{"id":12054,"date":"2012-12-19T16:02:29","date_gmt":"2012-12-19T14:02:29","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12054"},"modified":"2012-12-19T16:02:29","modified_gmt":"2012-12-19T14:02:29","slug":"ix-b-179-09-kein-verlustausgleich-zwischen-basisgeschaeften-und-einkuenften-als-stillhalter-verfassungsmaessigkeit-der-besteuerung-von-options-und-termingeschaeft-abzug-des-durch-einen-barausgleich-ve","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-b-179-09-kein-verlustausgleich-zwischen-basisgeschaeften-und-einkuenften-als-stillhalter-verfassungsmaessigkeit-der-besteuerung-von-options-und-termingeschaeft-abzug-des-durch-einen-barausgleich-ve\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;B&nbsp;179\/09 &#8211; Kein Verlustausgleich zwischen Basisgesch&auml;ften und Eink&uuml;nften als Stillhalter &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der Besteuerung von Options- und Termingesch&auml;ft &#8211; Abzug des durch einen Barausgleich vermittelten Verlustes im Basisgesch&auml;ft im Rahmen der Einkunftsart des &sect; 22 Nr. 2 EStG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.5.2010, IX B 179\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Kein Verlustausgleich zwischen Basisgesch&auml;ften und Eink&uuml;nften als Stillhalter &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der Besteuerung von Options- und Termingesch&auml;ft &#8211; Abzug des durch einen Barausgleich vermittelten Verlustes im Basisgesch&auml;ft im Rahmen der Einkunftsart des &sect; 22 Nr. 2 EStG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Antragsteller und Beschwerdegegner (Antragsteller) sind in den Streitjahren (2002 bis 2004) zur Einkommensteuer zusammen veranlagte Eheleute. Der Antragsteller unternahm in den Streitjahren Stillhaltergesch&auml;fte auf Terminkontrakte und Devisentermingesch&auml;fte &uuml;ber mehrere Banken. Er erhielt als Stillhalter bei Abschluss des Optionsgesch&auml;fts Pr&auml;mien und verpflichtete sich, am festgelegten F&auml;lligkeitstermin bei Aus&uuml;bung der Option durch den K&auml;ufer das Basisgesch&auml;ft (Lieferung oder Abnahme des Basiswerts zum festgelegten Preis) durchzuf&uuml;hren oder einen entsprechenden Ausgleich in Geld zu leisten. Er vereinnahmte in den Streitjahren Stillhalterpr&auml;mien in H&ouml;he von 18.015.940 EUR (2002), 20.466.199 EUR (2003) und 53.096.641 EUR (2004). Die Verluste aus den Basisgesch&auml;ften betrugen 9.477.720 EUR (2002), 43.402.481 EUR (2003) sowie 40.459.122 EUR (2004).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antragsgegner und Beschwerdef&uuml;hrer (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erfasste in den ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheiden f&uuml;r die Streitjahre die Stillhalterpr&auml;mien bei den Eink&uuml;nften aus &sect; 22 Nr. 3 des Einkommensteuergesetzes i.d.F. der Streitjahre (EStG) und lie&szlig; eine Verrechnung mit den Verlusten aus den privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften (Basisgesch&auml;ften) nicht zu, sondern stellte die Verluste gesondert fest. &Uuml;ber die Einspr&uuml;che der Antragsteller gegen die ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheide f&uuml;r die Streitjahre ist noch nicht entschieden. Das FA lehnte einen Antrag auf Aussetzung der Vollziehung (AdV) ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gew&auml;hrte in seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2009, 2035 ver&ouml;ffentlichten Beschluss AdV. Es lie&szlig; darin die Verrechnung von Verlusten aus den Basisgesch&auml;ften mit den Pr&auml;mien aus den Stillhaltergesch&auml;ften bis zur H&ouml;he der Pr&auml;mien zu. