{"id":11783,"date":"2012-12-07T04:27:09","date_gmt":"2012-12-07T02:27:09","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=11783"},"modified":"2012-12-07T04:27:09","modified_gmt":"2012-12-07T02:27:09","slug":"ix-r-23-09-zuzahlungen-zum-kurzarbeitergeld-aufloesung-eines-bestehenden-arbeitsverhaeltnisses-bei-eintritt-in-neues-arbeitsverhaeltnis-mit-externer-beschaeftigungsgesellschaft-anwendungsbereich-des-p","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-23-09-zuzahlungen-zum-kurzarbeitergeld-aufloesung-eines-bestehenden-arbeitsverhaeltnisses-bei-eintritt-in-neues-arbeitsverhaeltnis-mit-externer-beschaeftigungsgesellschaft-anwendungsbereich-des-p\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;23\/09 &#8211; Zuzahlungen zum Kurzarbeitergeld &#8211; Aufl&ouml;sung eines bestehenden Arbeitsverh&auml;ltnisses bei Eintritt in neues Arbeitsverh&auml;ltnis mit externer Besch&auml;ftigungsgesellschaft &#8211; Anwendungsbereich des &sect; 3 Nr. 9 EStG &#8211; Nichtigkeit von Vereinbarungen ziviler Vertragsparteien &uuml;ber die Steuerfreiheit vereinbarter Leistungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.7.2010, IX R 23\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Zuzahlungen zum Kurzarbeitergeld &#8211; Aufl&ouml;sung eines bestehenden Arbeitsverh&auml;ltnisses bei Eintritt in neues Arbeitsverh&auml;ltnis mit externer Besch&auml;ftigungsgesellschaft &#8211; Anwendungsbereich des &sect; 3 Nr. 9 EStG &#8211; Nichtigkeit von Vereinbarungen ziviler Vertragsparteien &uuml;ber die Steuerfreiheit vereinbarter Leistungen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Ein bestehendes Arbeitsverh&auml;ltnis wird i.S. von &sect; 3 Nr. 9 EStG aufgel&ouml;st, selbst wenn der Arbeitnehmer mit dessen Aufhebung zugleich in ein neues (befristetes) Arbeitsverh&auml;ltnis mit einer externen Besch&auml;ftigungs-Gesellschaft und Qualifizierungs-Gesellschaft eintritt.<\/p>\n<p>2. Sind monatliche Zahlungen nach der Betriebsvereinbarung (Sozialplan) unter Ber&uuml;cksichtigung der ma&szlig;gebenden Auslegungsgrunds&auml;tze zum Ausgleich der durch Kurzarbeit entstehenden Nachteile und f&uuml;r die Dauer der Kurzarbeit erbracht, stellen die gezahlten Zusch&uuml;sse zum Kurzarbeitergeld keine steuerfreie (ratierliche) Abfindung, sondern steuerpflichtigen Arbeitslohn dar.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) war als Feinwerkmechanikerin seit Oktober 1995 bei der &#8230; GmbH (K-GmbH) unbefristet besch&auml;ftigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund einer wirtschaftlichen Notlage der K-GmbH wurde im Jahr 1998 eine Umstrukturierung des Unternehmens erforderlich. Zwischen dem Betriebsrat und der Unternehmensleitung der K-GmbH wurde am 7. April 1998 ein &quot;Interessenausgleich &#8211; Sozialplan &#8230; &quot; (Sozialplan) nebst Anlagen vereinbart. Danach waren zur Vermeidung einer sofortigen Betriebsschlie&szlig;ung mit der Folge der K&uuml;ndigung s&auml;mtlicher Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse u.a. folgende Ma&szlig;nahmen vorgesehen:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;&#8211;&nbsp;&nbsp;der Abschluss von Aufhebungsvertr&auml;gen mit der K-GmbH<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;&#8211;&nbsp;&nbsp;gleichzeitiger Abschlu&szlig; von zeitlich befristeten &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Arbeitsverh&auml;ltnissen mit der &#8230; mbH (E-GmbH) als einer &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Besch&auml;ftigungs- und