{"id":11805,"date":"2012-12-07T04:27:12","date_gmt":"2012-12-07T02:27:12","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=11805"},"modified":"2012-12-07T04:27:12","modified_gmt":"2012-12-07T02:27:12","slug":"viii-b-198-09-unmittelbare-beweisaufnahme-im-finanzgerichtsprozess","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-198-09-unmittelbare-beweisaufnahme-im-finanzgerichtsprozess\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;B&nbsp;198\/09 &#8211; Unmittelbare Beweisaufnahme im Finanzgerichtsprozess"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 26.7.2010, VIII B 198\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Unmittelbare Beweisaufnahme im Finanzgerichtsprozess<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) ist Garten- und Landschaftsbauarchitekt. In den Streitjahren betrieb er als Einzelunternehmer einen Gartenbaubetrieb und ermittelte seinen Gewinn durch Einnahme-&Uuml;berschuss-Rechnung nach &sect; 4 Abs. 3 des Einkommensteuergesetzes. Der Kl&auml;ger sowie seine 2005 verstorbene Ehefrau waren an verschiedenen Gesellschaften beteiligt. Im Zeitraum von Oktober 1999 bis Mai 2001 f&uuml;hrte das Finanzamt f&uuml;r Fahndung und Strafsachen bei dem Kl&auml;ger sowie der K GmbH und der G GmbH ein steuerstrafrechtliches Ermittlungsverfahren durch. In der Folgezeit &auml;nderte der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Einkommensteuerbescheide 1993 bis 1997 in Bezug auf die Eink&uuml;nfte aus selbst&auml;ndiger T&auml;tigkeit sowie in Bezug auf die Kapitaleink&uuml;nfte, wobei das FA f&uuml;r das Jahr 1996 die Eheleute antragsgem&auml;&szlig; getrennt veranlagte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die gegen die Einspruchsbescheide gerichteten Klagen hatten teilweise Erfolg. Der Kl&auml;ger unterlag vor dem Finanzgericht (FG) nur noch hinsichtlich folgender Streitpunkte:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Zahlungen an das Unternehmen S in den Jahren 1993 und 1994 erkannte das FG nicht als Betriebsausgaben im Einzelunternehmen des Kl&auml;gers an, weil es von fingierten Vertragsverh&auml;ltnissen ausging. Zur Sachverhaltsaufkl&auml;rung verwies das FG umfassend auf die Ergebnisse des Steuerstrafverfahrens sowie der Umsatzsteuerverfahren gegen den Kl&auml;ger. Das FG w&uuml;rdigte die aktenkundigen Aussagen von Zeugen aus diesen Verfahren als &quot;nachvollziehbar und glaubhaft&quot;, obwohl es keine eigene Zeugenvernehmung durchf&uuml;hrte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Zahlungen der K GmbH in den Streitjahren 1993 und 1994 erfasste das FG als verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttungen beim Kl&auml;ger. Streitig ist, ob den Zahlungen ein Darlehen des Kl&auml;gers zugrunde liegt. Auch hier st&uuml;tzte sich das FG auf Zeugenaussagen im Strafverfahren, ohne selbst Zeugen vernommen zu haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. In den Streitjahren 1994 bis 1997 rechnete das FG dem Kl&auml;ger Eink&uuml;nfte aus einer Kapitalanlage in Luxemburg zu. Diese Anlage erfolgte im Namen des Kl&auml;gers. Aus Sicht des FG bestand kein Treuhandverh&auml;ltnis zugunsten der G GmbH.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Eine Einzahlung in 1996 wertete das FG nicht als Bareinlage, da der Kl&auml;ger nicht nachweisen konnte, woher das Geld stamme.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der gegen das Urteil gerichteten Nichtzulassungsbeschwerde r&uuml;gt der Kl&auml;ger Verfahrensfehler i.S. von &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) und beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und die Sache an das FG zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Nichtzulassungsbeschwerde zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist teilweise begr&uuml;ndet. Hinsichtlich der Streitjahre 1993 und 1994 beruht die Vorentscheidung auf einem Verfahrensfehler. Dieser f&uuml;hrt insoweit zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung des Rechtsstreits zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG gem&auml;&szlig; &sect; 116 Abs. 6 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Vorentscheidung ist hinsichtlich der Einkommensteuer 1993 und 1994 aufzuheben, weil das FG den Grundsatz der Unmittelbarkeit der Beweisaufnahme verletzt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect; 81 Abs. 1 Satz 1 FGO hat das Gericht