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte es aus, es bestehe ein Wertungswiderspruch, zwar die Aufwendungen f&uuml;r das Glattstellungsgesch&auml;ft bei den Optionspr&auml;mien als Erwerbsaufwand abzuziehen, das Basisgesch&auml;ft indes nicht steuerlich zu ber&uuml;cksichtigen. Zur Aufl&ouml;sung dieses Wertungswiderspruchs seien Verluste aus dem Basisgesch&auml;ft dem Stillhaltergesch&auml;ft steuerrechtlich zuzuordnen. Handele es sich bei dem Basisgesch&auml;ft um ein Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft nach &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG, seien die Verluste bis zur H&ouml;he der im Eingangsgesch&auml;ft erhaltenen Stillhalterpr&auml;mie dieser und damit den Eink&uuml;nften nach &sect; 22 Nr. 3 EStG zuzuordnen; der &uuml;berschie&szlig;ende Verlust bleibe dem &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG verhaftet. Dementsprechend unterfalle bei einem Barausgleich der die Pr&auml;mien &uuml;bersteigende Betrag &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Beschwerde des FA. Die vom FG aufgef&uuml;hrten Wertungswiderspr&uuml;che best&uuml;nden nach der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) nicht. &Uuml;berdies sei der Gesetzgeber mit der Umgestaltung der &sect;&sect; 20 bis 23 EStG im Zuge der Einf&uuml;hrung der Abgeltungssteuer der st&auml;ndigen Rechtsprechung gefolgt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>den angefochtenen Beschluss aufzuheben und den Antrag auf AdV abzulehnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Antragsteller beantragen,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Beschwerde zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach ihrer Auffassung w&uuml;rden die Steuerbescheide in verfassungswidriger Weise in das Existenzminimum eingreifen und zu einer &Uuml;berma&szlig;besteuerung f&uuml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist begr&uuml;ndet. Die Vorentscheidung ist aufzuheben und der Antrag abzuweisen (&sect; 132 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Ernstliche Zweifel an den angefochtenen Einkommensteuerbescheiden f&uuml;r die Streitjahre bestehen nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; &sect; 69 Abs. 3 i.V.m. Abs. 2 Satz 2 FGO kann das Gericht der Hauptsache die Vollziehung eines angefochtenen Verwaltungsakts wegen ernstlicher Zweifel an dessen Rechtm&auml;&szlig;igkeit aussetzen. Ernstliche Zweifel liegen vor, wenn neben den f&uuml;r die Rechtm&auml;&szlig;igkeit sprechenden Umst&auml;nden gewichtige, gegen die Rechtm&auml;&szlig;igkeit sprechende Gr&uuml;nde zutage treten, die Unentschiedenheit oder Unsicherheit in der Beurteilung der Rechtsfragen oder Unklarheit in der Beurteilung der Tatfragen bewirken. Die Entscheidung hier&uuml;ber ergeht bei der im Aussetzungsverfahren gebotenen summarischen Pr&uuml;fung aufgrund des Sachverhalts, der sich aus dem Vortrag der Beteiligten und der Aktenlage ergibt (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 1. Oktober 2009 IX B 124\/09, BFH\/NV 2010, 179).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Es ist entgegen der Auffassung des FG nicht ernstlich zweifelhaft, dass nach &sect; 22 Nr. 3 EStG zu versteuernde Eink&uuml;nfte aus Stillhalterpr&auml;mien nicht mit Verlusten aus Basisgesch&auml;ften auszugleichen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect; 23 Abs. 3 Satz 8 EStG d&uuml;rfen Verluste aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften nur bis zur H&ouml;he des Gewinns, den der Steuerpflichtige im gleichen Kalenderjahr aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften erzielt hat, ausgeglichen werden; sie d&uuml;rfen nicht nach &sect; 10d EStG abgezogen werden. Nach &sect; 23 Abs. 3 Satz 9 EStG mindern die Verluste nach Ma&szlig;gabe des &sect; 10d EStG jedoch die Eink&uuml;nfte, die der Steuerpflichtige in dem unmittelbar vorangehenden Veranlagungszeitraum oder in den folgenden Veranlagungszeitr&auml;umen aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften nach &sect; 23 Abs. 1 EStG erzielt hat oder erzielt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dieser Gesetzeslage widerspricht der angefochtene Beschluss: Die vom Antragsteller vereinnahmten Stillhalterpr&auml;mien sind nach &sect; 22 Nr. 3 EStG steuerbar (vgl. die st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Urteil vom 17. April 2007 IX R 40\/06, BFHE 217, 566, BStBl II 2007, 608) und k&ouml;nnen deshalb nicht mit Verlusten aus den Basisgesch&auml;ften ausgeglichen werden, die nach &sect; 23 Abs. 1 EStG der Besteuerung unterliegen, und zwar je nachdem, ob sie sich auf eine Ver&auml;u&szlig;erung von Wirtschaftsg&uuml;tern beziehen, nach &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG, oder ob sie sich als Termingesch&auml;fte lediglich auf die Differenz zwischen verschiedenen Preisen (Verh&auml;ltnis des Basispreises zum B&ouml;rsenpreis) oder Werten ver&auml;nderlicher Bezugsgr&ouml;&szlig;en richten, nach &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 EStG. Unter das Termingesch&auml;ft f&auml;llt auch der sog. Barausgleich (eingehend zum Vorstehenden BFH-Urteil vom 13. Februar 2008 IX R 68\/07, BFHE 220, 436, BStBl II 2008, 522, unter II. 1. c, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Eine Umqualifizierung der Eink&uuml;nfte gem&auml;&szlig; &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 oder 4 EStG in solche nach &sect; 22 Nr. 3 EStG in H&ouml;he der vom Steuerpflichtigen im Er&ouml;ffnungsgesch&auml;ft kassierten Stillhalterpr&auml;mien kommt nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Wie der erkennende Senat bereits in seinem Urteil in BFHE 220, 436, BStBl II 2008, 522 eingehend dargelegt hat, sind Ausgleichszahlungen (als Barausgleich), die der Steuerpflichtige im Rahmen des Basisgesch&auml;fts leistet, nicht durch seine Eink&uuml;nfte als Stillhalter veranlasst und deshalb nicht als Werbungskosten gem&auml;&szlig; &sect; 9 Abs. 1 Satz 2 EStG bei seinen Eink&uuml;nften nach &sect; 22 Nr. 3 EStG abziehbar. Hieran h&auml;lt der Senat fest. Diese Grunds&auml;tze gelten entsprechend f&uuml;r Verluste aus einem Basisgesch&auml;ft i.S. des &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG. Auch insoweit entsteht kein bei den Eink&uuml;nften aus &sect; 22 Nr. 3 EStG abziehbarer Erwerbsaufwand. Zwar hatte der Senat diese Rechtsfrage f&uuml;r einen Veranlagungszeitraum entschieden, als &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 EStG noch nicht anwendbar, ein reiner Barausgleich nicht steuerbar war und auf der Verm&ouml;gensebene lag.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Indes gilt das erst recht f&uuml;r Zeitr&auml;ume, in denen &#8211;wie im Streitfall&#8211; &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 EStG Termingesch&auml;fte der Besteuerung unterwirft. Ist ma&szlig;gebend f&uuml;r die Abgrenzung die Einkunftsart, die im Vordergrund steht und die Beziehungen zu den anderen Eink&uuml;nften verdr&auml;ngt (st&auml;ndige Rechtsprechung, BFH-Urteile vom 5. April 2006 IX R 111\/00, BFHE 213, 341, BStBl II 2006, 654, und vom 5. April 2006 IX R 80\/01, BFH\/NV 2006, 1817, m.w.N.), so haben Eink&uuml;nfte aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften bereits systematisch Vorrang vor den sonstigen Eink&uuml;nften, wie sich aus &sect; 22 Nr. 3 EStG explizit ergibt. &Uuml;berdies hat der Senat in seinem Urteil in BFHE 217, 566, BStBl II 2007, 608, unter II. 2., eingehend zu &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 EStG Stellung bezogen und dort ausgef&uuml;hrt, dass ein Steuerpflichtiger, der einem anderen eine Option einr&auml;umt und daf&uuml;r eine Pr&auml;mie vereinnahmt, die Voraussetzungen des &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 EStG (Erwerb des Rechts) nicht