{"id":11804,"date":"2012-12-19T16:11:33","date_gmt":"2012-12-19T14:11:33","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=11804"},"modified":"2012-12-19T16:11:33","modified_gmt":"2012-12-19T14:11:33","slug":"i-b-121-10-berichtigungsfaehigkeit-eines-bei-der-geschaeftsstelle-hinterlegten-und-den-beteiligten-bekannt-gegebenen-tenors-kein-beginn-der-zweiwoechigen-beschwerdefrist-bei-fehlender-rechtsmittelbele","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-121-10-berichtigungsfaehigkeit-eines-bei-der-geschaeftsstelle-hinterlegten-und-den-beteiligten-bekannt-gegebenen-tenors-kein-beginn-der-zweiwoechigen-beschwerdefrist-bei-fehlender-rechtsmittelbele\/","title":{"rendered":"I&nbsp;B&nbsp;121\/10 &#8211; Berichtigungsf&auml;higkeit eines bei der Gesch&auml;ftsstelle hinterlegten und den Beteiligten bekannt gegebenen Tenors &#8211; Kein Beginn der zweiw&ouml;chigen Beschwerdefrist bei fehlender Rechtsmittelbelehrung &#8211; Voraussetzungen einer &Auml;nderung nach &sect; 107 FGO"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.7.2010, I B 121\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Berichtigungsf&auml;higkeit eines bei der Gesch&auml;ftsstelle hinterlegten und den Beteiligten bekannt gegebenen Tenors &#8211; Kein Beginn der zweiw&ouml;chigen Beschwerdefrist bei fehlender Rechtsmittelbelehrung &#8211; Voraussetzungen einer &Auml;nderung nach &sect; 107 FGO<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) ist eine GmbH, deren Alleingesellschafter die Stadt X ist. Gegenstand der Kl&auml;gerin ist u.a. die Stromerzeugung sowie die Erzeugung und Versorgung der Stadt X mit W&auml;rme.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;gerin war an einem Grundst&uuml;ck der Stadt X zum 1. Oktober 1998 ein Erbbaurecht &uuml;ber einen Zeitraum von 60 Jahren einger&auml;umt worden. Nach Beendigung des Erbbaurechts sollten errichtete Bauwerke und sonstige baulichen Anlagen in das Eigentum des Grundst&uuml;ckseigent&uuml;mers &uuml;bergehen. Bei Zeitablauf des Erbbaurechts sollte der Erbbauberechtigte eine Verg&uuml;tung f&uuml;r das Erbbaurecht in H&ouml;he von 60 % des Herstellungswerts des Geb&auml;udes erhalten. Auf dem Grundst&uuml;ck errichtete die Kl&auml;gerin ein Geb&auml;ude, das sie &uuml;ber einen Zeitraum von 30 Jahren an die Stadt X vermietete.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach einer Au&szlig;enpr&uuml;fung kam der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) zu der &Uuml;berzeugung, das Geb&auml;ude sei der Stadt X zuzurechnen. Gegen die im Anschluss hieran ergangenen Steuerbescheide erhob die Kl&auml;gerin auch wegen weiterer Streitpunkte Klage. Im Anschluss an die m&uuml;ndliche Verhandlung vom 28. Juli 2009 gab das Finanzgericht (FG) den Beteiligten den in der Sitzung beschlossenen und bei der Gesch&auml;ftsstelle hinterlegten Urteilstenor bekannt, der hinsichtlich des hier streitigen Punktes wie folgt lautete:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>&quot;Unter &Auml;nderung der Bescheide &uuml;ber K&ouml;rperschaftsteuer 2000 und &uuml;ber den Gewerbesteuermessbetrag 2000 vom 13. Juni 2005 werden die K&ouml;rperschaftsteuer und der Gewerbesteuermessbetrag 2000 jeweils auf den Betrag festgesetzt, der sich ergibt, wenn bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens bzw. des Gewinns aus Gewerbebetrieb ein Betrag von 103.222,10 DM gewinnmindernd ber&uuml;cksichtigt wird.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im den Beteiligten am 15. September 2009 zugestellten Urteil wurde die Klage jedoch insoweit abgewiesen und der Tenor unter Berufung auf &sect; 107 der Finanzgerichtsordnung (FGO) entsprechend ge&auml;ndert. Zwar schloss sich das FG der rechtlichen Sicht der Kl&auml;gerin an. Mangels steuerlicher Auswirkungen wies es die Klage insoweit jedoch mangels Beschwer als unzul&auml;ssig ab. Wie sich aus Tz. 1.14 bis 1.19 des Pr&uuml;fungsberichts vom 31. Januar 2007 i.V.m. den Erl&auml;uterungen zu Tz. 1.6 bis 1.11 im Pr&uuml;fungsbericht vom 17. Juni 2006 ergebe, habe die Zuordnung des Geb&auml;udes