{"id":11837,"date":"2012-12-19T16:09:19","date_gmt":"2012-12-19T14:09:19","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=11837"},"modified":"2012-12-19T16:09:19","modified_gmt":"2012-12-19T14:09:19","slug":"viii-r-38-08-wirksamkeit-einer-klage-mit-eingescannter-unterschrift-anforderungen-an-die-schriftform-bei-der-klageerhebung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-38-08-wirksamkeit-einer-klage-mit-eingescannter-unterschrift-anforderungen-an-die-schriftform-bei-der-klageerhebung\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;38\/08 &#8211; Wirksamkeit einer Klage mit eingescannter Unterschrift &#8211; Anforderungen an die Schriftform bei der Klageerhebung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.6.2010, VIII R 38\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Wirksamkeit einer Klage mit eingescannter Unterschrift &#8211; Anforderungen an die Schriftform bei der Klageerhebung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Eine mit eingescannter Unterschrift des Prozessbevollm&auml;chtigten durch Telefax eingelegte Klage entspricht jedenfalls dann den Schriftformanforderungen des &sect; 64 Abs. 1 FGO, wenn sie von dem Bevollm&auml;chtigten an einen Dritten mit der tats&auml;chlich ausgef&uuml;hrten Weisung gemailt wird, sie auszudrucken und per Telefax an das Gericht zu senden.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) wendet sich gegen Einkommensteuer&auml;nderungsbescheide f&uuml;r die Jahre 1991 und 1992, mit denen insbesondere seine vom Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) gesch&auml;tzten Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen der Besteuerung unterworfen wurden. Die dagegen eingelegten Einspr&uuml;che wies das FA mit Einspruchsentscheidungen vom 17. bzw. 18. Oktober 2006 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck, nachdem es die angefochtenen Einkommensteuerbescheide zuvor unter Ansatz niedrigerer Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen ge&auml;ndert hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen hat der Kl&auml;ger Klage erhoben und nach den tats&auml;chlichen Feststellungen des Finanzgerichts (FG) in der m&uuml;ndlichen Verhandlung erkl&auml;rt, dass die Klageschrift durch seinen fr&uuml;heren Berater erstellt, per Mail an einen Mitarbeiter des Beraters mit der eingescannten Unterschrift des Beraters &uuml;bermittelt, von dem Mitarbeiter ausgedruckt und sodann per Fax &#8211;innerhalb der Klagefrist&#8211; an das Gericht &uuml;bersandt wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG wies die Klage als unzul&auml;ssig ab, weil die per Fax &uuml;bermittelte Klageschrift wegen der nur eingescannten Unterschrift des fr&uuml;heren Beraters nicht &uuml;ber die nach &sect; 64 der Finanzgerichtsordnung (FGO) erforderliche Schriftform verf&uuml;ge.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung des &sect; 64 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu Unrecht habe das FG die mit eingescannter Unterschrift erhobene Klage als nicht formgerecht angesehen, nachdem der Gemeinsame Senat der Obersten Gerichtsh&ouml;fe des Bundes (GmS-OGB) mit seiner Entscheidung vom 5. April 2000 GmS-OGB 1\/98 (Monatsschrift f&uuml;r Deutsches Recht &#8211;MDR&#8211; 2000, 1089) entschieden habe, bestimmende Schrifts&auml;tze k&ouml;nnten formwirksam durch