{"id":11918,"date":"2012-12-19T16:02:32","date_gmt":"2012-12-19T14:02:32","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=11918"},"modified":"2012-12-19T16:02:32","modified_gmt":"2012-12-19T14:02:32","slug":"iii-r-28-08-zulagenrechtliche-einheitsbetrachtung-bei-kapitalistischer-betriebsaufspaltung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-28-08-zulagenrechtliche-einheitsbetrachtung-bei-kapitalistischer-betriebsaufspaltung\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;28\/08 &#8211; Zulagenrechtliche Einheitsbetrachtung bei kapitalistischer Betriebsaufspaltung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.5.2010, III R 28\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Zulagenrechtliche Einheitsbetrachtung bei kapitalistischer Betriebsaufspaltung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Besitz- und Betriebsunternehmen sind im Zulagenrecht auch dann einheitlich zu betrachten (sog. Merkmalszurechnung), wenn beide Kapitalgesellschaften sind. Eigengewerbliche T&auml;tigkeiten der Besitzgesellschaft stehen dem nicht entgegen&nbsp;&nbsp; .<\/p>\n<p>2. Ein vom Betriebsunternehmen angeschafftes Wirtschaftsgut geh&ouml;rt im zulagenrechtlichen Sinne weiterhin zu dessen Anlageverm&ouml;gen, wenn es nach Ver&auml;u&szlig;erung an das Besitzunternehmen aufgrund eines Leasingverh&auml;ltnisses weiter genutzt wird (Sale-and-lease-back-Vertrag)&nbsp;&nbsp; .<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) ist aufgrund Verschmelzungsvertrags vom August 2005 Gesamtrechtsnachfolgerin der &#8230; GmbH, die im F&ouml;rdergebiet ein verarbeitendes Gewerbe betrieb. F&uuml;r eine im Laufe des Jahres 1999 angeschaffte Fertigungsstra&szlig;e erhielt die GmbH eine Investitionszulage in H&ouml;he von 140.786 DM (Investitionszulagenbescheid vom 11. Juni 2001). Die au&szlig;erhalb des F&ouml;rdergebietes ans&auml;ssige Kl&auml;gerin war zum damaligen Zeitpunkt zu 60 % an der GmbH beteiligt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Mai 2002 ver&auml;u&szlig;erte die GmbH die Fertigungsstra&szlig;e an die Kl&auml;gerin, die selbst keine Betriebsst&auml;tte im F&ouml;rdergebiet hatte. Die &Uuml;bereignung erfolgte gem&auml;&szlig; &sect; 930 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs zum 1. Juli 2002. Zugleich wurde ein Leasingverh&auml;ltnis &uuml;ber eine Grundmietzeit von 83 Monaten abgeschlossen. Die betriebsgew&ouml;hnliche Restnutzungsdauer der Anlage betrug 93 Monate. Diese sog. Sale-and-lease-back-Vertragsgestaltung f&uuml;hrte unstreitig zum &Uuml;bergang des wirtschaftlichen Eigentums auf die Kl&auml;gerin, die die Fertigungsstra&szlig;e zum 31. Dezember 2002 auch bilanzierte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) gelangte zu der Auffassung, die Fertigungsstra&szlig;e habe infolge der Ver&auml;u&szlig;erung nicht, wie dies in der ma&szlig;geblichen Fassung des &sect; 2 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. &sect; 10 Abs. 4a Satz 1 des Investitionszulagengesetzes (InvZulG) 1999 vorausgesetzt werde, mindestens drei Jahre nach ihrer Anschaffung zum Anlageverm&ouml;gen eines Betriebs im F&ouml;rdergebiet geh&ouml;rt. Das FA setzte daher die Investitionszulage f&uuml;r das Kalenderjahr 1999 durch Bescheid