zur Stadt X zu einer Gewinnminderung und nicht zu einer Gewinnerh&ouml;hung gef&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin r&uuml;gt mit ihrer am 9. Oktober 2009 beim Bundesfinanzhof (BFH) eingegangenen Nichtzulassungsbeschwerde u.a., das FG habe zu Unrecht eine offenbare Unrichtigkeit des urspr&uuml;nglichen Urteilsausspruchs angenommen. Ferner h&auml;tte eine &Auml;nderung nach &sect; 107 FGO nicht im Urteil, sondern nur durch Beschluss erfolgen d&uuml;rfen. Das FG hat der Beschwerde insoweit nicht abgeholfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;, den Berichtigungsbeschluss aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Beschwerde zur&uuml;ckzuweisen. Es ist der Auffassung, da der bei der Gesch&auml;ftsstelle hinterlegte Urteilsausspruch nicht verk&uuml;ndet worden sei, habe es sich um ein noch ab&auml;nderbares &quot;Internum&quot; des Gerichts gehandelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. 1. Der Senat wertet die mit der Beschwerde wegen Nichtzulassung der Revision erhobenen Einw&auml;nde gegen die &Auml;nderung des den Beteiligten urspr&uuml;nglich bekannt gegebenen Urteilstenors als Beschwerde i.S. des &sect; 128 FGO. Die Berichtigung ist zwar im schriftlich abgefassten Urteil erfolgt, gleichwohl handelt es sich der Sache nach um eine eigenst&auml;ndige, der Entscheidung &uuml;ber die Klage zeitlich nachfolgende und au&szlig;erhalb der m&uuml;ndlichen Verhandlung getroffene Entscheidung, die ungeachtet ihrer &auml;u&szlig;erlichen Verbindung mit dem Urteil durch Beschluss gem&auml;&szlig; &sect; 107 Abs. 2 FGO und nicht durch ein Urteil getroffen worden ist. Dagegen ist die Beschwerde nach &sect; 128 FGO gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Zul&auml;ssigkeit dieser Beschwerde steht nicht entgegen, dass sie erst am 9. Oktober 2009, mithin sp&auml;ter als zwei Wochen nach Bekanntgabe des Berichtigungsbeschlusses &#8211;die mit Zustellung der Urteilsausfertigung am 15. September 2009 erfolgt war&#8211; beim BFH eingegangen ist. Denn weil der Berichtigungsbeschluss des FG nicht mit einer diesbez&uuml;glichen Rechtsmittelbelehrung versehen war (&sect; 113 Abs. 1 i.V.m. &sect; 105 Abs. 2 Nr. 6 FGO), begann gem&auml;&szlig; &sect; 55 Abs. 1 FGO die zweiw&ouml;chige Beschwerdefrist des &sect; 129 FGO nicht mit der Bekanntgabe des Berichtigungsbeschlusses zu laufen und war deshalb zum Zeitpunkt des Eingangs der Beschwerde noch nicht abgelaufen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Beschwerde ist begr&uuml;ndet. Das FG durfte den in der Sitzung vom 28. Juli 2009 beschlossenen, bei der Gesch&auml;ftsstelle hinterlegten und den Beteiligten formlos bekannt gegebenen Tenor nicht &auml;ndern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das FG wollte der Klage hinsichtlich der Frage, wem das Geb&auml;ude zuzuordnen ist, ersichtlich stattgeben. Es hat sich, was die Auswirkungen einer Stattgabe anbelangt, auf den Antrag der Kl&auml;gerin gest&uuml;tzt, den es mit Ausnahme eines Rechenfehlers von 2.000 DM in die Urteilsformel &uuml;bernahm. Diesen Tenor hat das FG bei der Gesch&auml;ftsstelle hinterlegt und den Beteiligten formlos &uuml;bersandt. Die Entscheidung galt damit als verk&uuml;ndet (BFH-Urteil vom 6. November 1985 II R 217\/85, BFHE 145, 120, BStBl II 1986, 175). Mit Verk&uuml;ndung wird das Urteil wirksam und damit auch f&uuml;r das erkennende Gericht bindend. Die Urteilsformel konnte demnach nur nach Ma&szlig;gabe des &sect; 107 FGO ge&auml;ndert werden. Die Voraussetzungen dieser Vorschrift lagen jedoch nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der in &sect; 107 FGO verwendete Begriff &quot;offenbare Unrichtigkeit&quot; umfasst nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH, &auml;hnlich wie derjenige in &sect; 129 der Abgabenordnung, alle bei der Abfassung des FG-Urteils unterlaufenen &quot;mechanischen&quot; Fehler (BFH-Beschl&uuml;sse vom 25. Januar 1996 III B 122\/93, BFH\/NV 1996, 682; vom 26. Juli 1999 V B 71\/99, BFH\/NV 2000, 66; vom 12. M&auml;rz 2004 VII B 239\/02, BFH\/NV 2004, 