Qualifikationsgesellschaft (BQG)<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;&#8211;&nbsp;&nbsp;Durchf&uuml;hrung struktureller Kurzarbeit in Verbindung mit &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Qualifizierungs- und\/oder Weiterbildungsma&szlig;nahmen sowie&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; f&uuml;r die &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Dauer dieser Kurzarbeit einem Nachteilsausgleich. Dessen &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Auszahlung sollte &uuml;ber die E-GmbH aus dem von&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; der K-GmbH zur &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Verf&uuml;gung gestellten &quot;H&auml;rtefonds&quot; im Umfang von 2 Mio. DM f&uuml;r die &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Zeit vom 1. Mai 1998 bis&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; zum 30. April 1999 erfolgen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus diesen Mitteln sollten ausweislich einer Protokollnotiz gleichen Datums bestimmte Besch&auml;ftigte &#8211;wie die Kl&auml;gerin&#8211; zum &quot;Ausgleich der Nachteile, die ihnen durch die dauerhafte Gew&auml;hrung von Kurzarbeitergeld entstehen, eine monatliche Nettozahlung&quot; erhalten. Diese sollte sich nach der Differenz zwischen dem individuell gew&auml;hrten Kurzarbeitergeld und 90 % des fiktiven Nettoentgeltes bemessen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In einer als &quot;Anlage 2&quot; (zum Sozialplan) bezeichneten Vereinbarung vom 20. April 1998 zwischen der K-GmbH und der E-GmbH wurde den von dieser &uuml;bernommenen Arbeitnehmern (als Bestandteil des jeweiligen Arbeitsvertrages) ein Nachteilsausgleich gem&auml;&szlig; &sect; 3 Nr. 9 des Einkommensteuergesetzes i.d.F. der Streitjahre (EStG) zugesichert. Nach dessen &sect; 2 sollten Arbeitnehmer, denen ein neuer Arbeitsplatz nachgewiesen wurde oder die einen Arbeitsplatz mit niedrigerer Bezahlung als bisher erhalten, einen Nachteilsausgleich in H&ouml;he des zw&ouml;lffachen Differenzbetrags zwischen bisheriger und neuer Bezahlung, h&ouml;chstens aber das 2,5-fache des bisherigen monatlichen Entgelts bekommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Vertrag vom 8. April 1998 wurde der Arbeitsvertrag zwischen der Kl&auml;gerin und der K-GmbH mit Wirkung zum 30. April 1998 aufgehoben. Unter gleichem Datum schloss die Kl&auml;gerin mit der E-GmbH unter der Voraussetzung der Gew&auml;hrung von Kurzarbeitergeld einen befristeten Arbeitsvertrag f&uuml;r die Zeit vom 1. Mai 1998 bis sp&auml;testens 30. April 1999. W&auml;hrenddessen nahm die Kl&auml;gerin bei einer w&ouml;chentlichen Arbeitszeit von 30 Stunden an Schulungsveranstaltungen teil; daneben &uuml;bte sie weitgehend die T&auml;tigkeiten aus, die sie zuvor f&uuml;r die K-GmbH zu erbringen hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach einem entsprechenden Arbeitsplatzangebot schloss die Kl&auml;gerin mit der &#8230; GmbH (H-GmbH) einen unbefristeten Arbeitsvertrag vom 3. Mai 1999 ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen einer bei der E-GmbH im Jahr 2000 durchgef&uuml;hrten Lohnsteuer-Au&szlig;enpr&uuml;fung wurde festgestellt, dass &quot;im Rahmen einer Strukturkurzarbeits-Ma&szlig;nahme&quot; &quot;monatliche Nettozusch&uuml;sse zum Kurzarbeitergeld aus Sozialplanmitteln als ratierliche Abfindungszahlung&quot; von der E-GmbH an die