elektronische &Uuml;bertragung einer Textdatei mit eingescannter Unterschrift des Prozessbevollm&auml;chtigten auf ein Faxger&auml;t des Gerichts &uuml;bermittelt werden. Auch diese Form erf&uuml;lle den Zweck des Schriftlichkeitsgebots, hinreichend sicher den Inhalt der Erkl&auml;rung und die Person des Erkl&auml;renden auszuweisen. Ma&szlig;geblich f&uuml;r die Beurteilung der Wirksamkeit des elektronischen Schriftsatzes sei n&auml;mlich nicht &#8211;wie der GmS-OGB ausdr&uuml;cklich ausgef&uuml;hrt habe&#8211; eine etwa beim Absender vorhandene Kopiervorlage oder eine nur im PC des Absenders vorhandene Datei, sondern allein die auf seine Veranlassung am Empfangsort (Gericht) erstellte k&ouml;rperliche Urkunde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, das angefochtene Urteil aufzuheben und den Rechtsstreit zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es tr&auml;gt vor, dass die Entscheidung des GmS-OGB zur &Uuml;bersendung bestimmender Schrifts&auml;tze per Computerfax ergangen sei und nach dem Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 10. Oktober 2006 XI ZB 40\/05 (MDR 2007, 481) auf die &Uuml;bertragung solcher Schrifts&auml;tze durch &quot;normales&quot; Fax nicht &uuml;bertragen werden k&ouml;nne. Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) habe die Verfassungsbeschwerde gegen die BGH-Entscheidung mit Beschluss vom 18. April 2007&nbsp;&nbsp;1 BvR 110\/07 (juris) nicht angenommen. Auch der Bundesfinanzhof (BFH) habe mit Beschluss vom 10. Juli 2002 VII B 6\/02 (BFH\/NV 2002, 1597) an dem Erfordernis der eigenh&auml;ndigen Unterschrift bei Klageerhebung durch Telefax festgehalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet; das angefochtene Urteil wird aufgehoben und die Sache zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckverwiesen (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu Unrecht hat das FG die fristgerecht bei Gericht eingegangene Klage mit der Begr&uuml;ndung als unzul&auml;ssig angesehen, sie weise eine nur eingescannte Unterschrift des fr&uuml;heren Kl&auml;gervertreters auf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect; 64 Abs. 1 FGO ist den formellen Anforderungen an eine finanzgerichtliche Klage gen&uuml;gt, wenn sie bei dem Gericht schriftlich oder zur Niederschrift des Urkundsbeamten der Gesch&auml;ftsstelle erhoben wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung soll die Schriftform gew&auml;hrleisten, dass der Inhalt der Erkl&auml;rung und die erkl&auml;rende Person hinreichend zuverl&auml;ssig festgestellt werden k&ouml;nnen. Des Weiteren soll das aus dem Schriftformerfordernis abgeleitete Gebot einer Unterschrift des Erkl&auml;renden sicherstellen, dass das Schriftst&uuml;ck keinen Entwurf betrifft, sondern mit Wissen und Wollen des Erkl&auml;renden an das Gericht gesandt wurde (vgl. GmS-OGB, Beschluss vom 30. April 1979 GmS-OGB 1\/78, Neue Juristische Wochenschrift &#8211;NJW&#8211; 1980, 172; BFH-Urteil vom 29. August 1969 III R 86\/68, BFHE 97, 226, BStBl II 1970, 89; Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 5. November 1973 GrS 2\/72, BFHE 111, 278, BStBl II 1974, 242; BFH-Urteil vom 17. Dezember 1998 III R 101\/96, BFH\/NV 1999, 967; BFH-Beschluss in BFH\/NV 2002, 1597).