vom 20. Juni 2003 entsprechend herab. Der Einspruch blieb ohne Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage statt (Urteil vom 20. Februar 2008 III 1339\/04, Entscheidungen der Finanzgerichte 2008, 1142). Es entschied, zwischen der Kl&auml;gerin und der GmbH habe aufgrund der beherrschenden Stellung der Kl&auml;gerin und der &Uuml;berlassung der Fertigungsstra&szlig;e als wesentlicher Betriebsgrundlage eine unechte kapitalistische Betriebsaufspaltung bestanden. Bei einer Betriebsaufspaltung k&ouml;nne nach dem Senatsurteil vom 10. Dezember 1998 III R 50\/95 (BFHE 188, 176, BStBl II 1999, 607) die Betriebsst&auml;tte des Betriebsunternehmens dem Besitzunternehmen zugerechnet werden, so dass die Zugeh&ouml;rigkeitsvoraussetzungen auch dann erf&uuml;llt seien, wenn ein au&szlig;erhalb des F&ouml;rdergebiets ans&auml;ssiges investierendes Besitzunternehmen der Betriebsst&auml;tte des Betriebsunternehmens im F&ouml;rdergebiet f&ouml;rderbare Wirtschaftsg&uuml;ter &uuml;berlasse. Wirtschaftlich betrachtet habe die GmbH durch den Verkauf und das Leasing ein Darlehen zur Finanzierung des Anschaffungspreises der Maschine ersetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA tr&auml;gt zur Begr&uuml;ndung seiner Revision vor, der dreij&auml;hrige Bindungszeitraum sei wegen der Ver&auml;u&szlig;erung der Fertigungsstra&szlig;e an die au&szlig;erhalb des F&ouml;rdergebietes ans&auml;ssige Kl&auml;gerin nicht eingehalten worden. Die vom FG zur Begr&uuml;ndung seines Urteils herangezogene Senatsentscheidung in BFHE 188, 176, BStBl II 1999, 607 sei nicht einschl&auml;gig, weil die Kl&auml;gerin &#8211;das Besitzunternehmen&#8211; bereits anderweitig gewerblich t&auml;tig sei. Nach dem Senatsurteil vom 20. M&auml;rz 2003 III R 50\/96 (BFHE 202, 181, BStBl II 2003, 613) bestehe dann keine Notwendigkeit, bei Investitionen in den eigenen Betrieb des Besitzunternehmens nur von der Betriebsgesellschaft erf&uuml;llte, f&uuml;r die Gew&auml;hrung der Investitionszulage erforderliche Merkmale auf das Besitzunternehmen zu &uuml;bertragen. Der Bundesfinanzhof (BFH) habe bereits mit Urteil vom 30. Oktober 2002 IV R 33\/01 (BFHE 201, 36, BStBl II 2003, 272, betr. &sect; 2 Nr. 2 des F&ouml;rdergebietsgesetzes &#8211;F&ouml;rdG&#8211;) entschieden, dass Besitz- und Betriebsunternehmen nicht als Einheit betrachtet w&uuml;rden, wenn das &uuml;berlassende Unternehmen zugleich eine eigenst&auml;ndige T&auml;tigkeit entfalte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Klage &#8211;unter Aufhebung des angefochtenen Urteils&#8211; abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und deshalb zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. F&uuml;r die Anschaffung abnutzbarer beweglicher Wirtschaftsg&uuml;ter wird nach Ma&szlig;gabe des &sect; 2 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. &sect; 10 Abs. 4a Satz 1 InvZulG 1999 eine Investitionszulage gew&auml;hrt. Dazu m&uuml;ssen die Wirtschaftsg&uuml;ter &#8211;neben weiteren hier nicht streitigen Voraussetzungen&#8211; mindestens drei Jahre nach ihrer Anschaffung zum Anlageverm&ouml;gen eines Betriebs oder einer Betriebsst&auml;tte im F&ouml;rdergebiet geh&ouml;ren (Zugeh&ouml;rigkeitsvoraussetzung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da