den Beweis in der m&uuml;ndlichen Verhandlung zu erheben. Der Sinn des Grundsatzes der Unmittelbarkeit der Beweisaufnahme und des aus ihm folgenden Gebots, Zeugen grunds&auml;tzlich selbst zu h&ouml;ren und sich nicht mit nur schriftlich &uuml;bermittelten Bekundungen derselben zu begn&uuml;gen, besteht darin, es dem Gericht zu erm&ouml;glichen, aufgrund des pers&ouml;nlichen Eindrucks von den Zeugen und durch kritische Nachfrage die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen zu &uuml;berpr&uuml;fen (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 23. Januar 1985 I R 30\/81, BFHE 143, 117, BStBl II 1985, 305; vom 17. Mai 2005 VII R 76\/04, BFHE 210, 70).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Zeugenprotokolle aus anderen Verfahren k&ouml;nnen im Finanzprozess grunds&auml;tzlich als Urkundsbeweis im finanzgerichtlichen Verfahren verwertet werden, wenn die Beteiligten damit einverstanden sind (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteile vom 18. November 1971 VIII 21\/65, BFHE 104, 409, BStBl II 1972, 399; vom 22. Februar 1972 VII R 80\/69, BFHE 105, 220, BStBl II 1972, 544; Seer in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 81 FGO Rz 27, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Rechtsprechung l&auml;sst es damit zu, dass sich das FG die tats&auml;chlichen Feststellungen, Beweisw&uuml;rdigungen und rechtlichen Beurteilungen eines Strafverfahrens zu eigen machen kann, wenn und soweit es zu der &Uuml;berzeugung gelangt ist, dass diese zutreffend sind und keine substantiierten Einwendungen gegen die Feststellungen des Strafurteils erhoben werden (vgl. hierzu BFH-Urteile vom 13. Juli 1994 I R 112\/93, BFHE 175, 489, BStBl II 1995, 198; vom 2. Dezember 2003 VII R 17\/03, BFHE 204, 380; BFH-Beschl&uuml;sse vom 5. Februar 1993 VIII B 103\/92, BFH\/NV 1993, 351; vom 14. November 2003 VIII B 70\/02, BFH\/NV 2004, 513; vom 20. April 2006 VIII B 33\/05, BFH\/NV 2006, 1338; vom 17. M&auml;rz 2010 X B 120\/09, BFH\/NV 2010, 1240).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Das FG begeht aber einen Verfahrensfehler, wenn es Vernehmungsprotokolle aus anderen Verfahren als Zeugenbeweis bezeichnet und daher im Urteil nicht zum Ausdruck kommt, dass der unterschiedliche Beweiswert von Urkunden- und Zeugenbeweis vom FG gesehen und ber&uuml;cksichtigt wurde (vgl. zum Verwaltungsgerichtsprozess B&ouml;hm in Neue Zeitschrift f&uuml;r Verwaltungsrecht 1996, S. 427, 429).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Im Streitfall verwies das FG zur Sachverhaltsaufkl&auml;rung umfassend auf die Ergebnisse des Steuerstrafverfahrens sowie der Umsatzsteuerverfahren gegen den Kl&auml;ger. Obwohl das FG in der m&uuml;ndlichen Verhandlung keine Zeugen vernommen hat, w&uuml;rdigte es in den Entscheidungsgr&uuml;nden auf S. 18 des Urteils die Aussage der Zeugin X, die diese im strafrechtlichen Ermittlungsverfahren abgelegt hatte, als nachvollziehbar und glaubhaft. Ebenso werden &#8211;ohne tats&auml;chliche Vernehmung in der m&uuml;ndlichen Verhandlung&#8211; auf S. 22 die Aussagen weiterer Zeugen gew&uuml;rdigt. Damit verstie&szlig; das FG gegen den Grundsatz der formellen Unmittelbarkeit der Beweisaufnahme.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Da das FG den protokollierten Zeugenaussagen wesentliches Gewicht beigelegt hat, beruht das Urteil auf dem Verfahrensversto&szlig;. Die M&ouml;glichkeit, dass es ohne den Fehler anders ausgefallen w&auml;re, l&auml;sst sich nicht mit Sicherheit ausschlie&szlig;en. Die Voraussetzungen des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO liegen damit vor. Der Senat h&auml;lt es f&uuml;r angezeigt, das angefochtene Urteil aufzuheben und den Rechtsstreit zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen (&sect; 116 Abs. 6 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<table style=\"margin-left:144\"pt>\n<tr>\n<td>III.