Kl&auml;gerin in H&ouml;he von 1.304,27 DM (1998) und 249,62 DM (1999) steuerfrei gezahlt wurden. Diese Betr&auml;ge erfasste der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) mit ge&auml;nderten Bescheiden bei den Einnahmen der Kl&auml;gerin aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit und setzte die Einkommensteuer f&uuml;r 1998 und 1999 (Streitjahre) erh&ouml;ht auf 89 DM (1998) und 852 DM (1999) fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach erfolglosem Einspruch gab das Finanzgericht (FG) der Klage statt. Die Zahlungen stellten keinen steuerpflichtigen Zuschuss zum Kurzarbeitergeld dar, sondern seien als Abfindung i.S. des &sect; 3 Nr. 9 EStG zu behandeln. Das Arbeitsverh&auml;ltnis der Kl&auml;gerin mit der K-GmbH sei auf deren Veranlassung zivilrechtlich wirksam aufgel&ouml;st und auch nicht durch die mit der K-GmbH gesellschaftsrechtlich nicht verbundene E-GmbH als externe BQG fortgesetzt worden. Ausweislich der Vereinbarungen im Sozialplan sollten die von der E-GmbH &uuml;bernommenen Besch&auml;ftigten nach Aufl&ouml;sung ihrer Arbeitsverh&auml;ltnisse f&uuml;r die Dauer der strukturellen Kurzarbeit einen Nachteilsausgleich erhalten, so dass die Zusch&uuml;sse als Abfindungen zu qualifizieren seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>das angefochtene Urteil und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision des FA zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie ist der Ansicht, das FG habe zu Recht den an sie bezahlten Nachteilsausgleich als Abfindung i.S. des &sect; 3 Nr. 9 EStG beurteilt. Die Zahlung des Nachteilsausgleichs basiere auf dem mit der unstreitigen Aufhebung des Arbeitsverh&auml;ltnisses der Kl&auml;gerin mit der K-GmbH durch Vertrag vom 8. April 1998 verbundenen Verlust des Arbeitsplatzes. Angesichts des neuen, eigenst&auml;ndigen Arbeitsverh&auml;ltnisses der Kl&auml;gerin mit der E-GmbH k&ouml;nne auch von einer Fortsetzung des Arbeitsverh&auml;ltnisses oder einer &quot;hinausgez&ouml;gerten Entlassung&quot; keine Rede sein. Ma&szlig;gebend f&uuml;r den gew&auml;hrten Nachteilsausgleich sei daher nicht die Kurzarbeit bei der E-GmbH, sondern der Arbeitsplatzverlust bei der K-GmbH gewesen. Also handele es sich bei den streitigen Zahlungen auch nicht um eine &quot;Aufstockung des Kurzarbeitergeldes&quot;, sondern um eine (ratierliche) Abfindung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet; sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Entscheidung in der Sache selbst (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) durch Abweisung der Klage. Denn das FG hat die an die Kl&auml;gerin gezahlten Zusch&uuml;sse zum Kurzarbeitergeld zu Unrecht als steuerfreie Abfindungen beurteilt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; &sect; 3 Nr. 9 Satz 1 EStG (i.d.F. der Streitjahre) sind Abfindungen wegen einer vom Arbeitgeber veranlassten Aufl&ouml;sung des Dienstverh&auml;ltnisses, h&ouml;chstens jedoch 24.000 DM (1998) bzw. 16.000 DM (1999), steuerfrei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Aufl&ouml;sung des Dienstverh&auml;ltnisses verlangt dessen endg&uuml;ltige Beendigung. Im Falle des Wechsels des Arbeitgebers wird aber eine rein formale Betrachtung der Zielsetzung des &sect; 3 Nr. 9 EStG (sozialpolitisch begr&uuml;ndeter Ausgleich der Folgen eines Arbeitsplatzverlustes) nicht gerecht. Entscheidend ist vielmehr, wie die Beteiligten nach den Umst&auml;nden des Einzelfalles die Umsetzung des