die blo&szlig;e &Uuml;berlassung von Maschinen an eine GmbH im F&ouml;rdergebiet keinen Betrieb und keine Betriebsst&auml;tte des &Uuml;berlassenden begr&uuml;ndet (Senatsurteil in BFHE 188, 176, BStBl II 1999, 607), unterhielt die Kl&auml;gerin im Gegensatz zur GmbH keine Betriebsst&auml;tte im F&ouml;rdergebiet. Die Fertigungsstra&szlig;e geh&ouml;rte daher infolge ihrer Ver&auml;u&szlig;erung von der GmbH an die Kl&auml;gerin vom 1. Juli 2002 an nicht mehr zum Anlageverm&ouml;gen eines Betriebs oder einer Betriebsst&auml;tte im F&ouml;rdergebiet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Bei einer Betriebsaufspaltung kann die Zugeh&ouml;rigkeitsvoraussetzung aber auch dann erf&uuml;llt sein, wenn das au&szlig;erhalb des F&ouml;rdergebiets ans&auml;ssige Besitzunternehmen dem Betriebsunternehmen im F&ouml;rdergebiet wesentliche Betriebsgrundlagen &uuml;berlassen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Senat hat wiederholt entschieden, dass ein Wirtschaftsgut im zulagenrechtlichen Sinne auch dann zum Anlageverm&ouml;gen einer Betriebsst&auml;tte im F&ouml;rdergebiet geh&ouml;ren kann, wenn es im Rahmen einer Betriebsaufspaltung mit betriebsverm&ouml;gensm&auml;&szlig;iger Verflechtung von dem investierenden Besitzunternehmen au&szlig;erhalb des F&ouml;rdergebiets an das Betriebsunternehmen im F&ouml;rdergebiet &uuml;berlassen wird (z.B. Senatsurteile in BFHE 188, 176, BStBl II 1999, 607, unter II.B.1.c, betr. &sect; 2 Satz 1 Nr. 1 InvZulG 1991; in BFHE 202, 181, BStBl II 2003, 613; vom 19. August 2009 III R 68\/06, BFH\/NV 2010, 241). Denn es w&uuml;rde der Rechtsnatur der Betriebsaufspaltung als blo&szlig;er Aufteilung der Funktionen eines normalerweise einheitlichen Betriebs auf zwei Rechtstr&auml;ger widersprechen, wenn die Zulage unter dem formalen Gesichtspunkt versagt w&uuml;rde, dass Besitz- und Betriebsunternehmen rechtlich selbst&auml;ndige Unternehmen sind. Diese Einheitsbetrachtung wird auch bei &sect; 2 F&ouml;rdG (BFH-Urteil in BFHE 201, 36, BStBl II 2003, 272) und bei &sect; 3 Abs. 1 des Zonenrandf&ouml;rderungsgesetzes (BFH-Urteil vom 14. Mai 2009 IV R 27\/06, BFHE 225, 187, BStBl II 2009, 881) angewandt, deren Zweck, Investitionen in einem bestimmten Gebiet zu f&ouml;rdern, im Wesentlichen mit den Zwecken des InvZulG 1999 &uuml;bereinstimmt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Senat hat die einheitliche Betrachtung von betriebsverm&ouml;gensm&auml;&szlig;ig unmittelbar miteinander verbundenen Besitz- und Betriebsunternehmen im Zulagenrecht auch f&uuml;r die kapitalistische Betriebsaufspaltung anerkannt (zum Begriff vgl. Gluth in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect; 15 EStG Rz 781; Schmidt\/Wacker, EStG, 29. Aufl., &sect; 15 Rz 863), denn auch die kapitalistische Betriebsaufspaltung kennzeichnet sich durch die Aufteilung der Funktionen eines einheitlichen Betriebs auf zwei Rechtstr&auml;ger (Senatsurteil vom 16. September 1994 III R 45\/92, BFHE 176, 98, BStBl II 1995, 75; Senatsbeschl&uuml;sse vom 26. Februar 1998 III B 170\/94, BFH\/NV 1998, 1258; vom 9. August 2002 III B 34\/02, BFH\/NV 2002, 1616; zustimmend Schmidt\/Wacker, a.a.O., &sect; 15 Rz 863; Bl&uuml;mich\/Stuhrmann, &sect; 15 