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dieses Unterschriftserfordernis ist gewahrt, wenn ein Rechtsbehelf oder ein anderer sog. bestimmender Schriftsatz nach Ma&szlig;gabe des &sect; 126 Abs. 1 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs von dem Rechtsbehelfsf&uuml;hrer bzw. Verfasser oder seinem jeweiligen Verfahrensbevollm&auml;chtigten (BFH-Urteil vom 18. Mai 1972 V R 149\/71, BFHE 106, 7, BStBl II 1972, 771) eigenh&auml;ndig &#8211;handschriftlich&#8211; unterschrieben (vgl. BFH-Urteile in BFHE 97, 226, BStBl II 1970, 89; vom 7. August 1974 II R 169\/70, BFHE 113, 490, BStBl II 1975, 194; BFH-Beschl&uuml;sse vom 24. Januar 1994 V R 137\/93, BFH\/NV 1995, 312; vom 15. Januar 2002 X B 143\/01, BFH\/NV 2002, 669) und mit einer solchen Unterschrift vor Ablauf der Klagefrist bei Gericht vorgelegt wurde (vgl. &sect;&sect; 47 Abs. 1, 116 Abs. 2, 120 Abs. 1, 129 Abs. 1 FGO; BFH-Beschluss in BFH\/NV 2002, 1597).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Diese Anforderungen &#8211;auch hinsichtlich der eigenh&auml;ndigen Unterschrift&#8211; gelten grunds&auml;tzlich gleicherma&szlig;en f&uuml;r bestimmende Schrifts&auml;tze, die dem Gericht per Telefax &uuml;bermittelt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Dem Unterschriftserfordernis gen&uuml;gt allerdings bei Schrifts&auml;tzen von Beh&ouml;rden, K&ouml;rperschaften oder Anstalten des &ouml;ffentlichen Rechts eine maschinenschriftliche Unterzeichnung mit handschriftlichem Beglaubigungsvermerk auch ohne Dienstsiegel (vgl. GmS-OGB, Beschluss in NJW 1980, 172).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Dar&uuml;ber hinaus bedarf es nach st&auml;ndiger Rechtsprechung keiner eigenh&auml;ndigen Unterschrift, wenn der jeweilige bestimmende Schriftsatz durch Telegramm, Fernschreiber, Telebrief, Telekopie oder Bildschirmtextmitteilung &uuml;bermittelt wird (vgl. &sect; 130 Nr. 6 der Zivilprozessordnung &#8211;ZPO&#8211;; BFH-Beschl&uuml;sse vom 21. Juni 1968 III B 36\/67, BFHE 92, 438, BStBl II 1968, 589; vom 22. M&auml;rz 1983 VIII B 117\/80, BFHE 138, 403, BStBl II 1983, 579; BFH-Urteil vom 3. Oktober 1986 III R 207\/81, BFHE 148, 205, BStBl II 1987, 131).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Auch die &Uuml;bermittlung der Klageschrift per Computerfax ist ohne Unterschrift wirksam, weil bei dieser Form auf der Seite des Absenders kein k&ouml;rperliches Schriftst&uuml;ck existiert. Infolgedessen gen&uuml;gt es f&uuml;r die Wirksamkeit einer derart erhobenen Klage, dass sich aus dem Schriftsatz selbst oder den Begleitumst&auml;nden die Urheberschaft und der Wille, das Schriftst&uuml;ck in den Verkehr zu bringen, hinreichend sicher ergeben (BFH-Beschluss vom 11. November 1997 VII B 108\/97, BFH\/NV 1998, 604; Schleswig-Holsteinisches FG, Urteil vom 5. M&auml;rz 2008&nbsp;&nbsp;2 K 202\/06, Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2009, 427; FG M&uuml;nchen, Urteil vom 26. November 2007&nbsp;&nbsp;1 K 2342\/07, juris).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Davon unber&uuml;hrt bleibt die M&ouml;glichkeit, eine Klage durch ein elektronisches Dokument i.S. des &sect; 52a FGO mit den dort spezialgesetzlich geregelten besonderen Anforderungen, n&auml;mlich unter Angabe des Namens des Kl&auml;gers sowie einer qualifizierten elektronischen Signatur nach &sect; 2 Nr. 3 des Signaturgesetzes zu erheben (s. &sect; 52a Abs. 1 Satz 3 FGO; BFH-Urteil vom 18. Oktober 2006 XI R 22\/06, BFHE 215, 47, BStBl II 2007, 276; FG M&uuml;nster, Urteil vom 23. M&auml;rz 2006&nbsp;&nbsp;11 K 990\/05 F, EFG 2006, 994; zur Notwendigkeit einer solchen qualifizierten Signatur als Wirksamkeitsvoraussetzung elektronischer bestimmender Schrifts&auml;tze nach &#8211;dem &sect; 52a FGO entsprechenden&#8211; &sect; 130a ZPO s. BGH-Beschluss vom 14. Januar 2010 VII ZB 112\/08, MDR 2010, 460).