Arbeitnehmers ausgestaltet haben. Wird das bestehende Dienstverh&auml;ltnis bei Umsetzung eines Arbeitnehmers innerhalb eines Konzerns oder anl&auml;sslich eines Betriebs&uuml;bergangs zwar mit einem neuen Arbeitgeber, aber im &Uuml;brigen in Bezug auf den Arbeitsbereich, die Entlohnung und unter Wahrung des sozialen Besitzstandes im Wesentlichen unver&auml;ndert fortgesetzt, so ist ein die steuerfreie Abfindung rechtfertigender Arbeitsplatzverlust nicht gegeben (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 13. Dezember 2005 XI R 8\/05, BFH\/NV 2006, 1071; vom 2. April 2008 IX R 82\/07, BFH\/NV 2008, 1325).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen wird ein bestehendes Arbeitsverh&auml;ltnis i.S. von &sect; 3 Nr. 9 EStG aufgel&ouml;st, wenn die Arbeitsvertragsparteien &#8211;selbst im Zusammenhang mit einem Betriebs&uuml;bergang und ohne Umgehung der Rechtsfolgen des &sect; 613a des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuches (BGB)&#8211; das Arbeitsverh&auml;ltnis wirksam aufheben, auch wenn Arbeitnehmer zugleich (vgl. dazu Urteile des Bundesarbeitsgerichts &#8211;BAG&#8211; vom 28. April 1987&nbsp;&nbsp;3 AZR 75\/86, BAGE 55, 228, Zeitschrift f&uuml;r Wirtschaftsrecht &#8211;ZIP&#8211; 1988, 120; vom 10. Dezember 1998&nbsp;&nbsp;8 AZR 324\/97, BAGE 90, 260, ZIP 1999, 320, Der Betrieb &#8211;DB&#8211; 1999, 537) zur Vermeidung einer Entlassung in ein befristetes Arbeitsverh&auml;ltnis mit einer (gem&auml;&szlig; &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 des Sozialgesetzbuches &#8211;SGB&#8211; III auch betriebsorganisatorisch eigenst&auml;ndigen) externen BQG eintreten (vgl. BAG-Urteil vom 30. M&auml;rz 2004&nbsp;&nbsp;1 AZR 85\/03, AP Nr. 170 zu &sect; 112 BetrVG 1972; vom 18. August 2005&nbsp;&nbsp;8 AZR 523\/04, BAGE 115, 340, ZIP 2006, 148, DB 2006, 107; vom 23. November 2006&nbsp;&nbsp;8 AZR 349\/06, ZIP 2007, 643, Betriebs-Berater &#8211;BB&#8211; 2007, 1054). Dieser Auffassung tritt der erkennende Senat bei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Eine solche vom Arbeitgeber veranlasste Vertragsaufl&ouml;sung des Dienstverh&auml;ltnisses liegt vor, wenn der Arbeitgeber die entscheidenden Ursachen f&uuml;r die Aufl&ouml;sung gesetzt hat. Das ist anhand der Umst&auml;nde des Einzelfalls vom FG als Tatsacheninstanz zu entscheiden. Dabei ist nicht die arbeitsrechtliche Beurteilung der Aufl&ouml;sung ma&szlig;geblich, sondern allein der Umstand, wer die Aufl&ouml;sung &quot;betrieben&quot; hat, von wem also die (Initiative zur) Beendigung des Dienstverh&auml;ltnisses ausgegangen ist (vgl. dazu BFH-Urteile vom 11. Januar 1980 VI R 165\/77, BFHE 129, 479, BStBl II 1980, 205; vom 10. November 2004 XI R 51\/03, BFHE 208, 186, BStBl II 2005, 441, und XI R 64\/03, BFHE 207, 336, BStBl II 2005, 181, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Abfindungen i.S. des &sect; 3 Nr. 9 EStG sind Leistungen an den Arbeitnehmer, die Nachteile des Arbeitnehmers aus dem Verhalten des bisherigen Arbeitgebers ausgleichen sollen. Die Norm erfasst alle Leistungen zur Abgeltung von Interessen, die durch den Arbeitsplatzverlust infolge Aufl&ouml;sung des Dienstverh&auml;ltnisses beeintr&auml;chtigt sind, soweit die Aufl&ouml;sung vom Arbeitgeber veranlasst oder gerichtlich ausgesprochen wurde (BFH-Urteile vom 16. Dezember 1992 XI R 33\/91, BFHE 170, 369, BStBl II 1993, 447; vom 16. Juli 1997 XI R 85\/96, BFHE 183, 532, BStBl II 1997, 666, je m.w.N.). Unter &sect; 3 Nr. 9 EStG fallen nur solche Leistungen, die gerade durch die Aufl&ouml;sung des bisherigen Dienstverh&auml;ltnisses bedingt sind; der einfache Kausalzusammenhang gen&uuml;gt nicht. Erforderlich ist ein unmittelbarer Zusammenhang der Zahlung mit dem aufgel&ouml;sten Dienstverh&auml;ltnis (BFH-Urteile in BFHE 170, 369, BStBl II 1993, 447; vom 1. August 2007 XI R 18\/05, BFH\/NV 2007, 2104).