeh&auml;lters nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Bei einer Kontrolle des LKW des Kl&auml;gers und Beschwerdef&uuml;hrers (Kl&auml;ger) durch Beamte einer vom Beklagten und Beschwerdegegner (Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) eingesetzten Mobilen Kontrollgruppe wurde festgestellt, dass an der Beifahrerseite des Fahrzeugs zwei Kraftstoffbeh&auml;lter mit je 400 Liter Fassungsverm&ouml;gen und an der Fahrerseite ein Kraftstoffbeh&auml;lter mit 200 Liter Fassungsverm&ouml;gen eingebaut waren. Nach Auskunft des Herstellers war das Fahrzeug ab Werk mit zwei 400 Liter Kraftstoffbeh&auml;ltern ausger&uuml;stet worden. Den dritten Tank hatte der Kl&auml;ger durch einen Karosseriebauer anbringen lassen. Das HZA sah lediglich einen der 400 Liter fassenden Kraftstoffbeh&auml;lter als Hauptbeh&auml;lter i.S. des &sect; 15 Abs. 4 Nr. 1 des Energiesteuergesetzes (EnergieStG) an und erhob f&uuml;r den bei der Kontrolle festgestellten Inhalt der beiden anderen Tanks Energiesteuer in H&ouml;he von 137,83 EUR. Einspruch und Klage hatten keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) urteilte, dass das HZA den Dieselkraftstoff in den Zusatztanks zu Recht nachversteuert habe. Hauptbeh&auml;lter k&ouml;nne nur ein einziger vom Hersteller eingebauter Kraftstoffbeh&auml;lter sein. Seien weitere Kraftstoffbeh&auml;lter am Fahrzeug angebracht, seien diese nur als Nebenbeh&auml;lter anzusehen. Der Inhalt dieser Tanks k&ouml;nne nicht steuerfrei gestellt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Beschwerde begehrt der Kl&auml;ger die Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) und zur Fortbildung des Rechts (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO). Nach seiner Ansicht m&uuml;sse das Handeln einer Drittfirma, die im Auftrag des Herstellers Einbauten vornehme, einem Einbau durch den Hersteller gleichgestellt werden. Im Streitfall sei entscheidend, dass es bei der Baureihe des streitgegenst&auml;ndlichen LKW keine vom Hersteller vorgesehene serienm&auml;&szlig;ige Tankausstattung gebe. Die durch den Streitfall aufgeworfene Rechtsfrage stelle sich in einer Vielzahl von F&auml;llen, in denen im Ausland zugelassene LKW mit zus&auml;tzlich eingebauten Tanks nach Deutschland einf&uuml;hren. Mit seiner Entscheidung verkenne das FG den Ausnahmetatbestand des &sect; 15 Abs. 3 Nr. 1 (richtig &sect; 15 Abs. 4 Nr. 1) EnergieStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das HZA ist der Beschwerde entgegengetreten. Es ist der Ansicht, dass der Rechtssache keine grunds&auml;tzliche Bedeutung zukomme.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde hat keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. F&uuml;r die nach &sect; 116 Abs. 3 Satz 1 und 3 FGO zu fordernde Darlegung der Zulassungsgr&uuml;nde der grunds&auml;tzlichen Bedeutung einer Rechtssache (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO) und der Fortbildung des Rechts (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO) muss der Beschwerdef&uuml;hrer konkret auf eine Rechtsfrage und ihre Bedeutung f&uuml;r die Allgemeinheit eingehen. Er muss zun&auml;chst eine bestimmte f&uuml;r die Entscheidung des Streitfalls erhebliche abstrakte Rechtsfrage herausstellen, der grunds&auml;tzliche Bedeutung zukommen soll. Erforderlich ist dar&uuml;ber hinaus ein konkreter und substantiierter Vortrag aus dem ersichtlich wird, warum im Einzelnen die Kl&auml;rung der aufgeworfenen Rechtsfrage durch die angestrebte Revisionsentscheidung aus Gr&uuml;nden der Rechtssicherheit, der Rechtseinheitlichkeit und\/oder der Rechtsentwicklung im allgemeinen Interesse liegt. Ferner muss die aufgeworfene Frage kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und im konkreten Streitfall auch kl&auml;rungsf&auml;hig sein (vgl. Senatsbeschl&uuml;sse vom 27. Oktober 2003 VII B 196\/03, BFH\/NV 2004, 232, und vom 2. Dezember 2002 VII B 203\/02, BFH\/NV 2003, 527, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Diesen Anforderungen wird die Beschwerde nicht gerecht. Ohne eine konkrete Rechtsfrage zu formulieren wendet sie sich gegen die Rechtsauffassung des FG und beanstandet dessen Auslegung von &sect; 15 Abs. 4 EnergieStG. Dabei setzt der Kl&auml;ger seine Rechtsauffassung, dass auch durch Drittfirmen, wie z.B. Karosseriebauer, eingebaute Zusatztanks als Hauptbeh&auml;lter anzusehen seien, an die Stelle der vom FG vertretenen Ansicht. Dar&uuml;ber hinaus setzt sich die Beschwerde nicht mit dem Senatsbeschluss vom 15. Oktober 2008 VII B 21\/08 (BFH\/NV 2009, 219) auseinander. In diesem hat der beschlie&szlig;ende Senat ausgef&uuml;hrt, dass die Frage, ob ein Kraftstoffbeh&auml;lter als Hauptbeh&auml;lter angesehen werden k&ouml;nne, in der Regel eine Frage des Einzelfalls sei, deren Beantwortung von den konkreten Umst&auml;nden des jeweiligen Streitfalls abhinge. Dabei komme es entscheidend auf die Art, den Typ und die Nutzung des Fahrzeugs, auf den jeweiligen Hersteller, die Herstellungsvorg&auml;nge und die vom Hersteller f&uuml;r alle Fahrzeuge desselben Typs vorgesehene serienm&auml;&szlig;ige Ausstattung an. Eine generelle Aussage, die f&uuml;r alle zum Einbau vorgesehenen Fahrzeugtanks Geltung beanspruchen k&ouml;nne, lasse sich nicht treffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Im &Uuml;brigen ist die vom Kl&auml;ger beanstandete Auslegung bereits durch die Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) zum Begriff des Hauptbeh&auml;lters in Art. 112 Abs. 1 Buchst. a der Verordnung (EWG) Nr. 918\/83 des Rates vom 28. M&auml;rz 1983 &uuml;ber das gemeinschaftliche System der Zollbefreiungen (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften Nr. L 105\/1) dahingehend gekl&auml;rt worden, dass der eng auszulegende Befreiungstatbestand nicht auf Kraftstoffbeh&auml;lter angewendet werden kann, die von Vertragsh&auml;ndlern oder Karosseriebauern eingebaut worden sind (EuGH-Urteil vom 3. Dezember 1998 C-247\/97, Slg. 1998, I-8095). Nach der Rechtsprechung des Senats l&auml;sst sich diese Rechtsauffassung auf das Energiesteuerrecht &uuml;bertragen (vgl. Senatsbeschluss in BFH\/NV 2009, 219).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 26.7.2010, VII B 276\/09 Energiesteuerrechtlicher Begriff des Hauptbeh&auml;lters nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig Tatbestand 1&nbsp; I. 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