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Wird die Klage &#8211;wie im Streitfall&#8211; per Telefax erhoben, muss sie allerdings grunds&auml;tzlich eigenh&auml;ndig unterschrieben sein (BFH-Urteile vom 28. November 1995 VII R 63\/95, BFHE 179, 5, BStBl II 1996, 105; vom 16. Februar 2005 VI R 66\/00, BFH\/NV 2005, 1120; BFH-Beschl&uuml;sse vom 26. M&auml;rz 1991 VIII B 83\/90, BFHE 163, 510, BStBl II 1991, 463; vom 12. April 1996 V S 6\/96, BFH\/NV 1996, 824; vom 19. Mai 2000 VIII B 13\/00, BFH\/NV 2000, 1358; in BFH\/NV 2002, 1597; BGH-Beschluss vom 11. Oktober 1989 IVa ZB 7\/89, Wertpapier-Mitteilungen 1989, 1820). Das Fehlen der Unterschrift ist indessen unsch&auml;dlich, wenn das Telefaxformblatt unterschrieben ist, mit der Klageschrift eine Einheit bildet, die Person des Absenders vollst&auml;ndig bezeichnet und kein Zweifel daran besteht, dass die Kopiervorlage ordnungsgem&auml;&szlig; eigenh&auml;ndig unterzeichnet wurde (BFH-Beschluss vom 31. M&auml;rz 2000 VII B 87\/99, BFH\/NV 2000, 1224).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Ob das danach f&uuml;r bestimmende Schrifts&auml;tze grunds&auml;tzlich bestehende Gebot &quot;eigenh&auml;ndiger Unterschrift&quot; auch durch eine eingescannte Unterschrift &#8211;wie im Streitfall&#8211; gewahrt wird, wird nicht einheitlich beurteilt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) F&uuml;r die vergleichbare Form der Unterschrift durch Verwendung eines Faksimilestempels hat die &auml;ltere BFH-Rechtsprechung grunds&auml;tzlich die Wirksamkeit der Erkl&auml;rungen verneint (BFH-Urteile in BFHE 97, 226, BStBl II 1970, 89; in BFHE 113, 490, BStBl II 1975, 194; ebenso Bundesarbeitsgericht &#8211;BAG&#8211;, Urteil vom 5. August 2009&nbsp;&nbsp;10 AZR 692\/08, NJW 2009, 3596; vgl. aber BFH-Urteil vom 19. September 1974 IV R 24\/74, BFHE 113, 416, BStBl II 1975, 199 zur Wirksamkeit einer Klageschrift in Form eines Matrizenabzugs und damit nur auf der Matrize im Original enthaltenen Unterschrift).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach der zu einer Klageerhebung durch Computerfax ergangenen Entscheidung des GmS-OGB erf&uuml;llt eine eingescannte Unterschrift dagegen das Schriftformerfordernis (vgl. GmS-OGB, Beschluss in MDR 2000, 1089). Sie erf&uuml;llt n&auml;mlich gleicherma&szlig;en den schon in der fr&uuml;heren Rechtsprechung des GmS-OGB bezeichneten ausschlie&szlig;lichen Zweck des Schriftlichkeitsgebots, zuverl&auml;ssig den Erkl&auml;rungsinhalt sowie die erkl&auml;rende Person und ihren unbedingten Willen zur Absendung feststellen zu k&ouml;nnen (GmS-OGB, Beschluss in NJW 1980, 172; vgl. hierzu auch die Entscheidungen des BFH in BFHE 138, 403, BStBl II 1983, 579, und vom 13. Dezember 1984 IV R 274\/83, BFHE 143, 198, BStBl II 1985, 367).