1114). Ein solcher liegt vor, wenn eine in dem Urteil enthaltene Aussage die vom FG getroffenen Feststellungen oder die von ihm angestellten &Uuml;berlegungen nicht zutreffend zum Ausdruck bringt und dies aus dem Urteil selbst heraus erkennbar wird (BFH-Beschl&uuml;sse vom 21. August 2003 XI B 239\/02, BFH\/NV 2004, 67; vom 19. November 2003 I B 47\/03, BFH\/NV 2004, 515; vom 10. Februar 2004 X B 75\/03, BFH\/NV 2004, 663). &sect; 107 FGO greift dagegen nicht ein, wenn die ernstliche M&ouml;glichkeit besteht, dass die in Rede stehende Wendung auf einer unvollst&auml;ndigen Ermittlung oder einer unrichtigen W&uuml;rdigung des Sachverhalts oder auf einem Rechtsirrtum des FG beruht (BFH-Beschl&uuml;sse vom 25. Mai 1993 VIII B 53\/93, BFH\/NV 1994, 112; vom 27. November 2003 VI B 261\/00, BFH\/NV 2004, 364; vom 30. Januar 2006 III B 2\/05, BFH\/NV 2006, 910, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Eine offenbare Unrichtigkeit liegt schon deshalb nicht vor, weil aus dem verk&uuml;ndeten Urteilstenor selbst nicht ersichtlich ist, dass dem FG ein Rechenfehler unterlaufen ist. Dar&uuml;ber hinaus bedarf die Entscheidung der Frage, welche steuerlichen Folgen aus der Zurechnung des Geb&auml;udes an die Kl&auml;gerin statt an X zu ziehen sind, nicht nur einer blo&szlig;en Rechenoperation. Es m&uuml;ssen vielmehr die Besteuerungsgrundlagen, die sich durch die abweichende Zurechnung des Geb&auml;udes &auml;ndern, ermittelt werden, was ohne rechtliche Wertung nicht m&ouml;glich ist. Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass der fehlerhafte Tenor auch auf einer unvollst&auml;ndigen Ermittlung der Folgen der ge&auml;nderten Zurechnung des Geb&auml;udes oder einem Rechtsfehler beruht und somit das im Urteil erkl&auml;rte und das vom FG tats&auml;chlich gewollte Ergebnis nicht auseinander fielen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&Uuml;berdies ist der dem Urteilstenor anhaftende Fehler nicht &quot;offenbar&quot;, denn er l&auml;sst sich nicht zweifelsfrei und augenf&auml;llig feststellen. Hiervon ist schon deshalb auszugehen, weil das FG insoweit dem Antrag der Kl&auml;gerin gefolgt ist, den es mit Ausnahme eines Rechenfehlers &uuml;ber 2.000 DM in die Urteilsformel &uuml;bernahm. Ein &quot;offensichtlicher&quot; Fehler i.S. des &sect; 107 Abs. 1 FGO liegt jedoch regelm&auml;&szlig;ig nicht vor, wenn die Entscheidung des Gerichts von dem Klageantrag gedeckt ist (Senatsurteil vom 9. M&auml;rz 2005 I R 13\/03, BFH\/NV 2005, 1336). Ferner ist der Fehler keinem der Beteiligten w&auml;hrend des Verwaltungs- und Gerichtsverfahrens aufgefallen. Auch das FG hat ihn erst beim Abfassen der Urteilsgr&uuml;nde bemerkt. Die steuerlichen Auswirkungen der Zurechnung des Geb&auml;udes an X k&ouml;nnen auch nur unter Zuhilfenahme verschiedener Ziffern des Betriebspr&uuml;fungsberichts ermittelt werden. Ein augenf&auml;lliger, leicht erkennbarer und korrigierbarer Fehler liegt daher nicht vor. Dies zeigen auch die Einwendungen der Kl&auml;gerin gegen die Entscheidung des FG. Wie die Kl&auml;gerin in einer eigenst&auml;ndigen Berechnung, die sich &uuml;ber zwei Seiten hinzieht, im Einzelnen darlegt, h&auml;tte die korrekte Umsetzung der Zurechnung des Geb&auml;udes sogar zu einer h&ouml;heren Einkommensminderung gef&uuml;hrt als mit der Klage begehrt. Ob die Berechnung der Kl&auml;gerin oder diejenige des FG zutrifft, kann in diesem Zusammenhang offenbleiben. Hieraus ergibt sich jedoch, dass dem zun&auml;chst verk&uuml;ndeten Tenor jedenfalls kein &quot;offenbarer&quot; Fehler anhaftet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.7.2010, I B 121\/10 Berichtigungsf&auml;higkeit eines bei der Gesch&auml;ftsstelle hinterlegten und den Beteiligten bekannt gegebenen Tenors &#8211; Kein Beginn der zweiw&ouml;chigen Beschwerdefrist bei fehlender Rechtsmittelbelehrung &#8211; Voraussetzungen einer &Auml;nderung nach &sect; 107 FGO Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) ist eine GmbH, deren Alleingesellschafter die Stadt X ist. 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