EStG Rz 592). Es w&auml;re auch nicht gerechtfertigt, eine Besitzkapitalgesellschaft schlechter zu behandeln als eine Besitzpersonengesellschaft, wenn beide die F&ouml;rderungsvorrausetzung eines Betriebs oder einer Betriebsst&auml;tte im F&ouml;rdergebiet nicht selbst erf&uuml;llen und daher &#8211;unabh&auml;ngig von ihrer Rechtsform&#8211; ohne die Einheitsbetrachtung von Besitz- und Betriebsunternehmen keine Zulage erhalten k&ouml;nnten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall entstand jedenfalls durch die Ver&auml;u&szlig;erung der Fertigungsstra&szlig;e eine kapitalistische Betriebsaufspaltung, da die Fertigungsstra&szlig;e nach den bindenden Feststellungen des FG (&sect; 118 Abs. 2 FGO) wesentliche Betriebsgrundlage der GmbH war (zu Maschinen als wesentliche Betriebsgrundlagen s. Schmidt\/ Wacker, a.a.O., &sect; 15 Rz 815, m.w.N.) und die Kl&auml;gerin 60 % des Stammkapitals der GmbH hielt und diese dadurch beherrschte. Eigene gewerbliche T&auml;tigkeiten der Besitzgesellschaft stehen einer kapitalistischen Betriebsaufspaltung nicht entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kl&auml;gerin &#8211;das Besitzunternehmen&#8211; w&auml;re trotz ihrer eigengewerblichen T&auml;tigkeit zulagenberechtigt, wenn nicht die GmbH, sondern sie selbst die Fertigungsstra&szlig;e im Jahre 1999 angeschafft und seitdem der GmbH zur Nutzung &uuml;berlassen h&auml;tte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Von der Zurechnung des Merkmals der Zugeh&ouml;rigkeit zu einer Betriebsst&auml;tte im F&ouml;rdergebiet ist nicht abzusehen, wenn die Besitzkapitalgesellschaft neben der Verwaltung ihrer Beteiligung an der Betriebskapitalgesellschaft anderen gewerblichen T&auml;tigkeiten nachgeht. Besteht der Grund der Einheitsbetrachtung darin, dass die Zulage f&uuml;r durchgehend vom Betriebsunternehmen genutzte Wirtschaftsg&uuml;ter gew&auml;hrt werden soll, obwohl das investierende Besitzunternehmen die F&ouml;rdervoraussetzungen mangels eigener Betriebsst&auml;tte im F&ouml;rdergebiet nicht erf&uuml;llt, dann kommt es nur auf die &quot;Einheitlichkeit&quot; des Gesamtbetriebes an und nicht darauf, ob das Besitzunternehmen noch anderweitig aktiv t&auml;tig wird. In diesem Zusammenhang ist unerheblich, dass die eigene gewerbliche Bet&auml;tigung der Besitzgesellschaft und die Betriebsgesellschaft nicht einheitlich betrachtet werden k&ouml;nnten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Dem steht das vom FA zitierte BFH-Urteil in BFHE 201, 36, BStBl II 2003, 272 nicht entgegen. Denn eine (mitunternehmerische) Betriebsaufspaltung bestand dort nicht (BFH-Urteil in BFHE 201, 36, BStBl II 2003, 272 unter 3. der Gr&uuml;nde), sie war wegen origin&auml;r gewerblicher T&auml;tigkeit des &quot;Besitzunternehmens&quot;, einer GmbH &#038; Co. KG, ausdr&uuml;cklich abgelehnt worden (vgl. dazu auch Wendt, Entscheidungen des Bundesfinanzhofs f&uuml;r die Praxis der Steuerberatung &#8211;BFH-PR&#8211; \/\/jetzt BFH-Richter kommentieren f&uuml;r die Praxis &#8211;BFH\/PR&#8211;\/\/ 2003, 205).