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Auf der Grundlage dieser Rechtsprechung des GmS-OGB, deren Grundlage durch die Regelungen in den &sect;&sect; 52a FGO, 130a ZPO nicht ber&uuml;hrt wird, weil die damit geschaffenen Sondervorschriften f&uuml;r den elektronischen Rechtsverkehr unabh&auml;ngig neben die Vorschriften zur Schriftform getreten sind (vgl. BAG-Urteil in NJW 2009, 3596; BGH-Beschluss vom 15. Juli 2008 X ZB 8\/08, NJW 2008, 2649), hat die Rechtsprechung<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8211; die Einlegung eines Rechtsbehelfs per E-Mail mit eingescannter Unterschrift (Landessozialgericht f&uuml;r das Land Nordrhein-Westfalen, Urteile vom 13. September 2007 L 9 SO 24\/06, juris; vom 26. April 2007 L 9 SO 25\/06, juris; Beschluss vom 26. Oktober 2009 L 19 B 301\/09 AS ER, juris) oder<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8211; den Widerruf eines gerichtlichen Vergleichs in derselben Form (Landesarbeitsgericht Mecklenburg-Vorpommern, Urteil vom 9. August 2005&nbsp;&nbsp;5 Sa 363\/04, juris) sowie<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8211; die Einlegung eines Rechtsbehelfs (BGH-Beschluss in NJW 2008, 2649; Landesarbeitsgericht Bremen, Urteil vom 10. August 2004&nbsp;&nbsp;1 Sa 165\/03, juris; Oberlandesgericht D&uuml;sseldorf, Urteil vom 14. November 2005 I-9 U 30\/05, juris)<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>f&uuml;r formwirksam erachtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Im Einklang mit dieser Rechtsprechung ist entgegen der Vorinstanz auch f&uuml;r den Streitfall von einer formwirksamen Klageerhebung innerhalb der Klagefrist auszugehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Auffassung der Vorinstanz, das Schriftformerfordernis nach &sect; 64 FGO sei im Streitfall durch den per Telefax &uuml;bersandten Schriftsatz mit eingescannter Unterschrift nicht gewahrt, teilt der Senat nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Geht man n&auml;mlich von der Richtigkeit des unter Beweis gestellten und vom FG nicht in Zweifel gezogenen Klagevortrags aus, dass der fr&uuml;here Berater des Kl&auml;gers den Klageschriftsatz mit der eingescannten Unterschrift gefertigt und einem seiner Mitarbeiter zur (tats&auml;chlich erfolgten) &Uuml;bersendung an das Gericht &uuml;bermittelt hat, erf&uuml;llt die innerhalb der Klagefrist bei Gericht per Fax eingegangene Klageschrift mit der eingescannten Unterschrift des fr&uuml;heren Kl&auml;gervertreters das Schriftformerfordernis nach &sect; 64 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Es muss n&auml;mlich nach dem ausschlie&szlig;lichen Zweck des Schriftlichkeitsgebots, zuverl&auml;ssig den Erkl&auml;rungsinhalt sowie die erkl&auml;rende Person und ihren unbedingten Willen zur Absendung feststellen zu k&ouml;nnen (Beschluss des GmS-OGB in NJW 1980, 172), schon dann als die Schriftform wahrend angesehen werden, wenn der abgegebenen Prozesserkl&auml;rung &#8211;wie hier&#8211; nach den Gesamtumst&auml;nden aus der ma&szlig;geblichen Sicht des Gerichts deren Inhalt sowie der Erkl&auml;rende und dessen unbedingter Erkl&auml;rungswille zu entnehmen sind. Ein dar&uuml;ber hinausgehender Zweck kommt dem Schriftformerfordernis ebenso wie anderen Verfahrensvorschriften n&auml;mlich nicht zu. Insbesondere soll es ebenso wie andere Verfahrensvorschriften nur die einwandfreie Durchf&uuml;hrung des Rechtsstreits unter Wahrung der Rechte aller Beteiligten sicherstellen und nicht behindern (Beschluss des GmS-OGB in MDR 2000, 1089).