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hinsichtlich der Streitjahre 1996 und 1997 ist die Beschwerde unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Eine Verletzung des rechtlichen Geh&ouml;rs liegt nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes i.V.m. &sect; 96 Abs. 2 FGO gew&auml;hrleisten den Verfahrensbeteiligten die Gelegenheit, sich zu den der Entscheidung zu Grunde liegenden Tatsachen und Beweisergebnissen zu &auml;u&szlig;ern und ihre f&uuml;r wesentlich gehaltenen Rechtsansichten vorzutragen (Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 119 Rz 10a, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine unzul&auml;ssige &Uuml;berraschungsentscheidung liegt nach der Rechtsprechung nur vor, wenn das Gericht seine Entscheidung auf einen bis dahin nicht er&ouml;rterten rechtlichen oder tats&auml;chlichen Gesichtspunkt st&uuml;tzt und damit dem Rechtsstreit eine Wendung gibt, mit der auch ein gewissenhafter und kundiger Prozessbeteiligter nicht rechnen musste. Der Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r verlangt jedoch nicht, dass das Gericht die ma&szlig;gebenden Rechtsfragen mit den Beteiligten umfassend er&ouml;rtert oder sogar die einzelnen f&uuml;r die Entscheidung erheblichen (rechtlichen oder tats&auml;chlichen) Gesichtspunkte im Voraus andeutet (vgl. BFH-Beschluss in BFH\/NV 2010, 1240, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach diesen Grunds&auml;tzen liegt kein Verfahrensversto&szlig; vor. Der Kl&auml;ger tr&auml;gt vor, er habe die m&uuml;ndliche Verhandlung lediglich als Vorbesprechung angesehen. Aus der Gerichtsakte des FG ergibt sich aber, dass das Gericht den Kl&auml;ger bereits einige Monate vor der m&uuml;ndlichen Verhandlung aufforderte, genau bezeichnete Unterlagen beizubringen. Ferner wurde er ordnungsgem&auml;&szlig; zur m&uuml;ndlichen Verhandlung geladen. Es sind keine Gr&uuml;nde ersichtlich, wonach der Kl&auml;ger lediglich von einer Vorbesprechung ausgehen konnte. Insbesondere konnte der Kl&auml;ger aus der unterlassenen Ladung von Zeugen keine Schl&uuml;sse ziehen, da es im Hinblick auf die oben unter II.1.b zitierte Rechtsprechung denkbar ist, dass das FG die Ergebnisse des Strafverfahrens im Wege des Urkundsbeweises h&auml;tte &uuml;bernehmen k&ouml;nnen. Ein Urteil ist schlie&szlig;lich nicht deshalb &Uuml;berraschungsentscheidung, weil es nicht den Erwartungen und Hoffnungen eines Beteiligten entspricht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Soweit der Kl&auml;ger das Unterlassen von Hinweisen nach &sect; 76 Abs. 2 FGO r&uuml;gt, fehlt es an Ausf&uuml;hrungen, welche (weiteren) Antr&auml;ge der Kl&auml;ger gestellt h&auml;tte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. In Wirklichkeit wendet sich der Kl&auml;ger gegen die materielle Richtigkeit des angefochtenen Urteils. Im Verfahren der Nichtzulassungsbeschwerde sind Einw&auml;nde gegen die Richtigkeit des angefochtenen Urteils, die nur im Rahmen einer Revisionsbegr&uuml;ndung relevant sein k&ouml;nnen, von vornherein unbeachtlich. Gleiches gilt hinsichtlich der vom Kl&auml;ger behaupteten unzul&auml;nglichen Beweisw&uuml;rdigung. Die Beweisw&uuml;rdigung ist revisionsrechtlich ebenfalls dem materiellen Recht zuzuordnen (vgl. BFH-Beschluss vom 17. Januar 2006 VIII B 172\/05, BFH\/NV 2006, 799, m.w.N.) und kann daher im Verfahren der Nichtzulassungsbeschwerde grunds&auml;tzlich nicht angegriffen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<table style=\"margin-left:144\"pt>\n<tr>\n<td>IV.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Von einer weiteren Begr&uuml;ndung sieht der Senat gem&auml;&szlig; &sect; 116 Abs. 5 Satz 2 FGO ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 26.7.2010, VIII B 198\/09 Unmittelbare Beweisaufnahme im Finanzgerichtsprozess Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) ist Garten- und Landschaftsbauarchitekt. In den Streitjahren betrieb er als Einzelunternehmer einen Gartenbaubetrieb und ermittelte seinen Gewinn durch Einnahme-&Uuml;berschuss-Rechnung nach &sect; 4 Abs. 3 des Einkommensteuergesetzes. Der Kl&auml;ger sowie seine 2005 verstorbene Ehefrau waren an verschiedenen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-198-09-unmittelbare-beweisaufnahme-im-finanzgerichtsprozess\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;B&nbsp;198\/09 &#8211; Unmittelbare Beweisaufnahme im Finanzgerichtsprozess<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-11805","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11805","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11805"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11805\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11805"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11805"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11805"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}