{"id":12056,"date":"2012-12-19T16:02:34","date_gmt":"2012-12-19T14:02:34","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12056"},"modified":"2012-12-19T16:02:34","modified_gmt":"2012-12-19T14:02:34","slug":"i-b-204-09-unternehmen-als-wirtschaftlicher-arbeitgeber-im-abkommensrecht-auslegung-eines-doppelbesteuerungsabkommens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-204-09-unternehmen-als-wirtschaftlicher-arbeitgeber-im-abkommensrecht-auslegung-eines-doppelbesteuerungsabkommens\/","title":{"rendered":"I&nbsp;B&nbsp;204\/09 &#8211; Unternehmen als wirtschaftlicher Arbeitgeber im Abkommensrecht &#8211; Auslegung eines Doppelbesteuerungsabkommens"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 18.5.2010, I B 204\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Unternehmen als wirtschaftlicher Arbeitgeber im Abkommensrecht &#8211; Auslegung eines Doppelbesteuerungsabkommens<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob Arbeitslohn der inl&auml;ndischen Besteuerung unterliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger), der in den Streitjahren 2002 bis 2005 unbeschr&auml;nkt steuerpflichtig i.S. des &sect; 1 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes war, bezog Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit als Kapit&auml;n zur See. Arbeitgeber war eine Limited mit Sitz in Zypern, die als Arbeitnehmerverleiher (&quot;Crewing-Ausr&uuml;ster&quot;) eingesetzt war; wirtschaftlich betrieben wurden die Schiffe, auf denen der Kl&auml;ger t&auml;tig war, von einer inl&auml;ndischen Kapitalgesellschaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erfasste die Eink&uuml;nfte im Rahmen der Veranlagung zur Einkommensteuer der Streitjahre als steuerpflichtig. Die Klage blieb erfolglos (Nieders&auml;chsisches Finanzgericht &#8211;FG&#8211;, Urteil vom 10. November 2009&nbsp;&nbsp;13 K 186\/07).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger macht mit seiner Beschwerde geltend, dass die Revision nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 und Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zuzulassen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Beschwerde zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist jedenfalls unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Revision ist nicht wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache gem&auml;&szlig; &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Grunds&auml;tzliche Bedeutung kommt einer Rechtssache zu, wenn die f&uuml;r die Beurteilung des Streitfalles ma&szlig;gebliche Rechtsfrage das abstrakte Interesse der Allgemeinheit an der einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts ber&uuml;hrt. Nach &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO m&uuml;ssen in der Begr&uuml;ndung der Nichtzulassungsbeschwerde die Voraussetzungen des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO dargelegt werden. Dies erfordert Ausf&uuml;hrungen dazu, in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchen Gr&uuml;nden die Beantwortung der Rechtsfrage strittig ist, und eine Auseinandersetzung mit der zu dieser Rechtsfrage vorhandenen Rechtsprechung und Literatur (z.B. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 7. M&auml;rz 2005 II B 49\/04, BFH\/NV 2005, 1335).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diesen Anforderungen entspricht die Beschwerde nicht. Der beschlie&szlig;ende Senat hat wiederholt entschieden, dass &quot;Unternehmen&quot; i.S. des Art. 15 Abs. 3 des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Zypern zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Verm&ouml;gen vom 9. Mai 1974 (BGBl II 1977, 489, BStBl I 1977, 341) &#8211;DBA-Zypern&#8211; nur ein Unternehmen i.S. von Art. 8 Abs. 1 DBA-Zypern sein kann, das selbst internationalen See- und Luftverkehr betreibt, und dass dieses Unternehmen zugleich wirtschaftlicher Arbeitgeber des Besatzungsmitglieds im Sinne des Abkommensrechts sein muss (Senatsurteile vom 10. November 1993 I R 53\/91, BFHE 173, 53, BStBl II 1994, 218; vom 5. September 2001 I R 55\/00, BFH\/NV 2002, 478 [zu der dagegen erhobenen Verfassungsbeschwerde s. den Nichtannahmebeschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 