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ma&szlig;geblicher Zeitpunkt f&uuml;r die erforderliche Feststellung, ob und wann eine Klage mit welchem Inhalt und von wem &#8211;unbedingt&#8211; eingelegt worden ist, ist ebenso wie f&uuml;r andere Sachurteilsvoraussetzungen der Zeitpunkt der gerichtlichen Entscheidung, im Streitfall mithin der Zeitpunkt der m&uuml;ndlichen Verhandlung (vgl. BFH-Urteile vom 23. April 1985 VII R 109\/80, BFH\/NV 1987, 304: &quot;&#8230; in jeder Lage des Verfahrens &#8211;auch vom Revisionsgericht&#8211; zu &uuml;berpr&uuml;fen&quot;; vom 14. Mai 1987 X R 51\/82, BFH\/NV 1988, 96; vom 17. Oktober 1990 I R 118\/88, BFHE 162, 534, BStBl II 1991, 242). In diesem Zeitpunkt ist ggf. zur Feststellung der Sachurteilsvoraussetzungen &#8211;auch hinsichtlich der &quot;Schriftlichkeit einer Klageerhebung&quot;&#8211; im Zweifelsfall durch das erkennende Gericht Beweis zu erheben (vgl. BFH-Urteil vom 29. April 1993 IV R 26\/92, BFHE 171, 1, BStBl II 1993, 720).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Auf dieser Grundlage ist dann, wenn die Klageschrift entsprechend dem unter Beweis gestellten, aber vom Gericht ersichtlich nicht f&uuml;r beweisbed&uuml;rftig gehaltenen Vortrag des Kl&auml;gers tats&auml;chlich<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8211; durch den fr&uuml;heren Berater erstellt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8211; von dessen Mitarbeiter ausgedruckt und sodann<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8211; weisungsgem&auml;&szlig; per Fax &#8211;innerhalb der Klagefrist&#8211; an das Gericht &uuml;bersandt wurde,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Rechtsauffassung der Vorinstanz, nur wegen der eingescannten Unterschrift sei die Klage nicht formgerecht eingelegt worden, mit der BFH-Rechtsprechung zu &sect; 64 FGO unvereinbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Danach kann dem Zweck des &sect; 64 Abs. 1 FGO auch auf andere Weise entsprochen werden als durch eigenh&auml;ndige Unterzeichnung des ma&szlig;gebenden Schriftst&uuml;ckes durch den Verfasser (s. hierzu auch die BFH-Urteile vom 18. Mai 1972 V R 1\/71, BFHE 106, 4, und vom 27. Juli 1977 I R 207\/75, BFHE 123, 286, BStBl II 1978, 11). So kann sich selbst aus einem nicht unterschriebenen bestimmenden Schriftsatz in Verbindung mit weiteren Unterlagen oder Umst&auml;nden die Urheberschaft und der Wille, das Schreiben in den Rechtsverkehr zu bringen, hinreichend sicher ergeben (st&auml;ndige Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts, vgl. Urteile vom 17. Oktober 1968 II C 112.65, BVerwGE 30, 274; vom 7. November 1973 VI C 124.73, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 1974, 174, und vom 20. April 1977 VI C 26.75, Verwaltungsrechtsprechung 29, 764; zusammenfassend Beschluss vom 26. Juni 1980&nbsp;&nbsp;7 B 160.79, juris). Dementsprechend hat auch der BFH eine nur maschinenschriftlich unterschriebene Klageschrift wegen der auf den Streitfall bezogenen Klagebegr&uuml;ndung und beigef&uuml;gter Vorkorrespondenz in Verbindung mit dem Briefkopf des Einsenders nach den Gesamtumst&auml;nden als formwirksam i.S. des &sect; 64 Abs. 1 FGO angesehen (BFH-Urteil in BFHE 148, 205, BStBl II 1987, 131). Danach kann gleicherma&szlig;en in finanzgerichtlichen Verfahren dem Zweck des &sect; 64 Abs. 1 