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auch dem Senatsurteil in BFHE 202, 181, BStBl II 2003, 613 ist nichts Gegenteiliges zu entnehmen. Da es sich dort bei dem vermeintlichen &quot;Betriebsunternehmen&quot; um eine Personengesellschaft und bei dem &quot;Besitzunternehmer&quot; um einen Einzelunternehmer handelte, war ebenfalls keine Betriebsaufspaltung gegeben, denn ein Einzelunternehmen kommt als Besitzunternehmen nur im Verh&auml;ltnis zu einer Betriebs-Kapitalgesellschaft in Betracht (Schmidt\/Wacker, a.a.O., &sect; 15 Rz 861 und 534; Bl&uuml;mich\/ Stuhrmann, &sect; 15 EStG Rz 592). Indem das zun&auml;chst im Einzelunternehmen genutzte Wirtschaftsgut &#8211;eine Halle&#8211; sp&auml;ter einer GmbH &#038; Co. KG &uuml;berlassen wurde, deren alleiniger Kommanditist und Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Kl&auml;ger war, ging es vor Fristablauf in das Sonderbetriebsverm&ouml;gen der KG &uuml;ber (&sect; 15 Abs. 1 Nr. 2 des Einkommensteuergesetzes). Die weitere Begr&uuml;ndung, dass im Zulagenrecht die Grunds&auml;tze der Betriebsaufspaltung verdr&auml;ngt werden, wenn das Besitzunternehmen neben der Betriebsgesellschaft origin&auml;r gewerbliche Eink&uuml;nfte erzielt, betrifft ausdr&uuml;cklich nur den Fall, dass die Investitionen nicht f&uuml;r das Betriebsunternehmen, sondern f&uuml;r den eigenen gewerblichen Betrieb des Besitzunternehmens erfolgen. Die streitgegenst&auml;ndliche Fertigungsstra&szlig;e wurde indessen nie f&uuml;r die eigenen betrieblichen Zwecke der Kl&auml;gerin eingesetzt, sondern ausschlie&szlig;lich von der Betriebsgesellschaft, der GmbH, genutzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat hat dementsprechend auch eine eigengewerbliche T&auml;tigkeit des Besitzunternehmers, die den Tatbestand einer Betriebsaufspaltung nicht ausschloss, als unsch&auml;dlich erachtet (Senatsurteil in BFHE 188, 176, BStBl II 1999, 607).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Ohne die &Uuml;bertragung der Fertigungsstra&szlig;e auf die Kl&auml;gerin im Wege der Sale-and-lease-back-Vertragsgestaltung st&uuml;nde die Zulage unstreitig der GmbH zu. H&auml;tte dagegen die Kl&auml;gerin die Fertigungsstra&szlig;e im Jahre 1999 angeschafft und seitdem der GmbH zur Nutzung &uuml;berlassen, so w&auml;re sie als Besitzunternehmen zulagenberechtigt, da ihr das von der GmbH erf&uuml;llte Merkmal des Betriebs oder der Betriebsst&auml;tte im F&ouml;rdergebiet zugerechnet w&uuml;rde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die im F&ouml;rdergebiet ans&auml;ssige GmbH blieb danach zulagenberechtigt, obwohl sie die von ihr angeschaffte Fertigungsstra&szlig;e vor Ablauf der Dreijahresfrist an die Kl&auml;gerin ver&auml;u&szlig;ert hat. Da Kl&auml;gerin und GmbH wegen der Betriebsaufspaltung zulagenrechtlich als Einheit zu betrachten sind, ist die Fertigungsstra&szlig;e trotz der Ver&auml;u&szlig;erung weiterhin dem Anlageverm&ouml;gen der GmbH zuzurechnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.5.2010, III R 28\/08 Zulagenrechtliche Einheitsbetrachtung bei kapitalistischer Betriebsaufspaltung Leits&auml;tze 1. Besitz- und Betriebsunternehmen sind im Zulagenrecht auch dann einheitlich zu betrachten (sog. Merkmalszurechnung), wenn beide Kapitalgesellschaften sind. Eigengewerbliche T&auml;tigkeiten der Besitzgesellschaft stehen dem nicht entgegen&nbsp;&nbsp; . 2. 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