{"id":11890,"date":"2012-12-19T16:11:32","date_gmt":"2012-12-19T14:11:32","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=11890"},"modified":"2012-12-19T16:11:32","modified_gmt":"2012-12-19T14:11:32","slug":"vi-b-109-09-steuerliche-qualifikation-der-zahlung-einer-gesellschaft-an-ihren-vorstand-fuer-eine-zugesagte-aber-nicht-vollzogene-unternehmensbeteiligung-der-tatsacheninstanz-obliegende-gesamtwuerdigun","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-b-109-09-steuerliche-qualifikation-der-zahlung-einer-gesellschaft-an-ihren-vorstand-fuer-eine-zugesagte-aber-nicht-vollzogene-unternehmensbeteiligung-der-tatsacheninstanz-obliegende-gesamtwuerdigun\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;B&nbsp;109\/09 &#8211; Steuerliche Qualifikation der Zahlung einer Gesellschaft an ihren Vorstand f&uuml;r eine zugesagte, aber nicht vollzogene Unternehmensbeteiligung &#8211; Der Tatsacheninstanz obliegende Gesamtw&uuml;rdigung &#8211; Keine umfassende Er&ouml;rterungspflicht des FG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 30.7.2010, VI B 109\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Steuerliche Qualifikation der Zahlung einer Gesellschaft an ihren Vorstand f&uuml;r eine zugesagte, aber nicht vollzogene Unternehmensbeteiligung &#8211; Der Tatsacheninstanz obliegende Gesamtw&uuml;rdigung &#8211; Keine umfassende Er&ouml;rterungspflicht des FG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger), zur Einkommensteuer zusammen veranlagte Ehegatten, begehrten im finanzgerichtlichen Verfahren erfolglos eine vom Kl&auml;ger erhaltene Zahlung in H&ouml;he von 300.000 EUR als nichtsteuerbare Einnahme zu behandeln. Diesen als &quot;Schadensersatzzahlung&quot; bezeichneten Betrag erhielt der Kl&auml;ger daf&uuml;r, dass ihm eine zugesagte Beteiligung in H&ouml;he von 10 % am Stammkapital der D-AG zum Nennwert von 50.000 DM letztlich nicht einger&auml;umt wurde. Ungef&auml;hr einen Monat nach der Zusage &uuml;ber die Unternehmensbeteiligung schloss der Kl&auml;ger einen Anstellungsvertrag f&uuml;r seine sp&auml;ter erfolgte Bestellung zum Vorstand der D-AG. Zuvor war der Kl&auml;ger, ohne schriftliche Vereinbarung, als selbst&auml;ndiger Berater f&uuml;r die D-AG t&auml;tig. Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt) behandelte die 300.000 EUR als Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit. Das Finanzgericht (FG) wies die Klage im Wesentlichen mit der Begr&uuml;ndung ab, dass nach einer Gesamtw&uuml;rdigung unter Einbeziehung einer Beweisaufnahme ein Zusammenhang zwischen der Schadensersatzzahlung und dem Dienstverh&auml;ltnis als Vorstand der D-AG bestehe. Zudem sei die Klage auch f&uuml;r den Fall unbegr&uuml;ndet, dass die Zahlung f&uuml;r die Dienste des Kl&auml;gers als Berater erfolgt sei. Dann w&uuml;rden Eink&uuml;nfte aus selbst&auml;ndiger Arbeit vorliegen. Eine Steuerbarkeit liege damit in jedem Fall vor, da eine blo&szlig;e Kapitaleinwerbung auszuschlie&szlig;en sei. Das FG lie&szlig; die Revision nicht zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Es kann dahinstehen, ob die Beschwerde den Begr&uuml;ndungs- und Darlegungsanforderungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) entspricht. Die Beschwerde ist jedenfalls unbegr&uuml;ndet, weil die geltend gemachten Revisionszulassungsgr&uuml;nde nicht vorliegen. Die