FGO in anderer Weise als mit der eigenh&auml;ndigen Unterzeichnung bestimmender Schrifts&auml;tze durch den Verfasser entsprochen werden, wenn feststeht, dass das Schriftst&uuml;ck keinen Entwurf betrifft, sondern dem Gericht mit Wissen und Wollen des Berechtigten zugeleitet worden ist (BFH-Beschluss vom 17. August 2009 VI B 40\/09, BFH\/NV 2009, 2000 unter Bezugnahme auf BFH-Beschluss vom 31. M&auml;rz 2000 VII B 87\/99, BFH\/NV 2000, 1224, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach diesen Grunds&auml;tzen kann im Streitfall die Wirksamkeit der Klageerhebung nicht verneint werden, weil sie zum einen den Erkl&auml;rungsinhalt sowie die erkl&auml;rende Person ausweist und zum anderen ihre Absendung aufgrund der in der m&uuml;ndlichen Verhandlung erkl&auml;rten Umst&auml;nde ersichtlich auf dem unbedingten Willen des fr&uuml;heren Kl&auml;gervertreters beruhte (zu diesen Anforderungen s. Beschluss des GmS-OGB in NJW 1980, 172). Denn die hier gegebene unstreitige &Uuml;bersendung des Klageschriftsatzes durch einen Dritten (&Uuml;bersendung &uuml;ber den Fax-Anschluss des X B&uuml;ros durch einen Mitarbeiter des fr&uuml;heren Bevollm&auml;chtigten des Kl&auml;gers) auf Weisung des Kl&auml;gers l&auml;sst ebenso wie die pers&ouml;nlich veranlasste &Uuml;bersendung einer maschinenschriftlich unterschriebenen Klage (wie in der BFH-Entscheidung in BFHE 148, 205, BStBl II 1987, 131) oder wie der Eingang eines mit eingescannter Unterschrift versehenen Computerfaxes (Entscheidung des GmS-OGB in MDR 2000, 1089) ersichtlich keine Zweifel daran, dass die Klage mit Wissen und Wollen des (vertretenen) Kl&auml;gers erhoben worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Bei dieser Sach- und Rechtslage kann dahinstehen, ob die Grunds&auml;tze der Entscheidung des GmS-OGB (in MDR 2000, 1089) zur Formwirksamkeit bestimmender Schrifts&auml;tze mit eingescannter Unterschrift unabh&auml;ngig von dem jeweils gew&auml;hlten &Uuml;bersendungsweg (Briefpost, Telefax etc.) oder aber nur f&uuml;r sog. Computerfaxe gelten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Aus der Sicht des Senats kann eine solche Beschr&auml;nkung auf Computerfaxe nicht allein aus dem Umstand gefolgert werden, dass Gegenstand des Verfahrens vor dem GmS-OGB ein solches Computerfax war. Vielmehr spricht die Begr&uuml;ndung des GmS-OGB eher f&uuml;r die Anwendung der Entscheidungsgrunds&auml;tze auf alle Formen der &Uuml;bersendung bestimmender Schrifts&auml;tze. So betrifft der in der Entscheidung als ma&szlig;geblich angesehene Gesichtspunkt, dass es f&uuml;r die Schriftformerfordernisse und insbesondere die Entbehrlichkeit eigenh&auml;ndiger Unterschrift nur auf den bei Gericht als Empf&auml;nger sichtbar werdenden Schriftsatz ankommt, gleicherma&szlig;en Schrifts&auml;tze, die wie im Streitfall per Telefax &uuml;bermittelt wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Des Weiteren hat der GmS-OGB seinen Beschluss ausdr&uuml;cklich unter Bezugnahme auf seine fr&uuml;here &#8211;nicht zu einem Computerfax&#8211; ergangene Entscheidung in NJW 1980, 172 begr&uuml;ndet. Der damit verbundene Hinweis auf den ausschlie&szlig;lichen Zweck des Schriftformerfordernisses, Inhalt, Urheber und Erkl&auml;rungswille sicher feststellen zu k&ouml;nnen und auf die hinreichende Erf&uuml;llung dieses Zwecks durch eine nur eingescannte Unterschrift rechtfertigen ersichtlich keine Differenzierung zwischen den Wegen, auf denen das jeweilige Dokument mit der eingescannten Unterschrift &uuml;bermittelt wird (so auch BGH-Beschluss in NJW 2008, 2649; zur wechselseitigen Unabh&auml;ngigkeit der Schriftformerfordernisse f&uuml;r Klagen in elektronischer Form nach &sect; 52a FGO einerseits sowie in schriftlicher Form nach &sect; 64 FGO andererseits s. oben unter II.1.d cc).