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar kommt es auf die Art der Zahlung (Einmalbetrag, Teilbetr&auml;ge) und deren Bezeichnung nicht an (Schmidt\/Heinicke, EStG, 25. Aufl., &sect; 3 ABC, Stichwort &quot;Abfindungen &#8230;&quot;, S. 86; Handzik in Littmann\/Bitz\/Pust, Das Einkommensteuerrecht, Kommentar, &sect; 3 Rz 289, 290; Kreft in Herrmann\/Heuer\/Raupach &#8211;HHR&#8211;, &sect; 3 Nr. 9 EStG Rz 11). So k&ouml;nnen &quot;Abfindungen&quot; auch als laufende (wiederkehrende) Betr&auml;ge gezahlt werden (BFH-Urteil vom 11. Januar 1980 VI R 165\/77, BFHE 129, 479, BStBl II 1980, 205, Rz 33 bei juris; von Beckerath in Kirchhof, EStG, 6. Aufl., &sect; 3 Nr. 9 Rz 38). Hinsichtlich der Zweckgerichtetheit der Zahlung (&quot;wegen&quot;) ist aber entscheidend auf die Abfassung der Vereinbarungen (vgl. BFH-Urteil vom 15. Oktober 2003 XI R 17\/02, BFHE 203, 490, BStBl II 2004, 264, unter II.1.c; Schmidt\/Heinicke, a.a.O., &sect; 3 ABC, Stichwort &quot;Abfindungen &#8230;&quot;, S. 85; Kreft\/HHR, &sect; 3 Nr. 9 EStG Rz 14) und deren Auslegung abzustellen (zur wegen ihrer aus &sect; 77 Abs. 4 Satz 1, &sect; 112 Abs. 1 Satz 3 BetrVG folgenden normativen Wirkung wie Tarifvertr&auml;ge vorzunehmenden Auslegung von Sozialpl&auml;nen als Betriebsvereinbarung s. BAG-Urteile vom 12. November 2002&nbsp;&nbsp;1 AZR 632\/01, BAGE 103, 312, DB 2003, 1686, BB 2003, 2401; vom 2. M&auml;rz 2004&nbsp;&nbsp;1 AZR 272\/03, AP Nr. 13 zu &sect; 77 BetrVG 1972 Auslegung). So hat der BFH in einem Sachverhalt monatliche Zuzahlungen des Arbeitgebers zum Kurzarbeitergeld nicht als Abfindungen gem&auml;&szlig; &sect; 3 Nr. 9 EStG beurteilt, weil diese nicht wegen der Aufl&ouml;sung des Dienstverh&auml;ltnisses, sondern wegen Kurzarbeit im Rahmen eines zwar bereits gek&uuml;ndigten, aber noch bestehenden Arbeitsverh&auml;ltnisses gezahlt wurden (BFH-Beschluss vom 21. Mai 2007 XI B 169\/06, BFH\/NV 2007, 1648).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Diesen Ma&szlig;st&auml;ben entspricht die Vorentscheidung nicht; sie ist daher aufzuheben. Das FG hat die an die Kl&auml;gerin in den Streitjahren erfolgten Zuzahlungen unter Versto&szlig; gegen allgemeine Auslegungsgrunds&auml;tze und damit zu Unrecht als Abfindungen i.S. des &sect; 3 Nr. 9 EStG angesehen; denn die Zahlungen sind nicht &quot;wegen&quot; der Aufl&ouml;sung eines Dienstverh&auml;ltnisses erfolgt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zwar ist das FG zutreffend von einer endg&uuml;ltigen Beendigung (Aufl&ouml;sung) des Arbeitsverh&auml;ltnisses der Kl&auml;gerin mit der K-GmbH ausgegangen. Dieses Arbeitsverh&auml;ltnis wurde in Umsetzung des Sozialplans zur Vermeidung der mit einer Betriebsschlie&szlig;ung verbundenen Entlassungen durch Aufhebungsvertrag vom 8. April 1998 mit Wirkung zum 30. April 1998 einvernehmlich beendet. Der zugleich abgeschlossene befristete Arbeitsvertrag zwischen der Kl&auml;gerin und der E-GmbH stellt sich &#8211;entgegen der Ansicht des FA&#8211; weder als hinausgez&ouml;gerte Entlassung noch als blo&szlig;e Fortsetzung des Arbeitsverh&auml;ltnisses