{"id":11965,"date":"2012-12-08T07:19:21","date_gmt":"2012-12-08T05:19:21","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=11965"},"modified":"2012-12-08T07:19:21","modified_gmt":"2012-12-08T05:19:21","slug":"v-b-7-09-aufforderung-zur-vorlage-einer-prozessvollmacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-7-09-aufforderung-zur-vorlage-einer-prozessvollmacht\/","title":{"rendered":"V&nbsp;B&nbsp;7\/09 &#8211; Aufforderung zur Vorlage einer Prozessvollmacht"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 15.4.2010, V B 7\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Aufforderung zur Vorlage einer Prozessvollmacht<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Gegenstand des Rechtsstreits ist eine Nichtzulassungsbeschwerde, die Steuerberater X (StB X) im Namen des Kl&auml;gers und Beschwerdef&uuml;hrers (Kl&auml;ger) eingelegt hat. Die Nichtzulassungsbeschwerde bezieht sich auf ein Verfahren vor dem Finanzgericht (FG), in dem der Kl&auml;ger zun&auml;chst von StB X vertreten worden war. W&auml;hrend des erstinstanzlichen Rechtsstreits teilte der Kl&auml;ger dem FG mit Schreiben vom 31. Oktober 2008 mit, dass er StB X das Mandat entzogen habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Verlauf des Beschwerdeverfahrens hat die Gesch&auml;ftsstelle des erkennenden Senats des Bundesfinanzhofs (BFH) StB X auf richterliche Anordnung u.a. aufgefordert, eine Prozessvollmacht des Kl&auml;gers vorzulegen. StB X hat trotz des Hinweises auf das Schreiben des Kl&auml;gers an das FG vom 31. Oktober 2008 und die Aufforderung, bis zum 27. Oktober 2009 eine Prozessvollmacht vorzulegen, bis heute keine Prozessvollmacht vorgelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Nichtzulassungsbeschwerde ist unzul&auml;ssig, da StB X seine Bevollm&auml;chtigung durch den Kl&auml;ger nicht nachgewiesen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect; 62 Abs. 2 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) k&ouml;nnen sich im finanzgerichtlichen Verfahren die Beteiligten durch Bevollm&auml;chtigte vertreten lassen. Die Bevollm&auml;chtigung ist durch eine schriftliche Vollmacht nachzuweisen (&sect; 62 Abs. 6 Satz 1 FGO). Das Gericht hat den Mangel der Vollmacht von Amts wegen zu ber&uuml;cksichtigen (&sect; 62 Abs. 6 Satz 4 FGO); das gilt allerdings nicht, wenn als Bevollm&auml;chtigter eine Person i.S. des &sect; 62 Abs. 2 Satz 1 FGO auftritt (&sect; 62 Abs. 6 Satz 4 FGO). Das gilt auch f&uuml;r das Revisionsverfahren (&sect; 121 Satz 1 FGO) und gleicherma&szlig;en f&uuml;r das Beschwerdeverfahren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Im Streitfall hat StB X eine vom Kl&auml;ger ausgestellte Prozessvollmacht trotz Aufforderung nicht vorgelegt. Dieser Mangel muss zwar nicht gem&auml;&szlig; &sect; 62 Abs. 6 Satz 4 FGO zwingend ber&uuml;cksichtigt werden, da StB X als Steuerberater eine Person i.S. des &sect; 3 Nr. 1 des Steuerberatungsgesetzes i.V.m. &sect; 62 Abs. 2 Satz 1 FGO ist. Daraus folgt aber nicht, dass das Fehlen der Prozessvollmacht unbeachtlich ist. Vielmehr ist in einem solchen Fall nach pflichtgem&auml;&szlig;em Ermessen dar&uuml;ber zu entscheiden, ob die Vorlage einer Vollmacht f&uuml;r notwendig erachtet wird oder nicht (Loose in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 62 FGO Rz 53; Stapperfend in Gr&auml;ber, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 62 Rz 44, m.w.N.). Kommt das Gericht dabei zu dem Ergebnis, dass die Vorlage der Vollmacht nicht verzichtbar ist, so ist der von dem vollmachtlosen Vertreter eingelegte Rechtsbehelf als unzul&auml;ssig zu verwerfen (BFH-Beschluss vom 11. November 2009 I B 153\/09, BFH\/NV 2010, 904).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Im Verh&auml;ltnis zu einer der in &sect; 62 Abs. 6 Satz 4 FGO genannten Personen ist die Anforderung einer schriftlichen Prozessvollmacht ermessensgerecht, wenn konkrete Anhaltspunkte daf&uuml;r vorliegen, dass diese Person tats&auml;chlich nicht oder nicht wirksam bevollm&auml;chtigt ist (BFH-Urteil vom 11. Februar 2003 VII R 18\/02, BFHE 201, 409, BStBl II 2003, 606; Stapperfend in Gr&auml;ber, a.a.O., &sect; 62 Rz 46; Loose in Tipke\/ Kruse, a.a.O., &sect; 62 FGO Rz 54, m.w.N.). Solche Anhaltspunkte bestehen im Streitfall deshalb, weil der Kl&auml;ger nach Aktenlage im erstinstanzlichen Verfahren StB X das Mandat entzogen hat und StB X daraufhin nicht mehr f&uuml;r ihn aufgetreten ist. Dies weist darauf hin, dass die m&ouml;glicherweise urspr&uuml;nglich bestehende Vollmacht des StB X erloschen und in der Folge nicht erneut erteilt worden ist. Angesichts dessen ist der Mangel der Vollmacht im vorliegenden Verfahren zu ber&uuml;cksichtigen mit der Folge, dass die Nichtzulassungsbeschwerde als unzul&auml;ssig zu verwerfen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect; 135 Abs. 2 FGO. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens sind StB X als vollmachtlosem Vertreter aufzuerlegen (vgl. BFH-Beschluss vom 24. August 1998 VII B 118\/98, BFH\/NV 1999, 212).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 15.4.2010, V B 7\/09 Aufforderung zur Vorlage einer Prozessvollmacht Tatbestand 1&nbsp; I. Gegenstand des Rechtsstreits ist eine Nichtzulassungsbeschwerde, die Steuerberater X (StB X) im Namen des Kl&auml;gers und Beschwerdef&uuml;hrers (Kl&auml;ger) eingelegt hat. 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