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Gleichwohl muss der Senat diese Frage hier offenlassen, weil sie im Streitfall aus den unter II.2.c bb dargestellten Gr&uuml;nden nicht entscheidungserheblich ist und im &Uuml;brigen die gegenteilige Auffassung des BGH im Beschluss vom 10. Oktober 2006 XI ZB 40\/05 &#8211;NJW 2006, 3784&#8211; (verfassungsrechtlich vom BVerfG durch Nichtannahmebeschluss vom 18. April 2007&nbsp;&nbsp;1 BvR 110\/07, NJW 2007, 3117 unbeanstandet) eine erneute Anrufung des GmS-OGB erforderlich machen k&ouml;nnte. Im Streitfall bedeutet die Entscheidung des erkennenden Senats jedenfalls deshalb keine Abweichung vom Beschluss des BGH in NJW 2006, 3784, weil Gegenstand des BGH-Verfahrens eine Klageschrift war, bei der die per Fax &uuml;bersandte Fassung eine Unterschrift aufwies, die nicht nur eingescannt worden war, sondern zudem einen anderen Namen als die sp&auml;ter im Original &uuml;bersandte Rechtsbehelfsschrift aufwies und schon deshalb erhebliche Zweifel an einer &Uuml;bersendung &quot;mit Wissen und Wollen&quot; des Verfassers begr&uuml;nden musste.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Vorentscheidung, die auf einer anderen Rechtsauffassung beruht, ist aufzuheben. Die Sache ist nicht spruchreif und deshalb &#8211;entsprechend dem Antrag des Kl&auml;gers&#8211; zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat bisher aufgrund seiner abweichenden Auffassung zur Unzul&auml;ssigkeit der Klage die materielle Rechtm&auml;&szlig;igkeit der angefochtenen Bescheide nicht gepr&uuml;ft. Dies hat es nunmehr nachzuholen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.6.2010, VIII R 38\/08 Wirksamkeit einer Klage mit eingescannter Unterschrift &#8211; Anforderungen an die Schriftform bei der Klageerhebung Leits&auml;tze Eine mit eingescannter Unterschrift des Prozessbevollm&auml;chtigten durch Telefax eingelegte Klage entspricht jedenfalls dann den Schriftformanforderungen des &sect; 64 Abs. 1 FGO, wenn sie von dem Bevollm&auml;chtigten an einen Dritten mit der tats&auml;chlich ausgef&uuml;hrten &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-38-08-wirksamkeit-einer-klage-mit-eingescannter-unterschrift-anforderungen-an-die-schriftform-bei-der-klageerhebung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;R&nbsp;38\/08 &#8211; Wirksamkeit einer Klage mit eingescannter Unterschrift &#8211; Anforderungen an die Schriftform bei der Klageerhebung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-11837","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11837","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11837"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11837\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11837"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11837"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11837"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}