mit der K-GmbH dar. Dem steht nicht entgegen, dass die Kl&auml;gerin &#8211;allerdings neben Qualifizierungsma&szlig;nahmen&#8211; bei der E-GmbH weitgehend ihre fr&uuml;here T&auml;tigkeit ausge&uuml;bt haben mag und die Vereinbarungen des Sozialplans Gegenstand des befristeten Arbeitsvertrages waren. Auch die Tatsache, dass die von der E-GmbH &uuml;bernommenen Arbeitnehmer in einer betriebsorganisatorisch eigenst&auml;ndigen Einheit &quot;K-GmbH&quot; innerhalb der E-GmbH und in den angemieteten R&auml;umlichkeiten der K-GmbH weiterbesch&auml;ftigt wurden, ist unter Ber&uuml;cksichtigung des sich aus dem Gesetz (&sect; 175 Abs. 1 SGB III) ergebenden Zwecks einer solchen Regelung unsch&auml;dlich. Zudem und entscheidend ist aber, dass die E-GmbH als externe BQG eine eigenst&auml;ndige juristische Person (mit eigenem Gesellschaftszweck) ist, die auch &uuml;ber ihre Gesellschafter nicht mit der K-GmbH unternehmerisch verbunden ist (vgl. Pr&ouml;pper, DB 2001, 2170, 2172, unter IV.2.a). Das gilt unabh&auml;ngig davon, wie die Herkunft der betreffenden Gelder und deren Auszahlung &uuml;ber die E-GmbH (ggf. als Zahlstelle) zu beurteilen ist. Daher ist das FG zu Recht von einem neuen eigenst&auml;ndigen Arbeitsverh&auml;ltnis mit der E-GmbH ausgegangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Indes sind die Zuzahlungen nach Ma&szlig;gabe der Sozialplan-Vereinbarungen nicht &quot;wegen&quot; der Aufl&ouml;sung des Arbeitsverh&auml;ltnisses mit der K-GmbH, sondern wegen der vereinbarten Kurzarbeit bei der E-GmbH erfolgt. Das FG hat diese Zahlungen unter Versto&szlig; gegen die ma&szlig;gebenden Auslegungsgrunds&auml;tze daher unzutreffend als Abfindungen i.S. des &sect; 3 Nr. 9 EStG behandelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar obliegt die Vertragsauslegung dem FG als Tatsacheninstanz. Wenn sie den Auslegungsgrunds&auml;tzen entspricht und nicht gegen Denkgesetze und Erfahrungss&auml;tze verst&ouml;&szlig;t, d.h. jedenfalls m&ouml;glich ist, bindet sie den Senat gem&auml;&szlig; &sect; 118 Abs. 2 FGO (st&auml;ndige Rechtsprechung, BFH-Urteile vom 25. Februar 2009 IX R 76\/07, BFH\/NV 2009, 1268; vom 22. Mai 2007 IX R 22\/06, BFH\/NV 2007, 1836, m.w.N.). Im Streitfall ist die Auslegung des FG jedoch nicht m&ouml;glich; der hierin liegende Rechtsfehler f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dem Sozialplan (S. 3, unter &quot;Ma&szlig;nahmen&quot; 1. und 2.) sollten die betroffenen Besch&auml;ftigten &#8211;neben dem Abschluss von Aufhebungsvertr&auml;gen mit der K-GmbH und dem gleichzeitigen Abschluss von zeitlich befristeten Arbeitsverh&auml;ltnissen mit der E-GmbH&#8211; &quot;w&auml;hrend der Dauer der strukturellen Kurzarbeit&quot; &quot;einen Nachteilsausgleich&quot; aus dem von der K-GmbH &quot;zur Verf&uuml;gung gestellten H&auml;rtefonds&quot; erhalten. Erl&auml;uternd ergibt sich dazu aus der Protokoll-Notiz zum Sozialplan, dass den betroffenen Besch&auml;ftigten &quot;zum Ausgleich der Nachteile, die ihnen durch die dauerhafte Gew&auml;hrung von Kurzarbeitergeld entstehen, eine monatliche Nettozahlung&quot; zusteht. Nach Wortlaut, Wortsinn und dem Zweck dieser betrieblichen Regelung sollte der so abgefasste Nachteilsausgleich gerade nicht wegen der Aufl&ouml;sung des Arbeitsverh&auml;ltnisses, sondern ausdr&uuml;cklich und eindeutig wegen der durch die dauerhafte Gew&auml;hrung von Kurzarbeit entstehenden Nachteile gew&auml;hrt werden, und zwar gerade auch f&uuml;r