Vorentscheidung beruht weder auf einem Verfahrensmangel i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO noch kommt ihr grunds&auml;tzliche Bedeutung i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Eine schl&uuml;ssige R&uuml;ge, das FG habe gegen seine Verpflichtung zur Sachverhaltsermittlung versto&szlig;en (&sect; 76 Abs. 1 Satz 1 FGO), erfordert die Darlegung, zu welchen konkreten Tatsachen weitere Ermittlungen geboten gewesen w&auml;ren, welche Beweise zu welchem Beweisthema das FG h&auml;tte erheben m&uuml;ssen, dass Tatsachen vorgetragen waren, aus denen sich dem FG die Notwendigkeit weiterer Ermittlungen auch ohne einen entsprechenden Beweisantrag h&auml;tte aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen, welches Ergebnis die zus&auml;tzliche Erhebung von Beweisen aller Voraussicht nach gehabt h&auml;tte und inwieweit die unterlassene Beweiserhebung oder Ermittlungsma&szlig;nahme zu einer anderen Entscheidung des FG h&auml;tte f&uuml;hren k&ouml;nnen (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 24. Februar 1988 I R 143\/84, BFHE 152, 500, BStBl II 1988, 819, unter II.1. der Gr&uuml;nde; Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 120 Rz 70, m.w.N.). Au&szlig;erdem muss vorgetragen werden, dass der Versto&szlig; in der Vorinstanz ger&uuml;gt wurde oder weshalb eine derartige R&uuml;ge nicht m&ouml;glich war (Gr&auml;ber\/ Ruban, a.a.O., &sect; 120 Rz 70 i.V.m. Rz 67, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Mit der R&uuml;ge, das FG habe seine Sachaufkl&auml;rungspflicht gem&auml;&szlig; &sect; 76 Abs. 1 Satz 1 FGO verletzt, weil es keine weiteren Ermittlungen zur m&ouml;glichen Zeitabstimmung zwischen dem Beteiligungsangebot und dem Anstellungsvertrag getroffen habe, wird zwar ein Verfahrensmangel i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO geltend gemacht. Es ist bereits zweifelhaft, ob dies den Anforderungen der Vorschrift gen&uuml;gt. Jedenfalls haben die Kl&auml;ger ihr R&uuml;gerecht verloren. Aus den Protokollen des FG vom 9. Juni 2009 und 14. Juli 2009 ergibt sich weder, dass der fachkundige Kl&auml;ger in der m&uuml;ndlichen Verhandlung &uuml;berhaupt Beweisantr&auml;ge gestellt hat, noch, dass er das &Uuml;bergehen von Beweisantr&auml;gen ger&uuml;gt hat. Angesichts der feststehenden Daten vermag der Senat auch nicht zu erkennen, inwieweit sich dem FG eine weitere Beweiserhebung &uuml;ber die m&ouml;gliche zeitliche Abfolge h&auml;tte aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Soweit die Kl&auml;ger eine unzureichende Sachaufkl&auml;rung durch das FG r&uuml;gen, weil dieses nicht die Struktur der D-AG als Fondsgesellschaft weiter aufgekl&auml;rt habe, hat die Beschwerde ebenfalls keinen Erfolg. Zum einen wussten die Kl&auml;ger nach der ersten m&uuml;ndlichen Verhandlung, dass das FG die Art der Kapitalbeteiligung &#8211;Aktion&auml;r oder atypisch stiller Gesellschafter&#8211; als wichtigen Umstand in die Gesamtabw&auml;gung einbeziehen w&uuml;rde. Trotzdem haben die Kl&auml;ger keinen konkreten Beweisantrag zur Wertermittlung der Beteiligungen gestellt. Zum anderen ist f&uuml;r den beschlie&szlig;enden Senat nicht erkennbar, aus welchem Grund das FG die Struktur h&auml;tte ermitteln sollen. In den Urteilsgr&uuml;nden hat das FG lediglich auf die Art und nicht auf den Wert der Kapitalbeteiligung abgestellt und darauf, welchem Personenkreis welche Beteiligungsart angeboten worden ist. An dem gesellschaftsrechtlichen Unterschied zwischen einem Aktion&auml;r und einem atypisch stillen Gesellschafter h&auml;tte sich nichts ge&auml;ndert, wenn die Beteiligung des Kl&auml;gers deutlich weniger wert gewesen w&auml;re als die eines atypisch stillen Gesellschafters.