erf&uuml;llt. Nun kann man nicht umgekehrt das nach &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 EStG (oder nach &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG) steuerbare Basisgesch&auml;ft in den Anwendungsbereich des &sect; 22 Nr. 3 EStG einbeziehen. Dagegen spricht neben der&nbsp;&nbsp;&nbsp;Subsidiarit&auml;t&nbsp;&nbsp;&nbsp;des &sect; 22 Nr. 3 EStG gegen&uuml;ber &sect; 22 Nr. 2 i.V.m. &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 EStG das von der Rechtsprechung seit jeher zugrunde gelegte systemtragende&nbsp;&nbsp;&nbsp;Trennungsprinzip&nbsp;&nbsp;&nbsp;zwischen Er&ouml;ffnungs-, Basis- und Gegengesch&auml;ft (vgl. dazu BFH-Urteile in BFHE 217, 566, BStBl II 2007, 608, unter II. 1., und in BFHE 220, 436, BStBl II 2008, 522, unter II. 1. b, jeweils m.w.N.). Zwischen das die Pr&auml;mienzahlung ausl&ouml;sende Er&ouml;ffnungsgesch&auml;ft (Stillhaltergesch&auml;ft) und die erlittenen Verluste tritt das Basisgesch&auml;ft als eigenst&auml;ndige Erwerbsquelle. &Uuml;berdies f&uuml;hrt die L&ouml;sung des FG durch Umqualifizierung der Eink&uuml;nfte aus den Basisgesch&auml;ften in H&ouml;he der vereinnahmten Stillhalterpr&auml;mien in solche aus &sect; 22 Nr. 3 EStG (vgl. dazu auch Zanzinger, Deutsches Steuerrecht 2010, 149 ff.) &#8211;worauf das FA in seiner Beschwerdeerwiderung zutreffend hinweist&#8211; zu Widerspr&uuml;chen: St&uuml;nden n&auml;mlich die Verluste aus allen Basisgesch&auml;ften tats&auml;chlich in wirtschaftlichem Zusammenhang mit den Stillhalterpr&auml;mien, m&uuml;sste man sie &#8211;ohne sie aufzusplitten&#8211; auch in vollem Umfang &sect; 22 Nr. 3 EStG zurechnen. Es liegt auf der Hand, dass ein derartiges Ergebnis die Systematik des &sect; 22 Nr. 2 und 3 EStG contra legem umkehren w&uuml;rde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die vom FG angef&uuml;hrten Wertungswiderspr&uuml;che zum Glattstellungsgesch&auml;ft bestehen nicht. Damit hatte sich der Senat bereits in seinem Urteil in BFHE 220, 436, BStBl II 2008, 522 (unter II. 1. d) ausf&uuml;hrlich auseinandergesetzt. Darauf nimmt er Bezug. Ebenso wenig verst&ouml;&szlig;t die Besteuerung der Options- und Termingesch&auml;fte gegen Art. 3 Abs. 1 des Grundgesetzes. Vielmehr ist ihr Ergebnis (kein Abzug der im Basisgesch&auml;ft erlittenen Verluste bei den Eink&uuml;nften aus &sect; 22 Nr. 3 EStG) die&nbsp;&nbsp;&nbsp;folgerichtige Auspr&auml;gung der Systematik des &sect; 22 Nr. 2 und 3 EStG. Auch die Beschr&auml;nkung des Verlustausgleichs bei privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften durch &sect; 23 Abs. 3 S&auml;tze 8 und 9 EStG ist verfassungsgem&auml;&szlig; (BFH-Urteil vom 18. Oktober 2006 IX R 28\/05, BFHE 215, 202, BStBl II 2007, 259). Die Auspr&auml;gungen des Trennungsprinzips f&uuml;hren deshalb entgegen der Auffassung der Antragsteller auch nicht zu einer &uuml;berm&auml;&szlig;igen Besteuerung. Im Gegenteil: Anders noch als zur fr&uuml;heren Rechtslage vor Geltung des &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 EStG f&auml;llt ein durch ein Barausgleich vermittelter Verlust im Basisgesch&auml;ft nicht mehr in die nicht steuerbare Verm&ouml;gensebene, sondern kann im Rahmen der Einkunftsart des &sect; 22 Nr. 2 EStG (private Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;fte, &sect; 23 Abs. 1 EStG) ausgeglichen oder abgezogen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.5.2010, IX B 179\/09 Kein Verlustausgleich zwischen Basisgesch&auml;ften und Eink&uuml;nften als Stillhalter &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der Besteuerung von Options- und Termingesch&auml;ft &#8211; Abzug des durch einen Barausgleich vermittelten Verlustes im Basisgesch&auml;ft im Rahmen der Einkunftsart des &sect; 22 Nr. 2 EStG Tatbestand 1&nbsp; I. 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