die Dauer dieser Kurzarbeit. Entsprechend waren nach der Protokoll-Notiz auch &quot;monatliche Nettozahlungen&quot; vorgesehen, die dann auch von der E-GmbH als &quot;monatliche Nettozusch&uuml;sse&quot; best&auml;tigt wurden. Dass die Vertragsparteien in ihrer Vereinbarung vom 20. April 1998 (Anlage 2 zum Sozialplan) den betroffenen Besch&auml;ftigten einen &quot;Nachteilsausgleich gem&auml;&szlig; &sect; 3 Ziff. 9 EStG zugesichert&quot; haben, ist als Vereinbarung &uuml;ber Rechtsfolgen steuerrechtlich unzul&auml;ssig. Denn eine Vereinbarung ziviler Vertragsparteien &uuml;ber die Steuerfreiheit der vereinbarten Leistungen ist nichtig (vgl. zu Vereinbarungen zwischen Steuerpflichtigem und Finanzbeh&ouml;rde: Pahlke\/Koenig\/Koenig, Abgabenordnung, 2. Aufl. &sect; 38 Rz 31; Schuster in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect; 38 AO Rz 66).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch generell steht dem die Vereinbarung vom 20. April 1998 (Anlage 2 zum Sozialplan) ersichtlich nicht entgegen. Zum einen ist &#8211;mit dem FA&#8211; &uuml;berhaupt fraglich, ob es sich dabei nicht um einen weiteren Nachteilsausgleich in Gestalt einer (echten) Abfindung handelt; denn die Vereinbarung kn&uuml;pft f&uuml;r die &uuml;bernommenen Besch&auml;ftigten an deren Ausscheiden aus der K-GmbH an und erw&auml;hnt an keiner Stelle, dass dieser Nachteilsausgleich wegen der Kurzarbeit und f&uuml;r deren Dauer gezahlt werden soll. In &sect; 1 hei&szlig;t es sogar ausdr&uuml;cklich &quot;aus Anla&szlig; des Aufhebungsvertrages&quot;. Zum anderen orientiert sich die Formel zur Berechnung des Nachteilsausgleichs u.a. an der bisherigen Bezahlung der Besch&auml;ftigten; es werden H&ouml;chstbetr&auml;ge ausgewiesen, deren Auszahlung zudem nicht monatlich, sondern einmalig &quot;mit der April-Abrechnung 1999&quot; oder &quot;im Juli 1999&quot; erfolgen soll. Dazu hat das FG indes keine Feststellungen getroffen; vielmehr steht fest, dass die Kl&auml;gerin in den beiden Streitjahren monatliche Zahlungen erhalten hat. Im &Uuml;brigen w&auml;re die Vereinbarung vom 20. April 1998 bei Zweifeln im Sinne des Sozialplans auszulegen, der einschlie&szlig;lich seiner Protokoll-Notiz einen unmittelbaren Zusammenhang der Zahlungen mit der Aufl&ouml;sung des Arbeitsverh&auml;ltnisses nicht oder nur mittelbar erkennen l&auml;sst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Sache ist spruchreif. Die Klage ist abzuweisen. Unter Ber&uuml;cksichtigung der vertraglichen Vereinbarungen im Rahmen des Sozialplans sind die Zuzahlungen (Zusch&uuml;sse zum Kurzarbeitergeld) der E-GmbH an die Kl&auml;gerin als steuerpflichtiger Arbeitslohn &#8211;wie in den angegriffenen Einkommensteuerbescheiden bereits geschehen&#8211; anzusetzen. Ob der Kl&auml;gerin aufgrund der Vereinbarung vom 20. April 1998 (Anlage 2 zum Sozialplan) &uuml;ber die bisherigen Zahlungen hinaus ein weiterer arbeitsrechtlicher Zahlungsanspruch zusteht, ist hier nicht zu beurteilen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.7.2010, IX R 23\/09 Zuzahlungen zum Kurzarbeitergeld &#8211; Aufl&ouml;sung eines bestehenden Arbeitsverh&auml;ltnisses bei Eintritt in neues Arbeitsverh&auml;ltnis mit externer Besch&auml;ftigungsgesellschaft &#8211; Anwendungsbereich des &sect; 3 Nr. 9 EStG &#8211; Nichtigkeit von Vereinbarungen ziviler Vertragsparteien &uuml;ber die Steuerfreiheit vereinbarter Leistungen Leits&auml;tze 1. 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