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Letztlich sieht der Senat auch keinen revisionsrechtlich beachtlichen Verfahrensfehler in der Beweisw&uuml;rdigung des FG in Bezug auf die Zeugenvernehmungen. Soweit die Kl&auml;ger r&uuml;gen, dass das FG die Angaben des Zeugen X f&uuml;r glaubhaft und die des Zeugen Y f&uuml;r widerspr&uuml;chlich gehalten habe, legen sie keinen Verfahrensfehler i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO dar, weil die Grunds&auml;tze der Beweisw&uuml;rdigung dem materiellen Recht zuzuordnen sind (vgl. Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 115 Rz. 82 f.). Mit den geltend gemachten Zweifeln an der Glaubw&uuml;rdigkeit des Zeugen X wendet sich die Beschwerde gegen die materielle Richtigkeit der Entscheidung des FG. Dies kann jedoch nicht zur Zulassung der Revision f&uuml;hren, weil damit kein Zulassungsgrund gem&auml;&szlig; &sect; 115 Abs. 2 FGO dargetan wird (vgl. BFH-Beschluss vom 4. Juli 2002 IX B 169\/01, BFH\/NV 2002, 1476, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Soweit die Kl&auml;ger geltend machen, dass das FG die vom Kl&auml;ger im Vorfeld des Beteiligungsangebots geplante anwaltliche selbst&auml;ndige T&auml;tigkeit samt Anwaltszulassung nicht ausreichend gew&uuml;rdigt habe, ist der Sache nach der Tatbestand des finanzgerichtlichen Urteils betroffen (vgl. BFH-Beschluss vom 21. Januar 2005 VIII B 93\/03, BFH\/NV 2005, 894). Die Richtigkeit und Vollst&auml;ndigkeit des Tatbestandes ist im Rahmen eines Tatbestandsberichtigungsantrags nach &sect; 108 FGO geltend zu machen. Soweit die Kl&auml;ger die Tatsachenw&uuml;rdigung des FG beanstanden, machen sie keinen Verfahrensfehler, sondern einen die Zulassung nicht rechtfertigenden materiell-rechtlichen Fehler geltend (BFH-Beschluss vom 9. Juli 2009 XI B 105\/08, Zeitschrift f&uuml;r Steuern &#038; Recht 2009, R 863). Im &Uuml;brigen ist dieser Zulassungsgrund erst nach Ablauf der Begr&uuml;ndungsfrist (s. &sect; 116 Abs. 3 FGO) vorgetragen worden. Er kann daher nicht mehr ber&uuml;cksichtigt werden (vgl. Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 116 Rz 22).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Zu Unrecht r&uuml;gen die Kl&auml;ger weiterhin, das angefochtene Urteil sei eine &Uuml;berraschungsentscheidung, weil es unter Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r (Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes, &sect; 96 Abs. 2 FGO) ohne ausdr&uuml;cklichen Hinweis auf die beabsichtigte Verwendung bestimmter Indizien ergangen sei. Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH liegt eine &Uuml;berraschungsentscheidung und damit ein Versto&szlig; gegen den Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r vor, wenn das Gericht seine Entscheidung auf einen bis dahin nicht er&ouml;rterten rechtlichen oder tats&auml;chlichen Gesichtspunkt st&uuml;tzt und damit dem Rechtsstreit eine Wendung gibt, mit der auch ein gewissenhafter und kundiger Prozessbeteiligter selbst unter Ber&uuml;cksichtigung der Vielzahl vertretbarer Rechtsauffassungen nach dem bisherigen Verlauf des Verfahrens nicht rechnen musste (BFH-Beschluss vom 7. Dezember 2005 I B 90\/05, BFH\/NV 2006, 601, m.w.N.). Der Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r und die richterliche Hinweispflicht des &sect; 76 Abs. 2 FGO verlangen jedoch nicht, dass das Gericht die ma&szlig;gebenden Rechtsfragen mit den Beteiligten umfassend er&ouml;rtert oder sogar die einzelnen f&uuml;r die Entscheidung erheblichen (rechtlichen oder tats&auml;chlichen) Gesichtspunkte im Voraus andeutet (BFH-Beschl&uuml;sse in BFH\/NV 2006, 601; vom 7. Februar 2007 X B 105\/06, BFH\/NV 2007, 962).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die von den Kl&auml;gern erhobene Geh&ouml;rsr&uuml;ge rechtfertigt die Zulassung der Revision nicht. Das FG hat ausweislich des Protokolls &uuml;ber die m&uuml;ndliche Verhandlung vom 9. Juni 2009 S. 4 ausdr&uuml;cklich darauf hingewiesen, dass sowohl die zeitliche N&auml;he zwischen dem Beteiligungsangebot und dem Anstellungsvertrag als auch die Tatsache, dass die blo&szlig;en Kapitalgeber nur als atypisch stille Gesellschafter beteiligt wurden, sowie die Tatsache, dass Herrn Z als weiterem Vorstand das gleiche Beteiligungsangebot zur selben Zeit unterbreitet worden ist, Gesichtspunkte sind, die f&uuml;r die Annahme von Arbeitslohn sprechen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Rechtssache hat keine grunds&auml;tzliche Bedeutung. Grunds&auml;tzliche Bedeutung i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO kommt einer Rechtssache nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH zu, wenn die f&uuml;r die Beurteilung des Streitfalles ma&szlig;gebliche Rechtsfrage das (abstrakte) Interesse der Allgemeinheit an der einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts ber&uuml;hrt, d.h. wenn die Beantwortung der Rechtsfrage aus Gr&uuml;nden der Rechtssicherheit, der Rechtseinheitlichkeit und\/oder Rechtsentwicklung im allgemeinen Interesse liegt (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 21. April 1999 I B 99\/98, BFHE 188, 372, BStBl II 2000, 254; Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 115 Rz 23, mit zahlreichen Nachweisen aus der Rechtsprechung des BFH). Die Rechtsfrage muss kl&auml;rungsbed&uuml;rftig (Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 115 Rz 28) und im Streitfall kl&auml;rungsf&auml;hig sein (Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 115 Rz 30). An der Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit fehlt es, wenn die Rechtsfrage bereits durch die Rechtsprechung des BFH hinreichend gekl&auml;rt ist und keine neuen Gesichtspunkte erkennbar sind, die eine erneute Pr&uuml;fung und Entscheidung dieser Frage durch den BFH erforderlich machen (Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 115 Rz 28, m.w.N. aus der Rechtsprechung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) F&uuml;r den Streitfall war die Frage entscheidend, ob die vom Kl&auml;ger erhaltene Zahlung als Arbeitslohn oder als Einnahme aus selbst&auml;ndiger T&auml;tigkeit oder als nichtsteuerbar zu qualifizieren war. Zu dieser Rechtsfrage hat sich der BFH in mehreren Urteilen hinreichend ge&auml;u&szlig;ert und Ma&szlig;st&auml;be entwickelt, die eine Beurteilung dieser Rechtsfrage