18. M&auml;rz 2003&nbsp;&nbsp;2 BvR 2102\/01, nicht ver&ouml;ffentlicht]; s. auch Senatsbeschluss vom 26. April 2005 I B 86\/04, juris; zu anderen &#8211;aber insoweit inhaltsgleichen&#8211; Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung s. Senatsurteile vom 11. Februar 1997 I R 36\/96, BFHE 182, 565, BStBl II 1997, 432, und vom 8. Februar 1995 I R 42\/94, BFHE 177, 83, BStBl II 1995, 405). In Anbetracht dieser Rechtsprechung h&auml;tte der Kl&auml;ger in der Beschwerdebegr&uuml;ndung substantiiert darlegen m&uuml;ssen, warum er eine erneute Entscheidung des BFH im Interesse der Allgemeinheit f&uuml;r erforderlich h&auml;lt und welche neuen und gewichtigen, von dem beschlie&szlig;enden Senat bislang nicht gepr&uuml;ften Argumente gegen die bisherige Rechtsauffassung sprechen (vgl. dazu allgemein BFH-Beschl&uuml;sse vom 11. Februar 2003 V B 157\/02, BFH\/NV 2003, 929; vom 1. Juli 2003 X B 172\/02, BFH\/NV 2003, 1439).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Bei dem Hinweis des Kl&auml;gers, dass sich die tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnisse im internationalen Seeverkehr seit dem Urteil des beschlie&szlig;enden Senats in BFHE 173, 53, BStBl II 1994, 218 grundlegend ge&auml;ndert h&auml;tten und dass inzwischen vermutlich mehr als 1\/3 aller weltweit t&auml;tigen Besatzungsmitglieder nicht mehr bei den Unternehmen, die die Schifffahrt i.S. des jeweiligen Doppelbesteuerungsabkommens betreiben, selbst angestellt seien, handelt es sich nicht um eine derartige substantiierte Darlegung (s. auch Senatsbeschluss vom 26. April 2005 I B 86\/04, juris). Denn der Senat hat bereits in seinem Urteil in BFHE 173, 53, BStBl II 1994, 218 unter Hinweis auf Art. 20 Abs. 3 des Grundgesetzes ausgef&uuml;hrt, dass es dem Gericht verwehrt sei, entgegen Wortlaut, Vorschriftenzusammenhang und Zweck eines Abkommens zur Vermeidung der Doppelbesteuerung aus solchen tats&auml;chlichen Erw&auml;gungen heraus Abhilfe zu schaffen; dies m&uuml;sse den Vertragstaaten vorbehalten bleiben (vgl. hierzu auch Senatsurteil vom 11. Oktober 2000 I R 44-51\/99, BFHE 193, 343, BStBl II 2002, 271).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Das weitere Vorbringen des Kl&auml;gers begr&uuml;ndet jedenfalls keine &quot;grunds&auml;tzliche Bedeutung&quot; der Rechtssache. Ob Zypern die im Anwenderstaat Deutschland gefundene Auslegung des DBA-Zypern teilt &#8211;was der Kl&auml;ger bestreitet und weshalb er die entsprechende (nicht entscheidungstragende) Annahme des FG als groben Rechtsversto&szlig; r&uuml;gt&#8211;, ist keine Auslegungsma&szlig;gabe f&uuml;r die nationale Rechtsanwendung. Ebenfalls kann es bei dieser Rechtsanwendung nicht darum gehen, eine einheitliche Auslegung des Arbeitgeberbegriffs f&uuml;r alle in Zypern als Besatzungsmitglieder unselbst&auml;ndig T&auml;tigen zu finden oder ungeachtet der M&ouml;glichkeit eines Verst&auml;ndigungsverfahrens (Art. 25 DBA-Zypern) durch eine dazu geeignete Auslegung eine Doppelbesteuerung in allen Einzelf&auml;llen stets auszuschlie&szlig;en.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Soweit der Kl&auml;ger unter Hinweis auf &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO r&uuml;gt, dass das FG seinen Beweisantrag nicht h&auml;tte ablehnen d&uuml;rfen, ist ein Verfahrensfehler nicht ersichtlich. Das FG konnte den Beweisantrag als f&uuml;r die Entscheidung unerheblich ansehen, da schon nicht ersichtlich ist, dass es sich bei der begehrten Vorlage einer paraphierten Neufassung des Doppelbesteuerungsabkommens um eine entscheidungserhebliche Tatsachenfrage f&uuml;r die Streitjahre handelt (nach der &Uuml;bersicht des Bundesministeriums der Finanzen zum Stand der Doppelbesteuerungsabkommen und der Doppelbesteuerungsverhandlungen zum 1. Januar 2010 [BStBl I 2010, 35] ist f&uuml;r das am 24. Juli 2009 paraphierte Revisionsabkommen nach seinem k&uuml;nftigen Inkrafttreten keine R&uuml;ckwirkung vorgesehen).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 18.5.2010, I B 204\/09 Unternehmen als wirtschaftlicher Arbeitgeber im Abkommensrecht &#8211; Auslegung eines Doppelbesteuerungsabkommens Tatbestand 1&nbsp; I. 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