im Grunds&auml;tzlichen erm&ouml;glichen. Nach der Senatsrechtsprechung werden Vorteile &quot;f&uuml;r&quot; eine Besch&auml;ftigung gew&auml;hrt, wenn sie durch das individuelle Dienstverh&auml;ltnis des Arbeitnehmers veranlasst sind. Dagegen liegt u.a. dann kein Arbeitslohn vor, wenn die Zuwendung wegen anderer Rechtsbeziehungen oder wegen sonstiger, nicht auf dem Dienstverh&auml;ltnis beruhender Beziehungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber gew&auml;hrt wird (BFH-Urteile vom 22. M&auml;rz 1985 VI R 170\/82, BFHE 143, 544, BStBl II 1985, 529; vom 17. Juni 2009 VI R 69\/06, BFHE 226, 47, BStBl II 2010, 69; vom 1. Februar 2007 VI R 72\/05, BFH\/NV 2007, 898, jeweils m.w.N.). Danach kommt es bei der Abgrenzung zwischen Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit einerseits und der nicht steuerbaren Sph&auml;re sowie anderen Einkunftsarten andererseits auf eine Gesamtw&uuml;rdigung aller Umst&auml;nde an. Einzelne Gesichtspunkte, die f&uuml;r die Frage, ob der Vorteil f&uuml;r das Dienstverh&auml;ltnis oder aufgrund einer Sonderrechtsbeziehung gew&auml;hrt wurde, wesentlich sind, hat der Senat in seinen Entscheidungen vom 23. Juni 2005 VI R 10\/03 (BFHE 209, 559, BStBl II 2005, 770), vom 23. Juni 2005 VI R 124\/99 (BFHE 209, 549, BStBl II 2005, 766), in BFHE 226, 47, BStBl II 2010, 69 herausgearbeitet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Schon deshalb ist die grunds&auml;tzliche Bedeutung der von den Kl&auml;gern aufgeworfenen Rechtsfrage zu verneinen. Die Tatsache, dass das Beteiligungsangebot zu einer Zeit unterbreitet wurde, als der Kl&auml;ger noch nicht in einem Dienstverh&auml;ltnis stand, ist zwar ein besonderer Umstand. Dieser ist jedoch, wie alle anderen vom FG festgestellten Tatsachen, Teil der gebotenen Gesamtbetrachtung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ebenfalls gekl&auml;rt ist, dass die Gesamtw&uuml;rdigung, ob ein Leistungsaustausch zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit oder aufgrund einer Sonderrechtsbeziehung einer anderen Einkunftsart oder dem nichtsteuerbaren Bereich zuzurechnen ist, in erster Linie der Tatsacheninstanz obliegt (BFH-Urteile vom 20. November 2008 VI R 25\/05, BFHE 223, 419, BStBl II 2009, 382; in BFH\/NV 2007, 898). Die Finanzgerichte und nicht der BFH haben s&auml;mtliche Umst&auml;nde des Einzelfalls festzustellen und anhand der aufgestellten Grunds&auml;tze zu gewichten und gegeneinander abzuw&auml;gen. Die Tatsachenw&uuml;rdigung durch das FG ist, wenn sie verfahrensrechtlich ordnungsgem&auml;&szlig; durchgef&uuml;hrt wurde und nicht gegen Denkgesetze verst&ouml;&szlig;t oder Erfahrungss&auml;tze verletzt, revisionsrechtlich bindend (&sect; 118 Abs. 2 FGO). Derartige Fehler in der Gesamtw&uuml;rdigung sind nicht erkennbar. Das FG hat s&auml;mtliche Umst&auml;nde in seiner Entscheidung gew&uuml;rdigt und insbesondere das Ergebnis der Beweisaufnahme einbezogen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 30.7.2010, VI B 109\/09 Steuerliche Qualifikation der Zahlung einer Gesellschaft an ihren Vorstand f&uuml;r eine zugesagte, aber nicht vollzogene Unternehmensbeteiligung &#8211; Der Tatsacheninstanz obliegende Gesamtw&uuml;rdigung &#8211; Keine umfassende Er&ouml;rterungspflicht des FG Tatbestand 1&nbsp; I. 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